Das Wichtigste in Kürze
- Definition: KfW 40 begrenzt den Primärenergiebedarf auf 40 Prozent und den Transmissionswärmeverlust auf 55 Prozent des gesetzlichen Referenzgebäudes.
- Förderung 2026: Der Kredit KfW 297 startet bei 0,6 Prozent effektivem Jahreszins, mit bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit ohne QNG bzw. 150.000 Euro mit QNG.
- Gesetzlicher Vergleich: Der gesetzliche Mindest-Primärenergiewert für Neubauten liegt bei 55 Prozent des Referenzgebäudes nach § 15 GModG — KfW 40 unterschreitet ihn um 15 Prozentpunkte; bei der Gebäudehülle ist die gesetzliche Pflicht mit 100 Prozent deutlich schwächer als der KfW-Effizienzhaus-55-Wert von 70 Prozent.
- Mehrkosten: Laut Pestel-Institut, ARGE Kiel und LCEE (2022) kostet KfW 40 gegenüber dem gesetzlichen GEG-Standard 5 Prozent mehr (2.558 auf 2.689 Euro je Quadratmeter); die ältere ARGE/ZDB-Studie (2019) ermittelte im Geschosswohnungsbau 15,6 Prozent Mehrkosten.
- QNG-Effekt: Das QNG-Siegel erhöht bei KfW 40 ausschließlich den Kreditrahmen, nicht den Zinssatz.
- Rechtsgrundlage: Seit dem 29. Juli 2026 heißt das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) offiziell Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die KfW-40-Anforderung steht in § 15 GModG.
- Zielgruppe: KfW 40 lohnt sich vor allem für Bauherren mit langfristigem Eigennutz oder Vermietung, da die Sonderabschreibung nach § 7b EStG mit dem KfW-Kredit kombinierbar ist.
Was ist KfW 40 (Effizienzhaus 40) und wie funktioniert der Standard?
KfW 40 ist die strengste reguläre Effizienzhausstufe der KfW-Neubauförderung: Sie begrenzt den Primärenergiebedarf eines Wohngebäudes auf höchstens 40 Prozent und den Transmissionswärmeverlust auf höchstens 55 Prozent des gesetzlichen Referenzgebäudes.
Beide Grenzwerte sind relative Größen, keine festen Kilowattstunden-Zahlen. Die Berechnung erfolgt über das Referenzgebäudeverfahren nach Anlage 1 GModG (vormals GEG): Für jedes Bauvorhaben entsteht rechnerisch ein individuelles "virtuelles Gebäude" mit identischer Geometrie, Ausrichtung und Nutzfläche wie der geplante Neubau. Dieses Referenzgebäude erhält standardisierte Bauteilwerte. Der Primärenergiebedarf des realen Hauses wird gegen diesen individuellen Vergleichswert gemessen.
Rechtsgrundlage ist § 15 GModG: Er legt den gesetzlichen Mindeststandard für Neubauten auf das 0,55-fache (55 Prozent) des Referenzgebäude-Werts fest — diesem Niveau entspricht Effizienzhaus 55. KfW 40 unterschreitet diesen gesetzlichen Mindeststandard deutlich und darf höchstens 40 Prozent (das 0,40-fache) des Referenzgebäude-Werts erreichen. Seit dem 29. Juli 2026 trägt das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) offiziell den Namen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, verkündet im Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226 am 28. Juli 2026) — die technischen KfW-40-Anforderungen selbst ändert die Umbenennung nicht.
Zusätzlich zu den beiden rechnerischen Grenzwerten gilt eine feste Heizungsvorgabe: Ein KfW-40-Haus darf laut KfW nicht mit Öl, Gas oder Biomasse beheizt werden; in der Praxis erfüllen
fast ausschließlich Wärmepumpen diese Vorgabe wirtschaftlich.
Vom heutigen KfW 40 klar abzugrenzen ist das historische "KfW-40-Haus": Dieses ältere Förderprodukt mit fixen, absoluten Kilowattstunden-Grenzwerten lief bereits 2009 aus und beruhte nicht auf dem heutigen Referenzgebäudeverfahren. Wer 2026 nach "KfW 40" sucht, meint fast immer den aktuellen, referenzgebäudebasierten Effizienzhaus-40-Standard.
Referenzgebäude-U-Werte nach Anlage 1 GModG, gegen die der Primärenergiebedarf eines KfW-40-Hauses berechnet wird.
Bauteil | U-Wert des Referenzgebäudes |
Außenwand | 0,28 W/(m²·K) |
Dach / oberste Geschossdecke | 0,20 W/(m²·K) |
Fenster | 1,3 W/(m²·K) |
Wärmebrückenzuschlag (ΔUWB) | 0,05 W/(m²·K) |
QP(KfW-40-Haus) ≤ 0,40 × QP(Referenzgebäude)
Wo:
- QP(KfW-40-Haus): zulässiger Jahres-Primärenergiebedarf des realen Neubaus
- QP(Referenzgebäude): individuell berechneter Primärenergiebedarf des virtuellen Referenzgebäudes gleicher Geometrie
Beispiel: Einfamilienhaus, 150 m² Wohnfläche
Gegeben: Der Energieeffizienz-Experte berechnet für das Referenzgebäude des 150-m²-Neubaus einen Primärenergiebedarf, der als 100 Prozent Bezugswert dient.
Berechnung: 0,40 × 100 Prozent = 40 Prozent
Ergebnis: Das reale Haus darf höchstens 40 Prozent des individuellen Referenzwerts erreichen — die absolute Kilowattstunden-Zahl unterscheidet sich je nach Gebäudegeometrie und Bauort.
Welche technischen Anforderungen muss ein KfW-40-Haus erfüllen?
Ein KfW-40-Haus muss drei technische Bedingungen gleichzeitig erfüllen: einen Primärenergiebedarf von höchstens 40 Prozent, einen Transmissionswärmeverlust von höchstens 55 Prozent des Referenzgebäudes sowie den Verzicht auf Öl-, Gas- oder Biomasseheizung.
Der Transmissionswärmeverlust (H'T) beschreibt, wie viel Wärme über die Gebäudehülle nach außen entweicht. Für KfW 40 darf dieser Wert 55 Prozent des Referenzgebäude-Werts nicht überschreiten. Der bloße gesetzliche Mindeststandard nach § 15 GModG verlangt hier nur 100 Prozent — keine Verschärfung gegenüber dem Referenzgebäude; erst die KfW-Förderstufe Effizienzhaus 55 setzt mit 70 Prozent eine eigene, strengere Hüllflächen-Grenze.
H'T(KfW-40-Haus) ≤ 0,55 × H'T(Referenzgebäude)
Wo:
- H'T(KfW-40-Haus): spezifischer Transmissionswärmeverlust des realen Neubaus
- H'T(Referenzgebäude): spezifischer Transmissionswärmeverlust des virtuellen Referenzgebäudes gleicher Geometrie
Ein häufig falsch zitierter Wert betrifft die Luftdichtheit: Für KfW 40 existiert kein amtlicher, EH40-spezifischer n50-Grenzwert. Weder die kursierenden Werte 0,6 h⁻¹ noch 1,0 h⁻¹ sind durch eine offizielle KfW- oder Gesetzesquelle belegt. Laut der offiziellen KfW-Technischen-FAQ (Frage 2.21) gilt für Effizienzhäuser 40 und 55 uneingeschränkt der allgemeine Grenzwert nach § 26 GEG/GModG: höchstens 1,5 h⁻¹ bei Gebäuden mit Lüftungsanlage, höchstens 3,0 h⁻¹ ohne Lüftungsanlage.
n50 = V50 ÷ V
Wo:
- V50: bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal gemessener Volumenstrom in m³/h
- V: beheiztes Gebäudevolumen in m³
Beispiel: Einfamilienhaus, 150 m² Wohnfläche, angenommene Raumhöhe 2,5 m
Gegeben: beheiztes Gebäudevolumen (angenommen) 375 m³, beim Blower-Door-Test gemessener Volumenstrom (Beispielannahme) 500 m³/h
Berechnung: n50 = 500 m³/h ÷ 375 m³ = 1,33 h⁻¹
Ergebnis: 1,33 h⁻¹ liegt unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts von 1,5 h⁻¹ für Gebäude mit Lüftungsanlage — die Werte in diesem Rechenbeispiel sind illustrativ, der reale Grenzwert ist der allgemeine GEG/GModG-Wert, kein EH40-spezifischer Sonderwert.
Für die Praxis bedeutet das: Der Blower-Door-Test nach § 26 GEG/GModG bleibt Pflichtnachweis; ein strengerer, EH40-exklusiver Zielwert ist gesetzlich nicht gefordert. Das Luftdichtheitskonzept eines KfW-40-Hauses — die durchgängige Planung aller Anschlüsse, Durchdringungen und Folienüberlappungen der Gebäudehülle — entscheidet in der Praxis häufiger über das Bestehen des Blower-Door-Tests als der genaue Zielwert selbst.
Was ist der Unterschied zwischen KfW 40 and KfW 55?
KfW 40 ist strenger als KfW 55: Der Primärenergiebedarf-Grenzwert liegt bei 40 statt 55 Prozent, der Transmissionswärmeverlust-Grenzwert bei 55 statt 70 Prozent des Referenzgebäudes.
Auch bei Förderkonditionen und Aktualität unterscheiden sich beide Stufen. KfW 55 wird über das Programm KfW 298 abgewickelt, ist aber ein befristetes Übergangsangebot: Die Förderfrist wurde zuletzt bis zum 31. Dezember 2026 verlängert, KfW 40 über KfW 297 ist demgegenüber der reguläre, unbefristete Förderstandard. Beim Primärenergiebedarf entspricht KfW 55 zwar dem gesetzlichen Mindestwert von 55 Prozent nach § 15 GModG, bei der Gebäudehülle ist KfW 55 mit seiner 70-Prozent-Grenze jedoch strenger als der bloße gesetzliche Mindeststandard, der hier nur 100 Prozent verlangt — wer ausschließlich die gesetzliche Pflicht erfüllt, erreicht das KfW-55-Förderniveau bei der Gebäudehülle also nicht automatisch.
Direktvergleich der technischen Grenzwerte und Förderkonditionen von KfW 40 und KfW 55, Stand 2026.
Merkmal | KfW 40 (KfW 297) | KfW 55 (KfW 298) |
Primärenergiebedarf-Grenzwert | ≤ 40 % des Referenzgebäudes | ≤ 55 % des Referenzgebäudes |
Transmissionswärmeverlust-Grenzwert | ≤ 55 % des Referenzgebäudes | ≤ 70 % des Referenzgebäudes |
Zinssatz ab | 0,6 % eff. Jahreszins | 1,0 % eff. Jahreszins |
Gesetzlicher Status | strenger als Pflicht | bei Primärenergie identisch mit der gesetzlichen Pflicht, bei der Gebäudehülle strenger |
Förderfrist | unbefristet (regulärer Standard) | befristet bis 31.12.2026 |
Was bedeuten KfW 40 Plus, KfW 40 EE und KfW 40 NH — und was gilt 2026 noch?
Von den drei Zusatzbezeichnungen KfW 40 Plus, KfW 40 EE und KfW 40 NH ist 2026 nur die Nachhaltigkeitsklasse (NH) relevant — Plus und EE sind Überbleibsel einer abgelösten Förderstruktur.
Die
EE-Klasse (65 Prozent erneuerbare Energien am Wärmeverbrauch) stammte aus der BEG-Neubau-Systematik vor April 2022. Seit dem 21. April 2022 können Neubauvorhaben bei der KfW für die Effizienzhaus-Stufe 40 nur noch mit
Nachhaltigkeits-Klasse (NH) beantragt werden; das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) wurde damit für die Förderung obligatorisch. Die offizielle KfW-Programmseite zu 297/298 kennt für 2026 keine eigenständige EE-Klasse mehr — die einzige Ausschlussregel ist der Verzicht auf Öl-, Gas- oder Biomasseheizung.
Auch "KfW 40 Plus" bezeichnete eine ältere Zusatzstufe mit zusätzlicher Anforderung an Stromerzeugung, -speicherung und Visualisierung im Gebäude; auch diese Bezeichnung taucht in der aktuellen 297/298-Programmatik nicht mehr auf. Ein "KfW 40 Plus"- oder "KfW 40 EE"-Angebot eines Anbieters bedarf 2026 der Nachfrage, ob tatsächlich die aktuelle NH-Klasse mit QNG-Zertifikat gemeint ist.
Wie wird KfW 40 2026 gefördert (KfW 297/298)?
KfW 40 wird 2026 über das Programm "Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude" mit der Förderkennziffer KfW 297 gefördert, in zwei Varianten: mit und ohne QNG-Zertifikat.
Ohne QNG beträgt der maximale Kreditbetrag 100.000 Euro je Wohneinheit. Erfüllt das Vorhaben zusätzlich die Stufe "Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG", steigt der Kreditrahmen auf 150.000 Euro je Wohneinheit. Ein Tilgungszuschuss ist seit der Förderreform 2025 nicht mehr vorgesehen — die Förderung wirkt ausschließlich über die
Zinsverbilligung gegenüber dem marktüblichen Baukredit.
Voraussetzung für die Antragstellung ist eine
"Bestätigung zum Antrag" (BzA) durch einen
zugelassenen Energieeffizienz-Experten, die zwingend vor Baubeginn über die Hausbank als Finanzierungspartner eingereicht wird. Wer den Bauvertrag vor Eingang des Förderantrags bei der KfW unterschreibt, verliert den Förderanspruch. Der Antrag muss formal vor dem ersten Bauvertrag stehen.
Parallel dazu läuft KfW 298 für die schwächere Stufe Effizienzhaus 55 — befristet bis zum 31. Dezember 2026 bzw. bis zur Ausschöpfung der Bundesmittel.
Was ist das QNG-Siegel und warum ist es bei KfW 40 so wichtig?
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Nachhaltigkeitszertifikat, das bei KfW 40 den maximalen Kreditrahmen von 100.000 auf 150.000 Euro je Wohneinheit erhöht.
Die Vergabe setzt eine Nachhaltigkeitsbewertung nach einem bei der DAkkS registrierten Bewertungssystem sowie die Prüfung durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle voraus. Je nach Anzahl der Wohneinheiten kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz: Ab sechs Wohneinheiten die Bewertungssysteme NaWoh oder DGNB für Wohngebäude, bei weniger als sechs Wohneinheiten BNK oder DGNB für Kleinwohngebäude. Die Akkreditierungspflicht für Zertifizierungsstellen gilt seit dem 1. Juni 2024; aktuell sind vier Zertifizierungsstellen akkreditiert.
Der Zertifizierungsprozess läuft über die gesamte Bauzeit: Ein Auditor begleitet Planung und Bauausführung bis zur Fertigstellung, anschließend prüft die Zertifizierungsstelle die Konformität und stellt das Siegel aus. Bei mehreren Fertighausanbietern bringt QNG keinen zusätzlichen Zinsvorteil — der wirtschaftliche Effekt beschränkt sich auf den höheren Kreditrahmen.
Wie hoch sind die Zinsen und Kreditbeträge beim KfW-40-Kredit?
Der KfW-40-Kredit (KfW 297) startet 2026 bei 0,6 Prozent effektivem Jahreszins, deutlich unter dem marktüblichen Bauzins von rund 3,6 bis 4,2 Prozent im August 2026.
Die Kreditsumme reicht von 4 bis 35 Jahren Laufzeit, mit einer Zinsbindung von bis zu 10 Jahren und einer tilgungsfreien Anlaufzeit von 1 bis 5 Jahren. Das QNG-Zertifikat erhöht ausschließlich den Kreditrahmen von 100.000 auf 150.000 Euro je Wohneinheit — der Zinssatz von 0,6 Prozent bleibt in beiden Varianten identisch. Ein Tilgungszuschuss entfällt vollständig: Die gesamte Förderwirkung entsteht über die Differenz zwischen dem KfW-Zinssatz und dem marktüblichen Bauzins über die Zinsbindungsdauer.
Zins- und Kreditkonditionen der KfW-Förderprogramme 297 (KfW 40) und 298 (KfW 55), Stand 2026.
Programm | Zinssatz ab | Max. Kredit ohne QNG | Max. Kredit mit QNG | Laufzeit / Zinsbindung |
KfW 297 (Effizienzhaus 40) | 0,6 % eff. Jahreszins | 100.000 € je WE | 150.000 € je WE | 4–35 Jahre / bis 10 Jahre |
KfW 298 (Effizienzhaus 55) | 1,0 % eff. Jahreszins | 100.000 € je WE | 150.000 € je WE | 4–35 Jahre / bis 10 Jahre |
Wie funktioniert die steuerliche Sonderabschreibung (§ 7b EStG) für KfW-40-Neubauten?
Die Sonderabschreibung nach § 7b EStG erlaubt Vermietern von KfW-40-Neubauten mit Nachhaltigkeitsklasse zusätzlich zur regulären Abschreibung bis zu 5 Prozent der Bemessungsgrundlage pro Jahr über vier Jahre steuerlich geltend zu machen.
Voraussetzung ist, dass die Baukosten die Obergrenze von 5.200 Euro je Quadratmeter Wohnfläche nicht überschreiten; die Bemessungsgrundlage selbst ist zusätzlich auf maximal 4.000 Euro je Quadratmeter gedeckelt. Der Bauantrag muss zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 30. September 2029 gestellt worden sein, und die Wohnung muss im Jahr der Anschaffung sowie in den folgenden neun Jahren – insgesamt zehn Jahre – zu Wohnzwecken vermietet werden. Entscheidend für die Fristwahrung ist laut Steuerberatungspraxis der Eingangsstempel der Baubehörde, nicht der tatsächliche Baubeginn. Die Sonderabschreibung lässt sich mit dem KfW-297-Kredit kombinieren.
Sonderabschreibung/Jahr = Bemessungsgrundlage × 5 %
Wo:
- Bemessungsgrundlage: förderfähige Herstellungskosten, gedeckelt auf 4.000 €/m² Wohnfläche
Beispiel: vermietetes Einfamilienhaus, 150 m² Wohnfläche
Gegeben: Bemessungsgrundlage am gesetzlichen Höchstwert von 4.000 €/m² × 150 m² = 600.000 €
Berechnung: 600.000 € × 5 % = 30.000 € pro Jahr, über 4 Jahre = 120.000 € Sonderabschreibung insgesamt
Ergebnis: 120.000 € zusätzliche Abschreibung über vier Jahre, zusätzlich zur regulären AfA — vorausgesetzt, die tatsächlichen Baukosten erreichen die gedeckelte Bemessungsgrundlage.
Wie ist die Bodenplatte bei einem KfW-40-Haus aufgebaut?
Die Bodenplatte eines KfW-40-Hauses benötigt zusätzliche Dämmung unterhalb der Platte, da eine reine Aufbodendämmung die zulässige Aufbauhöhe im Innenraum sprengen würde.
Anders als bei den Außenwänden gibt es für die Bodenplatte keinen amtlichen KfW-Mindest-U-Wert, da KfW 40 ein bilanzbasierter Gesamtgebäude-Standard ist und keine Einzelbauteil-Grenzwerte vorschreibt. Ein Beispielsystem eines Fertigbauteil-Herstellers erreicht einen U-Wert von bis zu 0,17 W/(m²·K) — dieser Wert ist ein Hersteller-Produktwert und keine amtliche KfW-Vorgabe. In der Praxis kombinieren Bauunternehmen Perimeterdämmung unterhalb der Platte mit einer reduzierten Aufbodendämmung, um sowohl den Primärenergie- als auch den Transmissionswärmeverlust-Grenzwert einzuhalten, ohne die Rohbauhöhe unnötig zu vergrößern.
Welche Fertighausanbieter bieten KfW 40 mit QNG serienmäßig an?
Mehrere deutsche Fertighausanbieter bieten KfW 40 mit QNG-Zertifikat serienmäßig oder als Standardoption an, darunter Scanhaus, Danwood, Fertighaus WEISS und Danhaus.
Bei Scanhaus sind alle Bungalow- und Stadtvilla-Modelle grundsätzlich EH40- und QNG-förderfähig ausgelegt. Danwood baut die Serien Family, Today, S-Linie und NEXT serienmäßig nach EH40, unter anderem mit einer Thermowand mit einem U-Wert von 0,09 W/(m²·K); das QNG-Siegel bringt bei Danwood allerdings keinen zusätzlichen Zinsvorteil, sondern nur den höheren Kreditrahmen. Fertighaus WEISS vermarktet EH40 seit März 2023 nur noch in Kombination mit der Stufe "Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG". Danhaus nennt für seine QNG-zertifizierten Modelle den vollen Kreditrahmen von bis zu 150.000 Euro gegenüber 100.000 Euro ohne QNG.
Fertighausanbieter mit serienmäßigem KfW-40-Angebot inklusive QNG-Option, Stand 2026.
Anbieter | EH40-Angebot | Besonderheit |
Scanhaus | alle Bungalows und Stadtvillen | grundsätzlich EH40- und QNG-förderfähig |
Danwood | Family, Today, S-Linie, NEXT | Thermowand U-Wert 0,09 W/(m²·K) |
Fertighaus WEISS | EH40 mit QNG als Standard seit März 2023 | Kombination "Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG" |
Danhaus | QNG-zertifizierte Modelle | bis 150.000 € Kreditrahmen mit QNG |
Kann man eine KfW-40-Wohnung mit QNG auch als Bestandsimmobilie kaufen?
Ja: KfW-40-Wohnungen mit QNG-Zertifikat werden von Bauträgern als fertiggestellte Neubauwohnungen im Bestandsvertrieb angeboten, sofern das Objekt die Fördervoraussetzungen bereits während der Bauphase erfüllt hat.
Für Käufer ist entscheidend, dass die QNG-Zertifizierung nicht nachträglich erworben werden kann — sie ist an den begleiteten Zertifizierungsprozess während Planung und Bau gebunden. Beim Kauf einer bereits zertifizierten Wohnung lohnt sich die Prüfung des QNG-Zertifikats und des KfW-Effizienzhaus-40-Nachweises beim Bauträger: Beide Dokumente bilden die Grundlage für die eigene Förderfähigkeit und für die steuerliche Sonderabschreibung nach § 7b EStG bei Vermietung.
Was kostet KfW 40 wirklich — was sagen unabhängige Institutsstudien?
Zwei unabhängige Institutsstudien beziffern die Mehrkosten von KfW 40 gegenüber dem gesetzlichen Mindeststandard auf 5 bis 15,6 Prozent, je nach Gebäudetyp und Untersuchungsjahr.
Die ältere Studie der ARGE für zeitgemäßes Bauen und des ZDB (Bauforschungsbericht Nr. 78, September 2019) ermittelte für den Geschosswohnungsbau einen Medianwert von 1.666 Euro pro Quadratmeter für ein Haus nach dem damaligen EnEV-Standard, gegenüber rund 1.926 Euro pro Quadratmeter für ein Effizienzhaus 40 — eine Differenz von 15,6 Prozent. Diese Zahlen sind mit Stand 2019 mittlerweile mehr als sechs Jahre alt.
Die neuere Lebenszykluskostenstudie von Pestel-Institut, ARGE Kiel und LCEE (Dezember 2022) untersuchte ein Mehrfamilienhaus mit Wärmepumpe und kam zu moderateren Mehrkosten: 2.558 Euro pro Quadratmeter beim GEG-Standard, 2.634 Euro bei Effizienzhaus 55 (plus 3 Prozent) und 2.689 Euro bei Effizienzhaus 40 (plus 5 Prozent gegenüber dem GEG-Standard). Dieselbe Studie weist zusätzlich höhere CO2-Vermeidungskosten über den 50-jährigen Lebenszyklus aus: 2.171 Euro je Tonne beim GEG-Standard gegenüber 7.523 Euro je Tonne bei KfW 40.
Beide Studien unterscheiden sich in Gebäudetyp und Methodik; ihre Werte bilden deshalb eine Bandbreite und keine einzelne Kennzahl — pauschale Baumarkt-Faustregeln ohne Institutsquelle unterschätzen oder überschätzen die tatsächlichen Mehrkosten häufig deutlich.
Mehrkosten von KfW 40 gegenüber dem gesetzlichen Mindeststandard laut zwei unabhängigen Institutsstudien.
Studie | Gebäudetyp | Kosten Mindeststandard | Kosten KfW 40 | Mehrkosten |
ARGE/ZDB, Bauforschungsbericht Nr. 78 (2019) | Geschosswohnungsbau | 1.666 €/m² | 1.926 €/m² | +15,6 % |
Pestel-Institut/ARGE Kiel/LCEE (2022) | Mehrfamilienhaus mit Wärmepumpe | 2.558 €/m² | 2.689 €/m² | +5 % |
Wie entwickeln sich Standard, Förderung und Recht rund um KfW 40 bis 2030?
Der rechtliche Rahmen von KfW 40 verändert sich bis 2030 in mehreren gestaffelten Schritten, ausgelöst durch die Umbenennung des GEG in das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG).
Nach dem Inkrafttreten der wesentlichen Neuregelungen am 29. Juli 2026 folgen laut Ingenieurkammer weitere Stufen zum 1. Januar 2027, 1. Januar 2028 und 1. Januar 2030. Auf der Förderseite ist die Alternative EH55 (KfW 298) bereits bis zum 31. Dezember 2026 befristet verlängert; ob eine weitere Verlängerung erfolgt, ist zum Redaktionsstand offen. Fachverbände wie der ZIA kritisieren die Antragstellung als "technisch anspruchsvoll, zeitkritisch und stark fragmentiert" und fordern mehr Planungssicherheit bei künftigen Förderrunden.
Zeitplan der regulatorischen Änderungen rund um KfW 40 und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) bis 2030.
Datum | Ereignis |
02.03.2026 | KfW senkt Zinssätze für Klimafreundlichen Neubau auf 0,6 % (EH40) bzw. 1,0 % (EH55) |
19.06.2026 | EH55-Förderfrist (KfW 298) verlängert bis 31.12.2026 |
28.07.2026 | Verkündung des GModG im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 226) |
29.07.2026 | Wesentliche Neuregelungen des GModG treten in Kraft |
01.01.2027 / 01.01.2028 / 01.01.2030 | Weitere gestaffelte Regelungsstufen des GModG |
Häufige Fragen zu KfW 40
Ist ein KfW-40-Haus dasselbe wie ein Passivhaus?
Nein: KfW 40 ist ein Referenzgebäude-basierter Fördermaßstab nach § 15 GModG mit relativen Grenzwerten von 40 Prozent Primärenergiebedarf, während das Passivhaus ein eigenständiges, davon unabhängiges Zertifizierungssystem mit eigenen absoluten Kennwerten ist.
Muss der Energieeffizienz-Experte vor Baubeginn beauftragt werden?
Ja: Die Bestätigung zum Antrag (BzA) durch einen zugelassenen Energieeffizienz-Experten ist Voraussetzung für die KfW-297-Antragstellung, die zwingend vor dem ersten Bauvertrag über die finanzierende Hausbank eingereicht werden muss.
Bringt das QNG-Siegel 2026 noch einen Zinsvorteil?
Nein: Das QNG-Siegel erhöht bei KfW 40 den maximalen Kreditrahmen von 100.000 auf 150.000 Euro je Wohneinheit, der Zinssatz von 0,6 Prozent bleibt in beiden Programmvarianten identisch.
Gibt es beim KfW-40-Kredit noch einen Tilgungszuschuss?
Nein: Seit der Förderreform 2025 entfällt der Tilgungszuschuss beim Klimafreundlichen Neubau vollständig; die gesamte Förderwirkung von KfW 297 und KfW 298 entsteht ausschließlich über die Zinsverbilligung gegenüber dem marktüblichen Baukredit.
Ist die Bezeichnung "KfW 40 EE" 2026 noch gültig?
Nein: Die EE-Klasse mit 65 Prozent erneuerbaren Energien stammt aus der vor April 2022 gültigen BEG-Neubau-Systematik und ist in der aktuellen KfW-297/298-Programmatik durch die Nachhaltigkeitsklasse mit QNG-Zertifikat ersetzt.
Welcher Luftdichtheits-Grenzwert gilt für KfW 40?
Für KfW 40 gilt kein eigener, strengerer n50-Grenzwert, sondern der allgemeine Grenzwert nach § 26 GEG/GModG: höchstens 1,5 h⁻¹ bei Gebäuden mit Lüftungsanlage, höchstens 3,0 h⁻¹ ohne Lüftungsanlage.
Für wen lohnt sich KfW 40 2026 — und für wen nicht?
KfW 40 lohnt sich vor allem für Bauherren mit langfristigem Eigennutz oder Vermietungsabsicht, die die niedrigeren Betriebskosten und die Zinsverbilligung über die Bauzeit hinaus wirtschaftlich nutzen können.
Profil 1: Selbstnutzer mit langfristiger Bauplanung
Für Bauherren, die ihr Haus über Jahrzehnte selbst bewohnen, gleichen die niedrigeren Heizkosten der Wärmepumpe und der günstige KfW-Zinssatz von
0,6 Prozent die Mehrkosten von
5 bis 15,6 Prozent gegenüber dem gesetzlichen Mindeststandard über die Nutzungsdauer tendenziell aus.
Profil 2: Vermieter mit Investitionsabsicht
Vermieter profitieren zusätzlich von der Sonderabschreibung nach § 7b EStG mit bis zu 120.000 Euro zusätzlicher Abschreibung über vier Jahre bei einem 150-m²-Objekt am gesetzlichen Höchstwert — kombinierbar mit dem KfW-297-Kredit, sofern die zehnjährige Vermietungsbindung eingehalten wird.
Profil 3: Bauherren mit knappem Budget oder kurzem Planungshorizont
Wer ohnehin nur die gesetzliche Mindestpflicht nach § 15 GModG realisieren will oder das Objekt kurzfristig weiterverkaufen will, trägt die Mehrkosten von KfW 40 ohne die vollen langfristigen Vorteile der Zinsverbilligung und der Sonderabschreibung auszuschöpfen — hier ist der gesetzliche Mindeststandard ohne QNG-Aufwand häufig die wirtschaftlichere Wahl.
Entscheidungsmatrix: Eignung von KfW 40 nach Bauherrenprofil.
Profil | Mehrkosten tragbar? | Empfehlung |
Selbstnutzer, langfristig | ja, über Nutzungsdauer amortisierbar | KfW 40 über KfW 297 |
Vermieter mit Investitionsabsicht | ja, zusätzlich durch § 7b EStG gestützt | KfW 40 mit QNG und § 7b EStG |
Budget-/kurzfristig orientiert | nein | gesetzliche Mindestpflicht (§ 15 GModG) ohne QNG |