Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Die Inneneinheit ist das gebäudeseitige Hydraulikmodul der Bosch-Compress-Wärmepumpe und enthält Umwälzpumpe, Plattenwärmetauscher, elektrischen Zuheizer, Ausdehnungsgefäß und Regelung.
- Drei Bauformen: Wandgerät (E) mit 710 × 400 × 300 mm und 24,5 kg, Puffertower (MB) mit 70 l Speicher gegenüber All-in-One-Tower (M) mit 170,7 l Warmwasser auf nur 0,36 m² Stellfläche.
- Maße als Engpass: Der All-in-One-Tower wiegt 163 kg bei 1.787 mm Höhe — vor der Bestellung sind Türbreite und Treppe zu prüfen.
- Pufferspeicher: Das speicherlose Wandgerät benötigt für Abtauung und EVU-Sperrzeiten 30 bis 40 Liter Puffer je kW Heizleistung, der Puffertower bringt 70 l bereits mit.
- Preis 2026: Die Inneneinheit kostet je nach Bauform 2.500 € (Wandgerät netto) bis 7.500 € (All-in-One), das Gesamtsystem mit Montage 22.000 bis 35.000 € brutto vor Förderung.
- Förderung: Das natürliche Kältemittel R290 sichert den 5-%-Effizienzbonus; die KfW 458 fördert bis zu 70 % und maximal 21.000 € Zuschuss.
- Effizienz: Das System Compress 6800i AW erreicht einen SCOP von 4,77 bei 35 °C und eine Vorlauftemperatur von 75 °C — der Schallleistungspegel der Inneneinheit beträgt 31 dB(A).
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Was ist die Inneneinheit einer Bosch-Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Die Inneneinheit einer Bosch-Wärmepumpe ist das gebäudeseitige Hydraulikmodul der Compress-Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie überträgt die Wärme vom Kältekreis auf den Heizkreis und das Warmwasser und steuert die gesamte Anlage. Die Außeneinheit gewinnt die Umweltwärme, die Inneneinheit verteilt sie.
Im Inneren arbeiten fünf Kernkomponenten zusammen: eine Umwälzpumpe fördert das Heizwasser, ein Plattenwärmetauscher überträgt die Wärme, ein elektrischer Zuheizer mit 3 kW (1-phasig) oder 9 kW (3-phasig) deckt Lastspitzen, ein Ausdehnungsgefäß mit je nach Variante bis zu 17 Litern gleicht den Druck aus, und ein 3-Wege-Umschaltventil entscheidet zwischen Heizbetrieb und Warmwasserbereitung. Die Regelung übernimmt das Bedienfeld UI 800, ein Touchdisplay mit EMS-2-Bus-Systemfunktion für alle Bosch-Systemkomponenten.
Die Inneneinheit grenzt sich klar von der Außeneinheit ab, die den Verdichter und den Verdampfer enthält. Bei einem Split-System verbinden Kältemittelleitungen beide Teile und erfordern einen Kälteschein des Installateurs. Bei einem Monoblock-System liegt der komplette Kältekreis außen, die Inneneinheit ist rein hydraulisch und benötigt nur wasserführende Leitungen. Bosch führt die wandhängende Hydraulikeinheit der Monoblock-Reihe als Typ AWE.
Welche Bosch-Inneneinheit-Varianten gibt es?
Bosch bietet die Inneneinheit der aktuellen Compress 5800i und 6800i AW in drei Bauformen an: als Wandgerät (Typkürzel E), als Puffertower (MB) mit integriertem Pufferspeicher und als All-in-One-Tower (M) mit integriertem Warmwasserspeicher. Alle drei passen zu jeder der fünf Außeneinheit-Größen von 4 bis 12 kW.
Das Wandgerät E ist eine reine Regelungs- und Hydraulikeinheit ohne Speicher und wiegt nur 24,5 kg. Es eignet sich, wenn ein separater Warmwasser- oder Pufferspeicher bereits vorhanden ist oder gestellt wird. Der Puffertower MB integriert einen 70-Liter-Pufferspeicher und ein 17-Liter-Ausdehnungsgefäß bodenstehend bei 1.180 mm Bauhöhe. Der All-in-One-Tower M vereint einen 170,7-Liter-Trinkwasserspeicher mit Emaillierung und Magnesium-Schutzanode, einen 16-Liter-Mikropuffer und den 9-kW-Zuheizer auf nur 0,36 m² Stellfläche.
Die ältere Compress-7000i-Generation nutzt eine erweiterte Typlogik. Hier steht AWE für die wandhängende Einheit, AWM für den Tower mit 190-Liter-Warmwasserspeicher, AWMS beziehungsweise IRMS für die Variante mit 184-Liter-Solar-Warmwasserspeicher und AWMB für den Puffertower mit 120-Liter-Pufferspeicher. Die folgende Tabelle ordnet die Bauformen mit ihren Datenblatt-Kennzahlen.
Übersicht der Bosch-Inneneinheit-Varianten mit Maßen, Speicher und Gewicht (Stand 2026).
Variante | Bauform | Maße H × B × T | Integrierter Speicher | Gewicht |
|---|
CS5800i/6800i AW 12 E | Wandgerät | 710 × 400 × 300 mm | kein Speicher | 24,5 kg |
CS5800i/6800i AW 12 MB | Puffertower | 1.180 × 600 × 600 mm | 70 l Pufferspeicher | 90 kg |
CS5800i/6800i AW 12 M | All-in-One-Tower | 1.787 × 600 × 600 mm | 170,7 l Warmwasser + 16 l Puffer | 163 kg |
CS7000i AW AWMS / IRMS | Solar-Tower | ca. 1.800 × 600 × 650 mm | 184 l Solar-Warmwasser | ca. 145 kg |
CS7400i AW AWMB | Puffertower | 1.849 × 600 × 649 mm | 120 l Pufferspeicher | 128 kg |
Welche Maße und welchen Platzbedarf hat die Bosch-Inneneinheit?
Die Maße der Bosch-Inneneinheit reichen vom kompakten Wandgerät mit 710 × 400 × 300 mm bis zum All-in-One-Tower mit 1.787 × 600 × 600 mm. Das Wandgerät beansprucht die Fläche einer Gastherme, der Tower belegt mit 600 × 600 mm Grundfläche nur 0,36 m². Das Gewicht steigt von 24,5 kg auf 163 kg.
Bei der Wandmontage fordert die Bosch-Installationsanleitung einen Mindestabstand von 50 mm zu festen Installationen wie Wänden oder Waschbecken. Für Servicearbeiten sind seitlich und über dem Gerät zusätzliche Freiräume einzuplanen. Wird die gesamte Luft-Wärmepumpe innen aufgestellt, benötigt sie zwei Wanddurchbrüche für Zu- und Abluft mit einem Kanaldurchmesser von mindestens 500 mm und eine empfohlene Stellfläche von 2 × 2 m.
Das hohe Gewicht des Towers macht die Transportlogistik zum häufigsten Planungsfehler. Eine Inneneinheit mit 163 kg und 1.787 mm Höhe passt nicht durch jede Kellertür und über jede enge Treppe. Vor der Bestellung sind deshalb Türbreite, Durchgangshöhe und Treppenwendel auszumessen. Das Wandgerät mit 24,5 kg lässt sich dagegen von zwei Personen tragen und nachträglich versetzen.
Welche Bosch-Inneneinheit hat einen integrierten Pufferspeicher und wann ist er nötig?
Eine Bosch-Inneneinheit mit integriertem Pufferspeicher ist der Puffertower CS5800i/6800i AW 12 MB mit 70 Litern oder die ältere AWMB-Variante mit 120 Litern. Das speicherlose Wandgerät E benötigt dagegen einen externen Pufferspeicher, sobald Abtauung, EVU-Sperrzeiten oder Thermostatventile eine Mindestwassermenge erzwingen.
Ein Pufferspeicher erfüllt nach VDI 4645 fünf Aufgaben: Er verlängert die Laufzeiten, senkt die Schalthäufigkeit, liefert Energie für den Abtauprozess, überbrückt EVU-Sperrzeiten und entkoppelt den Erzeuger- vom Verbraucherkreis. Für leistungsgeregelte Inverter-Wärmepumpen schreibt die VDI 4645 ein durchströmbares Mindest-Anlagenvolumen vor.
Vmin = 3 L/kW × Pheiz,max
- Vmin = durchströmbares Mindest-Anlagenvolumen in Litern
- Pheiz,max = maximale Heizleistung der Wärmepumpe in kW
Für die Überbrückung einer EVU-Sperrzeit gilt eine höhere Dimensionierung von 30 bis 40 Litern je kW Heizleistung. Seit dem 1. Januar 2024 darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe nach § 14a EnWG jedoch nur noch auf mindestens 4,2 kW drosseln statt komplett abzuschalten, was den Pufferbedarf für Neuanlagen senkt.
Beispiel: Einfamilienhaus 140 m², 8 kW Heizlast
Gegeben: Heizleistung 8 kW, Inverter-Wärmepumpe Compress 6800i AW
Berechnung: 3 L/kW × 8 kW = 24 Liter Mindestvolumen; für eine 2-stündige EVU-Sperre 8 kW × 35 L/kW = 280 Liter
Ergebnis: Der 70-Liter-Puffertower deckt das Mindestvolumen und die Abtauung; für volle Sperrzeit-Überbrückung ist ein externer 300-Liter-Speicher nötig.
Bei der hydraulischen Einbindung erzielt ein Reihenpufferspeicher eine um 5 bis 10 Prozent höhere Jahresarbeitszahl als ein Parallelpuffer, weil die Wärmepumpe mit der exakten Systemtemperatur arbeitet. Bosch bietet beide Schaltungen an und führt externe Pufferspeicher der Reihe Stora BH von 120 bis 1.000 Litern.
Wie bereitet die Bosch-Inneneinheit Warmwasser auf und welche Speichergröße passt?
Die Warmwasserbereitung erfolgt entweder über einen in der Inneneinheit integrierten Speicher oder über einen separaten Warmwasserspeicher. Der All-in-One-Tower M integriert 170,7 Liter, die Solar-Variante AWMS 184 Liter. Als Faustregel gelten 50 Liter pro Person für Standardkomfort.
Das 3-Wege-Umschaltventil der Inneneinheit gibt der Warmwasserbereitung Vorrang vor dem Heizbetrieb. Für separate Speicher führt Bosch die Edelstahl-Reihe SWDP mit 200 und 300 Litern sowie die emaillierten Stora-WH-Speicher mit 277 Litern Nenninhalt. Ein 290-Liter-Speicher der SWDP-Reihe deckt den Warmwasserbedarf eines 4- bis 5-Personen-Haushalts.
Der
Legionellenschutz richtet sich nach DVGW W551 und verlangt eine regelmäßige thermische Desinfektion mit mindestens 60 °C. Da die Wärmepumpe allein oft nur 60 °C erreicht, übernimmt der elektrische Zuheizer die wöchentliche Aufheizung auf 70 °C. Diese periodische
Legionellenschaltung erhöht den Stromverbrauch nur um 2 bis 5 Prozent.
Integrierte und separate Warmwasserspeicher für Bosch-Inneneinheiten (Stand 2026).
Speicher | Typ | Volumen | Eignung |
|---|
All-in-One-Tower M | integriert | 170,7 l | 2–4 Personen |
AWMS / IRMS | integriert, Solar | 184 l | Haushalt mit Solarthermie |
Bosch SWDP 300 | extern, Edelstahl | ca. 290 l | 4–5 Personen |
Bosch Stora WH 290 | extern, emailliert | 277 l | 4–5 Personen |
Welche technischen Kennzahlen hat die Bosch-Inneneinheit?
Die technischen Kennzahlen der Bosch-Inneneinheit umfassen einen elektrischen Zuheizer mit 3 oder 9 kW, eine maximale Vorlauftemperatur von 60 °C (5800i) beziehungsweise 75 °C (6800i) und einen Schallleistungspegel von 31 dB(A). Das System Compress 6800i AW erreicht einen SCOP von 4,77 bei 35 °C.
Die neue Generation Compress 5800i und 6800i AW arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) und einem Treibhauspotential von nur 3. Die ältere Reihe Compress 7000i nutzt R410A mit einem GWP von 2088. Das Kältemittel bestimmt sowohl die Förderfähigkeit als auch die erreichbare Vorlauftemperatur.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis von jährlich abgegebener Heizwärme zu eingesetztem Strom inklusive Heizstab.
JAZ = Qab ÷ Wel
- Qab = jährlich abgegebene Heizwärme in kWh
- Wel = jährlich eingesetzter Strom inklusive Heizstab in kWh
Beispiel: Einfamilienhaus 140 m², 11.000 kWh Wärmebedarf
Gegeben: Wärmebedarf 11.000 kWh/Jahr, JAZ 4,0
Berechnung: 11.000 kWh ÷ 4,0 = 2.750 kWh Strombedarf; 2.750 kWh × 0,30 €/kWh = 825 € pro Jahr
Ergebnis: Bei einer JAZ von 4,0 kostet die Wärme rund 825 € Strom pro Jahr — ein dauerlaufender Heizstab würde diese Bilanz deutlich verschlechtern.
Technische Kennzahlen der Bosch-Compress-Inneneinheit nach Modellreihe (Stand 2026).
Kennzahl | Compress 5800i AW | Compress 6800i AW |
|---|
Kältemittel | R290 (GWP 3) | R290 (GWP 3) |
Max. Vorlauftemperatur | 60 °C | 75 °C |
SCOP bei 35 °C | bis 4,77 | bis 4,77 |
Energieeffizienzklasse (35 °C) | A+++ | A+++ |
Heizstab | 3 / 9 kW | 3 / 9 kW |
Schallleistung innen | 31 dB(A) | 31 dB(A) |
Wie wird die Bosch-Inneneinheit installiert und angeschlossen?
Die Installation der Bosch-Inneneinheit übernimmt ein zertifizierter SHK-Fachbetrieb in zwei bis drei Arbeitstagen. Das Wandgerät wird in einem frostfreien Technikraum montiert, der Tower bodenstehend aufgestellt. Eine Selbstmontage ist rechtlich nicht erlaubt.
Der hydraulische Anschluss erfolgt über Vorlauf und Rücklauf in der Dimension DN 28 bis DN 32. Im Rücklauf zur Wärmepumpe ist ein Magnetit- und Schlammabscheider zwingend, der den Plattenwärmetauscher vor Ablagerungen schützt. Der elektrische Anschluss benötigt je nach Leistungsklasse 230 V oder 400 V Drehstrom mit einem allstromsensitiven FI-Schalter Typ B.
Bei einem Split-System verbinden Kältemittelleitungen die Inneneinheit mit der Außeneinheit, weshalb der Installateur eine F-Gase-Zertifizierung benötigt. Bei einem Monoblock-System mit R290 entfällt der Kälteschein, da nur wasserführende Leitungen verlegt werden. Die Außeneinheit steht dann etwa 1 m vom Gebäude entfernt, damit das Heizungswasser in den Leitungen nicht einfriert.
Was kostet eine Bosch-Wärmepumpe-Inneneinheit 2026?
Eine Bosch-Inneneinheit kostet 2026 je nach Bauform zwischen 2.500 € für das Wandgerät und 7.500 € netto für den All-in-One-Tower. Im Online-Fachhandel sinken die Bruttopreise durch Rabatte teils auf 1.940 € für das Wandgerät. Das Gesamtsystem mit Montage liegt bei 22.000 bis 35.000 € brutto.
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Die Inneneinheit allein macht nur einen Teil der Anlage aus. Hinzu kommen die Außeneinheit mit rund 5.500 bis 9.000 € netto, ein eventueller externer Speicher, Hydraulikzubehör und die Montage. Werkseitig abgestimmte Bosch-Komplettpakete (sogenannte BOPA-Pakete, etwa BOPA CS766) aus Außen-, Inneneinheit und Pufferspeicher kosten 10 bis 15 Prozent weniger als der Einzelkauf der Komponenten.
Kostenaufschlüsselung einer Bosch-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus mit 140 m² (Stand 2026).
Position | Preis brutto | Bemerkung |
|---|
Inneneinheit Wandgerät E | 1.940–3.500 € | ohne Speicher |
Inneneinheit Puffertower MB | 3.700–5.500 € | 70 l Puffer |
Inneneinheit All-in-One M | 4.680–7.500 € | 170,7 l Warmwasser |
Außeneinheit OR-S / OR-T | 5.500–9.000 € | 4–12 kW |
Montage, Hydraulik, Inbetriebnahme | 6.000–10.000 € | SHK-Fachbetrieb |
Gesamtsystem vor Förderung | 22.000–35.000 € | Mittelwert ca. 28.000–32.000 € |
Welche Förderung gibt es 2026 für eine Bosch-Wärmepumpe?
Die KfW-Heizungsförderung 458 bezuschusst 2026 den Einbau einer Bosch-Wärmepumpe mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Die förderfähigen Kosten betragen maximal 30.000 € für die erste Wohneinheit, der maximale Zuschuss damit 21.000 €. Der Antrag ist vor Maßnahmenbeginn zu stellen.
Die Förderung setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: Grundförderung 30 Prozent, Klimageschwindigkeitsbonus 20 Prozent für Selbstnutzer beim Tausch einer fossilen Heizung bis Ende 2028, Einkommensbonus 30 Prozent bei einem Haushaltseinkommen bis 40.000 €, und Effizienzbonus 5 Prozent. Den Effizienzbonus erhalten die Compress 5800i, 6800i und 8800i AW, weil sie mit dem natürlichen Kältemittel R290 arbeiten.
Beispiel: Selbstnutzer, Gastausch, 30.000 € Anlagenkosten
Gegeben: förderfähige Kosten 30.000 €, Grundförderung 30 % + Klimabonus 20 % + Effizienzbonus 5 % = 55 %
Berechnung: 30.000 € × 55 % = 16.500 € Zuschuss; Eigenanteil 30.000 € − 16.500 € = 13.500 €
Ergebnis: Der Eigenanteil sinkt auf 13.500 €; mit Einkommensbonus greift die 70-%-Kappung und 21.000 € sind möglich.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine verschärfte
Schallanforderung: Luft-Wasser-Wärmepumpen sind nur noch förderfähig, wenn das Außengerät 10 Dezibel unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegt — zuvor genügten 5 Dezibel. Voraussetzung bleibt zudem eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 und ein
hydraulischer Abgleich. Die Modelle prüft das BAFA-Wärmeerzeuger-Portal, die Auszahlung läuft über die KfW.
Wie lange hält die Bosch-Inneneinheit und was kostet die Wartung?
Eine Bosch-Inneneinheit erreicht als Teil einer Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Bosch gewährt eine 5-Jahres-Systemgarantie, die sich über den Check-it-Service auf bis zu 7 Jahre verlängert. Die Garantie setzt eine jährliche Wartung voraus.
Die Wartung kostet jährlich 200 bis 300 € und prüft Druck, Filter und Regelung. Bei Towern mit integriertem Warmwasserspeicher ist die Magnesium-Opferanode spätestens alle zwei Jahre zu kontrollieren und bei Bedarf zu tauschen. Der Wartungsabstand darf für die Garantie 16 Monate nicht überschreiten, und die Registrierung muss innerhalb von 6 Monaten nach Inbetriebnahme erfolgen. Die Systemgarantie gilt räumlich für die Bundesrepublik Deutschland.
Welche Nachteile und typischen Fehler hat die Bosch-Inneneinheit?
Die Nachteile der Bosch-Inneneinheit betreffen Platzbedarf, Heizstab-Stromverbrauch und hydraulische Planung. Die meisten Störungen entstehen nicht durch Gerätemängel, sondern durch fehlerhafte hydraulische Einbindung oder falsche Reglereinstellungen. Drei Fehlerbilder treten besonders häufig auf.
Fehler 1: Heizstab als heimlicher Stromfresser
Symptom: Der elektrische Zuheizer mit 9 kW läuft dauerhaft mit, weil die Heizkurve zu hoch eingestellt ist oder ein Pufferspeicher fehlt. Folge: Läuft der 9-kW-Zuheizer täglich 3 Stunden mit, entstehen bei 40 Cent/kWh rund 324 € Mehrkosten pro Monat (9 kW × 3 h × 30 Tage × 0,40 €/kWh). Prävention: korrekte Heizkurve, hydraulischer Abgleich und ausreichendes Anlagenvolumen.
Fehler 2: Tower passt nicht in den Keller
Symptom: Der All-in-One-Tower mit 163 kg und 1.787 mm Höhe blockiert an einer engen Kellertür oder Treppenwendel. Folge: verzögerte Inbetriebnahme und Mehrkosten für Sonderlogistik. Prävention: vor der Bestellung Türbreite und Treppe ausmessen oder das leichtere Wandgerät wählen.
Fehler 3: Niedriger Wasserdruck und Kommunikationsfehler
Symptom: Die Inneneinheit meldet Fehlercode H07 bei zu niedrigem Wasserdruck oder A01 bei fehlender Kommunikation zur Außeneinheit. Folge: Abschaltung und Heizausfall. Prävention: Manometer regelmäßig prüfen, Verbindungskabel fachgerecht mit Mindestabstand zu Stromleitungen verlegen.
Compress 5800i oder 6800i – welche Inneneinheit für Neubau, welche für Altbau?
Die Compress 5800i AW eignet sich für den Neubau, die Compress 6800i AW für den Altbau. Beide teilen Außeneinheit, Kältekreis und SCOP-Werte; der Unterschied liegt ausschließlich in der Inneneinheit. Die 5800i erreicht 60 °C Vorlauftemperatur, die 6800i 75 °C.
Im Neubau mit Fußbodenheizung genügen 35 bis 45 °C Vorlauf, sodass die preisgünstigere 5800i mit ihrer 60-°C-Grenze ausreicht. Im Altbau mit klassischen Heizkörpern sind höhere Temperaturen nötig; die 6800i hält auch bei −10 °C Außentemperatur konstant 65 °C und vermeidet so den Heizstabbetrieb. Optisch unterscheidet sich die 6800i-Inneneinheit durch ihr Glasdesign vom weißen Metalldesign der 5800i.
Was sagen unabhängige Quellen und Praxis zur Bosch-Inneneinheit?
Unabhängige Fachquellen bewerten die Bosch-Inneneinheit positiv hinsichtlich Effizienz und Geräuschniveau, verweisen aber auf die Bedeutung korrekter Planung. Ein gerätespezifischer Stiftung-Warentest-Prüfbericht zur Inneneinheit liegt nicht vor. Die Außeneinheit der 5800i/6800i arbeitet mit unter 35 dB(A) in 3 m Entfernung.
In der Praxis gilt die R290-Technik mit bis zu 75 °C Vorlauf als Stärke für die Altbausanierung. Der Bundesverband Wärmepumpe ordnet R290-Geräte als zukunftssicher ein, weil sie die ab 2026 verschärften Schall- und Kältemittelanforderungen erfüllen. Fachbetriebe nennen als wiederkehrende Schwachstelle nicht das Gerät, sondern eine zu knapp dimensionierte Hydraulik.
Wie entwickeln sich Bosch-Inneneinheiten und Förderung bis 2028?
Bis 2028 verschiebt sich das Bosch-Portfolio vollständig auf das natürliche Kältemittel R290, während ältere R410A-Modelle aus der Förderung fallen. Die Compress 7800i LW mit R410A erhält bereits heute keinen Effizienzbonus und ist voraussichtlich ab 2028 nicht mehr förderfähig.
Bosch erweitert die Reihe laut seinem Wärmepumpenprogramm 2026 um die Einsteiger-Baureihe Compress 3800i AW ab Mitte 2026. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe Compress 8800i AW, die 70 °C Vorlauftemperatur auch bei −10 °C Außentemperatur hält, ist bereits verfügbar. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent gilt bis Ende 2028 in voller Höhe und sinkt zum 1. Januar 2029 auf 17 Prozent. Ein früher Heizungstausch sichert daher den vollen Bonus.
Häufige Fragen zur Bosch Wärmepumpe Inneneinheit
Was ist der Unterschied zwischen Inneneinheit und Außeneinheit?
Die Inneneinheit ist das Hydraulikmodul im Gebäude mit Pumpe, Wärmetauscher, Heizstab und Regelung. Die Außeneinheit steht im Freien und gewinnt mit Verdichter und Verdampfer die Umweltwärme aus der Luft.
Welche Bosch-Inneneinheit hat einen Pufferspeicher?
Der Puffertower CS5800i/6800i AW 12 MB integriert 70 Liter Pufferspeicher, die ältere AWMB-Variante 120 Liter. Das Wandgerät E enthält keinen Speicher und benötigt bei Bedarf einen externen Puffer.
Wie groß ist die Bosch-Inneneinheit?
Das Wandgerät misst 710 × 400 × 300 mm bei 24,5 kg. Der All-in-One-Tower misst 1.787 × 600 × 600 mm, wiegt 163 kg und belegt 0,36 m² Stellfläche.
Welches Kältemittel nutzt die Bosch-Inneneinheit?
Die aktuelle Generation Compress 5800i und 6800i AW nutzt das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit einem GWP von 3. Die ältere Compress 7000i AW arbeitet mit R410A.
Kann ich die Bosch-Inneneinheit selbst installieren?
Nein. Die Installation ist einem zertifizierten SHK-Fachbetrieb vorbehalten und dauert zwei bis drei Arbeitstage. Bei Split-Systemen benötigt der Installateur zusätzlich eine F-Gase-Zertifizierung.
Wie laut ist die Bosch-Inneneinheit?
Die Inneneinheit erreicht einen Schallleistungspegel von 31 dB(A). Bei reiner Innenaufstellung der gesamten Wärmepumpe mit Luftkanälen liegt der Schalldruckpegel im Raum bei 48 bis 57 dB(A).
Fazit: Für wen lohnt sich welche Bosch-Inneneinheit?
Die passende Bosch-Inneneinheit richtet sich nach Gebäudetyp, vorhandenem Speicher und Aufstellort. Drei Nutzerprofile decken die häufigsten Fälle ab.
Neubau mit Fußbodenheizung
Für den Neubau mit 35 bis 45 °C Vorlauf passt die Compress 5800i AW als All-in-One-Tower M mit 170,7 l Warmwasser. Die 60-°C-Grenze genügt, der integrierte Speicher spart Stellfläche, und R290 sichert den Effizienzbonus.
Altbausanierung mit Heizkörpern
Im Altbau mit Heizkörpern und hohem Temperaturbedarf ist die Compress 6800i AW mit 75 °C Vorlauf die richtige Wahl. Der Puffertower MB mit 70 l Puffer vermeidet Takten und Heizstabbetrieb bei niedrigen Außentemperaturen.
Bestand mit vorhandenem Speicher oder engem Keller
Ist bereits ein Warmwasserspeicher vorhanden oder der Keller schwer zugänglich, ist das Wandgerät E mit 24,5 kg ideal. Es lässt sich leicht transportieren und kombiniert sich mit einem passenden externen Puffer- oder Warmwasserspeicher.
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