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Vaillant geoTHERM plus 2026: Technik, Preise und Nachfolger

14 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Marktstatus 2026: Die geoTHERM plus ist auf der aktuellen Vaillant-Produktseite nicht mehr gelistet — Nachfolger sind das aktive Modell geoTHERM perform und die für Herbst 2026 angekündigte R290-Baureihe geoTHERM exclusive.
  • Kältemittel: Die geoTHERM plus arbeitet mit R407C, dessen GWP nach der EU-Verordnung 517/2014 bei 1.774 statt der vom Hersteller genannten 1.653 liegt.
  • Effizienz: Die Modelle VWS 62/3 bis 102/3 erreichen einen COP von bis zu 4,9 bei der Normbedingung B0/W35.
  • Kosten 2026: Eine komplette Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage kostet aktuell 18.000 bis 55.000 € statt der 13.953 € eines dokumentierten Altfalls mit geoTHERM plus.
  • Testergebnis: Die Stiftung Warentest bewertete die VWS 102/2 2007 mit der Note 2,1 (gut) als Testsieger unter 10 geprüften Wärmepumpen.
  • Förderung: Die geoTHERM plus selbst steht nicht mehr in der aktuellen BAFA-Förderprüfung — nur die Nachfolgemodelle sind 2026 förderfähig.
  • Zielgruppe: Für Bestandsanlagen lohnt sich Service und Ersatzteilbeschaffung, für Neubau oder Komplettersatz führt der Weg zur geoTHERM perform oder geoTHERM exclusive.

Was ist die Vaillant geoTHERM plus und wie funktioniert sie?

Die Vaillant geoTHERM plus ist eine eingestellte Baureihe von Sole/Wasser-Wärmepumpen des deutschen Heiztechnikherstellers Vaillant, die dem Erdreich über eine Erdsonde oder einen Erdkollektor Wärme entzieht und sie über einen Kompressorkreislauf auf Heiztemperatur anhebt. Die Baureihe umfasste unter demselben Produktnamen drei Varianten je nach Wärmequelle: VWS für Sole aus dem Erdreich, VWW für Grundwasser und VWL für Außenluft. Die VWS-Modelle 62/2 bis 102/2 sowie die Nachfolgegeneration 62/3 bis 102/3 deckten einen Heizleistungsbereich von 6,1 bis 10,9 kW bei der Normbedingung B0/W35 ab. Von der luftbasierten geothermischen Bauform ist die geoTHERM plus VWL klar zu unterscheiden von Vaillants separater Luft/Wasser-Baureihe aroTHERM, die keine geoTHERM-Bezeichnung trägt und ein eigenständiges Produkt ist.

Wer ist Vaillant und wo werden die Wärmepumpen produziert?

Johann Vaillant gründete das Unternehmen 1874 in Remscheid als Heiztechnikhersteller. Die geoTHERM-Baureihe entwickelt und vertreibt heute die Konzernmarke Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG. Die Vaillant Group beschäftigt rund 17.500 Mitarbeitende an 14 Entwicklungs- und Produktionsstandorten in sieben europäischen Ländern sowie in China und ist damit einer der größten familiengeführten Heiztechnikkonzerne Europas.
Für die Wärmepumpenproduktion hat die Vaillant Group 2023 eine Megafabrik im slowakischen Senica in Betrieb genommen, die eine jährliche Kapazität von 300.000 Wärmepumpen bereitstellt. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte der Konzern einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro und positioniert sich damit als Marktführer in Deutschland und drittgrößter Wärmepumpenanbieter Europas — eine Einordnung, die sich laut der Pressemitteilung vom 13. Mai 2024 auf das deutsche Wärmepumpengeschäft bezieht und nicht auf den gesamten Heizungsmarkt oder speziell das Sole-Wasser-Segment.

Welche Modellreihen und technischen Daten hat die geoTHERM plus (VWS, VWW, VWL 62-102)?

Die geoTHERM plus umfasste zwei Generationen mit jeweils drei Leistungsgrößen: die ältere Serie VWS/VWW/VWL 62/2, 82/2 und 102/2 sowie die überarbeitete Serie 62/3, 82/3 und 102/3. Jede Leistungsgröße war zusätzlich in den drei Wärmequellen-Varianten Sole (VWS), Grundwasser (VWW) und Luft (VWL) erhältlich.

Datenblatt VWS 62/3, 82/3 und 102/3

Technische Kennzahlen der geoTHERM plus VWS-Baureihe (dritte Generation) bei Normbedingung B0/W35.

Kennzahl

VWS 62/3

VWS 82/3

VWS 102/3

 

Heizleistung B0/W35

6,1 kW

7,8 kW

10,9 kW

COP bei B0/W35

4,7

4,7

4,9

Schallleistungspegel

45 dB(A)

46 dB(A)

47 dB(A)

Kältemittel

R407C

R407C

R407C

VWL: die Luft-Variante der geoTHERM plus

Die Bezeichnung VWL innerhalb der geoTHERM-plus-Familie steht für eine Luft/Wasser-Ausführung derselben Baureihe und nutzt Außenluft statt Erdwärme als Quelle. Sie teilt sich Gehäuse, Regelungstechnik und Kältemittel R407C mit den VWS/VWW-Varianten, unterscheidet sich aber im Wärmequellen-Wärmetauscher und erreicht wegen der schwankenden Außenlufttemperatur niedrigere COP-Werte als die erdgebundene VWS-Variante bei gleicher Nennleistung.

VWW: Grundwasser als Wärmequelle

Die VWW-Variante entzieht die Wärme direkt dem Grundwasser über einen Förder- und einen Schluckbrunnen. Sie erreicht wegen der ganzjährig konstanten Grundwassertemperatur tendenziell die höchsten COP-Werte innerhalb der geoTHERM-plus-Familie, benötigt aber eine wasserrechtliche Erlaubnis für die Grundwasserentnahme zusätzlich zur allgemeinen Bohrgenehmigung.

Welches Kältemittel und welche COP-/SCOP-Werte hat die geoTHERM plus?

Die geoTHERM plus arbeitet mit dem Kältemittel R407C, einem Dreistoffgemisch aus den Komponenten HFC-32, HFC-125 und HFC-134a. Vaillant nennt im Betreiberhandbuch für dieses Kältemittel einen GWP-Wert von 1.653, während die Berechnung nach der EU-Verordnung 517/2014 einen abweichenden Wert ergibt.
GWPGemisch = Σ (Massenanteili × GWPi)
Wo:
  • Massenanteili = Gewichtsprozent der Kältemittel-Komponente i im Gemisch
  • GWPi = GWP der Reinkomponente nach Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 517/2014
Beispiel: GWP-Berechnung für R407C
Gegeben: R407C besteht aus 23 % HFC-32 (GWP 675), 25 % HFC-125 (GWP 3.500) und 52 % HFC-134a (GWP 1.430).
Berechnung: 0,23 × 675 + 0,25 × 3.500 + 0,52 × 1.430 = 155,25 + 875 + 743,6 = 1.773,85.
Ergebnis: Der GWP von R407C beträgt 1.774 nach EU-Berechnungsmethode — 121 Punkte über dem im Vaillant-Handbuch genannten Wert von 1.653.
Bei der Effizienz gilt die Leistungszahl COP als Kennwert für den Betriebspunkt B0/W35 (0 °C Sole-Eintritt, 35 °C Vorlauf).
COP = Qheiz ÷ Pel
Wo:
  • Qheiz = abgegebene Heizleistung in kW
  • Pel = elektrische Leistungsaufnahme des Verdichters in kW
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus, 140 m², 10 kW Heizlast
Gegeben: Die VWS 102/3 liefert 10,9 kW Heizleistung bei einem COP von 4,9.
Berechnung: Pel = 10,9 kW ÷ 4,9 = 2,22 kW elektrische Leistungsaufnahme.
Ergebnis: Für 10,9 kW Wärmeleistung zieht die Wärmepumpe rechnerisch 2,22 kW elektrische Leistung — das Verhältnis von COP 4,9 bedeutet fast fünf Teile Wärme je Teil eingesetzten Stroms.

Ist die geoTHERM plus BAFA-förderfähig und EHPA-zertifiziert?

Die geoTHERM plus besitzt kein aktuelles EHPA-Gütesiegel: In der EHPA Quality Label Database sind für Vaillant 2026 ausschließlich die Modelle flexoTHERM exclusive und flexoCOMPACT exclusive gelistet, nicht jedoch die geoTHERM-plus-Baureihe. Für die BAFA-Förderfähigkeit gilt seit 2026 kein statisches Verzeichnis mehr. Die Förderstelle prüft Anlagen ausschließlich über ein interaktives Online-Portal unter Angabe des Antragsdatums. Für ein 2026 nicht mehr im Handel befindliches Modell wie die geoTHERM plus lässt sich damit kein pauschaler Förderstatus mehr abfragen. Für eine Neuanschaffung ist relevant, dass die aktuellen Nachfolgemodelle geoTHERM perform und geoTHERM exclusive als aktiv vertriebene Vaillant-Wärmepumpen die BAFA-Grundvoraussetzungen für förderfähige Anlagen erfüllen.

Was kostet eine Vaillant geoTHERM plus 2026 - Gerät, Installation und Erdsonde?

Für die inzwischen abgekündigte geoTHERM plus existiert 2026 kein aktueller Listenpreis mehr, da Vaillant das Modell nicht mehr aktiv vertreibt. Als Orientierung für vergleichbare Sole-Wasser-Anlagen gilt der aktuelle Marktkorridor der Nachfolgegeneration.
Kostenaufschlüsselung einer Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage in Deutschland 2026 nach Einzelposten.

Kostenposition

Preisspanne 2026

 

Wärmepumpen-Gerät

10.000-30.000 €

Erdsonde inkl. Bohrung und Installation

8.000-25.000 €

Bohrkosten je Bohrmeter

50-75 €/Bohrmeter

Gesamtkosten komplette Anlage

18.000-55.000 €

Ein dokumentierter Installationsfall einer geoTHERM plus VWS 62/3 mit Grabenkollektor statt Tiefenbohrung kam auf 13.953,12 € Gesamtkosten für Gerät, Zubehör und Montage — dieser Wert liegt unterhalb des heutigen Korridors und ist als Einzelfall mit einem kleineren Erschließungsaufwand statt als repräsentativer Marktpreis für ein Standardprojekt mit Tiefensonde zu lesen.
Beispiel: Bohrkosten für eine 100-Meter-Erdsonde
Gegeben: Bohrkosten von 50 bis 75 €/Bohrmeter, Sondentiefe 100 Meter.
Berechnung: 100 m × 50 €/m = 5.000 € bis 100 m × 75 €/m = 7.500 €.
Ergebnis: Die reine Bohrung einer 100-Meter-Sonde kostet zwischen 5.000 € und 7.500 €, zuzüglich Material und Anschluss innerhalb der Erdsonden-Gesamtspanne von 8.000 bis 25.000 €.

Wie funktioniert die Kühlfunktion der geoTHERM plus und lässt sie sich nachrüsten?

Die geoTHERM plus (VWS/VWW-Varianten) kühlt Wohnräume über das Prinzip der passiven Kühlung, bei dem Wärme ohne Kompressorbetrieb allein über die Fußbodenheizung an das kühlere Erdreich abgegeben wird. Der Kältemittelkreis bleibt dabei inaktiv — die kühle Sole zirkuliert direkt über einen zusätzlichen Wärmetauscher in den Heizkreis.
Für die Nachrüstung der Kühlfunktion an einer bestehenden geoTHERM plus benötigt die Hydraulik drei zusätzliche Bauteile: einen zusätzlichen Kühlungswärmetauscher, ein weiteres Mischventil und ein zusätzliches Umschaltventil. Die Aktivierung erfolgt anschließend über die Regelgeräte-Adresse 2 bis 19 in der Vaillant-Regelungssoftware. Voraussetzung für einen spürbaren Kühleffekt ist eine Flächenheizung mit ausreichend großer Übertragungsfläche — bei Heizkörpersystemen fehlt diese Fläche, sodass sich die passive Kühlung ohne Kompressor dort nicht sinnvoll nutzen lässt.

Wo finde ich Bedienungs- und Installationsanleitung der geoTHERM plus als PDF?

Vaillant stellt für die geoTHERM plus ein separates Betreiberhandbuch für den täglichen Betrieb und ein Installationshandbuch für die Fachhandwerker-Inbetriebnahme bereit, die für Bestandsanlagen weiterhin über den Vaillant-Kundendienst oder digitale Dokumentenarchive erreichbar sind. Beide Dokumente enthalten Angaben zu Soledruck-Grenzwerten, Wartungsintervallen und den geräteseitigen Sicherheitshinweisen zum Kältemittel R407C. Da die geoTHERM plus in der aktuellen Vaillant-Produktdokumentation nicht mehr als aktives Produkt geführt wird, empfiehlt sich bei Anleitungs-Lücken zusätzlich die Rückfrage beim installierenden Fachbetrieb, der die Seriennummer-spezifische Dokumentation im Vaillant-Partnerportal abrufen kann.

Braucht man für eine Erdwärmesonde oder einen Erdkollektor eine Genehmigung?

Eine Erdwärmesonde erfordert in Deutschland grundsätzlich eine Bohr- und Nutzungsanzeige bei der zuständigen unteren Wasserbehörde, in vielen Fällen zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis. Die konkrete Genehmigungsschwelle ist bundeslandabhängig gestaffelt: In Bayern etwa benötigen Bohrungen bis 100 Meter Teufe lediglich eine Anzeige, Bohrungen zwischen 100 und 400 Metern eine zusätzliche Anzeigepflicht bei der Bergbehörde, und Bohrungen über 400 Metern eine bergrechtliche Bewilligung.

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Die ausführende Bohrfirma muss nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 120-2 zertifiziert sein, gestaffelt nach Bohrtiefe in die Klassen G100 (bis 100 m), G200 (bis 200 m) und G400 (bis 400 m). Die Bearbeitungsdauer eines wasserrechtlichen Erlaubnisverfahrens beträgt am Beispiel München bis zu drei Monate, bei komplexen Fällen auch länger — ein Zeitfaktor, der bei der Projektplanung für den Austausch einer geoTHERM plus gegen ein Nachfolgemodell mit neuer oder erweiterter Sonde eingeplant werden muss.

Ist die Vaillant geoTHERM plus 2026 noch erhältlich - und was ist der offizielle Nachfolger?

Die geoTHERM plus ist auf der aktuellen Vaillant-Produktseite nicht mehr gelistet (Stand 14. Juli 2026): Das aktive Sole-Wasser-Sortiment umfasst dort die Modelle geoCOMPACT exclusive, geoTHERM perform, flexoCOMPACT exclusive und flexoTHERM exclusive. Ein offiziell datiertes Abkündigungsdatum für die geoTHERM plus ist öffentlich nicht dokumentiert, das Fehlen in der aktuellen Produktübersicht belegt jedoch eindeutig, dass Neukunden die Baureihe 2026 nicht mehr bestellen können.
Für Einfamilienhäuser positioniert Vaillant die für Herbst 2026 angekündigte Baureihe geoTHERM exclusive mit dem klimafreundlicheren Kältemittel R290 (Propan) in den Leistungsgrößen 5, 8, 11, 14 und 17 kW als direkten Nachfolger. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe übernimmt die Baureihe geoTHERM perform mit 24,5 bzw. 40,4 kW Heizleistung und Kaskadierbarkeit bis 320 kW diese Rolle; sie arbeitet mit dem Kältemittel R410A und erreicht einen COP von 4,41 (25-kW-Gerät) bzw. 4,71 (40-kW-Gerät) bei B0/W35.

Was sagen unabhängige Tests (Stiftung Warentest, Konsument) zur geoTHERM plus?

Die Stiftung Warentest bewertete die geoTHERM plus VWS 102/2 im Mai 2007 mit der Gesamtnote 2,1 (gut) und kürte sie zum Testsieger unter zehn geprüften Wärmepumpen, mit besonders effizienter Heizleistung als Stärke. Die österreichische Verbraucherorganisation Konsument testete dasselbe Modell im Februar 2008 und vergab 69 % sowie Platz 1 von 6 getesteten Geräten, bewertete dabei den Geräteaufbau als gelungen und die Warmwasserbereitung als lediglich befriedigend.
Testergebnisse der geoTHERM plus VWS 102/2 in unabhängigen Verbrauchertests.

Testinstitut

Datum

Ergebnis

 

Stiftung Warentest

Mai 2007

Note 2,1 (gut), Testsieger unter 10 Produkten

Konsument (Österreich)

Februar 2008

69 %, Platz 1 von 6 Produkten

Beide Testergebnisse stammen aus den Jahren 2007 und 2008 und bewerten die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Modellgeneration — für die 2026 aktiven Nachfolgemodelle geoTHERM perform und geoTHERM exclusive liegen keine vergleichbaren Stiftung-Warentest- oder Konsument-Ergebnisse aus der Recherche vor.

Welche Erfahrungen haben Eigentümer mit der geoTHERM plus im Alltag gemacht?

Eigentümer bestätigen in den dokumentierten Testergebnissen und Erfahrungsberichten die hohe Heizeffizienz der geoTHERM plus, gemessen an den COP-Werten von 4,7 bis 4,9. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis über die typische Betriebsdauer von acht bis zehn Jahren ein Bedarf an Reparaturen an Verschleißteilen wie der Umwälzpumpe, die bei einzelnen Anlagen zu Effizienzverlusten führte.
Ein dokumentierter Einzelfall aus einer Nutzerbewertung beschreibt eine verweigerte Reparatur nach acht Betriebsjahren mit Austauschkosten von rund 17.000 € für eine komplette Neuanlage, nachdem der Kundendienst eine Instandsetzung der Bestandsanlage abgelehnt hatte. Dieser Fall ist als dokumentierte Einzelerfahrung und nicht als repräsentativer Regelfall für die gesamte Baureihe einzuordnen, unterstreicht aber, dass die Ersatzteilverfügbarkeit für ein inzwischen abgekündigtes Modell mit zunehmendem Alter der Anlage sinken kann.

Welche Nachteile, Risiken und typischen Fehler/Störungscodes hat die geoTHERM plus?

Fehler 1: Fehlercode 36 - Soledruck zu niedrig

Symptom: Die Regelung meldet Fehlercode 36, die Wärmepumpe stellt den Betrieb ein. Folge: Ohne ausreichenden Soledruck zirkuliert die Wärmeträgerflüssigkeit nicht mehr durch die Erdsonde, die Heizleistung fällt komplett aus. Prävention: Der Soledruck sollte laut Erfahrungswert im oberen Bereich des laut Vaillant zulässigen Druckfensters von 1,0 bis 2,0 bar gehalten werden; ein Absinken deutet auf ein Leck oder Luft im Solekreis hin und erfordert eine Kontrolle durch den Fachbetrieb.

Fehler 2: Fehlercode 60 - Frostschutz Wärmequelle

Symptom: Die Anlage löst einen Frostschutzalarm im Solekreis aus. Folge: Bei anhaltend zu niedriger Soletemperatur droht ein Einfrieren des Wärmetauschers und ein Ausfall des Verdampfers. Prävention: Eine korrekt dimensionierte Erdsonde mit ausreichender Bohrtiefe für die jeweilige Heizlast verhindert eine dauerhafte Unterkühlung des Solekreises.

Fehler 3: Fehlercode 72 - Vorlauftemperatur zu hoch

Symptom: Die Regelung meldet eine Überschreitung der zulässigen Vorlauftemperatur. Folge: Der Verdichter schaltet zum Bauteilschutz ab, die Heizung fällt kurzfristig aus. Prävention: Eine korrekte hydraulische Einregulierung der Heizkreise auf die Auslegungstemperatur der Wärmepumpe vermeidet wiederkehrende Abschaltungen.
Als strukturelles Risiko gilt für Bestandsanlagen zusätzlich die sinkende Ersatzteilverfügbarkeit, da Vaillant die Baureihe nicht mehr aktiv vertreibt und Reparaturen zunehmend von der Lagerverfügbarkeit einzelner Komponenten wie der Umwälzpumpe abhängen.

Wie schneidet die geoTHERM plus/geoTHERM perform im Vergleich zu Stiebel Eltron, Viessmann, Bosch/Buderus und Ochsner ab?

Im deutschen Sole-Wasser-Segment beansprucht Stiebel Eltron laut eigener Pressemitteilung vom 7. April 2026 „das breiteste und am besten differenzierte Portfolio an Sole-Wasser-Wärmepumpen am Markt" — eine Portfolio-Aussage, die von Vaillants eigener Marktführerschaft im deutschen Wärmepumpengeschäft insgesamt zu unterscheiden ist.
Vergleich der Kernkennzahlen von Vaillant geoTHERM perform und einem Stiebel-Eltron-Wettbewerbsmodell im Sole-Wasser-Segment.

Kennzahl

Vaillant geoTHERM perform (24,5 kW)

Stiebel Eltron WPE-I 12 H 230 Premium

 

Effizienz

COP 4,41 (B0/W35)

SCOP 5,59

Kältemittel

R410A

k. A. aus Recherche

Marktpreis

k. A. für 2026 (Gewerbe/MFH-Segment)

11.029 € (UVP 18.239 €)

Am deutschen Gesamtmarkt für Heizungs-Wärmepumpen vereinen die größten Hersteller einen erheblichen Teil des Marktes auf sich, eine belastbare 2026-Quelle für einen genauen Top-5-Marktanteilswert liegt aus der Recherche jedoch nicht vor, während sich das Sole-Wasser-Teilsegment mit rund 5 % Marktanteil (etwa 16.000 verkaufte Anlagen 2025) deutlich kleiner darstellt als das dominierende Luft-Wasser-Segment. Direkte Wettbewerber im deutschen Erdwärmepumpen-Segment sind neben Stiebel Eltron auch Viessmann, Bosch/Buderus und der österreichische Spezialist Ochsner, für die aus der Recherche jedoch keine spezifischen, mit Vaillant vergleichbaren Preis- und Effizienzdaten für 2026 vorliegen.

Wie wird sich der Markt für Erdwärmepumpen 2026 und danach entwickeln?

Der deutsche Wärmepumpenmarkt wuchs 2025 insgesamt um 55 % auf 299.000 verkaufte Anlagen und erreichte damit einen Marktanteil von 48,7 % an allen neu installierten Heizsystemen im ersten Quartal 2026 — die Wärmepumpe wurde damit erstmals zum meistverkauften Heizsystem in Deutschland. Innerhalb dieses Wachstums bleibt das Sole-Wasser-Segment mit rund 5 % Marktanteil ein Nischensegment gegenüber der dominierenden Luft-Wasser-Technik, wächst aber mit dem allgemeinen Wärmepumpenmarkt mit.
Technologisch treibt die Umstellung auf klimafreundlichere Kältemittel wie R290 die aktuelle Modellentwicklung: Vaillants für Herbst 2026 angekündigte geoTHERM-exclusive-Baureihe sowie die bereits erhältliche geoCOMPACT exclusive ersetzen das ältere R407C-Kältemittel der geoTHERM plus durch das natürliche Kältemittel Propan mit einem deutlich niedrigeren GWP. Diese Entwicklung entspricht dem regulatorischen Trend der EU-F-Gase-Verordnung, die den schrittweisen Ausstieg aus Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial vorschreibt.

Häufige Fragen zu Vaillant geoTHERM plus

Ist die Vaillant geoTHERM plus noch im Handel erhältlich?

Nein, die geoTHERM plus ist auf der aktuellen Vaillant-Produktseite (Stand Juli 2026) nicht mehr gelistet. Kaufinteressenten erhalten stattdessen das aktive Nachfolgemodell geoTHERM perform oder ab Herbst 2026 die neue Baureihe geoTHERM exclusive.

Was ist der Unterschied zwischen VWS, VWW und VWL bei der geoTHERM plus?

VWS nutzt Erdsonden-Sole, VWW nutzt Grundwasser und VWL nutzt Außenluft als Wärmequelle — alle drei Varianten teilen sich Gehäuse und Regelungstechnik unter demselben Produktnamen geoTHERM plus.

Welches Kältemittel verwendet die geoTHERM plus?

Die geoTHERM plus arbeitet mit dem Kältemittel R407C, dessen GWP nach EU-Berechnungsmethode 1.774 beträgt, während Vaillants eigenes Handbuch einen Wert von 1.653 nennt.

Kann man bei einer geoTHERM plus die Kühlfunktion nachrüsten?

Ja, die nachrüstung erfordert einen zusätzlichen Kühlungswärmetauscher, ein weiteres Mischventil und ein zusätzliches Umschaltventil sowie die Aktivierung über die Regelgeräte-Adresse 2 bis 19.

Wie gut schnitt die geoTHERM plus in unabhängigen Tests ab?

Die Stiftung Warentest bewertete die VWS 102/2 2007 mit Note 2,1 (gut) als Testsieger unter 10 Produkten, die österreichische Konsument-Prüfung 2008 vergab 69 % und Platz 1 von 6.

Ist die geoTHERM plus 2026 noch BAFA-förderfähig?

Für die geoTHERM plus selbst lässt sich 2026 kein Förderstatus mehr abfragen, da das BAFA-Portal ausschließlich aktuell im Handel befindliche Anlagen prüft. Die Nachfolgemodelle geoTHERM perform und geoTHERM exclusive erfüllen die BAFA-Grundvoraussetzungen.

Was kostet der Austausch einer geoTHERM plus gegen ein aktuelles Modell?

Eine komplette Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage inklusive Erdsonde kostet 2026 zwischen 18.000 und 55.000 €, abhängig von Gerätegröße und Sondentiefe.

Für wen lohnt sich eine (Nachfolge-)Erdwärmepumpe von Vaillant heute noch?

Profil 1: Bestandseigentümer mit funktionierender geoTHERM plus

Für Eigentümer einer noch funktionierenden geoTHERM plus lohnt sich der reguläre Weiterbetrieb mit Wartung, solange Ersatzteile wie die Umwälzpumpe verfügbar sind. Mit COP-Werten von 4,7 bis 4,9 liegt die geoTHERM plus über den COP-Werten 4,41 und 4,71 der aktuellen geoTHERM perform.

Profil 2: Reparaturfall bei alternder Anlage

Bei einer Reparaturverweigerung des Kundendienstes, wie im dokumentierten Fall nach acht Betriebsjahren mit rund 17.000 € Austauschkosten, ist ein Komplettersatz durch geoTHERM perform (aktiv erhältlich) oder, ab Herbst 2026, durch die R290-Baureihe geoTHERM exclusive wirtschaftlicher als eine aufwendige Instandsetzung der abgekündigten Baureihe.

Profil 3: Neubau Einfamilienhaus mit Erdsonden-Potenzial

Für Neubauprojekte mit einer Heizlast im Bereich von 5 bis 17 kW und geeigneten Grundstücksverhältnissen für eine Erdsondenbohrung ist die für Herbst 2026 angekündigte geoTHERM exclusive die passende künftige Vaillant-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus.

Profil 4: Mehrfamilienhaus oder Gewerbeobjekt

Für Objekte mit einem Wärmebedarf oberhalb der 17-kW-Höchstleistung der geoTHERM exclusive bis hin zu Kaskadenlösungen mit 320 kW ist die geoTHERM perform mit COP-Werten von 4,41 bis 4,71 die passende Baureihe im aktuellen Vaillant-Sortiment.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen