Gaspreise 2026: ct/kWh, CO₂-Aufschlag, Prognose bis 2030

Das Wichtigste in Kürze

  • Der BDEW-Durchschnittsgaspreis für Haushaltskunden lag im Januar 2026 bei 11,10 Ct/kWh – deutlich über dem Vorkrisenniveau von ca. 5–6 Ct/kWh (2021).
  • Die realistische Preisspanne für 2026 liegt bei 12,5–13,2 Ct/kWh im Durchschnitt; günstige Neukundentarife sind ab ca. 8–10 Ct/kWh verfügbar, die Grundversorgung kostet 13,6–14,0 Ct/kWh.
  • Der Iran-Konflikt (ab Ende Februar 2026) hat den TTF-Großhandelsmarkt von ca. 32 Euro/MWh auf über 65 Euro/MWh katapultiert – eine Verdopplung in 48 Stunden.
  • CO₂-Aufschlag 2026: Bei 65 Euro/t CO₂ (obere Korridorgrenze) kostet die CO₂-Abgabe auf Erdgas ca. 1,40–1,55 Ct/kWh brutto – rund 280 Euro Mehrkosten pro Jahr bei 20.000 kWh Verbrauch.
  • Netzentgelte steigen 2026 bundesweit um ca. 10–12 % – in einzelnen Bundesländern (Saarland, Thüringen) sogar um 20–21 %; gleichzeitig sinken Stromnetzentgelte durch staatliche Zuschüsse von 6,5 Milliarden Euro.
  • Prognose ab 2027: Steigende CO₂-Kosten durch den EU-ETS 2 (ab 2028) und wachsende Netzkosten bei sinkender Kundenzahl machen Gas langfristig zur teuersten Heizoption.
  • Wärmepumpe 2026 günstiger: Bei einem COP von 3,5–4,0 heizt eine Wärmepumpe bereits 30–40 % günstiger als eine Gasheizung.

Was kostet Gas 2026 pro kWh?

Der Endkundenpreis für Erdgas setzt sich 2026 aus mehreren Komponenten zusammen. Der gewichtete BDEW-Durchschnittspreis aller Vertragsverhältnisse lag im Januar 2026 bei 11,10 Ct/kWh. Die tatsächlich gezahlten Preise variieren je nach Vertragstyp erheblich:
VertragstypPreis Ct/kWhKontext
Neukunden (Tarife mit Preisgarantie)9,8–10,47Anstieg um ca. 21 % seit Februar 2026
Bestandskunden (Laufzeitverträge)9,93–10,74Relativ stabil durch Absicherung
Grundversorgung13,6–14,0Teuerste Option, regionaler Durchschnitt
BDEW-Durchschnitt (Januar 2026)11,10Gewichteter Gesamtdurchschnitt
Destatis meldet für das zweite Halbjahr 2024 einen durchschnittlichen Haushaltsgaspreis von 12,28 Ct/kWh – das entspricht einem Anstieg von 79,8 % gegenüber dem Vorkrisenniveau 2021.

Warum der Preisvorteil von Neukundentarifen so groß ist

Die Spreizung zwischen Grundversorgung (13–14 Ct/kWh) und günstigsten Neukundentarifen (8–10 Ct/kWh) hat sich 2026 ausgeweitet. Ein Wechsel aus der Grundversorgung in den günstigsten verfügbaren Tarif bietet bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ein Einsparpotenzial von bis zu 1.250 Euro pro Jahr. Vergleichsportale wie Check24 empfehlen den Tarifwechsel als größten einzelnen Hebel zur Kostensenkung.

Die Preiskomponenten: Warum Gas so teuer ist

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Jahresverbrauch zahlt 2026 folgende Preisbestandteile:
KomponenteCt/kWhAnteil
Beschaffung und Vertrieb5,0445,4 %
Netzentgelte (inkl. Messung)2,5723,2 %
CO₂-Preis (BEHG)1,4012,6 %
Mehrwertsteuer (19 %)1,5113,6 %
Erdgassteuer0,555,0 %
Konzessionsabgabe0,030,3 %
Gasspeicherumlage0,000,0 %
Gesamt11,10100 %

Wegfall der Gasspeicherumlage ab 2026

Zum 1. Januar 2026 wurde die Gasspeicherumlage vollständig abgeschafft. Diese 2022 eingeführte Umlage (zuletzt 0,289 Ct/kWh) refinanzierte die staatlich überwachte Speicherbefüllung. Die Kosten übernimmt nun der Bundeshaushalt über den Klima- und Transformationsfonds (KTF).
Entlastung: Ca. 69 Euro brutto pro Jahr bei 20.000 kWh. Dieser Effekt wird jedoch durch den gleichzeitigen Anstieg von CO₂-Abgabe und Netzentgelten nahezu vollständig kompensiert.

CO₂-Steuer auf Gas 2026: Berechnung und Auswirkung

Das BEHG-Auktionssystem 2026

2026 markiert den Übergang von staatlich festgelegten Festpreisen zu einem marktbasierten Versteigerungssystem für CO₂-Zertifikate. An der Leipziger Energiebörse EEX werden die Zertifikate im Einheitspreis-Modell versteigert.
ParameterWert
Mindestpreis (Floor)55 Euro/t CO₂
Höchstpreis (Cap)65 Euro/t CO₂
Festpreisphase (bei Mengenmangel)68 Euro/t
Nachkaufpreis (Januar–August 2027)70 Euro/t
Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage rechnen Marktanalysten damit, dass die Preise 2026 am oberen Ende des Korridors bei 65 Euro/t gehandelt werden.

Formel: CO₂-Aufschlag auf den Gaspreis

Der Emissionsfaktor für Erdgas beträgt 201 Gramm CO₂ pro kWh (Brennwert). Bei 65 Euro/t:

$$K_{\text{CO₂ brutto}} = 0{}000201 \text{ t/kWh} \times 65 \text{ €/t} \times 1{}19 \approx 1{}55 \text{ Ct/kWh}$$

CO₂-Aufschlag im historischen Vergleich

JahrCO₂-Preis (€/t)Aufschlag Gas (Ct/kWh brutto)Jahreskosten (20.000 kWh)
2024450,97194 €
2025551,19238 €
2026651,40–1,55280–310 €
2030 (Prognose)120–1502,59–3,25518–650 €

Gaspreise 2026: Geopolitischer Preisschock

Der Iran-Konflikt und sein Einfluss auf den TTF

Ende Februar 2026 eskalierten die Kampfhandlungen zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die faktische Schließung der Straße von Hormus – durch die unter normalen Bedingungen 19–20 % des weltweiten LNG-Handels fließen – hat den europäischen Gasmarkt fundamental erschüttert.
Raketenangriffe auf die Industriestadt Ras Laffan in Katar beschädigten zentrale Flüssiggasanlagen schwer. Katar ist der zweitwichtigste LNG-Produzent der Welt; Schätzungen von QatarEnergy zufolge dauern die Reparaturen drei bis fünf Jahre.

TTF-Preisentwicklung im Frühjahr 2026

ZeitraumTTF-Gaspreis (€/MWh)Marktzustand
Januar 202632–35Relative Stabilität
Ende Februar 202631,96Vorabend des Konflikts
3. März 202662,64–65,79Akuter Preisschock
9. März 202669,50Intraday-Hoch
17. März 202648,29–50,00Teilweise Konsolidierung
24. März 202653,32–55,00Volatile Seitwärtsbewegung
Effekt auf Endkundenpreise: Bestandskunden mit laufenden Verträgen spüren den Preisschock verzögert. Neukunden, die im März/April 2026 Verträge abschließen, zahlen bereits 9,8–10,5 Ct/kWh statt der früheren 8 Ct/kWh.

Kritische Speicherstände

Die deutschen Gasspeicher lagen am 22. März 2026 bei einem Füllstand von 22,1–22,25 % – deutlich unter dem Vorjahresniveau (ca. 30 % im März 2025) und weit unter dem Rekordniveau von 76 % im März 2024. Das erschwert die Sommerbefüllung erheblich und treibt die Beschaffungskosten.

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Gaspreise 2026: Netzentgelte als unterschätzter Preistreiber

Die Fixkosten-Falle bei sinkendem Verbrauch

Ein strukturelles Problem verschärft die Gaspreise langfristig: Der Gesamtgasverbrauch sinkt durch milde Winter, schwache Konjunktur und den Wechsel zu Wärmepumpen. Die Fixkosten für den Erhalt des Gasnetzes bleiben jedoch nahezu konstant. Dadurch steigen die Kosten pro durchgeleiteter Kilowattstunde.
Bundesweiter Anstieg der Gasnetzentgelte 2026: ca. 10–12 %

Regionale Unterschiede

BundeslandÄnderung 2026Mehrbelastung (ca. 20.000 kWh)
Saarland+21,0 %+133 €
Thüringen+20,0 %+121 €
Schleswig-Holstein+20,0 %+114 €
Hamburg+19,0 %+77 €
Bundesdurchschnitt+11,2 %+61 €
Berlin+4,0 %+17 €
Brandenburg+4,0 %+17 €
Sachsen-Anhalt+2,0 %+8 €
Einzelne Netzbetreiber zeigen Extremwerte: Stadtwerke Pforzheim meldeten Aufschläge von bis zu 48,7 %. E.DIS Netz in Teilen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns konnte die Entgelte hingegen um 7,4 % senken.

Strom vs. Gas: Die Divergenz verschärft sich

Während Gasnetzentgelte 2026 steigen, sinken Stromnetzentgelte durch staatliche Zuschüsse von 6,5 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Übertragungsnetzentgelte um bundesweit 16–17,6 %. Diese Divergenz verstärkt den ökonomischen Druck auf fossile Heizsysteme erheblich.

Steigen die Gaspreise 2026?

Die Antwort ist differenziert:
Kurzfristig (2026 vs. 2025): Für viele Haushalte sinken die Gasrechnungen 2026 leicht, weil überteuerte Altverträge auslaufen und günstigere Marktpreise ankommen. E.ON-Chef Birnbaum prognostizierte für einen typischen Drei-Personen-Haushalt eine Ersparnis von ca. 200 Euro beim Gas gegenüber 2025.
Mittelfristig (ab 2027): Die CO₂-Kosten steigen weiter, die Netzentgelte erhöhen sich bei sinkender Kundenzahl, und die Bio-Treppe des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) verteuert Gas durch verpflichtende Biogasbeimischung.
Langfristig (ab 2028): Der Übergang zum EU-ETS 2 macht Gas strukturell teurer.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) 2026 und seine Folgen

Am 24. Februar 2026 stellte die schwarz-rote Koalition das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vor. Es ersetzt die umstrittene GEG-Novelle von 2024 und kehrt zur Technologieoffenheit zurück.

Kernänderungen

  • Streichung der 65-%-EE-Pflicht: Die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, entfällt
  • Wegfall von Betriebsverboten: Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Gas- und Ölheizungen wird gestrichen
  • Entkopplung von Wärmeplanung: Neue Heizungen müssen nicht mehr auf kommunale Wärmepläne warten

Die Bio-Treppe: Schrittweise Verteuerung ab 2029

ZeitraumMindestanteil Bio-Brennstoffe
bis 31.12.20280 % (Übergangszeitraum)
ab 01.01.202910 % (Stufe 1)
2030–2034Stufe 2 (Definition folgt)
2035–2039Stufe 3 (Definition folgt)
ab 2040100 % (Endziel)
Die Kostenfalle: Biomethan kostet aktuell ca. 10–15 % mehr als fossiles Erdgas. Bei Tarifen mit 65 % Biogasanteil steigen die Kosten bereits heute um bis zu 25 %. Da Biomasse weltweit knapp ist und Industrie und Stahl ebenfalls auf grüne Gase angewiesen sein werden, sind erhebliche Preissprünge in den 2030er-Jahren wahrscheinlich.

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Haushalte, die 2026 eine neue Gasheizung kaufen, binden sich an steigende Brennstoffkosten für die nächsten 15–20 Jahre.

Gaspreise 2026 vs. Wärmepumpe: Der Wirtschaftlichkeitsvergleich

Bei einem durchschnittlichen Gaspreis von 11–13 Ct/kWh und einem COP (Jahresarbeitszahl) der Wärmepumpe von 3,5–4,0 ergibt sich:
Heizkosten Gasheizung (Wirkungsgrad 90 %):
- Gaspreis: 11,10 Ct/kWh ÷ 0,9 = ca. 12,3 Ct/kWh Wärme
Heizkosten Wärmepumpe (COP 3,5):
- Strompreis: ca. 33 Ct/kWh ÷ 3,5 = ca. 9,4 Ct/kWh Wärme
Heizkosten Wärmepumpe mit § 14a-Netzentgeltrabatt (Effektivpreis ca. 17 Ct/kWh):
- 17 Ct/kWh ÷ 3,5 = ca. 4,9 Ct/kWh Wärme
Ersparnis der Wärmepumpe gegenüber Gas: 23–60 % je nach Tarif. Bei 20.000 kWh Jahresheizleistung spart eine Wärmepumpe mit günstigem Stromtarif ca. 1.000–1.500 Euro pro Jahr gegenüber einer Gasheizung.
Mit einer PV-Anlage sinken die Heizkosten weiter: Selbst erzeugter Solarstrom kostet ca. 8–10 Ct/kWh. Bei COP 3,5 ergibt das Wärmekosten von 2,3–2,9 Ct/kWh – rund ein Viertel der Gaskosten.

Gaspreise 2026: Prognose bis 2030

CO₂-Preisentwicklung und ihre Auswirkung

JahrCO₂-Leitpreis (€/t)CO₂-Aufschlag Gas (Ct/kWh brutto)Gesamtbelastung (20.000 kWh)
2026651,40–1,55280–310 €
202765–751,40–1,60280–320 €
202850–100 (EU-ETS 2)1,10–2,20220–440 €
2030120–1502,60–3,25520–650 €

Übergang zum EU-ETS 2 (ab 2028)

Ab 2028 wird das nationale BEHG durch den europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) abgelöst. Die Zertifikatsmenge wird jährlich um 5,1 % reduziert. Experten des ZEW rechnen mit CO₂-Preisen von 100–200 Euro/t bis 2030.
Bei 150 Euro/t würde Erdgas um ca. 3,2 Ct/kWh (netto) teurer. Für einen Haushalt mit 20.000 kWh Verbrauch entstehen dann CO₂-Kosten von über 760 Euro pro Jahr – allein durch die CO₂-Abgabe.

Die Erosion der Gasinfrastruktur

Mit dem Umstieg auf Wärmepumpen (Absatzsteigerung 55 % im Jahr 2024) sinkt die Kundenbasis der Gasnetze kontinuierlich. Die Fixkosten für den Erhalt des Netzes müssen auf immer weniger Kunden verteilt werden – das treibt die Netzentgelte pro kWh structurell nach oben.
Bis 2040 könnte sich die Einkommensbelastung durch Heizen mit Gas für die untere Einkommenshälfte laut Analysen verdoppeln. Das GMG setzt das Ende fossiler Heizsysteme für den 31. Dezember 2044 fest.

Strom- und Gaspreise 2026 im Vergleich

Die gegenläufige Entwicklung von Strom- und Gaspreisen 2026 ist energiepolitisch bedeutsam:
EnergieträgerPreistrend 2026Haupttreiber
Erdgas (Endkunde)Seitwärts bis leicht steigendCO₂-Preis, Netzentgelte, Geopolitik
Strom (Endkunde)Leicht sinkendStaatliche Netzentgeltsubvention (6,5 Mrd. €)
Strom (Börse/EEX Cal-26)8,5–9,5 Ct/kWh BeschaffungMehr Erneuerbare, Gas-Preis-Kopplung
Der EEX-Terminmarkt Cal-26 signalisiert Beschaffungskosten von 8,5–9,5 Ct/kWh, was Endkundenpreise von ca. 32–36 Ct/kWh bedeutet. Da Gaskraftwerke häufig den Börsenpreis setzen, entlasten sinkende Großhandels-Gaspreise auch Strom etwas – der Gegeneffekt bleibt aber begrenzt.
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Auswirkungen auf Industrie und Inflation

Sektorale Betroffenheit

Chemieindustrie: Gas ist nicht nur Energieträger, sondern Rohstoff (z. B. für Ammoniak und Düngemittel). BASF hat infolge hoher Energiekosten 4.800 Stellen abgebaut; europaweit wurden ca. 10 % der Branchenkapazitäten stillgelegt.
Stahlindustrie: Hohe Gasspitzen verteuern die Herstellung von Primärstahl und gefährden die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber USA und China.
Landwirtschaft: Stickstoffdünger wird primär aus Erdgas hergestellt. Steigende Gaspreise verursachen einen zeitversetzten Preisschock bei Lebensmitteln.

Makroökonomische Effekte 2026

  • Inflationsprognose: Bei dauerhaft erhöhten Energiepreisen könnte die Inflationsrate 2026 auf knapp 3 % steigen
  • BIP-Dämpfung: Ein Gaspreis von 90 Euro/MWh würde das BIP-Wachstum um 0,4–0,5 Prozentpunkte senken
  • Gesamtschaden Iran-Krise: Rund 22 Milliarden Euro für Deutschland (DIW, IMK-Schätzung)
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Praktische Empfehlungen für Haushaltskunden

Sofortmaßnahme: Tarifwechsel

Ein Wechsel aus der Grundversorgung in den günstigsten verfügbaren Neukundentarif spart im März 2026 bis zu 1.250 Euro/Jahr bei 20.000 kWh Verbrauch. Empfehlungen:
  • Preisgarantie von mindestens 12–24 Monaten wählen – angesichts unvorhersehbarer Dauer des Iran-Konflikts
  • Vergleichsportale (Check24, Verivox) für aktuellen Tarifvergleich nutzen
  • Günstigen Online-Tarif jetzt sichern, bevor Großhandelspreise vollständig durchschlagen

Mittelfristig: Wärmepumpe als Absicherung

Die Entscheidung für eine neue Gasheizung 2026 ist trotz der GMG-Technologieoffenheit wirtschaftlich riskant:
  • CO₂-Kosten steigen bis 2030 auf 520–650 Euro/Jahr (bei 20.000 kWh)
  • Bio-Treppe ab 2029 verteuert Gas um weitere 10–25 %
  • Wärmepumpe heizt bereits heute 30–40 % günstiger als Gas
  • BEG-Förderung (bis 70 % der förderfähigen Kosten bei Heizungstausch) macht Wärmepumpen-Investition attraktiver

Langfristig: Dekarbonisierung als Kostenschutz

Die sicherste Absicherung gegen steigende Gaspreise ist die vollständige Unabhängigkeit: PV-Anlage + Wärmepumpe. Bei 12 kWp PV und einer effizienten Wärmepumpe mit JAZ 4,0 können die Heizkosten auf ca. 3–5 Ct/kWh Wärme gesenkt werden – dauerhaft unabhängig von Gaspreisspiralen und CO₂-Aufschlägen.
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Häufige Fragen zu Gaspreisen 2026

Wie hoch sind die Gaspreise 2026 pro kWh?

Der gewichtete BDEW-Durchschnitt liegt bei ca. 11,10 Ct/kWh (Januar 2026). Die realistische Spanne für Neukunden mit Preisgarantie: 9,8–10,5 Ct/kWh. Grundversorgung: 13,6–14,0 Ct/kWh. Prognose für den Gesamtjahresdurchschnitt: 12,5–13,2 Ct/kWh durch den Einfluss des Iran-Konflikts.

Steigen die Gaspreise 2026?

Für 2026 insgesamt: eher leicht sinkende bis stabile Rechnungen im Vergleich zu 2025, weil Altverträge auslaufen. Durch den Iran-Konflikt ab März 2026 steigen Neukunden-Tarife jedoch kurzfristig wieder. Ab 2027 ist ein struktureller Anstieg durch CO₂-Kosten, Netzentgelte und Bio-Treppe zu erwarten.

Was kostet der CO₂-Aufschlag auf Gas 2026?

Bei 65 Euro/t CO₂ (obere Korridor-Grenze 2026): ca. 1,40–1,55 Ct/kWh brutto. Für einen Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch: ca. 280–310 Euro/Jahr allein durch die CO₂-Abgabe.

Was passiert mit den Gaspreisen ab 2028?

Ab 2028 übernimmt der EU-ETS 2 die CO₂-Bepreisung für Gebäude und Verkehr. Experten rechnen mit CO₂-Preisen von 100–150 Euro/t bis 2030, was Erdgas um weitere 2,6–3,25 Ct/kWh verteuert. Zusätzlich steigen Netzentgelte durch sinkende Kundenzahlen. Endkundenpreise von 15–18 Ct/kWh bis 2030 sind in Szenarien mit hohen CO₂-Preisen realistisch.

Lohnt sich noch eine neue Gasheizung 2026?

Wirtschaftlich: Nein. Eine Wärmepumpe heizt bereits 2026 bei aktuellem Gaspreisvergleich 30–40 % günstiger. Bis 2030 vergrößert sich dieser Vorteil durch steigende CO₂-Kosten und Netzentgelte erheblich. Wer 2026 eine Gasheizung kauft, bindet sich an 15–20 Jahre steigende Brennstoffkosten und läuft in die Bio-Treppe ab 2029.

Wie entwickeln sich Strom- und Gaspreise 2026 im Vergleich?

Strom wird 2026 leicht günstiger (staatliche Netzentgeltsubvention), Gas bleibt teuer oder steigt. Die Divergenz verstärkt die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen erheblich. Für 2026 rechnet E.ON mit ca. 200 Euro Ersparnis beim Gas gegenüber 2025 bei Wechsel aus teuren Altverträgen – während Stromkunden gleichzeitig von sinkenden Netzentgelten profitieren.

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Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen