Das Wichtigste in Kürze
- Hersteller: Kermi produziert seit den 1980er-Jahren Wärmepumpen, ist seit dem 26.02.2025 Teil der chinesischen Midea-Gruppe statt wie zuvor der Schweizer Arbonia AG.
- Modellspektrum: Die x-change-Baureihe deckt 2,9 bis 30 kW ab — von der kompakten eco-Serie bis zur neuen XL-Baugröße ab Juli 2026.
- Kältemittel: Die aktuellen eco- und pro-Baureihen nutzen R290 mit einem GWP100 von nur 0,02 statt des in der AW E-Serie verbauten R32.
- Preis 2026: Eine Kermi-Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet ab 11.000 €, eine Sole-Wasser-Ausführung ab 17.400 € — jeweils vor Förderabzug.
- Förderung: Über die KfW-Förderung 458 sind bis zu 80 % der Investitionskosten erstattbar statt nur der 30 % Grundförderung.
- Garantie: Kermi gewährt 5 Jahre Systemgarantie statt der gesetzlichen 2 Jahre — allerdings nur für vollständige x-optimiert-Systemkombinationen.
- Marktposition: Kermi zählt laut Marktvergleichsportalen zum Mid-Market-Segment statt zu den bekanntesten Marken Vaillant, Viessmann, Bosch und Stiebel Eltron; ein Test der Stiftung Warentest liegt bisher nicht vor.
Was ist Kermi und was zeichnet die Wärmepumpen des Herstellers aus?
Kermi ist ein 1960 gegründeter deutscher Hersteller von Heiztechnik mit Sitz in Plattling, der seit den frühen 1980er-Jahren auch Wärmepumpen fertigt. Das Unternehmen beschäftigt am Hauptsitz rund 1.000 Mitarbeiter und produziert seine Luft-Wasser-Wärmepumpen der x-change-Reihe seit 2022 zusätzlich im tschechischen Werk Opočno. Die Produktpalette reicht von der kompakten eco-Serie über die AW E-Baureihe mit R32-Kältemittel bis zur leistungsstarken pro S/M/L/XL-Reihe mit dem klimafreundlicheren Kältemittel R290. Zur Abgrenzung: Kermi ist kein reiner Wärmepumpen-Spezialist wie etwa Stiebel Eltron, sondern ein Vollsortiment-Heiztechnik-Anbieter, der Wärmepumpen als eine von mehreren Produktlinien neben Heizkörpern, Duschkabinen und Lüftungstechnik führt.
Wer ist Kermi als Hersteller — Herkunft, Eigentümer und Marktposition?
Kermi gehört seit dem 26. Februar 2025 zur MBT Climate, der europäischen Klimatechnik-Sparte des chinesischen Midea-Konzerns, nachdem dieser die Climate-Division der Schweizer Arbonia AG für einen Enterprise Value von 760 Millionen Euro übernommen hat. Zuvor firmierte Kermi über Jahre als Marke der Arbonia-Gruppe. Der Handelssitz liegt weiterhin in Pankofen-Bahnhof 1, 94447 Plattling (Handelsregister Amtsgericht Deggendorf, HRB 127). In der deutschen Marktlandschaft positioniert sich Kermi laut dem Marktvergleichsportal reduco.ai im Mid-Market-Segment — unterhalb der etablierten Top-4-Marken Bosch, Viessmann, Vaillant und Stiebel Eltron, aber oberhalb reiner Billigimporte. Die Übernahme durch Midea bringt Kermi Zugang zu einem globalen Klimatechnik-Portfolio, zu dem auch die Marken PROLUX, SABIANA und VASCO gehören.
Welche Kermi-Wärmepumpen-Modelle gibt es — x-change dynamic pro, eco und ihre Leistungsklassen (10 kW, 16 kW)?
Kermi bietet vier Wärmepumpen-Baureihen mit einem Gesamtleistungsspektrum von 2,9 bis 30 kW: die AW E-Serie mit R32, die pro S/M/L/XL-Serie mit R290, die kompaktere eco-Serie sowie die AW I-Serie zur Innenaufstellung. Alle vier Linien werden 2026 parallel im Sortiment geführt und richten sich an unterschiedliche Budget- und Leistungsanforderungen.
x-change dynamic pro AW E (Kältemittel R32)
Die AW E-Baureihe umfasst die Baugrößen ac 6, ac 10 und ac 16 — die Modellbezeichnung entspricht dabei näherungsweise der Nennleistung. Das ac 10 AW E-Modell liefert bei Normbedingungen A2/W35 zwischen 4,9 und 11,0 kW, das ac 16 AW E zwischen 7,0 und 19,0 kW. Das größere Modell wiegt 255 kg und erreicht einen Schallleistungspegel von 52,7 dB(A) im Teillastbetrieb.
x-change dynamic pro S/M/L/XL (Kältemittel R290)
Die neuere pro-Reihe mit dem klimafreundlicheren Kältemittel R290 ist in vier Baugrößen erhältlich: S (2,9–8,0 kW), M (4,9–13,2 kW), L (8,0–21,3 kW) und die ab Juli 2026 neu eingeführte Baugröße XL (12,8–30 kW) für größere Mehrfamilienhäuser. Diese Reihe erreicht laut Herstellerdatenblatt einen COP von bis zu 4,95–4,96 bei A2/W35 und eine SCOP von bis zu 5,68–5,70 im Niedertemperaturbetrieb.
x-change dynamic eco
Die eco-Serie deckt mit den Baugrößen S, M und L einen Leistungsbereich von 3 bis 14 kW bei identischen Außenabmessungen von 1.330 × 565 × 1.050 mm ab. Sie erreicht eine SCOP von bis zu 5,34 und einen COP von 5,48 im Betriebspunkt A7/W35 — die eco-Reihe ist damit das effizienteste Einstiegssegment der Marke.
<strong>x-change dynamic AW I (Innenaufstellung)</strong>
Für die Innenaufstellung bietet Kermi die Baugrößen 8 AW I (3,5–10,0 kW) und 16 AW I (6,0–15,0 kW) mit Abmessungen von 1.045 × 770 × 1.770 mm und einem COP von bis zu 4,21 bei A2/W35.
Vergleich der Kermi-Wärmepumpen-Baureihen nach Kältemittel, Leistungsbereich und Aufstellungsart.
Baureihe | Kältemittel | Leistungsbereich | Aufstellungsart |
x-change dynamic pro AW E | R32 | 4,9–19,0 kW | Außenaufstellung |
x-change dynamic pro S/M/L/XL | R290 | 2,9–30,0 kW | Außenaufstellung |
x-change dynamic eco | R290 | 3,0–14,0 kW | Außenaufstellung |
x-change dynamic AW I | R410A | 3,5–15,0 kW | Innenaufstellung |
Wo finde ich das technische Datenblatt zur Kermi x-change-Serie?
Das technische Datenblatt jeder Kermi-x-change-Wärmepumpe ist direkt auf kermi.com unter der jeweiligen Modellseite als PDF hinterlegt und enthält Leistungsdaten für mehrere Normpunkte, Schallwerte, Abmessungen und Anschlusswerte. Für das ac 16 AW E weist das Datenblatt beispielsweise Abmessungen von 1.510 × 680 × 1.380 mm, ein Gewicht von 255 kg und eine Kältemittelfüllmenge von 7,4 kg (R32) aus. Fachbetriebe nutzen dieses Datenblatt für die Heizlastberechnung nach dem Referenz-Wärmebedarf des jeweiligen Gebäudes, etwa für ein Bestandsgebäude mit 150 m² Wohnfläche und rund 12.000 kWh Jahreswärmebedarf, für das ein ac 10 AW E oder ein pro M bereits ausreichend dimensioniert ist.
Welche Kältemitteltechnik (R290) und welche Effizienzkennzahlen bietet Kermi?
Kermi setzt in seinen aktuellen Hauptbaureihen auf das
natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit einem GWP100 von
0,02 nach der aktuellen Berechnungsgrundlage der EU-Verordnung 2024/573 (Anhang VI, gestützt auf den 6. IPCC-Sachstandsbericht). Ältere Quellen nennen für R290 häufig noch einen GWP-Wert von
3 nach dem älteren IPCC-Bewertungsbericht AR4 aus dem Jahr 2007 — dieser Wert ist veraltet und nicht die aktuell rechtsgültige Grundlage. Die AW E-Serie nutzt weiterhin das
synthetische Kältemittel R32. Die AW I-Serie zur Innenaufstellung arbeitet mit
R410A.
COP = Nutzwärmeleistung Q̇ ÷ elektrische Leistungsaufnahme Pel
Wo:
- Q̇ = abgegebene Heizleistung der Wärmepumpe in kW
- Pel = aufgenommene elektrische Leistung des Verdichters in kW
Der COP beschreibt die Momentanleistung bei einem festen Betriebspunkt (z. B. A2/W35), während die SCOP (Seasonal COP) die saisonale Effizienz über ein komplettes Heizjahr inklusive Teillast- und Standby-Verlusten abbildet und Grundlage der Energieeffizienzklasse ist.
Beispiel: Bestandsgebäude, 150 m², Jahreswärmebedarf 12.000 kWh
Gegeben: Jahreswärmebedarf 12.000 kWh, x-change dynamic eco M mit SCOP (Niedertemperatur) 5,14
Berechnung: Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ SCOP = 12.000 kWh ÷ 5,14
Ergebnis: rund 2.335 kWh Jahresstromverbrauch für die Wärmepumpe — bei der COP-Bestwert-Angabe von 5,48 (A7/W35) sinkt dieser Wert weiter, bei kälteren Außentemperaturen (A-7/W35: COP 3,01) steigt er entsprechend.
Wie laut ist eine Kermi Wärmepumpe im Betrieb?
Eine Kermi-Wärmepumpe der eco-Serie erreicht im Teillastbetrieb einen Schallleistungspegel von 47,9 dB(A) (Baugröße M, A7/W55), im lauteren Volllastbetrieb bis zu 52,7 dB(A) — die größere Baugröße L liegt im Teillastbetrieb bei 50,1 dB(A). Zum Vergleich schreibt die TA Lärm für ein reines Wohngebiet tagsüber einen Richtwert von 50 dB(A) und nachts von 35 dB(A) am nächstgelegenen Immissionsort vor. Da der Schallleistungspegel des Geräts nicht direkt dem Immissionspegel am Nachbargrundstück entspricht, sondern mit zunehmendem Abstand abnimmt, ist die Kermi-Wärmepumpe bei ausreichendem Abstand zur Grundstücksgrenze auch nachts einhaltbar; für eine Aufstellung nah an der Grundstücksgrenze empfiehlt sich vorab eine Schallimmissionsprognose durch den Fachbetrieb.
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Kermi Wärmepumpe?
Der
Stromverbrauch einer Kermi-Wärmepumpe hängt direkt vom Verhältnis aus Jahreswärmebedarf und der erreichten SCOP ab und liegt für ein durchschnittliches Bestandsgebäude mit 12.000 kWh Wärmebedarf und einer eco-M-Wärmepumpe bei rund
2.335 kWh im Jahr (siehe Rechenbeispiel oben). Bei tieferen Außentemperaturen sinkt die Effizienz spürbar: Im Betriebspunkt A-7/W35 erreicht die eco M nur noch einen COP von
3,01 statt 5,48 bei A7/W35 — der Stromverbrauch steigt an kalten Tagen also überproportional. Wärmepumpen mit dem SG-Ready-Standard, den alle AW E-Modelle unterstützen, lassen sich zusätzlich mit dynamischen Stromtarifen oder einer PV-Anlage koppeln, um Betriebsstunden gezielt in günstige oder eigenerzeugte Stromphasen zu verlagern.
Innenaufstellung oder Außenaufstellung — welche Kermi-Baureihe passt?
Für die Außenaufstellung stehen bei Kermi die Baureihen AW E, pro S/M/L/XL und eco zur Verfügung, für die Innenaufstellung die AW I-Serie mit 3,5 bis 15,0 kW. Die Innenaufstellung reduziert die sichtbare Geräuschentwicklung im Außenbereich, benötigt jedoch einen Luftein- und -auslasskanal durch die Gebäudehülle sowie einen technischen Aufstellraum mit ausreichender Zuluftöffnung. Die AW I-Serie arbeitet mit dem Kältemittel R410A, das nicht brennbar ist, sodass die besonderen Belüftungsvorgaben für brennbare Kältemittel nach DIN EN 378 hier — anders als bei den R290-Geräten der Außenaufstellung — nicht greifen. Für die Außenaufstellung schreibt die R290-Sicherheitstechnik nach DIN EN 378 einen Mindestabstand von 1 m zu Fenstern und Türen auf Bodenhöhe und 0,5 m zur Oberkante von Gebäudeöffnungen vor; der leckagemengenabhängige Schutzbereich darf sich zusätzlich nicht auf das Nachbargrundstück erstrecken.
Welche Garantie und Zertifizierung bietet Kermi für seine Wärmepumpen?
Kermi gewährt auf vollständige x-optimiert-Systemkombinationen eine 5-Jahre-Systemgarantie (60 Monate) statt der gesetzlichen Gewährleistung von 24 Monaten. Ergänzend bot der Hersteller im Rahmen einer zeitlich befristeten Aktion ein 7-Jahre-Garantie- und Servicepaket im Wert von rund 3.000 € an — für die aktuelle Verfügbarkeit 2026 ist der Kermi-Fachhandelspartner zu befragen; die Aktion galt ausdrücklich nicht für die Baureihen pro S/M/L/XL, eco und für Trinkwasserwärmepumpen. Voraussetzung für den Garantieerhalt ist ein jährlicher Wartungs-Vor-Ort-Check, den autorisierte Fachhändler für 293,63 € inklusive Mehrwertsteuer anbieten. Der europäische Branchenstandard EHPA-Gütesiegel verlangt für zertifizierte Wärmepumpen mindestens 2 Jahre Vollgarantie, 10 Jahre Ersatzteilverfügbarkeit und einen 24-Stunden-Kundendienst — Kermis Systemgarantie übertrifft dieses Mindestmaß bei entsprechender Systemkombination deutlich.
Übersicht der Kermi-Garantieleistungen im Vergleich zur gesetzlichen Gewährleistung.
Garantieform | Dauer | Geltungsbereich |
Gesetzliche Gewährleistung | 2 Jahre | Alle Modelle |
5-Jahre-Systemgarantie | 5 Jahre (60 Monate) | x-optimiert-Systemkombinationen |
7-Jahre-Garantie-/Servicepaket (Aktion) | 7 Jahre, Wert ca. 3.000 € | Nicht für pro S/M/L/XL, eco, Trinkwasserwärmepumpen |
Was sagen unabhängige Tests (Stiftung Warentest) zu Kermi-Wärmepumpen?
Für Kermi-Wärmepumpen liegt bislang kein Test der Stiftung Warentest vor. Im aktuellen Wärmepumpen-Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2025) belegte die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0 den ersten Platz; Kermi war im Testfeld nicht vertreten. Käufer, die eine unabhängig geprüfte Effizienz- und Betriebssicherheits-Bewertung wünschen, müssen sich bei Kermi daher auf Herstellerdatenblätter, Fachhandelsurteile und die EHPA-Mindestkriterien stützen, statt auf ein direktes Testergebnis eines unabhängigen Instituts.
Was kostet eine Kermi Wärmepumpe — Preise und Preisliste 2026?
Eine Kermi-Wärmepumpe kostet 2026 je nach Bauart zwischen 11.000 € und 18.900 € vor Förderabzug. Luft-Wasser-Modelle der AW I-Serie starten bei ab 11.000 € und die pro-Baureihe bei ab 12.000 €; die Sole-Wasser-Ausführung (terra BW I) kostet ab 17.400 € und die Wasser-Wasser-Wärmepumpe (water WW I) ab 18.900 € — jeweils inklusive Mehrwertsteuer, aber exklusive Montage.
Einstiegspreise der Kermi-Wärmepumpen-Baureihen 2026 vor Förderabzug.
Baureihe | Wärmequelle | Einstiegspreis |
AW I | Luft-Wasser | ab 11.000 € |
x-change dynamic pro | Luft-Wasser | ab 12.000 € |
terra BW I | Sole-Wasser | ab 17.400 € |
water WW I | Wasser-Wasser | ab 18.900 € |
Über das KfW-Förderprogramm 458 lässt sich der Endpreis deutlich senken: Die Grundförderung deckt 30 % der förderfähigen Kosten, ergänzt um den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % für selbstnutzende Eigentümer, sodass die Gesamtförderquote je nach Bonuskombination 30 bis 80 % erreicht. Die maximal förderfähigen Kosten liegen für die erste Wohneinheit bei 28.000 € (gültig bis 31.1.2027), neue Förderkonditionen gelten laut ADAC seit dem 21.07.2026.
Beispiel: Kermi x-change dynamic pro, 150 m² Bestandsgebäude
Gegeben: Anschaffungspreis 12.000 €, Grundförderung 30 %, Klimageschwindigkeitsbonus 16 % (46 % Gesamtquote)
Berechnung: Förderbetrag = 12.000 € × 46 % = 5.520 €
Ergebnis: Eigenanteil von rund 6.480 € statt der vollen 12.000 € Anschaffungskosten.
Wie lässt sich eine Kermi Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage verbinden?
Alle Varianten der Kermi AW E-Serie sind SG-Ready-fähig und lassen sich damit über eine Energiemanagement-Schnittstelle an eine bestehende PV-Anlage koppeln, um den erzeugten Solarstrom vorrangig für den Wärmepumpenbetrieb zu nutzen. In der Praxis bedeutet das: Die Steuerung erhält vom Energiemanager ein Signal bei PV-Überschuss und schaltet die Wärmepumpe gezielt in Betriebsphasen mit hoher Eigenerzeugung, etwa mittags bei voller Sonneneinstrahlung. Für das Referenz-Bestandsgebäude mit 12.000 kWh Jahreswärmebedarf und einem daraus resultierenden Stromverbrauch von rund 2.335 kWh senkt eine solche PV-Kopplung den Nachbezug aus dem Netz spürbar, ohne dass am Wärmepumpengerät selbst zusätzliche Hardware verbaut werden muss.
Eignet sich eine Kermi Wärmepumpe für Bestandsgebäude mit Heizkörpern?
Für Bestandsgebäude mit klassischen Heizkörpern bietet Kermi mit
x-flair einen
speziellen Wärmepumpen-Heizkörper, der bereits bei Vorlauftemperaturen von
35 bis 55 °C ausreichend Wärme abgibt. Er lässt sich als
1:1-Austausch für vorhandene Heizkörper montieren — lediglich ein zusätzlicher Stromanschluss für den integrierten Lüfter ist nötig. Damit lässt sich eine Kermi-Wärmepumpe auch in unsanierten Altbauten einsetzen, in denen eine klassische Fußbodenheizung mit niedrigeren Vorlauftemperaturen fehlt und eine energetische Vollsanierung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Für das Referenzszenario mit Bestandsheizkörpern und einer benötigten Vorlauftemperatur von 45 bis 55 °C liegt x-flair damit genau im abgedeckten Temperaturband der Kermi-Systemtechnik.
Wie sind die Praxis-Erfahrungen mit Kermi und wie verbreitet ist die Marke in Deutschland?
Kermi zählt laut Marktanalysen nicht zu den bekanntesten Wärmepumpen-Marken bei deutschen Installateuren, obwohl der deutsche Wärmepumpenmarkt seit 2025 dynamisch wächst. Im WärmepumpenMonitor 2023 von EUPD Research führten Vaillant und Viessmann das Ranking der Markenbekanntheit an, gefolgt von Buderus auf Platz 3, während Kermi nicht unter den Top-3 genannt wurde. Das deckt sich mit der Einordnung als Mid-Market-Marke: Kermi ist am deutschen Markt präsent und über Fachhandelspartner verfügbar, aber weniger verbreitet als die etablierten Marktführer.
Wie schneidet Kermi im Vergleich zu Vaillant, Viessmann und Bosch ab?
Im direkten Vergleich liegt Kermi bei der Markenbekanntheit und Marktdurchdringung hinter
Vaillant,
Viessmann,
Bosch und
Stiebel Eltron, die gemeinsam die Top-4 des deutschen Wärmepumpenmarkts bilden. Technisch unterscheidet sich Kermi vor allem durch die frühe und konsequente Umstellung großer Teile des Portfolios auf das klimafreundliche Kältemittel R290 mit einem GWP100 von 0,02 sowie durch das spezialisierte x-flair-System für Bestandsgebäude mit Heizkörpern — eine Nische, die nicht jeder Marktführer in gleicher Form abdeckt. Gegen Kermi spricht das Fehlen eines unabhängigen Stiftung-Warentest-Ergebnisses, während der aktuelle
Testsieger Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0 eine extern geprüfte Referenz liefert, die Kermi-Käufern nicht zur Verfügung steht.
Positionierung von Kermi gegenüber den führenden Wärmepumpen-Marken in Deutschland.
Kriterium | Kermi | Vaillant / Viessmann |
Markenbekanntheit bei Installateuren | nicht unter Top-3 | Platz 1–2 (WärmepumpenMonitor 2023) |
Stiftung-Warentest-Ergebnis | kein Test vorhanden | Viessmann Vitocal 250-A: Note 2,0 (10/2025) |
Marktsegment | Mid-Market | Top-4-Marktführer |
Welche Nachteile, Risiken und typischen Fehler gibt es bei Kermi-Wärmepumpen?
Nachteil 1: Eingeschränkter Geltungsbereich des 7-Jahre-Servicepakets
Symptom: Käufer gehen beim Kauf einer pro-S/M/L/XL- oder eco-Wärmepumpe fälschlich davon aus, das beworbene 7-Jahre-Garantiepaket automatisch zu erhalten. Folge: Für genau diese Baureihen sowie für Trinkwasserwärmepumpen gilt das Paket ausdrücklich nicht, sodass nur die gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren beziehungsweise die 5-Jahre-Systemgarantie greift. Prävention: Vor Vertragsabschluss beim Fachbetrieb schriftlich klären, welches Garantiemodell für das gewählte Modell tatsächlich gilt.
Nachteil 2: Fehlende unabhängige Testabdeckung
Symptom: Interessenten finden für Kermi kein Ergebnis der Stiftung Warentest zur Effizienz- oder Betriebssicherheits-Einordnung. Folge: Die Kaufentscheidung stützt sich allein auf Herstellerangaben und Fachhandelsurteile, ein direkter, unabhängiger Effizienzvergleich zu Testsiegern wie der Viessmann Vitocal 250-A fehlt. Prävention: Datenblattwerte (COP, SCOP) verschiedener Hersteller für denselben Betriebspunkt gegenüberstellen und zusätzlich Fachhandelserfahrungen einholen.
Nachteil 3: Sicherheitsabstände bei R290-Außenaufstellung
Symptom: Eine Kermi-Wärmepumpe mit R290 wird in einer Senke, unter einem Schrägdach oder zu nah an Fenstern und Nachbargrundstücken aufgestellt. Folge: Das brennbare Kältemittel der Sicherheitsklasse A3 kann sich bei einer Leckage am Boden ansammeln, da Propan schwerer als Luft ist — die Aufstellung verstößt gegen DIN EN 378 und VDMA 24020. Prävention: Mindestabstände von 1 m zu Fenstern und Türen und 0,5 m zur Öffnungs-Oberkante einhalten, sicherstellen, dass der Schutzbereich nicht auf das Nachbargrundstück reicht, und die Aufstellung vom Fachbetrieb nach DIN EN 378 planen lassen.
Nachteil 4: Diagnose bei Fehlermeldungen nur durch den Fachbetrieb
Symptom: Das Bedienpanel einer Kermi-Wärmepumpe zeigt eine Fehlermeldung an. Folge: Wegen der A3-Sicherheitsklasse des R290-Kältemittels ist eine eigenständige Öffnung des Kältekreises durch den Nutzer nicht vorgesehen — die Fehlerdiagnose und -behebung erfordert einen zertifizierten Kältetechnik-Fachbetrieb. Prävention: Vor Kauf die Erreichbarkeit und Reaktionszeit des zuständigen Fachbetriebs klären, insbesondere wenn kein 7-Jahre-Servicepaket mit Kundendienst-Zusage besteht.
Wie entwickeln sich Markt und Förderung für Wärmepumpen wie Kermi 2026?
Der deutsche Wärmepumpenmarkt wächst 2026 weiter dynamisch: Nach
299.000 verkauften Geräten 2025 (+55 % gegenüber 2024) und einem Marktanteil von
49,7 % am Wärmeerzeugerabsatz im Zeitraum Juli bis Oktober 2025 (Januar bis Oktober 2025: 48,2 %) gelten seit dem
21. Juli 2026 neue Förderkonditionen für die KfW-Wärmepumpenförderung (Programm 458). Kermi erweitert im selben Jahr sein Portfolio um die neue Baugröße
XL der pro-Reihe mit bis zu
30 kW, die im
Juli 2026 eingeführt wird und den Hersteller stärker im Segment größerer Mehrfamilienhäuser positioniert. Die maximal förderfähigen Kosten von 28.000 € je erster Wohneinheit gelten laut ADAC bis zum 31. Januar 2027, danach ist mit einer erneuten Anpassung der Förderkonditionen zu rechnen.
Häufige Fragen zu Kermi Wärmepumpen
Wie viel kostet eine Kermi Wärmepumpe inklusive Montage?
Der reine Gerätepreis liegt 2026 je nach Baureihe zwischen 11.000 € und 18.900 €; die Montagekosten kommen als separater Posten hinzu und sind in den genannten Einstiegspreisen nicht enthalten.
Welches Kältemittel verwendet Kermi aktuell?
Die Baureihen pro S/M/L/XL und eco nutzen R290 mit einem GWP100 von 0,02, die AW E-Serie arbeitet mit dem synthetischen Kältemittel R32 und die AW I-Serie zur Innenaufstellung mit R410A.
Gibt es einen Stiftung-Warentest-Test für Kermi-Wärmepumpen?
Nein, im aktuellen Wärmepumpen-Test der Stiftung Warentest (10/2025) war Kermi nicht im Testfeld vertreten; Testsieger war die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0.
Wie laut ist eine Kermi Wärmepumpe im Vergleich zum TA-Lärm-Grenzwert?
Die eco-Serie erreicht Schallleistungspegel zwischen 47,9 dB(A) im Teillastbetrieb und bis zu 52,7 dB(A) im Volllastbetrieb, während die TA Lärm für reine Wohngebiete tagsüber 50 dB(A) und nachts 35 dB(A) als Richtwert am Immissionsort vorgibt.
Passt eine Kermi Wärmepumpe zu Bestandsheizkörpern?
Ja, das Kermi-System x-flair ersetzt Bestandsheizkörper 1:1 und funktioniert bereits bei Vorlauftemperaturen von 35 bis 55 °C ohne aufwendigen Heizkörpertausch.
Wie viel Förderung gibt es 2026 für eine Kermi Wärmepumpe?
Über die KfW-Förderung 458 sind 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Eigentümer möglich, insgesamt bis zu 80 % je nach Bonuskombination.
Was ist der Unterschied zwischen der AW E- und der pro-S/M/L/XL-Serie?
Die AW E-Serie nutzt das Kältemittel R32 in den Baugrößen ac 6/10/16, während die pro-Serie mit dem klimafreundlicheren R290 in den Baugrößen S/M/L/XL arbeitet — beide Linien werden 2026 parallel angeboten.
Für wen lohnt sich eine Kermi Wärmepumpe?
Die Entscheidung für oder gegen Kermi hängt vom Gebäudetyp, Budget und dem Stellenwert eines unabhängigen Testergebnisses ab.
Entscheidungsmatrix: Für welche Nutzerprofile eignet sich eine Kermi Wärmepumpe.
Nutzerprofil | Empfehlung |
Bestandsgebäude mit Heizkörpern, kein Fußbodenheizungs-Umbau geplant | Geeignet — x-flair deckt Vorlauftemperaturen bis 55 °C ab |
Budgetbewusster Neubau mit Fußbodenheizung | Geeignet — kompakte eco-Serie mit SCOP bis 5,34 und attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis laut Hersteller |
Größeres Mehrfamilienhaus, hoher Leistungsbedarf | Geeignet ab Juli 2026 — neue XL-Baugröße bis 30 kW |
Käufer mit hohem Stellenwert für unabhängige Testergebnisse | Bedingt geeignet — kein Stiftung-Warentest-Ergebnis vorhanden, Alternative prüfen |
Aufstellung mit wenig Abstand zu Nachbargrundstück oder Fenstern | Bedingt geeignet — R290-Mindestabstände zu Fenstern/Türen (1 m / 0,5 m) müssen einhaltbar sein und der Schutzbereich darf nicht auf das Nachbargrundstück reichen |
Für Eigentümer eines sanierten oder unsanierten Bestandsgebäudes mit klassischen Heizkörpern und einem Budget im Bereich von 11.000 bis 18.900 € vor Förderung ist Kermi eine praxistaugliche Wahl, insbesondere durch das x-flair-System und die Verfügbarkeit von R290-Modellen mit niedrigem GWP100 von 0,02. Wer hingegen ein extern geprüftes Testergebnis als Kaufkriterium voraussetzt, findet bei Kermi aktuell keine Grundlage und sollte alternative Anbieter mit Stiftung-Warentest-Ergebnis in den Vergleich einbeziehen.