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Photovoltaik mieten 2026: Kosten, Anbieter im Vergleich

15 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Photovoltaik mieten installiert ein Anbieter eine PV-Anlage auf deinem Dach, bleibt aber Eigentümer – du zahlst eine monatliche Rate und nutzt den erzeugten Strom.
  • Typische Monatsmieten 2026 liegen zwischen 50 und 300 Euro; eine 10-kWp-Anlage mit Speicher kostet laut ADAC ab rund 135 Euro pro Monat.
  • Über 20 Jahre kommen beim Mietmodell laut einer vom ADAC übernommenen Berechnung (dokumentiert in einem energiefluss24-Artikel) mindestens rund 32.000 Euro zusammen; bei Enpal-Beispielen mit rund 235 bis 243 Euro Monatsrate ergeben sich sogar rund 56.400 bis 58.320 Euro – dies sind jedoch Einzelfallrechnungen und kein allgemeines Preisband für alle höherpreisigen Verträge.
  • Der Kauf ist fast immer günstiger: Eine vergleichbare 10-kWp-Anlage mit Speicher kostet 2026 beim Kauf meist zwischen 13.000 und 23.000 Euro (häufig 13.000–20.000 Euro oder 18.000–23.000 Euro).
  • Wichtige Anbieter sind u. a. Enpal, DZ-4, Yello Solar, Entega und Sunvigo – ob sie „führend“ sind, lässt sich mangels neutraler Marktanteilsstatistik nicht objektiv belegen, einen offiziellen Testsieger gibt es 2026 nicht.
  • Für Mieter gibt es keine direkte KfW-Förderung: Programme wie KfW 270 richten sich an den Eigentümer der Anlage, also den Anbieter.
  • Seit 1. Juni 2026 ermöglicht Energy Sharing (§ 42c EnWG) Betreibern von Anlagen aus erneuerbaren Energien grundsätzlich den Verkauf von Überschussstrom an Nachbarn, Vereine oder KMU im selben Bilanzierungsgebiet; ob dies auch für Betreiber von Mietanlagen gilt, hängt von der vertraglichen Rolle des Mieters ab und ist nicht abschließend geklärt.

Was bedeutet Photovoltaik mieten genau?

Beim Photovoltaik-Mietmodell schließt du als Hauseigentümer einen Vertrag über eine fertig installierte PV-Anlage ab, ohne sie selbst zu kaufen. Der Anbieter übernimmt Planung, Installation, Betrieb, Wartung und Versicherung der Anlage. Im Gegenzug zahlst du eine monatliche Rate und nutzt den erzeugten Solarstrom direkt in deinem Haushalt.
Rechtlich handelt es sich meist nicht um eine klassische Wohnungsmiete, sondern um einen Dienstleistungs- oder Contracting-Vertrag mit Nutzungsüberlassung. Das Eigentum an der Anlage bleibt beim Anbieter; häufig lässt er sich zur Absicherung eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit oder Grunddienstbarkeit im Grundbuch eintragen, wobei die genaue rechtliche Konstruktion je Anbieter variiert. Nach Vertragsende – üblicherweise nach 20 bis 25 Jahren – sehen viele Modelle eine Kaufoption vor, teils zu einem symbolischen Betrag von 1 Euro, teils zu einem prozentual verminderten Restwert; verpflichtend ist die Übernahme aber nicht.
Vom Mietkauf unterscheidet sich das reine Mietmodell dadurch, dass beim Mietkauf von Beginn an ein Eigentumsübergang zum Vertragsende vereinbart ist. Beim klassischen Mietmodell existiert dagegen nur eine Option, die du nutzen kannst, aber nicht musst.

Wie funktioniert das Mietmodell technisch?

  • Beratung und Planung: Der Anbieter bewertet Dach, Ausrichtung und Verbrauch und erstellt ein Angebot.
  • Installation: Montage von PV-Modulen, Wechselrichter, optional Batteriespeicher und Wallbox durch den Anbieter oder Subunternehmer.
  • Betrieb: Du nutzt den PV-Strom direkt im Haushalt, Überschüsse gehen ins Netz.
  • Monatliche Zahlung: Du zahlst die vereinbarte Rate, dafür übernimmt der Anbieter Wartung, Reparaturen und Versicherung.
  • Vertragsende: Nach etwa 15 bis 20 (teils bis 25) Jahren gibt es in vielen Modellen Optionen wie Kauf der Anlage, Vertragsverlängerung oder Rückbau; eine generelle 1-Euro-Kaufoption ist nicht der Standard.

Was kostet Photovoltaik mieten 2026?

Die monatlichen Raten für Photovoltaik-Mietanlagen bewegen sich 2026 grob zwischen 50 und 300 Euro, abhängig von Anlagengröße, Speicher und Vertragslaufzeit. Für eine 10-kWp-Anlage mit Speicher nennt der ADAC Einstiegspreise ab rund 135 Euro monatlich. Bei einzelnen Anbietern wie Enpal liegen realistische Beispielrechnungen für eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher deutlich höher: Ein dokumentiertes Enpal-Beispiel nennt rund 235 Euro monatlich, ein allgemeines Rechenbeispiel für eine vergleichbare Anlage mit Speicher – nicht spezifisch Enpal – kommt auf rund 243 Euro pro Monat.
Über 20 Jahre lassen sich diese Beispielraten leicht hochrechnen: 235 Euro monatlich ergeben rund 56.400 Euro Gesamtkosten, bei 243 Euro sind es etwa 58.320 Euro. Ein Vergleichsrechner beziffert eine typische Monatsrate von 159 Euro auf rund 38.000 Euro über 20 Jahre, während ein vergleichbarer, über 10 Jahre finanzierter Kauf – abhängig von Kreditbetrag und Zinssatz – deutlich günstiger ausfallen und danach schuldenfrei sein kann.
AnbieterMonatsrate (ab)LaufzeitBesonderheit
DZ-4ab 59 €/Monat15 Jahre (Verlängerung möglich, Preisgarantie bis 25 Jahre)Pionier des Modells, Bestandsverträge jetzt über Bullfinch/EnBW-Umfeld
Yello Solarab 59 €/Monat20 JahreCloud-Tarife integriert, Smart-Variante mit Speicher teurer
Enpalab 98 €/Monat20 JahreMarktführer, Systemintegration mit Speicher und Wärmepumpe
Entegaab 136 €/Monat18 JahreRegional stark in Hessen, kürzere Reaktionszeiten
Sunvigo15,95 Ct/kWh20 JahreAbrechnung nach erzeugter kWh statt Monatspauschale
MonatsrateLaufzeitGesamtkosten (gerundet)
100 €/Monat20 Jahre24.000 €
150 €/Monat20 Jahre36.000 €
159 €/Monat20 Jahre38.160 €
235 €/Monat20 Jahre56.400 €
243 €/Monat20 Jahre58.320 €

Was ist in der Mietrate enthalten?

  • Planung und Genehmigung
  • Installation und Inbetriebnahme
  • Wartung und Inspektion (typisch einmal jährlich)
  • Reparaturen und Ersatzteile
  • Versicherung der Anlage
  • Monitoring-App und technischer Support
  • Netzanmeldung und Behördenkommunikation
Nicht enthalten sind in der Regel Netzentgelte, Stromsteuer, ggf. Kosten für ein Smart Meter sowie der Reststrom, den du zusätzlich aus dem Netz kaufst, wenn die Eigenerzeugung nicht ausreicht.

Lohnt sich Photovoltaik mieten oder ist Kaufen günstiger?

Für die Wirtschaftlichkeit ist die Antwort in den meisten Szenarien eindeutig: Der Kauf ist günstiger als das Mietmodell, wenn Eigenkapital oder ein günstiger KfW-270-Kredit verfügbar sind. Eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher kostet beim Kauf 2026 meist zwischen rund 13.000 und 25.000 Euro; besonders günstige Angebote finden sich bereits ab etwa 13.000 Euro. Beim Mietmodell kommen für eine vergleichbare Anlage laut ADAC über 20 Jahre mindestens rund 32.000 Euro zusammen, bei höherpreisigen Verträgen bis zu 56.000–58.000 Euro.
KostenpositionKaufmodell (Eigentum)Mietmodell (Dienstleistung)
Anfangsinvestitionca. 13.000–25.000 €0 €
Monatliche Rate0 € (nach Kauf)ca. 110–200 €/Monat je nach Anbieter (bis 250 € bei großen/stark ausgestatteten Systemen)
Wartung und Versicherung p.a.ca. 150–300 €inklusive
Gesamtkosten nach 20 Jahrenca. 19.000–30.000 €ca. 26.000–59.000 €
Amortisationszeitca. 9–13 Jahrewird innerhalb der Laufzeit kaum erreicht
Eigentum nach 20 JahrenvollständigKaufoption oft für 1 €
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei einer Kaufinvestition von rund 20.000 Euro und einer jährlichen Ersparnis plus Einnahmen von etwa 1.500 Euro amortisiert sich die Anlage in rund 13 Jahren – danach lieferst du dir weitere 7 Jahre kostenlosen Strom. Beim Mietmodell übersteigt die Monatsrate in vielen Beispielrechnungen die jährliche Einsparung durch Eigenverbrauch, sodass sich rein wirtschaftlich kaum ein Vorteil ergibt und sich eine Amortisation – wenn überhaupt – oft erst deutlich nach Ende der üblichen Vertragslaufzeit einstellen würde.

Wann lohnt sich das Mietmodell trotzdem?

  • Kein Eigenkapital vorhanden und kein Kredit möglich (z. B. wegen Bonität)
  • Kein Planungsaufwand erwünscht, vollständiger Rundum-Service gewünscht
  • Solarpflicht muss kurzfristig erfüllt werden, etwa bei einer Dachsanierung
  • Kurzer Planungshorizont: Wer in 5–7 Jahren verkaufen möchte, sollte den Kauf trotzdem gut abwägen, da eine Dienstbarkeit im Grundbuch den Verkauf erschweren kann

Welche Anbieter gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Enpal: Marktführer mit Systemintegration

Enpal ist 2026 einer der größten Anbieter für Photovoltaik-Mietmodelle in Deutschland und vermarktet sein Angebot als „0-Euro-Anlage“. Die Monatsraten bewegen sich laut Anbieterangaben und unabhängigen Kostenübersichten typischerweise zwischen rund 98 und 350 Euro; Einstiegsraten beginnen bei rund 98 Euro monatlich. Für eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher zeigen Beispielrechnungen 2025/2026 Monatsraten von etwa 235 bis 240 Euro, was über 20 Jahre auf rund 56.400 bis 57.600 Euro summiert. Mehr Details findest du in unseren Enpal-Erfahrungen.

DZ-4: Pionier mit EnBW-Rückhalt

DZ-4 gilt als ältester Anbieter für PV-Mietmodelle in Deutschland und gehörte zur EnBW-Gruppe. Das Unternehmen hat seinen eigenen Servicebetrieb zum Jahreswechsel 2024/2025 (in zwei Schritten zum 1. Dezember 2024 und 1. Januar 2025) eingestellt, die Marke wird nicht fortgeführt, und Bestandsverträge werden inzwischen über externe Dienstleister wie Bullfinch verwaltet. Die Vertragslaufzeiten lagen bei rund 15 bis 18 Jahren, Einstiegsraten beginnen bei etwa 59 Euro monatlich für kleine Anlagen. Was das für Bestandskunden bedeutet, erklären wir ausführlich im Artikel zu DZ-4.

Yello Solar, Sunvigo und Entega im Kurzüberblick

Yello Solar bietet Mietmodelle in Kooperation mit DZ-4 an und integriert Cloud-Speicherlösungen sowie Ökostromtarife; Einstiegsraten liegen bei rund 59 Euro monatlich ohne Speicher. Sunvigo kombiniert einen festen Preis von 15,95 Cent pro selbst verbrauchter Kilowattstunde Solarstrom mit einer zusätzlichen monatlichen Grundgebühr je nach Anlagengröße – transparent für Haushalte mit hohem Eigenverbrauch, aber potenziell teurer bei geringem Verbrauch. Entega, Energieversorger mit Schwerpunkt in Südhessen, bietet regionale Mietmodelle mit kürzeren Reaktionszeiten an; die genauen Einstiegspreise hängen von Anlagengröße und Tarif ab.

Gibt es einen Testsieger für Photovoltaik-Mietanbieter 2026?

Es gibt 2026 keinen einheitlichen, neutralen Test etwa von Stiftung Warentest, der alle relevanten Parameter für PV-Mietanbieter abdeckt. Vergleichsportale ranken Anbieter nach unterschiedlichen, selten vollständig transparenten Kriterien. Wer nach einem „Testsieger“ sucht, sollte sich stattdessen auf einen strukturierten eigenen Vergleich verlassen.
  • Mindestens drei individuelle Angebote einholen und anhand von Jahresverbrauch, Dachgröße und gewünschten Komponenten vergleichen.
  • Den effektiven kWh-Preis berechnen: Jahresmiete geteilt durch die erwartete Jahreserzeugung in kWh.
  • Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit mit den Kaufkosten einer vergleichbaren Anlage vergleichen.
  • Vertragsklauseln zu Rückbau, Eigentumsübergang und Preisanpassung genau prüfen.

Welche rechtlichen Fallstricke gibt es beim Mietmodell?

Da die Anlage dem Anbieter gehört, kann sein Nutzungsrecht gegenüber Dritten durch eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit nach § 1090 BGB im Grundbuch abgesichert werden; § 1090 BGB regelt dabei den Inhalt eines solchen Nutzungsrechts, nicht das Eigentum an der Anlage selbst. Rechtlich gelten solche Mietanlagen häufig als sogenannte Scheinbestandteile nach § 95 BGB: Sie sind zwar mit dem Gebäude verbunden, bleiben aber Eigentum des Anbieters, weil sie in Ausübung eines dinglichen Rechts installiert wurden.
Verkaufst du dein Haus, übernimmt der neue Eigentümer das Grundstück inklusive Dienstbarkeit und laufendem Mietvertrag – die Anlage geht nicht automatisch in sein Eigentum über. Das kann Kaufverhandlungen erschweren, weil potenzielle Käufer die laufende Zahlungsverpflichtung als Belastung werten.
Am Ende der Laufzeit gibt es meist mehrere typische Szenarien: Du übernimmst die Anlage zu einem Restwert – teils symbolisch für 1 Euro, teils zu einem höheren, anbieterabhängigen Betrag –, der Anbieter baut sie ab, oder du verlängerst den Vertrag; die genauen Konditionen variieren je Anbieter. Wie hoch die Kosten für einen Rückbau tatsächlich ausfallen, wird in verlässlichen Quellen für 2026 nicht einheitlich beziffert – umso wichtiger ist es, vor Vertragsabschluss schriftlich zu klären, wer im Fall eines Rückbaus zahlt.
Fast alle Mietverträge erlauben jährliche Preisanpassungen entlang der Inflation oder eines definierten Index. Wird eine ursprüngliche Monatsrate von 150 Euro über 20 Jahre hinweg jährlich um 2 Prozent erhöht, steigt sie rechnerisch auf etwa 223 Euro im 20. Jahr – ein Effekt, der auf den ersten Blick oft unterschätzt wird.

Welche Förderung gibt es für Photovoltaik mieten 2026?

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Als Mieter einer PV-Anlage profitierst du 2026 von keiner direkten Bundesförderung. Das KfW-Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ richtet sich ausdrücklich an Investoren und Eigentümer von Photovoltaikanlagen und fördert Errichtung, Erweiterung und Erwerb solcher Anlagen einschließlich Batteriespeicher – beim Mietmodell ist das der Anbieter, nicht du. Die Kredite reichen bis zu 50 Millionen Euro je Vorhaben mit Laufzeiten von in der Regel 5 bis 20 Jahren; die effektiven Jahreszinsen bewegten sich Mitte 2026 im mittleren einstelligen Prozentbereich. Details zu Konditionen findest du im Artikel zu KfW 270.
Die EEG-Einspeisevergütung für ins Netz eingespeisten Strom fließt je nach Vertrag direkt an dich oder an den Anbieter. Für kleine Dachanlagen bis 10 kWp lag sie von Februar bis Juli 2026 bei 7,89 Cent pro Kilowattstunde bei Teileinspeisung; im August 2026 liegen die Sätze bei 7,89 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen bis 10 kWp, 6,74 Cent für 10 bis 40 kWp und 5,51 Cent für 40 bis 100 kWp – die reguläre Degression setzt sich damit fort. Mehr dazu im Artikel zur Einspeisevergütung.
Der Nullsteuersatz von 0 Prozent Mehrwertsteuer für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf oder in der Nähe von Wohngebäuden gilt unbefristet – auch für Batteriespeicher, sofern sie zusammen mit der Anlage installiert werden. Auch kleine Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sind einkommensteuerlich privilegiert; laufende Einnahmen aus Einspeisevergütung und Eigenverbrauch bleiben in der Regel einkommensteuerfrei. Beim Mietmodell kommt dieser Vorteil zunächst dem Anbieter zugute, der ihn theoretisch über niedrigere Raten weitergibt.
Einzelne Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse für Photovoltaik an, die sich jährlich ändern können und meist nur für den Eigentümer der Anlage gelten. Ob ein kommunales Programm auch beim Mietmodell greift, solltest du vor Vertragsabschluss direkt bei deiner Stadt oder Gemeinde prüfen.

Wie wirkt sich die Solarpflicht 2026 auf das Mietmodell aus?

In Nordrhein-Westfalen gilt seit 2025 gestaffelt nach Gebäudetyp eine Solarpflicht für Neubauten. Seit dem 1. Januar 2026 greift sie zusätzlich bei Bestandsgebäuden, wenn die Dachhaut vollständig erneuert wird – einfache Reparaturen oder Teilsanierungen lösen die Pflicht nicht aus. Die Anlage muss dann in der Regel mindestens 30 Prozent der geeigneten Dachfläche abdecken, alternativ gelten je Gebäudekategorie pauschale Mindestgrößen (z. B. 3, 4 oder 8 kWp).
GebäudetypPauschale Mindestgröße
Ein- oder Zweifamilienhaus3 kWp
Gebäude mit 3–5 Wohneinheiten4 kWp
Gebäude mit 6–10 Wohneinheiten oder bestimmte Nichtwohngebäude8 kWp
Die Solarpflicht gilt unabhängig davon, ob du Eigentümer oder Mieter der Anlage bist – entscheidend ist nur, dass eine Anlage auf dem Dach installiert wird. Für Haushalte ohne Eigenkapital ist das Mietmodell deshalb eine praktikable Lösung, um die Pflicht bei einer anstehenden Dachsanierung ohne Anschaffungskosten zu erfüllen.
Auch andere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben inzwischen landesrechtliche Solarpflichten für Neubauten eingeführt, teils auch für größere Parkplätze und bestimmte Bestandsgebäude bei Dachsanierungen – allerdings mit unterschiedlichen Startzeitpunkten: Baden-Württemberg beispielsweise deutlich früher als Nordrhein-Westfalen, dessen Bestandsregelung erst 2026 greift. Umfang und Ausnahmen unterscheiden sich je Bundesland deutlich und sollten im Einzelfall geprüft werden.

Was ändert sich durch Energy Sharing ab Juni 2026?

Das Energy Sharing nach § 42c EnWG entfaltet seit dem 1. Juni 2026 praktische Wirkung und soll es privaten Letztverbrauchern grundsätzlich ermöglichen, gemeinsam Strom aus lokalen erneuerbaren Erzeugungsanlagen über das öffentliche Netz zu nutzen und untereinander abzurechnen – ohne selbst vollwertiger Energieversorger zu werden. Die genaue technische und organisatorische Umsetzung durch die Verteilnetzbetreiber richtet sich nach den Detailregelungen, die derzeit noch weiter ausgestaltet werden.
Auch als Mieter einer PV-Anlage kannst du für Zwecke des Energy Sharings als Anlagenbetreiber gelten, sofern die Einspeisevergütung an dich fließt und du die operative Kontrolle über die Anlage hast. Damit lässt sich Überschussstrom an Nachbarn im selben Verteilnetz verkaufen und die Rendite der Mietanlage verbessern.
Beim Stromverkauf über das öffentliche Netz fallen weiterhin Abgaben und Umlagen wie Netzentgelte, KWK-Umlage, Offshore-Umlage und Konzessionsabgabe an, die den Nettoerlös spürbar schmälern. Der Verkaufspreis an Nachbarn sollte deshalb zwischen der Einspeisevergütung (für Teileinspeisung aktuell rund 7,78 Cent pro Kilowattstunde, je nach Zeitraum) und dem Netzstrompreis liegen; realistisch sind Werte zwischen etwa 12 und 28 Cent pro Kilowattstunde. Für die viertelstündliche Bilanzierung ist in der Regel ein Smart Meter (iMSys) erforderlich, wobei die genauen Vorgaben je nach Konstellation variieren können.

Lohnt sich Photovoltaik mieten in Kombination mit Wärmepumpe und Wallbox?

Mehrere Anbieter, insbesondere Enpal, bieten kombinierte Mietpakete aus PV-Anlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox in einem Vertrag an. Das Kombi-Paket hat dieselben wirtschaftlichen Grundzüge wie die Einzelmiete: bequem und ohne Anschaffungskosten, langfristig aber teurer als der separate Kauf der einzelnen Komponenten.
Die Gesamtmiete für PV, Wärmepumpe und Wallbox kann je nach Anbieter und Ausstattung deutlich höher liegen als für die PV-Anlage allein – in Beispielrechnungen ergeben sich über 20 Jahre Summen, für die sich alle drei Systeme beim Kauf mehrfach realisieren ließen. Sinnvoll ist das Kombi-Modell vor allem für Haushalte, die alle Systeme gleichzeitig einführen möchten und weder Kapital noch Zeit für getrennte Ausschreibungen haben.

Dachfläche vermieten statt PV mieten – was ist der Unterschied?

Der Suchbegriff „Photovoltaik mieten“ wird oft mit einer völlig anderen Konstellation verwechselt: der Vermietung der eigenen Dachfläche an einen Investor. Beim hier beschriebenen Mietmodell bist du Nutzer einer Anlage und zahlst eine monatliche Rate. Beim Verpachten der Dachfläche ist es umgekehrt: Ein Projektierer pachtet dein Dach für 20 bis 30 Jahre, installiert eine eigene Anlage und zahlt dir dafür eine Pacht.
Typische Pachtpreise liegen bei etwa 2 bis 6 Euro pro Quadratmeter und Jahr; bei 100 Quadratmetern Dachfläche wären das grob 200 bis 600 Euro jährlich als passives Einkommen. Investoren verlangen häufig eine Mindestgröße von rund 600 Quadratmetern, wobei je nach Anbieter und Modell auch andere Schwellenwerte üblich sind; das Modell eignet sich daher vor allem für Gewerbegebäude, Industriehallen und landwirtschaftliche Gebäude. Für Einfamilienhäuser ist die Eigennutzung der Dachfläche – ob durch Kauf oder Mietmodell – fast immer wirtschaftlich interessanter. Mehr zu Konditionen und Eignung liest du im Artikel Solarfläche verpachten.

Häufige Fragen zu Photovoltaik mieten

Kann ich eine Mietanlage vorzeitig kündigen?

In der Regel nein: PV-Mietverträge sehen meist keine ordentliche Kündigung innerhalb der vereinbarten Laufzeit vor. Eine außerordentliche Kündigung ist praktisch nur bei groben Vertragsverstößen des Anbieters möglich, ansonsten läuft die monatliche Rate für die volle vereinbarte Laufzeit von meist 20 bis 25 Jahren weiter.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik mieten und Mietkauf?

Beim klassischen Mietmodell besteht am Vertragsende lediglich eine Kaufoption, die du nutzen kannst – oft für einen symbolischen Betrag von 1 Euro. Beim Mietkauf ist der Eigentumsübergang zum Vertragsende dagegen von vornherein fest vereinbart, die monatlichen Raten wirken damit stärker wie eine Finanzierung als wie eine reine Nutzungsgebühr.

Bekomme ich die Einspeisevergütung bei einer gemieteten Anlage?

Das hängt vom konkreten Vertrag ab. Bei den meisten Mietmodellen fließt die EEG-Einspeisevergütung bei Teileinspeisung – für kleine Dachanlagen bis 10 kWp je nach Inbetriebnahmezeitpunkt aktuell rund 7,7 bis 7,8 Cent pro Kilowattstunde – direkt an dich als Nutzer. Bei einigen Contracting-Modellen verbleibt sie beim Anbieter, der dafür eine niedrigere Monatsrate ansetzt.

Was passiert mit der Mietanlage, wenn ich mein Haus verkaufe?

Der Käufer übernimmt das Grundstück inklusive der eingetragenen Dienstbarkeit und des laufenden Mietvertrags; die Anlage wird nicht automatisch Teil des Kaufpreises. Manche Anbieter erlauben eine Vertragsübergabe an den neuen Eigentümer, andere verlangen bei vorzeitiger Auflösung eine Ablösezahlung – das solltest du vor Vertragsabschluss klären.

Ist Enpal seriös?

Enpal gibt an, über 100.000 installierte PV-Anlagen zu haben, und gilt als einer der führenden Anbieter für PV-Mietmodelle in Deutschland – ein etabliertes Unternehmen. Kritikpunkte aus Kundenerfahrungen betreffen vor allem eine teils aggressive Vertriebsstrategie und die hohen Gesamtkosten bei großen Systemen – seriös im Sinne fehlender Vertragserfüllung ist das Geschäftsmodell aber grundsätzlich.

Was kostet es, nur einen Stromspeicher zu mieten?

Reine Speichermietmodelle werden von einzelnen Anbietern meist nur im Rahmen eines PV-Mietpakets angeboten. Eigenständige Preise für die Miete eines Speichers ohne PV-Anlage sind in den ausgewerteten Quellen für 2026 nicht einheitlich beziffert; als Richtwert kannst du dich an den anteiligen Aufschlägen orientieren, die Anbieter für „mit Speicher“ gegenüber „ohne Speicher“ berechnen – bei Enpal liegt die Einstiegsrate bei rund 98 Euro monatlich, während in extern kolportierten Beispielen für eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher rund 235 Euro monatlich genannt werden, ohne dass dies offiziell als Standardpreis bestätigt ist.

Für wen lohnt sich Photovoltaik mieten 2026?

Das Photovoltaik-Mietmodell ist ein komfortables, aber teures Produkt: Es löst das Problem fehlenden Eigenkapitals und reduziert den Planungsaufwand auf null, kostet dich langfristig aber deutlich mehr als der Kauf.

Mieten lohnt sich, wenn...

  • Kein Eigenkapital und kein Kreditrahmen vorhanden sind
  • Eine Solarpflicht kurzfristig und ohne Anschaffungskosten erfüllt werden muss
  • Vollständiger Service ohne eigenes technisches Risiko gewünscht wird
  • Ein Hausverkauf in wenigen Jahren geplant ist, aber die Dienstbarkeit im Grundbuch bewusst in Kauf genommen wird

Kaufen lohnt sich, wenn...

  • Eigenkapital oder ein KfW-270-Kredit verfügbar sind
  • Eine langfristige Wertanlage mit maximaler Rendite gewünscht wird
  • Flexibilität für spätere Erweiterungen wie Speicher oder Wärmepumpe erhalten bleiben soll
  • Das Grundbuch unbelastet bleiben soll
Wer sich trotzdem für die Miete entscheidet, sollte mindestens drei Angebote einholen, den effektiven kWh-Preis berechnen, die Klauseln zu Rückbau und Preisanpassung genau lesen und die Dienstbarkeit im Grundbuch aktiv ansprechen.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen