Zum Inhalt springen

Bosch Wärmepumpe 5800i: Modelle, Preis, Test & Erfahrungen

19 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Was es ist: Die Bosch Compress 5800i AW ist eine Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel R290, am Markt seit November 2023, in fünf Leistungsgrößen von 3,9 bis 11,6 kW.
  • Preis 2026: Das Gerät kostet je nach Größe 8.000 bis 14.000 Euro, komplett installiert 25.000 bis 35.000 Euro vor Förderung.
  • Effizienz: Der SCOP erreicht bis 4,77 bei 35 °C Vorlauf (Energieeffizienzklasse A+++), der COP bei A7/W35 liegt bei 4,8.
  • Förderung: Über das Programm KfW 458 sind bis zu 70 % und maximal 21.000 Euro Zuschuss möglich, inklusive 5 % Effizienzbonus für das R290-Kältemittel.
  • Zentrale Schwäche: Die maximale Vorlauftemperatur beträgt nur 60 °C — für Altbauten mit klassischen Heizkörpern ist die Schwester 6800i AW (75 °C) die richtige Wahl.
  • Test: Die 5800i AW wurde von der Stiftung Warentest nicht direkt geprüft; getestet wurde 2024 das baugleiche Schwestermodell der 6800i (Buderus WLW186i, Note 2,3).
  • Geeignet für: Neubau und sanierte Einfamilienhäuser mit Fußboden- oder Flächenheizung und einem Wärmebedarf bis rund 12 kW.

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

Was ist die Bosch Compress 5800i AW und wie funktioniert sie?

Die Bosch Compress 5800i AW ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise, die der Außenluft Wärme entzieht und damit Heizung und Warmwasser eines Wohngebäudes versorgt. Sie nutzt das natürliche Kältemittel R290 (Propan) und arbeitet mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 60 °C.
Als Monoblock trägt die 5800i AW alle kältemitteltechnischen Bauteile — Verdichter, Verdampfer, Verflüssiger und Expansionsventil — in der Außeneinheit. Zwischen Außen- und Inneneinheit fließt nur Heizungswasser, nicht das Kältemittel. Das Funktionsprinzip beruht auf dem linkslaufenden Kältekreis: Das Propan verdampft bei niedrigem Druck und nimmt dabei Umgebungswärme auf, der invertergeregelte Rotationsverdichter verdichtet den Dampf, wodurch dessen Temperatur steigt, und im Verflüssiger gibt das Kältemittel die Wärme an den Heizkreis ab.
Die Abkürzung AW steht für Luft-Wasser (Air-Water), das i kennzeichnet die internetfähige Regelung. Wichtig ist die Abgrenzung zur baugleichen Außeneinheit der Compress 6800i AW: Beide teilen Verdichter, Ventilator und Kältekreis, doch die 6800i erreicht durch ihre Hochtemperatur-Inneneinheit bis 75 °C Vorlauf, während die 5800i bei 60 °C endet. Wer die beiden Modelle verwechselt, kauft für einen Heizkörper-Altbau die falsche Maschine.

Welche Modelle und Leistungsgrößen hat die 5800i AW (4 bis 12 kW)?

Die Compress 5800i AW ist in fünf Außeneinheit-Größen mit Nennwärmeleistungen von 3,9 kW bis 11,6 kW erhältlich, kombiniert mit drei Inneneinheit-Varianten. Die Typenbezeichnung verschlüsselt die Stromanschlussart: OR-S bedeutet einphasig, OR-T dreiphasig.
Die kleinen Größen AW 4, AW 5 und AW 7 tragen das Kürzel OR-S und laufen einphasig an 230 V. Die großen Größen AW 10 OR-T und AW 12 OR-T benötigen einen Drehstromanschluss mit 400 V — das Sekundär-Keyword „aw 10 or t" bezeichnet also die 10-kW-Außeneinheit in dreiphasiger Ausführung. Alle fünf Größen verteilen sich auf zwei Gehäuse: Die Modelle 4/5/7 messen 800 × 1100 × 540 mm bei 143 kg, die Modelle 10/12 messen 1100 × 1350 × 540 mm bei 203 kg.
Technische Datenblatt-Kennzahlen der fünf Außeneinheit-Größen der Bosch Compress 5800i AW (Stand 2026, nach EN 14511/14825).

Modell

Heizleistung A-7/W35

COP A7/W35

SCOP 35 °C

Schallleistung

Anschluss

Kältemittel

 

AW 4 OR-S

3,9 kW

4,8

4,58

40 dB(A)

230 V

0,95 kg R290

AW 5 OR-S

5,4 kW

4,8

4,57

42 dB(A)

230 V

0,95 kg R290

AW 7 OR-S

6,7 kW

4,8

4,58

42 dB(A)

230 V

0,95 kg R290

AW 10 OR-T

9,6 kW

4,8

4,77

42 dB(A)

400 V

1,6 kg R290

AW 12 OR-T

11,6 kW

4,8

4,66

45 dB(A)

400 V

1,6 kg R290

Bei der Inneneinheit wählt der Fachbetrieb zwischen drei Bauformen, die sich in Speicher und Platzbedarf unterscheiden. Die richtige Wahl entscheidet darüber, wie viel Stellfläche im Technikraum nötig ist.

CS5800iAW 12 E — Wandgerät ohne Speicher

Die Variante 12 E ist eine wandhängende Kompaktzentrale mit 710 × 400 × 300 mm und nur 24,5 kg Gewicht. Sie besitzt keinen integrierten Speicher; Warmwasser- und Pufferspeicher werden extern gesetzt. Der elektrische Zuheizer leistet 9 kW (dreiphasig) beziehungsweise 3 kW (einphasig).

CS5800iAW 12 M — Tower mit 180-Liter-Warmwasserspeicher

Die Variante 12 M ist ein bodenstehender Tower mit 1787 × 600 × 600 mm und 163 kg. Sie integriert einen 180-Liter-Warmwasserspeicher und einen 16-Liter-Pufferspeicher in einem Gehäuse — die platzsparende Komplettlösung für das Einfamilienhaus.

CS5800iAW 12 MB — Kompaktmodul mit 70-Liter-Puffer

Die Variante 12 MB misst 1180 × 600 × 600 mm bei 90 kg und enthält einen 70,5-Liter-Pufferspeicher, aber keinen Warmwasserspeicher. Sie eignet sich, wenn ein vorhandener Warmwasserspeicher weitergenutzt wird. Alle drei Inneneinheiten werden über das 5-Zoll-Farb-Touchdisplay UI 800 bedient.

Welche technischen Kennzahlen erreicht die 5800i AW (COP, SCOP, Vorlauftemperatur)?

Die Compress 5800i AW erreicht einen COP von 4,8 bei A7/W35 und einen SCOP bis 4,77 bei 35 °C Vorlauf (mittleres Klima), woraus die Energieeffizienzklasse A+++ resultiert. Bei 55 °C Vorlauf sinkt der SCOP je nach Modellgröße auf 3,32 (AW 4) bis 3,64 (AW 10), die maximale Vorlauftemperatur beträgt 60 °C.
Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom in einem einzelnen Prüfpunkt nach DIN EN 14511. Der SCOP (Seasonal COP) mittelt dieses Verhältnis über eine ganze Heizsaison nach EN 14825 und ist deshalb die aussagekräftigere Kennzahl für den Vergleich.
COP = Qab ÷ Pel
  • Qab = abgegebene Heizleistung in kW
  • Pel = elektrische Leistungsaufnahme des Verdichters in kW
Beispiel: AW 7 OR-S bei A7/W35
Gegeben: Heizleistung 6,7 kW, COP 4,8 laut Datenblatt
Berechnung: 6,7 kW ÷ 4,8 = 1,40 kW elektrische Leistungsaufnahme
Ergebnis: Aus 1,40 kW Strom entstehen 6,7 kW Wärme — das Gerät liefert das 4,8-Fache der eingesetzten Energie.
Die maximale Vorlauftemperatur von 60 °C ist die wichtigste Einschränkung der 5800i AW. Für eine Fußbodenheizung mit Auslegungstemperaturen um 30 bis 35 °C ist sie reichlich bemessen; für einen unsanierten Altbau, dessen Heizkörper an Auslegungstagen 65 bis 70 °C benötigen, reicht sie nicht. Der invertergeregelte Verdichter moduliert stufenlos — die 12-kW-Variante etwa zwischen 2,5 und 12,6 kW —, was das ineffiziente Takten in der Übergangszeit reduziert. Die Betriebsgrenze der Außenluft liegt bei -22 °C bis +45 °C.
SCOP-Werte der 5800i AW bei unterschiedlichen Vorlauftemperaturen im Vergleich zur Energieeffizienzklasse (mittleres Klima, EN 14825).

Vorlauftemperatur

SCOP (AW 10)

Energieeffizienzklasse

Typische Anwendung

 

35 °C

4,77

A+++

Fußbodenheizung, Neubau

55 °C

3,64

A++

Niedertemperatur-Heizkörper

Was kostet die Bosch Compress 5800i AW 2026 (Gerät und Installation)?

Die Bosch Compress 5800i AW kostet 2026 als Gerät zwischen 8.000 und 14.000 Euro, komplett installiert inklusive Speicher, Hydraulik und Elektrik 25.000 bis 35.000 Euro vor Abzug der Förderung. Bosch selbst nennt auf der Produktseite keine Preise.
Konkrete Marktpreise zeigen die Spanne: Ein 7-kW-Komplettsystem aus Außeneinheit AW 7, Inneneinheit 12 E, 277-Liter-Warmwasserspeicher und 120-Liter-Pufferspeicher kostet im Fachhandel rund 9.549 Euro, ein vergleichbares 7-kW-Paket mit Speicher-Inneneinheit bis 12.999 Euro. Die Inneneinheiten einzeln liegen bei rund 1.805 Euro (12 E) und 4.669 Euro (12 M mit 180-Liter-Speicher).
Kostenaufschlüsselung einer Bosch Compress 5800i AW im Referenz-Einfamilienhaus (140 m², 10-kW-Klasse), Marktpreise 2026.

Kostenposten

Betrag

 

Wärmepumpen-Paket (10 kW)

13.500 €

Speicher & Material

5.500 €

Arbeit & Elektrik

7.500 €

Fundament & Inbetriebnahme

2.000 €

Gesamtinvestition (vor Förderung)

28.500 €

Die Installationskosten ohne Gerät bewegen sich je nach Aufwand zwischen 10.000 und 17.500 Euro: Demontage der Altheizung (1.500 bis 3.000 Euro), hydraulische Installation (6.000 bis 9.000 Euro), Elektroarbeiten (1.500 bis 3.500 Euro) sowie Fundament und Außenarbeiten (1.000 bis 2.000 Euro). In einem Bestandsbau mit umfangreicher Anpassung des Heizkreises liegt die Summe am oberen Rand.

Welche Förderung gibt es 2026 für die Bosch 5800i AW?

Für die Bosch Compress 5800i AW sind 2026 über das Programm KfW 458 bis zu 70 % Zuschuss und maximal 21.000 Euro möglich. Zuständig ist seit 2024 nicht mehr die BAFA, sondern die KfW; der Antrag muss vor Beauftragung des Fachbetriebs gestellt werden.
Die Förderquote setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: 30 % Grundförderung, ein Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % beim Austausch einer alten fossilen Heizung, ein Einkommensbonus von 30 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro und ein Effizienzbonus von 5 % für das natürliche Kältemittel R290. Die Summe wird auf maximal 70 % gedeckelt; die förderfähigen Kosten betragen höchstens 30.000 Euro pro Wohneinheit.
Zuschuss = förderfähige Kosten × Fördersatz (max. 70 %)
  • förderfähige Kosten = anrechenbare Investition, gedeckelt auf 30.000 € je Wohneinheit
  • Fördersatz = Summe der Boni, gedeckelt auf 70 %
Beispiel: Einfamilienhaus, Ölheizungstausch, Einkommen unter 40.000 €
Gegeben: Gesamtinvestition 28.500 €, Boni 30 % + 20 % + 5 % + 30 % = 85 %, gedeckelt auf 70 %
Berechnung: 28.500 € × 70 % = 19.950 € Zuschuss
Ergebnis: Der Eigenanteil sinkt auf 8.550 € — die 5800i AW wird damit günstiger als eine vergleichbare Gasheizung über die Lebensdauer.
Seit Januar 2026 gilt eine verschärfte Schallschutz-Anforderung: Geförderte Luft-Wärmepumpen der 6-bis-12-kW-Klasse dürfen einen Schallleistungspegel von 60 dB(A) nicht überschreiten. Mit 42 bis 45 dB(A) unterschreitet die 5800i AW diesen Grenzwert deutlich und bleibt förderfähig. Ab dem 1. Januar 2028 fördert die BEG ohnehin nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel — die 5800i AW mit R290 erfüllt diese Bedingung bereits heute.

Welche Garantie und Zertifizierungen bietet Bosch für die 5800i AW?

Bosch gewährt auf die Compress 5800i AW eine Systemgarantie von 5 Jahren, die sich über das Programm 5+2 mit HomeCom Pro auf 7 Jahre verlängert. Voraussetzung sind die Registrierung innerhalb von 6 Monaten nach Inbetriebnahme und eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb.
Die 5-Jahres-Garantie ist eine freiwillige Herstellergarantie, die über die gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren hinausgeht. Die Verlängerung auf 7 Jahre setzt eine durchgehende Internetverbindung über HomeCom Pro voraus; die Registrierung nimmt der Installateur vor. Im Schadensfall übernimmt Bosch Reparatur oder Austausch ohne Material- und Arbeitskostenanteil. Die Wartung muss laut Garantiebedingungen jährlich, spätestens alle 16 Monate erfolgen.
Die Leistungsmessungen erfolgen nach EN 14511 und EN 14825, das Gerät trägt die CE-Kennzeichnung. Eine separate Eintragung der 5800i AW in der EHPA-Keymark-Datenbank ist anders als bei einigen Wettbewerbern nicht öffentlich gelistet — andere Bosch- und Buderus-Baureihen sind dort vertreten. Für die KfW-Förderung ist die Keymark jedoch nicht zwingend; maßgeblich sind die Effizienz- und Schallanforderungen, die die 5800i AW erfüllt.

Wie stelle ich die Heizkurve der Bosch 5800i AW ein?

Die Heizkurve der 5800i AW wird am Bedienteil UI 800 über den Pfad Anlageneinstellungen → Heizung/Kühlung → Heizkreis 1 → Heizen → Heizkurve eingestellt. Dort definiert der Nutzer die nötige Vorlauftemperatur bei Normaußentemperatur sowie optional Fuß- und Komfortpunkt.
Die Regelung bietet drei Arten: außentemperaturgeführt, außentemperaturgeführt mit Fußpunkt und einzelraumgeführt mit verbundenem Raumthermostat. Die Heizkurve verknüpft die Außentemperatur mit der Vorlauftemperatur: Je kälter es draußen ist, desto höher fährt die Pumpe den Vorlauf. Eine zu steile Kurve treibt unnötig Strom, eine zu flache lässt Räume auskühlen.
Für die Effizienz gilt eine klare Faustregel: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur senkt den Stromverbrauch um rund 2,5 %. Optimal sind bei Flächenheizung 28 bis 32 °C, bei modernen Heizkörpern 45 bis 55 °C. Die voreingestellte Spreizung beträgt 4,5 K für Fußbodenheizung und 7,5 K für Heizkörper. Wer einzelne Räume zu kühl findet, hebt die Kurve auf der Normaußentemperatur-Seite um 2 bis 3 K an und plant nach jeder Änderung zwei bis drei Tage zum Einschwingen ein. Die Heizkurve selbst lässt sich nur am Display ändern, nicht in der App HomeCom Easy — diese steuert nur Raumsolltemperatur und Betriebsarten.

Wie fülle ich bei der 5800i AW Wasser nach und welcher Druck ist richtig?

Der Anlagendruck der 5800i AW liegt im Betrieb zwischen 1,5 und 2,0 bar; bei der Befüllung wird die Anlage auf 2 bar gebracht. Fällt der Druck unter etwa 1,3 bar, füllt der Nutzer über das Einfüllventil Heizungswasser nach.
Das Ausdehnungsgefäß hat einen Vordruck von 0,75 bar; der minimale Kaltdruck liegt 0,2 bis 0,5 bar darüber. Der maximale Betriebsdruck beträgt 3,0 bar. Zum Nachfüllen wird über das Einfüllventil VW2 so lange Wasser ergänzt, bis am Manometer der Sollwert erreicht ist und keine Luftblasen mehr austreten. Die Anlage darf nie ohne Wasserfüllung eingeschaltet werden, da sonst Schäden entstehen.

Symptom, Folge und Prävention bei Druckverlust

Symptom: Das Manometer zeigt unter 1,3 bar, die Wärmepumpe meldet eine Druckstörung oder schaltet ab.
Folge: Bei zu niedrigem Druck zieht die Anlage Luft, der Volumenstrom sinkt und die Effizienz fällt; im Extremfall blockiert die Umwälzpumpe.
Prävention: Den Druck halbjährlich kontrollieren, nach den ersten drei Monaten zusätzlich den pH-Wert prüfen (Sollbereich 7,0 bis 10,0). Bei mehr als 40 Litern Systeminhalt je kW ist eine Wasseraufbereitung vorgeschrieben.

Was kostet der Betrieb und welche Jahresarbeitszahl erreicht die 5800i AW?

Der Jahresbetrieb der 5800i AW kostet im Referenz-Einfamilienhaus mit 12.000 kWh Wärmebedarf rund 1.275 bis 1.395 Euro bei einem Strompreis von 37,2 ct/kWh (Stand 2026). Entscheidend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ), die in der Praxis zwischen 3,2 und 4,0 liegt.

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

Die JAZ ist der reale Praxiswert über ein ganzes Jahr nach VDI 4650 — anders als der genormte SCOP berücksichtigt sie Standort, Gebäude und Systemtemperatur. Das Fraunhofer ISE ermittelte im Feldtest WP-Monitor für neu installierte Luft-Wasser-Wärmepumpen einen Durchschnitt von 3,2; das abgeschlossene Projekt WP-QS im Bestand (2025) nennt für diese Gattung einen mittleren Wert von 3,4 bei einer Spanne von 2,6 bis 4,9.
Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ JAZ
  • Wärmebedarf = jährlicher Wärmebedarf des Gebäudes in kWh
  • JAZ = Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe
Beispiel: Referenzhaus 140 m², 12.000 kWh Wärmebedarf
Gegeben: Wärmebedarf 12.000 kWh, JAZ 3,5 (saniert, 45 °C Vorlauf), Strompreis 0,372 €/kWh
Berechnung: 12.000 kWh ÷ 3,5 = 3.429 kWh × 0,372 €/kWh = 1.275 €
Ergebnis: Die jährlichen Heizstromkosten betragen rund 1.275 € — bei JAZ 3,2 steigen sie auf etwa 1.395 €.
Jährliche Heizstromkosten der 5800i AW im Referenzhaus je nach Jahresarbeitszahl, inklusive Hochrechnung über 20 Jahre Lebensdauer (Strompreis 37,2 ct/kWh, 2026).

Jahresarbeitszahl

Stromverbrauch/Jahr

Stromkosten/Jahr

Summe über 20 Jahre

 

3,2 (teilsaniert)

3.750 kWh

1.395 €

27.900 €

3,5 (saniert)

3.429 kWh

1.275 €

25.500 €

4,0 (Neubau)

3.000 kWh

1.116 €

22.320 €

Die Wartung kostet 150 bis 300 Euro pro Jahr. Weil das Kältemittel R290 mit 1,6 kg unter der 3-kg-Schwelle der F-Gase-Verordnung bleibt, entfällt die jährliche Dichtheitsprüfung — das spart rund 60 bis 100 Euro jährlich gegenüber Geräten mit synthetischem Kältemittel.

Wie wird die 5800i AW installiert und wie lange hält sie?

Die Installation der 5800i AW übernimmt ein Fachbetrieb, der die Inbetriebnahme über den Konfigurationsassistenten am Display durchführt. Die Lebensdauer beträgt 15 bis 20 Jahre bei fachgerechter Montage und jährlicher Wartung.
Die Außeneinheit benötigt definierte Mindestabstände: rund 1.000 mm Freiraum auf der Luftansaug-Seite und 2.000 mm auf der Ausblas-Seite, seitlich mindestens 400 mm. Die Inneneinheit beansprucht je nach Variante 0,36 m² (Tower) bis wenig Wandfläche (Wandgerät). Der Inbetriebnahme-Assistent fragt Sprache, Land, Sicherungstyp (16 bis 32 A) und Heizsystemtyp ab; mindestens ein Heizkreis muss beim ersten Start geöffnet sein, damit der zweiminütige Trockenlauf-Check keinen Fehlalarm auslöst.
Typische Verschleißteile sind Verdichter, Wärmetauscher, Ventilatoren, Umwälzpumpen sowie Elektronik und Sensoren. Diese Bauteile sind meist einzeln austauschbar, sodass nicht das gesamte Gerät ersetzt werden muss. Übermäßiges Takten verkürzt vor allem den Verdichter; eine korrekt eingestellte Heizkurve und ein ausreichend dimensionierter Pufferspeicher schützen die Lebensdauer.

Welche Erfahrungen, Nachteile und typischen Fehler gibt es?

Die Praxis-Erfahrungen mit der 5800i AW sind im Neubau und sanierten Bestand überwiegend positiv, zeigen aber drei wiederkehrende Schwachpunkte: die auf 60 °C begrenzte Vorlauftemperatur, eine eingeschränkte PV-Modulation und einen niedrigeren Wirkungsgrad bei der Warmwasserbereitung.
Ein Nutzer dokumentierte im Heizungsforum für eine 10-kW-Anlage einen COP von 5,1 im Heizbetrieb (März bis Oktober 2025), aber nur 2,9 bei der Warmwasserbereitung — die Warmwasserbereitung ist also der Effizienz-Schwachpunkt. Schmale Warmwasser-Zeitfenster und eine Begrenzung der Solltemperatur verbessern hier die Bilanz.

Fehler 1: Verwechslung von 60 °C und 75 °C im Altbau

Wird die 5800i AW in einem Heizkörper-Altbau eingebaut, der 70 °C Vorlauf braucht, springt häufig der elektrische Zuheizer ein und treibt die Stromkosten. Prävention: Vor dem Kauf den Heizwärmebedarf und die nötige Vorlauftemperatur prüfen; bei Heizkörper-Bestand zur 6800i AW mit 75 °C greifen.

Fehler 2: Fehlende PV-Überschuss-Modulation

Die Leistungsreduktions-Parameter für die Photovoltaik-Überschussnutzung wurden primär für die 6800i AW entwickelt und sind in der 5800i AW nicht vollständig verfügbar. Wer eine enge PV-Kopplung plant, klärt diese Funktion vor dem Kauf mit dem Fachbetrieb.

Fehler 3: Takten durch Überdimensionierung

Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet in der Übergangszeit: Statt gesunder 1 bis 4 Starts pro Stunde schaltet sie 8 bis 12 Mal — das senkt die JAZ messbar und verkürzt die Lebensdauer um bis zu 30 %. Prävention: Die Leistungsgröße exakt am Heizlast-Bedarf auslegen, nicht großzügig aufrunden. Ein häufiger Fehlercode ist 5157 (blockiertes Expansionsventil), der einen Fachbetrieb erfordert.

Was sagen unabhängige Tests zur Bosch Compress 5800i AW?

Die Bosch Compress 5800i AW wurde von keinem Prüfinstitut direkt getestet — weder von der Stiftung Warentest noch vom WPZ Buchs oder Öko-Test. Die oft zitierte Bestnote betrifft ein anderes Modell.
Im Test der Stiftung Warentest 08/2024 war die Buderus Logatherm WLW186i-10 AR E mit der Note 2,3 (gut) Testsieger. Dieses Modell ist baugleich mit der Bosch Compress 6800i AW, nicht mit der 5800i AW. Die 5800i AW entspricht stattdessen der Buderus Logatherm WLW176i, für die kein öffentliches Testergebnis vorliegt. Eine Übertragung der 2,3-Note auf die 5800i ist deshalb nicht zulässig.
Im jüngeren Test Stiftung Warentest 10/2025 wurden fünf Luft-Wasser-Wärmepumpen mit R290 geprüft; Testsieger war die Viessmann Vitocal 250-A mit Note 2,0, ein Bosch- oder Buderus-Modell war nicht dabei. Das Fraunhofer ISE bezog Bosch Thermotechnik als Partner in das Feldprojekt WP-QS im Bestand ein, veröffentlichte aber keine modellspezifischen Ergebnisse zur 5800i. Belastbare unabhängige Labordaten zu genau diesem Modell fehlen damit; die verfügbaren Effizienzwerte stammen aus dem Herstellerdatenblatt.

Wie schlägt sich die 5800i AW im Wettbewerbsvergleich?

Im Vergleich mit den führenden R290-Wärmepumpen liegt die 5800i AW beim SCOP im Mittelfeld und bei der Vorlauftemperatur am unteren Ende. Mit 60 °C erreicht sie als einziges Modell in dieser Vergleichsgruppe keinen Altbau-tauglichen Vorlauf.
Der SCOP bei 35 °C ordnet sich hinter Vaillant, Viessmann und Wolf ein: Vaillant aroTHERM plus erreicht bis 5,13 (aktuelle /8.1-Generation), Viessmann Vitocal 250-A 5,01, Wolf CHA über 5,0, Stiebel Eltron WPL-A 4,96 und die Bosch 5800i AW 4,77. Beim Vorlauf erreichen alle Wettbewerber 70 bis 75 °C, während die 5800i bei 60 °C bleibt — hier ist die Schwester 6800i AW (75 °C) das passende Gegenstück. Auch Daikin bietet mit der Altherma 4 H seit 2025 eine R290-Wärmepumpe mit 75 °C Vorlauf für die Altbau-Sanierung an.
Wettbewerbsvergleich der Bosch Compress 5800i AW mit führenden R290-Luft-Wasser-Wärmepumpen (Datenblattwerte, mittleres Klima, 2026).

Modell

SCOP 35 °C

Max. Vorlauf

Kältemittel

Garantie

 

Bosch Compress 5800i AW

4,77

60 °C

R290

5 (+2) Jahre

Viessmann Vitocal 250-A

5,01

70 °C

R290

10 Jahre Verdichter

Vaillant aroTHERM plus

bis 5,13

75 °C

R290

5 Jahre

Stiebel Eltron WPL-A Plus

4,96

75 °C

R290

5 Jahre

Wolf CHA Monoblock

> 5,0

70 °C

R290

5 Jahre

Der Vorteil der 5800i AW liegt im günstigeren Gerätepreis und im dichten Bosch-Servicenetz. Wer maximale Effizienz oder Altbau-Tauglichkeit sucht, findet bei Viessmann, Vaillant oder der Bosch 6800i AW die stärkeren Werte.

Wer steckt hinter der Bosch 5800i AW?

Die Compress 5800i AW stammt von der Bosch Home Comfort Group, dem 2023 aus der Bosch Thermotechnik GmbH umbenannten Geschäftsbereich mit Sitz in Wetzlar. Bosch führte die 5800i AW gemeinsam mit der 6800i AW im November 2023 ein.
Die Bosch Home Comfort Group erzielte 2025 einen Umsatz von rund 4,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 24.000 Mitarbeiter weltweit. Die Inneneinheiten der Compress-Serie mit R290 werden im hessischen Eibelshausen gefertigt, einem der ältesten Bosch-Standorte. Unter dem Dach der Gruppe stehen auch die Marken Buderus, Junkers und Worcester — die Buderus Logatherm WLW176i ist die technisch nahezu identische Schwester der 5800i AW und teilt Kältekreis, Verdichter und Ventilator. Diese Plattformstrategie erklärt, warum Installateure beide Marken anbieten und die Geräte sich im Kern gleichen.

Wie entwickeln sich Technik und Förderung der 5800i AW?

Der Markttrend bestätigt die Ausrichtung der 5800i AW: Natürliche Kältemittel wie R290 werden zum Standard, und ab 2028 fördert die BEG nur noch solche Geräte. Die 5800i AW erfüllt diese Bedingung mit R290 bereits heute.
Ab dem 1. Januar 2028 ist ein natürliches Kältemittel Fördervoraussetzung — Wärmepumpen mit synthetischem Kältemittel verlieren dann den Förderanspruch. Beim Förderrahmen ist zu beachten, dass der Klimageschwindigkeitsbonus ab 2029 alle zwei Jahre um 3 Prozentpunkte sinkt; ein früher Tausch sichert den maximalen Satz. Die Schallschutz-Grenzwerte wurden 2026 verschärft (60 dB(A) für die 6-bis-12-kW-Klasse), was leise R290-Monoblöcke wie die 5800i AW begünstigt. Bei den Preisen ist nach den starken Anstiegen der Vorjahre 2026 eine Stabilisierung erkennbar, während der Strompreis mit rund 37,2 ct/kWh leicht unter dem Vorjahr liegt.

Häufige Fragen zur Bosch Compress 5800i AW

Welches Kältemittel nutzt die Bosch 5800i AW?

Die 5800i AW nutzt das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit einem Treibhauspotenzial (GWP) von 3. Die Füllmenge beträgt 0,95 kg (Größen 4 bis 7) beziehungsweise 1,6 kg (Größen 10 und 12).

Ist die 5800i AW für den Altbau geeignet?

Die 5800i AW eignet sich für sanierte Gebäude mit Flächenheizung bis 60 °C Vorlauf. Für unsanierte Altbauten mit klassischen Heizkörpern, die 70 bis 75 °C benötigen, ist die Bosch 6800i AW die richtige Wahl.

Wie laut ist die Bosch 5800i AW?

Die Außeneinheit erreicht einen Schallleistungspegel von 40 bis 45 dB(A) je nach Größe; in 3 m Entfernung liegt der Schalldruckpegel im Nachtmodus bei rund 28,5 dB(A) — leiser als ein ruhiges Gespräch.

Was bedeutet die Bezeichnung AW 10 OR-T?

AW steht für Luft-Wasser, 10 für die 10-kW-Klasse, OR für die Außeneinheit und T für den dreiphasigen 400-V-Anschluss. Die kleineren Größen mit OR-S laufen einphasig an 230 V.

Welche Jahresarbeitszahl erreicht die 5800i AW in der Praxis?

Die reale Jahresarbeitszahl liegt zwischen 3,2 und 4,0, abhängig von Vorlauftemperatur und Dämmstandard. Das Fraunhofer ISE misst für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand einen Durchschnitt von 3,4.

Hat die 5800i AW eine Testnote der Stiftung Warentest?

Nein. Die 5800i AW wurde nicht direkt getestet. Die Note 2,3 (gut) aus dem Test 08/2024 gilt für das Schwestermodell der 6800i AW (Buderus WLW186i), nicht für die 5800i.

Welcher Anlagendruck ist bei der 5800i AW richtig?

Der Anlagendruck liegt im Betrieb zwischen 1,5 und 2,0 bar. Bei der Befüllung wird die Anlage auf 2 bar gebracht; unter rund 1,3 bar ist Wasser über das Einfüllventil nachzufüllen.

Fazit: Für wen lohnt sich die Bosch Compress 5800i AW?

Die Bosch Compress 5800i AW lohnt sich für Neubau und sanierte Einfamilienhäuser mit Flächenheizung und einem Wärmebedarf bis rund 12 kW. Ihr R290-Kältemittel, der Gerätepreis ab 8.000 Euro und bis zu 70 % Förderung machen sie zu einer wirtschaftlichen Wahl — solange die 60-°C-Grenze zum Gebäude passt.

Empfohlen: Neubau mit Fußbodenheizung

Bei Auslegungstemperaturen um 30 bis 35 °C arbeitet die 5800i AW mit SCOP 4,77 und A+++. Hier ist sie ideal: niedrige Betriebskosten von rund 1.116 Euro pro Jahr (JAZ 4,0) und voller Förderanspruch.

Empfohlen: saniertes Bestandsgebäude bis 55 °C Vorlauf

In einem gedämmten Haus mit Niedertemperatur-Heizkörpern bis 55 °C erreicht die 5800i AW SCOP 3,64 und rund 1.275 Euro Jahreskosten. Mit Ölheizungstausch und Einkommensbonus sinkt der Eigenanteil auf unter 9.000 Euro.

Nicht empfohlen: unsanierter Heizkörper-Altbau

Benötigt das Gebäude 70 °C Vorlauf, läuft der elektrische Zuheizer zu oft. Für diesen Fall ist die Bosch 6800i AW (75 °C) oder ein Wettbewerber wie Vaillant aroTHERM plus die bessere Lösung.

Bedingt empfohlen: enge PV-Kopplung

Wer maximale Photovoltaik-Überschussnutzung will, beachtet, dass die feinen Modulationsparameter primär der 6800i AW vorbehalten sind. Die grundlegende PV-Anbindung über Smart Grid funktioniert, die optimierte Leistungsregelung jedoch nur eingeschränkt.

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen