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KfW 270 (2026): Konditionen, Zinssatz, Antrag und Nachteile

14 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Was es ist: Der KfW 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ ist ein zinsgünstiger Förderkredit für Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien — ein Kredit, kein Zuschuss.
  • Zinssatz 2026: 3,82 % bis 11,66 % effektiver Jahreszins (Stand 28.05.2026, Finanztip) statt eines festen Satzes — die Höhe hängt von Bonität, Besicherung und Laufzeit ab.
  • Kreditbetrag: bis zu 150 Mio. Euro pro Vorhaben und bis zu 100 % der Investitionskosten, ganz ohne Eigenkapital.
  • Kein Tilgungszuschuss: Anders als die Zuschussprogramme der KfW erlässt der 270 keinen Cent der Kreditsumme — die volle Summe wird zurückgezahlt.
  • Antrag: immer über die Hausbank vor Vertragsabschluss, nie direkt bei der KfW; nur wenige Banken (z. B. DKB ab 25.000 Euro) vergeben ihn an Privatpersonen.
  • Status 2026: Das Programm ist aktiv und nicht gestoppt — verwechselt wird es oft mit dem 2024 eingestellten KfW 442.
  • Für wen sinnvoll: für Antragsteller mit sehr guter Bonität und Investitionen ab etwa 25.000 Euro, die kein Eigenkapital einsetzen wollen.

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Was ist der KfW 270 und wie funktioniert er?

Der KfW 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ ist ein zinsgünstiger Förderkredit der KfW für Investitionen in Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien. Er finanziert bis zu 100 % der Kosten, ist ein reiner Kredit ohne Zuschuss und wird über die Hausbank vergeben.
Trägerin ist die KfW, eine Anstalt des öffentlichen Rechts im Eigentum von Bund (80 %) und Ländern (20 %). Sie vergibt den Kredit nicht direkt an Endkunden, sondern refinanziert die durchleitende Hausbank, die den Darlehensvertrag mit dem Antragsteller schließt. Der Kredit trägt die Programmnummer 270 und den Zusatz „Der Förderkredit für Strom und Wärme“.
Das Funktionsprinzip ist ein Annuitätendarlehen: Nach einer optionalen tilgungsfreien Anlaufzeit zahlt der Kreditnehmer gleich hohe vierteljährliche Raten zuzüglich Zinsen. Der Zinssatz ist beihilfefrei und entspricht laut KfW dem aktuellen EU-Referenzzinssatz, weshalb das Programm keine beihilferechtliche Förderobergrenze auslöst. Abzugrenzen ist der 270 von den KfW-Zuschussprogrammen wie dem BEG-Zuschuss: Dort fließt nicht rückzahlbares Geld, beim 270 wird die gesamte Kreditsumme zurückgezahlt — der Vorteil liegt allein im verbilligten Zins.

Was fördert der KfW 270 – und was ist ausgeschlossen?

Der KfW 270 fördert die Errichtung, Erweiterung und den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien — vor allem zur Stromerzeugung, ergänzend zur Wärmeerzeugung. Balkonkraftwerke und reine Inselanlagen ohne Netzeinspeisung sind ausgeschlossen.
Laut KfW-Produktseite sind diese Stromerzeugungs-Anlagen förderfähig: Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen, Wasserkraftanlagen bis 20 MW, Windkraftanlagen, KWK-Anlagen auf Biomasse-Basis, Biogasanlagen samt Leitungen sowie Batteriespeicher. Förderfähig sind dabei nicht nur die Anlagen selbst, sondern auch Planung, Projektierung, Installation, Netzanschluss und der Zählerschrankumbau.
Zwei Abgrenzungen sind wichtig. Erstens: Wärmepumpen und Solarthermie für Wohngebäude fördert die KfW nicht über den 270, sondern über den Zuschuss der Heizungsförderung (BEG) — die KfW verweist auf ihrer 270-Seite ausdrücklich dorthin. Zweitens: Balkonkraftwerke und Steckeranlagen sind nicht förderfähig, ebenso wenig reine Inselanlagen, die ausschließlich dem Eigenverbrauch dienen. Für Privatpersonen gilt als Bedingung, dass zumindest ein Teil des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Förderfähige und ausgeschlossene Vorhaben beim KfW 270 (Stand 2026, Quelle: KfW)

Kategorie

Förderfähig über KfW 270

Nicht über KfW 270

 

Photovoltaik

Dach-, Fassaden-, Freiflächenanlagen mit Netzeinspeisung

Balkonkraftwerke, Steckeranlagen, reine Inselanlagen

Stromspeicher

Batteriespeicher (neu und Nachrüstung)

Wärme

erneuerbare Wärmeerzeugung, Wärmenetze

Wärmepumpe/Solarthermie im Wohngebäude (→ BEG-Zuschuss)

Weitere

Wind, Wasserkraft bis 20 MW, Biogas, Biomasse-KWK

Wie hoch sind Zinsen und Konditionen des KfW 270 im Jahr 2026?

Der effektive Jahreszins des KfW 270 liegt 2026 je nach Bonität und Laufzeit zwischen 3,82 % und 11,66 % (Stand 28.05.2026, laut Finanztip). Es gibt keinen festen Zinssatz: Die KfW setzt ihn am Tag der Zusage fest, orientiert am Kapitalmarkt, und passt ihre Konditionen monatlich an.
Der maximale Kreditbetrag beträgt 150 Mio. Euro pro Vorhaben bei einem Mindestbetrag von null Euro, finanziert werden bis zu 100 % der Investitionskosten. Die Laufzeit reicht von der Mindestlaufzeit 2 Jahre bis zu 30 Jahren, mit einem bis fünf tilgungsfreien Anlaufjahren je nach Laufzeit. Die Zinsbindung ist mit 5, 10, 15 oder 20 Jahren wählbar; bei 30 Jahren Laufzeit ist sie auf 10 Jahre begrenzt, danach folgt eine Anschlussfinanzierung. Auf nicht abgerufene Beträge erhebt die KfW eine Bereitstellungsprovision von 0,15 % pro Monat, beginnend 6 Monate und 2 Bankarbeitstage nach der Zusage.
Den tagesaktuellen Satz liefert der KfW-Konditionenanzeiger für Programm 270. Am 10.06.2026 reichten die effektiven Jahreszinsen dort beispielsweise von 4,18 % bis 8,47 % für die Variante mit 10 Jahren Laufzeit, 2 tilgungsfreien Jahren und 10 Jahren Zinsbindung (Kennzahl 10/2/10) über die gängigen Preisklassen A bis H; die schwächste Klasse I liegt darüber.
KfW-270-Konditionen nach Laufzeitvariante (effektiver Jahreszins, gängige Preisklassen A–H, KfW-Konditionenanzeiger Stand 10.06.2026)

Variante (Laufzeit/tilgungsfrei/Zinsbindung)

Sollzins p.a.

Effektivzins p.a.

 

5 / 1 / 5

3,90 – 8,00 %

3,96 – 8,25 %

10 / 2 / 10

4,11 – 8,21 %

4,18 – 8,47 %

20 / 3 / 20

4,74 – 8,84 %

4,83 – 9,14 %

30 / 5 / 10

4,39 – 8,49 %

4,46 – 8,77 %

Was bedeutet das risikogerechte Zinssystem mit den Preisklassen A bis I?

Das risikogerechte Zinssystem der KfW staffelt den Zinssatz nach Ausfallrisiko in Preisklassen von A bis I. Klasse A steht für exzellente Bonität und den günstigsten Zins, Klasse I für grenzwertige Kreditwürdigkeit und den höchsten Zins.
Die Hausbank ordnet den Antragsteller anhand von Bonität (wirtschaftliche Verhältnisse, Einkommen, Schufa) und Besicherung (etwa eine Grundschuld) einer Preisklasse zu. Daraus erklärt sich die große Zinsspanne: Laut Finanztip-Daten für Juni 2026 zahlt Klasse A rund 3,75 %, Klasse I dagegen rund 10,50 % effektiv. Wer eine schlechte Preisklasse erhält, fährt mit einem normalen Modernisierungskredit der Hausbank oft günstiger — der Förderkredit ist dann kein Vorteil mehr.
Effektiver Jahreszins nach Bonität (Preisklassen-Eckwerte, Finanztip Juni 2026)

Preisklasse

Bonität

Effektivzins p.a.

 

A

exzellent, hohe Eigenkapitalquote

rund 3,75 %

D–E

durchschnittlich

rund 5–7 %

I

grenzwertig

rund 10,50 %

Für wen gilt der KfW 270 – können Privatpersonen ihn beantragen?

Ja, Privatpersonen können den KfW 270 beantragen — vorausgesetzt, sie speisen zumindest einen Teil des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz ein. Neben Privatpersonen sind Unternehmen, Freiberufler, Landwirte, Körperschaften des öffentlichen Rechts und gemeinnützige Antragsteller berechtigt.
Laut KfW fördert das Programm in- und ausländische private und öffentliche Unternehmen unabhängig von der Größe, Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, kommunale Zweckverbände, Privatpersonen und gemeinnützige Antragsteller sowie Freiberufler. Für Privatpersonen gilt die Einspeise-Bedingung; ein gesonderter Einspeisevertrag ist dafür laut KfW-Partnerportal nicht erforderlich. Reine Inselanlagen ohne Netzanschluss sind ausgeschlossen, und die Anlage muss die Anforderungen des EEG erfüllen.
In der Praxis ist die Hürde für Privatpersonen weniger die Berechtigung als die Bank: Viele Institute vermitteln den 270 nicht an Privatkunden, weil er keine Haftungsfreistellung für die Bank enthält. Wer eine kleine PV-Anlage finanzieren will, findet daher oft nur wenige durchleitende Banken.

Wie beantragt man den KfW 270 und welche Bank vergibt ihn?

Der KfW 270 wird über eine Hausbank beantragt, niemals direkt bei der KfW — und zwingend vor Vorhabensbeginn. Vorhabensbeginn ist bereits der Abschluss eines rechtsverbindlichen Vertrags; wer vorher unterschreibt, verliert den Förderanspruch vollständig.
Der Ablauf folgt dem Hausbankprinzip in fünf Schritten:
  • Angebote einholen, aber noch keinen Auftrag verbindlich erteilen.
  • Finanzierungspartner ansprechen und den KfW-270-Antrag über ihn stellen.
  • Die Bank prüft Vorhaben, wirtschaftliche Verhältnisse und Sicherheiten und reicht den Antrag bei der KfW ein.
  • Nach der KfW-Zusage den Liefer- oder Leistungsvertrag abschließen und die Anlage errichten.
  • Kredit abrufen und zurückzahlen; die Bank bleibt Ansprechpartner.
Welche Bank den 270 vergibt, entscheidet über den Zugang. Die Konditionen der KfW sind bei jeder durchleitenden Bank identisch, doch nicht jede Bank reicht das Programm an Privatpersonen durch. In einer Finanztip-Stichprobe vom März 2025 boten nur die DKB und die Hypovereinsbank den Kredit für Privatpersonen an, jeweils ab einer Kreditsumme von 25.000 Euro; Commerzbank, ING, Postbank, GLS Bank und BHW Bausparkasse lehnten ab. Das offizielle Merkblatt zum Programm 270 (Bestellnummer 600 000 0178) steht auf kfw.de als PDF bereit und nennt alle verbindlichen Bedingungen.

Wie finanziert man Photovoltaik und Speicher mit dem KfW 270?

Der KfW 270 finanziert eine Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher zu bis zu 100 % — von den Modulen über den Wechselrichter und die Montage bis zu Netzanschluss und Zählerschrankumbau. Auch eine reine Speicher-Nachrüstung an eine bestehende PV-Anlage ist abgedeckt.
Förderfähig sind die Photovoltaikmodule, der Wechselrichter, das Montagesystem, Kabel und Befestigungen, der Batteriespeicher, Planung und Inbetriebnahme sowie der Netzanschluss. Nicht förderfähig sind dagegen die Eigenleistung des Eigentümers und Balkonkraftwerke. Der 270 lässt sich mit der EEG-Einspeisevergütung kombinieren, weil diese laut Förderpraxis keine staatliche Beihilfe darstellt — der Hausbesitzer finanziert die Anlage also über den Kredit und erhält parallel die Einspeisevergütung.
Im Referenz-Szenario — einem Einfamilienhaus mit 10-kWp-Anlage und 10-kWh-Speicher — ergibt sich eine typische Gesamtinvestition von rund 25.000 Euro, die der KfW 270 vollständig finanzieren kann. Genau in dieser Größenordnung greift allerdings die Mindest-Kreditsumme der durchleitenden Banken von 25.000 Euro: Kleinere Anlagen fallen häufig durch das Raster und müssen über einen freien Kredit finanziert werden.
Förderfähige Kostenpositionen einer PV-Anlage mit Speicher im Referenz-Szenario (10 kWp, 10 kWh)

Position

Betrag

Über KfW 270 finanzierbar

 

Module, Wechselrichter, Montage

12.000 €

ja

Batteriespeicher (10 kWh)

8.000 €

ja

Planung, Inbetriebnahme

4.000 €

ja

Netzanschluss, Zählerschrank

1.000 €

ja

Gesamtinvestition

25.000 €

bis 100 %

Was kostet der KfW 270 konkret? Beispielrechnung und Rechner

Bei 25.000 Euro Kreditsumme, 10 Jahren Laufzeit und 4,11 % Sollzins (Preisklasse A) beträgt die monatliche Rate rund 254 Euro und die gesamten Zinskosten rund 5.500 Euro. Die genaue Rate berechnet der KfW-Tilgungsrechner; nachvollziehen lässt sie sich mit der Annuitätenformel.
A = K0 · [ i · (1 + i)n ] ÷ [ (1 + i)n − 1 ]
  • A = monatliche Rate in Euro
  • K0 = Kreditbetrag in Euro
  • i = monatlicher Sollzins (Jahres-Sollzins ÷ 12)
  • n = Anzahl der Monatsraten (Laufzeit in Jahren × 12)
Beispiel: Einfamilienhaus, 25.000 € PV-Finanzierung
Gegeben: K0 = 25.000 €; Sollzins 4,11 % p.a.; Laufzeit 10 Jahre (ohne tilgungsfreie Zeit); i = 0,0411 ÷ 12 = 0,003425; n = 120
Berechnung: (1 + i)120 = 1,5073; A = 25.000 · [0,003425 · 1,5073] ÷ [0,5073] = 25.000 · 0,010177 ≈ 254,40 €/Monat; Gesamtrückzahlung = 254,40 € · 120 = 30.528 €; Zinskosten = 30.528 € − 25.000 € = 5.528 €
Ergebnis: rund 254 € pro Monat und etwa 5.500 € Zinskosten über 10 Jahre — bei einem freien Ratenkredit mit 7 % p.a. wären es rund 290 € pro Monat und etwa 9.800 € Zinskosten.
Der Vergleich zeigt den Kern des Förderkredits: Gegenüber dem freien Ratenkredit spart das Beispiel rund 4.300 Euro Zinsen über zehn Jahre — aber nur, weil hier die beste Preisklasse A unterstellt ist. Eine tilgungsfreie Anlaufzeit senkt die Anfangsrate, erhöht aber die Gesamtzinskosten, weil das Kapital länger unvermindert verzinst wird.
KfW 270 gegenüber freiem Ratenkredit im Referenz-Szenario (25.000 €, 10 Jahre)

Kennzahl

KfW 270 (4,11 %)

Ratenkredit (7,0 %)

 

Monatliche Rate

rund 254 €

rund 290 €

Zinskosten gesamt

rund 5.500 €

rund 9.800 €

Gesamtrückzahlung (10 Jahre)

rund 30.500 €

rund 34.800 €

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Welche Nachteile hat der KfW 270?

Der größte Nachteil des KfW 270 ist, dass er keinen Tilgungszuschuss bietet und der Zins bei schwacher Bonität über 10 % steigen kann — dann ist ein freier Bankkredit oft günstiger. Hinzu kommen das strikte Vorbeginnsverbot, die Bereitstellungsprovision und die geringe Bankverfügbarkeit.

Nachteil 1: Bonitätsabhängiger Zins

Symptom: Der effektive Zins reicht 2026 bis 11,66 %. Wer in eine schlechte Preisklasse (H oder I) fällt, zahlt über 10 %.
Folge: Der Förderkredit ist dann teurer als ein normaler Modernisierungskredit — der Förder-Vorteil verschwindet.
Prävention: Bonität und Besicherung vorab klären; bei schwacher Einstufung Angebote freier Banken gegenrechnen.

Nachteil 2: Vorbeginnsverbot

Symptom: Der Antrag muss vor jedem rechtsverbindlichen Vertrag gestellt sein.
Folge: Wer den Installationsvertrag vor der Zusage unterschreibt, verliert den Förderanspruch endgültig.
Prävention: Erst die KfW-Zusage abwarten, dann beauftragen — die Bearbeitung dauert mehrere Wochen.

Nachteil 3: Bereitstellungsprovision und kein Zuschuss

Symptom: Auf nicht abgerufene Beträge fallen 0,15 % pro Monat an, ab 6 Monaten und 2 Bankarbeitstagen nach Zusage.
Folge: Verzögert sich die Installation, steigen die Kosten; ein Teilerlass der Schuld wie bei Zuschussprogrammen entfällt vollständig.
Prävention: Abruf und Bauzeitplan eng takten; für kleine Investitionen unter etwa 10.000 Euro lohnt der Aufwand selten.

Ist der KfW 270 noch verfügbar oder gestoppt?

Nein, der KfW 270 ist 2026 nicht gestoppt — das Programm läuft weiter und kann von Privatpersonen und Unternehmen beantragt werden. Die häufige Verwechslung rührt von anderen, tatsächlich eingestellten KfW-Programmen her.
Gestoppt wurden andere Förderungen: Der KfW 442 „Solarstrom für Elektroautos“, ein Zuschuss, wurde im Februar 2024 mangels Budget eingestellt. Der KfW 461, ein BEG-Zuschuss für Wohngebäude, endete bereits am 27. Juli 2022. Der 270 ist davon nicht betroffen — als Kreditprogramm hat er kein begrenztes Zuschussbudget, das versiegen könnte. Die Kreditvergabe schwankte allerdings stark: laut Finanztip von 6.377 Krediten 2021 auf den Tiefpunkt von 110 Krediten 2024 und wieder 711 Kredite 2025. Der Rückgang erklärt sich durch das hohe Zinsniveau und die steuerliche Entlastung von PV-Anlagen, nicht durch einen Programmstopp.

Wie unterscheidet sich der KfW 270 von anderen Förderprogrammen?

Der KfW 270 ist ein Kredit für die Energieerzeugung ohne Tilgungszuschuss — der KfW 261 dagegen finanziert die Gebäudesanierung mit Tilgungszuschuss, der eingestellte KfW 442 war ein Zuschuss für PV plus Wallbox. Wer eine PV-Anlage finanzieren will, braucht den 270.
Der KfW 261 fördert die energetische Sanierung oder den Neubau von Wohngebäuden zum Effizienzhaus-Standard, bietet 2026 laut Vergleichsportalen einen Zins ab rund 1,8 % effektiv und gewährt einen Tilgungszuschuss von bis zu 45 % — gilt aber nicht für die reine PV-Anlage. Für dieselbe Maßnahme darf immer nur ein Programm genutzt werden (Kumulierungsverbot), für verschiedene Maßnahmen lassen sich 270 und 261 jedoch kombinieren. Eine BAFA-Förderung speziell für PV-Anlagen oder Stromspeicher gibt es nicht; kombinierbar ist der 270 dagegen mit der EEG-Einspeisevergütung.
KfW 270 im Vergleich zu verwandten Förderprogrammen (Stand 2026)

Programm

Art

Fördergegenstand

Status 2026

 

KfW 270

Kredit, kein Zuschuss

EE-Anlagen, PV, Speicher

aktiv

KfW 261

Kredit mit Tilgungszuschuss bis 45 %

Gebäudesanierung/-neubau

aktiv

KfW 442

Zuschuss

PV + Speicher + Wallbox

eingestellt 02/2024

Was sagt der unabhängige Finanztest zum KfW 270?

Das unabhängige Verbrauchermagazin Finanztip bewertet eine PV-Finanzierung über den KfW 270 nur unter Einschränkungen als empfehlenswert — ein normaler Bankkredit sei „unter Umständen günstiger“ als der Förderkredit. Eine Stiftung-Warentest-Prüfung speziell zum KfW 270 existiert nicht.
Finanztip nennt als beste Lösung das eigene Vermögen: Wer die Anlage aus Eigenkapital zahlt, trägt nur den Renditeverzicht, nicht den Kreditzins. Erst danach kommt der Förderkredit infrage — und nur, wenn die Bonität eine günstige Preisklasse sichert. Die Praxiserfahrung deckt sich mit den Zahlen: Die durchschnittliche Kreditsumme lag laut Finanztip 2025 bei knapp 110.000 Euro, was zeigt, dass der 270 faktisch eher größere Vorhaben und gewerbliche Anlagen finanziert als kleine Eigenheim-Anlagen. Für typische Privat-PV-Projekte ist er wegen der Mindestsumme von 25.000 Euro und der geringen Bankverfügbarkeit nur eingeschränkt geeignet.

Wie entwickeln sich die KfW-270-Zinsen 2026?

Die KfW-270-Zinsen folgen dem Kapitalmarkt und damit der EZB-Geldpolitik. Laut EZB-Ratsbeschluss vom 11. Juni 2026 stiegen die Leitzinsen erstmals seit September 2023 — der Einlagenzins auf 2,25 %, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,40 %. Ein höheres Leitzinsniveau schlägt mit Verzögerung auf die KfW-Konditionen durch, da die KfW ihren Zins am EU-Referenzzinssatz und am Kapitalmarkt ausrichtet.
Begründet wurde die Erhöhung mit einer Inflation von 3,0 % über dem 2-%-Ziel. Für Kreditnehmer bedeutet das: Der Abstand zwischen dem 270 und einem freien Ratenkredit verkleinert sich, vor allem in schlechteren Preisklassen. Wer eine Finanzierung plant, prüft den tagesaktuellen Satz im KfW-Konditionenanzeiger und holt die Zusage zeitnah ein, da der Zins am Tag der Zusage festgesetzt wird.

Häufige Fragen zum KfW 270

Ist der KfW 270 ein Zuschuss oder ein Kredit?

Der KfW 270 ist ein Kredit, kein Zuschuss. Es gibt keinen Tilgungszuschuss; die volle Kreditsumme wird zurückgezahlt. Der Vorteil liegt allein im verbilligten, beihilfefreien Zinssatz gegenüber einem freien Bankkredit.

Kann ich den KfW 270 direkt bei der KfW beantragen?

Nein. Der Antrag läuft ausschließlich über eine Hausbank als durchleitenden Finanzierungspartner. Er muss vor Vorhabensbeginn gestellt werden — ein Direktantrag bei der KfW ist nicht möglich.

Bietet die DKB den KfW 270 an?

Ja. Die DKB vergibt den KfW 270 an Privatpersonen ab einer Kreditsumme von 25.000 Euro (Finanztip-Stichprobe März 2025). Auch die Hypovereinsbank bietet ihn ab 25.000 Euro an, viele andere Banken jedoch nicht.

Wird ein Batteriespeicher über den KfW 270 gefördert?

Ja. Batteriespeicher sind förderfähig, sowohl neu mit einer PV-Anlage als auch als Nachrüstung an eine bestehende Anlage. Förderfähig sind bis zu 100 % der Investitionskosten.

Was passiert, wenn ich vor der Zusage unterschreibe?

Dann verlierst du den Förderanspruch. Der Antrag muss vor Abschluss eines rechtsverbindlichen Vertrags gestellt sein; bereits eine verbindliche Beauftragung gilt als Vorhabensbeginn.

Gibt es beim KfW 270 tilgungsfreie Jahre?

Ja, je nach Laufzeit 1 bis 5 tilgungsfreie Anlaufjahre. In dieser Zeit werden nur Zinsen gezahlt; das senkt die Anfangsrate, erhöht aber die Gesamtzinskosten.

Fazit: Für wen lohnt sich der KfW 270?

Der KfW 270 lohnt sich für Antragsteller mit sehr guter Bonität und Investitionen ab etwa 25.000 Euro, die kein Eigenkapital binden wollen — bei schwacher Bonität oder kleinen Anlagen ist er dagegen selten die beste Wahl.

Profil 1: Eigenheimbesitzer mit Top-Bonität

Wer Preisklasse A erreicht and eine PV-Anlage mit Speicher ab 25.000 Euro finanziert, spart mit rund 3,8 % effektiv gegenüber einem freien Ratenkredit über die Laufzeit mehrere tausend Euro Zinsen. Für dieses Profil ist der 270 sinnvoll.

Profil 2: Antragsteller mit schwacher Bonität

Bei einer Einstufung in Klasse H oder I mit über 10 % Zins ist ein normaler Modernisierungskredit oft günstiger. Hier lohnt der Förderkredit nicht.

Profil 3: Kleine PV-Anlage oder vorhandenes Eigenkapital

Für Anlagen unter 25.000 Euro scheitert der 270 oft an der Mindest-Kreditsumme der Banken; wer Eigenkapital hat, fährt nach Finanztip ohnehin günstiger ohne Kredit. Für dieses Profil ist der 270 nicht die richtige Lösung.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen