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Wärmepumpe Stromverbrauch 2026: Berechnung, Tabellen & Kostenvergleich

13 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Formel: Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ JAZ – Beispiel: 15.000 kWh Wärmebedarf ÷ JAZ 3,5 = rund 4.286 kWh Strom pro Jahr (gerundet; exakt ca. 4.285,7 kWh).
  • Winter-Tagesverbrauch bei -12°C: Der Tagesverbrauch steigt mit schlechterem Gebäudestandard deutlich an – Neubauten verbrauchen deutlich weniger als sanierte Altbauten, unsanierte Altbauten am meisten (die genauen Werte sind interne Beispielrechnungen, keine belegten Standardwerte).
  • Jahresverbrauch: Der Jahresstromverbrauch variiert stark nach Gebäudestandard – von deutlich niedrigeren Werten im Neubau bis zu deutlich höheren Werten im unsanierten Altbau (siehe Beispielrechnungen im Artikel).
  • Aktuelle Preise 2026: Haushaltsstrom im Marktdurchschnitt rund 0,37 EUR/kWh (BDEW), Gas rund 0,12 EUR/kWh (BDEW-Gaspreisanalyse).
  • JAZ entscheidet über die Kosten: Fußbodenheizung 35°C JAZ 4,0-5,0, Standard-Heizkörper 50°C JAZ 3,0-3,5, alte Heizkörper 65°C nur JAZ 2,5-3,5.
  • Vorlauftemperatur ist der wichtigste Hebel: Jede Absenkung um 10 Kelvin verbessert die Effizienz (JAZ) um rund 20-30%.
  • Gasvergleich 2026 stark szenarioabhängig: Neubauten sparen oft über 600 EUR/Jahr gegenüber Gas, unsanierte Altbauten liegen inzwischen etwa auf Gas-Niveau.

Wie berechnet man den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe ergibt sich aus einer einfachen Formel: Stromverbrauch [kWh/Jahr] = Wärmebedarf [kWh/Jahr] ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ). Diese Berechnungsmethode wird von Herstellern und Experten häufig als überschlägige Kontrolle für den eigenen Haushalt genutzt. Bei einem Jahreswärmebedarf von 15.000 kWh und einer JAZ von 3,5 ergibt sich ein Stromverbrauch von 15.000 ÷ 3,5 = rund 4.286 kWh pro Jahr (gerundet; exakt ca. 4.285,7 kWh). Je nach Tarif liegt der aktuelle Haushaltsstrompreis 2026 zwischen rund 0,37 EUR/kWh im Marktdurchschnitt aller Tarife (BDEW) und rund 0,41 EUR/kWh als real gezahltem Durchschnittspreis laut Destatis für das 2. Halbjahr 2025. Alle Rechenbeispiele in diesem Artikel nutzen 0,37 EUR/kWh als Basis; bei höheren individuellen Tarifen steigen die Kosten proportional.

Was bedeutet die Jahresarbeitszahl physikalisch?

Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Die Wärmepumpe nutzt 2,5 Teile kostenlose Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und fügt 1 Teil elektrische Energie hinzu, sodass 3,5 Teile Wärme entstehen. Eine JAZ von 4,5 liefert bei gleichem Stromeinsatz entsprechend mehr Wärme und senkt die Kosten. Feldstudien zeigen, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Praxis meist JAZ-Werte zwischen 3,0 und 4,0 erreichen, während Erdreich- und Grundwassersysteme häufig auf 4,0 bis über 4,5 kommen. Entscheidend ist dabei vor allem die Vorlauftemperatur des Heizsystems: Fußbodenheizungen mit 30-35°C Vorlauf ermöglichen deutlich höhere JAZ-Werte als klassische Heizkörper mit über 50°C.

Welche Faktoren bestimmen den Verbrauch wirklich?

Viele Hausbesitzer glauben, die Nennleistung (kW-Größe) der Wärmepumpe bestimme den Stromverbrauch. Tatsächlich sind vier andere Faktoren entscheidend:
  • Wärmebedarf des Gebäudes (Dämmstandard, Fläche, Baujahr)
  • Effizienz (JAZ) der Wärmepumpe, abhängig von Systemtyp und Vorlauftemperatur
  • Außentemperatur während der Heizperiode (Standort, Klimazone)
  • Vorlauftemperatur des Heizsystems (Fußbodenheizung versus Heizkörper)

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?

Der Tagesverbrauch im Winter hängt stark vom Gebäudezustand ab. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen wie -12°C ist der Stromverbrauch in einem Neubau mit Fußbodenheizung deutlich geringer als in einem sanierten Altbau, während ein unsanierter Altbau mit alten Heizkörpern den höchsten Verbrauch aufweist – die genauen Werte hängen stark vom Einzelfall ab und sind hier als Beispielrechnung zu verstehen. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 0,37 EUR/kWh ergeben sich entsprechend gestaffelte Tageskosten, die im Neubau am niedrigsten und im unsanierten Altbau am höchsten ausfallen. Im Sommer sinkt der Verbrauch deutlich, da die Wärmepumpe überwiegend nur noch Warmwasser bereitet.
GebäudetypVorlauftemperaturJAZ WinterkWh/TagEUR/Tag (0,37 EUR/kWh)
Neubau (Fußbodenheizung)35°C3,8-4,315-25 kWh5,55-9,25 EUR
Sanierter Altbau45-50°C3,0-3,525-40 kWh9,25-14,80 EUR
Unsanierter Altbau55-60°C2,3-2,848-65 kWh17,76-24,05 EUR
Extremkälte (-20°C)55°C + Heizstab2,0-2,5deutlich erhöht (Beispielwert, nicht standardisiert)entsprechend höher (Beispielwert)
Sommer (+20°C)sehr gering (nur Warmwasser)sehr gering (nur Warmwasser)

Wie hoch ist der Verbrauch bei Extremkälte unter -15°C?

Bei -20°C steigt die Heizlast durch die größere Temperaturdifferenz deutlich an, gleichzeitig sinkt die JAZ spürbar, weil die Wärmepumpe an ihrer Leistungsgrenze arbeitet. In diesem Extremfall steigt der Tagesverbrauch deutlich über die üblichen Winterwerte, was sich entsprechend auf die Tageskosten auswirkt. Unterhalb von -15°C schaltet sich häufig der elektrische Heizstab zu, der mit einem COP von 1,0 arbeitet – ein Kilowatt Strom erzeugt hier nur ein Kilowatt Wärme, statt der 3- bis 4,5-fachen Menge im Normalbetrieb. Dadurch verdreifachen sich die Kosten für die in dieser Phase erzeugte Wärme näherungsweise im Vergleich zum regulären Wärmepumpenbetrieb.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?

Als grobe Orientierung nennen Energieversorger einen jährlichen Heizstromverbrauch von etwa 3.000 bis 6.000 kWh für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Wärmepumpe. Der tatsächliche Wert hängt jedoch stark vom Gebäudestandard ab: Ein KfW-40-Neubau mit rund 30-35 kWh/m²·a spezifischem Wärmebedarf kommt bei 150 m² Wohnfläche auf 4.500-5.250 kWh Jahreswärmebedarf und damit auf rund 940-1.220 kWh Strom pro Jahr. Ein aktueller Neubau nach GEG-Standard mit 55-70 kWh/m²·a benötigt entsprechend mehr, nämlich 1.830-2.630 kWh Strom. Sanierte Altbauten mit rund 100 kWh/m²·a liegen bei 15.000 kWh Wärmebedarf und 4.290-5.000 kWh Stromverbrauch. Unsanierte Altbauten mit 150 kWh/m²·a und mehr erreichen schnell 22.500 kWh Wärmebedarf und damit 8.040-9.780 kWh Strom pro Jahr.
GebäudetypSpez. WärmebedarfJahreswärmebedarfJAZStromverbrauch/JahrKosten/Jahr (0,37 EUR/kWh)
KfW-40 Neubau40 kWh/m²·a6.000 kWh4,3-4,81.250-1.400 kWh460-520 EUR
Neubau GEG-Standard (Fußbodenheizung)55-70 kWh/m²·a8.250-10.500 kWh4,0-4,51.830-2.630 kWh680-970 EUR
Sanierter Altbau (Heizkörper 50°C)ca. 100 kWh/m²·a15.000 kWh3,0-3,54.290-5.000 kWh1.590-1.850 EUR
Unsanierter Altbau (55-65°C Vorlauf)ca. 150 kWh/m²·a22.500 kWh2,3-2,88.040-9.780 kWh2.970-3.620 EUR
Sehr alter Altbau (>200 kWh/m²·a)200 kWh/m²·a30.000 kWh2,0-2,512.000-15.000 kWh4.440-5.550 EUR

Wie berechne ich den Jahresverbrauch für mein eigenes Haus?

Die Berechnung gelingt in drei Schritten. Die genannten Werte sind Faustwerte und sollten idealerweise mit dem individuellen Energieausweis abgeglichen werden, da jedes Gebäude abweichen kann.
  • Schritt 1 – Jahreswärmebedarf ermitteln: Wohnfläche [m²] × spezifischer Energiebedarf [kWh/m²·a]. Faustwerte: Neubau 40-70 kWh/m²·a, sanierter Altbau 90-110 kWh/m²·a, unsanierter Altbau 150-180 kWh/m²·a, sehr alter Altbau über 200 kWh/m²·a.
  • Schritt 2 – JAZ bestimmen: abhängig von der Vorlauftemperatur. Fußbodenheizung 4,5-5,0, Niedertemperatur-Heizkörper 3,8-4,2, Standard-Heizkörper 3,0-3,5, alte kleine Heizkörper 2,5-3,5.
  • Schritt 3 – Division: Jahreswärmebedarf ÷ JAZ = Stromverbrauch pro Jahr in kWh.

Wie verteilt sich der Stromverbrauch über das Jahr?

Rund 60% des Jahresstromverbrauchs einer Wärmepumpe entfallen auf die vier Wintermonate November bis Februar, nur etwa 5% auf die drei Sommermonate Juni bis August. Am Beispiel eines sanierten Altbaus mit 15.000 kWh Jahreswärmebedarf zeigt sich die Spannbreite deutlich: Im Januar steigt der Bedarf durch niedrige Außentemperaturen und eine winterbedingt niedrigere JAZ von 2,8 spürbar an, während im Juli bei einer JAZ von 5,0 nur ein sehr geringer Verbrauch anfällt. Die effektive Jahres-JAZ liegt durch diese Wintergewichtung mit rund 3,2 oft niedriger als der auf dem Datenblatt genannte Bestwert von 3,5-4,0.
MonatAußentemperatur (Beispiel)HeizbedarfJAZStromverbrauchKosten (0,37 EUR/kWh)
Januar-5°C2.950 kWh2,81.054 kWh390 EUR
Februar-2°C2.550 kWh3,0850 kWh315 EUR
März+3°C1.600 kWh3,5457 kWh169 EUR
April+8°C800 kWh4,0200 kWh74 EUR
Mai+14°C270 kWh4,560 kWh22 EUR
Juni+18°C130 kWh5,026 kWh10 EUR
Juli+20°C70 kWh5,014 kWh5 EUR
August+19°C130 kWh5,026 kWh10 EUR
September+15°C400 kWh4,589 kWh33 EUR
Oktober+10°C1.200 kWh3,8316 kWh117 EUR
November+5°C2.150 kWh3,2672 kWh249 EUR
Dezember-2°C2.750 kWh2,9948 kWh351 EUR
JAHR GESAMTca. 10°C Ø15.000 kWh3,2 (effektiv)ca. 4.700 kWhca. 1.740 EUR

Wie unterscheidet sich der Verbrauch nach Wärmepumpen-Typ?

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind mit einem Marktanteil von rund 92% aller 2024 verkauften Heizungswärmepumpen der mit Abstand häufigste Systemtyp in Deutschland, Erdreich- und Grundwassersysteme kommen zusammen nur auf etwa 8%. Der Grund liegt auch im Verbrauch: Weil die Erdreich- oder Grundwassertemperatur ganzjährig stabil bei 10-12°C liegt, erreichen diese Systeme JAZ-Werte von 4,0 bis über 4,5, während Luft-Wasser-Anlagen wegen der stark schwankenden Außenluft-Temperatur meist bei 3,0 bis 4,0 liegen. Am Beispiel eines Hauses mit 15.000 kWh Jahreswärmebedarf spart eine Erdwärmepumpe dadurch rund 353 EUR Stromkosten pro Jahr gegenüber einer Luft-Wasser-Anlage. Die Investition in eine Erdsonde oder Bohrung liegt jedoch 8.000-15.000 EUR höher, sodass sich die Mehrkosten in diesem Rechenbeispiel erst nach 23-42 Jahren amortisieren – eine Beispielrechnung, die stark von den jeweiligen Energiepreisen abhängt.
SystemtypJAZStromverbrauch/JahrKosten/Jahr (0,37 EUR/kWh)Vergleich zu Luft-Wasser
Luft-Wasser (Außen-/Innenaufstellung)3,54.286 kWh1.586 EURBasis
Erdwärme (Tiefenbohrung)4,53.333 kWh1.233 EUR-353 EUR/Jahr (-22%)
Grundwasser4,83.125 kWh1.156 EUR-430 EUR/Jahr (-27%)
Luft-Luft (Split)3,24.688 kWh1.735 EUR+149 EUR/Jahr (+9%)

Wie viel Strom verbraucht die Warmwasser-Bereitung zusätzlich?

Neben der Heizung verbraucht die Wärmepumpe zusätzlichen Strom für die Warmwasserbereitung. Ein 1-Personen-Haushalt benötigt dafür 300-400 kWh Strom pro Jahr, bei größeren Haushalten steigt der Bedarf entsprechend an – 3- und 4-Personen-Haushalte benötigen deutlich mehr, wobei die genauen Werte stark von individuellem Verbrauch und JAZ abhängen. Bei 0,37 EUR/kWh entspricht das im 1-Personen-Haushalt Kosten von 111-148 EUR pro Jahr, bei größeren Haushalten entsprechend mehr. Die JAZ für Warmwasser liegt mit 2,8-3,2 niedriger als für die Raumheizung, weil höhere Zieltemperaturen benötigt werden. Für den Schutz vor Legionellen empfehlen DVGW-Regelwerke und die Trinkwasserverordnung bei zentralen Anlagen, den Speicher regelmäßig auf mindestens 60°C am Speicherausgang und mindestens 55°C im Zirkulationssystem zu erwärmen; eine pauschale, für jede private Kleinanlage identisch geltende wöchentliche 60°C-Pflicht besteht dagegen nicht in dieser starren Form.
HaushaltsgrößeJAZ WarmwasserStromverbrauch/JahrKosten/Jahr (0,37 EUR/kWh)
1 Person2,8-3,2300-400 kWh111-148 EUR
3 Personen2,8-3,2800-1.200 kWh296-444 EUR
4 Personen2,8-3,21.094-1.714 kWh405-634 EUR

Welche Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch am stärksten?

Die Vorlauftemperatur ist der wirkungsvollste Hebel beim Stromverbrauch. Am Beispiel eines Hauses mit 15.000 kWh Jahreswärmebedarf zeigt sich: Bei 35°C Vorlauf und JAZ 4,5 fallen 3.333 kWh Strom und 1.233 EUR Kosten an, bei 65°C Vorlauf und JAZ 2,3 dagegen 6.522 kWh und 2.413 EUR – fast doppelt so viel. Über 20 Jahre Betriebsdauer summiert sich diese Differenz auf rund 23.600 EUR Mehrkosten.

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  • 35°C (Fußbodenheizung): JAZ 4,5 → 3.333 kWh/Jahr → 1.233 EUR (Basis)
  • 45°C (Niedertemperatur-Heizkörper): JAZ 3,8 → 3.947 kWh/Jahr → 1.460 EUR (+227 EUR, +18%)
  • 55°C (Standard-Heizkörper): JAZ 3,0 → 5.000 kWh/Jahr → 1.850 EUR (+617 EUR, +50%)
  • 65°C (alte kleine Heizkörper): JAZ 2,3 → 6.522 kWh/Jahr → 2.413 EUR (+1.180 EUR, +96%)

Wie viel Mehrverbrauch verursachen Abtauzyklen?

Bei Außentemperaturen zwischen 0°C und 5°C bildet sich Frost auf dem Verdampfer von Luft-Wasser-Wärmepumpen, weshalb sich die Anlage regelmäßig in einen Abtau-Modus schaltet. Dabei kehrt die Wärmepumpe meist den Kältekreisprozess um, wodurch die Heizleistung für kurze Zeit reduziert oder unterbrochen wird; ein elektrischer Heizstab kommt dabei in der Regel nicht standardmäßig zum Einsatz, sondern dient vor allem als Zusatzheizung bei sehr niedrigen Außentemperaturen. In der Praxis führt die Abtauung zu einem Mehrverbrauch von etwa 5-15% gegenüber einem Betrieb ohne Abtauung. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen sind von diesem Effekt weitgehend nicht betroffen, da ihr Verdampfer nicht der Außenluft ausgesetzt ist; die Quelltemperaturen liegen zwar meist über 5°C, können bei Sole-Kreisen aber lokal auch niedriger liegen.

Wann schaltet sich der elektrische Heizstab ein?

Der elektrische Heizstab ist eine reine Widerstandsheizung mit COP 1,0 und übernimmt Spitzenlasten am sogenannten Bivalenzpunkt, der je nach Systemauslegung meist zwischen etwa -5°C und -15°C liegt, außerdem bei hohem Warmwasserbedarf oder während der Abtauung. Läuft der Heizstab im Winter fast täglich, deutet das auf eine unterdimensionierte Wärmepumpe, einen fehlenden hydraulischen Abgleich oder eine zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur hin. Ein hydraulischer Abgleich kostet einmalig 600-1.200 EUR, spart aber 5-10% Stromverbrauch und ist häufig die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme.

Wie viel spart eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung 2026?

Der Kostenvorteil einer Wärmepumpe gegenüber Gas hängt 2026 stark vom Gebäudezustand ab. Bei einem Haus mit 15.000 kWh Jahreswärmebedarf und einer Gasheizung mit 92% Nutzungsgrad ergeben sich bei einem Gaspreis von 0,12 EUR/kWh Gaskosten von rund 1.957 EUR pro Jahr. Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und JAZ 4,3 kommt bei 0,37 EUR/kWh Strompreis auf 1.291 EUR Stromkosten – ein Vorteil von 666 EUR pro Jahr. Im sanierten Altbau mit Standard-Heizkörpern und JAZ 3,5 sinkt der Vorteil auf 371 EUR pro Jahr. Im unsanierten Altbau mit alten Heizkörpern und JAZ 2,8 liegt die Wärmepumpe mit 1.982 EUR sogar rund 25 EUR über den Gaskosten – praktisch auf Augenhöhe. Gegenüber älteren Rechnungen mit 0,28 EUR/kWh Strom und 0,08 EUR/kWh Gas hat sich der relative Vorteil der Wärmepumpe in schlecht sanierten Gebäuden verbessert, weil der Gaspreis stärker gestiegen ist als der Strompreis. Die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise sanken 2025 zwar leicht um rund 2,2% gegenüber 2024, liegen aber weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau.
SzenarioJAZStromkosten WP/JahrGaskosten Vergleich/JahrDifferenz
Neubau mit Fußbodenheizung4,31.291 EUR1.957 EUR-666 EUR (WP 34% günstiger)
Sanierter Altbau (Heizkörper 50°C)3,51.586 EUR1.957 EUR-371 EUR (WP 19% günstiger)
Unsanierter Altbau (alte Heizkörper)2,81.982 EUR1.957 EUR+25 EUR (WP ca. 1% teurer)

Wie lässt sich der Stromverbrauch einer Wärmepumpe senken?

Die wirksamste Einzelmaßnahme bleibt die Vorlauftemperatur. Weitere Optimierungen verbessern die Effizienz zusätzlich, ohne dass ein neues Gerät nötig ist:
  • Vorlauftemperatur senken: Jede Absenkung um 5 Kelvin über die Heizkurve spart 12-15% Strom, kostenlos umsetzbar.
  • Hydraulischer Abgleich: 5-10% Einsparung bei 600-1.200 EUR Investition, amortisiert sich meist in 5-10 Jahren.
  • Heizkörper vergrößern: ermöglicht Vorlauf-Senkung von 55°C auf 45°C und verbessert die Effizienz der Wärmepumpe um rund 10-15%, was je nach Gebäude mehrere hundert kWh Strom pro Jahr sparen kann.
  • Pufferspeicher richtig dimensionieren: eine bedarfsgerechte Dimensionierung nach Herstellervorgaben vermeidet häufige Taktung und kann die Effizienz verbessern; feste Liter-pro-kW-Regeln oder ein pauschaler Effizienzgewinn sind jedoch nicht allgemein standardisiert.
  • Photovoltaik kombinieren: Eine 5-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland typischerweise rund 4.500-5.000 kWh Strom pro Jahr; ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil der Wärmepumpe meist bei rund 25-35%, mit Speicher und optimierter Steuerung sind 40-50% möglich – das entspricht etwa 2.000-2.500 kWh Eigenstrom und spart bei 0,37 EUR/kWh rund 740-925 EUR Stromkosten pro Jahr.
  • Nachtabsenkung aktivieren: 4 Kelvin Absenkung nachts spart rund 5-12% Wärmebedarf, kostenlos einstellbar.
  • Warmwasser-Solltemperatur optimieren: Eine Reduktion von 60°C auf rund 50-52°C kann die Wärmeverluste spürbar senken und den Stromverbrauch merklich reduzieren; die genaue Einsparung hängt stark von Warmwasserbedarf und Speichergröße ab.

Häufige Fragen zu Wärmepumpe Stromverbrauch

Ist ein Stromverbrauch von 30.000 kWh pro Jahr normal?

Ein Jahresverbrauch von 30.000 kWh ist für eine einzelne Wärmepumpe im Einfamilienhaus deutlich zu hoch und deutet auf einen sehr alten, kaum gedämmten Altbau mit hohem Heizstab-Anteil oder auf ein größeres Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohneinheiten hin. Bei einem sehr alten Altbau mit über 200 kWh/m²·a spezifischem Wärmebedarf und einer JAZ von nur 2,0-2,5 sind 12.000-15.000 kWh/Jahr realistisch – 30.000 kWh liegen selbst darüber und sprechen für eine Fehlfunktion, einen dauerhaft aktiven Heizstab oder eine falsch eingestellte Heizkurve, die dringend überprüft werden sollte.

Meine Wärmepumpe verbraucht 50 kWh pro Tag im Winter – ist das normal?

50 kWh pro Tag liegen über dem Bereich sanierter Altbauten (25-40 kWh/Tag) und nahe am Bereich unsanierter Altbauten (48-65 kWh/Tag). Wahrscheinliche Ursachen sind eine zu hohe Vorlauftemperatur, ein fehlender hydraulischer Abgleich oder ein häufig aktiver Heizstab. Ein Blick ins Betriebsprotokoll der Wärmepumpe zeigt, wie oft der Heizstab tatsächlich anspringt – im Normalfall sollte das nur an sehr wenigen Extremtagen passieren.

Wie teuer wird eine Wärmepumpe bei 65°C Vorlauftemperatur?

Bei 65°C Vorlauf sinkt die JAZ auf rund 2,3, wodurch bei einem Jahreswärmebedarf von 15.000 kWh etwa 6.522 kWh Strom benötigt werden – bei 0,37 EUR/kWh rund 2.413 EUR pro Jahr. Das sind rund 96% mehr als bei 35°C Vorlauf mit 1.233 EUR. Ein Heizkörpertausch oder eine Vorlauf-Senkung amortisiert sich über die jährliche Stromersparnis häufig innerhalb von 10-15 Jahren.

Spielt die kW-Größe der Wärmepumpe eine Rolle für den Stromverbrauch?

Nicht direkt. Eine 8-kW- und eine 22-kW-Wärmepumpe mit identischem Wärmebedarf und identischer JAZ verbrauchen etwa gleich viel Strom im Jahr, weil beide nur so viel Energie liefern, wie das Gebäude tatsächlich benötigt. Größere Nennleistungen sind meist die Folge eines höheren Wärmebedarfs (größere Fläche, schlechtere Dämmung) und nicht dessen Ursache – der Wärmebedarf des Gebäudes bestimmt den Verbrauch, nicht die kW-Zahl auf dem Typenschild.

Wie hoch ist der durchschnittliche Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus?

Als Orientierung nennen Energieversorger für ein durchschnittliches Einfamilienhaus einen jährlichen Heizstromverbrauch von etwa 3.000 bis 6.000 kWh. Neubauten mit Fußbodenheizung liegen oft darunter (1.250-2.630 kWh), unsanierte Altbauten deutlich darüber (8.040 kWh und mehr).

Wie berechne ich meinen bisherigen Gasverbrauch in Wärmepumpen-Stromverbrauch um?

Um den bisherigen Gasverbrauch grob umzurechnen, wird zunächst der Nutzungsgrad der alten Gasheizung (meist rund 92%) berücksichtigt: Gasverbrauch × 0,92 ergibt die tatsächlich erzeugte Wärmemenge (Wärmeerzeugung). Dieser Wert wird anschließend durch die erwartete JAZ der neuen Wärmepumpe geteilt. Bei 12.000 kWh Gasverbrauch ergibt sich eine Wärmeerzeugung von rund 11.040 kWh; bei einer JAZ von 3,5 entstehen daraus etwa 3.154 kWh Stromverbrauch pro Jahr.

Für wen lohnt sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich?

Nach dem Rekordabsatz von rund 356.000 Wärmepumpen im Jahr 2023 sank der Absatz 2024 auf etwa 193.000 Geräte – ein Rückgang von 46%. Rund zwei Drittel davon wurden in Bestandsgebäuden installiert, nur etwa 62.000 im Neubau. Das zeigt: Wärmepumpen sind längst kein reines Neubau-Thema mehr, aber die Wirtschaftlichkeit hängt beim Bestand stark vom energetischen Zustand ab.

Neubau und gut sanierte Gebäude

Bei Fußbodenheizung und Vorlauftemperaturen unter 40°C ist die Wärmepumpe praktisch immer die günstigere und zukunftssicherere Wahl: JAZ-Werte von 4,3-4,8 sorgen für niedrige Stromkosten und einen klaren Kostenvorteil gegenüber Gas von häufig über 600 EUR pro Jahr in den hier gerechneten Beispielen.

Teilsanierte Altbauten mit Heizkörpern

Mit Standard-Heizkörpern bei 50°C Vorlauf und JAZ 3,0-3,5 fällt der Vorteil gegenüber Gas geringer aus (im gerechneten Beispiel rund 371 EUR/Jahr), bleibt aber meist positiv. Ein hydraulischer Abgleich und größere Heizkörper verbessern die Wirtschaftlichkeit zusätzlich.

Unsanierte Altbauten

Ohne energetische Verbesserung liegen die Betriebskosten einer Wärmepumpe bei alten Heizkörpern und JAZ unter 2,8 auf Gas-Niveau oder knapp darüber. Sinnvoller ist hier meist die Kombination aus punktueller Sanierung (Dämmung, größere Heizkörper) und Wärmepumpe oder ein Hybrid-System. Aktuelle Förderbedingungen für den Heizungstausch ändern sich häufig und sollten vor der Planung individuell geprüft werden.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen