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Photovoltaik-Warmwasser 2026: Heizstab, Wärmepumpe & Kosten

15 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Prinzip: Photovoltaik-Warmwasser wandelt überschüssigen PV-Strom über einen Heizstab oder eine Brauchwasserwärmepumpe in Wärme um – anders als Solarthermie, die Sonnenwärme direkt nutzt.
  • Effizienz: Der Heizstab erreicht einen Wirkungsgrad von rund 100 % (COP 1), die Brauchwasserwärmepumpe einen COP von 3,0 bis 3,5 – sie braucht für dieselbe Wärme nur ein Drittel des Stroms.
  • Kosten 2026: Ein PV-Heizstab-System kostet 300 bis 2.000 €, eine Brauchwasserwärmepumpe inklusive Installation 3.000 bis 6.500 €.
  • Ersparnis: Ein Heizstab spart im 4-Personen-Haushalt 300 bis 500 € pro Jahr und amortisiert sich in unter 1 bis 3 Jahren.
  • Förderung: Für PV-Heizstäbe gibt es keine direkte Förderung, nur den 0-%-Mehrwertsteuersatz; reine Brauchwasserwärmepumpen sind über KfW 458 nicht förderfähig.
  • Hygiene: Nach DVGW W 551 muss der Speicher 60 °C erreichen können; Temperaturen unter 50 °C sind wegen Legionellen zu vermeiden.
  • Lohnt sich für: Haushalte mit einer PV-Anlage ab etwa 6 kWp, niedriger Einspeisevergütung und einem Warmwasserspeicher mit freier 1½-Zoll-Muffe.

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Was ist Photovoltaik-Warmwasser und wie funktioniert es?

Photovoltaik-Warmwasser bezeichnet die Erwärmung von Trink- oder Brauchwasser mit selbst erzeugtem Solarstrom. Die PV-Module liefern Strom, ein Heizstab oder eine Brauchwasserwärmepumpe wandelt diesen in Wärme um, ein Warmwasserspeicher hält sie vor. Dieses Prinzip heißt Power-to-Heat.
Die Wirkkette verläuft in vier Stufen: PV-Modul erzeugt Strom, ein Wechselrichter und ein Überschussregler steuern den Fluss, der Heizstab im Speicher erzeugt Wärme, der Warmwasserspeicher puffert sie für die Zapfung. Genutzt wird vorrangig der Überschussstrom – also die Strommenge, die der Haushalt nicht direkt verbraucht und die sonst für 7,78 ct/kWh ins Netz eingespeist wird.
Photovoltaik-Warmwasser unterscheidet sich grundlegend von Solarthermie: Solarthermie wandelt Sonnenstrahlung im Kollektor direkt in Wärme um, Photovoltaik erzeugt zuerst Strom und wandelt diesen erst danach in Wärme. Der Umweg über den Strom macht das PV-Modul vielseitiger, weil derselbe Strom auch Haushalt, Auto oder Speicher versorgt.
Der zentrale wirtschaftliche Treiber ist die Differenz zwischen Eigenverbrauch (vermiedener Netzstrom für rund 32 ct/kWh) und Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh). Ein Warmwasserspeicher speichert Strom als Wärme deutlich billiger als ein Batteriespeicher.

Welche Verfahren erzeugen mit PV-Strom Warmwasser?

Vier Verfahren erzeugen mit PV-Strom Warmwasser: der AC-Heizstab mit Überschussregelung, der DC-Heizstab mit direktem Gleichstromanschluss, die Brauchwasserwärmepumpe und – mit Einschränkung – der Durchlauferhitzer. Heizstab und Brauchwasserwärmepumpe dominieren den Markt.

Verfahren 1: AC-Heizstab mit Überschussregelung

Der AC-Heizstab ist ein elektrisches Heizelement im Warmwasserspeicher, das über einen Regler wie den Fronius Ohmpilot (stufenloser PV-Überschussregler, bis 9 kW dreiphasig) oder den my-PV AC THOR (modulierender AC-Power-Manager, max. 9 kW) stufenlos zwischen 0 und 9 kW moduliert. Ein Smart Meter misst sekündlich den Überschuss, der Regler gibt genau diese Leistung an den Heizstab weiter. Typische Leistungen betragen 2 kW für kleine Speicher, 3 kW im Einfamilienhaus und 6 bis 9 kW für Großanlagen.

Verfahren 2: DC-Heizstab (Gleichstrom, ohne Wechselrichter)

Der DC-Heizstab wird direkt an einen PV-Strang angeschlossen und benötigt keinen Wechselrichter. Geräte wie der my-PV ELWA DC besitzen ein integriertes MPP-Tracking, leisten 2 kW und decken bis zu 50 % des Warmwasserbedarfs eines Zwei- bis Vier-Personen-Haushalts. Weil der Wechselrichter entfällt, vermeidet der DC-Betrieb dessen Umwandlungsverluste von 1 bis 4 %. Diese Gleichstrom-Variante eignet sich besonders für kleine Insel- oder Balkonanlagen.

Verfahren 3: Brauchwasserwärmepumpe mit PV-Kopplung

Die Brauchwasserwärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Wärme und hebt sie auf Warmwassertemperatur an. Sie erreicht einen COP von 3,0 bis 3,5 und braucht im 4-Personen-Haushalt nur 800 bis 1.100 kWh Strom pro Jahr. Mit PV-Kopplung und einem Energiemanagementsystem nutzt sie den Solarstrom besonders effizient, kostet aber deutlich mehr als ein Heizstab.

Verfahren 4: Durchlauferhitzer und Boiler-Sets

Ein elektrischer Durchlauferhitzer eignet sich kaum für reinen PV-Betrieb, weil er im Zapfmoment 18 bis 27 kW abruft – eine Leistung, die eine PV-Anlage selten liefert. Sinnvoller sind Boiler-Sets mit Speicher: Sie laden tagsüber Wärme ein und geben sie zeitversetzt ab. Komplett-Sets aus PV-Modulen, DC-Boiler und Regelung gibt es als „photovoltaik warmwasser set" ab rund 730 €.
Vergleich der vier Verfahren zur Warmwassererzeugung mit PV-Strom (Stand 2026).

Verfahren

Effizienz

Typische Leistung

Eignung

 

AC-Heizstab

COP 1 (~100 %)

2–9 kW

Standard bei netzgekoppelter PV-Anlage

DC-Heizstab

COP 1, ohne Wechselrichterverlust

2 kW

Klein-/Inselanlagen, Balkonkraftwerk

Brauchwasserwärmepumpe

COP 3,0–3,5

0,7 kW elektrisch

ganzjährige Vollversorgung

Durchlauferhitzer

COP 1

18–27 kW

nur bedingt für PV geeignet

Wie effizient ist Photovoltaik-Warmwasser und wie viel kWp braucht man?

Für Photovoltaik-Warmwasser per Heizstab rechnet man mit 0,4 bis 0,8 kWp PV-Leistung pro Person; ein 4-Personen-Haushalt benötigt also eine Anlage ab etwa 6 kWp. Der Heizstab deckt damit 50 bis 70 % des Jahres-Warmwasserbedarfs, vor allem von April bis September.
Der Energiebedarf für Warmwasser folgt einer einfachen physikalischen Formel:
Q = V × ΔT × 1,163 ÷ 1000
  • Q = Wärmemenge in kWh
  • V = Wassermenge in Liter
  • ΔT = Temperaturdifferenz in Kelvin
  • 1,163 = spezifische Wärmekapazität von Wasser in Wh/(L·K)
Beispiel: 300-Liter-Speicher im Referenzhaushalt
Gegeben: 300 Liter, Erwärmung von 10 °C auf 60 °C (ΔT = 50 K)
Berechnung: 300 × 50 × 1,163 ÷ 1000 = 17,4 kWh
Ergebnis: 17,4 kWh Wärme füllen den Speicher einmal vollständig – das deckt den Tagesbedarf eines 4-Personen-Haushalts.
Der Warmwasserbedarf liegt bei rund 800 kWh pro Person und Jahr, ein 4-Personen-Haushalt benötigt also etwa 3.000 kWh thermische Energie. Der Heizstab wandelt jede Kilowattstunde Strom in genau eine Kilowattstunde Wärme um, sein Wirkungsgrad beträgt rund 100 %. Die Brauchwasserwärmepumpe erreicht mit COP 3 das Drei- bis Vierfache, weil sie drei Viertel der Energie kostenlos der Raumluft entnimmt. Der solare Deckungsgrad bezeichnet den Anteil des Warmwasserbedarfs, der über das Jahr aus Solarstrom stammt.
Ein PV-Heizstab steigert den Eigenverbrauch um 10 bis 20 Prozentpunkte. Die richtige Dimensionierung verbindet Personenzahl, Speichervolumen, Heizstableistung und PV-Anlagengröße.
Empfohlene Dimensionierung von Speicher, Heizstab und PV-Anlage nach Haushaltsgröße.

Haushaltsgröße

Speichervolumen

Heizstableistung

PV-Anlage

 

1–2 Personen

200 Liter

2 kW

ab 5 kWp

3–4 Personen

300 Liter

3 kW

7–10 kWp

5+ Personen

400–500 Liter

6 kW

10–15 kWp

Heizstab oder Brauchwasserwärmepumpe: Was lohnt sich mehr?

Der Heizstab lohnt sich bei kleiner Investition und reichlich Überschussstrom, die Brauchwasserwärmepumpe bei hohem Warmwasserbedarf und dem Ziel ganzjähriger Vollversorgung. Der entscheidende Unterschied ist die Effizienz: Der Heizstab arbeitet mit COP 1, die Wärmepumpe mit COP 3 bis 3,5.
Den Effizienzunterschied zeigt der direkte Stromvergleich für einen 200-Liter-Speicher, der von 10 auf 60 °C erwärmt wird. Der Heizstab benötigt dafür 11,6 kWh Strom, die Brauchwasserwärmepumpe bei einem COP von 3,0 bis 3,5 nur 3,3 bis 3,9 kWh, weil sie den Rest der Energie der Umgebungsluft entnimmt.
Beispiel: Jahresstrom für Warmwasser im Referenzhaushalt (3.000 kWh Wärme)
Gegeben: 3.000 kWh Warmwasserbedarf; Heizstab COP 1; Wärmepumpe COP 3
Berechnung: Heizstab 3.000 ÷ 1 = 3.000 kWh Strom; Wärmepumpe 3.000 ÷ 3 = 1.000 kWh Strom
Ergebnis: Die Brauchwasserwärmepumpe spart rund 2.000 kWh Strom pro Jahr – entscheidend, wenn der PV-Überschuss knapp ist.
Der Heizstab nutzt nur echten Überschussstrom, der sonst für 7,78 ct/kWh eingespeist würde – sein niedriger Wirkungsgrad fällt dann wirtschaftlich kaum ins Gewicht. Die Wärmepumpe lohnt sich, sobald sie auch Netzstrom oder Strom aus knappen Überschüssen effizient nutzen muss. Beide Verfahren lassen sich kombinieren: die Wärmepumpe als Grundlast, der Heizstab als Spitzenlast bei großem Sommerüberschuss.

Was kostet Photovoltaik-Warmwasser 2026?

Ein PV-Heizstab-System kostet 2026 zwischen 300 und 2.000 €, eine Brauchwasserwärmepumpe inklusive Installation 3.000 bis 6.500 €. Der reine Heizstab beginnt bei 80 € für ein 2-kW-Modell, die stufenlose Regelung kostet zusätzlich 350 bis 800 €.
Die Marktpreise einzelner Geräte liegen 2026 fest: Der my-PV ELWA AC mit 3,5 kW kostet laut Geizhals-Preisvergleich rund 639 €, der Power-Manager my-PV AC THOR mit 3 kW rund 631 €. Ein Smart Meter für die Überschussregelung schlägt mit 100 bis 300 € zu Buche.
Kostenaufschlüsselung eines PV-Heizstab-Systems zur Nachrüstung (Stand 2026).

Position

Einzelpreis

 

Heizstab (2–6 kW)

80–350 €

Stufenlose Steuerung / Regler

350–800 €

Smart Meter / Energy Meter

100–300 €

Zubehör (Fühler, Verkabelung)

50–150 €

Installation durch Elektrofachbetrieb

300–800 €

Gesamtsystem

300–2.000 €

Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus der jährlichen Ersparnis. Sie folgt der Formel:
Ersparnis = Egenutzt × (pNetz − pEinspeisung)
  • Egenutzt = genutzter PV-Überschuss in kWh/Jahr
  • pNetz = Netzstrompreis in €/kWh
  • pEinspeisung = Einspeisevergütung in €/kWh
Beispiel: Heizstab im Referenzhaushalt
Gegeben: 1.500 kWh genutzter Überschuss; Netzstrom 0,32 €/kWh; Einspeisevergütung 0,0778 €/kWh
Berechnung: 1.500 × (0,32 − 0,0778) = 1.500 × 0,2422 = 363 €
Ergebnis: rund 363 € Ersparnis pro Jahr; bei 1.000 € Systemkosten amortisiert sich die Investition in unter 3 Jahren.
Jährliche Ersparnis und 20-Jahres-Summe von Heizstab und Brauchwasserwärmepumpe im 4-Personen-Haushalt.

System

Investition

Ersparnis/Jahr

Summe über 20 Jahre

 

PV-Heizstab

300–2.000 €

300–500 €

6.000–10.000 €

Brauchwasserwärmepumpe

3.000–6.500 €

500–990 €

10.000–19.800 €

Wie rüstet man Photovoltaik-Warmwasser nach?

Photovoltaik-Warmwasser lässt sich an jeder bestehenden PV-Anlage nachrüsten, wenn der Warmwasserspeicher eine freie 1½-Zoll-Muffe besitzt, am Zählerschrank Platz für einen Smart Meter ist und ein Elektroanschluss in Speichernähe verfügbar ist. Die Installation dauert üblicherweise einen halben Tag.
Die Nachrüstung folgt fünf Schritten:
  • Speicher prüfen: freie 1½-Zoll-Muffe, Alter unter zehn Jahren, keine Korrosion.
  • Heizstab einschrauben: mit Dichtung in die Muffe, vollständige Umhüllung mit Wasser sicherstellen.
  • Steuerung montieren: Smart Meter am Hausanschluss, Temperaturfühler im Speicher.
  • Elektroanschluss: zwingend durch eine Elektrofachkraft; Heizstäbe über 3 kW brauchen einen Drehstromanschluss.
  • Inbetriebnahme: Schwellwert auf 200 bis 500 Watt Überschuss, Zieltemperatur 55 bis 60 °C, Prioritäten festlegen.
Die sinnvolle Priorisierung des Solarstroms lautet: erst Direktverbrauch im Haushalt, dann Batteriespeicher laden, dann Heizstab für Warmwasser, zuletzt Einspeisung ins Netz. So wandert nur der Strom in den Speicher, der sonst für 7,78 ct/kWh eingespeist würde. Fehlt eine 1½-Zoll-Muffe, kostet ein neuer 300-Liter-Edelstahlspeicher 800 bis 1.500 € und verlängert die Amortisation auf vier bis sieben Jahre.

Kann Photovoltaik-Warmwasser auch die Heizung unterstützen?

Photovoltaik-Warmwasser kann die Heizung unterstützen, deckt sie aber nie allein. Ein Heizstab in einem Kombi- oder Pufferspeicher gibt PV-Überschuss als Heizwärme ab, doch der größte Solarertrag fällt im Sommer an, während der Heizbedarf im Winter am höchsten ist. Diese Phasenverschiebung begrenzt den Beitrag zur Raumheizung.
Wirtschaftlich sinnvoll ist die kombinierte Nutzung vor allem in der Übergangszeit: An sonnigen Frühlings- und Herbsttagen heizt der Überschuss den Pufferspeicher und entlastet die Hauptheizung. Eine vollständige Wärmeversorgung aus PV-Strom leistet erst eine Heizungswärmepumpe mit COP 3 bis 4, nicht der Heizstab mit COP 1. Für reines Warmwasser bleibt der Heizstab die günstigste Lösung, für Warmwasser plus Heizung führt der Weg über eine Wärmepumpe.

Welche Vorschriften und Hygieneregeln gelten?

Für Photovoltaik-Warmwasser gelten die Trinkwasserhygiene nach DVGW W 551 und – bei größeren Heizstäben – der § 14a EnWG. Im Einfamilienhaus zählt der Speicher als Kleinanlage; er muss eine Austrittstemperatur von 60 °C erreichen können, Temperaturen unter 50 °C sind zu vermeiden.
Legionellen vermehren sich zwischen 25 und 45 °C am stärksten und sterben ab 60 °C ab. Genau hier liegt das Risiko der PV-Warmwasserbereitung: Reicht der Solarstrom tagsüber nur für 45 bis 50 °C, bewegt sich der Speicher in der Gefahrenzone. Die Stiftung Warentest und das Umweltbundesamt raten deshalb davon ab, die Warmwassertemperatur dauerhaft abzusenken. Bei Speichern über 400 Litern schreibt die Trinkwasserverordnung mindestens 60 °C am Speicherausgang vor.

Symptom

Der Speicher erreicht an bewölkten Tagen nur 45 bis 50 °C.

Folge

In der Gefahrenzone von 25 bis 45 °C vermehren sich Legionellen.

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Prävention

Der Regler heizt den Speicher mindestens einmal pro Woche mit Netzstrom auf 60 °C auf (Legionellenschaltung).
Ein Heizstab fällt zudem unter den § 14a EnWG, sobald die steuerbare Netzanschlussleistung 4,2 kW übersteigt – dann ist eine Anmeldung beim Netzbetreiber Pflicht, im Gegenzug sinkt das Netzentgelt. PV-Anlagen ab 7 kWp benötigen nach dem Messstellenbetriebsgesetz ohnehin ein intelligentes Messsystem.

Welche Förderung gibt es 2026 für Photovoltaik-Warmwasser?

Für einen PV-Heizstab zur Warmwasserbereitung gibt es 2026 keine direkte Förderung – weder von der KfW noch vom BAFA. Die wesentliche finanzielle Erleichterung ist der Nullsteuersatz: Wird der Heizstab zusammen mit einer PV-Anlage installiert, entfällt nach § 12 Abs. 3 UStG die Mehrwertsteuer.
Auch eine reine Brauchwasserwärmepumpe, die nur Trinkwarmwasser bereitet und keine Raumheizung übernimmt, ist über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) nicht förderfähig. Die KfW fördert ausschließlich Heizungsanlagen, die Raumwärme liefern; die Grundförderung beträgt 30 % und steigt mit Boni auf bis zu 70 %. Eine Brauchwasserwärmepumpe wird nur dann bezuschusst, wenn sie als Nebenkomponente einer förderfähigen Heizungsanlage installiert wird.
Damit klärt sich ein häufiges Missverständnis: Die gelegentliche Angabe, Brauchwasserwärmepumpen seien KfW-förderfähig, meint kombinierte Wärmepumpen mit Heizfunktion, nicht reine Trinkwassergeräte. Wer ausschließlich Warmwasser erzeugt, kann lediglich den Handwerkerbonus nach § 35a EStG nutzen – 20 % der Lohnkosten sind steuerlich absetzbar.
Förderfähigkeit von Photovoltaik-Warmwasser-Komponenten 2026.

Komponente

Direkte Förderung

Hinweis

 

PV-Heizstab

nein

0 % MwSt. mit PV-Anlage

Reine Brauchwasserwärmepumpe

nein

nur als Nebenkomponente einer Heizung

Heizungswärmepumpe (mit Warmwasser)

ja (KfW 458)

30 % Grundförderung, bis 70 %

Wie funktionieren Betrieb, Wartung und Lebensdauer?

Ein PV-Warmwassersystem ist wartungsarm: Der Warmwasserspeicher hält 15 bis 20 Jahre, die Brauchwasserwärmepumpe ebenfalls 15 bis 20 Jahre. Die wichtigste Wartung betrifft die Magnesiumanode und die Entkalkung des Heizstabs.
Die Magnesiumanode schützt den Speicher vor Korrosion und sollte alle zwei bis drei Jahre geprüft werden; ein Tausch kostet 70 bis 160 €. Der Heizstab verkalkt bei hartem Wasser, weil Kalk wie eine Isolierschicht wirkt und den Stromverbrauch erhöht. Je nach Wasserhärte ist eine Entkalkung alle zwei bis drei Monate oder erst nach drei bis fünf Jahren nötig.
Im Betrieb steuert ein Überschussregler den Heizstab innerhalb weniger Sekunden in Schritten von etwa 50 Watt. Zwei Strategien sind üblich: der reine Überschussbetrieb, der nur echten PV-Überschuss nutzt, und die garantierte Mindesttemperatur, die abends mit Netzstrom nachheizt. Im Winter, wenn der Solarertrag gering ist, deaktivieren viele Betreiber den Heizstab oder erhöhen den Schwellwert auf über 1.000 Watt.
Wartungsintervalle und Kosten von PV-Warmwasser-Komponenten.

Bauteil

Intervall

Kosten

 

Magnesiumanode

alle 2–3 Jahre prüfen

70–160 €

Heizstab entkalken

2–3 Monate bis 3–5 Jahre (je nach Wasserhärte)

gering bis Tausch 800–1.500 €

Brauchwasserwärmepumpe warten

alle 2 Jahre (empfohlen, nicht vorgeschrieben)

gering

Welche Nachteile, Risiken und typischen Fehler gibt es?

Der größte Nachteil von Photovoltaik-Warmwasser per Heizstab ist der niedrige Wirkungsgrad: Eine Wärmepumpe erzeugt aus derselben Kilowattstunde Strom drei- bis fünfmal so viel Wärme. Hinzu kommt die saisonale Schieflage – im Winter ist der Warmwasserbedarf hoch, der Solarertrag aber gering.
Die Praxis-Erfahrungen bestätigen jährliche Einsparungen von 300 bis 500 €, nennen aber wiederkehrende Fehler. Jedes Problem folgt dem Schema Symptom, Folge, Prävention.

Fehler 1: Heizstab bezieht Netzstrom statt Überschuss

Symptom

Der Heizstab springt auch nachts oder bei Bewölkung an.

Folge

Teurer Netzstrom für 0,32 €/kWh ersetzt den vermeintlich kostenlosen Solarstrom.

Prävention

Ein Smart Meter mit stufenloser Überschussregelung lässt den Heizstab nur bei echtem PV-Überschuss heizen.

Fehler 2: Verkalkter Heizstab bei hartem Wasser

Symptom

Der Stromverbrauch steigt, die Aufheizzeit verlängert sich.

Folge

Kalk als Isolierschicht senkt die Effizienz; ein Tausch kostet 800 bis 1.500 €.

Prävention

Regelmäßige Entkalkung je nach Wasserhärte und eine Temperaturobergrenze unter 70 °C.

Fehler 3: Wirtschaftlichkeit bei hoher Einspeisevergütung überschätzt

Symptom

Eine alte PV-Anlage erhält noch eine attraktive Einspeisevergütung.

Folge

Der Eigenverbrauch für Warmwasser bringt kaum mehr als die Einspeisung.

Prävention

Der Heizstab lohnt sich vor allem bei jungen Anlagen mit niedriger Vergütung von 7,78 ct/kWh.

Was sagen Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Photovoltaik-Warmwasser ausdrücklich regelbare Heizstäbe, weil sie den verfügbaren Überschuss besonders effizient nutzen und unnötigen Netzbezug bei kurzer Bewölkung vermeiden. Einen dedizierten Produkttest zu PV-Warmwasser-Komplettsystemen gibt es bei der Stiftung Warentest bislang nicht.
Beim Thema Hygiene ist die Stiftung Warentest eindeutig: Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt rät sie davon ab, die Warmwassertemperatur zum Energiesparen abzusenken, weil unter 60 °C ein Legionellenrisiko besteht. Die Energie- und Umweltberatung eza! stuft die Brauchwasserwärmepumpe wegen ihrer höheren Effizienz und Langlebigkeit als die bessere Lösung ein und rät von einer reinen Heizstab-Installation ab – ein Hinweis, der die Effizienzfrage über den niedrigen Anschaffungspreis stellt.

Wie entwickeln sich Preise und Wirtschaftlichkeit?

Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Warmwasser verbessert sich, weil die Einspeisevergütung sinkt und Netzstrom teuer bleibt. 2026 fällt die Vergütung für Anlagen bis 10 kWp auf 7,78 ct/kWh und ab August auf 7,71 ct/kWh – jede nicht eingespeiste Kilowattstunde gewinnt damit an Wert.
Die Stromgestehungskosten einer kleinen PV-Dachanlage liegen laut Fraunhofer ISE (2024) bei 6,4 bis 13,0 ct/kWh und damit weit unter dem Netzstrompreis von rund 32 ct/kWh. Solange diese Schere offen bleibt, steigt der Anreiz, Überschussstrom selbst zu verbrauchen statt einzuspeisen. Die Gerätepreise für Heizstäbe und Regler sind stabil, während verschärfte Schallanforderungen ab Januar 2026 Brauchwasser- und Heizungswärmepumpen leicht verteuern. Für reine Warmwasserlösungen bleibt der Heizstab damit das preiswerteste Einstiegsverfahren.

Häufige Fragen zu Photovoltaik-Warmwasser

Kann man mit Photovoltaik Warmwasser machen?

Ja. Ein Heizstab oder eine Brauchwasserwärmepumpe wandelt PV-Überschussstrom in Wärme um und speichert sie im Warmwasserspeicher. Das Verfahren heißt Power-to-Heat und deckt 50 bis 70 % des Jahresbedarfs.

Wie viel kWp braucht man für Warmwasser?

Für Warmwasser per Heizstab rechnet man mit 0,4 bis 0,8 kWp pro Person. Ein 4-Personen-Haushalt benötigt eine Anlage ab etwa 6 kWp und einen 300-Liter-Speicher mit 3-kW-Heizstab.

Was ist besser: Heizstab oder Brauchwasserwärmepumpe?

Der Heizstab ist günstiger (ab 300 €), die Brauchwasserwärmepumpe effizienter (COP 3 statt 1). Bei knappem Überschuss spart die Wärmepumpe rund 2.000 kWh Strom pro Jahr.

Gibt es Förderung für PV-Warmwasser?

Nein, eine direkte Förderung existiert nicht. Es gilt nur der Nullsteuersatz auf den Heizstab bei gemeinsamer Installation mit der PV-Anlage. Reine Brauchwasserwärmepumpen sind nicht KfW-förderfähig.

Funktioniert PV-Warmwasser im Winter?

Eingeschränkt. Der Solarertrag ist im Winter am geringsten, während der Warmwasserbedarf hoch ist. Der Heizstab deckt vor allem April bis September; im Winter heizt meist Netzstrom oder die Hauptheizung nach.

Welche Temperatur muss der Speicher erreichen?

Der Speicher muss 60 °C erreichen können. Temperaturen unter 50 °C sind wegen Legionellen zu vermeiden; eine wöchentliche Aufheizung auf 60 °C schützt das Trinkwasser.

Für wen lohnt sich Photovoltaik-Warmwasser?

Photovoltaik-Warmwasser lohnt sich für Haushalte mit einer PV-Anlage ab etwa 6 kWp, niedriger Einspeisevergütung und einem geeigneten Warmwasserspeicher. Welches Verfahren passt, hängt von Budget, Warmwasserbedarf und Effizienzanspruch ab.

PV-Heizstab: für preisbewusste Eigenheimbesitzer mit Sommerüberschuss

Wer eine bestehende Anlage mit freier 1½-Zoll-Muffe und regelmäßigem Sommerüberschuss besitzt, fährt mit dem Heizstab am günstigsten: 300 bis 2.000 € Investition, 300 bis 500 € Ersparnis pro Jahr, Amortisation in unter 1 bis 3 Jahren.

Brauchwasserwärmepumpe: für hohen Bedarf und Ganzjahresversorgung

Haushalte mit hohem Warmwasserbedarf oder kleiner PV-Anlage profitieren von der Brauchwasserwärmepumpe: höhere Investition (3.000 bis 6.500 €), aber COP 3 und ganzjährig niedriger Stromverbrauch von 800 bis 1.100 kWh.

Wärmepumpe für Heizung plus Warmwasser: bei anstehendem Heizungstausch

Steht ohnehin ein Heizungstausch an, ist die Heizungswärmepumpe mit Warmwasserfunktion die beste Wahl – sie ist über KfW 458 mit 30 bis 70 % förderfähig und deckt Heizung und Warmwasser zugleich.
Entscheidungsmatrix: Welches PV-Warmwasser-Verfahren passt zu welchem Profil?

Profil

Empfehlung

Szenario

Empfehlung

Begründung

 

Bestandsanlage, Sommerüberschuss

PV-Heizstab

geringste Kosten, schnellste Amortisation

Hoher Bedarf, kleine PV-Anlage

Brauchwasserwärmepumpe

COP 3, ganzjährig effizient

Heizungstausch geplant

Heizungswärmepumpe

förderfähig, Heizung + Warmwasser

Balkonkraftwerk / Inselanlage

DC-Heizstab

kein Wechselrichter nötig

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen