Das Wichtigste in Kürze
- Rechtsstatus 2026: Seit dem 29. Juli 2026 ist eine neue Gas-Brennwerttherme durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) uneingeschränkt zulässig — die 65-Prozent-Pflicht und das Betriebsverbot der §§ 71/72 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sind ersatzlos weggefallen.
- Gesamtkosten: Das Gerät allein kostet 2.000 bis 5.000 Euro, komplett mit Einbau, Gasanschluss und Warmwasserspeicher liegen die Gesamtkosten bei 6.500 bis 15.500 Euro.
- Effizienz: Der Norm-Nutzungsgrad erreicht bis zu 111 % bezogen auf den Heizwert Hu bzw. 95 bis 98 % bezogen auf den Brennwert Ho — rund 10 % Ersparnis gegenüber einem Niedertemperaturkessel.
- Förderung: Der KfW-Zuschuss 458 fördert eine reine Gas-Brennwerttherme nicht — förderfähig ist ausschließlich die Wärmepumpen-Komponente einer Hybridheizung.
- Wasserstoff-Tauglichkeit: Aktuelle Serienmodelle von Vaillant, Buderus, Viessmann, Wolf und Bosch/Junkers vertragen bis zu 20 Vol.-% Wasserstoff, werkszertifiziert nach DVGW G 260 und ZP 3100.
- Betriebskosten: Eine Gasheizung kostet 1.950 bis 2.900 Euro pro Jahr im Betrieb, eine Wärmepumpe im Vergleich nur 800 bis 1.900 Euro pro Jahr.
- Bio-Treppe ab 2029: Neue Gasheizungen müssen gestaffelt Biogas oder Wasserstoff beimischen — 10 % ab 2029 bis 60 % ab 2040.
Was ist eine Gas-Brennwerttherme und wie funktioniert sie?
Eine Gas-Brennwerttherme ist ein Wandgerät, das die im Abgas enthaltene Kondensationswärme des Wasserdampfs zusätzlich zur Verbrennungswärme nutzt und dadurch einen Norm-Nutzungsgrad von bis zu 111 % erreicht. Das Gerät verbrennt Erdgas in einem Wärmetauscher, kühlt das entstehende Abgas anschließend so weit ab, dass der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert, und gibt die dabei freiwerdende Kondensationswärme zusätzlich an den Heizkreislauf ab.
Die Kondensation setzt erst unterhalb des Taupunkts von Erdgas-Abgas ein, der laut Vaillant und energie-lexikon.info bei etwa 56 bis 60 °C liegt. Damit die Kondensationswärme tatsächlich genutzt wird, muss die Rücklauftemperatur der Heizungsanlage laut Viessmann unter 57 °C liegen — erst dann kondensiert genug Wasserdampf für den Effizienzgewinn. Der gemessene Wert unterscheidet sich je nach Bezugsgröße: Der Norm-Nutzungsgrad bezogen auf den Heizwert Hu erreicht laut BauNetz Wissen bis zu 111 %, bezogen auf den Brennwert Ho liegt er bei 95 bis 98 %, weil der Brennwert die Kondensationswärme bereits einrechnet.
Normnutzungsgrad: ηN = Qab ÷ (VGas × Ho) × 100
Wo:
- ηN = Normnutzungsgrad in %
- Qab = abgegebene Wärmemenge in kWh
- VGas = verbrauchtes Gasvolumen in m³
- Ho = Brennwert des Gases in kWh/m³
Der Messwert wird traditionell an fünf Teillastpunkten ermittelt — die Methodik geht auf DIN 4702 Teil 8 zurück; die Bauart- und Prüfanforderungen der Geräteklasse selbst regelt heute DIN EN 15502-2-1. Zwischen Heizwert- und Brennwertbezug rechnet die Formel Ho ≈ 1,10 × Hu um.
Beispiel: Referenz-Kombitherme mit 20 kW
Gegeben: Hersteller weisen für die Geräteklasse einen Normnutzungsgrad von bis zu 111 % bezogen auf Hu aus.
Berechnung: 111 % ÷ 1,10 (Umrechnungsfaktor Ho/Hu) ≈ 100,9 % bezogen auf Ho.
Ergebnis: Der umgerechnete Wert liegt mit 100,9 % geringfügig oberhalb des Bereichs von 95 bis 98 % bezogen auf Ho. Beide Angaben widersprechen sich nicht. Sie beziehen sich laut BauNetz Wissen auf unterschiedliche Bezugsgrößen. Die 111 % sind eine „bis zu"-Angabe und damit ein Bestwert, den einzelne besonders effiziente Gerätemodelle bezogen auf den Heizwert Hu erreichen. Die 95 bis 98 % beschreiben den typischen Bereich, den moderne Brennwertkessel im Allgemeinen bezogen auf den Brennwert Ho erzielen.
Zu den zentralen Bauteilen der Gas-Brennwerttherme zählen Wärmetauscher, Brenner, Umwälzpumpe und Kondensatablauf. Der Niedertemperaturkessel als ältere Technik nutzt die Kondensationswärme nicht und erreicht deshalb nur den geringeren Heizwert-Nutzungsgrad — die Abgrenzung zur Brennwerttherme liegt allein in dieser fehlenden Kondensationsnutzung.
Diese Tabelle zeigt die für Gas-Brennwertthermen maßgeblichen technischen Normen und ihren Regelungsbereich.
Norm | Regelungsbereich |
DIN EN 15502-2-1 | Heizkessel für gasförmige Brennstoffe, Bauart C/B2/B3/B5, bis 1.000 kW |
DIN EN 15502-2-2:2014-10 | Heizkessel Bauart B1, Nachfolgenorm der zurückgezogenen DIN EN 677 |
DIN EN 15502-2-3 | |
Hybridheizgeräte aus Gas- und Wärmepumpentechnik |
DIN EN 12831 | Heizlastberechnung vor dem Gerätekauf |
Welche Bauarten und Varianten von Gas-Brennwerttherme gibt es?
Gas-Brennwertthermen unterscheiden sich in drei Bauarten: Wandgerät ohne Speicher, Standgerät mit größerem Speicher und Kombitherme mit integriertem oder externem Warmwasserspeicher. Die Wahl der Bauart richtet sich nach Platzbedarf, Warmwasserbedarf und Gebäudetyp.
Das Wandgerät ist die kompakteste Bauart und wird direkt an der Wand montiert, ohne zusätzlichen Warmwasserspeicher. Es eignet sich für Ein- und Zweifamilienhäuser mit geringem Platzangebot und erreicht laut heima24 ein Leistungsspektrum von 11 bis 35 kW, herstellerübergreifend reicht die Spanne von etwa 2 bis über 100 kW. Das Standgerät steht bodenstehend im Heizungsraum, bietet mehr Bauraum für einen integrierten oder separaten Speicher und wird laut oekoloco.de mit einer praktischen Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren angegeben — länger als das Wandgerät mit 12 bis 15 Jahren.
Die Kombitherme vereint Heiz- und Warmwasserbereitung in einem Wandgerät mit Ladespeicher. Ein Beispiel liefert Viessmann mit der Vitodens 222-W, die einen 46-Liter-Ladespeicher integriert und im Leistungsbereich von 2,5 bis 32 kW angeboten wird. Für das Referenzszenario — ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 140 m² und vier Personen — ist eine 20-kW-Kombitherme mit Warmwasserspeicher die passende Auslegung, da sie sowohl die Heizlast von 14 bis 20 kW als auch den Warmwasserbedarf eines Vier-Personen-Haushalts abdeckt.
Für Mehrfamilienhäuser und größere Objekte kommt statt der Einzeltherme häufig eine
Kaskadenanlage aus mehreren Gaskesseln zum Einsatz. Ein Beispiel ist der Buderus GB162, der einzeln bis 100 kW und in Kaskadenschaltung bis 800 kW erreicht. Der
Gaskessel unterscheidet sich von der Therme technisch dadurch, dass er mit einem externen, separat aufgestellten Warmwasserspeicher kombiniert wird, während die Therme Heiz- und Warmwasserfunktion in einem Gerät bündelt.
Diese Tabelle vergleicht die drei Bauarten der Gas-Brennwerttherme nach Platzbedarf, Speicherprinzip und Einsatzbereich.
Bauart | Speicherprinzip | Leistungsbereich | Typischer Einsatz |
Wandgerät | ohne Speicher, Durchlauferhitzer-Prinzip | 11-35 kW | EFH/ZFH mit wenig Platz |
Standgerät | mit/ohne integriertem Speicher | bis über 50 kW | größere Gebäude, Heizungsraum vorhanden |
Kombitherme | integrierter Ladespeicher (Beispiel 46 l) | 2,5-32 kW | EFH mit Warmwasserbedarf, Referenzszenario |
Was kostet eine Gas-Brennwerttherme 2026 inkl. Kauf, Einbau und Betrieb?
Eine komplett installierte Gas-Brennwerttherme kostet 2026 6.500 bis 15.500 Euro, davon entfallen 2.000 bis 5.000 Euro auf das Gerät und der Rest auf Einbau, Gasanschluss und Warmwasserspeicher. Die Bandbreite ergibt sich aus Gebäudezustand, Leitungsführung und gewählter Bauart.
Die laufenden Betriebskosten setzen sich aus Gaspreis, CO2-Abgabe, Wartung und Schornsteinfegerkosten zusammen. Der Erdgaspreis für Verbraucher liegt 2026 laut Kesselheld bei rund 11 Cent pro kWh. Zusätzlich fällt eine CO2-Abgabe an, die laut ADAC 2026 bis zu 1,55 Cent pro kWh beträgt — Grundlage ist ein CO2-Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne laut Bundesumweltministerium.
Beispiel: Referenzszenario, 19.000 kWh Jahresverbrauch
Gegeben: 19.000 kWh Gasverbrauch/Jahr (Mittelwert der Bandbreite 18.000-20.000 kWh), Arbeitspreis 0,11 €/kWh, CO2-Abgabe 0,0155 €/kWh.
Berechnung: 19.000 kWh × 0,11 €/kWh = 2.090 € Brennstoffkosten; 19.000 kWh × 0,0155 €/kWh = 294,50 € CO2-Abgabe; 2.090 € + 294,50 € = 2.384,50 €.
Ergebnis: Rund 2.385 Euro reine Brennstoffkosten pro Jahr — der Wert liegt innerhalb der dokumentierten Vergleichsspanne von 1.950 bis 2.900 Euro pro Jahr für Gasheizungen.
Zu den Brennstoffkosten addieren sich Wartung mit 100 bis 300 Euro pro Jahr und Schornsteinfegerleistungen mit 50 bis 120 Euro pro Jahr. Über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 20 Jahren nach VDI 2067 Blatt 1 summieren sich diese jährlichen Posten auf ca. 50.700 bis 56.100 Euro und übersteigen damit die Anschaffungskosten um ein Vielfaches.
Diese Tabelle schlüsselt die Einzelposten der Anschaffungs- und Betriebskosten einer Gas-Brennwerttherme im Referenzszenario auf.
Kostenposten | Betrag |
Gerät (Kombitherme, ohne Einbau) | 2.000-5.000 € |
Gesamtkosten inkl. Einbau, Anschluss, Speicher | 6.500-15.500 € |
Gasverbrauch (Arbeitspreis, 19.000 kWh) | ca. 2.090 €/Jahr |
CO2-Abgabe (19.000 kWh) | ca. 295 €/Jahr |
Wartungsvertrag | 100-300 €/Jahr |
Schornsteinfeger | 50-120 €/Jahr |
Diese Tabelle zeigt die jährlichen Betriebskosten der Referenz-Gas-Brennwerttherme und ihre Summe über 20 Jahre Nutzungsdauer.
Kostenart | pro Jahr | über 20 Jahre |
Brennstoff inkl. CO2-Abgabe | ca. 2.385 € | ca. 47.700 € |
Wartung | 100-300 € | 2.000-6.000 € |
Schornsteinfeger | 50-120 € | 1.000-2.400 € |
Summe Betriebskosten | ca. 2.535-2.805 € | ca. 50.700-56.100 € |
Welche Leistungsgröße (kW) braucht meine Gas-Brennwerttherme — z. B. 20 kW?
Ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche benötigt eine Heizlast von 14 bis 20 kW, wofür sich am Markt häufig eine 20-kW-Therme als Standardgröße durchsetzt. Die exakte Auslegung ergibt erst eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch den Fachbetrieb, da Baujahr, Dämmstandard und Personenzahl den Bedarf verschieben.
Am Markt bieten Hersteller Gas-Brennwertthermen laut heima24 im Leistungsspektrum von 11 bis 35 kW für Einfamilienhäuser an, herstellerübergreifend reicht die Bandbreite von etwa 2 bis über 100 kW. Meistverkauft sind laut Marktdaten die Nenngrößen 15, 20 und 25 kW. Innerhalb dieser Nenngröße moduliert das Gerät stufenlos zwischen einer Mindest- und einer Maximalleistung — der Modulationsbereich liegt laut Kesselheld typischerweise bei ca. 5 bis 20 kW pro Gerät.
Modulationsverhältnis: VMod = Pmax ÷ Pmin
Wo:
- VMod = Modulationsverhältnis
- Pmax = maximale Kesselleistung in kW
- Pmin = minimale Kesselleistung in kW
Beispiel: Referenzgerät mit 20 kW Nennleistung
Gegeben: Modulationsbereich 5 bis 20 kW.
Berechnung: 20 kW ÷ 5 kW = 4.
Ergebnis: Ein Modulationsverhältnis von 4:1 für das Referenzgerät — herstellerübergreifend erreichen größere Gasthermen laut Kesselheld Verhältnisse von bis zu 10:1.
Eine überdimensionierte Therme moduliert häufiger unterhalb ihrer Mindestlast und taktet dadurch öfter ein und aus, was den Wirkungsgrad senkt und den Verschleiß erhöht. Die korrekte Leistungsgröße ist deshalb keine reine Kostenfrage, sondern beeinflusst direkt die im Betrieb erreichte Effizienz.
Diese Tabelle ordnet Heizlast, Marktangebot und Modulationsbereich für die Auslegung einer Gas-Brennwerttherme ein.
Kenngröße | Wert |
Heizlast Referenzszenario (140 m², teilsaniert) | 14-20 kW |
Marktübliches Leistungsspektrum EFH | 11-35 kW |
Meistverkaufte Nenngrößen | 15 / 20 / 25 kW |
Modulationsbereich Referenzgerät (20 kW) | ca. 5-20 kW |
Vaillant, Buderus, Viessmann, Wolf, Junkers/Bosch — welcher Hersteller hat die beste Gas-Brennwerttherme?
Die fünf etablierten Hersteller Vaillant, Buderus, Viessmann, Wolf und Bosch/Junkers bieten Gas-Brennwertthermen mit vergleichbarer H2-Verträglichkeit von bis zu 20 Vol.-% an, unterscheiden sich jedoch in Leistungsbereich und Modellportfolio. Eine pauschale „beste" Therme existiert nicht — die Wahl richtet sich nach Leistungsbedarf und Bauart.
Buderus deckt mit der
Serie Logamax plus GB192i einen Leistungsbereich von 2,7 bis 50 kW ab und zertifiziert die Serie nach DVGW G 260 für Wasserstoffbeimischung.
Wolf bietet mit der CGB-2-Reihe 14 bis 55 kW und deckt damit auch größere Ein- und Mehrfamilienhäuser ab.
Bosch Home Comfort, zu der auch die Marke Junkers gehört, liefert Modelle im Bereich 15 bis 50 kW mit gleicher H2-Zertifizierung.
Viessmann nennt für die Kombitherme Vitodens 222-W einen Leistungsbereich von 2,5 bis 32 kW mit integriertem 46-Liter-Speicher.
Vaillant bietet die ecoTEC-exclusive-Serie in den Leistungsgrößen 15, 20, 25 und 30 kW an und zertifiziert sie seit Gerätestand 01.04.2022 für 20 Vol.-% Wasserstoffbeimischung.
Alle fünf Hersteller erfüllen damit die technischen Voraussetzungen für die künftige Bio-Treppe des GModG, da Wasserstoff- und Biogasbeimischung bis 20 Vol.-% werkszertifiziert sind. Ein aktueller herstellerübergreifender Qualitätsvergleich durch ein unabhängiges Prüfinstitut liegt jedoch nicht vor — der letzte Stiftung-Warentest-Test datiert auf 2010.
Vaillant ecoTEC exclusive
Die ecoTEC exclusive ist ein wandhängendes Gas-Brennwertgerät ohne integrierten Speicher für Einfamilienhäuser und Wohnungen, erhältlich in den Leistungsgrößen 15, 20, 25 und 30 kW. Serienmäßig verträgt sie bis zu 20 Vol.-% Wasserstoff im Erdgasgemisch; mit einem herstellerseitigen Umrüstkit ist ein Betrieb mit bis zu 100 % Wasserstoff möglich.
Buderus Logamax plus
Die Logamax plus GB192i deckt 2,7 bis 50 kW ab und ist wie die GB172i.2 werksseitig für 20 Vol.-% Wasserstoffbeimischung nach DVGW G 260 zertifiziert. Für Mehrfamilienhäuser bietet Buderus mit dem Logamax plus GB162 ein Gerät bis 100 kW, das sich in Kaskadenschaltung auf bis zu 800 kW erweitern lässt.
Viessmann Vitodens
Viessmann deckt mit der Vitodens-Reihe ein breites Leistungsspektrum von rund 2 bis 150 kW je Einzelgerät ab, als Kaskade bis 594 kW. Die Vitodens 300-W (1,9 bis 25 kW) ist H2-ready für 100 % Wasserstoff — sie läuft aktuell mit Erdgas oder Flüssiggas und lässt sich per herstellerseitigem Umrüstsatz künftig auf reinen Wasserstoffbetrieb umrüsten, die Kombitherme Vitodens 222-W (2,5 bis 32 kW, 46-Liter-Ladespeicher) ebenfalls. Die größere Vitodens 200-W (49 bis 150 kW, als Kaskade bis 594 kW) ist aktuell für 20 Vol.-% Wasserstoff zertifiziert.
Wolf CGB-2
Die CGB-2-Serie deckt als Wandgerät (CGB-2/14, /20, /24) und Kombitherme mit Speicher (CGB-2K/20, /24) den Bereich bis 24 kW ab, die Variante CGB-2-38/55 erschließt mit 38 oder 55 kW auch Mehrfamilienhäuser. Alle Modelle sind nach dem DVGW-Zertifizierungsprogramm ZP 3100 für 20 Vol.-% Wasserstoffbeimischung zertifiziert; ein teils kursierender Wert von 30 Vol.-% für einzelne CGB-2-Modelle ist nicht durch eine Primärquelle von Wolf bestätigt.
Bosch/Junkers Home Comfort
Die Condens-8000i-F-Serie deckt als Standgerät 15, 22, 30, 40 und 50 kW ab, die kompakten Kombigeräte Condens 5300i WM (17 bis 24 kW) und Condens 9000i WM (20 bis 30 kW) bringen den Warmwasserspeicher bereits integriert mit. Bosch gibt für seine Brennwertkessel eine Wasserstoffbeimischung von bis zu 20 Vol.-% an.
Diese Tabelle vergleicht die fünf etablierten Hersteller von Gas-Brennwertthermen nach Beispielserie, Leistungsbereich und Wasserstoff-Verträglichkeit.
Hersteller | Beispielserie | Leistungsbereich | H2-Verträglichkeit |
Vaillant | ecoTEC exclusive | 15-30 kW | bis zu 20 Vol.-% |
Buderus | Logamax plus GB192i | 2,7-50 kW | bis zu 20 Vol.-%, DVGW G 260 |
Viessmann | Vitodens 222-W (Kombitherme) | 2,5-32 kW | bis zu 20 Vol.-% |
Wolf | CGB-2 | 14-55 kW | bis zu 20 Vol.-% |
Bosch/Junkers | Home Comfort-Serie | 15-50 kW | bis zu 20 Vol.-% |
Wie kaufe ich die richtige Gas-Brennwerttherme — Planung, Heizlastberechnung, Fachbetriebswahl?
Der Kauf einer Gas-Brennwerttherme läuft in vier Schritten ab: Heizlastberechnung, Angebotseinholung, Geräteauswahl und Installation durch einen zugelassenen Fachbetrieb. Jeder Schritt sichert ab, dass die Anlage rechtlich zulässig installiert wird und wirtschaftlich passt.
Schritt 1: Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
Ein Fachbetrieb oder Energieberater ermittelt die benötigte kW-Leistung mit der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor dem Kauf. Für das Referenzszenario — 140 m², teilsaniert, vier Personen — ergibt sich eine Heizlast von 14 bis 20 kW, die erst die spätere Gerätegröße festlegt.
Schritt 2: Angebote von DVGW-eingetragenen Fachbetrieben einholen
Nur ein beim Netzbetreiber eingetragenes Vertragsinstallationsunternehmen (VIU) darf eine Gasanlage nach den Vorgaben der DVGW-Regel TRGI/G 600 installieren. Die VIU-Suche im DVGW-Installateurverzeichnis grenzt geeignete Fachbetriebe regional ein.
Schritt 3: Gerät und Bauart wählen
Auf Basis der Heizlast wählt der Käufer zwischen Wandgerät, Standgerät und Kombitherme mit Speicher. Für das Referenzszenario ist eine 20-kW-Kombitherme mit Warmwasserspeicher die passende Bauart, da sie Heizlast und Vier-Personen-Warmwasserbedarf gleichzeitig abdeckt.
Schritt 4: Installation und Inbetriebnahme
Die Installation im Standardfall dauert laut Bosch Home Comfort einen Tag, maximal 1,5 Tage bei Plug-and-Play-Geräten. Der VIU meldet die Anlage beim Netzbetreiber an und nimmt sie anschließend in Betrieb.
Wie läuft Wartung ab und was kostet sie?
Eine Gas-Brennwerttherme benötigt nach § 60 GModG eine regelmäßige Wartung, deren Intervall gesetzlich nicht fest vorgeschrieben ist, in der Praxis aber jährlich erfolgt. Ein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb kostet 100 bis 300 Euro pro Jahr und deckt Prüfung, Reinigung und Einstellung des Geräts ab.
Zusätzlich zur Wartung durch den Fachbetrieb führt der Schornsteinfeger gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen durch: Die Abgasmessung erfolgt alle 2 bis 3 Jahre, die Feuerstättenschau alle 3 bis 4 Jahre, zusammen mit Kosten von 50 bis 120 Euro pro Jahr. Diese Prüfungen sind unabhängig vom freiwilligen Wartungsvertrag verpflichtend.
Diese Tabelle zeigt Turnus und Kosten der gesetzlichen und vertraglichen Prüf- und Wartungspflichten einer Gas-Brennwerttherme.
Leistung | Turnus | Kosten pro Jahr |
Wartungsvertrag (Fachbetrieb) | i. d. R. jährlich, kein gesetzlich fixiertes Intervall | 100-300 € |
Abgasmessung (Schornsteinfeger) | alle 2-3 Jahre | anteilig in 50-120 € |
Feuerstättenschau (Schornsteinfeger) | alle 3-4 Jahre | anteilig in 50-120 € |
Ist eine Gas-Brennwerttherme 2026 noch erlaubt? Was gilt nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)?
Eine neue Gas-Brennwerttherme ist 2026 uneingeschränkt zulässig, seit das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) am 29. Juli 2026 in Kraft trat und die bisherigen §§ 71 und 72 GEG ersatzlos gestrichen hat. Beide Paragraphen sind bei gesetze-im-internet.de explizit als „weggefallen" ausgewiesen.
Vor dem GModG verlangte § 71 GEG einen Mindestanteil von 65 % erneuerbarer Energien bei neu eingebauten Heizungen, § 72 GEG sah ein Betriebsverbot für nicht konforme Anlagen vor. Beide Vorgaben entfielen mit dem GModG vollständig. An ihre Stelle tritt keine pauschale Pflicht mehr, sondern zwei indirekte Steuerungsinstrumente: die kommunale Wärmeplanung und die Bio-Treppe.
Die kommunale Wärmeplanung bindet den Einbau perspektivisch an die lokale Wärmenetzplanung. Großstädte mit über 100.000 Einwohnern müssen ihre Wärmepläne bis zum 30. Juni 2026 vorlegen, alle übrigen Kommunen bis zum 30. Juni 2028. Parallel greift ab 2029 die Bio-Treppe nach § 43 GModG: Neue Gasheizungen müssen dann gestaffelt Biogas oder Wasserstoff beimischen.
Diese Tabelle zeigt die gestaffelten Beimischungsquoten der Bio-Treppe für neue Gasheizungen nach § 43 GModG.
Jahr | Pflicht-Beimischungsquote Biogas/Wasserstoff |
ab 2029 | 10 % |
ab 2030 | 15 % |
ab 2035 | 30 % |
ab 2040 | 60 % |
Für den Käufer 2026 bedeutet das: Die Installation selbst unterliegt keinem gesetzlichen Verbot mehr, die langfristige Wirtschaftlichkeit hängt aber von der ab 2029 steigenden Bio-Treppe und der lokalen Wärmeplanung ab.
Gibt es 2026 noch eine Förderung für eine Gas-Brennwerttherme?
Eine reine Gas-Brennwerttherme ist über den KfW-Zuschuss 458 2026 nicht förderfähig — das KfW-Merkblatt schließt reine Gas- und Ölheizungen ohne Anteil erneuerbarer Energien explizit aus. Förderfähig ist ausschließlich die Wärmepumpen-Komponente einer Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe.
Die Förderlandschaft für Gasheizungen hat sich seit 2020 mehrfach verändert. Am
15. August 2022 gewährte das BAFA einmalig einen
10-Prozentpunkte-Bonus für den Austausch funktionstüchtiger Gasheizungen ab 20 Jahren Betriebsdauer — dieser historische Bonus ist inzwischen ausgelaufen. Zusätzlich passte die KfW die
Förderstaffel des Zuschusses 458 mit einkommensabhängigen Boni und einem gesenkten Förderdeckel an — laut KfW-Produktseite zum
21. Juli 2026, unabhängig vom separaten Inkrafttreten des GModG am 29. Juli 2026 —, ohne die Grundregel zur reinen Gasheizung zu ändern.
Diese Tabelle zeigt die zeitliche Entwicklung der Förderregeln für Gasheizungen von 2022 bis 2026.
Datum | Ereignis |
15.08.2022 | BAFA-Bonus von 10 Prozentpunkten für Austausch alter Gasheizungen (ausgelaufen) |
21.07.2026 | KfW passt Förderstaffel des Zuschusses 458 an (einkommensabhängige Boni, gesenkter Deckel) |
29.07.2026 | GModG tritt in Kraft, reine Gasheizung bleibt über KfW-458 nicht förderfähig |
Für eine reine Gas-Brennwerttherme im Referenzszenario entfällt der Fördereffekt vollständig — die Gesamtkosten von 6.500 bis 15.500 Euro trägt der Käufer ohne Zuschuss. Nur wer die Therme mit einer Wärmepumpe zu einer Hybridanlage kombiniert, kann für den Wärmepumpenanteil einen KfW-458-Zuschuss beantragen.
Ist eine Gas-Brennwerttherme wasserstofffähig (H2-ready) — wie viel Wasserstoff verträgt sie?
Aktuelle Serienmodelle von Vaillant, Buderus, Viessmann, Wolf und Bosch/Junkers vertragen bis zu 20 Vol.-% Wasserstoff im Erdgasgemisch, werkszertifiziert nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 260 und dem Zertifizierungsprogramm ZP 3100. Vor der 9. Ausgabe von G 260 im September 2021 lag der übliche Netz-Praxiswert nur bei rund 10 Vol.-%.
Seit der G-260-Novelle 2021 gibt es keinen bundeseinheitlichen Fix-Grenzwert für die H2-Beimischung mehr — Netzbetreiber können künftig individuell Beimischraten von über 10 Vol.-% freigeben. Ein Praxisnachweis liefert das Avacon/DVGW-Pilotprojekt im Jerichower Land, das über zwei Heizperioden bis zu 20 Vol.-% H2 im realen Verteilnetz ohne Umrüstung der angeschlossenen Geräte demonstrierte.
Die H2-Verträglichkeit der Geräte und die ab 2029 greifende Bio-Treppe sind zwei verschiedene Bezugsgrößen. Die Geräte-Grenze von bis zu 20 Vol.-% beschreibt den reinen Wasserstoffanteil, den die Therme selbst verträgt. Die Bio-Treppen-Quote von bis zu 30 % ab 2035 ist dagegen eine kombinierte Biogas-/Wasserstoff-Versorgungsquote auf Netz- bzw. Lieferebene. Die Therme muss die Netzquote nicht selbst als reinen H2-Anteil verarbeiten, denn Biogas deckt den Großteil der Quote und die Geräte nutzen es unverändert. Ein Gerätetausch wird erst nötig, wenn der tatsächlich beigemischte reine H2-Anteil im Netz die 20-Vol.-%-Grenze der Therme übersteigt.
Welche Nachteile, Risiken und typischen Installationsfehler gibt es?
Die häufigsten Fehler bei Gas-Brennwertthermen betreffen Kondensat-Handling, hydraulische Einbindung, Fachbetriebswahl und Geräteauslegung. Jeder Fehler lässt sich durch fachgerechte Planung vor der Installation vermeiden.
Fehler 1: Kondensat ohne Neutralisation ins Abwasser
Symptom
Das saure Kondensat mit einem pH-Wert von 3,5 bis 5,5 fließt über den Kondensatablauf direkt in die Abwasserleitung.
Folge
Metallische Abwasserrohre aus Grauguss oder Stahl korrodieren durch den dauerhaften Säurekontakt.
Prävention
Eine Neutralisationsanlage ist ab einer Kesselleistung von rund 200 kW verpflichtend, bis etwa 25 kW meist nicht vorgeschrieben — bei säureempfindlichen Rohrmaterialien empfiehlt sich der Einbau dennoch, geprüft nach dem DWA-Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 251.
Fehler 2: Falscher Betriebsdruck bei der hydraulischen Einbindung
Symptom
Die Anlage taktet häufig ein und aus und verteilt die Wärme ungleichmäßig im Heizkreis.
Folge
Der erhöhte Taktbetrieb steigert den Verschleiß und senkt den erzielten Wirkungsgrad im Alltag.
Prävention
Der Fachbetrieb stellt den Betriebsdruck nach der Faustregel „Ansprechdruck des Sicherheitsventils minus 0,5 bar" korrekt ein (Beispiel: 2,5-bar-Sicherheitsventil → max. 2,0 bar Betriebsdruck im aufgeheizten Zustand) und führt einen hydraulischen Abgleich durch.
Fehler 3: Installation durch nicht zugelassenen Betrieb
Symptom
Ein Betrieb ohne DVGW-Eintragung installiert die Gasanlage eigenmächtig.
Folge
Der Netzbetreiber verweigert die Betriebserlaubnis, zusätzlich entstehen Versicherungs- und Gewährleistungsrisiken.
Prävention
Nur ein beim Netzbetreiber eingetragenes Vertragsinstallationsunternehmen (VIU) nach TRGI/G 600 darf die Installation ausführen.
Fehler 4: Überdimensionierung ohne Heizlastberechnung
Symptom
Das gewählte Gerät liegt deutlich über dem tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes.
Folge
Die Therme arbeitet häufig unterhalb ihrer Mindestmodulation von rund 5 kW und taktet dadurch übermäßig.
Prävention
Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor dem Kauf verhindert die Fehlauslegung zuverlässig.
Was sagen unabhängige Tests (Stiftung Warentest) zu Gas-Brennwertthermen?
Der letzte umfassende Stiftung-Warentest-Test von Gasheizungen datiert auf das Jahr 2010, seither liegt kein neuer unabhängiger Gesamttest vor. Testsieger war damals die Viessmann Vitodens 300-W mit der Note 1,7.
Die fehlende aktuelle Testreihe erschwert 2026 einen objektiven Qualitätsvergleich zwischen den Herstellermodellen. Käufer stützen sich deshalb ersatzweise auf Herstellerangaben zu Norm-Nutzungsgrad, H2-Zertifizierung und Garantieleistungen sowie auf Erfahrungswerte von Fachbetrieben, da ein aktueller, methodisch vergleichbarer Prüfbericht eines unabhängigen Instituts fehlt.
Wie entwickeln sich Preise, Technik und Recht bei Gas-Brennwertthermen?
Preise, Rechtslage und Technik der Gas-Brennwerttherme verändern sich bis 2040 in drei parallelen Linien: steigende CO2-Abgabe, wachsende Bio-Treppen-Pflicht und ein wachsender Kostenabstand zur Wärmepumpe. Alle drei Linien verschieben die Wirtschaftlichkeit der Technologie schrittweise.
Der CO2-Preiskorridor liegt 2026 bei 55 bis 65 Euro pro Tonne und erhöht die Gasabgabe planmäßig weiter, was laut ADAC bereits 2026 bis zu 1,55 Cent pro kWh ausmacht. Gleichzeitig steigt die Bio-Treppe von 10 % im Jahr 2029 auf 60 % im Jahr 2040 an, was den Betrieb reiner Gas-Brennwertthermen langfristig verteuert, da Biogas und grüner Wasserstoff im Einkauf teurer sind als fossiles Erdgas.
Im direkten Vergleich zur Wärmepumpe fällt der Kostenabstand schon heute deutlich aus: Eine Gasheizung kostet je nach Verbrauch und Gebäudetyp 1.950 bis 2.900 Euro pro Jahr im Betrieb — das Referenzszenario mit 2.535 bis 2.805 Euro pro Jahr liegt innerhalb dieser marktüblichen Spanne —, eine Wärmepumpe dagegen nur 800 bis 1.900 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre Nutzungsdauer wächst dieser Abstand auf rund 20.000 bis 23.000 Euro an: Der marktübliche Gesamtbetrag von 39.000 bis 58.000 Euro für die Gasheizung — das Referenzszenario liegt mit 50.700 bis 56.100 Euro darin — steht 16.000 bis 38.000 Euro für die Wärmepumpe gegenüber (Differenz der Höchstwerte: 58.000 − 38.000 = 20.000 Euro; Differenz der Mindestwerte: 39.000 − 16.000 = 23.000 Euro).
Diese Tabelle vergleicht die Betriebskosten von Gas-Brennwerttherme und Wärmepumpe pro Jahr und kumuliert über 20 Jahre.
Technologie | Betriebskosten pro Jahr | über 20 Jahre |
Gas-Brennwerttherme | 1.950-2.900 € | 39.000-58.000 € |
Wärmepumpe | 800-1.900 € | 16.000-38.000 € |
Zusätzlich hängt der langfristige Bestand einer Gasheizung von der kommunalen Wärmeplanung ab: Bis zum 1. Dezember 2026 muss die Bundesregierung die Grüngasquote-Details für 2028 festlegen, was die Planungssicherheit für Bestandsanlagen weiter konkretisiert.
Häufige Fragen zu Gas-Brennwertthermen
Ist eine Gas-Brennwerttherme 2026 noch erlaubt?
Ja, seit dem 29. Juli 2026 ist der Neueinbau uneingeschränkt zulässig, da das GModG die 65-Prozent-Pflicht und das Betriebsverbot der §§ 71/72 GEG ersatzlos gestrichen hat.
Was kostet der Einbau einer Gas-Brennwerttherme komplett?
Die Gesamtkosten liegen bei 6.500 bis 15.500 Euro inklusive Gerät, Gasanschluss, Installation und Warmwasserspeicher, abhängig vom Gebäudezustand.
Wie lange hält eine Gas-Brennwerttherme?
Ein Wandgerät hält praktisch 12 bis 15 Jahre, ein Standgerät 15 bis 20 Jahre; die wirtschaftliche Nutzungsdauer nach VDI 2067 beträgt 20 Jahre.
Bekomme ich noch Förderung für eine neue Gasheizung?
Nein, eine reine Gas-Brennwerttherme ist über den KfW-Zuschuss 458 nicht förderfähig — nur die Wärmepumpen-Komponente einer Hybridanlage erhält einen Zuschuss.
Wie viel Wasserstoff verträgt eine moderne Gastherme?
Aktuelle Serienmodelle vertragen bis zu 20 Vol.-% Wasserstoff, werkszertifiziert nach DVGW G 260 und ZP 3100, ohne Geräteumrüstung.
Wie oft muss eine Gas-Brennwerttherme gewartet werden?
Gesetzlich schreibt § 60 GModG kein festes Intervall vor, in der Praxis erfolgt die Wartung jährlich für 100 bis 300 Euro zusätzlich zur Schornsteinfegerprüfung.
Was ist der Unterschied zwischen Gastherme und Gaskessel?
Die Gastherme integriert Heiz- und Warmwasserfunktion in einem Wandgerät, der Gaskessel arbeitet dagegen mit einem externen, separat aufgestellten Warmwasserspeicher.
Lohnt sich eine Gas-Brennwerttherme noch gegenüber einer Wärmepumpe?
Die Betriebskosten liegen mit 1.950 bis 2.900 Euro pro Jahr deutlich über der Wärmepumpe mit 800 bis 1.900 Euro pro Jahr, zusätzlich entfällt die KfW-Förderung.
Für wen lohnt sich eine Gas-Brennwerttherme 2026 noch?
Eine Gas-Brennwerttherme lohnt sich 2026 vor allem für Bestandsgebäude mit intakter Gasinfrastruktur und begrenztem Investitionsbudget, weniger für Neubauten oder Sanierungsfälle mit Förderanspruch. Die Entscheidung hängt von Gebäudezustand, Budget und Zeithorizont ab.
Profil 1: Intakte Gasheizung unter 20 Jahre alt
Ein Austausch ist wirtschaftlich nicht notwendig — die bestehende Anlage bleibt bis zum regulären Lebensende von 12 bis 20 Jahren in Betrieb, ein vorzeitiger Tausch würde ungenutzte Restnutzungsdauer verschenken.
Profil 2: Ausgefallene oder über 20 Jahre alte Gasheizung im Bestand
Eine neue Gas-Brennwerttherme für 6.500 bis 15.500 Euro ist rechtlich zulässig und schnell installiert (1 bis 1,5 Tage), bindet den Haushalt aber an Betriebskosten von 1.950 bis 2.900 Euro pro Jahr ohne Förderung.
Profil 3: Neubau oder Vollsanierung mit Fördermittel-Anspruch
Eine reine Gas-Brennwerttherme verzichtet auf jede KfW-458-Förderung — eine Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe oder eine reine Wärmepumpe mit Betriebskosten von 800 bis 1.900 Euro pro Jahr ist hier wirtschaftlich günstiger.
Profil 4: Haushalt mit Fokus auf langfristige Zukunftssicherheit
Die ab 2029 greifende Bio-Treppe verteuert den Betrieb schrittweise bis auf 60 % Beimischquote 2040 — wer über 2040 hinaus plant, kalkuliert die absehbare Kostensteigerung gegenüber der stabileren Wärmepumpen-Kostenstruktur ein.