Photovoltaikanlage Versicherung: Kosten & Vergleich 2026

Von Urik Muller
Faktengeprüft11 Min.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine PV-Versicherung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber bei Investitionskosten von 13.000–30.000 Euro dringend empfehlenswert – ohne Schutz trägst du das volle Schadensrisiko.
  • Es gibt zwei Wege: PV-Baustein in der Wohngebäudeversicherung (günstiger, oft 35–80 Euro/Jahr) oder separate Allgefahren-PV-Police (umfassender, 80–250 Euro/Jahr).
  • Für eine 10 kWp Anlage kostet eine gute Absicherung überschlägig 80–200 Euro pro Jahr – das entspricht 0,4–1,0 % der Investitionssumme.
  • Stiftung Warentest (Finanztest) hat 80–95 Tarife geprüft: Nur ca. 33 Angebote erfüllten die Mindestanforderungen für ausreichenden Schutz.
  • Die wichtigsten Leistungsmerkmale: Allgefahrendeckung, Ertragsausfallschutz, Speicher mitversichert, Tierverbiss (Marderschäden), Überspannungsschutz.
  • Batteriespeicher sind in rund 70 % der Standard-Wohngebäudeversicherungen nicht automatisch mitversichert – explizite Meldung ist erforderlich.
  • Jede PV-Anlage muss der Wohngebäudeversicherung gemeldet werden – auch wenn eine separate PV-Police besteht. Sonst droht Unterversicherung des Gesamtgebäudes.

Was ist eine Photovoltaikanlage-Versicherung?

Eine PV-Versicherung schützt deine Anlage vor finanziellen Verlusten durch Sachschäden und Ertragsausfall. Versicherte Gefahren umfassen je nach Tarif:
Elementarschäden: Sturm, Hagel, Schnee, Blitzeinschlag, Überschwemmung, Frost.
Technische Schäden: Überspannung, Kurzschluss, Schmorschäden, Isolationsdefekte, innere Betriebsschäden am Wechselrichter.
Einwirkung Dritter: Vandalismus, Diebstahl, Tierbiss (Marderschäden).
Ertragsausfall: Entschädigung für entgangene Einnahmen und Eigenverbrauchsersparnis bei Anlagenausfall durch versicherten Schaden.
Eine Standard-Wohngebäudeversicherung deckt davon typischerweise nur Feuer, Sturm und Hagel – alle anderen Schadensursachen sind Lücken, die eine spezialisierte Lösung schließt.

Ist eine Photovoltaikanlage-Versicherung sinnvoll?

Ja – die ökonomische Analyse ergibt eindeutig, dass ein Verzicht auf Versicherungsschutz bei einer Investition von 13.000–30.000 Euro kaum zu rechtfertigen ist.

Das Risikobild einer PV-Anlage

Eine PV-Anlage ist als exponiertes technisches System 25–35 Jahre lang Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die häufigsten Schadensfälle in der Praxis:
  • Hagelschlag: Glasbruch an Modulen. Kosten pro Modul 2026: 80–200 Euro. Bei einer 20-Modul-Anlage summiert sich das schnell auf 1.600–4.000 Euro.
  • Wechselrichterausfall: Der Wechselrichter ist das technisch schwächste Glied mit 10–15 Jahren Lebensdauer. Ein Defekt außerhalb der Garantiezeit kostet 800–2.500 Euro inkl. Einbau.
  • Marderschaden: Ein Marderbiss an einem schwer zugänglichen Solarkabel kann Reparaturkosten von 500–2.000 Euro verursachen, da Gerüst gestellt und Teile der Anlage demontiert werden müssen.
  • Ertragsausfall: Fällt eine 10 kWp Anlage im Juli durch Hagelschaden für 30 Tage aus, entgehen ca. 450 kWh Eigenverbrauch (Wert: ca. 160 Euro bei 36 Ct/kWh) plus entgangene Einspeisevergütung (ca. 37 Euro). Das ist in einem Monat mehr als die Jahresprämie der Versicherung.

Banken verlangen Versicherungsnachweis

Bei kreditfinanzierten Anlagen verlangen Kreditgeber fast ausnahmslos den Nachweis einer umfassenden PV-Versicherung als Sicherheit für das Darlehen. Fällt die Anlage durch einen Totalschaden aus und ist nicht versichert, entfällt die Einnahmequelle – die Kreditrate läuft weiter.

Was kostet eine PV-Versicherung 2026?

Preisspanne nach Absicherungsweg

AbsicherungswegJahresbeitragDeckungsumfang
PV-Baustein in WGV (Basis)35–80 €Feuer, Sturm, Hagel – oft ohne Allgefahren
PV-Baustein in WGV (PLUS)60–120 €Erweitert um Vandalismus, ggf. Elektronik
Separate PV-Allgefahrenpolice80–180 €Vollumfänglicher Schutz inkl. Ertragsausfall
Anlage 10–20 kWp mit Speicher150–250 €Inkl. Batteriespeicher, Wallbox
Gewerblich über 20 kWp250–350 €+Inkl. GAP-Deckung, Ertragsausfall
Für ein typisches Einfamilienhaus (ca. 10 kWp ohne Speicher): 80–150 Euro/Jahr for eine gute Allgefahrenpolice.
Für 10 kWp mit 10 kWh LFP-Speicher: 120–200 Euro/Jahr, wenn der Speicher explizit mitversichert ist.

Was den Beitrag beeinflusst

Anlagengröße und Neuwert: Die installierte Leistung (kWp) und der Neuanschaffungswert sind die primären Beitragsfaktoren.
Standort (Hagelzone): Versicherer wie VHV und Allianz nutzen zonale Risikomodelle. Standorte in hagelsturmgefährdeten Regionen (Süddeutschland, teils Mittelgebirge) haben höhere Beiträge.
Montagetyp: Anlagen auf Flachdächern ohne feste Dachverbindung (Schwerlastverfahren) und Fassadenmontagen erhalten bei vielen Versicherern Risikozuschläge von 20–25 %, da Wind- und Umkippe-Risiken höher eingestuft werden.
Selbstbeteiligung: Eine höhere Selbstbeteiligung (300–500 Euro statt 150 Euro) senkt den Jahresbeitrag um 20–30 %.
Schadensfreiheitsrabatt: Innovative Tarife (z. B. photovoltaikversicherung24 Exklusiv) reduzieren nach drei schadensfreien Jahren die Selbstbeteiligung um 50 %, nach fünf Jahren entfällt sie komplett.

Die zehn Mindestanforderungen nach Stiftung Warentest

Stiftung Warentest (Finanztest) hat zehn Kriterien definiert, die ein guter PV-Tarif erfüllen muss. Nur ca. 33 von 80–95 geprüften Tarifen bestanden diesen Test:
KriteriumWarum wichtig
1. AllgefahrendeckungSchutz vor allen unvorhergesehenen Sachschäden ohne einzelne Gefahrenaufzählung
2. Verzicht auf grobe FahrlässigkeitKeine Leistungskürzung bei leichtfertigem Handeln (bis 50.000 €)
3. ErtragsausfallKompensation entgangener Einnahmen und Eigenverbrauchsersparnis
4. Innere BetriebsschädenDeckung von Wechselrichterdefekten ohne äußere Einwirkung
5. De- und RemontagekostenÜbernahme bei Dachschäden, die eine PV-Demontage erfordern
6. SchadennebenkostenKosten für Gerüste, Entsorgung, Aufräumarbeiten
7. TierverbissMarderschäden inkl. Folgeschäden explizit mitversichert
8. ÜberspannungsschutzDeckung von indirekten Blitzschlagschäden
9. VorsorgeversicherungAutomatischer Schutz für Anlagenerweiterungen im Versicherungsjahr
10. GAP-DeckungAbsicherung der Kreditrestschuld bei Totalschaden
Tarife, die alle zehn Kriterien erfüllen: Inter (Premium), Helvetia, photovoltaikversicherung24 (AIG), VHV SOLARPROTECT. Diese erzielen in aktuellen Ratings regelmäßig Bestnoten.

PV-Versicherung Vergleich: Welcher Anbieter für welche Situation?

HUK-Coburg / HUK24: Günstigster Baustein-Tarif

HUK-Coburg und HUK24 bieten in der Wohngebäudeversicherung einen PV-Zusatzbaustein, der 2026 zu den preiswertesten Lösungen im Markt zählt.
Finanztest-Ergebnis: Mehrbeitrag ca. 35 Euro/Jahr für ein Musterobjekt (7 kWp, Anlagenwert 20.000 Euro) – günstigster Wert im Test.
Was HUK Classic mit PLUS-Baustein abdeckt: Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser, Vandalismus bis 10.000 Euro, Nutzungsausfall (Eigenverbrauchskosten für bis zu 6 Monate Fremdstrombezug).
Wichtig: Der HUK-Basis-Tarif hat bei Elementarschäden eine Selbstbeteiligung von 100.000 Euro – für PV-Schutz praktisch unbrauchbar. Nur Classic oder Premium verwenden.

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Für wen geeignet: Kleinanlagen bis 10 kWp, kein Speicher, günstige Ergänzung zur bestehenden HUK-Wohngebäudeversicherung.

Allianz: Premiumschutz für größere Anlagen

Die Allianz positioniert sich im Premium-Segment mit einer umfassenden Allgefahrenversicherung bis zu einem Neuwert von 1 Million Euro.
Besondere Merkmale:
  • Technologiefortschritt-Klausel: Bei Totalschaden übernimmt die Allianz Mehrkosten von bis zu 10 % der Versicherungssumme für modernere Ersatztechnik
  • Vorgezogene subsidiäre Baudeckung: Schutz bereits ab 4 Wochen vor Inbetriebnahme (während der Montage)
  • Speicher bis 20 kWh beitragsfrei mitversichert, wenn wertmäßig deklariert
Für wen geeignet: Anlagen über 15 kWp, Anlagen mit hochwertigem Speicher, kreditfinanzierte Systeme mit GAP-Deckungsbedarf.

VHV SOLARPROTECT: Neuwertprinzip ohne „Neu für Alt"-Abzug

Die VHV bietet mit SOLARPROTECT eine reine Neuwertversicherung – kein Abzug „Neu für Alt", der bei älteren Anlagen die Erstattung massiv reduzieren würde.
Besonderheit: Innere Betriebsschäden am Wechselrichter bis 1.600 Euro beitragsfrei mitversichert.
Für wen geeignet: Anlagen ab 8–10 Jahren Betriebsalter, bei denen der Zeitwert deutlich unter dem Neuwert liegt und ein Abzug die Versicherungsleistung stark mindern würde.

Spezialtarife (Inter, Helvetia, photovoltaikversicherung24)

Diese spezialisierten Anbieter erfüllen alle zehn Stiftung-Warentest-Kriterien und bieten oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für vollumfänglichen Schutz.
Inter Premium: Komplette Allgefahrendeckung, Ertragsausfall 12 Monate, Tierverbiss, GAP-Deckung.
Helvetia PV-Versicherung: Starke Allgefahrendeckung, bekannt für unkomplizierte Schadensregulierung.
photovoltaikversicherung24 (AIG): Schadensfreiheitsbonus (Selbstbeteiligung sinkt nach 3/5 schadensfreien Jahren), hohe Deckungssummen auch für sehr große Anlagen.

Tabellenvergleich führender Anbieter 2026

AnbieterJahresbeitrag (10 kWp)AllgefahrenErtragsausfallSpeicher inklusiveTierverbiss
HUK Classic + PLUSca. 50–70 €Nein (Benannte Gefahren)Nein (nur Nutzungsausfall)NeinNein
Allianzca. 120–160 €Ja12 MonateJa (bis 20 kWh)Ja
VHV SOLARPROTECTca. 90–130 €Ja12 MonateJaJa
Inter Premiumca. 100–150 €Ja12 MonateJaJa
Helvetiaca. 95–140 €Ja6–12 MonateJaJa

Batteriespeicher versichern: Was beachten?

Die Integration von Batteriespeichern verändert das Risikobild und die Versicherungsstrategie.

LFP-Technologie und Brandrisiko 2026

Moderne Heimspeicher mit LFP-Technologie (Lithium-Eisenphosphat) haben ein statistisches Brandrisiko von 0,0049 % pro Jahr – das entspricht etwa der Risikoklasse eines Wäschetrockners und ist ca. 50-mal sicherer als das allgemeine Hausbrandrisiko.
LFP-Zellen werden erst ab ca. 270 °C thermisch instabil (NMC-Zellen der alten Generation: ab 150 °C). Modernen Speichern mit mehrschichtigem Batteriemanagementsystem (BMS) überwachen Spannung, Temperatur und Ladezustand jeder Zelle in Echtzeit.
Das niedrige Risiko senkt die Versicherungsprämie für Anlagen mit LFP-Speichern gegenüber der früheren NMC-Technologie deutlich.

Versicherungsanforderungen für Speicher

Versicherer stellen folgende Anforderungen an den Aufstellort:

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  • Trockener, temperierter Raum: optimal 5–25 °C
  • In Garagen: ausreichende Belüftung, Mindestabstand von 1 m zu brennbaren Materialien
  • Kein direkter Erdkontakt (Feuchtigkeit)
Wichtig bei der Police: Ca. 70 % der Standard-Wohngebäudeversicherungen decken PV-Speicher nicht automatisch ab. Der Speicher muss explizit deklariert und mit Neuwert angegeben werden. Führende Allgefahrenpolicen (Allianz, VHV, Inter) versichern Speicher bis 20 kWh beitragsfrei innerhalb der Gesamtversicherungssumme.

PV-Anlage der Versicherung melden: Was ist Pflicht?

Warum du immer melden musst – auch mit separater Police

Die Meldung der PV-Anlage bei der Wohngebäudeversicherung ist unabhängig von einer separaten PV-Police Pflicht. Der Grund: Eine PV-Anlage erhöht den Wert des Gebäudes erheblich. Bleibt die Anlage ungemeldet, ist das Gebäude unterversichert.
Im Schadensfall – auch wenn der Brand nichts mit der PV-Anlage zu tun hat – kann der Versicherer die Leistung wegen Unterversicherung kürzen. Das betrifft dann nicht nur die Anlage, sondern das gesamte Haus.

Was du bei der Meldung angeben musst

  • Installierte Leistung in kWp
  • Art der Anlage (Aufdach, Indach, Fassade)
  • Standort (Adresse, Dachseite)
  • Installationsdatum
  • Anlagenwert (Rechnung oder Kostenvoranschlag)
  • Typ und Kapazität des Batteriespeichers (falls vorhanden)
  • Fotos der Installation
Timing: Melden vor Inbetriebnahme – idealerweise direkt nach Auftragserteilung. Manche Versicherer decken die Anlage rückwirkend ab dem Installationsdatum, wenn die Meldung zeitnah erfolgt.

Marktstammdatenregister als Versicherungsnachweis

Jede PV-Anlage muss im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur registriert sein, um Anspruch auf Einspeisevergütung zu haben. Versicherer fordern im Schadensfall oft die MaStR-Registrierungsnummer sowie das Inbetriebsetzungsprotokoll nach VDE-Normen (DIN VDE 0126-23) als Nachweis ordnungsgemäßer Installation.

Ertragsausfallberechnung: Wie Versicherer entschädigen

Der Ertragsausfall ist der wirtschaftlich entscheidende Teil des Versicherungsschutzes. Da PV-Erträge saisonalen Schwankungen unterliegen, ist die Berechnungsmethode wichtig.

Monatliche Ertragsverteilung (10 kWp, optimale Ausrichtung, Deutschland 2026)

MonatSpezifischer Ertrag (kWh/kWp)Tageswert (kWh/kWp/Tag)Ertrag 10 kWp/Monat
Januar200,65200 kWh
März802,58800 kWh
Mai1354,351.350 kWh
Juli1404,521.400 kWh
September953,17950 kWh
November301,00300 kWh
Jahresertrag (Summe)ca. 1.000 kWh/kWpca. 10.000 kWh

Schadensbeispiel: Hagelschaden im Juli

Eine 10 kWp Anlage fällt durch Hagelschaden vom 1. bis 30. Juli aus:
  • Entgangener Ertrag: 1.400 kWh
  • Entgangener Eigenverbrauch (angenommen 40 %): 560 kWh × 36 Ct/kWh = 201 Euro
  • Entgangene Einspeisevergütung (60 %): 840 kWh × 7,78 Ct/kWh = 65 Euro
  • Gesamter finanzieller Schaden durch Ausfall: ca. 266 Euro
Dazu kommt der Sachschaden (Glasbrüche, Demontage, Ersatz). Eine gute Versicherung ersetzt beides.
Berechnungsformel der Versicherer:
$$E_{Tag} = P_{kWp} \times \frac{S_{Monat}},{d_{Monat}} \times \eta$$
wobei $S_{Monat}$ der spezifische Monatsertrag in kWh/kWp, $d_{Monat}$ die Tage im Monat und $\eta$ der Performance-Faktor der Anlage (typisch 0,80–0,88) ist.
Gute Tarife zahlen den Ertragsausfall für 6–12 Monate, was die Zeit für Schadensfeststellung, Angebotserholung, Lieferung und Wiedermontage abdeckt.

Auswirkungen des Solarspitzengesetzes auf die Versicherung

Das Solarspitzengesetz (in Kraft seit Februar 2025) hat eine relevante Auswirkung auf die Ertragsausfallversicherung.

Nullvergütung bei negativen Börsenstrompreisen

Seit 2026 gilt: Neue Anlagen erhalten keine Einspeisevergütung in Stunden mit negativen EPEX-Spot-Preisen. 2024 gab es bereits 457 Stunden mit negativen Preisen – Tendenz steigend. Etwa 18 % des Jahresertrags einer südlich ausgerichteten Anlage entfallen auf diese Phasen.
Was das für Versicherungen bedeutet: Gut formulierte Ertragsausfall-Klauseln müssen unterscheiden, ob der Ausfall in Phasen mit positiven oder negativen Börsenpreisen erfolgt. In Phasen negativer Preise entsteht durch entgangene Einspeisung kein Einnahmeschaden – wohl aber durch entgangenen Eigenverbrauch (der Strom, der intern hätte genutzt werden können).
Beim Abschluss prüfen: Wie der Versicherer den Ertragsausfall berechnet – auf Basis des Eigenverbrauchs, der Einspeisevergütung oder beides. Tarife, die nur die entgangene EEG-Vergütung erstatten, sind 2026 schlechter als Tarife, die auch den entgangenen Eigenverbrauch berücksichtigen.

Schadensmeldung und Schadensmanagement: Die Praxis

Was unmittelbar nach dem Schaden zu tun ist

  • Sicherheit herstellen: Bei Kabelbrand oder sichtbarem Defekt die Anlage über den Feuerwehrschalter (DC-Trennschalter, oft nahe dem Wechselrichter) sofort abschalten.
  • Fotodokumentation: Detailaufnahmen von Glasrissen, verschmorten Stellen, beschädigten Komponenten. Übersichtsaufnahmen der gesamten Anlagenfläche. Datum und Uhrzeit der Aufnahmen sichern (Metadaten).
  • Meldung innerhalb der Frist: Die meisten Versicherer setzen eine Meldefrist von 24–48 Stunden für Schäden durch Sturm, Hagel und akute Ereignisse. Späte Meldung kann die Leistung gefährden.
  • Keine Reparatur vor Freigabe: Größere Reparaturen erst nach Rücksprache mit dem Versicherer beauftragen. Ausnahme: Viele Tarife enthalten eine Sofortreparaturklausel bis 2.000–10.000 Euro, um Folgeschäden (z. B. eindringendes Wasser durch Glasbruch) zu verhindern.
  • Garantieschäden separat prüfen: Tritt ein Defekt innerhalb der Herstellergarantie auf, ist der Hersteller zuerst in der Pflicht. Die Versicherung leistet subsidiär – aber übernimmt in dieser Zeit oft den Ertragsausfall, der nicht Bestandteil der Herstellergarantie ist.

Digitale Schadensabwicklung 2026

Führende Versicherer wie Allianz und VHV bieten 2026 Apps für die digitale Schadensmeldung an: Fotos direkt vom Dach hochladen, Schadensbeschreibung eingeben, Reparaturfreigabe einholen – alles ohne Papierdokument. Das beschleunigt die Bearbeitungszeit von typisch 2–4 Wochen auf oft 5–10 Werktage.

Häufige Fehler bei der PV-Versicherung

Fehler 1: Anlage nicht gemeldet, nur separate Police abgeschlossen

Viele Anlagenbesitzer glauben, mit einer separaten PV-Police die Wohngebäudeversicherung nicht informieren zu müssen. Das ist falsch. Die Meldepflicht besteht unabhängig von einer separaten Police – wegen des erhöhten Gebäudewerts.

Fehler 2: Speicher nicht deklariert

Ein 10-kWh-Speicher kostet 2026 ca. 5.000–10.000 Euro. Wird er nicht explizit in der Versicherungssumme geführt, ist er nicht versichert. In ca. 70 % der Standardpolicen ist er ohnehin nicht automatisch enthalten.

Fehler 3: Nur Benannte-Gefahren-Tarif gewählt

Benannte-Gefahren-Tarife decken nur explizit aufgelistete Schadensursachen ab. Was nicht auf der Liste steht, ist nicht versichert. Allgefahrenversicherungen decken alles, was nicht explizit ausgeschlossen ist – das ist der fundamentale Unterschied.

Fehler 4: Zeitwert statt Neuwert versichert

Eine 10 Jahre alte Anlage hat einen buchhalterischen Zeitwert von vielleicht 30–40 % des Neuwerts. Bei Zeitwerterstattung bekommst du nach einem Totalschaden nicht genug, um eine neue Anlage zu kaufen. Neuwertversicherung (wie VHV SOLARPROTECT) vermeidet dieses Problem.

Fehler 5: Zu niedrige Versicherungssumme

Steigen Modul- und Installationspreise durch Inflation oder Lieferkettenprobleme, kann die bei Vertragsabschluss vereinbarte Versicherungssumme veraltet sein. Eine automatische Anpassungsklausel (Gleitender Neuwert) oder jährliche Überprüfung vermeidet Unterversicherung.

Häufige Fragen zur PV-Versicherung

Muss ich meine PV-Anlage versichern?

Eine gesetzliche Pflicht existiert nicht. Bei kreditfinanzierten Anlagen verlangen Banken jedoch fast immer einen Versicherungsnachweis. Angesichts der Investitionshöhe (13.000–30.000 Euro) ist eine Absicherung aus Eigeninteresse dringend zu empfehlen.

Deckt meine Wohngebäudeversicherung automatisch die PV-Anlage ab?

Das kommt auf den Tarif an. Manche Wohngebäudeversicherungen schließen dachfest montierte PV-Anlagen automatisch bei Feuer, Sturm und Hagel ein. Überspannung, Tierverbiss, Diebstahl, Ertragsausfall und Speicher sind aber fast nie automatisch enthalten. Die Anlage muss in jedem Fall gemeldet werden.

Wie viel kostet die Versicherung einer 10 kWp Anlage?

Für 10 kWp ohne Speicher: ca. 80–150 Euro/Jahr für eine gute Allgefahrenpolice. Mit 10 kWh LFP-Speicher: ca. 120–200 Euro/Jahr. Günstige Bausteine in der Wohngebäudeversicherung (z. B. HUK) können ab 35–70 Euro/Jahr liegen, bieten aber eingeschränkten Schutz.

Was ist der Unterschied zwischen Allgefahrenversicherung und Benannte-Gefahren-Versicherung?

Eine Allgefahrenversicherung deckt alle Schadensursachen ab, die nicht explizit ausgeschlossen sind. Eine Benannte-Gefahren-Versicherung deckt nur die im Vertrag aufgelisteten Gefahren. Bei einer technischen Anlage mit vielen möglichen Schadensursachen ist die Allgefahrendeckung klar überlegen.

Ist der Batteriespeicher automatisch mitversichert?

In ca. 70 % der Standardpolicen nicht. Der Speicher muss explizit deklariert werden. Führende Allgefahrenpolicen versichern Speicher bis 20 kWh beitragsfrei, wenn der Neuwert in der Versicherungssumme enthalten ist.

Was passiert bei Hagelschäden, die über die IEC-Prüfgröße hinausgehen?

Standardmodule sind nach IEC 61215 mit 25 mm Hagelkörnern bei 23 m/s geprüft. Größere Hagelkörner (30–50 mm) können Glasbruch verursachen, der nicht durch die Herstellergarantie, wohl aber durch eine gute Versicherung gedeckt ist. Voraussetzung: Die Police schließt Hagel explizit ein (Benannte Gefahren) oder gilt als Allgefahrenversicherung.

Muss ich die Anlage im Marktstammdatenregister eintragen?

Ja – jede PV-Anlage muss im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur registriert sein. Ohne Eintrag besteht kein Anspruch auf Einspeisevergütung. Versicherer fordern die MaStR-Nummer häufig als Nachweis im Schadensfall.

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Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen