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Photovoltaik Preise 2026: Kosten pro kWp & Speicher im Vergleich

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine 10 kWp PV-Anlage ohne Speicher kostet 2026 in Deutschland üblicherweise zwischen 10.000 und 15.000 Euro netto – das entspricht 1.000–1.500 Euro pro kWp.
  • Mit einem 10-kWh-Batteriespeicher steigt die Gesamtinvestition auf 13.000–23.000 Euro – Netto- und Bruttopreis sind wegen des Nullsteuersatzes identisch.
  • Batteriespeicher kosten 2026 laut Marktberichten meist 300–550 Euro pro kWh installierter Kapazität, in Einzelfällen auch deutlich mehr; ein einheitlicher Marktdurchschnitt lässt sich nicht belegen.
  • Der Systempreis ist seit 2006 um rund 75–80 % gefallen – von etwa 5.500 Euro/kWp auf aktuell 1.000–1.500 Euro/kWp.
  • Modulpreise sind seit Ende 2025 wieder um 25–30 % gestiegen, unter anderem weil China zum 1. April 2026 die Export-Mehrwertsteuerrückerstattung für Solarmodule vollständig gestrichen hat.
  • Nach § 51 EEG 2023, der bereits seit Mai 2024 in Kraft ist, entfällt die EEG-Einspeisevergütung, wenn der Börsenstrompreis mindestens zwei Stunden in Folge negativ ist – diese Stufe war für 2026 von Anfang an vorgesehen; ab 2027 reicht bereits eine Stunde.
  • Finanztip empfiehlt, für PV-Anlagen ohne Speicher nicht mehr als 1.600 Euro/kWp und für Speicher nicht mehr als 600 Euro/kWh zu bezahlen.

Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026? Preise pro kWp im Überblick

Der Preis einer Photovoltaikanlage hängt von der installierten Leistung in Kilowatt-Peak (kWp), der Modulqualität und dem Installationsaufwand ab. Eine pauschale Antwort ohne diese Parameter gibt es nicht – belastbare Richtwerte lassen sich aber aus aktuellen Marktdaten ableiten.
Laut einer Auswertung auf Basis von Daten von gruenes.haus lag der durchschnittliche Systempreis für schlüsselfertige Photovoltaikanlagen in Deutschland im März 2026 bei rund 1.015 Euro pro kWp (gruenes.haus selbst nennt für Anfang 2025 einen Durchschnittswert von rund 1.050 Euro pro kWp) – dieser Wert bündelt jedoch kleine und große Anlagen. Aktuellere Marktdaten aus dem Juli 2026 zeigen, dass typische schlüsselfertige Dachanlagen ohne Speicher meist zwischen 1.000 und 1.500 Euro pro kWp kosten; eine 10-kWp-Anlage liegt damit im Schnitt bei rund 10.000 bis 15.000 Euro Gesamtinvestition, eine 20-kWp-Anlage bei rund 18.000 bis 26.000 Euro.
AnlagengrößePreis pro kWp (netto)Gesamtpreis (netto)Typische Zielgruppe
3 kWp1.200–1.700 €3.600–5.100 €Kleinstdach, Reihenhaus
5 kWp1.300–1.800 €6.500–9.000 €Kleines Einfamilienhaus
10 kWp1.000–1.500 €10.000–15.000 €Standard-Einfamilienhaus
15 kWp1.500–2.000 €23.000–30.000 €Großes Einfamilienhaus
20 kWp900–1.300 €18.000–26.000 €Zweifamilienhaus, kleines Gewerbe
100 kWpdeutlich niedriger (kein exakter Marktwert)projektabhängigGewerbebetrieb, Landwirtschaft
Warum sinkt der kWp-Preis mit der Anlagengröße? Fixkosten wie Gerüststellung, Zählerschrank-Ertüchtigung und Planung verteilen sich bei größeren Anlagen auf mehr installierte Leistung. Das Verbraucherportal Finanztip empfiehlt Privathaushalten deshalb, für eine PV-Anlage ohne Speicher nicht mehr als etwa 1.600 Euro pro kWp zu bezahlen; marktübliche Preise bewegen sich meist zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro kWp.

Woraus setzt sich der Preis pro kWp zusammen?

Der Gesamtpreis einer PV-Anlage setzt sich aus mehreren Kostenblöcken zusammen: Solarmodule, Hybrid-Wechselrichter, Montagesystem, Elektroinstallation, Planung/Anmeldung und Arbeitskosten. Wer Angebote vergleicht, sollte genau prüfen, welche Positionen enthalten sind.
KostenblockAnteil am GesamtpreisAbsoluter Betrag (netto)
Solarmodule (10 kWp, TOPCon)10–20 %700–1.900 €
Hybrid-Wechselrichter8–12 %900–1.500 €
Montagesystem und Unterkonstruktion8–10 %900–1.400 €
Elektroinstallation, Kabel, AC-Seitesignifikanter Anteil (keine einheitliche Marktangabe)keine einheitliche Marktangabe verfügbar
Planung, Netzanmeldung, Gerüst, Zählerschrankspürbarer Anteil (keine einheitliche Marktangabe)keine einheitliche Marktangabe verfügbar
Arbeitskosten Montageerheblicher Anteil (keine einheitlich belegte Prozentspanne)keine einheitliche Marktangabe verfügbar
Solarmodule mit Glas-Folie-Aufbau und Mono-PERC- oder TOPCon-Zellen kosten im Großhandel 2026 etwa 110 bis 130 Euro pro kWp, Glas-Glas-Module mit N-Typ-TOPCon-Zellen liegen bei 130 bis 160 Euro pro kWp. Arbeitskosten machen einen erheblichen, aber nicht einheitlich belegten Anteil der Gesamtkosten aus; Handwerkerstunden liegen 2026 laut Markterhebungen meist im Bereich von rund 50 bis 80 Euro netto, wobei die Sätze je nach Gewerk und Region variieren. In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2023 nach § 12 Abs. 3 UStG ein Nullsteuersatz von 0 % Mehrwertsteuer für Photovoltaikanlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden sowie weiteren begünstigten Gebäuden, unbefristet und einschließlich zugehöriger Batteriespeicher – die Grenze von 30 kWp gilt dabei nur als Vereinfachungsregel, ab der die Gebäudevoraussetzung automatisch als erfüllt gilt, während auch größere Anlagen auf begünstigten Gebäuden profitieren können. Netto- und Bruttopreis sind damit identisch.

Was kostet ein Batteriespeicher 2026?

Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauchsanteil einer PV-Anlage erheblich und gewinnen 2026 zusätzlich an Bedeutung, weil die EEG-Einspeisevergütung bei negativen Börsenstrompreisen zeitweise vollständig entfällt (Details dazu im Abschnitt zu den rechtlichen Änderungen). Schlüsselfertig installierte LiFePO₄-Heimspeicher kosteten 2026 in Deutschland je nach Hersteller und Ausstattung sehr unterschiedlich viel – Marktbeobachtungen zeigen Preise von rund 300 Euro pro kWh bis hin zu deutlich über 1.000 Euro pro kWh, ohne einen einheitlichen Durchschnittswert.
SpeicherkapazitätPreisbereich (netto, inkl. Installation)Preis pro kWh
5 kWhca. 1.350–2.100 €270–420 €/kWh
7,5 kWhca. 2.025–3.150 €270–420 €/kWh
10 kWhca. 2.700–4.200 €270–420 €/kWh
15 kWhca. 4.050–6.300 €270–420 €/kWh
20 kWhca. 5.400–8.400 €270–420 €/kWh
Wird der Speicher nachträglich in eine bestehende Anlage integriert, liegen die Kosten etwa 10 bis 20 Prozent höher als bei der gleichzeitigen Installation mit der PV-Anlage. Mehr zu Kombinationen aus PV und Speicher liefert unser Beitrag PV-Anlage mit Speicher: Kosten.
PositionKosten (netto = brutto, 0 % MwSt.)
10 kWp PV-Anlage (Standard, inkl. Montage)12.000–16.000 €
10 kWh LiFePO₄-Speicher (inkl. Einbau, gleichzeitige Installation)3.000–5.000 €
Gesamtinvestitionca. 14.000–22.000 €
Für eine komplette 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher ergibt sich damit 2026 eine Gesamtinvestition von rund 15.000 bis 20.400 Euro netto – bei einer Wohngebäude-Anlage entspricht das wegen des Nullsteuersatzes auch dem Bruttopreis.

Warum steigen die Photovoltaik-Preise 2026 wieder?

Nach Jahren fallender Preise ziehen die Modulpreise 2026 wieder an. Laut pvXchange-Index stiegen die Großhandelspreise für Standardmodule zwischen Ende 2025 und Juli 2026 von rund 0,105 auf etwa 0,135 Euro pro Wattpeak – ein Anstieg von rund 25 bis 30 Prozent, der das Rekordtief von Ende 2025 beendet hat. Eine ausführliche Historie der Preisentwicklung seit 2006 liefert unser Beitrag Preisentwicklung Photovoltaik.
Einer der Haupttreiber ist der Wegfall der chinesischen Export-Mehrwertsteuerrückerstattung: Zum 1. April 2026 strichen die chinesischen Finanz- und Steuerbehörden diese Erstattung für Photovoltaikprodukte wie Zellen und Module vollständig; für Batterieprodukte sinkt der Erstattungssatz bis Ende 2026 von 9 auf 6 Prozent und wird ab dem 1. Januar 2027 ebenfalls auf null gesetzt. Hersteller müssen die wegfallende Marge nun in ihre Exportpreise einpreisen.
Hinzu kommen steigende Rohstoffkosten bei Silber, da die Solarindustrie einen wachsenden Anteil der weltweiten Silbernachfrage beansprucht, sowie steigende Handwerkerlöhne. Diese Kombination aus Modul-, Rohstoff- und Lohnkostenanstieg erklärt, warum die aktuellen Systempreise trotz technologischer Lernkurven nicht weiter fallen.

Welche Zelltechnologie lohnt sich 2026: PERC, TOPCon oder HJT?

Die Wahl der Zelltechnologie beeinflusst sowohl den Modulpreis als auch den Langzeitertrag einer Anlage über 25 Jahre.
ModultypPreis/Wp (Großhandel)WirkungsgradDegradation/JahrMarktposition 2026
PERC (P-Type)niedrigstes Preisniveau (kein exakter Marktwert verfügbar)19–21 %0,45–0,55 %Auslaufmodell, Budget
TOPCon (N-Type)mittleres Preisniveau (kein exakter Marktwert verfügbar)21–23 %0,35–0,45 %Mainstream-Standard
HJT (N-Type)gehobenes Preisniveau (kein exakter Marktwert verfügbar)22–24 %0,25–0,35 %Premium-Segment
ABC (N-Type)Premium-Preisniveau (kein exakter Marktwert verfügbar)24–25 %≤ 0,35 %Premium (z. B. AIKO)
PERC-Module degradieren mit 0,45 bis 0,55 Prozent pro Jahr deutlich stärker als TOPCon-Module mit 0,35 bis 0,45 Prozent: Nach 25 Jahren liefern PERC-Module noch 82 bis 86 Prozent ihrer Nennleistung, TOPCon-Module 86 bis 89 Prozent. Bei ähnlichem Anfangswirkungsgrad erzeugt ein TOPCon-Modul über 25 Jahre spürbar mehr Strom, was die etwas höheren Anschaffungskosten gegenüber PERC ausgleicht.

Lohnt sich Photovoltaik 2026 noch? Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Die Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Energy, LCOE) zeigen, wie günstig selbst erzeugter Solarstrom tatsächlich ist. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) gibt für neue Photovoltaikanlagen in Deutschland Stromgestehungskosten von etwa 6 bis 14 Cent pro kWh bei kleinen Dachanlagen an; große Freiflächenanlagen erzeugen Strom bereits für rund 4 bis 7 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Der Netzstrompreis lag 2026 bei rund 37 Cent pro kWh – selbst erzeugter Solarstrom kostet damit oft nur ein Viertel bis ein Drittel des Netzstroms.
Beispielrechnung für ein Standard-Einfamilienhaus in Mitteldeutschland mit 4.500 kWh Jahresverbrauch und einer 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher (Jahresertrag rund 10.500 kWh): Der Eigenverbrauch mit Speicher liegt bei rund 3.600 kWh, die Einspeisung bei rund 6.900 kWh. Im Juli 2026 lag die gesetzliche Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp bei 7,78 Ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,34 Ct/kWh (Volleinspeisung); seit Februar 2024 sinkt die Vergütung halbjährlich um 1 Prozent, zum 1. August 2026 steht der nächste Degressionsschritt an. Bei Teileinspeisung ergibt das rund 537 Euro Vergütung pro Jahr; die Stromkostenersparnis bei einem Bezugspreis von 38 Ct/kWh liegt bei rund 1.368 Euro, zusammen also rund 1.905 Euro Jahresersparnis. Bei einer Investition von 15.000 bis 20.400 Euro ergibt sich daraus eine Amortisationszeit von rund 8 bis 11 Jahren. Nach der Amortisation liefert die Anlage noch 14 bis 17 Jahre lang nahezu kostenlosen Strom, denn die technische Lebensdauer liegt bei 25 bis 30 Jahren.

Was kosten Photovoltaikanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

In Deutschland liegen die Systempreise wie beschrieben bei 1.200 bis 1.600 Euro pro kWp; dank Nullsteuersatz entspricht der Nettopreis für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden auch dem Bruttopreis.
In Österreich lief die befristete Nullsteuersatz-Regelung für Photovoltaikanlagen grundsätzlich mit dem 31. März 2025 aus; nur bei Verträgen, die vor dem 7. März 2025 abgeschlossen wurden, konnte der Nullsteuersatz für die konkrete Lieferung und Installation noch bis längstens 31. Dezember 2025 angewendet werden. Seit dem 1. April 2025 unterliegen neu abgeschlossene Verträge bzw. ab diesem Zeitpunkt erbrachte Liefer- und Installationsleistungen ohne einschlägige Übergangsregel grundsätzlich wieder dem regulären Umsatzsteuersatz von 20 %. Als Ausgleich unterstützt das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) Photovoltaik weiterhin über zeitlich befristete Investitionszuschuss-Fördercalls mit bundesweit bekanntgegebenen Pauschalsätzen pro kWp – etwa 150 Euro/kWp in Kategorie A, 140 Euro/kWp in Kategorie B, 130 Euro/kWp in Kategorie C und 120 Euro/kWp in Kategorie D –, die jedoch nicht unbefristet garantiert sind. Durch die Rückkehr zur 20-prozentigen Mehrwertsteuer liegen die effektiven Anschaffungskosten für österreichische Anlagenbetreiber unter dem Strich meist über vergleichbaren deutschen Systemen.

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Die wichtigste Schweizer Solarförderung für kleine bis mittlere Aufdachanlagen ist 2026 die Einmalvergütung KLEIV von Pronovo: Sie gewährt einen Leistungsbeitrag von rund 360 Schweizer Franken pro kWp installierter Leistung für Anlagen zwischen etwa 2 und 100 kWp. Für eine typische 10-kWp-Anlage entspricht das einer KLEIV-Förderung von rund 3.600 Franken; für Anlagenteile über 30 kWp sinkt der Satz auf rund 300 Franken pro kWp. Zusätzlich lassen sich die Investitionskosten für Photovoltaikanlagen auf bestehenden Bauten in der Schweiz – als energiesparende bzw. umweltschützende Maßnahme – in praktisch allen Kantonen (mit kantonalen Ausnahmen, etwa in Luzern, und abweichenden Regeln bei Neubauten) steuerlich als Liegenschaftsunterhalt vom Einkommen abziehen, was je nach Grenzsteuersatz einen erheblichen Teil der Investition indirekt zurückerstattet. Schweizer Systempreise liegen aufgrund des höheren Lohnniveaus deutlich über deutschen Vergleichswerten, wobei der genaue Aufschlag je nach Studie und Anlage stark variiert.
LandMwSt. auf PVZentrale Förderung 2026Preisniveau vs. Deutschland
Deutschland0 % (bis 30 kWp, Wohngebäude)EEG-Einspeisevergütung 7,78/12,34 Ct/kWh (Stand Juli 2026, bis 10 kWp)Referenzwert
Österreich20 % (seit 1.1.2025)EAG-Fördercalls für Kleinanlagentendenziell höher
Schweizkantonal unterschiedlichKLEIV-Einmalvergütung ca. 360 CHF/kWp (bis 100 kWp), Steuerabzug als Unterhaltca. 20–30 % höher

Fachbetrieb, Systemanbieter oder Markenanbieter: Wo gibt es die besten Preise?

Neben klassischen lokalen Fachbetrieben bieten auch bundesweite Systemanbieter wie Zolar oder 1KOMMA5° sowie Markenanbieter wie IKEA in Kooperation mit Svea Solar oder Viessmann Komplettanlagen an. Lokale Fachbetriebe punkten meist beim Preis, weil geringere Vertriebs- und Marketingkosten anfallen; Systemanbieter bieten dafür oft einen Rundum-Service mit einheitlicher Garantie- und Wartungsstruktur. Bei Markenanbietern wie Viessmann liegt der Fokus eher auf Premium-Komponenten und tiefer Integration in ein Smart-Home- beziehungsweise Wärmepumpen-Ökosystem als auf dem niedrigsten Preis. Wer mehrere Angebote einholt, sollte stets auf die im Abschnitt zur Kostenstruktur genannten Kostenblöcke achten, um Angebote wirklich vergleichen zu können – ein günstiger kWp-Preis kann sonst durch fehlende Positionen wie Zählerschrank-Anpassung oder Netzanmeldung entstehen.

Was ändert sich 2026 rechtlich: negative Strompreise, Energy Sharing und Solarpflicht?

Vergütungskürzung bei negativen Strompreisen

Seit 2024 kann die EEG-Einspeisevergütung vollständig entfallen, wenn der Börsenstrompreis negativ ist. Grundlage ist § 51 EEG 2023, der seit einer Novelle vom 25. Februar 2025 vorsieht, dass sich der anzulegende Wert für Zeiträume mit negativem Spotmarktpreis auf null verringert – und zwar bereits für jede einzelne negative Viertelstunde, ohne die zuvor geltende Staffelung nach Stundenzahl. Ausnahmen bestehen unter anderem für kleinere Anlagen. Diese Regel erhöht die wirtschaftliche Bedeutung von Batteriespeichern, da sie überschüssigen Strom in den betroffenen Zeiträumen zwischenspeichern statt unvergütet einzuspeisen. Mehr zu den aktuellen Vergütungssätzen liefert unser Beitrag PV-Einspeisevergütung 2026.

Energy Sharing seit Juni 2026

Mit der EnWG-Novelle, die nach Zustimmung des Bundesrats am 22. Dezember 2025 in Kraft trat, wurde der neue § 42c EnWG eingeführt, der sogenanntes Energy Sharing regelt. Verteilnetzbetreiber sind seit dem 1. Juni 2026 verpflichtet, die gemeinschaftliche Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien innerhalb ihres Bilanzierungsgebiets zu ermöglichen; eine Ausweitung auf angrenzende Bilanzierungsgebiete ist ab dem 1. Juni 2028 vorgesehen. Auf aus dem Verteilnetz entnommene Strommengen fallen dabei weiterhin Netzentgelte, Umlagen, Konzessionsabgaben und Steuern an – Energy Sharing ersetzt also nicht den regulären Netzanschluss, sondern ergänzt die Möglichkeiten zur gemeinschaftlichen Vermarktung von PV-Überschussstrom, etwa an Nachbarn im selben Netzgebiet.

Solarpflicht in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen gilt seit dem 1. Januar 2025 eine Solarpflicht für neu errichtete Wohngebäude, deren Bauantrag nach diesem Datum gestellt wurde. Seit dem 1. Januar 2026 erstreckt sich die Pflicht zusätzlich auf Bestandsgebäude, bei denen die Dachhaut vollständig erneuert wird – und zwar sowohl für Wohn- als auch für Nichtwohngebäude. Wer eine größere Dachsanierung plant, sollte die Photovoltaik-Installation deshalb frühzeitig mitdenken.

Häufige Fragen zu Photovoltaik Preisen

Was kostet eine 24 kWp Photovoltaikanlage 2026?

Eine 24-kWp-Anlage liegt größenmäßig zwischen den in der Tabelle genannten 20-kWp- und 100-kWp-Klassen. Bei einem für diese Größenordnung üblichen kWp-Preis von rund 1.000 bis 1.500 Euro ergibt sich eine Gesamtinvestition von etwa 24.000 bis 36.000 Euro netto, ohne Speicher. Je nach Dachform, Modulqualität und regionalen Handwerkerpreisen kann der tatsächliche Preis leicht abweichen.

Was kostet eine 30 kWp PV-Anlage ohne Speicher?

Bei rund 30 kWp bewegt sich der Preis pro kWp meist am unteren Ende der Skala, da sich Fixkosten wie Planung und Gerüststellung auf eine größere Fläche verteilen. Realistisch sind 2026 etwa 900 bis 1.300 Euro pro kWp, also eine Gesamtinvestition von rund 27.000 bis 39.000 Euro netto. Anlagen dieser Größe liegen an der Grenze von 30 kWp, bis zu der die Wohngebäude-Voraussetzungen für den Nullsteuersatz automatisch als erfüllt gelten; auch größere Anlagen auf begünstigten Gebäuden können weiterhin von der 0-prozentigen Mehrwertsteuer profitieren.

Was kostet ein Wechselrichter pro kWp?

Ein Hybrid-Wechselrichter für eine 10-kWp-Anlage kostet 2026 abhängig von Marke und Modell üblicherweise zwischen 700 und 2.000 Euro, wobei ein Bereich von rund 900 bis 1.500 Euro häufig anzutreffen ist. Der genaue Preis hängt von Marke, Nennleistung und Speicherfähigkeit ab, also ob der Wechselrichter AC- oder DC-seitig mit einem Batteriespeicher gekoppelt werden kann.

Was kostet 1 kWp Photovoltaik im Schnitt?

Im Schnitt kostet ein Kilowatt-Peak installierte Leistung 2026 in Deutschland zwischen 1.000 und 1.600 Euro, abhängig von Anlagengröße, Modulqualität und Installationsaufwand (siehe Tabelle im ersten Abschnitt). Kleinere Anlagen liegen eher am oberen, größere Anlagen eher am unteren Ende dieser Spanne.

Sind Photovoltaik-Preise 2026 günstiger als 2023?

Ja, deutlich. Der Systempreis für vollständig installierte Aufdachanlagen ist seit 2006 von rund 5.500 Euro pro kWp auf aktuell etwa 900 bis 1.500 Euro pro kWp gefallen, ein Rückgang von rund 73 bis 84 Prozent. Das historische Preistief lag Ende 2025; seither steigen die Preise durch den Wegfall der chinesischen Exportförderung sowie höhere Rohstoff- und Lohnkosten wieder leicht an, bleiben aber weiterhin deutlich unter dem Niveau früherer Jahre.

Was kostet eine große Gewerbe-PV-Anlage (100 bis 300 kWp)?

Bei gewerblichen Dachanlagen ab 100 kWp sinkt der kWp-Preis durch Skaleneffekte weiter. Für eine 100-kWp-Anlage sind nach Marktschätzungen deutlich niedrigere kWp-Preise als bei kleineren Wohngebäudeanlagen realistisch, auch wenn sich keine einheitliche, autoritative Marktzahl dafür angeben lässt; bei 300 kWp und mehr bewegen sich die Preise häufig noch etwas darunter. Gewerbebetriebe profitieren zusätzlich von hohen Eigenverbrauchsanteilen während der Betriebszeiten, was die Wirtschaftlichkeit gegenüber privaten Wohngebäuden verbessert.

Für wen lohnt sich Photovoltaik 2026?

Einfamilienhaus-Eigentümer mit Eigenverbrauch

Für Eigenheimbesitzer mit einem Jahresverbrauch von 4.000 bis 5.000 kWh bleibt eine 8- bis 12-kWp-Anlage mit Speicher 2026 wirtschaftlich sehr attraktiv: Bei Amortisationszeiten von 8 bis 11 Jahren und einer technischen Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren liefert die Anlage danach noch 14 bis 17 Jahre lang praktisch kostenlosen Strom.

Gewerbebetriebe und Landwirtschaft

Bei großen Dachflächen ab 100 kWp sinkt der kWp-Preis auf 800 bis 1.200 Euro, während gleichzeitig hohe Eigenverbrauchsanteile während der Betriebszeiten möglich sind. Für Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Hallen ist Photovoltaik 2026 damit meist noch wirtschaftlicher als für Privathaushalte. Mehr dazu im Beitrag Photovoltaik für Gewerbe.

Wer eher warten sollte

Wer ohnehin eine größere Dachsanierung plant oder in einer Region mit anstehender Solarpflicht baut, sollte PV-Anlage und Dachmaßnahme gemeinsam planen, um Kosten zu sparen. Wer allein auf weiter fallende Preise spekuliert, sollte bedenken, dass das historische Preistief bereits Ende 2025 erreicht wurde und moderate Preissteigerungen durch den Wegfall der chinesischen Exportförderung wahrscheinlicher sind als weitere deutliche Rückgänge.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen