Wärmepumpe

Wärmepumpe mit Photovoltaik 2026: 70% Autarkie

Von Urik Muller
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Das Wichtigste in Kürze:
  • Eigenverbrauch-Steigerung: Von 20-30% (ohne WP) auf 50-80% (mit WP + Speicher) durch intelligente Überschussladen-Strategien
  • Jahres-Ersparnis: 1.200-1.971 EUR gegenüber Gasheizung bei 70% Eigenverbrauchsquote
  • Investitionskosten: 38.000-60.500 EUR vor Förderung (WP + PV + optional Speicher)
  • Förderung: Bis 28.680 EUR (21.000 EUR KfW-WP-Zuschuss + 7.680 EUR MwSt-Befreiung PV)
  • Netto-Investition: Ab 22.320 EUR nach maximaler Förderung
  • Amortisationszeit: 9-15 Jahre bei 20+ Jahren Systemlebensdauer
  • Winter-Realität: 60-80% Netzstrom-Anteil Dezember-Februar - 100% Autarkie unmöglich
  • Sommer-Performance: 80-95% Eigenverbrauch Mai-August, bis 100% WP-Autarkie
  • PV-Dimensionierung: 8-15 kWp für EFH mit Wärmepumpe (1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch)
Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik maximiert Eigenverbrauchsquoten durch zeitliche Entkopplung von Stromerzeugung (mittags) und Wärmebedarf (ganztägig) via thermische Speicherung. Intelligente Energiemanagementsysteme (EMS) orchestrieren PV-Überschussstrom für Pufferspeicher-Vorheizung und erreichen 50-80% Jahres-Autarkie bei Stromgestehungskosten von 8-12 ct/kWh statt 35-42 ct/kWh Netzstrom.

Warum kombiniert man Wärmepumpe mit Photovoltaik?

Die Synergie basiert auf komplementären Energie-Charakteristiken: Photovoltaik produziert Strom mit 8-12 ct/kWh Gestehungskosten, Wärmepumpen wandeln 1 kWh Strom in 3,5-4,5 kWh Wärme (JAZ-Faktor) - zusammen entstehen Wärme-Gestehungskosten von 2-3 ct/kWh.

Eigenverbrauch-Optimierung: Von 30% auf 80% durch WP-Integration

Ohne Wärmepumpe (Standard-Haushalt):
  • Eigenverbrauchsquote: 20-30% der PV-Erzeugung
  • Überschuss-Einspeisung: 70-80% zu 7,86 ct/kWh (Verlust gegenüber 35-42 ct/kWh Netzstrom)
  • Typisches Problem: Mittags hohe PV-Produktion bei niedrigem Verbrauch
Mit Wärmepumpe (thermische Speicherung):
  • Eigenverbrauchsquote: 50-60% durch PV-Überschussladen thermischer Speicher
  • Mechanismus: Pufferspeicher wird bei PV-Überschuss von 35°C auf 50°C vorgeheizt
  • Speicherkapazität: 300-500 Liter speichern 5-10 kWh thermische Energie
Mit Wärmepumpe + Batteriespeicher:
  • Eigenverbrauchsquote: 70-80% durch Tag-Nacht-Verschiebung
  • Batteriegröße: 1-1,5 kWh pro kWp PV-Leistung (typisch 8-12 kWh)
  • Kosten-Nutzen: 600-1.000 EUR pro kWh Speicherkapazität

Wirtschaftlichkeits-Mechanismus: 25 ct/kWh Einsparung pro Eigenverbrauch

EnergieflussKosten-KomponenteBetragVorteil
PV-Strom selbst verbrauchtGestehungskosten PV8-12 ct/kWhReferenz
Netzstrom bezogenMarktpreis inkl. Abgaben35-42 ct/kWh-
Einsparung pro kWh EigenverbrauchDifferenz23-30 ct/kWhKernvorteil
Überschuss eingespeistEEG-Vergütung7,86 ct/kWhMinimalerlös
Opportunitätskosten EinspeisungEntgangene Einsparung27-34 ct/kWhMotivator Eigenverbrauch
Praxis-Beispiel 10 kWp PV-Anlage:
  • Jahres-Ertrag: 10.000 kWh
  • Ohne WP: 3.000 kWh Eigenverbrauch (30%) = 900 EUR Ersparnis
  • Mit WP: 7.000 kWh Eigenverbrauch (70%) = 2.100 EUR Ersparnis
  • Differenz: 1.200 EUR jährlicher Mehrnutzen durch WP-Integration

Welche Komponenten benötigt ein WP-PV-System?

Das Komplettsystem besteht aus sechs technischen Hauptkomponenten mit spezifischen Dimensionierungsregeln.

Photovoltaik-Anlage: 8-15 kWp für Wärmepumpen-Haushalte

Dimensionierungsregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch (inkl. Wärmepumpe).
HaushaltsprofilJahresverbrauch inkl. WPEmpfohlene PV-LeistungErwarteter Ertrag (Deutschland)Investition PV
2-3 Personen Neubau6.500-7.500 kWh8-9 kWp8.000-9.900 kWh12.000-13.500 EUR
4 Personen sanierter Altbau7.500-9.000 kWh9-11 kWp9.900-12.100 kWh13.500-16.500 EUR
4 Personen unsanierter Altbau9.000-10.500 kWh11-12 kWp12.100-13.200 kWh16.500-18.000 EUR
4 Personen + E-Auto10.500-13.000 kWh12-15 kWp13.200-16.500 kWh18.000-22.500 EUR
Modul-Technologie: Monokristalline Silizium-Module mit 400-450 Wp Nennleistung und 21-23% Wirkungsgrad dominieren 2025.
Ertrag-Faktoren:
  • Süd-Ausrichtung 30° Neigung: 1.000-1.100 kWh/kWp
  • Ost-West-Ausrichtung 20° Neigung: 850-950 kWh/kWp (bessere Eigenverbrauchsverteilung)
  • Verschattung: -10 bis -40% Ertragsverlust je nach Ausmaß

Wärmepumpe: JAZ 3,5-5,0 als Effizienz-Multiplikator

Stromverbrauch-Berechnung: Jahres-Wärmebedarf ÷ JAZ = Stromverbrauch.
Beispiel 20.000 kWh Wärmebedarf:
  • Luft-Wasser-WP (JAZ 3,5): 20.000 ÷ 3,5 = 5.714 kWh Strom
  • Sole-Wasser-WP (JAZ 4,5): 20.000 ÷ 4,5 = 4.444 kWh Strom
  • Differenz: 1.270 kWh = 444 EUR jährlich bei 35 ct/kWh
WP-TypJAZ-BereichInvestitionPV-Integration Vorteil
Luft-Wasser3,5-4,025.000-28.000 EURStandard
Sole-Wasser (Erdwärme)4,0-4,530.000-38.000 EURHöhere Effizienz = weniger PV-Bedarf
Wasser-Wasser (Grundwasser)4,5-5,032.000-40.000 EURMaximum-Effizienz
Inverter-Technologie: Drehzahlgeregelte Scrollverdichter modulieren Leistung 20-120% für optimale PV-Überschuss-Anpassung.

Batteriespeicher: 8-12 kWh für Tag-Nacht-Verschiebung

Dimensionierungsregel: 1-1,5 kWh Speicherkapazität pro kWp PV oder pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.
Kosten-Nutzen-Analyse 10 kWh Speicher:
  • Investition: 6.000-10.000 EUR (600-1.000 EUR pro kWh)
  • Eigenverbrauch ohne Speicher: 50-60%
  • Eigenverbrauch mit Speicher: 70-80%
  • Zusätzlicher Eigenverbrauch: 2.000 kWh jährlich
  • Einsparung: 2.000 × 0,28 EUR = 560 EUR jährlich
  • Amortisation: 11-18 Jahre (Grenzfall Wirtschaftlichkeit)
Technologie-Standard 2025: Lithium-Eisen-Phosphat (LiFePO₄) mit 6.000-8.000 Ladezyklen und 10-15 Jahren Lebensdauer.
Entscheidungskriterium: Speicher lohnt bei hohem Nachtverbrauch (>30% des Tagesverbrauchs) oder zusätzlichem E-Auto.

Pufferspeicher: 200-500 Liter thermische Batterie

Funktion: Entkopplung Wärmeerzeugung von Wärmeverbrauch für PV-Überschussladen und Taktvermeidung.
Dimensionierung: 50-100 Liter pro kW Wärmepumpen-Heizleistung.
WP-HeizleistungPufferspeicher-GrößeSpeicherbare Energie (35°C → 50°C)Überbrückungszeit
6 kW300 Liter5,2 kWh2-3 Stunden
8 kW400 Liter6,9 kWh2-3 Stunden
10 kW500 Liter8,7 kWh2-3 Stunden
PV-Überschuss-Strategie: EMS erhöht Pufferspeicher-Solltemperatur von 35°C auf 45-50°C bei PV-Überschuss - speichert thermische Energie für Abend/Nacht.
Kosten: 1.200-3.500 EUR je nach Volumen und Typ (Standard vs. Schichtenspeicher).

Energiemanagementsystem (EMS): Orchestrierung aller Energieflüsse

Kern-Funktionen:
  • Echtzeit-Monitoring: PV-Erzeugung, Batterie-SOC, Hausverbrauch, WP-Status
  • Prognose-Integration: Wettervorhersage für 24-48h vorausschauende Steuerung
  • Hierarchische Steuerung: Priorisierung Eigenverbrauch über Einspeisung
  • Überschussladen: Automatische WP-Aktivierung bei >2 kW PV-Überschuss
Kommunikations-Standards:
StandardKomplexitätFunktionsumfangVerbreitung
SG-ReadyEinfach (4 Relais-Signale)Basis-Überschussladen90% der WP
Modbus RTU/TCPMittelBidirektionale Parameter-Steuerung60% der WP
EEBUSKomplexGeräteübergreifende Smart-Home-Integration20% (steigend)
Markt-Übersicht führende EMS-Systeme:
HerstellerModellKommunikationWP-SteuerungInvestitionBesonderheit
SMASunny Home Manager 2.0Modbus/SG ReadyExzellent800-1.200 EURMarktführer-Ökosystem
FroniusOhmpilotSG ReadyGut300-500 EURPreis-Champion
SENECHome V3ModbusExzellent1.000-1.500 EURKI-gestützte Optimierung
KostalPLENTICORE plusModbus/SG ReadySehr gut600-900 EURPreis-Leistungs-Sieger

Wechselrichter: DC-AC-Wandlung mit 97-99% Wirkungsgrad

Funktionen: Umwandlung PV-Gleichstrom (DC) in Haushaltsstrom 230V/50Hz (AC), MPP-Tracking für Ertrags-Maximierung.
Leistungsklassen:
  • 8 kWp PV: 8 kW Wechselrichter (1:1 Ratio Standard)
  • 10 kWp PV: 10 kW Wechselrichter
  • 12+ kWp PV: 10-12 kW Wechselrichter (leichte Unterdimensionierung wirtschaftlich)
Hybrid-Wechselrichter: Integrieren Batterie-Management und EMS-Funktionen in einem Gerät - Investition 2.500-4.500 EUR.

Was kostet ein Wärmepumpe-PV-Komplettsystem?

Die Gesamtinvestition variiert nach Systemgröße, Komponenten-Qualität und Gebäude-Spezifika.

Investitionskosten-Aufschlüsselung nach Systemkonfiguration

KomponenteBasis-SystemStandard-SystemPremium-System
WärmepumpeLuft-WP 8 kWLuft-WP 10 kWSole-WP 10 kW
WP-Investition25.000 EUR28.000 EUR35.000 EUR
Photovoltaik8 kWp10 kWp12 kWp
PV-Investition (inkl. Installation)12.000 EUR15.000 EUR18.000 EUR
Batteriespeicher-10 kWh12 kWh
Speicher-Investition0 EUR7.000 EUR8.500 EUR
EnergiemanagementSG-ReadyModbus-EMSPremium-KI-EMS
EMS-Investition500 EUR1.000 EUR1.500 EUR
Pufferspeicher300L Standard500L Standard500L Schicht
Puffer-Investition1.500 EUR2.000 EUR3.500 EUR
Installation gesamt3.000 EUR4.000 EUR5.000 EUR
BRUTTO-INVESTITION42.000 EUR57.000 EUR71.500 EUR

Förderung 2025: Maximierung aller verfügbaren Zuschüsse

KfW-Förderung 458 (nur Wärmepumpen-Komponenten):
Förder-KomponenteSatzVoraussetzungBeispiel Standard-WP 28.000 EUR
Grundförderung30%Alle Antragsteller8.400 EUR
Klimageschwindigkeits-Bonus+20%Alte Öl-/Gasheizung, Selbstnutzer+6.000 EUR
Effizienz-Bonus+5%R290-Kältemittel oder Erdwärme+1.500 EUR
Einkommens-Bonus+30%<40.000 EUR Jahreseinkommen+9.000 EUR
Theoretische Summe85%-23.800 EUR
TATSÄCHLICHE FÖRDERUNG70%Gedeckelt auf max. 30.000 EUR Basis21.000 EUR
PV-Förderung (separate Programme):
  • 0% Mehrwertsteuer: 19% Preisreduktion = 7.680 EUR bei 40.000 EUR PV-System (inkl. Speicher)
  • EEG-Einspeisevergütung: 7,86 ct/kWh für 20 Jahre (bis 10 kWp)
  • Regionale Förderungen: 100-500 EUR pro kWp je Bundesland (variabel)
Gesamt-Förderung Beispiel Standard-System (57.000 EUR):
  • KfW-WP-Zuschuss: 21.000 EUR (70% von 30.000 EUR)
  • MwSt-Befreiung PV: 7.680 EUR (19% von 40.400 EUR PV+Speicher)
  • Gesamt-Vorteil: 28.680 EUR
  • Netto-Investition: 28.320 EUR

Total Cost of Ownership (TCO): 15-Jahre-Vollkostenrechnung

Vergleich Wärmepumpe-PV vs. Gas-Brennwertkessel (150m² EFH, 20.000 kWh Wärmebedarf):
KostenpositionGas-HeizungWP (nur Netz)WP + PV (ohne Speicher)WP + PV + Speicher
Anschaffung brutto12.000 EUR28.000 EUR42.000 EUR57.000 EUR
Förderung/MwSt0 EUR-15.400 EUR-23.080 EUR-28.680 EUR
Netto-Investition12.000 EUR12.600 EUR18.920 EUR28.320 EUR
Energiekosten Jahr 12.600 EUR1.600 EUR900 EUR700 EUR
Wartung p.a.250 EUR200 EUR250 EUR250 EUR
15-Jahre Energie39.000 EUR24.000 EUR13.500 EUR10.500 EUR
15-Jahre Wartung3.750 EUR3.000 EUR3.750 EUR3.750 EUR
GESAMT 15 Jahre54.750 EUR39.600 EUR36.170 EUR42.570 EUR
Ersparnis vs. Gas-15.150 EUR18.580 EUR12.180 EUR
Amortisationszeiten:
  • WP + PV (ohne Speicher): 9,8 Jahre
  • WP + PV + Speicher: 14,2 Jahre
  • Optimal: WP + PV ohne Speicher bei bester Wirtschaftlichkeit

Wie hoch ist der Eigenverbrauch im Jahresverlauf?

Die Eigenverbrauchsquote variiert extrem zwischen Sommer (80-95%) and Winter (95-100% der geringen PV-Erzeugung, aber nur 20-40% des WP-Bedarfs).

Saisonale Eigenverbrauch-Realitäten

Sommer-Monate (Mai-August):
  • PV-Ertrag: 400-600 kWh/Monat bei 10 kWp
  • WP-Verbrauch: 200-400 kWh/Monat (nur Warmwasser + optional Kühlung)
  • Eigenverbrauch: 200-400 kWh (80-95% der WP benötigt)
  • Überschuss-Einspeisung: 200-400 kWh (40-65% der PV-Erzeugung)
  • WP-Autarkie: 90-100%
Übergangs-Monate (März-April, September-Oktober):
  • PV-Ertrag: 250-400 kWh/Monat
  • WP-Verbrauch: 400-700 kWh/Monat
  • Eigenverbrauch: 250-400 kWh (60-80% der WP benötigt)
  • Netzstrom-Bezug: 150-400 kWh (20-40% der WP benötigt)
  • WP-Autarkie: 40-70%
Winter-Monate (November-Februar):
  • PV-Ertrag: 50-120 kWh/Monat bei 10 kWp
  • WP-Verbrauch: 800-1.200 kWh/Monat
  • Eigenverbrauch: 50-120 kWh (95-100% der geringen PV-Erzeugung)
  • Netzstrom-Bezug: 680-1.150 kWh (60-80% der WP benötigt)
  • WP-Autarkie: 5-15% - UNMÖGLICH 100% zu erreichen

Jahres-Eigenverbrauchsquoten: Realistische Erwartungen

SystemkonfigurationEigenverbrauchsquoteAutarkie-GradNetzstrom-BezugEinspeisung
WP ohne PV-0%100%0%
WP + PV (ohne Optimierung)40-50%35-45%55-65%50-60%
WP + PV + EMS-Optimierung50-65%45-60%40-55%35-50%
WP + PV + Batteriespeicher70-80%65-75%25-35%20-30%
Winter-Maximum erreichbar95-100% (wenig PV)15-25%75-85%0-5%
Kernaussage: Jahres-Autarkie 70% realisierbar, aber Winter-Vollautarkie physikalisch unmöglich wegen niedriger PV-Erträge bei höchstem Wärmebedarf.

Winter-Optimierungs-Strategien für Maximum-Eigenverbrauch

Thermisches Vorheizen bei Sonnenschein:
  • EMS erhöht Pufferspeicher-Solltemperatur von 35°C auf 48°C
  • Speichert 2-4 Stunden Heizenergie bei 500L Pufferspeicher
  • Nutzt kurze Sonnenfenster 11-14 Uhr optimal
Mittagsheizen-Fokussierung:
  • WP-Betrieb priorisiert 10-15 Uhr (höchste PV-Erzeugung + wärmste Außenluft = bester COP)
  • Gebäude-Vorhei zung 1-2°C über Sollwert als thermischer Speicher
  • Abendstunden nutzen gespeicherte Wärme
Raumtemperatur-Pufferung:
  • Anhebung Raumtemperatur um 1-2°C bei PV-Überschuss
  • Gebäudemasse als thermischer Speicher (Estrich, Wände)
  • Abkühlung über 4-6 Stunden ohne Komfortverlust
Schnee-Management PV-Module:
  • Regelmäßige Schneeräumung steigert Winter-Ertrag um 20-40%
  • Schneerutsch-Optimierung durch steile Neigung (>35°)
  • Anti-Schnee-Beschichtungen für selbsttätige Räumung

Welches Energiemanagementsystem (EMS) optimiert am besten?

Das EMS entscheidet über Realisierung theoretischer Eigenverbrauchsquoten - Unterschied zwischen 45% (ohne EMS) und 75% (optimales EMS).

EMS-Funktionsumfang: Von SG-Ready bis KI-Prognose

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SG-Ready (Basis-Standard):
  • 4 Betriebsmodi via Relais-Signale
  • Modus 1 (EVU-Sperre): Minimalbetrieb bei Netzüberlastung
  • Modus 2 (Normal): Standard-Heizbetrieb nach Bedarf
  • Modus 3 (Empfehlung): Leichte Leistungserhöhung
  • Modus 4 (Einschaltbefehl): Maximale Leistung bei PV-Überschuss
  • Eigenverbrauch-Potenzial: 50-60%
Modbus-Kommunikation (Advanced):
  • Bidirektionale Datenübertragung
  • Präzise Solltemperatur-Steuerung in 0,5°C-Schritten
  • Auslesen WP-Betriebsparameter (COP, Leistungsaufnahme)
  • Dynamische Anpassung an PV-Überschuss
  • Eigenverbrauch-Potenzial: 60-70%
KI-gestützte Systeme (Premium):
  • Wetterprognose-Integration 24-48h Vorlauf
  • Lernende Algorithmen aus Nutzerverhalten
  • Prädiktive Gebäude-Thermik-Modellierung
  • Multi-Geräte-Orchestrierung (WP, Batterie, Wallbox)
  • Eigenverbrauch-Potenzial: 70-80%

Praxis-Vergleich: SMA vs. Fronius vs. SENEC vs. Kostal

SMA Sunny Home Manager 2.0 (Marktführer):
  • Stärken: Umfangreichstes Ökosystem, beste WP-Integration, detailliertes Monitoring
  • Kommunikation: Modbus RTU/TCP + SG Ready
  • Kosten: 800-1.200 EUR
  • Eigenverbrauch-Steigerung: +25-30% gegenüber ohne EMS
  • Empfehlung: Technisch anspruchsvolle Nutzer mit Multi-Geräte-System
Fronius Ohmpilot (Preis-Champion):
  • Stärken: Einfachste Installation, robuste Funktion, geringste Kosten
  • Kommunikation: SG Ready (nur 4 Modi)
  • Kosten: 300-500 EUR
  • Eigenverbrauch-Steigerung: +15-20% gegenüber ohne EMS
  • Empfehlung: Budget-Fokus und einfache Systeme
SENEC Home V3 (KI-Spezialist):
  • Stärken: Selbstlernende Optimierung, beste Prognose-Genauigkeit
  • Kommunikation: Modbus + Cloud-KI
  • Kosten: 1.000-1.500 EUR
  • Eigenverbrauch-Steigerung: +28-35% gegenüber ohne EMS
  • Empfehlung: Maximum-Optimierung und Smart-Home-Enthusiasten
Kostal PLENTICORE plus (Preis-Leistung):
  • Stärken: Hybrid-Wechselrichter mit integriertem EMS, solide Funktionen
  • Kommunikation: Modbus + SG Ready
  • Kosten: 600-900 EUR (als Wechselrichter-Upgrade)
  • Eigenverbrauch-Steigerung: +20-25% gegenüber ohne EMS
  • Empfehlung: Beste Gesamt-Wirtschaftlichkeit

Lohnt sich ein Batteriespeicher zusätzlich zur Wärmepumpe?

Die Speicher-Frage ist hoch individuell - Standardantwort "meist nein, außer bei spezifischen Lastprofilen".

Wirtschaftlichkeits-Grenzrechnung 10 kWh Batteriespeicher

Investition: 7.000-10.000 EUR (Mittelwert 8.500 EUR)
Eigenverbrauch-Steigerung:
  • Von 55% (WP + PV ohne Speicher) auf 75% (WP + PV + Speicher)
  • Zusätzlicher Eigenverbrauch: 2.000 kWh jährlich
  • Einsparung bei 35 ct/kWh Netzstrom: 700 EUR jährlich
Amortisationsrechnung:
  • 8.500 EUR ÷ 700 EUR/Jahr = 12,1 Jahre Amortisation
  • Speicher-Lebensdauer: 10-15 Jahre (6.000-8.000 Zyklen)
  • Wirtschaftlichkeit: Grenzfall bis negativ

Speicher JA - wenn diese Kriterien erfüllt

Hoher Nachtverbrauch (>35% des Tagesverbrauchs):
  • Schichtarbeiter mit umgekehrtem Tag-Nacht-Rhythmus
  • Home-Office mit intensiver Abend-Nutzung (PC, Beleuchtung)
  • E-Auto-Laden bevorzugt nachts
Dynamische Stromtarife verfügbar:
  • Hourly-Pricing-Tarife (aWATTar, Tibber)
  • Speicher lädt bei günstigen Nachtstunden
  • Zusätzliche Arbitrage-Gewinne 100-200 EUR/Jahr
Zusätzliches Elektroauto geplant:
  • Wallbox-Laden nachts aus Batteriespeicher
  • Vermeidung teurer Netzstrom-Spitzen
  • Verbesserte Gesamt-Systemwirtschaftlichkeit

Speicher NEIN - Standardfall

Typisches EFH-Lastprofil:
  • Hauptverbrauch tagsüber (16-22 Uhr) noch gut PV-abgedeckt
  • Nachtverbrauch <25% (Kühlschrank, Standby)
  • WP heizt bevorzugt mittags bei PV-Überschuss
Amortisation über Lebensdauer hinaus:
  • 12+ Jahre Amortisation bei 10-15 Jahren Lebensdauer
  • Reinvestition nach 12-15 Jahren erforderlich
  • Negative Gesamt-Rendite über 25 Jahre

Wie plant man ein WP-PV-System richtig?

Erfolgreiche Systemintegration erfordert strukturierte Planung in fünf Phasen mit Multi-Gewerke-Koordination.

Phase 1: Gebäude-Analyse und Machbarkeit

Energetische Bewertung:
  • Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 für WP-Dimensionierung
  • Energieausweis prüfen: Endenergiekennwert <100 kWh/m²a optimal für WP
  • Vorlauftemperatur-Bedarf: <50°C ermöglicht optimale JAZ >4,0
PV-Potenzial-Analyse:
  • Dachfläche: Minimum 50m² für 8 kWp (6-7 m² pro kWp)
  • Ausrichtung: Süd optimal, Ost-West wirtschaftlich bei guter EMS-Steuerung
  • Verschattung: PV-Planungstool (z.B. Google Project Sunroof, PVGIS)
  • Statik: 20-25 kg/m² Zusatzlast für PV-Module prüfen
Netzanschluss-Prüfung:
  • Hausanschluss: Standard 3×25A (17,3 kW) ausreichend bis 12 kWp
  • Bei >12 kWp + Wallbox: Verstärkung auf 3×35A (24 kW)
  • NAP-Abstand: <10 Meter ideal für niedrige Installationskosten

Phase 2: System-Dimensionierung nach Optimum-Kriterien

WP-Größe (vermeiden Über dimensionierung):
  • Heizlastberechnung ×1,0 (NICHT ×1,2 Sicherheitsaufschlag bei Inverter-WP)
  • Beispiel: 8 kW Heizlast → 8 kW WP-Nennleistung
  • Inverter moduliert 20-120% = 1,6-9,6 kW Regelbereich
PV-Größe (maximal wirtschaftlich sinnvoll):
  • Jahresverbrauch inkl. WP in kWh = PV-Leistung in kWp
  • Beispiel: 9.000 kWh Verbrauch → 9 kWp PV
  • Maximum: Dachflächen-Limit oder 15 kWp für Eigenverbrauch-Optimierung
Pufferspeicher-Größe:
  • WP-Heizleistung × 50-80 Liter pro kW
  • Minimum: 300 Liter für Taktvermeidung
  • Optimum: 400-500 Liter für gutes Überschussladen
EMS-Auswahl:
  • Budget: Fronius Ohmpilot 300-500 EUR
  • Standard: Kostal PLENTICORE 600-900 EUR
  • Premium: SMA/SENEC 1.000-1.500 EUR

Phase 3: Fachbetrieb-Auswahl und Angebots-Evaluierung

Multi-Gewerke-Koordination erforderlich:
  • Heizungsbau: WP-Installation, hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher
  • Elektroinstallation: PV-Module, Wechselrichter, Verkabelung, Zähler
  • EMS-Spezialist: System-Programmierung, Schnittstellen-Integration
Angebots-Qualitäts-Kriterien:
✅ Detaillierte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (nicht Pauschal-Annahmen)
Hydraulischer Abgleich als Vertragsbestandteil (nicht optional)
✅ EMS-Konfiguration und Inbetriebnahme-Service inklusive
✅ Monitoring-System-Setup für Performance-Kontrolle
✅ Mindestens 2 Jahre Gewährleistung auf Gesamtsystem
✅ Referenzen ähnlicher WP-PV-Installationen
Warnsignale unseriöser Anbieter:
❌ WP-Dimensionierung ohne Heizlastberechnung
❌ Versprechen "100% Autarkie" (physikalisch unmöglich)
❌ Hydraulischer Abgleich als "nicht notwendig" dargestellt
❌ EMS-Integration als "macht das System von selbst"
❌ Keine PV-Verschattungsanalyse

Phase 4: Installation und Inbetriebnahme

Installation-Reihenfolge:
  • PV-Montage auf Dach (1-3 Tage)
  • Elektrische Installation PV-System (1-2 Tage)
  • WP-Außeneinheit Installation (1 Tag)
  • WP-Innenhydraulik und Pufferspeicher (2-3 Tage)
  • Elektrische WP-Anbindung (1 Tag)
  • EMS-Integration und Programmierung (1-2 Tage)
  • Inbetriebnahme und Funktionstest (1 Tag)
  • Gesamt: 8-14 Tage Installationszeit
Inbetriebnahme-Checkliste:
  • Hydraulischer Abgleich durchgeführt und VdZ-Formular erhalten
  • EMS kommuniziert mit WP (Test: Manueller Modus 4-Befehl)
  • PV-Ertrag sichtbar in Monitoring-Portal
  • Batterie lädt und entlädt korrekt
  • Erste Heizkurven-Einstellung mit Protokoll

Phase 5: Optimierung erste Heizperiode

Monitoring erste 3 Monate:
  • Eigenverbrauchsquote wöchentlich prüfen: Ziel >50%
  • JAZ-Wert monatlich berechnen: Ziel >3,5 (Luft-WP)
  • PV-Ertrag vs. Prognose: Ziel >95% der PVGIS-Prognose
EMS-Feinabstimmung:
  • Überschussladen-Schwellwert: Typisch 2 kW PV-Überschuss
  • Temperatur-Anhebung Pufferspeicher: +10-15°C bei Überschuss
  • Batterie-SOC-Reserven: 20-30% für Nacht-Grundlast
Heizkurven-Optimierung:
  • Zu hohe Vorlauftemperatur: JAZ sinkt, Energiekosten steigen
  • Zu niedrige Vorlauftemperatur: Komfort leidet, Räume zu kalt
  • Optimum: Niedrigste Vorlauftemperatur bei gerade noch ausreichendem Komfort

Fazit: 70% Autarkie realisierbar, Winter-Vollautarkie unmöglich

Die Kombination Wärmepumpe + Photovoltaik + EMS erreicht Eigenverbrauchsquoten von 50-80% und Energiekosten-Einsparungen von 1.200-1.971 EUR jährlich gegenüber Gasheizung - bei 9-15 Jahren Amortisationszeit und 20+ Jahren Systemlebensdauer.

Kernerkenntnisse für Investitions-Entscheidung

Wirtschaftliche Überlegenheit: TCO 15 Jahre um 18.580 EUR günstiger als Gasheizung (WP+PV ohne Speicher optimal).
Förderungsmaximum: 28.680 EUR Gesamt-Vorteil (21.000 EUR KfW-WP + 7.680 EUR MwSt-Befreiung PV) reduziert Netto-Investition auf 18.920-28.320 EUR.
Saisonale Realität: 80-95% Sommer-Eigenverbrauch, aber nur 5-15% Winter-WP-Autarkie wegen niedriger PV-Erträge bei höchstem Wärmebedarf.
Jahres-Autarkie: 65-75% realistisch mit Batteriespeicher, 45-60% ohne Speicher - 100% Vollautarkie physikalisch unmöglich.
EMS entscheidend: Ohne intelligente Steuerung nur 40-50% Eigenverbrauch, mit optimalem EMS 70-80% - Differenz 30% = 900 EUR jährlich.
Speicher-Wirtschaftlichkeit: Grenzfall bis negativ bei 12+ Jahren Amortisation - nur sinnvoll bei hohem Nachtverbrauch oder dynamischen Stromtarifen.

Klare Kaufempfehlung für

Neubau-Bauherren: Optimale Integration von Anfang an, höchste Effizienz durch niedrige Systemtemperaturen.
Vollsanierer: Umfassende Modernisierung ermöglicht ideale WP-Bedingungen und Maximum-Eigenverbrauch.
Langzeit-Bewohner: 10+ Jahre Wohndauer rechtfertigt hohe Anfangsinvestition durch 15.000-18.000 EUR Gesamt-Ersparnis.
Unabhängigkeits-Suchende: 70% Energie-Autarkie realisierbar mit messbarer Reduktion der Abhängigkeit von Energiemärkten.

Realistische Erwartungen bei

Unsanierten Altbauten: Höhere WP-Dimensionierung (10-12 kW), größerer Netzstrom-Anteil, geringere Eigenverbrauchsquoten (50-60%).
Winter-Heizung: 60-80% Netzstrom-Bezug Dezember-Februar - PV liefert nur 5-15% des WP-Bedarfs.
System-Komplexität: 2-4 Wochen EMS-Optimierung erforderlich, kontinuierliche Feinabstimmung für Maximum-Eigenverbrauch.
Budget-Systeme ohne Speicher: 50-60% Eigenverbrauch statt 70-80% mit Speicher - aber bessere Wirtschaftlichkeit.

Erfolgsfaktor: Ganzheitliche System-Planung

Die beste Hardware erreicht ihr Potenzial nur durch:
  • Präzise Heizlastberechnung (vermeidet Überdimensionierung)
  • Hydraulischer Abgleich (steigert JAZ um 5-15%)
  • Intelligentes EMS (erhöht Eigenverbrauch um 20-30%)
  • Professionelle Inbetriebnahme (vermeidet Jahre ineffizienten Betriebs)
Investieren Sie 500-1.500 EUR in qualifizierte Energieberatung - diese Investition zahlt sich durch fehlerfreie Dimensionierung und optimale Förderausschöpfung 5-10-fach aus.
Die Wärmepumpe-PV-Kombination ist nicht nur GEG-konform und wirtschaftlich überlegen - sie schafft ein dezentrales Energieökosystem mit 20-jähriger Wert-Sicherheit für die energetische Selbstbestimmung im 21. Jahrhundert.

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