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Erdwärmepumpe Kosten: Anschaffung & Bohrung

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Das Wichtigste in Kürze

  • Komplettkosten: Eine Erdwärmepumpe mit Sondenbohrung kostet im Einfamilienhaus 25.000 bis 50.000 Euro vor Förderung, mit Flächenkollektor 18.000 bis 30.000 Euro.
  • Bohrkosten: Die Erdsondenbohrung schlägt mit 50 bis 75 Euro je Bohrmeter zu Buche, bei 150 bis 250 Bohrmetern also 7.500 bis 18.750 Euro; bei schwierigen Böden mit bis zu 120 Euro je Bohrmeter sind bis zu 30.000 Euro möglich.
  • Förderung 2026: Die KfW-Grundförderung liegt bei 30 Prozent, mit Einkommens- und Klimageschwindigkeitsbonus sind bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.
  • Effizienz: Erdwärmepumpen erreichen im Feldmittel eine Jahresarbeitszahl von 4,3 gegenüber 3,4 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen — rund 20 bis 30 Prozent mehr Effizienz.
  • Betriebskosten: Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt rund 120 bis 170 Euro monatlich für Heizstrom, je nach Gebäude und Stromtarif.
  • Wartung: Die jährliche Wartung kostet 100 bis 200 Euro, im ähnlichen Preisbereich wie bei Gasheizungen — der Unterschied liegt im Wegfall der gesetzlichen Kaminkehrer-Pflichttermine.
  • Lohnt sich für: Gebäude mit ausreichend Grundstücksfläche für die Bohrgenehmigung, bei denen sich die Mehrkosten der Bohrung (7.500 bis 30.000 Euro) durch die um 20 bis 30 Prozent höhere Effizienz gegenüber Luft-Wasser-Wärmepumpen über die Nutzungsdauer amortisieren.

Was ist eine Erdwärmepumpe und wie funktioniert sie?

Eine Erdwärmepumpe ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die dem Erdreich über eine Sonde oder einen Flächenkollektor Wärme entzieht und sie über einen Kompressions-Kältekreislauf auf Heiztemperatur anhebt. Der Kreislauf durchläuft vier Stationen: Verdampfer, Kompressor, Kondensator und Expansionsventil. Als Wärmeträgermedium zirkuliert Sole, ein Wasser-Frostschutz-Gemisch, durch das Erdreich und nimmt dort die ganzjährig stabile Temperatur von 8 bis 12 Grad Celsius auf.
Die Sole überträgt die Wärme im Verdampfer an ein Kältemittel, das dabei verdampft. Der Kompressor verdichtet den Dampf und erhöht damit sein Temperaturniveau. Im Kondensator gibt das Kältemittel diese Wärme an den Heizkreislauf des Hauses ab und kondensiert zurück zu einer Flüssigkeit. Das Expansionsventil senkt anschließend Druck und Temperatur wieder ab, sodass der Kreislauf von vorn beginnt. Von der oberflächennahen Geothermie unterscheidet sich dieses Verfahren durch die geringe Bohrtiefe: Erdwärmepumpen erschließen bis zu 100 Meter, tiefe Geothermie mehrere Kilometer.
Eine Besonderheit der Erdwärmepumpe gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die Free-Cooling-Fähigkeit: Im Sommer lässt sich das kühle Erdreich über denselben Sole-Kreislauf zur passiven Raumkühlung nutzen, ohne dass der Kompressor läuft. Diese Funktion steht bei Luft-Wasser-Systemen technisch nicht in derselben Form zur Verfügung.

Welche Bauarten von Erdwärmepumpen gibt es?

Erdwärmepumpen unterscheiden sich nach der Art der Erdwärmenutzung in fünf Bauarten, die sich in Flächenbedarf, Entzugsleistung und Kosten deutlich unterscheiden. Die Wahl der Bauart bestimmt maßgeblich, welcher Genehmigungsaufwand und welche Anschaffungskosten anfallen.

Erdwärmesonde

Die Erdwärmesonde wird senkrecht bis zu 100 Meter tief gebohrt und liefert je nach Bodenart eine Entzugsleistung von 65 bis 80 Watt pro Meter in wasserführendem Sand oder Kies. Sie benötigt kaum Grundstücksfläche und eignet sich damit auch für kleine Grundstücke.

Erdwärmekollektor

Der Erdwärmekollektor verlegt Rohrschleifen horizontal in 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe und erreicht nach VDI 4640 eine Entzugsleistung von 10 bis 40 Watt pro Quadratmeter, abhängig von der Bodenfeuchte. Er benötigt eine Fläche vom 1,5- bis 3-Fachen der beheizten Wohnfläche und eignet sich daher nur für großzügig geschnittene Grundstücke.

Ringgrabenkollektor

Der Ringgrabenkollektor verlegt die Rohre spiralförmig in schmalen, 40 bis 80 Meter langen Gräben und benötigt bei einer Heizlast von 8 Kilowatt nur rund 100 bis 200 Quadratmeter Fläche — deutlich weniger als der klassische Erdwärmekollektor mit dem 1,5- bis 3-Fachen der Wohnfläche.

Erdwärmekorb

Der Erdwärmekorb ist eine kompakte, spiralförmige Sonderform des Kollektors mit einer Leistung von 0,5 bis 2 Kilowatt je Korb und eignet sich für kleinere Objekte oder als Ergänzung bei begrenzter Fläche.

Direktverdampfer

Beim Direktverdampfer zirkuliert das Kältemittel selbst durch die Erdsonde, ohne einen zwischengeschalteten Sole-Kreislauf, wodurch Verlustquellen entfallen. Herstellerangaben nennen für diese Bauart Jahresarbeitszahlen deutlich über 5 — dieser Wert stammt nicht aus der Fraunhofer-ISE-Feldstudie (Feldmittel 4,3 bei einer Spanne von 3,6 bis 5,4 für Sole-Wasser-Erdwärmepumpen), da der Direktverdampfer als eigene, kältemitteldurchflossene Bauart nicht Teil dieser Stichprobe war. Diese Bauart ist in Wasserschutzzonen der Kategorien I und II grundsätzlich untersagt, da bei einer Leckage Kältemittel unmittelbar ins Erdreich gelangen kann.
Vergleich der Erdwärmepumpen-Bauarten nach Entzugsleistung und Flächenbedarf.

Bauart

Entzugsleistung

Flächen-/Tiefenbedarf

 

Erdwärmesonde

65–80 W/m

bis 100 m Bohrtiefe

Erdwärmekollektor

10–40 W/m²

1,5–3× Wohnfläche

Ringgrabenkollektor

vergleichbar Flächenkollektor

40–80 m Graben, 100–200 m² bei 8 kW

Erdwärmekorb

0,5–2 kW/Korb

kompakt, mehrere Körbe möglich

Direktverdampfer

Herstellerangabe JAZ deutlich über 5, kein Sole-Kreislauf

Verbot in Wasserschutzzonen I/II

Wie effizient ist eine Erdwärmepumpe?

Erdwärmepumpen erreichen im Feld eine mittlere Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,3 bei einer Spanne von 3,6 bis 5,4, wie eine vom Bundesverband Wärmepumpe berichtete Feldmessung des Fraunhofer ISE an 77 Anlagen über vier Jahre zeigt. Die JAZ setzt die jährlich abgegebene Wärmemenge ins Verhältnis zur zugeführten elektrischen Energie und ist damit die zentrale Kennzahl für die reale Wirtschaftlichkeit einer Anlage.
JAZ = Qab ÷ Qel
Wo:
  • Qab: jährlich abgegebene Wärmemenge in Kilowattstunden
  • Qel: jährlich zugeführte elektrische Energie in Kilowattstunden
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus (150 m², Jahreswärmebedarf 19.000 kWh)
Gegeben: Wärmeabgabe 19.000 kWh pro Jahr, JAZ 4,3
Berechnung: Stromverbrauch = 19.000 kWh ÷ 4,3 ≈ 4.419 kWh pro Jahr
Ergebnis: Die Wärmepumpe benötigt rund 4.419 Kilowattstunden Strom, um den Jahreswärmebedarf zu decken.
Zum Vergleich erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen im selben Feldtest nur eine mittlere JAZ von 3,4. Die Erdwärmepumpe arbeitet damit rund 20 bis 30 Prozent effizienter. Nach VDI 4650 Blatt 1 gilt für erdgekoppelte Anlagen eine Mindest-Jahresarbeitszahl von 3,8, die als Planungsschwelle für förderfähige Systeme dient. Ein Prüfstandswert, der von der JAZ zu unterscheiden ist, ist der COP (Coefficient of Performance): Er beschreibt die Leistungszahl unter genormten Prüfbedingungen nach DIN EN 14511 und liegt regelmäßig über der im realen Betrieb erreichten JAZ, da er weder Abtau- noch Regelverluste abbildet.
Die Entzugsleistung des Erdreichs berechnet sich aus der Heizleistung und dem COP am Auslegungspunkt:
Entzugsleistung = Heizleistung × (1 − 1 ÷ COP)
Wo:
  • Heizleistung: benötigte Heizlast der Wärmepumpe in Kilowatt
  • COP: Leistungszahl am Auslegungspunkt (Prüfstandswert)

Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett mit Einbau?

Eine Erdwärmepumpe mit Sondenbohrung kostet im Einfamilienhaus komplett 25.000 bis 50.000 Euro vor Förderung. Ein detailliertes Beispielhaus beziffert co2online mit rund 47.000 Euro. Mit Flächenkollektor statt Sondenbohrung liegen die Gesamtkosten schätzungsweise bei 18.000 bis 30.000 Euro, da die teure Bohrung entfällt.
Typische Einzelposten einer Erdwärmepumpen-Installation mit Sondenbohrung vor Förderung.

Kostenposition

Betrag

 

Wärmepumpe (Gerät)

10.000–16.000 €

Erdsondenbohrung (150–250 Bohrmeter)

7.500–30.000 €

Installation, Heizungsintegration

4.000–8.000 €

Die Extremwerte der Einzelposten treten selten gleichzeitig auf: Der Bohrkosten-Höchstwert von 30.000 Euro gilt nur bei schwierigen Böden, während die genannte Gesamtspanne von 25.000 bis 50.000 Euro den marktüblichen Durchschnittsfall aus mehreren Quellen (co2online, Thermondo) abbildet.
Die Gesamtprojektdauer reicht laut enter.de von der Erstberatung bis zur Inbetriebnahme über 8 bis 12 Wochen, wovon die eigentlichen Bohrarbeiten 4 bis 6 Tage beanspruchen. Die KfW-Förderung greift dabei nur auf die gedeckelten förderfähigen Kosten von 28.000 Euro, nicht auf die vollen Bruttokosten: Beim co2online-Beispielhaus (47.000 Euro Bruttokosten) sinkt die Netto-Investition je nach individuellem Fördersatz (30 bis 80 Prozent von 28.000 Euro) auf 24.600 bis 38.600 Euro.

Was kostet die Erdsondenbohrung für eine Erdwärmepumpe?

Die Erdsondenbohrung kostet 50 bis 75 Euro je Bohrmeter, bei schwierigen Böden mit hohem Gesteinsanteil bis zu 120 Euro je Bohrmeter, wie Vergleichsportale wie Heizungsfinder und myHammer ermitteln. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Heizlast von 10 Kilowatt sind laut Leospardo 150 bis 250 Bohrmeter nötig, was bei Standardpreisen Gesamtkosten von 7.500 bis 18.750 Euro allein für die Bohrung ergibt, bei schwierigen Böden bis zu 30.000 Euro. Das teilsanierte 150-Quadratmeter-Referenzhaus dieses Artikels hat mit 12 Kilowatt eine etwas höhere Heizlast (siehe Heizlast-Rechnung im Abschnitt Neubau und Altbau) und benötigt entsprechend Bohrmeter im mittleren Bereich dieser Spanne.
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus, zwei Sonden à 90–100 Meter (190 Bohrmeter gesamt)
Gegeben: 190 Bohrmeter, Bohrpreis 60 €/m (mittlerer Wert der Spanne)
Berechnung: 190 m × 60 €/m = 11.400 €
Ergebnis: Die Bohrkosten für das Referenzhaus liegen bei rund 11.400 Euro, zusätzlich zu Gerät und Installation.
Bohrfirmen müssen für die Erdsondenbohrung zertifiziert sein und eine Bohrlochversicherung nachweisen — Details zu Zertifizierung und Versicherungspflicht stehen im Abschnitt Genehmigungen.

Wie hoch sind die monatlichen Betriebs- und Stromkosten?

Die monatlichen Betriebskosten einer Erdwärmepumpe liegen bei einem durchschnittlichen Haushalt bei rund 170 Euro, wie co2online an einem Beispielhaus mit 130 Quadratmetern und Baujahr 1994 ermittelt. Thermondo beziffert die Jahresstromkosten für einen Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden bei einem Wärmepumpentarif von 33 Cent je Kilowattstunde auf rund 1.535 Euro, umgerechnet etwa 128 Euro monatlich.
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus (Jahreswärmebedarf 19.000 kWh, JAZ 4,3)
Gegeben: Stromverbrauch 4.419 kWh/Jahr (siehe Effizienz-Rechnung), Wärmepumpentarif 33 ct/kWh
Berechnung: 4.419 kWh × 0,33 €/kWh ≈ 1.458 € pro Jahr
Ergebnis: Die jährlichen Stromkosten liegen bei rund 1.458 Euro, das entspricht etwa 122 Euro monatlich.
Die drei Werte weichen voneinander ab, weil sie unterschiedliche Gebäude zugrunde legen: co2onlines 170-Euro-Beispiel bezieht sich auf ein größeres Haus mit Baujahr 1994 und entsprechend höherem Wärmebedarf, während Thermondos Rechnung und das Referenzhaus-Beispiel dieses Artikels von einem vergleichbaren Jahreswärmebedarf um 19.000 bis 20.000 Kilowattstunden ausgehen und auf 122 bis 128 Euro monatlich kommen. Für ein teilsaniertes bis modernes Einfamilienhaus sind damit rund 120 bis 130 Euro monatlich realistisch, für ältere, wenig sanierte Gebäude mit höherem Wärmebedarf auch deutlich mehr. Die tatsächlichen Kosten hängen zudem vom individuellen Wärmepumpen-Stromtarif, der Gebäudedämmung und der eingestellten Vorlauftemperatur ab: Eine niedrigere Vorlauftemperatur senkt den Stromverbrauch, da der Kompressor eine geringere Temperaturdifferenz überwinden muss.

Was kostet die Wartung einer Erdwärmepumpe?

Die jährliche Wartung einer Erdwärmepumpe kostet 100 bis 200 Euro, wie co2online angibt, und liegt damit im Bereich der Wartungskosten einer Gasheizung von rund 100 bis 250 Euro jährlich. Der Unterschied liegt nicht primär im Preis, sondern darin, dass bei der Erdwärmepumpe keine Verbrennung stattfindet und folglich keine gesetzlich vorgeschriebenen Kaminkehrer-Pflichttermine anfallen. Die Wartung umfasst die Prüfung von Kältemitteldruck, Soleflüssigkeit und Wärmetauschern.
Seit dem 17. April 2026 gilt nach der ChemKlimaschutzV eine neue Kältemittel-Zertifizierungspflicht für Fachbetriebe, die Wartungsarbeiten am Kältekreislauf durchführen. Zusätzlich schreibt die EU-F-Gase-Verordnung ab dem 1. Januar 2027 für neue Monoblock-Wärmepumpen bis 12 Kilowatt eine Kältemittelgrenze von GWP 150 vor, was bei einer Kaufentscheidung 2026 bereits eine Rolle spielt.

Wie wirkt sich die Förderung 2026 auf die Kosten aus?

Die KfW-Förderung senkt die Netto-Investition einer Erdwärmepumpe seit der Reform vom 21. Juli 2026 um 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Grundförderung beträgt einheitlich 30 Prozent, hinzu kommt ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent, der ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte sinkt, sowie ein gestaffelter Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent je nach Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000, 40.000 beziehungsweise 50.000 Euro.
Förderbausteine der KfW-Heizungsförderung für Erdwärmepumpen ab 21. Juli 2026.

Förderbaustein

Höhe

Voraussetzung

 

Grundförderung

30 %

alle Antragstellenden

Klimageschwindigkeitsbonus

16 % (sinkt ab 01.02.2027)

Austausch funktionstüchtiger fossiler Heizung

Einkommensbonus

40 / 30 / 10 %

Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 €

Maximaler Fördersatz

70 % regulär, 80 % mit vollem Einkommensbonus

Kombination aller Boni

Die Boni addieren sich nicht unbegrenzt: Die KfW deckelt die Kombination aus Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus auf 70 Prozent, solange der Einkommensbonus nicht die volle Stufe von 40 Prozent erreicht; erst der volle Einkommensbonus von 40 Prozent hebt den Gesamtdeckel auf 80 Prozent an. Die KfW kappt eine rechnerische Summe aus Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und vollem Einkommensbonus (30 + 16 + 40 = 86 Prozent) damit auf 80 Prozent.
Der Effizienzbonus für natürliche Kältemittel und der Emissionsminderungszuschlag sind mit der Reform entfallen. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 28.000 Euro gedeckelt, ein Betrag, der ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro sinkt.
Fördervoraussetzung ist zudem eine Mindesteffizienz von ETAs 180 Prozent bei 35 Grad Vorlauftemperatur für Sole-Wasser-Wärmepumpen, gegenüber 145 Prozent bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Diese Schwellen legt die technische BEG-EM-Förderrichtlinie vom 17. Juli 2026 fest — ein eigenständiges Regelwerk, das die Effizienzanforderungen der KfW-Förderreform vom 21. Juli 2026 konkretisiert und wenige Tage vor deren Inkrafttreten veröffentlicht wurde.

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Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus, förderfähige Kosten 28.000 €, Haushaltseinkommen 35.000 €
Gegeben: Grundförderung 30 %, Klimageschwindigkeitsbonus 16 %, Einkommensbonus 30 % (Einkommen 30.001–40.000 €)
Berechnung: 30 % + 16 % + 30 % = 76 %, gekappt auf den Deckel von 70 % (kein voller 40-Prozent-Einkommensbonus); 28.000 € × 0,70 = 19.600 €
Ergebnis: Die Förderung beträgt 19.600 Euro, die Eigenbeteiligung an den förderfähigen Kosten liegt bei 8.400 Euro.
Der Antrag läuft über das KfW-Förderportal „Meine KfW" und muss vor Auftragserteilung an den Fachbetrieb gestellt werden.

Was kostet eine Erdwärmepumpe im Neubau und im Altbau?

Im Neubau liegen die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe meist im unteren Bereich der Spanne von 25.000 bis 50.000 Euro, da die geringere Heizlast eine kürzere Sonde und ein kleineres Gerät erlaubt und Rückbau- oder Anpassungskosten entfallen. Die Heizlast lässt sich mit der Faustformel abschätzen:
Heizlast [kW] = Wohnfläche [m²] × spezifischer Wärmebedarf [W/m²] ÷ 1000
Wo:
  • Wohnfläche: beheizte Fläche in Quadratmetern
  • spezifischer Wärmebedarf: Neubau 30–50 W/m², teilsaniertes Gebäude 60–100 W/m², unsaniertes Gebäude 100–160 W/m²
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus, teilsaniert, 150 m²
Gegeben: Wohnfläche 150 m², spezifischer Wärmebedarf 80 W/m² (teilsaniert)
Berechnung: 150 m² × 80 W/m² ÷ 1000 = 12 kW
Ergebnis: Die Heizlast des Referenzhauses beträgt 12 Kilowatt und bestimmt die Dimensionierung von Wärmepumpe und Erdsonde.
Im Altbau kommt beim Austausch einer alten Heizung häufig zusätzlicher Aufwand für die Anpassung des Heizsystems hinzu: Ein teilweiser oder vollständiger Heizkörpertausch auf größerflächige Modelle für niedrigere Vorlauftemperaturen kostet für ein typisches Einfamilienhaus rund 4.000 bis 12.000 Euro zusätzlich. Ein unsaniertes Gebäude mit einem spezifischen Wärmebedarf von 100 bis 160 W/m² benötigt zudem eine größer dimensionierte Sonde und eine leistungsstärkere Wärmepumpe als ein Neubau, was die Gesamtkosten gegenüber dem Referenzszenario weiter erhöht.

Erdwärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe: was ist günstiger?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Anschaffung mit 27.000 bis 40.000 Euro günstiger als die Erdwärmepumpe mit Sondenbohrung (25.000 bis 50.000 Euro), da Bohrung und Genehmigungsverfahren entfallen. Mit Flächenkollektor statt Sondenbohrung kann die Erdwärmepumpe die Luft-Wasser-Wärmepumpe am unteren Ende sogar unterbieten: Die Gesamtkosten liegen dann bei 18.000 bis 30.000 Euro, sofern das Grundstück die nötige Kollektorfläche bietet. Im laufenden Betrieb schneidet die Erdwärmepumpe in beiden Bauarten effizienter ab: Mit einer mittleren JAZ von 4,3 gegenüber 3,4 bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt sie rund 20 bis 30 Prozent weniger Strom für dieselbe Wärmemenge.
Vergleich von Erdwärmepumpe und Luft-Wasser-Wärmepumpe nach Kosten und Effizienz.

Merkmal

Erdwärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpe

 

Anschaffungskosten mit Sondenbohrung (EFH)

25.000–50.000 €

27.000–40.000 €

Anschaffungskosten mit Flächenkollektor (EFH)

18.000–30.000 €

JAZ Feldmittel

4,3

3,4

Genehmigungsaufwand

wasserrechtliche Erlaubnis/Anzeige

keine Bohrgenehmigung nötig

Installationsdauer

8–12 Wochen inkl. Bohrung

kürzer, ohne Bohrarbeiten

Die höheren Anschaffungskosten der Erdwärmepumpe amortisieren sich über niedrigere Stromkosten während der Nutzungsdauer, sofern das Grundstück eine Bohrgenehmigung zulässt. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe bleibt die praktikablere Alternative, wenn diese Möglichkeit fehlt, etwa in engen Wohnsiedlungen oder Wasserschutzzonen.
Beispiel: Amortisation der Bohrkosten am Referenz-Einfamilienhaus
Gegeben: Bohrkosten Referenzhaus 11.400 € (190 Bohrmeter × 60 €/m, siehe Bohrkosten-Rechnung), Stromverbrauch Erdwärmepumpe 4.419 kWh/Jahr (JAZ 4,3), Stromverbrauch einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bei gleichem Jahreswärmebedarf 19.000 kWh und JAZ 3,4 rechnerisch 5.588 kWh/Jahr, Wärmepumpentarif 33 ct/kWh
Berechnung: Jährliche Stromkostenersparnis = (5.588 kWh − 4.419 kWh) × 0,33 €/kWh ≈ 386 €; Amortisationszeit = 11.400 € ÷ 386 €/Jahr ≈ 29,5 Jahre
Ergebnis: Am Referenzhaus amortisieren sich die Bohrkosten allein über die Stromkostenersparnis erst nach rund 30 Jahren; bei höherer Förderquote oder höherem Strompreis verkürzt sich dieser Zeitraum entsprechend.

Was kostet eine Erdwärmepumpe in der Schweiz?

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde kostet in der Schweiz für ein Einfamilienhaus komplett rund 55.000 bis 80.000 Schweizer Franken inklusive Gerät, Installation, Speicher und Bohrung, wie Heizkosten-Rechner.ch für 2026 angibt. Die Erdsondenbohrung allein schlägt davon häufig mit 15.000 bis 25.000 Schweizer Franken zu Buche. Das Schweizer Preisniveau liegt damit spürbar über dem deutschen, da sowohl Gerät und Installation als auch die Bohrung in der Schweiz teurer ausfallen als in Deutschland.
Schweizer Kantone regeln die Bohrgenehmigung für Erdwärmesonden eigenständig, mit unterschiedlichen Vorgaben zu Mindestabständen und Bohrtiefen-Beschränkungen. Wer eine Erdwärmepumpe in der Schweiz plant, klärt die kantonalen Auflagen vorab mit der zuständigen Behörde, da die Genehmigungspraxis regional stärker variiert als in Deutschland.

Welche Genehmigungen sind nötig und was kosten sie?

Für Erdwärmesonden ist nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Die Behörde erhebt dafür eine aufwandsbezogene Verwaltungsgebühr von 250 bis 600 Euro, wie Thermondo für die Genehmigung einer Erdwärmebohrung angibt. Für Erdwärmekollektoren genügt vielerorts eine einfache Anzeige. Die Anzeige muss spätestens einen Monat vor Arbeitsbeginn bei der zuständigen unteren Wasserbehörde eingehen. Ab einer Bohrtiefe von 100 Metern kommt zusätzlich eine bergrechtliche Anzeigepflicht hinzu, wie der Landkreis Amberg-Sulzbach angibt. Eine bundesweit einheitliche Gebührenpauschale gibt es nicht; die Höhe richtet sich nach dem Bearbeitungsaufwand des jeweiligen Landkreises.
Die Genehmigungsdauer schwankt regional zwischen 4 und 12 Wochen. Bohrfirmen müssen nach DVGW W 120-2 zertifiziert sein, gestaffelt nach Tiefenkategorien G100, G200 und G400. Für die Bohrung ist außerdem eine verschuldensunabhängige Bohrlochversicherung Pflicht, die separat von der allgemeinen Bauherrenhaftpflicht abgeschlossen werden muss.

Welche Nachteile und Risiken hat eine Erdwärmepumpe?

Die Erdwärmepumpe hat drei zentrale Nachteile: höhere Anschaffungskosten durch die Bohrung, ein Bohrschadensrisiko bei unsachgemäßer Ausführung und die Abhängigkeit vom Grundstück. Alle drei lassen sich durch Förderung, Fachbetriebswahl und Standortprüfung deutlich reduzieren.

Höhere Anschaffungskosten durch Bohrung

Symptom: Die Bohrkosten von 7.500 bis 18.750 Euro, bei schwierigen Böden bis zu 30.000 Euro, erhöhen die Anschaffungskosten gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe spürbar. Folge: Am Referenzhaus-Szenario amortisieren sich die Bohrkosten allein über die Stromkostenersparnis erst nach rund 30 Jahren (siehe Rechenbeispiel im Abschnitt Erdwärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe), abhängig von der erzielten Förderquote und dem individuellen Stromtarif. Prävention: Die volle KfW-Förderung von bis zu 80 Prozent ausschöpfen und die Fördersätze vor Vertragsunterzeichnung mit dem Fachbetrieb kalkulieren.

Bohrschäden durch unsachgemäße Ausführung

Symptom: Fehlerhafte Bohrungen können zu Erdhebungen führen, wie der bekannte Schadensfall in Staufen im Breisgau 2007 zeigt. Dort durchstießen Erdwärmesonden eine wasserstauende Schicht und lösten eine Anhydrit-Quellung aus. Folge: Gebäuderisse und aufwendige Sanierungen. Prävention: Eine Analyse des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt, dass in rund 90 Prozent der untersuchten Schadensfälle eine unvollständige oder undichte Hinterfüllung des Bohrlochs die Ursache war. Die Wahl eines nach DVGW W 120-2 zertifizierten Fachbetriebs senkt dieses Risiko erheblich. Die statistische Schadenswahrscheinlichkeit liegt laut KIT bei unter 0,002 Prozent pro Jahr in Baden-Württemberg.

Grundstücksabhängigkeit

Symptom: Nicht jedes Grundstück erlaubt eine Erdsondenbohrung, etwa in Wasserschutzzonen oder bei ungünstiger Geologie. Folge: Die geplante Bauart muss durch eine Alternative wie den Flächenkollektor oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt werden. Prävention: Vor der Kaufentscheidung eine geologische Standortprüfung und Anfrage bei der unteren Wasserbehörde einholen.

Was sagen unabhängige Tests und Studien zu Erdwärmepumpen?

Die Stiftung Warentest hat Wärmepumpen zuletzt 2007 in einem Test von 10 Geräten geprüft; Testsieger unter den Sole-Wasser-Modellen wurde die Erdwärmepumpe Vaillant Geotherm plus VWS 102/2 mit der Note 2,1, ebenfalls gut bewertet wurden Modelle von Alpha-InnoTec, Stiebel Eltron und Tecalor. Ein aktueller Einzeltest liegt seither nicht vor. Belastbarere und aktuellere Praxisdaten liefert die Feldstudie des Fraunhofer ISE, die das Institut gemeinsam mit Energieversorgern und neun Herstellern an 77 Anlagen über vier Jahre durchgeführt und im November 2025 veröffentlicht hat. Der Bundesverband Wärmepumpe berichtet: Sie bestätigt die mittlere JAZ von 4,3 für erdgekoppelte Anlagen im realen Betrieb, deutlich über dem VDI-4650-Mindestwert von 3,8.
Eine frühere Fraunhofer-ISE-Untersuchung an 56 Bestandsgebäuden aus dem Jahr 2020 ermittelte für 12 untersuchte erdgekoppelte Anlagen eine JAZ-Spanne von 3,3 bis 4,7 mit einem Mittelwert von 4,1. Die neuere Erhebung 2025 bestätigt damit einen leichten Effizienzanstieg bei aktuelleren Anlagen im Feld.

Wie entwickeln sich Kosten, Technik und Förderung künftig?

Die Förderlandschaft verändert sich planmäßig weiter: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte, ebenso die förderfähige Kostenobergrenze, die im selben Rhythmus um 750 Euro je Halbjahr zurückgeht. Wer eine Erdwärmepumpe plant, sichert sich mit einem frühzeitigen Förderantrag 2026 die aktuell höchsten Bonussätze.
Technisch verschärft sich ab dem 1. Januar 2027 die Kältemittelregulierung: Neue Monoblock-Wärmepumpen bis 12 Kilowatt dürfen dann nur noch Kältemittel mit einem GWP-Wert unter 150 verwenden, was den Trend zu natürlichen Kältemitteln wie Propan beschleunigt. Fachbetriebe benötigen seit dem 17. April 2026 zusätzlich eine eigene Kältemittel-Zertifizierung nach der ChemKlimaschutzV, was die Auswahl qualifizierter Installateure für Bauherren relevanter macht.

Häufige Fragen zu Erdwärmepumpe Kosten

Wie viel kostet eine Erdwärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Eine Erdwärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet mit Sondenbohrung 25.000 bis 50.000 Euro vor Förderung, mit Flächenkollektor 18.000 bis 30.000 Euro.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für eine Erdwärmepumpe 2026?

Die KfW-Förderung beträgt seit dem 21. Juli 2026 mindestens 30 Prozent Grundförderung und erreicht mit Einkommens- und Klimageschwindigkeitsbonus bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten.

Was kostet ein Bohrmeter für eine Erdwärmesonde?

Ein Bohrmeter für eine Erdwärmesonde kostet 50 bis 75 Euro, bei schwierigen Böden bis zu 120 Euro je Meter.

Wie viel Strom verbraucht eine Erdwärmepumpe im Jahr?

Bei einem Jahreswärmebedarf von 19.000 Kilowattstunden und einer JAZ von 4,3 verbraucht eine Erdwärmepumpe rund 4.419 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Lohnt sich eine Erdwärmepumpe gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Erdwärmepumpe lohnt sich, wenn das Grundstück eine Bohrgenehmigung zulässt: Sie erreicht mit einer JAZ von 4,3 rund 20 bis 30 Prozent mehr Effizienz als die Luft-Wasser-Wärmepumpe, bei höheren Anschaffungskosten durch die Bohrung.

Wie lange dauert der Einbau einer Erdwärmepumpe?

Der Gesamtprozess von Beratung bis Inbetriebnahme dauert 8 bis 12 Wochen, die eigentlichen Bohrarbeiten nehmen davon 4 bis 6 Tage in Anspruch.

Welche Genehmigung braucht eine Erdwärmesonde?

Eine Erdwärmesonde benötigt nach § 49 WHG eine wasserrechtliche Erlaubnis, die spätestens einen Monat vor Arbeitsbeginn bei der unteren Wasserbehörde beantragt werden muss.

Wie teuer ist die Wartung einer Erdwärmepumpe pro Jahr?

Die jährliche Wartung einer Erdwärmepumpe kostet 100 bis 200 Euro und umfasst die Prüfung von Kältemitteldruck, Sole und Wärmetauschern.

Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe?

Die Entscheidung für eine Erdwärmepumpe hängt von Grundstück, Sanierungsstand und Fördersituation ab. Die folgende Matrix ordnet typische Nutzerprofile den passenden Empfehlungen zu.
Entscheidungsmatrix: Für welche Nutzerprofile sich eine Erdwärmepumpe eignet.

Profil

Empfehlung

 

Neubau mit ausreichend Grundstücksfläche

Erdwärmepumpe mit Sondenbohrung nutzt die niedrige Heizlast des Neubaus und die hohe JAZ optimal aus.

Teilsanierter Altbau (Referenzszenario)

Erdwärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll, wenn Bohrgenehmigung vorliegt; Heizflächen ggf. anpassen für niedrige Vorlauftemperatur.

Kleines Grundstück ohne Bohrmöglichkeit

Luft-Wasser-Wärmepumpe als Alternative, da keine Bohrgenehmigung nötig ist.

Grundstück in Wasserschutzzone I/II

Direktverdampfer-Bauart ausgeschlossen; Sole-Wasser-Sonde oder Flächenkollektor prüfen, alternativ Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Budget mit niedrigem Haushaltseinkommen (bis 30.000 €)

Voller Einkommensbonus von 40 % senkt die Eigenbeteiligung erheblich, Erdwärmepumpe wird förderseitig attraktiv.

Grundsätzlich lohnt sich eine Erdwärmepumpe für Hausbesitzer, deren Grundstück eine Bohrgenehmigung zulässt und die eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten planen: Die um 20 bis 30 Prozent höhere Effizienz gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe gleicht die höheren Bohrkosten über die Betriebszeit aus, insbesondere in Kombination mit der KfW-Förderung von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten im Jahr 2026.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen