Zum Inhalt springen

Solarteur 2026: Berufsbild, Ausbildung, Gehalt & Betriebe finden

13 Min. Lesezeit

Jetzt mehrere Angebote vergleichen

Füllen Sie das Formular aus und erhalten Sie mehrere passende Angebote zum direkten Vergleich – für den besten Preis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Solarteur plant, montiert und wartet Photovoltaik-Anlagen, Solarthermie-Systeme und zunehmend komplette Energiesysteme mit Speicher und Wärmepumpe.
  • In Deutschland ist „Solarteur“ keine eigenständige Ausbildung, sondern eine Weiterbildung für Handwerker aus Elektrotechnik, SHK und Dachdeckerei mit rund 200 Unterrichtsstunden bei der Handwerkskammer.
  • In der Schweiz gibt es seit August 2024 die formalen Lehrberufe Solarinstallateur/in EFZ (3 Jahre) und Solarmonteur/in EBA (2 Jahre).
  • Der 2025 überarbeitete Abgrenzungsleitfaden von DHKT und DIHK stuft die Montage einfacher PV-Anlagen ohne Eingriff in die Dachhaut künftig grundsätzlich als zulassungspflichtiges Handwerk ein (mit Differenzierungen wie Zusammenhangstätigkeiten und Bestandsschutz); ein Urteil des OLG Koblenz vom 2. Juni 2026 bestätigt die Pflicht zur Eintragung in die Handwerksrolle.
  • 2025 wurden in Deutschland rund 16,5 Gigawatt neue PV-Leistung installiert, die Gesamtleistung stieg auf etwa 117,5 Gigawatt.
  • Reine Stromerzeugungsanlagen wie PV-Anlagen und Batteriespeicher bleiben auch nach der BEG-Reform vom Juli 2026 grundsätzlich außerhalb der BEG-Förderung (Ausnahme: im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierungen); die zentrale Finanzierung läuft über den KfW-Kredit 270.
  • Gehälter variieren stark nach Region, Betrieb und Erfahrung – pauschale Durchschnittswerte sind kaum belastbar, da es keine eigene Berufsstatistik für Solarteure gibt.

Was ist ein Solarteur?

Ein Solarteur ist eine Fachkraft, die Solaranlagen zur Stromerzeugung (Photovoltaik) und zur Wärmegewinnung (Solarthermie) plant, montiert, in Betrieb nimmt und wartet. Zunehmend übernimmt er auch die Integration von Solarthermie-Systemen und Wärmepumpen in ein gemeinsames Energiesystem mit Batteriespeicher. Der Begriff wird im Alltag häufig fälschlich „Solateur“ geschrieben – korrekt ist „Solarteur“, abgeleitet von Solartechnik in Anlehnung an Berufsbezeichnungen wie Monteur oder Ingenieur.
In Deutschland ist „Solarteur“ keine eigenständige Berufsausbildung, sondern eine Weiterbildungs- und Markenbezeichnung für Handwerker mit einer soliden Grundausbildung in Elektrotechnik, Sanitär-Heizung-Klima (SHK) oder Dachdeckerei. Die handwerksrechtliche Basis bleibt in jedem Fall der ursprüngliche Beruf. In der Schweiz ist der Begriff dagegen seit August 2024 mit zwei eigenständigen, formalen Lehrberufen hinterlegt.
Der Markt für Solartechnik ist entsprechend groß: 2025 wurden in Deutschland nach Auswertung des Marktstammdatenregisters rund 16,5 Gigawatt (GW) neue PV-Leistung installiert, die kumulierte Leistung stieg damit auf etwa 117,5 GW. Bereits 2024 deckte Photovoltaik rund 14 % der öffentlichen Nettostromerzeugung ab. Parallel wuchs der Speichermarkt: Anfang Mai 2025 waren insgesamt rund zwei Millionen Solarstromspeicher – private und gewerbliche zusammen – mit etwa 20 Gigawattstunden Kapazität in Betrieb, davon Ende 2024 rund 1,8 Millionen reine private Heimspeicher mit 15,4 Gigawattstunden Kapazität.

Was macht ein Solarteur genau? Die Kernaufgaben

Ein Solarteur übernimmt den gesamten Prozess von der ersten Beratung bis zur laufenden Betreuung der Anlage. Die Tätigkeit lässt sich in fünf Kernbereiche gliedern, die weit über die reine Modulmontage hinausgehen:
  • Beratung und Planung: Bewertung von Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung und Statik; Dimensionierung von PV-Leistung, Speicherkapazität und optionaler Wärmepumpen-Integration; Ertragsprognosen und Wirtschaftlichkeitsberechnung.
  • Montage: mechanische Installation der Unterkonstruktion und Module sowie elektrische Verkabelung auf der DC-Seite (Modul zum Wechselrichter) und AC-Seite (Wechselrichter zum Hausnetz); elektrische Einbindung des Batteriespeichers.
  • Inbetriebnahme: Konfiguration des Wechselrichters, Test aller Schutzfunktionen, Erstellung des Inbetriebnahmeprotokolls sowie die Pflichtregistrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur.
  • Wartung und Service: regelmäßige Sichtkontrollen, Ertragsprüfungen und Störungsbehebung; viele Betriebe bieten Wartungsverträge an.
  • Sektorenkopplung: Konfiguration des Zusammenspiels von PV, Speicher, Energiemanager, Wärmepumpe und Wallbox – inklusive der netzseitigen Vorgaben aus § 14a EnWG, wonach Netzbetreiber bei Netzengpässen die Leistungsaufnahme steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxen (sowie weiterer Anlagen über 4,2 kW) temporär reduzieren dürfen.

Solarteur, Solarinstallateur oder Elektroinstallateur: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Solarteur, Solarinstallateur und Elektroinstallateur werden im Alltag oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Qualifikationen und Rechtsstatus:
BezeichnungSchwerpunktAusbildungswegRechtsstatus (DE)
SolarteurPV, Solarthermie, Wärmepumpe als GesamtsystemWeiterbildung auf HandwerksberufWeiterbildungstitel, keine eigene Handwerksrolle
Fachkraft für Solartechnik (HWK)PV und SolarthermieHWK-Lehrgang, rund 200 Std.Zertifikat, Basis bleibt Handwerksberuf
Solarinstallateur/in EFZ (CH)PV, Solarthermie, Montage und Planung3-jährige Lehre (Schweiz)Formaler Lehrberuf (EFZ)
Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik (früher: Elektroinstallateur)Elektrische Anlagen allgemeinDuale Ausbildung (3,5 Jahre)Eigenes Handwerk, Handwerksrolle
DachdeckerDachkonstruktionen inkl. PV-UnterkonstruktionDuale Ausbildung (3 Jahre)Eigenes Handwerk, Handwerksrolle

Wie wird man Solarteur in Deutschland?

Die Weiterbildung „Fachkraft für Solartechnik“ bei der Handwerkskammer

Handwerkskammern bieten die staatlich anerkannte Prüfung zur „Fachkraft für Solartechnik“ an – das deutsche Pendant zum Schweizer Solarteur-Titel und ein anerkannter Qualitätsnachweis gegenüber Kunden und Versicherungen. Zielgruppe sind ausgelernte Handwerker aus Elektrotechnik, SHK, Dachdeckerei, Gebäudetechnik und Metallbau. Etablierte Lehrgänge bieten unter anderem die HWK Düsseldorf, die HWK Heilbronn und die HWK München an, ergänzt durch private Bildungsträger deutschlandweit. Der Lehrplan deckt Grundlagen der Elektro- und Wärmetechnik, PV-Systemauslegung, Montage, Inbetriebnahme, Solarthermie, Wärmepumpen, Batteriespeicher, Energiemanagementsysteme sowie Rechtsfragen wie VDE-Normen, Förderrecht und Haftung ab.
MerkmalAngabe
Umfangrund 200 Unterrichtsstunden (Theorie und Praxis)
Dauermehrere Monate bei berufsbegleitender Teilnahme
Kosten Lehrgangca. 2.600 bis 2.900 Euro (je nach Handwerkskammer, z.B. HWK Düsseldorf, HWK München)
Prüfungsgebührrund 210 Euro (z.B. HWK Düsseldorf, HWK München)
Mögliche FörderungWeiterbildung ist förderfähig, u.a. über Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder Aufstiegs-BAföG (Förderhöhe abhängig von individueller Berechtigung)
Zugangsvoraussetzungabgeschlossener Handwerksberuf (Elektro, SHK, Dachdecker, Gebäudetechnik, Metallbau)
Ohne einen abgeschlossenen Handwerksberuf aus einem der angrenzenden Gewerke ist die Weiterbildung nicht direkt zugänglich – reine Quereinsteiger ohne handwerkliche Grundausbildung müssen zunächst einen entsprechenden Beruf erlernen.

Muss ein Solarteur in die Handwerksrolle eingetragen sein?

Ja – und diese Pflicht wurde deutlich verschärft. Mit der 2025 überarbeiteten Handreichung zum Abgrenzungsleitfaden von DHKT und DIHK gilt die unkomplizierte Montage von Photovoltaikanlagen auf dem Dach nicht mehr als „Minderhandwerk“, sondern grundsätzlich als wesentliche Tätigkeit zulassungspflichtiger Handwerke – insbesondere des Dachdeckerhandwerks, daneben auch anderer zulassungspflichtiger Handwerke im Rahmen ihrer jeweiligen Gewerbegrenzen. Handwerkskammern ordnen die Montage von Aufdach-Systemen entsprechend überwiegend dem Dachdecker- oder Elektrotechnikerhandwerk zu.
Konkretisiert wurde diese Rechtslage durch ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz vom 2. Juni 2026 (Az. 9 U 1015/25): Das Gericht stellte klar, dass Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Photovoltaikanlagen in der Regel wesentliche Tätigkeiten des Dachdecker- beziehungsweise Elektrotechnikerhandwerks sind und deshalb eine Eintragung in die Handwerksrolle zwingend erforderlich ist.
Im aktuellen Abgrenzungsleitfaden wird die Dachmontage von PV-Anlagen grundsätzlich dem Dachdeckerhandwerk zugeordnet, während die elektrische Installation Sache des Elektrotechnikerhandwerks bleibt. Auch andere zulassungspflichtige Handwerke können PV-Montagearbeiten im Rahmen ihrer jeweiligen Gewerbegrenzen ausführen. Für Kunden bedeutet das: Ein Betrieb ohne passende Handwerksrolleneintragung darf PV-Anlagen nicht eigenständig montieren.

Wie läuft die Solarteur-Ausbildung in der Schweiz ab?

Die Schweiz hat im August 2024 zwei eigenständige Lehrberufe für die Solarbranche eingeführt – ein international beachtetes Modell der dualen Berufsbildung, das gezielt dem Fachkräftemangel in der wachsenden Solarbranche entgegenwirken soll.

Solarinstallateur/in EFZ (3 Jahre)

Das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) für Solarinstallateur/innen ist der anspruchsvollere der beiden neuen Lehrberufe. Lernende erwerben Kompetenzen in Planung, Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Fehlerdiagnose von PV-Anlagen. Die Ausbildung ist beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) als Vorbereitung auf die NIV-14-Prüfung gelistet; erfolgreiche Absolventen werden direkt zu dieser Prüfung zugelassen, die bestimmte elektrische Anschlussarbeiten ohne zusätzliche Elektrikerausbildung erlaubt. Die überbetrieblichen Kurse (üK) finden an verschiedenen Standorten in der Schweiz statt. Den Betrieben entstehen dabei laut Swissolar Gesamtkosten von rund CHF 9.000 über die drei Lehrjahre. Nach Empfehlung von Swissolar liegen die Lehrlingslöhne bei rund CHF 1.000 im ersten, CHF 1.200 im zweiten und CHF 1.400 im dritten Lehrjahr.

Solarmonteur/in EBA (2 Jahre)

Das Eidgenössische Berufsattest (EBA) für Solarmonteur/innen ist stärker auf die praktische Montageausführung ausgerichtet und bietet einen niederschwelligen Einstieg in die Solarbranche – vor allem für Jugendliche mit Neigung zu handwerklichen Tätigkeiten, die noch keine dreijährige Lehre anstreben.

Direkteinstieg für Erwachsene

Erwachsene mit einschlägiger Berufserfahrung in verwandten Bauberufen und nachgewiesenen Praxistagen in der Solarinstallation können in der Schweiz in verkürzter Form in die EFZ-Ausbildung einsteigen. Diese Flexibilität soll den Fachkräftemangel in der Solarbranche beschleunigt beheben.

Was verdient ein Solarteur?

Gehalt in Deutschland

Belastbare, aktuelle Zahlen speziell zum Gehalt einer Fachkraft für Solartechnik sind schwer zu verifizieren, da Solarteure größtenteils unter ihrem Grundberuf – Elektriker, SHK-Installateur oder Dachdecker – erfasst werden dürften und keine eigene Berufsstatistik existiert. Gehaltsportale und Stellenanzeigen deuten übereinstimmend darauf hin, dass Berufseinsteiger deutlich unter, erfahrene Fachkräfte mit mehrjähriger Praxis dagegen deutlich über dem Durchschnitt ihres jeweiligen Grundhandwerks liegen. Ein Meisterbrief im Elektro- oder Dachdeckerhandwerk wirkt sich dabei regelmäßig einkommenssteigernd aus, da er zugleich Voraussetzung für die eigenverantwortliche Betriebsführung ist.

Gehalt in der Schweiz

In der Schweiz liegt das Lohnniveau aufgrund des insgesamt höheren Lohngefüges und der formalen EFZ-Qualifikation über dem deutschen Niveau. Kanton, Betriebsgröße, Erfahrung und die Frage, ob es sich um eine ausgelernte Fachkraft oder eine spezialisierte Führungsposition handelt, beeinflussen die Spannbreite dabei stärker als der Beruf an sich. Wer eine verlässliche Einschätzung für die eigene Situation braucht, sollte aktuelle Lohnrechner der Kantone oder Swissolar-Empfehlungen konsultieren statt sich auf pauschale Durchschnittswerte zu verlassen.

Wie finde ich einen qualifizierten Solarteur in meiner Nähe?

Die Auswahl des richtigen Solarteurs entscheidet maßgeblich über Anlagenqualität und langfristige Betriebssicherheit. Fünf bis sechs Kriterien helfen bei der Auswahl:
  • Eintragung in die Handwerksrolle: Prüfe, ob der Betrieb im Dachdecker- oder Elektrotechnikerhandwerk eingetragen ist. Die Handwerksrolle ist öffentlich über die zuständige Handwerkskammer einsehbar.
  • Qualifikationsnachweis: Ein Zertifikat als „Fachkraft für Solartechnik“ (HWK) oder ein vergleichbarer Nachweis belegt spezialisierte Solartechnik-Kompetenz.
  • Referenzen und Bewertungen: Frage nach dokumentierten Referenzprojekten in deiner Region und prüfe Google-Bewertungen zu Montagequalität und Service.
  • Systemkompetenz: Ein guter Solarteur beherrscht auch die Konfiguration von Wechselrichter, Batteriespeicher, Energiemanager und Wallbox – frage im Beratungsgespräch gezielt danach.
  • Regionalität und Erreichbarkeit: Wartung, Störungsbehebung und Garantiefälle erfordern einen Betrieb, der schnell erreichbar ist.
  • Transparenz bei Angebot und Fördermöglichkeiten: Ein seriöser Betrieb erklärt offen, welche Finanzierung 2026 tatsächlich verfügbar ist, statt pauschale Fördersummen zu versprechen.

Jetzt mehrere Angebote vergleichen

Füllen Sie das Formular aus und erhalten Sie mehrere passende Angebote zum direkten Vergleich – für den besten Preis.

Welche Förderung und Finanzierung gibt es 2026 für PV-Anlagen?

Die Förderlandschaft wurde mit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 weiter angepasst. Reine Stromerzeugungsanlagen wie PV-Module, Windkraftanlagen und Batteriespeicher werden auch im Rahmen der BEG-Richtlinie für Wohngebäude (BEG WG) ausdrücklich nicht gefördert. Auch die BEG-Richtlinie für Einzelmaßnahmen (BEG EM) konzentriert sich seit der Reform verstärkt auf Wärmeerzeuger wie Wärmepumpen sowie auf die Gebäudehülle – PV-Anlagen gehörten bereits zuvor nicht zum förderfähigen Maßnahmenkatalog.
Die zentrale Finanzierungsschiene für private PV-Projekte ist 2026 der KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard“. Er finanziert bis zu 100 % der Investitionskosten für Neuinstallation und Erweiterung von PV-Anlagen und Batteriespeichern, mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren; der effektive Jahreszins bewegte sich 2026 je nach Bonität im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Direkte KfW-Zuschüsse für private PV-Anlagen gibt es nicht mehr – das frühere Programm KfW 442 „Solarstrom für Elektroautos“ wurde 2024 eingestellt und nicht neu aufgelegt.
Wer gleichzeitig auf eine Wärmepumpe umsteigt, profitiert weiterhin von der separaten Heizungsförderung: Die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten bei einer Förderobergrenze von 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, was einem Basiszuschuss von maximal 9.000 Euro entspricht; mit zusätzlichen Boni sind Gesamtfördersätze von bis zu 70 % und damit Zuschüsse von bis zu 21.000 Euro möglich. Seit 2024 ist die Kombination von BEG-EM- und BEG-Effizienzhausförderung grundsätzlich zulässig, wobei die im Juli 2026 aktualisierte BEG-WG-Richtlinie für bestimmte Förderpfade eine Kombination mit der BEG-EM wieder ausschließt. Unverändert bleiben: 0 % Umsatzsteuer für PV-Anlagen bis 30 kWp sowie die Pflicht zur Registrierung im Marktstammdatenregister. Die Einspeisevergütung für Teileinspeisung liegt 2026 anlagengrößenabhängig bei rund 7,9 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen bis 10 kWp und rund 6,8 Cent pro Kilowattstunde für die Leistungsklasse 10 bis 40 kWp.
InstrumentBetrifftKernkonditionen 2026
KfW-Kredit 270PV-Anlage, Speicher, teils Wallboxbis 100 % der Investitionskosten, Laufzeit bis 30 Jahre, effektiver Jahreszins ca. 3,3–11,6 %
BEG Wohngebäude (BEG WG)Effizienzhaus-Sanierungreine Stromerzeugungsanlagen wie PV und Speicher ausgeschlossen
BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM)Wärmepumpe, GebäudehülleGrundförderung 30 %, Förderobergrenze 30.000 €, max. Zuschuss 21.000 €
UmsatzsteuerPV-Anlagen bis 30 kWp0 % Umsatzsteuersatz
EinspeisevergütungTeileinspeisung Dach-PVrund 8 Cent pro Kilowattstunde

Wie funktioniert die Sektorenkopplung durch den Solarteur?

Der wichtigste technische Trend im Solarteurberuf ist die Sektorenkopplung: die Vernetzung von Strom, Wärme und Mobilität zu einem intelligenten Hausenergiesystem. Ein Solarteur, der PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox über einen gemeinsamen Energiemanager steuert, erschließt spürbar höhere Auftragswerte als ein reiner Modul-Monteur.
Beim Speicher zeigt sich ein differenziertes Bild: Im Heimsegment wurden 2024 rund 80 % der neu installierten privaten PV-Anlagen direkt mit einem Batteriespeicher kombiniert. Über den Gesamtmarkt gerechnet – inklusive Gewerbe- und Freiflächenanlagen – schätzen Marktbeobachter die Speicherquote 2025 auf rund 40 %. Für Solarteure bedeutet das: Speicherkompetenz ist im Privatkundengeschäft praktisch Standard, im gewerblichen Bereich dagegen noch ausbaufähig.
KomponenteFunktionAufgabe des Solarteurs
PV-AnlagePrimäre StromerzeugungAuslegung für zukünftige Lasten (Wärmepumpe, Wallbox)
BatteriespeicherZeitliche Verschiebung des EigenverbrauchsDimensionierung, elektrische Integration, EMS-Konfiguration
WärmepumpeElektrische WärmeerzeugungEinbindung über SG-Ready- oder EEBUS-Schnittstelle
WallboxSchnittstelle zur ElektromobilitätKonfiguration des PV-Überschussladens
Energiemanager (EMS)Steuerung und Priorisierung aller VerbraucherProgrammierung, Umsetzung § 14a EnWG

Welche Normen und Sicherheitspflichten gelten 2026 für die PV-Montage?

Überspannungsschutz nach VDE 0100-712

Nach DIN VDE 0100-712 sowie den einschlägigen Normen zum Blitz- und Überspannungsschutz ist ein Überspannungsschutz auf der AC-Seite in der Regel erforderlich; auf der DC-Seite ergibt sich die Pflicht häufig zusätzlich, insbesondere bei äußerem Blitzschutz oder langen Leitungswegen zwischen Modulfeld und Wechselrichter. In diesen Fällen müssen auf der DC-Seite Überspannungsableiter vom Typ 2 zum Schutz des Wechselrichters eingebaut werden. Fehlender Überspannungsschutz führt häufig zum Verlust von Modulherstellergarantien.

Arbeitssicherheit nach BG Bau

Bei PV-Montagearbeiten mit Absturzgefahr schreibt die Berufsgenossenschaft Bau geeignete Absturzsicherungen wie Fanggerüste oder Dachschutzwände vor, deren genaue Anforderungen von der jeweiligen Arbeitshöhe und Gefährdungsbeurteilung abhängen. Anlegeleitern sind bei größeren Arbeitshöhen häufig nicht mehr geeignet; stattdessen kommen oft Treppentürme oder Gerüste mit innenliegendem Aufstieg zum Einsatz. Die Gerüstkosten für ein Einfamilienhaus liegen im Verhältnis zu Gesamtprojektkosten von 10.000 bis 20.000 Euro meist im niedrigen dreistelligen Bereich – ein vertretbarer und haftungsrelevanter Aufwand.

Registrierungspflichten: MaStR statt separater Zertifikatsregister

Jede PV-Anlage und jeder Batteriespeicher müssen im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur registriert werden. Ein zusätzliches, separates Zertifikatsregister für einzelne Komponenten ist für den Netzanschluss nicht erforderlich – entscheidend ist, dass Netzanschluss und Inbetriebnahme durch einen vom Netzbetreiber anerkannten Elektrofachbetrieb erfolgen.

Wo in Deutschland ist die Nachfrage nach Solarteuren am größten?

PV-Pflichten und Fördermittel unterscheiden sich je Bundesland und Kommune erheblich, was die Nachfrage nach Solarteuren regional stark prägt. Bundesländer mit verbindlicher Solarpflicht sorgen für eine stabile, rechtlich verankerte Auftragslage, während in Ländern ohne Pflicht die freiwillige Nachfrage privater Haushalte und Gewerbebetriebe entscheidend ist.
BundeslandSolarpflicht-Status
Nordrhein-WestfalenPflicht für Neubauten stufenweise seit 2022 eingeführt, seit Januar 2026 auch bei grundlegenden Dachsanierungen im Bestand
BerlinPflicht seit Januar 2023 für Neubauten und wesentliche Dachumbauten, mind. 30 % der Bruttodachfläche
Bayernkeine landesweite Solarpflicht, aber stärkstes Bundesland beim PV-Zubau mit hohen kommunalen Förderprogrammen
NiedersachsenPflicht für überwiegend gewerbliche Neubauten seit Januar 2023, ab 2024 auch für neue öffentliche Gebäude, ab 2025 für nahezu alle Neubauten mit ≥50 m² Dachfläche
Sachsenkeine verbindliche Solarpflicht für private Wohngebäude

Häufige Fragen zum Solarteur

Was kostet ein Solarteur für die Installation einer PV-Anlage?

Für eine typische PV-Anlage mit rund 8 kWp Leistung und 10 kWh Batteriespeicher liegen die Bruttokosten inklusive Montage, Material und Anmeldung üblicherweise zwischen 18.000 und 25.000 Euro. Regionale Preisunterschiede von bis zu 20 % zwischen Süd- und Ostdeutschland sind dabei keine Seltenheit. Über den KfW-Kredit 270 lässt sich die Investitionssumme vollständig finanzieren.

Wie lange dauert die Installation einer PV-Anlage durch einen Solarteur?

Die reine Montage einer privaten PV-Anlage zwischen 6 und 10 kWp (Dach- und Elektroarbeiten) dauert in der Regel rund 2 bis 5 Arbeitstage. Zwischen Auftragserteilung und Installationstermin liegen bei ausgelasteten Fachbetrieben häufig mehrere Wochen bis wenige Monate Vorlaufzeit – oft 6 bis 16 Wochen bis zur Installation und insgesamt 3 bis 6 Monate von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme, abhängig von Betriebsauslastung und Lieferzeiten der Komponenten.

Was ist der Unterschied zwischen Solarteur und Solateur?

„Solateur“ ist lediglich eine verbreitete Falschschreibung von „Solarteur“. Der korrekte Begriff leitet sich von Solartechnik ab, analog zu Berufsbezeichnungen wie Monteur oder Installateur. In Suchanfragen tauchen beide Schreibweisen auf, gemeint ist aber immer dieselbe Fachkraft.

Was ist der Unterschied zwischen Netzanschluss-Pflicht und Handwerksrolle?

Zwei rechtliche Anforderungen greifen bei jeder PV-Anlage unabhängig voneinander: Der Netzanschluss und die Inbetriebnahme dürfen ausschließlich durch einen konzessionierten Elektrofachbetrieb erfolgen, während die Dachmontage einen eingetragenen Dachdecker- oder Elektrotechnikerbetrieb voraussetzt. Beide Anforderungen können, müssen aber nicht vom selben Betrieb erfüllt werden – viele Solarteure kooperieren deshalb mit Partnerbetrieben.

Kann ich ohne handwerkliche Grundausbildung Solarteur werden?

In Deutschland führt der Weg zur „Fachkraft für Solartechnik“ über eine abgeschlossene Berufsausbildung in Elektrotechnik, SHK, Dachdeckerei, Gebäudetechnik oder Metallbau – ein direkter Einstieg ohne handwerkliche Grundausbildung ist über diesen Weg nicht möglich. In der Schweiz eröffnet die Lehre Solarmonteur/in EBA (2 Jahre) dagegen einen niederschwelligen Einstieg direkt nach der Schulzeit.

Wird meine PV-Anlage 2026 noch staatlich gefördert?

Bundesweite, einmalige Investitionszuschüsse für private Standard-PV-Anlagen gibt es 2026 nicht mehr. Wer trotzdem sparen will, kombiniert die zinsgünstige KfW-Finanzierung mit der 0-prozentigen Umsatzsteuer und prüft zusätzlich Förderprogramme einzelner Bundesländer und Kommunen (z. B. Berlins SolarPLUS-Programm), die teils weiterhin direkte Zuschüsse bieten.

Für wen lohnt sich der Beruf des Solarteurs – und wann brauche ich einen?

Für Handwerker: Weiterbildung als Karriereschritt

Wer bereits Elektriker, SHK-Installateur oder Dachdecker ist, findet in der Weiterbildung zur Fachkraft für Solartechnik ein Tätigkeitsfeld mit hoher Nachfrage und wachsenden Auftragswerten durch Sektorenkopplungsprojekte. Die verschärfte Handwerksrolle-Pflicht macht die Qualifikation zugleich zur wirtschaftlichen Existenzgrundlage für Betriebe, die PV-Montagen anbieten wollen.

Für Hauseigentümer: Die richtige Wahl des Fachbetriebs

Für Hauseigentümer gilt: Ein qualifizierter Solarteur mit Handwerksrolleneintragung, nachgewiesener Systemkompetenz und lokalen Referenzen ist die wichtigste Entscheidung vor dem Kauf einer PV-Anlage. Da PV-Anlagen 2026 kaum noch direkt bezuschusst werden, entscheidet die Wahl des Fachbetriebs zusätzlich über die Wirtschaftlichkeit der Investition über die gesamte Laufzeit.

Jetzt mehrere Angebote vergleichen

Füllen Sie das Formular aus und erhalten Sie mehrere passende Angebote zum direkten Vergleich – für den besten Preis.

REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen