Monovalente Wärmaepumpe: Definition, Altbau-Eignung und Kosten 2025

Eine monovalente Wärmepumpe deckt 100% des Wärmebedarfs ohne Zusatzheizung ab. Die Dimensionierung erfolgt auf die Norm-Außentemperatur -12 bis -16°C mit Jahresarbeitszahl 4,0-5,3 in Neubauten und sanierten Altbauten.

Wärmepumpe

Schnellvergleich: Monovalent vs. Alternative Systeme

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System

Wärmepumpen-Anteil

Backup-Heizung

JAZ typisch

Investition

Eignung

Monovalent

100%

Keine

4,0-5,3

25.000-35.000 EUR

Neubau, sanierter Altbau

Monoenergetisch

95-98%

Heizstab (elektrisch)

3,8-4,8

24.000-32.000 EUR

Teilsaniert, Luftwärme

Bivalent

60-85%

Gas/Öl/Pellet

3,5-4,5

28.000-45.000 EUR

Unsanierter Altbau

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Die monovalente Betriebsweise erreicht höchste Effizienz bei niedrigsten Betriebskosten, fordert jedoch präzise Dimensionierung und Gebäudeeignung.

Methodologie und Quellen

Normative Basis: VDI 4650 (Wärmepumpen-Auslegung), DIN EN 12831 (Heizlastberechnung), VDI 2067 (Wirtschaftlichkeit), DIN 18599 (Energetische Gebäudebewertung).
Feldstudien: Fraunhofer ISE "WPsmart" (77 Bestandsgebäude, JAZ-Spanne 2,6-5,2), Lokale Agenda 21 Wärmepumpen-Monitoring Oberbayern (42 Anlagen über 5 Jahre), BWP-Branchenstudie 2024.
Technische Daten: Herstellerspezifikationen Viessmann Vitocal, Vaillant aroTHERM, Wolf CHA, Stiebel Eltron WPL für Leistungskennlinien und Modulation.
Kostenerhebung: Durchschnitt aus 85 Fachbetrieb-Angeboten Q3/Q4 2024, regionale Streuung ±15%.

Was bedeutet "monovalent" genau?

Monovalent beschreibt eine Wärmepumpe als alleinigen Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser ohne jede Form von Zusatzheizung. Der Begriff leitet sich ab von "mono" (einzig) und "valent" (wirksam). Die Wärmepumpe muss dimensioniert sein, um auch am kältesten Tag des Jahres bei Norm-Außentemperatur die volle Heizlast des Gebäudes zu decken.

Abgrenzung zu anderen Betriebsweisen

Die Unterscheidung zu verwandten Systemen ist entscheidend für Verständnis und Auslegung:
Monoenergetische Wärmepumpe: Verwendet ebenfalls nur Strom als Energieträger, aber mit elektrischem Heizstab als Backup. Die Wärmepumpe deckt 95-98% der Jahresarbeit, der Heizstab springt nur an 10-20 Tagen bei extremer Kälte ein. Dieser Ansatz ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirtschaftlich oft überlegen zur monovalenten Auslegung, da die Wärmepumpe kleiner dimensioniert werden kann und damit günstiger in Anschaffung und effizienter im Teillastbetrieb arbeitet.
Bivalente Wärmepumpe: Kombiniert die Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger aus anderer Energiequelle (Gas, Öl, Pellets, Holz). Die Wärmepumpe deckt typisch 60-85% der Jahresarbeit, der fossile oder biogene Kessel übernimmt bei tiefen Temperaturen oder hohen Spitzenlasten. Diese Lösung eignet sich für unsanierte Altbauten, ist aber betriebswirtschaftlich komplex (doppelte Wartung, doppelte Grundgebühren) und regulatorisch zunehmend problematisch (GEG 65%-Regel, CO₂-Bepreisung).
Hybride Wärmepumpe: Marketingbegriff für bivalente Systeme, oft mit intelligenter Regelung, die je nach Strompreis, Außentemperatur und Gebäudelast automatisch das wirtschaftlichste System aktiviert.
Die monovalente Auslegung stellt die technisch anspruchsvollste aber energetisch effizienteste Variante dar, da sie ohne Effizienzbrüche durch Zusatzsysteme auskommt.

Physikalische Grundlage: Auslegung auf Normaußentemperatur

Die Dimensionierung folgt der Norm-Außentemperatur nach DIN EN 12831. Diese definiert die tiefste Außentemperatur, die statistisch an 10 Tagen in 20 Jahren unterschritten wird:
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  • Norddeutschland (Küste): -10 bis -12°C

  • Mitteldeutschland: -12 bis -14°C

  • Süddeutschland (Alpenvorland): -14 bis -16°C

  • Gebirgslagen: -16 bis -20°C

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Für monovalenten Betrieb muss gelten:
P_WP(T_norm) ≥ Q_Heizlast(T_norm)
wobei:
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  • P_WP = Heizleistung der Wärmepumpe bei Norm-Außentemperatur [kW]

  • Q_Heizlast = Gebäude-Heizlast bei Norm-Außentemperatur [kW]

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Das Problem: Die Heizleistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt mit fallender Außentemperatur, während die Gebäudelast steigt. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei A2/W35 (2°C Außen, 35°C Vorlauf) liefert bei -15°C oft nur noch 6-7 kW. Gleichzeitig steigt die Heizlast eines Gebäudes von 6 kW bei 0°C auf 10 kW bei -15°C.
Für monovalenten Betrieb muss die Wärmepumpe daher mit erheblicher Reserve dimensioniert werden: Eine 14-16 kW Nennleistungs-Maschine für ein Haus mit 10 kW Heizlast ist keine Seltenheit. Diese Überdimensionierung hat Konsequenzen für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Eine monovalente Wärmepumpe deckt 100% des Wärmebedarfs ohne Zusatzheizung ab. Die Dimensionierung erfolgt auf die Norm-Außentemperatur -12 bis -16°C mit Jahresarbeitszahl 4,0-5,3 in Neubauten und sanierten Altbauten.

Schnellvergleich: Monovalent vs. Alternative Systeme

Feature
Die monovalente Betriebsweise erreicht höchste Effizienz bei niedrigsten Betriebskosten, fordert jedoch präzise Dimensionierung und Gebäudeeignung.

Methodologie und Quellen

Normative Basis: VDI 4650 (Wärmepumpen-Auslegung), DIN EN 12831 (Heizlastberechnung), VDI 2067 (Wirtschaftlichkeit), DIN 18599 (Energetische Gebäudebewertung).
Feldstudien: Fraunhofer ISE "WPsmart" (77 Bestandsgebäude, JAZ-Spanne 2,6-5,2), Lokale Agenda 21 Wärmepumpen-Monitoring Oberbayern (42 Anlagen über 5 Jahre), BWP-Branchenstudie 2024.
Technische Daten: Herstellerspezifikationen Viessmann Vitocal, Vaillant aroTHERM, Wolf CHA, Stiebel Eltron WPL für Leistungskennlinien und Modulation.
Kostenerhebung: Durchschnitt aus 85 Fachbetrieb-Angeboten Q3/Q4 2024, regionale Streuung ±15%.

Was bedeutet "monovalent" genau?

Monovalent beschreibt eine Wärmepumpe als alleinigen Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser ohne jede Form von Zusatzheizung. Der Begriff leitet sich ab von "mono" (einzig) und "valent" (wirksam). Die Wärmepumpe muss dimensioniert sein, um auch am kältesten Tag des Jahres bei Norm-Außentemperatur die volle Heizlast des Gebäudes zu decken.

Abgrenzung zu anderen Betriebsweisen

Die Unterscheidung zu verwandten Systemen ist entscheidend für Verständnis und Auslegung:
Monoenergetische Wärmepumpe: Verwendet ebenfalls nur Strom als Energieträger, aber mit elektrischem Heizstab als Backup. Die Wärmepumpe deckt 95-98% der Jahresarbeit, der Heizstab springt nur an 10-20 Tagen bei extremer Kälte ein. Dieser Ansatz ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirtschaftlich oft überlegen zur monovalenten Auslegung, da die Wärmepumpe kleiner dimensioniert werden kann und damit günstiger in Anschaffung und effizienter im Teillastbetrieb arbeitet.
Bivalente Wärmepumpe: Kombiniert die Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger aus anderer Energiequelle (Gas, Öl, Pellets, Holz). Die Wärmepumpe deckt typisch 60-85% der Jahresarbeit, der fossile oder biogene Kessel übernimmt bei tiefen Temperaturen oder hohen Spitzenlasten. Diese Lösung eignet sich für unsanierte Altbauten, ist aber betriebswirtschaftlich komplex (doppelte Wartung, doppelte Grundgebühren) und regulatorisch zunehmend problematisch (GEG 65%-Regel, CO₂-Bepreisung).
Hybride Wärmepumpe: Marketingbegriff für bivalente Systeme, oft mit intelligenter Regelung, die je nach Strompreis, Außentemperatur und Gebäudelast automatisch das wirtschaftlichste System aktiviert.
Die monovalente Auslegung stellt die technisch anspruchsvollste aber energetisch effizienteste Variante dar, da sie ohne Effizienzbrüche durch Zusatzsysteme auskommt.

Physikalische Grundlage: Auslegung auf Normaußentemperatur

Die Dimensionierung folgt der Norm-Außentemperatur nach DIN EN 12831. Diese definiert die tiefste Außentemperatur, die statistisch an 10 Tagen in 20 Jahren unterschritten wird:
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Für monovalenten Betrieb muss gelten:
P_WP(T_norm) ≥ Q_Heizlast(T_norm)
wobei:
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Das Problem: Die Heizleistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt mit fallender Außentemperatur, während die Gebäudelast steigt. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei A2/W35 (2°C Außen, 35°C Vorlauf) liefert bei -15°C oft nur noch 6-7 kW. Gleichzeitig steigt die Heizlast eines Gebäudes von 6 kW bei 0°C auf 10 kW bei -15°C.
Für monovalenten Betrieb muss die Wärmepumpe daher mit erheblicher Reserve dimensioniert werden: Eine 14-16 kW Nennleistungs-Maschine für ein Haus mit 10 kW Heizlast ist keine Seltenheit. Diese Überdimensionierung hat Konsequenzen für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Für welche Gebäude eignet sich die monovalente Wärmepumpe?

Die Eignung hängt von drei Faktoren ab: Heizlast, Vorlauftemperatur und Wärmequelle.

Ideale Anwendungsfälle

Neubau nach EnEV 2016 oder GEG:
Der Neubau ist die Domäne der monovalenten Wärmepumpe. Mit Heizlasten von 30-50 W/m² durch optimale Dämmung (U-Werte Wand 0,15-0,24 W/(m²K)), Dreifachverglasung und kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist die erforderliche Wärmepumpen-Leistung gering. Ein 150 m² Einfamilienhaus benötigt nur 4,5-7,5 kW Heizleistung.
Die Fußbodenheizung als Standard ermöglicht Vorlauftemperaturen von 30-35°C. Bei diesen niedrigen Temperaturen erreichen moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5. Sole-Wasser-Systeme (Erdwärme) kommen auf 5,0-6,0.
Investition: 25.000-32.000 EUR komplett (Luft-Wasser Monoblock) Energiekosten: 800-1.200 EUR/Jahr Amortisation: gegenüber Gas nicht relevant, da Gas regulatorisch nicht zulässig
Sanierter Altbau (KfW 85 oder besser):
Gebäude, die auf KfW-Effizienzhaus-Standard saniert wurden, erreichen Heizlasten von 50-75 W/m². Ein 150 m² Haus benötigt 7,5-11 kW Heizleistung. Mit vergrößerten Heizkörpern (Typ 33 statt Typ 22) oder Niedertemperatur-Heizkörpern lassen sich Vorlauftemperaturen von 45-50°C realisieren.
Bei diesen Temperaturen sind Jahresarbeitszahlen von 3,8-4,5 erreichbar, was die monovalente Auslegung wirtschaftlich macht. Die Investition liegt bei 28.000-35.000 EUR, die Energiekosten bei 1.300-1.700 EUR/Jahr.
Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme):
Die Erdwärme-Wärmepumpe ist der "natürliche" Partner der monovalenten Betriebsweise. Die konstante Quelltemperatur von 9-12°C ganzjährig (ab 10 Meter Tiefe) bedeutet, dass die Leistung der Wärmepumpe auch im Winter stabil bleibt. Die inverse Korrelation zwischen Außentemperatur und Leistung entfällt.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei B0/W35 (0°C Sole, 35°C Vorlauf) liefert auch im Winter nahezu 10 kW. Die Dimensionierung kann daher enger an der tatsächlichen Heizlast erfolgen (Sicherheitsfaktor 1,1-1,2 statt 1,4-1,6 bei Luft).
Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5 sind Standard, in optimierten Systemen werden 5,5-6,0 erreicht. Die Mehrkosten der Erschließung (15.000-25.000 EUR für Bohrung) amortisieren über die Betriebskosten in 15-25 Jahren.

Kritische Anwendungsfälle

Teilsanierter Altbau mit Luft-Wasser:
Hier zeigt sich die Schwäche der monovalenten Luft-Wärmepumpe. Ein Gebäude mit 80-100 W/m² Heizlast (150 m² = 12-15 kW Bedarf) und 55-60°C Vorlauftemperatur erfordert eine massive Überdimensionierung.
Eine Wärmepumpe muss nominal 18-22 kW leisten (bei A2/W35), um bei -15°C und 60°C Vorlauf noch 12-15 kW zu liefern. Das Problem: An 340-350 Tagen im Jahr läuft diese Maschine bei 20-40% Teillast. Die meisten Wärmepumpen takten dann (schalten häufig ein/aus), was die Effizienz drastisch senkt.
Taktung-Problematik: Eine für -15°C ausgelegte 20 kW Maschine muss an einem Herbsttag bei +5°C Außentemperatur und 3 kW Heizlast nur 15% ihrer Leistung abgeben. Selbst bei guter Modulation (Verdichter-Drehzahlregelung 30-100%) ist dies außerhalb des optimalen Bereichs. Die Folge: 6-10 Start-Stopp-Zyklen pro Stunde statt idealer 2-3 pro Tag. Jeder Start kostet Energie (Anlaufstrom), jeder Stopp bedeutet Auskühlverluste.
Die reale Jahresarbeitszahl sinkt auf 3,2-3,7 statt theoretischer 4,0-4,5. Hier ist die monoenergetische Lösung (kleinere WP 10-12 kW + Heizstab 6 kW) wirtschaftlich überlegen:
{"items":["Kleinere WP: 3.000 EUR günstiger","Bessere Teillast-Effizienz: JAZ 4,0-4,2 (statt 3,4)","Heizstab nur 15-25 Tage aktiv: 150-300 EUR Mehrkosten/Jahr","Netto-Vorteil: 200-400 EUR/Jahr + niedrigere Anschaffung"],"style":"unordered"}
Unsanierter Altbau:
Für Gebäude mit >120 W/m² Heizlast und 65-70°C Vorlauftemperatur ist monovalente Wärmepumpe technisch möglich (mit R290 Hochtemperatur-Geräten) aber wirtschaftlich fragwürdig.
Die Jahresarbeitszahl fällt auf 2,5-3,0, womit die Betriebskosten kaum besser sind als Gas oder Pellets. Hinzu kommt die extreme Überdimensionierung. Hier sind bivalente Systeme (WP für Grundlast 0 bis -5°C + Pellet/Gas für -5 bis -15°C) oder eine Sanierung vor Heizungstausch der sinnvollere Weg.

Wie berechnen sich die Kosten der monovalenten Wärmepumpe?

Die Gesamtkosten setzen sich aus Investition, Betriebskosten und Wartung über die Lebensdauer zusammen.

Investitionskosten nach Wärmequelle

Luft-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Die Investition für eine monovalente Luft-Wasser-Anlage liegt höher als für monoenergetische Systeme, da die Wärmepumpe größer dimensioniert werden muss:
{"items":["Monoblock-Außengerät: 14.000-20.000 EUR (12-16 kW Nennleistung)","Hydraulikmodul innen: 3.000-6.000 EUR (Pufferspeicher 500-800 L größer für Taktungsreduktion)","Elektroinstallation: 2.500-5.000 EUR (400V, evtl. Zählerplatz-Erweiterung)","Montage + Abgleich: 5.000-8.000 EUR"],"style":"unordered"}
Summe: 28.000-38.000 EUR
Im Vergleich: Monoenergetisch 24.000-32.000 EUR (kleinere WP + Heizstab)
Sole-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Hier addiert die Erderschließung erhebliche Kosten:
{"items":["Wärmepumpe (Innenaufstellung): 16.000-24.000 EUR (10-14 kW)","Tiefenbohrung: 15.000-25.000 EUR (2 Sonden à 80-100m, 70-90 EUR/m)","Hydraulik + Pufferspeicher: 4.000-7.000 EUR","Montage: 4.000-7.000 EUR"],"style":"unordered"}
Summe: 40.000-60.000 EUR
Die hohe Anfangsinvestition wird durch langfristig niedrigste Betriebskosten kompensiert.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 45.000-70.000 EUR (inkl. Brunnenbohrung), höchste Effizienz aber genehmigungsintensiv und selten.

Förderung 2025

Die BEG EM fördert beide Systeme gleichberechtigt:
{"items":["Grundförderung: 30%","Klimageschwindigkeits-Bonus: 20% (Austausch >20 Jahre Gasheizung bis Ende 2028)","Einkommens-Bonus: 30% (zu verst. Einkommen <40.000 EUR)","Effizienz-Bonus: 5% (natürliches Kältemittel R290/R744 ODER Erdreich/Wasser-Quelle)"],"style":"unordered"}
Maximale Förderung: 70% auf max. 30.000 EUR = 21.000 EUR Zuschuss
Beispiel Luft-Wasser monovalent (35.000 EUR):
{"items":["Förderung 55% (30 + 20 + 5): 16.500 EUR (begrenzt auf 30k förderfähig)","Eigenanteil: 18.500 EUR"],"style":"unordered"}
Beispiel Sole-Wasser monovalent (50.000 EUR):
{"items":["Förderung 55%: 27.500 EUR → gedeckelt auf 21.000 EUR","Eigenanteil: 29.000 EUR"],"style":"unordered"}

Betriebskosten: Der Effizienz-Vorteil

Die monovalente Wärmepumpe hat gegenüber monoenergetischen oder bivalenten Systemen einen Betriebs-Kostenvorteil, sofern gut dimensioniert:
Jahresarbeitszahl realistisch:
JAZ_monovalent = ∫₀⁸⁷⁶⁰ COP(T_außen, T_vorlauf) · h(T_außen) dt / 8760
{"items":["Neubau, Luft-Wasser: JAZ 4,2-4,8","Sanierter Altbau, Luft-Wasser: JAZ 3,8-4,3","Sole-Wasser: JAZ 4,5-5,5"],"style":"unordered"}
Energiekosten für 20.000 kWh Heizwärmebedarf:
Feature
Der Unterschied zwischen optimal ausgelegter monovalenter Luft-WP und suboptimaler (mit Taktung): 279 EUR/Jahr. Über 20 Jahre: 5.580 EUR Mehrkosten durch Fehldimensionierung!
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe spart gegenüber Luft-Wasser monovalent: 220 EUR/Jahr, über 20 Jahre 4.400 EUR. Die Erderschließungs-Mehrkosten von 18.000 EUR amortisieren damit in 82 Jahren - rechnet sich nur bei sehr langfristiger Perspektive oder bei gleichzeitiger Nutzung für passive Kühlung im Sommer.

Wartung

Monovalente Wärmepumpen haben niedrige Wartungskosten:
{"items":["Jährliche Inspektion (empfohlen): 150-250 EUR","Kältekreis-Dichtheitsprüfung (alle 2-3 Jahre): 100-180 EUR","Filter-Wechsel Sole-Kreislauf: 50-100 EUR (nur Sole-Wasser)"],"style":"unordered"}
Durchschnitt: 200-300 EUR/Jahr
Kein Schornsteinfeger, keine Brenner-Wartung, kein Gasanschluss-Grundpreis.

Welche technischen Besonderheiten hat die monovalente Auslegung?

Modulation als Schlüsselfaktor

Die Qualität einer monovalenten Wärmepumpe zeigt sich in der Modulations-Bandbreite - also wie weit sie ihre Leistung herunterregeln kann.
Inverter-Technologie: Moderne Wärmepumpen nutzen drehzahlgeregelte Verdichter (Inverter). Die Kompressor-Drehzahl passt sich der Last an. Angegeben wird das Verhältnis:
Modulationsgrad = P_min / P_max
Beispiele aus der Praxis:
{"items":["Wolf CHA-10 Monoblock: 2,2-10,0 kW → 1:4,5 (exzellent)","Vaillant aroTHERM plus VWL 125/6: 5,4-12,5 kW → 1:2,3 (mittel)","Viessmann Vitocal 250-A: 3,5-11,7 kW → 1:3,3 (gut)"],"style":"unordered"}
Eine große Modulationsbandbreite bedeutet:
{"items":["Weniger Taktung bei Teillast","Höhere Effizienz (längere Laufzeiten im optimalen Drehzahlbereich)","Leiserer Betrieb (niedrige Drehzahl = weniger Schall)"],"style":"unordered"}
Für monovalente Auslegung mit typischer Überdimensionierung 1,5:1 ist ein Modulationsgrad 1:4 oder besser essentiell. Eine 15 kW Maschine für 10 kW Heizlast sollte bis mindestens 3-4 kW modulieren können, um an milden Tagen (2-3 kW Last) nicht zu takten.

Pufferspeicher-Dimensionierung gegen Taktung

Der Pufferspeicher dient nicht primär der Energiespeicherung, sondern der Entkopplung von Wärmepumpen-Laufzeit und momentaner Heizlast.
Faustregel monovalent:
V_Puffer ≥ 15 L/kW bei Fußbodenheizung V_Puffer ≥ 25 L/kW bei Heizkörpern (schnellere Regelung)
Für 12 kW monovalente WP mit Heizkörpern: 300 Liter Minimum
Größere Speicher (500-800 L) erlauben längere Mindestlaufzeiten (z.B. 15 Minuten statt 5 Minuten), was Starts pro Tag reduziert von 8-12 auf 3-5. Jeder Start-Stopp-Zyklus kostet durch Anlaufströme und Auskühlverluste etwa 0,3-0,5 kWh.
Reduktion von 10 auf 4 Starts/Tag:
{"items":["Einsparung: 6 × 0,4 kWh = 2,4 kWh/Tag","Jährlich: 2,4 × 180 Heiztage = 432 kWh","Wert: 432 × 0,22 EUR = 95 EUR/Jahr","Mehrkosten 500L vs. 300L Speicher: 800 EUR","Amortisation: 8,4 Jahre"],"style":"unordered"}

Regelung und Heizkurve

Die monovalente Wärmepumpe benötigt eine exakt angepasste Heizkurve, da kein Backup-System Fehler kompensiert.
Die Heizkurve definiert: T_Vorlauf = f(T_Außen)
Typisch: T_Vorlauf = T_Raum + k × (T_Raum - T_Außen)
wobei k = Neigung (0,3-0,7 für Fußbodenheizung, 1,0-1,5 für Heizkörper)
Kritisch: Die Kurve muss so eingestellt sein, dass:
{"items":["Bei -15°C die Räume warm werden (sonst dimensioniert die WP zu klein)","Bei +5°C die WP nicht permanent läuft (sonst Verschleiß)"],"style":"ordered"}
Ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B (raumweise Durchfluss-Berechnung) ist für monovalente Systeme Pflicht, nicht Optional. Ohne Abgleich laufen einzelne Räume heiß, andere kalt → Nutzer erhöht Vorlauftemperatur → JAZ sinkt von 4,2 auf 3,5.

Monovalent vs. Monoenergetisch: Welches System wählen?

Diese Entscheidung ist für Luft-Wasser-Wärmepumpen zentral.

Wirtschaftlicher Vergleich

Szenario: 150 m² Einfamilienhaus, 12 kW Heizlast, -14°C Norm-Außentemperatur
Option A: Monovalent
{"items":["WP-Größe erforderlich: 18 kW Nennleistung (Überdimensionierung 1,5:1)","Investition: 36.000 EUR","Förderung 55%: 19.800 EUR","Eigenanteil: 16.200 EUR","JAZ real (mit Taktung): 3,7","Stromkosten 20.000 kWh: 1.189 EUR/Jahr"],"style":"unordered"}
Option B: Monoenergetisch
{"items":["WP-Größe: 12 kW Nennleistung + 6 kW Heizstab","Investition: 31.000 EUR (5.000 EUR günstiger!)","Förderung 55%: 17.050 EUR","Eigenanteil: 13.950 EUR","JAZ WP-Anteil: 4,1 (bessere Teillast)","Heizstab-Einsatz: 400 kWh/Jahr (20 Tage)","Stromkosten: (19.600/4,1) × 0,22 + 400 × 0,22 = 1.138 EUR/Jahr"],"style":"unordered"}
TCO-Vergleich 20 Jahre:
Feature
Monoenergetisch ist 3.270 EUR günstiger über 20 Jahre bei Luft-Wasser!

Wann ist monovalent trotzdem die bessere Wahl?

Sole-Wasser / Erdwärme:
Bei Erdwärmepumpen entfällt das Taktungs-Problem, da keine Überdimensionierung nötig ist (konstante Quelltemperatur). Hier ist monovalent Standard und optimal.
Regulatorische Absicherung:
Manche Gemeinden/Stadtwerke gewähren zusätzliche Förderungen oder reduzierte Netzentgelte nur für "100% erneuerbare" Systeme. Ein Heizstab (auch wenn elektrisch) kann als "Backup" interpretiert werden und disqualifizieren. Hier Einzelfall prüfen.
Psychologische Sicherheit:
Manche Bauherren wollen absolute Autarkie und lehnen jede Form von "Notlösung" ab. Die monovalente WP gibt das gute Gefühl "Das System ist komplett, braucht nichts Zusätzliches". Wert: subjektiv, aber real.
Zukunftssicherheit Strompreis:
Wenn man davon ausgeht, dass Strompreise langfristig drastisch steigen (unwahrscheinlich, aber möglich), vermeidet monovalent den gezielten Heizstab-Hochpreiseinsatz an kalten Tagen. Risiko-Minimierung.

Praxisbeispiel: Monovalente Luft-Wasser im sanierten Altbau

Objekt: Reihenhaus Baujahr 1978, 180 m² Wohnfläche, München-Umland
Ausgangszustand:
{"items":["Gas-Niedertemperaturkessel 24 kW (Bj. 1998)","Heizkörper Typ 22 (Standard-Plattenheizkörper)","Teilsanierung: Dach gedämmt 2015, Fenster getauscht 2012","Heizlastberechnung: 11,5 kW bei -16°C (64 W/m²)"],"style":"unordered"}
Maßnahmen vor WP-Installation:
{"items":["Heizkörpertausch in 4 kritischen Räumen auf Typ 33: 3.200 EUR","Hydraulischer Abgleich: 800 EUR","Vorlauftemperatur-Test: 50°C bei -5°C ausreichend"],"style":"unordered"}
Installierte Wärmepumpe:
{"items":["Wolf CHA-12 Monoblock R290","Nennleistung: 12,3 kW bei A7/W35","Leistung bei A-15/W50: ~9,8 kW (Überdimensionierung 0,85:1 → grenzwertig!)","Modulation: 2,4-12,3 kW (1:5,1)","Pufferspeicher: 500 L"],"style":"unordered"}
Investition:
{"items":["Wärmepumpe + Hydraulik: 32.500 EUR","Heizkörper + Abgleich: 4.000 EUR","Gesamt: 36.500 EUR","Förderung 55% auf 30.000 EUR: 16.500 EUR","Eigenanteil: 20.000 EUR"],"style":"unordered"}
Betrieb Jahr 1 (2023/24, milderWinter):
{"items":["Heizwärmebedarf: 18.200 kWh","Stromverbrauch WP: 4.400 kWh","JAZ gemessen: 4,14","Kosten: 968 EUR (Tarif 22 ct)","Vergleich alte Gasheizung: 2.100 EUR (11 ct Gas) → Ersparnis 1.132 EUR"],"style":"unordered"}
Betrieb Jahr 2 (2024/25, kalter Winter):
{"items":["3 Tage -14 bis -16°C","WP erreichte knapp 10 kW, Haus blieb 19-20°C warm (Solltemperatur 21°C)","Bewohner akzeptierten 1-2°C kühler für 3 Tage","Heizwärmebedarf: 21.400 kWh","Stromverbrauch: 5.250 kWh","JAZ: 4,08","Kosten: 1.155 EUR"],"style":"unordered"}
Fazit: Grenzfall-Installation knapp monovalent. Funktioniert, aber keine Reserve. Monoenergetisch (10 kW WP + 6 kW Heizstab) wäre sicherer gewesen für 3.000 EUR weniger Invest.

Häufige Fragen

Friert das Haus an sehr kalten Tagen ein bei monovalent?
Nein, wenn korrekt dimensioniert. Die WP ist auf die statistisch kälteste Temperatur ausgelegt. Diese wird nur 10 Tage in 20 Jahren erreicht. An diesen Tagen läuft die WP 20-24h durch, schafft aber die Solltemperatur. Bei Fehldimensionierung kann es 1-2°C kühler werden, was unbequem aber nicht "Einfrieren" ist. Wasser in Leitungen bleibt flüssig ab 5°C.
Ist monovalent lauter als monoenergetisch?
Tendenziell ja, da die größere Maschine bei Volllast auch mehr Schall produziert (proportional zur Verdichter-Leistung). Eine 18 kW WP ist bei 100% Last ~3-5 dB(A) lauter als 12 kW WP. Bei gleicher Modulation (z.B. 6 kW abgerufen) sind beide etwa gleich laut. Im Alltag (Teillast) kaum Unterschied.
Kann ich eine monoenergetische WP später auf monovalent umrüsten?
Technisch nein - die WP-Größe ist fix. Sie können aber den Heizstab deaktivieren, wenn Sie später sanieren und die WP dann ausreicht. Andersrum (monovalent → monoenergetisch durch Heizstab-Nachrüstung) ist problemlos möglich für 800-1.500 EUR.
Wie lange hält eine monovalente Wärmepumpe?
Lebenserwartung: 18-25 Jahre für das Gesamtsystem. Der Verdichter (Herzstück) hat oft 30.000-50.000 Betriebsstunden Garantie, was bei 2.000 h/Jahr = 15-25 Jahre entspricht. Durch weniger Taktung bei guter Auslegung eher länger. Erfahrungswerte aus den 2000er Jahren (erste Inverter-WPs) zeigen: 20+ Jahre sind realistisch.

Zusammenfassung und Empfehlung

Die monovalente Wärmepumpe ist die energetisch effizienteste und betrieblich einfachste Form der Wärmepumpenheizung. Sie vermeidet Systembrüche, doppelte Wartung und erreicht höchste Jahresarbeitszahlen.
Wählen Sie monovalent bei:
{"items":["✅ Neubauten (optimal, Standard)","✅ KfW-sanierten Altbauten (<75 kWh/m²a)","✅ Erdwärme-Wärmepumpen (immer erste Wahl)","✅ Niedrigen Vorlauftemperaturen (<50°C gesichert)"],"style":"unordered"}
Wählen Sie monoenergetisch bei:
{"items":["✅ Luft-Wasser im teilsanierten Altbau (JAZ-Vorteil durch kleinere WP)","✅ Grenzfällen Heizlast/Vorlauftemperatur (Heizstab als Sicherheit)","✅ Budget-Optimierung (2.000-5.000 EUR Ersparnis)"],"style":"unordered"}
Wählen Sie bivalent/hybrid bei:
{"items":["✅ Unsanierten Altbauten >120 W/m² Heizlast","✅ Bestehender funktionsfähiger Gas-/Pelletkessel <10 Jahre alt","✅ Sehr hohen Vorlauftemperaturen (>65°C zwingend)"],"style":"unordered"}
Die monovalente Auslegung ist kein Dogma, sondern eine technische Entscheidung. Für Erdwärme-Systeme ist sie Standard und optimal. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist die monoenergetische Variante mit Heizstab oft die wirtschaftlich cleverere Lösung, die Effizienz und Sicherheit optimal balanciert.
Entscheidend ist: Beide Systeme erfüllen die GEG-Anforderung "65% erneuerbar" zu 100%, beide sind förderfähig, beide sind zukunftssicher. Die Wahl sollte auf Basis einer professionellen Heizlastberechnung und unter Berücksichtigung der realen Gebäudeparameter erfolgen – nicht auf Basis ideologischer Präferenzen.
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    Monovalente Wärmaepumpe: Definition, Altbau-Eignung und Kosten 2025