Das Wichtigste in Kürze
- Status 2026: zolar ist insolvent. Das Amtsgericht Charlottenburg eröffnete das Insolvenzverfahren am 1. August 2025 in Eigenverwaltung (Az. 3611 IN 3598/25); die Gesellschaft firmiert als „Zolar GmbH i.L." und wird liquidiert.
- Unternehmen: Die 2016 in Berlin gegründete zolar GmbH installierte nach eigenen Angaben mehr als 10.000 private Solaranlagen und sammelte rund 140 Millionen Euro Wagniskapital ein — darunter 100 Millionen Euro in der Series C 2022.
- Garantie: Die Herstellergarantien auf Module, Wechselrichter und Speicher bleiben bestehen — bei zolar-Modulen bis zu 25 Jahre Produkt- und 30 Jahre Leistungsgarantie. Die zolar-eigene Gewährleistung läuft dagegen nur noch über die Insolvenztabelle.
- Service-Nachfolge: Otovo Care betreut ehemalige zolar-Kunden seit dem 1. September 2025 für 9 bis 12 Euro pro Monat plus 99 Euro Anmeldegebühr — als freiwilliges Abo, nicht als automatische Vertragsübernahme.
- Digitale Dienste: Die zolar Compass App ist seit dem 31. Januar 2025 abgeschaltet; der Compass Manager (Listenpreis 599 Euro) verlor damit seine Energiemanagement-Funktionen. Ersatz bieten iSolarCloud, clever-pv oder evcc.
- Lehre für Käufer 2026: Verbraucherzentralen und Fachportale empfehlen Zahlung nach Baufortschritt mit maximal 10 bis 20 Prozent Anzahlung sowie eine Anzahlungsbürgschaft — zolar-Kunden mit hoher Vorkasse erhalten aus der Insolvenzmasse erfahrungsgemäß wenig bis nichts zurück.
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Was ist zolar — und was ist aus dem Unternehmen geworden?
Die
zolar GmbH war ein 2016 gegründeter digitaler Solaranbieter aus Berlin, der
Photovoltaik-Komplettanlagen über einen Online-Konfigurator verkaufte und durch regionale Partnerbetriebe installieren ließ — seit dem 1. August 2025 ist das Unternehmen insolvent und befindet sich in Liquidation.
Alex Melzer und Gregor Loukidis gründeten zolar mit einem Stammkapital von 25.000 Euro; der Handelsregistereintrag beim Amtsgericht Charlottenburg datiert laut Registerauszug (HRB 177906 B) auf den 29. Juni 2016. Der Firmensitz lag zuletzt in der Oranienstraße 185 in Berlin-Kreuzberg. Das Geschäftsmodell verband drei Bausteine: einen Online-Konfigurator mit Festpreisangebot, ein Netzwerk aus zuletzt mehr als 700 regionalen Handwerksbetrieben für die Installation und digitale Services wie die Compass App. Damit unterschied sich zolar von klassischen regionalen Fachbetrieben, die Planung, Verkauf und Montage selbst erbringen.
Das Wachstum finanzierten Investoren: Die Series B summierte sich auf 35 Millionen Euro (geführt von Inven Capital, BayWa r.e. Energy Ventures und Energy Impact Partners), die Series C 2022 brachte laut Unternehmensangaben 100 Millionen Euro von Energy Impact Partners und dem Staatsfonds GIC aus Singapur. Insgesamt sammelte zolar seit der Gründung rund 140 Millionen Euro ein. Im September 2021 stellte das Unternehmen nach eigenen Angaben allein seit Jahresbeginn mehr als 100 neue Mitarbeiter ein; beim Insolvenzantrag im Mai 2025 beschäftigte zolar laut pv magazine noch rund 50 Personen.
Heute existiert die Marke nur noch als Abwicklungsfall: Die „Zolar GmbH i.L." (in Liquidation) beantwortet keine Kundenanfragen mehr, die B2B-Software „Zolar Installer Services" gehört seit Oktober 2025 zum niederländischen SaaS-Anbieter Sollit, und den Endkunden-Service bietet Otovo als freiwilliges Abo an. Offene Stellen schreibt das Unternehmen nicht mehr aus — wer nach „zolar jobs" sucht, findet die Nachfolgestrukturen bei Sollit Germany und Otovo.
Ist zolar insolvent? Die komplette Timeline des Insolvenzverfahrens
Ja, zolar ist insolvent: Die zolar GmbH beantragte am 28. Mai 2025 die Sanierung in Eigenverwaltung, das Amtsgericht Charlottenburg eröffnete das Insolvenzverfahren am 1. August 2025 unter dem Aktenzeichen 3611 IN 3598/25, und seit Oktober 2025 wird die Gesellschaft liquidiert.
Die Eigenverwaltung nach § 270 InsO bedeutet: Die Geschäftsführung blieb im Amt und wickelte das Verfahren selbst ab, überwacht von einem gerichtlich bestellten Sachwalter. Diese Rolle übernahm Dr. Philipp Grauer von der Berliner Kanzlei Münzel & Böhm (Hausvogteiplatz 11, 10117 Berlin) — er ist der Ansprechpartner für Forderungsanmeldungen von Gläubigern. Das Gericht bewilligte den Antrag laut zolar-Pressemitteilung innerhalb von 24 Stunden; die Löhne der rund 50 Beschäftigten sicherte Insolvenzgeld bis einschließlich Juli 2025.
Die Tabelle zeigt die vollständige Timeline der zolar-Insolvenz vom Strategiewechsel 2024 bis zur Liquidation, jeweils mit Datum und Ereignis.
Datum | Ereignis |
|---|
September 2024 | zolar kündigt den Ausstieg aus dem Privatkundengeschäft an und richtet sich als B2B-Software- und Finanzierungspartner für Handwerksbetriebe neu aus |
9. Dezember 2024 | Ankündigung per E-Mail an Kunden: Die Compass App wird eingestellt |
31. Januar 2025 | Abschaltung der zolar Compass App; der Compass Manager verliert seine Energiemanagement-Funktionen |
28. Mai 2025 | Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg; rund 50 Beschäftigte, ca. 120 Handwerksbetriebe nutzen die B2B-Software |
1. August 2025 | Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung (Az. 3611 IN 3598/25); zolar stellt den Betrieb mit Endkunden dauerhaft ein — inklusive Support, Gewährleistung und Service-Verträgen |
13. August 2025 | Kooperations-Ankündigung mit Otovo: Otovo Care übernimmt auf Wunsch die Betreuung ehemaliger zolar-Kunden |
1. September 2025 | Servicestart von Otovo Care für ehemalige zolar-Kunden |
1. Oktober 2025 | Sollit übernimmt die B2B-Sparte „Zolar Installer Services"; Beschluss des Amtsgerichts Charlottenburg zur Vermögensverwertung — die Firma firmiert fortan als „Zolar GmbH i.L." |
Stand Juni 2026 | |
Das Verfahren läuft; eine Verfahrensaufhebung oder Gläubigerquote ist nicht veröffentlicht |
Wichtig für die Einordnung der Daten: Das Verfahren trägt durchgehend ein Aktenzeichen. Der Beschluss vom 1. Oktober 2025 ist kein zweiter Eröffnungsbeschluss, sondern regelt laut Handelsregister-Bekanntmachung die Verwertung des Gesellschaftsvermögens. Einsehbar sind die Bekanntmachungen über das Justizportal insolvenzbekanntmachungen.de.
Warum ist zolar gescheitert?
zolar scheiterte an der Kombination aus eingebrochener Privatkunden-Nachfrage und teuren Altlasten: Die laufenden Kosten aus dem aufgegebenen B2C-Geschäft lagen nach Unternehmensangaben fast doppelt so hoch wie bei vergleichbar großen Unternehmen, und die B2B-Neuausrichtung griff nicht schnell genug.
Der Markt entzog dem Geschäftsmodell die Grundlage: Der Zubau neuer Eigenheim-Dachanlagen bis 30 Kilowatt fiel laut BSW-Solar von 793.800 Anlagen im Jahr 2023 auf 453.800 Anlagen im Jahr 2025 — ein Einbruch um 43 Prozent in zwei Jahren. Europaweit sank die Nachfrage im Wohnsegment laut EUPD Research allein 2024 um 20 Prozent. Gleichzeitig konkurrieren in Europa mehr als 24.000 Installationsbetriebe um die geschrumpfte Nachfrage, was die Margen drückt.
Hausgemacht war das Tempo-Problem: zolar verließ das Privatkundengeschäft im September 2024 und stellte auf ein B2B-SaaS-Modell („Zolar Installer Services") um — beim Insolvenzantrag im Mai 2025 nutzten aber erst rund 120 Handwerksbetriebe die Software. Die Einnahmen aus 120 Software-Kunden deckten die Verpflichtungen aus über 10.000 installierten Anlagen, laufenden Service-Verträgen und Gewährleistungsfällen nicht.
Welche Produkte und Leistungen bot zolar an?
zolar verkaufte schlüsselfertige Photovoltaik-Komplettanlagen mit Speicher und Wallbox über einen Online-Konfigurator, ergänzt um drei Bezahlmodelle (Kauf, Miete, Ratenkauf), das Service-Paket „Rund-um-Schutz" und ab 2024 die B2B-Software „Zolar Installer Services" für Handwerksbetriebe.
PV-Komplettanlagen mit Online-Konfigurator
Kern des Angebots war die Komplettanlage zum Festpreis: Der Kunde konfigurierte online, zolar plante per Satellitenbild und Vor-Ort-Termin, ein regionaler Partnerbetrieb installierte. Typische zolar-Anlagen für Einfamilienhäuser lagen bei 8,9 bis 13,35 Kilowatt-Peak, was 20 bis 30 Modulen entspricht. Eine Beispielrechnung des zolar-Konfigurators kalkulierte für eine Anlage mit Speicher 16.902 Euro Investition und stellte ihr eine Ertragsprognose von 75.549 Euro über 25 Jahre gegenüber — inklusive eines Speichertauschs nach 15 Jahren für rund 4.124 Euro.
Mietmodell „Zolar Wow" und Ratenkauf „Easypay"
Das Mietmodell „Zolar Wow" startete im Juli 2021 ab 54 Euro pro Monat für eine 3-Kilowatt-Peak-Anlage. zolar pausierte das Mietangebot bereits im Januar 2023, weil gestiegene Zinsen es unwirtschaftlich machten. Der Ratenkauf „zolar Easypay" (ab März 2024) bot Laufzeiten von 5 bis 25 Jahren ohne Anzahlung, Raten ab 54 Euro pro Monat, kostenfreie Sondertilgungen; ein dokumentiertes Beispielangebot vom März 2024 nennt laut Solarserver einen effektiven Jahreszins von 6,99 Prozent.
Service-Paket „Rund-um-Schutz" und B2B-Software
Das „Rund-um-Schutz-Paket" bündelte Reparaturen, Wartung, eine Allgefahrenversicherung über die Helvetia, eine 20-jährige Produktgarantie und Fernüberwachung; in Mietverträgen war es enthalten, Käufer buchten es optional. Seit dem 1. August 2025 erfüllt zolar diese Verträge nicht mehr. Die B2B-Software „Zolar Installer Services" digitalisierte Planung, Vertrieb und Finanzierung für Handwerksbetriebe — diese Sparte übernahm Sollit im Oktober 2025 und führt sie weiter.
Was waren zolar Compass und der zolar Compass Manager — und funktionieren sie noch?
zolar Compass war die Kunden-App für Monitoring und Energiemanagement, der zolar Compass Manager das zugehörige Hardware-Gateway — beide sind außer Betrieb: Die App wurde zum 31. Januar 2025 abgeschaltet, der Compass Manager verlor damit seine Steuerfunktionen.
Die Compass App erschien im Juni 2023, entwickelt mit dem Dresdner IoT-Unternehmen Kiwigrid. Sie zeigte PV-Produktion, Hausverbrauch und Netzbezug live an und steuerte Überschussladen für E-Autos sowie die Wärmepumpen-Integration. Der zolar Compass Manager war technisch ein Kiwigrid VoyagerX: ein Hutschienen-Gateway mit Ethernet-Anschluss, rund 2 Watt Eigenverbrauch und einer Monitoring-Latenz von maximal 10 Sekunden.
Mit der App-Abschaltung — angekündigt per E-Mail vom 9. Dezember 2024 — wurde das Gateway funktionslos: Überschussladen und Wärmepumpen-Steuerung über zolar-Software existieren seit dem 31. Januar 2025 nicht mehr. Die Anlagen selbst produzieren unverändert Strom, denn Wechselrichter und Speicher arbeiten unabhängig von der App. Für das Monitoring stehen drei Ersatzwege bereit: das Herstellerportal iSolarCloud von Sungrow (für die von zolar überwiegend verbauten Sungrow-Wechselrichter), der Drittanbieter clever-pv (cloudbasierter Abo-Dienst) und die Open-Source-Lösung evcc für Energiemanagement inklusive Überschussladen. Otovo-Care-Kunden erhalten zusätzlich eine Ferndiagnose über das Wechselrichter-Portal und das Kundenportal Otovo MyPage.
Was kostete eine zolar-Solaranlage — und was kostete der Compass Manager?
Eine 10-Kilowatt-Peak-Anlage kostete bei zolar zuletzt 16.236 Euro ohne und 22.015 Euro mit 9,6-Kilowattstunden-Speicher (Stand 2024, vor dem Marktausstieg); der zolar Compass Manager stand mit einem Listenpreis von 599 Euro im Angebot und lag Neuanlagen bei Einführung gratis bei.
Die Preise galten für die B2C-Phase bis September 2024 und sind heute historisch. Laut Vergleichsportal echtsolar lag zolar damit im Schnitt 2,14 Prozent unter dem Marktdurchschnitt, bei Speichern bis zu 8,39 Prozent darunter. Die Staffelung dokumentiert das Portal gruenes.haus:
Die Tabelle schlüsselt die letzten dokumentierten zolar-Kaufpreise (Stand der B2C-Phase bis 2024) nach Anlagengröße auf — jeweils ohne und mit Stromspeicher.
zolar-Paket | Leistung | Preis ohne Speicher | Preis mit Speicher |
|---|
Small | 5,3 kWp |
Small | 5,8 kWp | 10.542 € | 15.858 € |
Medium | 8,2 kWp | 14.913 € | 22.029 € |
Large | 12 kWp | 19.445 € | 28.361 € |
Referenz: 10-kWp-Angebot | 10 kWp | 16.236 € | 22.015 € (9,6 kWh) |
Die Tabellenwerte stammen aus zwei redaktionellen Dokumentationen (gruenes.haus, homeandsmart) zu unterschiedlichen Angebotszeitpunkten der B2C-Phase 2023/2024 — je nach Konfiguration, Komponenten und Zeitpunkt streuen die spezifischen Preise zwischen rund 1.343 und 1.989 Euro pro Kilowatt-Peak; das zolar-Konfigurator-Beispiel mit 8,9 Kilowatt-Peak und 9,6-Kilowattstunden-Speicher für 16.902 Euro (ohne Speicher 11.951 Euro) markiert das untere Ende dieser Spanne. Für die Einordnung gegen den Markt 2026 dient der spezifische Systempreis:
Preisspezifisch = Gesamtpreis der Anlage ÷ installierte Leistung
- Gesamtpreis: schlüsselfertiger Anlagenpreis in Euro (€)
- installierte Leistung: Nennleistung der Anlage in Kilowatt-Peak (kWp)
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus mit 10-kWp-Anlage
Gegeben: zolar-Preis 2024: 16.236 € für 10 kWp ohne Speicher; Marktdurchschnitt März
2026 laut gruenes.haus-Preismonitoring: 1.015 €/kWp
Berechnung: 16.236 € ÷ 10 kWp = 1.624 €/kWp; Marktreferenz: 1.015 €/kWp × 10 kWp = 10.150 €
Ergebnis: Der historische zolar-Preis von 1.624 €/kWp liegt rund 60 % über dem Durchschnittspreis von 2026 — PV-Anlagen sind seit dem zolar-Marktausstieg deutlich günstiger geworden.
Zur aktuellen Orientierung: Finanztip nennt für eine 10-Kilowatt-Peak-Anlage mit 10-Kilowattstunden-Speicher im Jahr 2026 eine Preisspanne von 14.000 bis 20.000 Euro und empfiehlt als Obergrenzen 1.600 Euro pro Kilowatt-Peak (ohne Speicher) sowie 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Heimspeicher kosten laut Marktmonitoring im März 2026 zwischen 265 und 355 Euro pro Kilowattstunde installiert. Der Listenpreis des Compass Manager von 599 Euro wurde laut zolar-Blog bei der Markteinführung 2023 erlassen („derzeit gratis"); ein separater Verkaufspreis nach Ende der Gratis-Aktion ist nicht dokumentiert.
Welche Komponenten verbaute zolar — Module, Wechselrichter, Speicher?
zolar verbaute Markenkomponenten etablierter Hersteller:
Solarmodule von Trina Solar, Aiko, JA Solar und Meyer Burger, Wechselrichter von Sungrow, SMA, Kostal und E3/DC sowie Stromspeicher von Sungrow (Standard), BYD und Huawei — mit Herstellergarantien von 10 bis 30 Jahren.
Die Tabelle vergleicht die von zolar zuletzt angebotenen Solarmodule nach Leistung, Wirkungsgrad und Garantiedauer laut zolar-Modulvergleich (Stand 2026).
Modul | Leistung | Wirkungsgrad | Produktgarantie | Leistungsgarantie |
|---|
Trina Solar Vertex S | 425 Wp | 21,3 % | 15 Jahre | 25 Jahre |
Trina Solar Vertex S+ | 440 Wp | 22,5 % | 25 Jahre | 30 Jahre |
Trina Vertex S+ Clear Black | 430 Wp | 22,0 % | 25 Jahre | 30 Jahre |
Aiko Neostar 2S+ Full Black | 455 Wp | 22,8 % | 25 Jahre | 30 Jahre |
JA Solar JAM54S30 | 415 Wp | 21,3 % | 12 Jahre | 25 Jahre |
Meyer Burger White | 385 Wp | 20,9 % | 25 Jahre | 25 Jahre |
Bei den Wechselrichtern führte der zolar-Vergleich vier 10-Kilowatt-Geräte mit jeweils 10 Jahren Garantie: den Testsieger Sungrow Hybrid HV SH10.0RT-20, den SMA Sunny Tripower 10, den Kostal Plenticore Plus 10 und das E3/DC S10 E Hauskraftwerk. SMA deckte mit der Palette vom Sunny Boy 1.5 bis zum Sunny Tripower (1,5 bis 12 Kilowatt, Großanlagen 15 bis 25 Kilowatt) Wirkungsgrade von 96 bis 98 Prozent ab.
Als Standardspeicher vermittelte zolar zuletzt den Sungrow SBR096 mit 9,6 bis 25,6 Kilowattstunden Kapazität für 4.951 Euro (9,6-Kilowattstunden-Variante, zolar-Listenpreis) — abgesichert über die Sungrow-Herstellergarantie von 10 Jahren beziehungsweise 25.000 Kilowattstunden Energiedurchsatz bei mindestens 80 Prozent Restkapazität. Alternativen waren der BYD HVM (11,0 bis 22,1 Kilowattstunden, kombiniert mit SMA Tripower SE), der Huawei Smart ESS+ (5 bis 15 Kilowattstunden) und E3/DC-Systeme (5,25 bis 11,2 Kilowattstunden, 10 Jahre Systemgarantie). Bei den Wallboxen empfahl zolar Webasto Next, ABL eMH1, E3/DC easy connect, Mennekes Amtron Xtra und den SMA EV Charger — mit 11 oder 22 Kilowatt Ladeleistung und Typ-2-Anschluss. Diese Markenwahl ist für Bestandskunden heute der entscheidende Vorteil: Jede dieser Herstellergarantien besteht unabhängig von der zolar-Insolvenz fort.
Was gilt nach der Insolvenz für Garantie und Gewährleistung?
Die
Herstellergarantien auf Module, Wechselrichter und Speicher bleiben in voller Länge bestehen, denn sie sind ein direktes Versprechen des Herstellers an den Endkunden; die Gewährleistung der zolar GmbH als Installateurin ist dagegen praktisch wertlos und nur noch als Insolvenzforderung anmeldbar.
Die Rechtslage trennt drei Ebenen. Erstens die Herstellergarantie: Sie gilt laut Fachportal photovoltaik.info „völlig unabhängig" vom Schicksal des Installateurs — bei zolar-typischen Komponenten 12 bis 25 Jahre Produktgarantie auf Module (Leistungsgarantie bis 30 Jahre) und rund 10 Jahre auf Wechselrichter und Speicher. Der Hersteller ersetzt allerdings nur das defekte Bauteil; die Montagekosten für den Austausch trägt der Kunde oder ein Servicevertrag. Zweitens die Gewährleistung: Für fest installierte PV-Anlagen gilt als Werkleistung an einem Bauwerk die Verjährungsfrist von 5 Jahren nach § 634a BGB ab Abnahme. Diese Ansprüche richten sich gegen die insolvente zolar GmbH und sind seit dem 1. August 2025 nicht mehr direkt durchsetzbar. Drittens die Insolvenzforderung: Gewährleistungs- und Erstattungsansprüche melden Kunden nach §§ 174 ff. InsO beim Sachwalter Dr. Philipp Grauer zur Insolvenztabelle an; die Frist setzt das Gericht laut Verbraucherzentrale auf mindestens zwei Wochen bis maximal drei Monate fest.
Die realistische Erwartung an eine solche Forderung beschreibt die Insolvenzquote:
Insolvenzquote = verteilbare Insolvenzmasse ÷ Summe der festgestellten Forderungen × 100 %
- verteilbare Insolvenzmasse: verwertetes Gesellschaftsvermögen nach Abzug der Verfahrenskosten, in Euro (€)
- Summe der festgestellten Forderungen: alle anerkannten Gläubigerforderungen der Insolvenztabelle, in Euro (€)
Beispiel: Gewährleistungsfall am Referenz-Einfamilienhaus
Gegeben: Reparaturanspruch gegen zolar über 2.000 €; branchentypische Quote laut photovoltaik.info „im niedrigen einstelligen Prozentbereich oder gegen null", angenommen 3 %
Berechnung: 2.000 € × 3 ÷ 100 = 60 €
Ergebnis: Von 2.000 € Anspruch blieben in diesem Szenario 60 € — die Anmeldung kostet nichts und ist sinnvoll, ersetzt aber keine funktionierende Absicherung über Herstellergarantien.
Praktisch heißt das für Bestandskunden: Defekte an Modulen, Wechselrichter oder Speicher direkt beim Hersteller reklamieren (Seriennummer, Rechnung und Datenblatt bereithalten), Montagearbeiten über einen lokalen Fachbetrieb oder Otovo Care abwickeln und zolar-spezifische Ansprüche fristgerecht zur Insolvenztabelle anmelden. Die zur Anlage gehörende Dokumentation — Anlagenpass, Schaltpläne, Inbetriebnahmeprotokoll — sollte jeder Kunde lokal sichern, solange Unterlagen aus zolar-Systemen noch zugänglich sind.
Was wurde aus dem zolar-Kundenservice und dem Service-Paket?
Der zolar-Kundenservice ist seit dem 1. August 2025 dauerhaft eingestellt — das Unternehmen beantwortet laut eigener Kundeninformation „keine Anfragen mehr" — und das Service-Paket „Rund-um-Schutz" wird nicht mehr erfüllt.
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Der Niedergang begann vor der Verfahrenseröffnung: Bewertungen auf Trusted Shops dokumentieren, dass der Kundenservice bereits seit Dezember 2024 nicht mehr reagierte — Telefonate und E-Mails liefen ins Leere. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entfiel der Support offiziell und vollständig. Betroffen sind laut zolar-Kundeninformation alle Leistungsversprechen gegenüber Endkunden: die Gewährleistung, laufende Service-Verträge und das Rund-um-Schutz-Paket mit Wartung, Reparaturen, Helvetia-Allgefahrenversicherung und Fernüberwachung.
Wer einen Servicevertrag bezahlt hat, dessen Leistungen seit August 2025 ausbleiben, meldet die Erstattungsforderung — wie Gewährleistungsansprüche — beim Sachwalter zur Insolvenztabelle an. Als funktionierender Ersatz für Wartung und Störungshilfe stehen zwei Wege offen: das Otovo-Care-Abo (9 bis 12 Euro pro Monat) oder ein regionaler Fachbetrieb. Bei Fremdübernahme verlangen Solarteure laut photovoltaik.info typischerweise einen kostenpflichtigen Anlagen-Check, bevor sie die Wartung einer fremd errichteten Anlage übernehmen — eingepreist werden sollte dieser Einmalposten in jeden Anbietervergleich.
Was haben zolar und Otovo miteinander zu tun?
Otovo ist der offizielle Service-Nachfolger für zolar-Bestandskunden: Seit dem 13. August 2025 bietet der norwegische Solar-Marktplatz mit „Otovo Care" ein freiwilliges Wartungs-Abo für 9 bis 12 Euro pro Monat an — Otovo hat zolar aber nicht gekauft.
Die Kooperation funktioniert als Übernahme auf Anfrage: zolar-Kunden melden sich aktiv an, die Anlagendaten übernimmt Otovo automatisch aus dem zolar-Datenbestand. Bei jährlicher Zahlung kostet das Abo 9 Euro pro Monat (108 Euro pro Jahr), bei monatlicher Zahlung 12 Euro (144 Euro pro Jahr); die einmalige Anmeldegebühr von 99 Euro erließ Otovo für Anmeldungen bis zum 25. August 2025. Enthalten sind Online- und Telefon-Support (Antwort an Werktagen binnen 24 Stunden über +49 30 91739513), Fernwartung über das Wechselrichter-Portal, Vor-Ort-Begutachtung bei Problemen und die Abwicklung von Garantieansprüchen gegenüber den Herstellern. Otovo Care wuchs laut pv magazine binnen weniger Wochen um rund 3.000 betreute Anlagen — getrieben von der zolar-Insolvenz und weiteren Anbieter-Ausfällen; 20 bis 25 Prozent aller von Otovo in Deutschland betreuten Anlagen stammen inzwischen von nicht mehr existierenden Installateuren.
Zur Einordnung des Partners: Otovo wurde 2016 in Oslo gegründet, ist an der Osloer Börse notiert und war — anders als in Foren behauptet — nie insolvent; die Verwechslung rührt vom niederländischen Wettbewerber Soly, der im November 2025 Insolvenz anmeldete und dessen rund 24.000 Kunden Otovo übernahm (Kundenbasis damit: von 45.000 auf etwa 69.000 in 13 Ländern). Solide Vorsicht bleibt angebracht: Otovo baute im September 2024 rund 170 Stellen abb (rund 46 Prozent der Belegschaft), schrieb 2024 einen Nettoverlust von 374,5 Millionen Norwegischen Kronen und meldete erst im ersten Quartal 2025 wieder Wachstum (Auftragseingang plus 30 Prozent, 215 Millionen Kronen verfügbare Mittel). Das Abo läuft wahlweise mit monatlicher oder jährlicher Zahlung — eine lebenslange Servicegarantie ist es nicht.
Welche Erfahrungen haben Kunden mit zolar gemacht?
Die zolar-Erfahrungen zerfallen in zwei Phasen: bis 2023 überwiegend positive Bewertungen für Beratung und Festpreis-Prozess (Google: 4,0 von 5 Sternen), ab 2024 massive Beschwerden über unerreichbaren Service — auf Trustpilot fiel der Score auf 2,7 von 5.
Die Tabelle zeigt die zolar-Bewertungen auf den drei wichtigsten Plattformen mit Stand, Bewertungszahl und Einordnung.
Plattform | Bewertung | Anzahl | Stand | Einordnung |
|---|
Google | 4,0 / 5 | ca. 2.450 | Anfang 2026 | Großteil aus der aktiven B2C-Phase bis 2024 |
Trustpilot | 2,7 / 5 | über 530 | Anfang 2026 | Deutlicher Absturz seit der Insolvenz |
Trusted Shops | 2,00 / 5 | 681 | 29.10.2025 | Letzte 12 Monate: 75 % Ein-Stern-Bewertungen |
Die positiven Rezensionen der Wachstumsjahre lobten laut echtsolar das fachkundige Beratungsteam, die hochwertige Auslegung und Dimensionierung der Anlagen sowie wettbewerbsfähige Preise (im Schnitt 2,14 Prozent unter Marktdurchschnitt). Die Beschwerden ab 2024 betrafen drei wiederkehrende Muster: Installations- und Zählerwechsel-Verzögerungen (dokumentiert bis zu 15 Monate zwischen Bestellung und Installation), unbeantwortete E-Mails und Anrufe ab Dezember 2024 sowie ausbleibende Service-Leistungen aus bezahlten Verträgen. Bewertungsportale werteten 2025 laut energie-solar-erfahrungen „durchweg negativ".
Ein dokumentierter Sonderfall betrifft den Umgang mit Kritik: Die Analyse von verbraucherschutz-solar.de zählte in den zwölf Monaten bis September 2024 108 von zolar gemeldete Trustpilot-Bewertungen — 91 Prozent davon Ein-Stern-Bewertungen —, von denen 83 gelöscht wurden. Wer „zolar Erfahrungen" in Foren wie dem Photovoltaikforum nachliest, findet seit August 2025 vor allem Threads zur Service-Nachfolge und zur App-Abschaltung. Für eine Beschwerde gibt es seit der Betriebseinstellung keinen zolar-Ansprechpartner mehr — der Weg führt über den Sachwalter (Forderungen) oder den Komponentenhersteller (Garantie).
Was sagen unabhängige Tests zu zolar?
Der einzige unabhängige Anbietertest mit zolar-Beteiligung stammt von EFAHRER.com: Dort wurde zolar 2022 und 2023 jeweils Testsieger mit der Note 1,6 — die Stiftung Warentest hat zolar nicht als Anbieter getestet.
Im EFAHRER-Test 2023 erzielte zolar die Note 1,0 für den Angebotsprozess und 1,3 für die Leistung — die zweitbeste Wertung dieser Kategorie. Der Test bewertete den digitalen Vertriebsweg, nicht die langfristige Servicequalität oder die finanzielle Stabilität; zwei Jahre nach dem zweiten Testsieg stellte zolar den Endkundenbetrieb ein. Der Fall zeigt die Grenze von Anbietertests: Eine Bestnote im Angebotsprozess sagt nichts über die Solidität von Garantieversprechen über 20 Jahre aus. Ein Indiz lieferten eher die Bewertungsplattformen — der Trusted-Shops-Score von 2,00 von 5 (Oktober 2025) stand in scharfem Kontrast zum Testsieger-Siegel, das Vergleichsportale teils bis 2025 weiterführten.
Wie schnitt zolar im Vergleich zu Enpal, 1Komma5° und Otovo ab?
zolar war vor dem Marktausstieg einer der fünf bekanntesten digitalen Solaranbieter Deutschlands, blieb mit über 10.000 installierten Anlagen aber deutlich kleiner als Enpal — der Marktführer erreichte 2025 mehr als 1,1 Milliarden Euro Umsatz und über 115.000 Kundenhaushalte.
Die Tabelle vergleicht zolar mit den führenden digitalen Solaranbietern in Deutschland nach Umsatz, Kundenbasis und Status (Stand der jeweils letzten verfügbaren Zahlen, 2024–2026).
Anbieter | Umsatz | Kunden / Anlagen | Modell | Status 2026 |
|---|
zolar | nicht veröffentlicht | >10.000 Anlagen (Eigenangabe) | Kauf, Miete (pausiert 2023), Ratenkauf | insolvent, in Liquidation |
Enpal | 890 Mio. € (2024), >1,1 Mrd. € (2025) | >115.000 Haushalte (DE/IT), ca. 1 GW Portfolio | Miete und Kauf | aktiv, europäischer Marktführer 2024 laut ZNT-Solarmonitor |
1Komma5° | 520 Mio. € (2024) | ca. 2.500 Mitarbeiter weltweit | Kauf mit Energiemanagement „Heartbeat" | aktiv |
Eon Solar | 600 Mio. € (2024) | Konzernkundenbasis | Kauf über Energiekonzern | aktiv |
Otovo | ca. 50 Mio. € (2025) | ca. 69.000 Kunden in 13 Ländern | Marktplatz, Kauf/Miete, Service-Abo | aktiv, Service-Nachfolger für zolar |
Der Vergleich zeigt das Muster der Konsolidierung: Durchgesetzt haben sich Anbieter mit
Skalenvorteilen (Enpal), Konzernrückhalt (Eon Solar) oder einem Technologie-Differenzierer (
1Komma5° mit dem Energiemanagementsystem Heartbeat). zolar konkurrierte als Vermittlungsplattform ohne eigene Installationsteams und ohne Konzernmutter — als die Nachfrage 2024 europaweit um 20 Prozent einbrach, fehlte der Puffer. Für Kunden relevant: Auch das EFAHRER-Testsieger-Siegel und 100 Millionen Euro frisches Kapital aus 2022 schützten nicht vor dem Marktaustritt nur drei Jahre später — die
Anbietergröße allein ist kein Solvenzbeweis, wie auch der Fall des Wettbewerbers Eigensonne (zeitweise über 400 Mitarbeiter, insolvent im Dezember 2023) belegt.
Welche Risiken zeigt der Fall zolar — und wie schützen sich PV-Käufer?
Der Fall zolar bündelt die vier Kernrisiken beim Kauf einer PV-Anlage von wachstumsfinanzierten Komplettanbietern: verlorene Anzahlungen, wertlose Gewährleistung, abgeschaltete Cloud-Dienste und verwaiste Wartungsverträge — gegen jedes Risiko existiert eine konkrete Vorsorge.
Risiko 1: Anzahlung an einen später insolventen Anbieter
Symptom: Der Anbieter verlangt bei Vertragsschluss 30 bis 40 Prozent Vorkasse — laut Verbraucherzentrale Thüringen war das vor der Insolvenzwelle marktüblich. Folge: Bei Insolvenz fällt die Vorauszahlung in die Insolvenzmasse; die Verbraucherzentrale warnt, solche Forderungen gehen „wegen der geringen Insolvenzmasse" meist ins Leere. Prävention: Zahlung nach Baufortschritt vereinbaren — als Richtwert empfiehlt photovoltaik.info 10 bis 20 Prozent bei Vertragsschluss, 70 bis 80 Prozent nach Lieferung der Hauptkomponenten und 10 Prozent nach Abnahme; die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät zur Schlusszahlung erst nach rund 14 Tagen störungsfreiem Probebetrieb. Zusätzlich sichern eine Anzahlungsbürgschaft der Bank oder Versicherung des Anbieters und die vertragliche Klausel, dass das Material mit Lieferung ins Eigentum des Kunden übergeht.
Risiko 2: Gewährleistung ohne Schuldner
Symptom: Der Installateur wirbt mit eigenen Service- und Garantieversprechen über 20 Jahre — wie das zolar-Rund-um-Schutz-Paket mit 20-jähriger Produktgarantie. Folge: Mit der Insolvenz haftet niemand mehr für diese Versprechen; durchsetzbar bleibt nur die Quote aus der Insolvenztabelle. Prävention: Beim Kauf auf starke Herstellergarantien der Komponenten achten (25 Jahre Produktgarantie bei Premiummodulen wie Trina Vertex S+ oder Aiko Neostar) — sie überleben jede Installateur-Insolvenz. Anlagendokumentation und Rechnungen ab Tag eins lokal archivieren.
Risiko 3: Cloudgebundene Apps und Energiemanager
Symptom: Monitoring und Steuerung laufen ausschließlich über die proprietäre Anbieter-App — wie bei der zolar Compass App. Folge: Mit der Abschaltung zum 31. Januar 2025 verloren Kunden Überschussladen und Wärmepumpen-Steuerung; das 599-Euro-Gateway Kiwigrid VoyagerX wurde funktionslos. Prävention: Anlagen mit herstelleroffenen Schnittstellen wählen und das Monitoring direkt beim Komponentenhersteller (etwa Sungrow iSolarCloud) oder über offene Systeme wie evcc einrichten — die Anbieter-App nur als Komfort-Ergänzung nutzen.
Risiko 4: Verwaiste Wartung und Registerpflichten
Symptom: Wartungsvertrag, Störungshotline und Registereinträge hängen am Anbieter. Folge: Nach der Betriebseinstellung übernehmen Fachbetriebe Fremdanlagen laut photovoltaik.info nur nach kostenpflichtigem Anlagen-Check; wessen Anlage zolar im Marktstammdatenregister eingetragen hat, verwaltet den Pflichteintrag der Bundesnetzagentur ohne eigene Zugangsdaten nicht selbst. Prävention: Den Registereintrag von Beginn an mit eigenem Konto führen oder nach einer Insolvenz zügig auf sich übertragen, Wartung an einen regionalen Betrieb mit eigener Werkstattstruktur vergeben und Service-Abos monatlich kündbar wählen.
Wie geht es nach der zolar-Insolvenz am deutschen Solarmarkt weiter?
Der Markt konsolidiert sich weiter: 2025 entstanden laut BSW-Solar nur noch 453.800 neue Eigenheim-Dachanlagen (minus 43 Prozent gegenüber 2023), während sich die Nachfrage zu Speichern, Großdächern und Freiflächen verlagert — für 2026 bestimmen weniger, dafür solidere Anbieter das Bild.
Die Tabelle zeigt die Entwicklung des deutschen Eigenheim-Photovoltaikmarkts 2023 bis 2025 nach Anlagenzahl und Leistung laut BSW-Solar.
Kennzahl | 2023 | 2024 | 2025 | Veränderung 2023–2025 |
|---|
Neue Dachanlagen bis 30 kW | 793.800 | — | 453.800 | −43 % |
Zubau-Leistung Dachanlagen bis 30 kW | — | 6,8 GW | 5,2 GW | −25 % (2024→2025) |
Anteil Neuanlagen mit Batteriespeicher | — | — | 80 % | steigend |
Die Insolvenzwelle der Jahre 2023 bis 2025 traf neben zolar unter anderem Eigensonne (Dezember 2023, zeitweise über 400 Mitarbeiter; der Übernehmer Amia Energy folgte laut pv magazine im Mai 2024 selbst in die Insolvenz) und Wegatech Greenergy (Oktober 2024, 200 Mitarbeiter); Solarwatt stellte im Sommer 2024 die Modulproduktion in Dresden ein und sah den Umsatz von 330 auf 130 Millionen Euro fallen. Insgesamt summiert sich der Bestand laut BSW-Solar dennoch auf 4,1 Millionen private PV-Dachanlagen — der Servicemarkt für verwaiste Anlagen wächst entsprechend: 20 bis 25 Prozent der von Otovo betreuten deutschen Anlagen stammen bereits von verschwundenen Installateuren.
Für Käufer 2026 verbessert die Konsolidierung die Konditionen: Der durchschnittliche Systempreis von 1.015 Euro pro Kilowatt-Peak (März 2026) liegt 4,25 Prozent unter dem Vorjahr, Speicher kosten 265 bis 355 Euro pro Kilowattstunde, und 80 Prozent der Neuanlagen entstehen direkt mit Speicher. Die Marktführerschaft festigen kapitalstarke Anbieter — Enpal überschritt 2025 die Umsatzmilliarde —, während die Lücke vor Ort zunehmend regionale Fachbetriebe füllen, deren Solidität sich über Handwerksrolle, Referenzen und Zahlungsplan prüfen lässt.
Häufige Fragen zu zolar
Die acht meistgestellten Fragen zu zolar — Insolvenzverfahren, Garantie, Compass App und Otovo-Nachfolge — beantwortet dieser Abschnitt kompakt im Überblick.
Ist zolar insolvent?
Ja. Die zolar GmbH beantragte am 28. Mai 2025 die Sanierung in Eigenverwaltung; das Amtsgericht Charlottenburg eröffnete das Verfahren am 1. August 2025 (Az. 3611 IN 3598/25). Seit Oktober 2025 firmiert das Unternehmen als „Zolar GmbH i.L." und wird liquidiert.
Wer übernimmt die Garantie für zolar-Anlagen?
Die Herstellergarantien auf Module (bis 25 Jahre Produkt-, bis 30 Jahre Leistungsgarantie), Wechselrichter und Speicher (rund 10 Jahre) gelten direkt gegenüber dem Hersteller weiter. Die zolar-eigene Gewährleistung ist nur noch als Forderung zur Insolvenztabelle beim Sachwalter anmeldbar.
Funktioniert die zolar Compass App noch?
Nein. zolar schaltete die Compass App zum 31. Januar 2025 ab; auch der Compass Manager verlor damit Überschussladen und Wärmepumpen-Steuerung. Ersatz bieten das Sungrow-Portal iSolarCloud, clever-pv (Abo-Dienst) und die Open-Source-Lösung evcc.
Was kostet Otovo Care für ehemalige zolar-Kunden?
Otovo Care kostet 9 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung (108 Euro pro Jahr) oder 12 Euro pro Monat bei monatlicher Zahlung, plus einmalig 99 Euro Anmelgegebühr. Enthalten sind Support, Fernwartung, Vor-Ort-Begutachtung und die Abwicklung von Herstellergarantien.
Bekomme ich meine Anzahlung von zolar zurück?
Nur über die Insolvenztabelle: Die Forderung wird beim Sachwalter Dr. Philipp Grauer (Kanzlei Münzel & Böhm) angemeldet und mit der Quote bedient. Erfahrungswerte liegen laut Fachportalen im niedrigen einstelligen Prozentbereich oder gehen gegen null.
Was kostete der zolar Compass Manager?
Der Listenpreis betrug 599 Euro; bei der Markteinführung 2023 legte zolar das Gerät Neuanlagen gratis bei. Die Hardware ist ein Kiwigrid VoyagerX mit Hutschienen-Montage, Ethernet-Anschluss und rund 2 Watt Eigenverbrauch — seit der App-Abschaltung ohne Energiemanagement-Funktion.
Wer hat zolar übernommen?
Niemand übernahm das Gesamtunternehmen: Sollit (Niederlande) kaufte im Oktober 2025 die B2B-Software „Zolar Installer Services"; Otovo bietet Endkunden ein freiwilliges Service-Abo an. Die Zolar GmbH selbst wird liquidiert.
Sollte ich 2026 noch bei einem digitalen Komplettanbieter kaufen?
Entscheidend ist nicht der Vertriebsweg, sondern die Absicherung: maximal 10 bis 20 Prozent Anzahlung, Zahlung nach Baufortschritt, Anzahlungsbürgschaft, starke Herstellergarantien und herstelleroffenes Monitoring schützen bei digitalen Anbietern wie bei regionalen Fachbetrieben.
Fazit: Was zolar-Kunden und PV-Interessenten jetzt tun sollten
Für zolar-Bestandskunden zählt die Absicherung der laufenden Anlage über Herstellergarantien und einen neuen Servicepartner; für PV-Interessenten ist der Fall zolar die Blaupause, Anbieter 2026 nach Zahlungsplan, Garantien und Solidität auszuwählen.
Profil 1: Anlage läuft störungsfrei
Monitoring auf das Herstellerportal umstellen (bei Sungrow-Wechselrichtern iSolarCloud, alternativ clever-pv oder evcc), den Eintrag im Marktstammdatenregister auf das eigene Konto übertragen und die Anlagendokumentation lokal sichern. Ein Service-Abo ist optional — die Anlage produziert auch ohne Vertrag weiter Strom.
Profil 2: Anlage hat einen Mangel oder Defekt
Defekte Komponenten direkt beim Hersteller reklamieren — die Herstellergarantie (Module bis 25/30 Jahre, Wechselrichter und Speicher rund 10 Jahre) besteht fort; der Hersteller ersetzt das Bauteil, die Montage übernimmt ein lokaler Fachbetrieb oder Otovo Care. Parallel den Gewährleistungsanspruch fristgerecht beim Sachwalter zur Insolvenztabelle anmelden.
Profil 3: Servicevertrag bezahlt oder Anzahlung geleistet
Erstattungs- und Gewährleistungsforderungen mit Vertrag, Rechnung und Zahlungsnachweis beim Sachwalter Dr. Philipp Grauer (Münzel & Böhm, Berlin) anmelden; die gerichtliche Frist beträgt mindestens zwei Wochen bis maximal drei Monate. Die erwartbare Quote ist gering — die Anmeldung kostet aber nichts und wahrt den Anspruch.
Profil 4: PV-Kauf 2026 geplant
Angebote am Marktniveau messen (Durchschnitt März 2026: 1.015 Euro pro Kilowatt-Peak; Finanztip-Obergrenze 1.600 Euro pro Kilowatt-Peak, Speicher maximal 600 Euro pro Kilowattstunde), maximal 10 bis 20 Prozent anzahlen, Zahlung nach Baufortschritt mit Schlussrate nach Probebetrieb vereinbaren und auf 25-jährige Modul-Produktgarantien sowie herstelleroffenes Monitoring bestehen. Regionale Fachbetriebe lassen sich über Handwerkskammer-Verzeichnisse oder herstellerunabhängige Vergleichsportale finden — der Fall zolar zeigt, dass die Prüfung der Anbieter-Solidität den Unterschied macht.
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