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Hochtemperatur-Wärmepumpen 2026: Welche Modelle schaffen wirklich 70–75 °C?

10 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe? Eine HT-WP erzeugt Vorlauftemperaturen von mindestens 65 °C, typischerweise 70–75 °C — und ist damit der einzige Wärmepumpentyp, der unsanierte Altbauten mit Heizkörpern ohne Komplettsanierung beheizen kann.
  • Stiftung-Warentest-Testsieger 2025: Viessmann Vitocal 250-A — Note 2,0 (test 10/2025). Zweite Plätze: Alpha Innotec Hybrox 11 und Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus (je Note 2,2).
  • Kältemittel entscheidet: R290 (Propan, GWP = 3) qualifiziert für +5 % Effizienzbonus der KfW 458. R32 (GWP = 675) und R410A (GWP = 2.088) sind fördertechnisch benachteiligt. Ab 2028 Pflicht: GWP < 150 für volle Förderfähigkeit.
  • Förderung 2026: Mindestens 30 % Grundförderung + 5 % Effizienzbonus R290 = 35 % Untergrenze über KfW 458; Maximum 70 %. Seit 01.01.2024 läuft die Heizungsförderung für Privatpersonen ausschließlich über KfW 458, nicht mehr über BAFA.
  • GEG-Fristen: Ab 30.06.2026 (Städte > 100.000 EW) und 30.06.2028 (kleinere Gemeinden) greift die kommunale Wärmeplanung. Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) soll ab 01.07.2026 weitere Pflichten einführen.
  • JAZ-Förderschwelle: KfW 458 fordert mindestens JAZ ≥ 3,0 (entspricht Jahresnutzungsgrad η_s ≥ 125 %). Diese Schwelle erreichen HT-WP in gut gedämmten Altbauten sicher, in schlecht gedämmten Häusern nur mit optimierter Hydraulik.

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Was ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Konventionelle Luft-Wasser-Wärmepumpen sind auf Vorlauftemperaturen von 35–55 °C ausgelegt — ideal für Fußbodenheizungen im Neubau, ungeeignet für alte Plattenheizkörper, die 70 °C oder mehr benötigen. Hochtemperatur-Wärmepumpen (HT-WP) schließen diese Lücke: Sie arbeiten mit demselben Grundprinzip (Carnot-Kreisprozess), optimieren jedoch Kältemittel, Verdichterdruckverhältnisse und Wärmetauscher-Geometrie auf höhere Drucklagen, um am Verflüssiger dauerhaft 70–75 °C bereitzustellen.
Die physikalische Grenze ergibt sich aus dem Carnot-Wärmepumpen-COP (ε_WP):
ε_WP = T_H / (T_H − T_K)
Bei T_H = 75 °C = 348 K und T_K = −10 °C = 263 K ergibt sich ε_WP,max = 348 / 85 ≈ 4,09. Real erreichbare COP-Werte liegen bei 55–65 % dieses Theoriewertes, also COP 2,3–2,7 unter diesen Bedingungen. Zum Vergleich: Bei 35 °C Vorlauf und +7 °C Außenluft erreicht dieselbe Formel einen Carnot-COP von 7,8, real COP 4,5–5,5. Der Effizienzunterschied ist physikalisch unvermeidbar — aber er ist kleiner als viele Kritiker annehmen, weil eine HT-WP nur einen kleinen Teil des Jahres tatsächlich auf 70 °C+ betrieben wird.

Drei Vorlauftemperatur-Klassen im Markt 2026

KlasseVorlauf max.Typische ModelleAnwendungsfall
Standardbis 60 °CVaillant aroTHERM (Standard), Daikin Altherma 3 HNeubau, Niedrig-Energiehaus
Erweitert65–70 °CViessmann Vitocal 250-A, Daikin Altherma 3 H HT, Wolf CHATeilsanierter Altbau, Konvektoren
Hochtemperatur70–80 °CVaillant aroTHERM plus (75 °C), Stiebel WPL-A Plus, LG Therma V R290, Bosch 6800i AWUnsanierter Altbau, Radiatoren, TWW

Die zehn wichtigsten HT-Wärmepumpen 2026 im Vergleich

Die folgende Tabelle basiert auf verifizierten Hersteller-Datenblättern (Stand April 2026). Wichtig: Die maximale Vorlauftemperatur ist stark abhängig von der Außentemperatur — Herstellerangaben beziehen sich meist auf 0 °C bis +7 °C Außenluft. Bei −20 °C sinkt die erreichbare Vorlauftemperatur bei einigen Modellen auf 60–65 °C.
ModellMax. VL (bei welcher AT)Kältemittel (GWP)SCOP W35 / W55HeizleistungSchall LWAPreis KomplettR290-Bonus
Viessmann Vitocal 250-A70 °C @ −10 °CR290 (3)5,01 / 3,872,1–18,5 kW35 dB(A)/4 m22.000–26.000 €✅ +5 %
Vaillant aroTHERM plus VWL75 °C (Rückgang ab −15 °C)R290 (3)4,8 / 3,33,3–12,2 kW29 dB(A)/3 m21.000–25.000 €✅ +5 %
Stiebel Eltron WPL-A Plus75 °C bis −25 °CR290 (3)5,35 / 4,555,2–19,6 kW< 35 dB(A)24.000–32.000 €✅ +5 %
Daikin Altherma 3 H HT70 °C @ −15 °CR32 (675)bis 5,0 / k.A.14/16/18 kW35 dB(A)/3 m19.000–23.000 €
Bosch Compress 6800i AW75 °CR290 (3)5,0 / 3,644–12 kW46–58 dB(A)22.000–25.000 €✅ +5 %
NIBE S2125-8/1275 °C max. / 65 °C @ −25 °CR290 (3)bis 5,0 / 3,7–3,88–20 kW49–63 dB(A)26.000–30.000 €✅ +5 %
LG Therma V R290 Monobloc75 °C @ −15 °C, Betrieb bis −28 °CR290 (3)bis 5,2 / 3,27–16 kW49–52 dB(A)18.000–22.000 €✅ +5 %
Mitsubishi Ecodan PUZ-WZ R29075 °C @ −15 °C / 65 °C @ −25 °CR290 (3)4,49–4,62 / 3,565–14 kW40 dB(A)/1 m20.000–24.000 €✅ +5 %
Wolf CHA-Monoblock 07/1070 °C rein WP (75 °C nur mit E-Heizstab)R290 (3)COP 5,72 (A7/W35)1,6–9,8 kW< 35 dB(A)/3 m13.000–17.000 €✅ +5 %
Buderus Logatherm WLW186i AR70 °CR290 (3)~4,5 / k.A.4–12 kW46–58 dB(A)18.000–22.000 €✅ +5 %
Wichtige Erkenntnis: Reale 75 °C auch bei tiefer Außentemperatur (< −10 °C) erreichen zuverlässig nur Stiebel Eltron WPL-A Plus, LG Therma V R290 und Mitsubishi Ecodan PUZ-WZ R290. Vaillant und NIBE erreichen 75 °C vorwiegend in milderen Temperaturbereichen. Daikin Altherma 3 H HT bleibt dauerhaft bei 70 °C — ein 80-°C-Betrieb ist technisch nicht vorgesehen.

Kältemittel 2026: Warum R290 die richtige Wahl ist

Das Kältemittel ist 2026 keine Nebensache mehr — es entscheidet direkt über Förderhöhe, künftige Betriebskosten und Reparaturaufwand.
KältemittelGWPSicherheitsklasseKfW-458-BonusZukunftssicherheit
R290 (Propan)3A3 (brennbar)✅ +5 %✅ GWP < 150 (2028-Pflicht erfüllt)
R744 (CO₂)1A1 (inert)✅ +5 %✅ Zukunftssicher
R1234ze7A2L✅ +5 %✅ Zukunftssicher
R32675A2L⚠️ Phase-Down ab 2026
R410A2.088A1❌ Auslaufmodell
Die EU-F-Gase-Verordnung 2024 hat den Phase-Down synthetischer Kältemittel beschleunigt. Ab 2028 müssen für volle KfW-458-Förderfähigkeit Kältemittel mit GWP < 150 eingesetzt werden. Wer heute eine HT-WP mit R32 kauft, riskiert bei einer Reparatur in 8–12 Jahren erhöhte Ersatzteilkosten.
R290 (Propan) ist brennbar (Brandklasse A3), was Sicherheitsabstände von mindestens 1 m zu Gebäudeöffnungen und eine Fachkraft mit F-Gase-Zertifikat Kategorie I verlangt. In der Praxis ist das kein Hindernis für professionelle Installationsbetriebe.

Wann lohnt sich eine HT-Wärmepumpe im Altbau?

Ob eine HT-WP wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt nicht primär von der Vorlauftemperatur ab, sondern von der Heizlast pro Quadratmeter:
SanierungsgradSpezifischer HeizwärmebedarfJAZ bei HT-WPEmpfehlung
Unsaniertes EFH (Bauj. < 1980)150–220 kWh/m²a2,5–3,2HT-WP möglich, Pufferspeicher zwingend
Teilsaniert (neue Fenster, Dachdämmung)80–150 kWh/m²a3,0–3,8HT-WP sinnvoll, JAZ ≥ 3,0 erreichbar
Gut gedämmt (KfW-70-Standard)50–80 kWh/m²a3,8–4,5Standardgerät ausreichend
Neubau (GEG 2024)< 50 kWh/m²a> 4,5HT-WP technisch unnötig
Ausschlusskriterium: Bei einer Heizlast über 150 W/m² sollte die HT-WP bivalent betrieben werden — in Kombination mit einem Gas- oder Pelletskessel für die Spitzenlast. Eine monovalente HT-WP, die dauerhaft 75 °C bei −15 °C liefern muss, läuft mit COP 2,0–2,4 und ist kaum wirtschaftlich.
Die intelligente HT-Strategie: Mit adaptiver Heizkurve aktiviert die Wärmepumpe den HT-Modus (> 65 °C) nur wenn Außentemperaturen unter −5 °C fallen — statistisch weniger als 5 % der Jahresstunden. Den Rest des Jahres arbeitet das Gerät auf 45–55 °C mit COP 3,5–4,5. Das verbessert die Jahres-JAZ erheblich.

Was kostet eine HT-Wärmepumpe wirklich?

Investitionskosten (brutto, EFH 130 m²)

PositionKosten
HT-Wärmepumpe (10 kW Klasse)14.000–20.000 €
Montage und Inbetriebnahme5.000–9.000 €
Hydraulischer Abgleich600–1.800 €
Pufferspeicher (empfohlen 300–500 L)1.500–2.500 €
Fundament und Elektrik2.000–3.500 €
Gesamt brutto24.000–37.000 €

Förderrechnung KfW 458 (2026)

Die Förderung für Privatpersonen läuft seit 01.01.2024 ausschließlich über KfW 458. BAFA fördert Heizungen für Privatpersonen nicht mehr.
Bei einer Gesamtinvestition von 30.000 €, förderfähige Deckelgrenze 30.000 €:
BonusstufeSatzBetrag
Grundförderung30 %9.000 €
Klimageschwindigkeitsbonus (bis 2028)20 %6.000 €
Effizienzbonus R290 (+5 %)5 %1.500 €
Einkommensbonus (zvE ≤ 40.000 €)30 %9.000 €
Maximalförderung70 %21.000 €
Eigenanteil Maximumca. 9.000 €
Ohne Einkommensbonus: 55 % = 16.500 €, Eigenanteil ca. 13.500 €.
Die 35 % Untergrenze entsteht stets aus Grundförderung (30 %) + R290-Effizienzbonus (5 %) — dieser Sockelbetrag ist für alle BAFA-gelisteten R290-Geräte garantiert.

Betriebskostenvergleich: HT-WP vs. Gas-Brennwert (130-m²-Altbau)

KennzahlGas-BrennwertHT-Wärmepumpe R290
Jahresverbrauch2.200 m³ Gasca. 5.200 kWh Strom
Energiepreis 20260,085 €/kWh (Gas + CO₂-Preis)0,22 €/kWh (WP-Tarif)
Jahreskosten Energieca. 3.144 €/Jahrca. 2.604 €/Jahr
Ersparnis HT-WP≈ 540 €/Jahr günstiger
CO₂-Emissionen~4.400 kg/Jahr~900 kg/Jahr (Strommix 2026)
Die Amortisationszeit bei 37.000 € Bruttoinvestition und 55 % Förderung (Eigenanteil 16.650 €) sowie 540 €/Jahr Betriebsersparnis beträgt rund 15 Jahre. Mit maximaler Förderung (70 %, Eigenanteil ca. 11.100 €) sinkt sie auf ca. 10 Jahre.

§14a EnWG: Bis zu 900 € Netzentgelt-Reduktion pro Jahr

Seit 01.04.2025 können Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (u. a. Wärmepumpen) über §14a EnWG von reduzierten Netzentgelten profitieren. Drei Module stehen zur Auswahl:

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Modul 1 — Pauschale Reduzierung: 110–190 €/Jahr Rabatt auf das Netzentgelt, je nach Netzbetreiber. Kein Smart Meter nötig, sofort nutzbar.
Modul 2 — Prozentualer Rabatt: 60 % Rabatt auf das Netzentgelt-Arbeitspreis für Wärmepumpen-Strom. Bei 5.200 kWh Jahresverbrauch und 8 ct/kWh Netzentgelt: Ersparnis ca. 250 €/Jahr.
Modul 3 — Zeitvariables Modul (ab 01.04.2025 mit iMSys): In Kombination mit einem intelligenten Messsystem und dynamischem Stromtarif (Tibber, aWattar) sind Einsparungen von 500–900 €/Jahr realistisch. Besonders attraktiv für HT-WP mit erhöhtem Jahresverbrauch — der Mehrverbrauch gegenüber Standard-WP kann so teilweise kompensiert werden.

Schallschutz: Neue Förderanforderung ab 01.01.2026

Seit 01.01.2026 muss das Gerät den EU-Ökodesign-Schallrichtwert um mindestens 10 dB(A) unterschreiten — bisher waren 5 dB ausreichend. Viele ältere Modelle verlieren damit ihre KfW-Förderfähigkeit.
ModellSchallleistungAnforderung erfüllt?
Vaillant aroTHERM plus29 dB(A)/3 m✅ deutlich
Wolf CHA-Monoblock< 35 dB(A)/3 m
Viessmann Vitocal 250-A35 dB(A)/4 m
Mitsubishi Ecodan PUZ-WZ40 dB(A)/1 m
LG Therma V R29049–52 dB(A)⚠️ je nach Aufstellung
NIBE S2125-1249–63 dB(A)⚠️ zu prüfen
Bosch Compress 6800i AW46–58 dB(A)⚠️ zu prüfen
Vor dem Kauf immer das aktuelle KfW/BAFA-Geräteverzeichnis prüfen — die Liste wird laufend aktualisiert.

Stiftung Warentest 10/2025: Wer hat gewonnen?

Im Oktober 2025 veröffentlichte Stiftung Warentest den bislang umfangreichsten Wärmepumpen-Test mit besonderem Fokus auf HT-fähige Geräte.
  • 🥇 Viessmann Vitocal 250-A — Note 2,0 (Testsieger)
  • 🥈 Alpha Innotec Hybrox 11 — Note 2,2
  • 🥈 Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus — Note 2,2
Die Vitocal 250-A überzeugte durch hohe JAZ-Werte auch bei niedrigen Außentemperaturen, geringen Schallpegel und stabilen 70 °C Vorlauf unter winterlichen Bedingungen. Die einstufige Verdichtung erwies sich im Betrieb als zuverlässig. Für Käufer ohne eigene technische Beurteilungsmöglichkeit ist der Testsieger die sicherste Wahl im Segment.

GEG 2024 und kommunale Wärmeplanung: Was Sie jetzt wissen müssen

Das Gebäudeenergiegesetz 2024 schreibt vor, dass neue Heizungsanlagen zu 65 % aus erneuerbaren Energien gespeist werden müssen — das erfüllen Wärmepumpen aller Art automatisch.
Die kommunalen Wärmepläne bestimmen, welche Heizungsart in Ihrer Gemeinde langfristig sinnvoll ist:
  • 30.06.2026: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern — Wärmeplan muss fertiggestellt sein
  • 30.06.2028: Alle anderen Gemeinden
In ausgewiesenen Fernwärme- oder Wasserstoffgebieten kann eine Investition in eine HT-WP strategisch unklug sein. Wärmeplan der eigenen Gemeinde vorab prüfen.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG), geplant ab 01.07.2026, soll Sanierungspflichten bei Eigentümerwechsel verschärfen. Details sind noch im Gesetzgebungsverfahren — die Entwicklung sollte beobachtet werden.

Trinkwarmwasser-Bereitung: Der unterschätzte HT-Vorteil

Für die Trinkwarmwasser-Bereitung nach DVGW W 551 muss das Wasser im Speicher regelmäßig auf mindestens 60 °C erhitzt werden (Legionellenprophylaxe). Konventionelle Wärmepumpen (max. 55–60 °C) führen diese Legionellenschaltung mit dem elektrischen Heizstab durch — COP effektiv 1,0 in dieser Phase.
Hochtemperatur-Wärmepumpen (≥ 70 °C Vorlauf) können die Legionellenschaltung ohne Heizstab ausführen, weil die Wärmepumpe selbst 60 °C+ erreicht. Das ist im Mehrfamilienhaus besonders relevant: Ein einzelnes HT-Gerät kann dort sowohl Heizung als auch Warmwasserversorgung für mehrere Wohneinheiten sicherstellen — das verbessert das Investitionsverhältnis erheblich und reduziert den Jahres-Stromverbrauch gegenüber heizstab-abhängigen Systemen.

HT-Wärmepumpe mit PV kombinieren

Die Kombination HT-WP + PV-Anlage ist im Altbau besonders effektiv, weil der erhöhte Strombedarf (5.000–7.000 kWh/Jahr) gut mit einer 8–12-kWp-PV-Anlage gedeckt werden kann.
Empfohlene Einbindungsmethoden:
  • SG-Ready (2 potenzialfreie Kontakte): Alle modernen HT-WP unterstützen SG-Ready. Bei PV-Überschuss schaltet die WP in erhöhten Betrieb und bereitet Warmwasser auf 60–65 °C vor. Kompatibel mit allen gängigen Wechselrichtern.
  • Modbus / Smart Meter Interface: Für präzise Eigenverbrauchsoptimierung. Besonders effektiv in Kombination mit §14a-Modul-3-Tarifen (dynamischer Strompreis).
Eigenverbrauchsquoten: ohne Optimierung 25–40 %, mit SG-Ready 45–65 %, mit EMS und Pufferspeicher bis 75 %.

FAQ — Häufige Fragen zur Hochtemperatur-Wärmepumpe

Was ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe und ab welcher Vorlauftemperatur beginnt der HT-Bereich?
Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe erzeugt dauerhaft Vorlauftemperaturen von mindestens 65 °C, typischerweise 70–75 °C. Der HT-Bereich beginnt bei 65 °C, da hier Standard-Radiatoren in Bestandsgebäuden betrieben werden können. Geräte ab 70 °C ermöglichen außerdem die Legionellenschaltung ohne elektrischen Heizstab.
Welche Vorlauftemperatur erreicht eine HT-WP wirklich bei −10 °C Außentemperatur?
Das variiert stark je Modell. Viessmann Vitocal 250-A: 70 °C @ −10 °C (Datenblatt DB-6195458, 04/2025). Vaillant aroTHERM plus: 75 °C bei milden Bedingungen, fallend ab −15 °C. Stiebel WPL-A Plus und LG Therma V R290: 75 °C bis −15 °C zuverlässig. Immer das Vorlauftemperatur-Betriebsdiagramm des Herstellers anfordern.
Welches Kältemittel ist 2026 zukunftssicher?
R290 (Propan, GWP = 3) ist die zukunftssicherste Wahl: KfW-458-Förderbonus +5 %, GWP unter dem ab 2028 verpflichtenden Schwellenwert von 150, kein F-Gas-Phase-Down-Risiko. R32 (GWP = 675) bleibt 2026 noch förderfähig, aber ohne Bonus und mit mittelfristigem Risiko.
Welche JAZ ist im unsanierten Altbau realistisch?
In teilsanierten Altbauten (neue Fenster, Dachbodendämmung) mit adaptiver Heizkurve sind JAZ 3,0–3,6 bei HT-WP realistisch. In vollständig unsanierten Gebäuden mit dauerhaft hohem Temperaturbedarf kann die JAZ auf 2,5–2,8 sinken. KfW 458 erfordert mindestens JAZ ≥ 3,0.
Was kostet eine HT-WP im Komplettpaket nach Förderung 2026?
Gesamtkosten vor Förderung: 24.000–37.000 €. Mit 55 % KfW-Förderung (R290-Modell, normales Einkommen): Eigenanteil ca. 10.800–16.650 €. Mit maximaler 70 %-Förderung: Eigenanteil ca. 7.200–11.100 €.
Welche HT-Wärmepumpe ist Stiftung-Warentest-Sieger 2025?
Viessmann Vitocal 250-A — Note 2,0 (test 10/2025). Zweite Plätze: Alpha Innotec Hybrox 11 und Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus (je Note 2,2).
Wie viel Strom verbraucht eine HT-WP in einem 130-m²-Altbau?
Bei einem Jahresheizwärmebedarf von 19.500 kWh und einer JAZ von 3,5 beträgt der Stromverbrauch ca. 5.600 kWh/Jahr. Mit WP-Tarif (ca. 22 ct/kWh) ergeben sich Jahreskosten von rund 1.230 € für Heizung, plus 30–40 % Warmwasser = gesamt ca. 1.600–1.800 €/Jahr.
Welche Heizkörper sind für 70 °C Vorlauf geeignet ohne Tausch?
Gusseiserne Plattenheizkörper aus dem Bestand sind für 70–90 °C ausgelegt — kein Tausch nötig. Moderne Stahl-Plattenheizkörper (Kermi, Purmo) sind für 75 °C zugelassen. Alu-Heizkörper neuerer Bauart: max. 90 °C. Fußbodenheizung: max. 50–55 °C — HT-WP wäre hier überdimensioniert.
Ist eine Hybridheizung sinnvoller als eine HT-WP?
Bei sehr schlechter Dämmung (Heizlast > 150 W/m²) kann ein Hybrid-System aus HT-WP + Gas-Brennwert wirtschaftlicher sein als eine monovalente HT-WP im Dauerhochlastbetrieb. Der Hybrid verliert jedoch den Klimageschwindigkeitsbonus in der KfW-Förderung (nur 15 % statt 20 % bei monovalenter WP).
Wie laut ist eine HT-WP und was gilt ab 01.01.2026 für die Förderung?
Seit 01.01.2026 muss die Schallleistung den EU-Ökodesign-Richtwert um mindestens 10 dB(A) unterschreiten. Besonders leise: Vaillant aroTHERM plus (29 dB(A)/3 m) und Wolf CHA (< 35 dB(A)/3 m). Lautere Modelle (NIBE, Bosch) sollten auf Eintrag in der aktuellen KfW-Geräteliste geprüft werden.
Welche Pflichten ergeben sich aus dem GEG 2024?
Ab 30.06.2026 (Großstädte > 100.000 EW) und 30.06.2028 (alle Gemeinden) gilt die kommunale Wärmeplanung. Neue Heizungen müssen zu 65 % aus erneuerbaren Energien gespeist werden — Wärmepumpen erfüllen das automatisch. Das geplante GMG (ab 01.07.2026) kann Sanierungspflichten bei Eigentümerwechsel verschärfen.
Kann ich mit §14a EnWG Strom günstiger bekommen?
Ja. Modul 1 spart 110–190 €/Jahr (pauschale Netzentgeltreduzierung, kein Smart Meter nötig). Modul 2 spart ca. 250 €/Jahr durch 60 %-Rabatt auf den Netzentgelt-Arbeitspreis. Modul 3 spart mit intelligentem Messsystem und dynamischem Tarif 500–900 €/Jahr — besonders attraktiv für HT-WP mit erhöhtem Jahresverbrauch.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen