Das Wichtigste in Kürze
- Bauform: Eine Splitgerät-Wärmepumpe besteht aus zwei getrennten Einheiten – Außeneinheit und Inneneinheit –, verbunden durch vor Ort verlegte Kältemittelleitungen, statt aus einem einzigen Kältekreis wie bei der Monoblock-Wärmepumpe.
- Marktanteil: Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen dominiert die Monoblock-Bauform mit 83 % gegenüber 17 % Split-Anteil in Deutschland.
- Kälteschein-Pflicht: Nur die installation eines Splitgeräts erfordert einen F-Gas-zertifizierten Fachbetrieb, weil der Kältekreis erst vor Ort geschlossen wird – bei Monoblock-Geräten entfällt diese Pflicht.
- Kältemittel-Frist 2027: Ab dem 1. Januar 2027 dürfen neue Split-Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 kW nur noch mit einem Kältemittel mit einem GWP unter 150 verkauft werden – R32 (GWP 675) fällt darunter, R290 (GWP 3) nicht.
- Effizienz: Der COP liegt bei Splitgeräten typischerweise zwischen 4,0 und 5,2 im Normmesspunkt A7/W35 – bei einer Jahresarbeitszahl ab etwa 3,0 arbeitet die Anlage solide, ab 4,0 sehr gut.
- Förderung 2026: Die KfW-Grundförderung beträgt weiterhin 30 %, der maximale Gesamtzuschuss 80 % der förderfähigen Kosten von bis zu 28.000 Euro je Einfamilienhaus.
- Abstandsrecht: In Bayern lösen Außeneinheiten bis 2 Meter Höhe seit 2025 keine Abstandsfläche mehr aus, in Nordrhein-Westfalen gilt seit 2024 sogar kein Mindestabstand mehr zur Grundstücksgrenze.
Was ist eine Splitgerät-Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Eine Splitgerät-Wärmepumpe ist eine zweiteilige Wärmepumpe, deren Kältekreis-Komponenten auf eine im Freien stehende Außeneinheit und eine im Gebäude montierte Inneneinheit verteilt sind, verbunden über durch die Gebäudehülle geführte Kältemittelleitungen. Die Außeneinheit enthält Ventilator, Verdampfer und Verdichter, die Inneneinheit den Verflüssiger, die Umwälzpumpe und die Regelungstechnik. Beide Bauteile bilden gemeinsam einen einzigen Kältemittelkreislauf, der erst bei der Installation vor Ort geschlossen wird.
Die Wärmeübergabe an das Gebäude erfolgt bei der Luft-Wasser-Variante im Inneren: Das im Außenluft-Verdampfer verdampfte
Kältemittel wird im Verdichter komprimiert, gibt seine Wärme im Verflüssiger der Inneneinheit an den Heizwasserkreislauf ab und expandiert anschließend wieder. Dieses Funktionsprinzip unterscheidet die Splitgerät-Wärmepumpe grundlegend von der
Monoblock-Wärmepumpe, bei der Verdichter, Verdampfer und Verflüssiger werkseitig vollständig in der Außeneinheit verbaut sind und nur Wasserleitungen ins Haus führen.
Der Gesetzgeber verlangt für die Installation einen Kälteschein-Fachbetrieb nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung, weil bei Splitgeräten der Kältemittelkreislauf erst auf der Baustelle verlötet, evakuiert und befüllt wird. Bei Monoblock-Geräten entfällt diese Pflicht, da der Kreislauf das Werk bereits geschlossen verlässt.
Wie unterscheidet sich eine Splitgerät- von einer Monoblock-Wärmepumpe?
Der zentrale Unterschied liegt im Ort des geschlossenen Kältekreises: Bei der Monoblock-Wärmepumpe befinden sich alle kältetechnischen Bauteile werkseitig gekapselt in der Außeneinheit, bei der Splitgerät-Wärmepumpe wird der Kreislauf erst bei der Montage zwischen Außen- und Inneneinheit geschlossen.
Splitgerät- und Monoblock-Wärmepumpe im direkten Vergleich der wichtigsten Merkmale.
Merkmal | Splitgerät-Wärmepumpe | Monoblock-Wärmepumpe |
Verbindung Außen-/Inneneinheit | Kältemittelleitungen | Wasserleitungen |
Kälteschein-Pflicht bei Installation | Ja | Nein |
Marktanteil Luft-Wasser-Wärmepumpen Deutschland | 17 % | 83 % |
Frostschutz der Verbindungsleitung | Kein Wasser im Außenbereich, kein Einfrierrisiko | Wasser im Außenbereich, Frostschutzmittel oder Beheizung nötig |
GWP-Grenzwert <150 ab 2027 (bis 12 kW) | Ja | Ja, identisches Datum |
Bei der Frostsicherheit liegt ein praktischer Vorteil des Splitgeräts: Bei der Splitgerät-Wärmepumpe entfällt das Einfrierrisiko der Verbindungsleitung, weil kein wasserführendes Rohr im Freien verlegt wird. Bei Monoblock-Geräten sichert eine ausreichend frostsicher verlegte oder beheizte Wasserleitung dieses Risiko ab. Bei der Kältemittelfrist unterscheiden sich beide Bauformen dagegen nicht: Sowohl Split- als auch Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 kW dürfen ab dem 1. Januar 2027 nur noch mit einem Kältemittel unter GWP 150 neu verkauft werden.
Welche Bauarten und Varianten von Splitgeräte-Wärmepumpen gibt es?
Splitgeräte-Wärmepumpen treten in drei Bauarten auf: als Luft-Wasser-Split-Wärmepumpe für die Gebäudeheizung über einen Wasserkreislauf, als Luft-Luft-Split-Wärmepumpe mit direkter Wärmeabgabe an die Raumluft, und als Multisplit-Ausführung mit mehreren Innengeräten an einem Außengerät.
- Die Luft-Wasser-Split-Wärmepumpe versorgt Heizkörper oder Fußbodenheizung über den Heizwasserkreislauf; Luft-Wasser-Wärmepumpen – Monoblock und Split zusammen – decken in Deutschland rund 95 % aller als Heizungswärmepumpe installierten Geräte ab.
- Die Luft-Luft-Split-Wärmepumpe, technisch identisch mit einer reversiblen Split-Klimaanlage, gibt Wärme direkt an die Raumluft ab und dient überwiegend als Ergänzungs- oder Kühllösung.
- Die Multisplit-Ausführung verbindet bis zu fünf Innengeräte mit einem einzigen Außengerät, etwa bei den Modellen von Daikin, und eignet sich für Gebäude mit mehreren separat regelbaren Zonen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Split-Klimaanlage und einer Splitgerät-Wärmepumpe?
Eine Split-Klimaanlage im Wärmepumpenbetrieb ist technisch eine Luft-Luft-Split-Wärmepumpe: Beide nutzen dasselbe 4-Wege-Umschaltventil-Prinzip, um wahlweise zu heizen oder zu kühlen, unterscheiden sich aber im Anwendungsschwerpunkt von der Luft-Wasser-Splitgerät-Wärmepumpe für die zentrale Gebäudeheizung.
Der entscheidende funktionale Unterschied liegt bei der
Warmwasserbereitung: Mit einer Luft-Luft-Split-Klimaanlage ist keine Warmwasseraufbereitung möglich, sodass zusätzlich eine
separate Brauchwasser-Wärmepumpe ab rund 800 Euro erforderlich wird. Eine Luft-Wasser-Splitgerät-Wärmepumpe deckt dagegen Heizung und Warmwasser über denselben Wasserkreislauf ab. Bei den Investitionskosten liegen reine Luft-Luft-Split-Klimageräte mit 12.000 bis 17.500 Euro in einer ähnlichen Größenordnung wie kleinere Luft-Wasser-Splitgeräte, decken dabei aber einen engeren Funktionsumfang ab.
Förderrechtlich behandelt die KfW beide Bauarten gleich: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die überwiegend zum Heizen genutzt wird, ist im Programm 458 explizit förderfähig, sofern sie eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreicht und mehr als 65 % des Wärmebedarfs deckt – die Förderhöhe hängt von diesen Effizienzkriterien ab, nicht von der Bauart Split oder Monoblock.
Was kostet eine Splitgerät-Wärmepumpe 2026?
Eine Luft-Wasser-Splitgerät-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet 2026 zwischen rund 13.000 und 28.000 Euro inklusive Installation, abhängig von Heizleistung, Kälteschein-pflichtiger Kältekreis-Verlegung und Anbindung an das bestehende Heizsystem.
Kostenaufschlüsselung einer Luft-Wasser-Splitgerät-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus vor Förderung.
Kostenposition | Betrag |
Gerätekosten Außen- und Inneneinheit | 8.000–19.000 € |
Installation inkl. Kältekreis-Verlegung | 4.000–7.000 € |
Kälteschein-Nachweis des Fachbetriebs (Zertifikat A2) | 800–1.800 € |
Summe vor Förderung | ca. 13.000–28.000 € |
Beispiel: Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche
Gegeben: Splitgerät-Wärmepumpe mit 12 kW Heizleistung für 17.000 € Gesamtkosten, KfW-Grundförderung 30 %.
Berechnung: 17.000 € × 30 % = 5.100 € Grundförderung; verbleibende Investition 17.000 € − 5.100 € = 11.900 €.
Ergebnis: Die Eigeninvestition sinkt durch die Grundförderung auf 11.900 €, zusätzliche Boni aus Einkommen oder Austauschgeschwindigkeit senken den Betrag weiter, bis maximal 80 % Gesamtförderung.
Der Kälteschein-Nachweis des ausführenden Fachbetriebs schlägt bei Splitgeräten mit typischerweise 800 bis 1.800 Euro (Zertifikat A2, Nachfolger der bisherigen Kategorie II, für Füllmengen unter 3 Kilogramm F-Gas) zusätzlich zu Buche – ein Kostenpunkt, der bei Monoblock-Wärmepumpen entfällt, da dort kein Kältekreis vor Ort geschlossen wird.
Welche technischen Kennzahlen (COP, SCOP, JAZ) kennzeichnen eine Splitgerät-Wärmepumpe?
Die Effizienz einer Splitgerät-Wärmepumpe wird über drei Kennzahlen gemessen: den COP im Momentanbetrieb, den SCOP als saisonalen Mittelwert und die Jahresarbeitszahl (JAZ) als realer Betriebswert der Gesamtanlage über ein Jahr.
COP = Q ÷ W
Wo:
- Q: abgegebene Heizleistung in Kilowatt (kW)
- W: aufgenommene elektrische Verdichterleistung in Kilowatt (kW)
Nach DIN EN 14511 wird der COP an genormten Messpunkten wie A7/W35 (7 °C Außenluft, 35 °C Vorlauftemperatur) ermittelt. Bei Splitgeräte-Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt der COP an diesem Messpunkt typischerweise zwischen 4,0 und 5,2 – Standardgeräte erreichen rund 4,0 bis 4,3, Premium-Inverter-Modelle bis zu 5,2.
Beispiel: Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche
Gegeben: Heizleistung 10 kW bei einem COP von 4,2 im Referenzpunkt A7/W35.
Berechnung: Elektrische Aufnahmeleistung = Q ÷ COP = 10 kW ÷ 4,2 ≈ 2,38 kW.
Ergebnis: Die Anlage benötigt rund 2,38 kW elektrische Leistung, um 10 kW Heizleistung bereitzustellen.
Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) mittelt die Effizienz über ein ganzes Heizjahr und liegt bei Splitgeräten je nach Vorlauftemperatur typischerweise bei rund 4,5 bei 35 °C Vorlauf (Fußbodenheizung, entspricht etwa JAZ 3,8–4,2) und bei rund 3,5 bei 55 °C Vorlauf (Heizkörper-Betrieb, entspricht etwa JAZ 3,0–3,4). Für die Praxis ist die Jahresarbeitszahl aussagekräftiger als COP oder SCOP, weil sie die tatsächliche Anlagenleistung inklusive Verteilverlusten über ein ganzes Jahr einbezieht: Ab einer JAZ von etwa 3,0 arbeitet eine Wärmepumpe solide, ab rund 4,0 sehr gut, so co2online.
Welches Kältemittel wird genutzt und was ändert die F-Gase-Verordnung 2027?
Splitgeräte-Wärmepumpen nutzen 2026 überwiegend R32 mit einem Treibhauspotenzial (GWP) von 675, zunehmend aber auch das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit einem GWP von nur 3. Ab dem 1. Januar 2027 wird der niedrige GWP-Wert für neue Geräte bis 12 kW zur Pflicht.
Die Verordnung (EU) 2024/573 schreibt vor, dass ab dem 1. Januar 2027 nur noch Split-Luft-Wasser- und Monoblock-Wärmepumpen mit einem Kältemittel unter GWP 150 bis zur Leistungsklasse 12 kW neu in Verkehr gebracht werden dürfen. R32 mit einem GWP von 675 liegt damit deutlich über der neuen Grenze und scheidet für Neugeräte dieser Klasse ab 2027 aus, während R290 mit einem GWP von 3 die Anforderung klar erfüllt. Für größere Split-Systeme über 12 kW gilt eine spätere Frist ab 2033 – die 2027er-Grenze betrifft ausschließlich die für Einfamilienhäuser typische Leistungsklasse bis 12 kW.
Treibhauspotenzial (GWP) der gebräuchlichsten Kältemittel in Splitgeräte-Wärmepumpen im Vergleich zur Grenze der F-Gase-Verordnung.
Kältemittel | GWP (100 Jahre) | Zulässig nach 01.01.2027 (≤12 kW) |
R32 | 675 | Nein |
R454B | 466 | Nein |
R290 (Propan) | 3 | Ja |
Grenzwert F-Gase-VO 2024/573 | <150 | – |
Zusätzlich zur Verkaufsbeschränkung greift ab einer Kältemittelmenge von 5 Tonnen CO2-Äquivalent eine Dichtheitskontrollpflicht mit einem Prüfintervall von 12 Monaten, das sich mit einem installierten Leckage-Erkennungssystem auf 24 Monate verlängert, so das Umweltbundesamt. Anlagen mit dem klimaschonenden Kältemittel R290 unterschreiten diese Schwelle wegen des niedrigen GWP-Werts bei haushaltsüblichen Füllmengen deutlich, während ältere R32-Bestandsanlagen sie je nach Füllmenge erreichen können.
Welcher Abstand zur Grundstücksgrenze und welche Schallschutzgrenzen gelten für die Außeneinheit?
Der erforderliche
Grenzabstand einer Splitgerät-Außeneinheit hängt vom Bundesland ab: In
Bayern entfällt die Abstandsflächenpflicht seit 2025 für Geräte bis 2 Meter Höhe vollständig, in
Nordrhein-Westfalen gilt seit 2024 überhaupt kein Mindestabstand mehr. Andere Länder verlangen dagegen eine Rückfallregel von 0,4-facher Gerätehöhe.
Abstandsregelungen für Wärmepumpen-Außeneinheiten in ausgewählten Bundesländern 2026.
Bundesland | Regelung |
Bayern | Abstandsflächenfrei bis 2 m Höhe (Art. 6 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 BayBO); sonst Rückfallregel 0,4 H, mind. 3 m |
Baden-Württemberg | Abstandsfrei bis 2,5 m Höhe oder 25 m² Wandfläche (§ 6 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 LBO); sonst 0,4 H, mind. 2,5 m |
Nordrhein-Westfalen | Kein Mindestabstand seit 01.01.2024, max. 9 m Länge je Grenze, max. 18 m insgesamt |
Zusätzlich zum Grenzabstand begrenzt der Immissionsschutz die zulässige Lautstärke am Nachbargrundstück nach TA Lärm: In reinen Wohngebieten gelten 50 dB(A) tagsüber und 35 dB(A) nachts, in allgemeinen Wohngebieten 55 dB(A) tagsüber und 40 dB(A) nachts. Für die BEG-Förderfähigkeit gelten ab 2026 verschärfte Schallgrenzwerte: Splitgeräte-Außeneinheiten dürfen je nach Leistungsklasse höchstens 55 dB(A) bis 6 kW, 60 dB(A) bis 12 kW und 68 dB(A) bis 30 kW Schallleistung abgeben – 10 dB unter dem bisherigen Grenzwert der Ökodesign-Verordnung (EU) 813/2013, dessen ungeförderte Basiswerte je nach Leistungsklasse deutlich höher liegen. Die Außenaufstellung verlangt bei einem R290-Kältemittel zusätzlich mindestens 1 Meter Sicherheitsabstand zu Fenstern, Türen, Lüftungsöffnungen und Kellerzugängen.
Braucht die Installation einer Splitgerät-Wärmepumpe einen Kälteschein-Fachbetrieb?
Ja, die Installation einer Splitgerät-Wärmepumpe erfordert zwingend einen Fachbetrieb mit Kälteschein nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung, weil der Kältemittelkreislauf erst vor Ort zwischen Außen- und Inneneinheit geschlossen wird.
Für Splitgeräte reicht in der Regel das Zertifikat A2 (Nachfolger der bisherigen Kategorie II), das Installation, Wartung und Rückgewinnung bei Anlagen mit weniger als 3 Kilogramm F-Gas abdeckt (bei hermetisch geschlossenen Systemen bis 6 Kilogramm), und mit 800 bis 1.800 Euro Nachweiskosten günstiger ist als das umfassendere Zertifikat A1 (Nachfolger von Kategorie I) mit 1.200 bis 3.000 Euro. Die im April 2026 in Kraft getretene ChemKlimaschutzV-Novelle verschärft die Anforderungen zusätzlich: Zertifizierte Fachkräfte müssen mindestens alle sieben Jahre an einem Auffrischungskurs teilnehmen, um ihren Sachkundenachweis zu behalten.
Wer eine Splitgerät-Wärmepumpe ohne zertifizierten Fachbetrieb installieren lässt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Bei Monoblock-Wärmepumpen entfällt diese Pflicht vollständig, weil ihr Kältekreis das Werk bereits fertig geschlossen verlässt – ein zentraler praktischer Unterschied bei der Wahl zwischen beiden Bauformen.
Wie läuft Planung und Installation einer Splitgerät-Wärmepumpe ab?
Die Installation einer Splitgerät-Wärmepumpe gliedert sich in Heizlastberechnung, Standortwahl der Außeneinheit unter Einhaltung von Abstands- und Schallschutzvorgaben, Verlegung der Kältemittelleitungen sowie Inbetriebnahme durch den Kälteschein-Fachbetrieb.
Schritt 1: Heizlastberechnung
Die benötigte Heizleistung ergibt sich aus der Wohnfläche und dem spezifischen Wärmebedarf des Gebäudes.
Heizleistung = Wohnfläche × spezifischer Wärmebedarf
Wo:
- Wohnfläche: beheizte Fläche in Quadratmetern (m²)
- Spezifischer Wärmebedarf: 0,04 kW/m² im GEG-Neubau, 0,08 kW/m² im teilsanierten Altbau, 0,12 kW/m² im ungedämmten Altbau
Beispiel: Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche
Gegeben: teilsanierter Altbau mit spezifischem Wärmebedarf von 0,08 kW/m².
Berechnung: 150 m² × 0,08 kW/m² = 12 kW.
Ergebnis: Für das Referenzhaus ist eine Splitgerät-Wärmepumpe mit rund 12 kW Heizleistung erforderlich.
Schritt 2: Standortwahl der Außeneinheit
Der Standort der Außeneinheit muss die geltende Abstandsfläche des Bundeslands sowie die Immissionsrichtwerte der TA Lärm einhalten und darf bei R290-Kältemittel Gebäudeöffnungen nicht innerhalb von 1 Meter unterschreiten.
Schritt 3: Kältekreis-Installation durch den Fachbetrieb
Ein Kälteschein-Fachbetrieb verlegt die Kältemittelleitungen zwischen Außen- und Inneneinheit, verlötet, evakuiert und befüllt den Kreislauf und dokumentiert die anschließende Dichtheitsprüfung.
Welche Förderung gibt es 2026 für Splitgeräte-Wärmepumpen über BAFA und KfW?
Splitgeräte-Wärmepumpen werden 2026 über das KfW-Programm 458 mit einer Grundförderung von 30 % und einem maximalen Gesamtzuschuss von 80 % der förderfähigen Kosten bezuschusst, sofern das Gerät in der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen geführt wird.
Die BEG-Reform vom 21. Juli 2026 hat die Förderkulisse verändert: Der bisherige Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten für natürliche Kältemittel wie R290 ist ersatzlos entfallen, der Klimageschwindigkeitsbonus wurde auf 16 % reduziert und die maximal förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit eines Einfamilienhauses auf 28.000 Euro gesenkt. Zusätzlich zur Grundförderung ist ein gestaffelter Einkommensbonus kombinierbar: Haushalte ohne Kinder unter 18 Jahren erhalten 40 % bis 30.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen, 30 % bis 40.000 Euro und 10 % bis 50.000 Euro; bei Haushalten mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren verschieben sich diese Schwellen laut KfW um jeweils 10.000 Euro nach oben (40 % bis 40.000 Euro, 30 % bis 50.000 Euro, 10 % bis 60.000 Euro). Zusammen mit dem Klimageschwindigkeitsbonus ist die Gesamtförderung auf 80 % gedeckelt.
Vor dem Kauf lohnt sich die Prüfung im BAFA Wärmeerzeuger-Portal , das die aktuell förderfähigen Modelle auflistet, darunter zahlreiche Splitgeräte-Varianten. Eine Luft-Luft-Splitgerät-Wärmepumpe ist gleichermaßen förderfähig, sofern sie eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreicht und überwiegend zum Heizen genutzt wird – die Bauart Split oder Monoblock spielt für die Förderhöhe keine Rolle.
Welche Nachteile und Risiken hat eine Splitgerät-Wärmepumpe?
Die vier wichtigsten Nachteile einer Splitgerät-Wärmepumpe sind die verpflichtende Kälteschein-Installation, die Kältemittelfrist 2027, das Bußgeldrisiko bei unsachgemäßer Montage und eine mögliche Dichtheitskontrollpflicht bei größeren Füllmengen.
Nachteil 1: Kälteschein-Pflicht erhöht die Installationskosten
Symptom: Die Installation erfordert zwingend einen F-Gas-zertifizierten Fachbetrieb. Folge: Zusätzliche Kosten von 800 bis 1.800 Euro für den Kälteschein-Nachweis des Zertifikats A2, die bei Monoblock-Geräten entfallen. Prävention: Bei der Angebotseinholung mehrere zertifizierte Fachbetriebe vergleichen und den Kälteschein-Nachweis als festen Kostenposten einkalkulieren.
Nachteil 2: Kältemittelfrist 2027 verkürzt die Auswahl an Neugeräten
Symptom: Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Splitgeräte bis 12 kW nur noch mit einem GWP unter 150 verkauft werden. Folge: Modelle mit R32 (GWP 675) verschwinden ab diesem Datum aus dem Neugeräte-Markt dieser Leistungsklasse. Prävention: Bei einer Neuanschaffung 2026 gezielt Modelle mit R290-Kältemittel wählen, um von der längeren technischen Lebensdauer ohne regulatorischen Auslaufdruck zu profitieren.
Nachteil 3: Bußgeldrisiko bei unsachgemäßer Installation
Symptom: Eine Installation ohne zertifizierten Fachbetrieb verstößt gegen die Chemikalien-Klimaschutzverordnung. Folge: Bußgelder von bis zu 50.000 Euro sowie ein möglicher Garantieverlust. Prävention: Vor Auftragsvergabe die Kälteschein-Zertifizierung des Fachbetriebs schriftlich bestätigen lassen.
Nachteil 4: Dichtheitskontrollpflicht bei größeren Kältemittelmengen
Symptom: Ab 5 Tonnen CO2-Äquivalent Kältemittelmenge greift eine wiederkehrende Prüfpflicht. Folge: Zusätzlicher Wartungsaufwand alle 12 bis 24 Monate. Prävention: Kältemittel mit niedrigem GWP wie R290 wählen, damit die Prüfschwelle bei haushaltsüblichen Füllmengen unterschritten bleibt.
Was zeichnet Daikin als Hersteller von Splitgeräte-Wärmepumpen aus?
Daikin zählt zu den führenden Herstellern von Splitgeräte-Wärmepumpen in Deutschland und bietet mit der Baureihe Altherma 3 R MT Geräte mit 8, 10 und 12 kW Heizleistung sowie drei wählbaren Inneneinheit-Varianten für unterschiedliche Aufstellsituationen.
Die im November 2023 vorgestellte Altherma 3 R MT erreicht im Low-Sound-Modus der Außeneinheit einen Schallpegel von nur 35 dBA und überbrückt eine Höhendifferenz zwischen Innen- und Außengerät von bis zu 30 Metern, was die Installation auch bei anspruchsvoller Gebäudegeometrie erleichtert. Diese Werte positionieren Daikin technisch im Bereich der leiseren Splitgeräte am Markt, ohne dass unabhängig geprüfte Vergleichswerte zu allen Wettbewerbern für diesen Artikel vorliegen.
Was sagen unabhängige Tests zu Splitgeräte-Wärmepumpen?
Der jüngste Wärmepumpen-Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2025) prüfte ausschließlich Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpen; ein eigenständiger Test für Split-Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt für 2025/2026 nicht vor.
Die dort ermittelten Effizienzwerte sind dennoch als Orientierung nutzbar, weil der COP nach DIN EN 14511 am Kältekreis selbst gemessen wird – an Verdichter, Kältemittel und Wärmetauschern – unabhängig davon, ob dieser Kreislauf in einem Gehäuse (Monoblock) oder auf zwei Einheiten verteilt (Split) untergebracht ist. Im Test 10/2025 wurde die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0 Testsieger, gefolgt von Alpha Innotec Hybrox 11 und Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus (je 2,2), Vaillant aroTHERM plus (2,3) und Mitsubishi Electric PUZ-WZ100YAA (2,8). Käufer eines Splitgeräts bleiben bei der geräteklassen-spezifischen Modellwahl auf Herstellerangaben zu COP und SCOP sowie auf Erfahrungsberichte zertifizierter Fachbetriebe angewiesen.
Wie entwickeln sich Kosten, Technik und Recht bei Splitgeräte-Wärmepumpen künftig?
Die regulatorische Entwicklung bis 2027 verschiebt den Markt für Splitgeräte-Wärmepumpen spürbar in Richtung klimafreundlicherer Kältemittel, während die Förderbedingungen nach der BEG-Reform vom Juli 2026 tendenziell restriktiver werden.
Mit der GWP-Grenze von 150 ab dem 1. Januar 2027 verschwinden R32-Modelle bis 12 kW schrittweise aus dem Neugeräte-Sortiment, während Hersteller wie Daikin ihr Portfolio bereits auf R290-Varianten umstellen. Gleichzeitig sinkt mit dem Wegfall des Effizienzbonus zum 21. Juli 2026 der finanzielle Anreiz, gezielt ein natürliches Kältemittel zu wählen, obwohl die technische Entwicklung in dieselbe Richtung weist. Bau- und immissionsschutzrechtlich zeichnet sich mit den 2024 und 2025 in Kraft getretenen Erleichterungen in Nordrhein-Westfalen und Bayern ein Trend zu geringeren Abstandshürden für Wärmepumpen-Außeneinheiten ab, dem weitere Bundesländer bislang nicht in gleichem Umfang gefolgt sind.
Häufige Fragen zu Splitgeräte-Wärmepumpen
Ist eine Splitgerät-Wärmepumpe teurer als eine Monoblock-Wärmepumpe?
Eine Splitgerät-Wärmepumpe liegt bei den Gerätekosten in ähnlicher Größenordnung wie ein Monoblock-Modell, verursacht aber durch die verpflichtende Kälteschein-Installation zusätzliche Kosten von 800 bis 1.800 Euro, die bei Monoblock-Geräten entfallen.
Welches Kältemittel sollte eine neue Splitgerät-Wärmepumpe 2026 haben?
Ein Kältemittel mit einem GWP unter 150 wie R290 (GWP 3) ist zukunftssicherer als R32 (GWP 675), da R32-Modelle bis 12 kW ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr neu verkauft werden dürfen.
Wie laut ist eine Splitgerät-Wärmepumpe im Betrieb?
Für die BEG-Förderfähigkeit gilt ab 2026 je nach Leistungsklasse ein Schallgrenzwert zwischen 55 dB(A) bis 6 kW und 68 dB(A) bis 30 kW, moderne Außeneinheiten wie die der Daikin Altherma 3 R MT erreichen im Low-Sound-Modus 35 dBA.
Braucht jede Splitgerät-Wärmepumpe einen Kälteschein-Fachbetrieb?
Ja, für jede Splitgerät-Wärmepumpe ist ein Fachbetrieb mit Sachkundenachweis nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung vorgeschrieben, da der Kältekreis erst vor Ort zwischen Außen- und Inneneinheit geschlossen wird.
Wie viel Förderung gibt es 2026 für eine Splitgerät-Wärmepumpe?
Die KfW-Grundförderung beträgt 30 %, kombinierbar mit Einkommens- und Klimageschwindigkeitsbonus bis zu einem Gesamtzuschuss von maximal 80 % der förderfähigen Kosten von bis zu 28.000 Euro je Einfamilienhaus.
Welchen Abstand zur Grundstücksgrenze braucht die Außeneinheit?
Der Abstand hängt vom Bundesland ab: In Bayern entfällt er bis 2 Meter Höhe vollständig, in Nordrhein-Westfalen gilt seit 2024 gar kein Mindestabstand mehr, andere Länder verlangen die Rückfallregel von 0,4-facher Gerätehöhe.
Für wen lohnt sich eine Splitgerät-Wärmepumpe?
Eine Splitgerät-Wärmepumpe lohnt sich vor allem für Bauherren mit ausreichend Platz für zwei getrennte Einheiten, für Multisplit-Anwendungen mit mehreren Innenräumen sowie in Bundesländern mit erleichterten Abstandsregeln wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen – für einfache Einzelraumlösungen oder minimalen Installationsaufwand ist eine Monoblock-Wärmepumpe meist die pragmatischere Wahl.
Profil 1: Neubau mit mehreren Heizzonen
Für ein Einfamilienhaus mit getrennt regelbaren Wohnbereichen bietet die Multisplit-Ausführung mit bis zu fünf Innengeräten an einem Außengerät eine zonierte Regelung, wie sie eine einzelne Monoblock-Wärmepumpe nicht abdeckt.
Profil 2: Bestandsgebäude in Bayern oder Nordrhein-Westfalen
In Bundesländern mit erleichterten Abstandsregeln – bis 2 Meter Höhe abstandsflächenfrei in Bayern, kein Mindestabstand in Nordrhein-Westfalen – lässt sich die Außeneinheit einer Splitgerät-Wärmepumpe auch auf schmalen Grundstücken grenznah installieren.
Profil 3: Budgetorientierte Sanierung ohne Kälteschein-Aufwand
Wer die zusätzlichen 800 bis 1.800 Euro Kälteschein-Kosten vermeiden will und keine Multisplit-Funktion benötigt, ist mit einer Monoblock-Wärmepumpe wirtschaftlicher bedient, da bei ihr keine Fachbetriebs-Zertifizierung für den Kältekreis anfällt.