Das Wichtigste in Kürze
- Kältemittel: Eine Propan-Wärmepumpe nutzt R290 mit einem GWP-Wert von 0,02 statt bis zu 2.088 bei R410A.
- Kosten 2026: Die Gesamtkosten inklusive Einbau liegen marktüblich zwischen 27.000 und 45.000 Euro für ein Einfamilienhaus.
- Förderung: Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 28.000 Euro je Wohneinheit ab dem 21.07.2026.
- Effizienz: Marktmodelle erreichen SCOP-Werte zwischen 4,57 und 5,35 (W35) je nach Hersteller.
- Sicherheit: R290 fällt in Sicherheitsklasse A3, doch laut IFS Kiel ist nur ein einziger von über 20.000 Schadensfällen mit Explosionsereignissen bei Propan-Kälteanlagen vergleichbar.
- Aufstellung: Bis 150 Gramm Füllmenge ist eine Innenaufstellung ohne Zusatzmaßnahmen zulässig, außen gelten Mindestabstände von 1 bis 3 Metern.
- Zukunftssicherheit: R290 (GWP 0,02) erfüllt bereits heute den ab dem 01.01.2027 für die meisten Wärmepumpentypen geltenden GWP-Grenzwert von 150 der F-Gase-Verordnung.
Was ist eine Propan-Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Eine Propan-Wärmepumpe ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die statt eines synthetischen F-Gases das natürliche Kältemittel R290 (chemisch: Propan) im Kältekreislauf nutzt. Sie entzieht der Außenluft über einen Verdampfer Wärme, verdichtet das gasförmige R290 im Kompressor auf ein höheres Temperaturniveau und gibt die Wärme über einen Kondensator an den Heizkreislauf des Gebäudes ab.
Der zentrale Unterschied zu klassischen Wärmepumpen liegt im Kältemittel selbst: R290 erreicht einen GWP-Wert (Treibhauspotenzial) von 0,02 nach Anhang VI der EU-Verordnung 2024/573, während R410A auf einen GWP-Wert von 2.088 kommt. Einige ältere Quellen nennen für R290 noch einen Wert von 3 — dieser stammt aus der vorherigen Berechnungsgrundlage (AR4) und ist durch die aktuelle Anhang-VI-Einstufung (AR6) überholt, bleibt aber vereinzelt in Umlauf.
Propan-Wärmepumpen gibt es als Monoblock- oder Split-Geräte und erreichen Vorlauftemperaturen von bis zu 75 °C, was sie auch für unsanierte Bestandsgebäude mit klassischen Heizkörpern einsetzbar macht. Von einer klassischen R32- oder R410A-Wärmepumpe unterscheidet sich die Propan-Variante technisch durch die Kompressorauslegung für das brennbare Kältemittel und rechtlich durch die Einordnung in Sicherheitsklasse A3 nach DIN EN 378.
Wie sicher ist Propan als Kältemittel (GWP, Sicherheitsklasse A3)?
Propan gilt nach DIN EN 378 als Kältemittel der Sicherheitsklasse A3 — gering toxisch, aber hoch entflammbar — und erfordert dadurch zusätzliche Aufstellungs- und Wartungsauflagen gegenüber unbrennbaren Kältemitteln. Die Klasse A3 stützt sich auf zwei physikalische Kenngrößen von Propan: eine Zündtemperatur von 470 °C und Explosionsgrenzen zwischen 1,7 und 10,8 Vol% in der Umgebungsluft.
Umweltseitig schneidet R290 deutlich besser ab als synthetische Kältemittel: Der aktuelle GWP-Wert von 0,02 liegt weit unter dem Wert von R32 (675) und von R410A (2.088). Die folgende Tabelle stellt die Werte gegenüber.
GWP-Werte gängiger Kältemittel im Vergleich nach aktueller und veralteter Berechnungsgrundlage.
Kältemittel | GWP-Wert (GWP100) | Berechnungsgrundlage | Quelle |
R290 (Propan) | 0,02 | Anhang VI, AR6 (aktuell gültig) | cci Dialog / EUR-Lex |
R290 (Propan, veraltete Angabe) | 3 | AR4-Basis, vereinzelt noch zitiert | KKA |
R32 | 675 | Anhang I, AR4 | KKA |
R410A | 2.088 | Herstellerangabe | Bosch Home Comfort |
Die Sicherheitsklasse A3 bedeutet in der Praxis konkrete bauliche Auflagen: Mindestabstände bei der Außenaufstellung, eine Füllmengengrenze von 150 g für die vereinfachte Innenaufstellung und eine jährliche Dichtheitsprüfungspflicht ab 3 kg Füllmenge. Diese Auflagen werden in den folgenden Abschnitten zu Aufstellung und Innenaufstellung im Detail behandelt.
Welche Bauarten gibt es (Monoblock, Split, luftgekühlt)?
Propan-Wärmepumpen für Einfamilienhäuser sind als
Monoblock- oder
Split-Geräte erhältlich. Beide Bauarten arbeiten luftgekühlt über einen Außenverdampfer. Beim Monoblock befindet sich der komplette Kältekreislauf inklusive Kompressor in einer einzigen Außeneinheit. Ins Haus führt lediglich der Wasserkreislauf für Heizung und Warmwasser.
Beim Split-Gerät ist der Kältekreislauf auf eine Außen- und eine Inneneinheit verteilt, verbunden durch eine Kältemittelleitung. Diese Bauart ermöglicht kompaktere Innenaufstellung, erfordert aber wegen der Kältemittel führenden Leitung im Gebäude in der Regel einen Kälteschein für Installation und Wartung — beim Monoblock entfällt diese Pflicht meist, weil das brennbare Kältemittel das Gebäude gar nicht erreicht.
Die Installationskosten unterscheiden sich entsprechend: Ein Monoblock-Gerät kostet in der Installation nach marktüblichen Erfahrungswerten schätzungsweise 3.000 bis 5.000 Euro, ein Split-Gerät schätzungsweise 4.000 bis 7.000 Euro — die Differenz ergibt sich aus dem zusätzlichen Aufwand für die Kältemittelleitung und deren Dichtheitsprüfung bei der Inbetriebnahme.
Was kostet eine Propan-Wärmepumpe 2026?
Die Gesamtkosten einer Propan-Wärmepumpe liegen 2026 nach marktüblichen Vergleichswerten inklusive Gerät und Einbau zwischen 27.000 und 45.000 Euro für ein Einfamilienhaus, abhängig von Leistungsgröße, Bauart und Aufstellungssituation. Die folgende Tabelle schlüsselt die Kostenbestandteile auf.
Kostenaufschlüsselung einer Propan-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus (2026).
Kostenposition | Betrag |
Installation Monoblock-Gerät | 3.000–5.000 EUR |
Installation Split-Gerät | 4.000–7.000 EUR |
Gesamtkosten inkl. Gerät und Einbau (EFH) | 27.000–45.000 EUR |
Grundförderung BEG 458 | 30 % der förderfähigen Kosten |
Beispiel: Referenzszenario Einfamilienhaus, 140 m², Baujahr vor 1990
Gegeben: Gesamtkosten 35.000 EUR, förderfähige Kostenobergrenze für die erste Wohneinheit ab 21.07.2026 gedeckelt auf 28.000 EUR, Grundförderung 30 %.
Berechnung: 28.000 EUR × 30 % = 8.400 EUR Fördersumme. 35.000 EUR − 8.400 EUR = 26.600 EUR Eigenanteil.
Ergebnis: Der Eigenanteil nach Förderung beträgt 26.600 Euro, auch wenn die Gesamtkosten über der Förder-Kostenobergrenze liegen.
Wer ausschließlich den niedrigsten Anschaffungspreis vergleicht, ohne die Grundförderung von 30 Prozent einzukalkulieren, verzerrt den Vergleich zwischen Propan-Wärmepumpen und Geräten mit klassischem Kältemittel — laut Bosch Home Comfort liegt der reine Anschaffungspreis zwischen R290- und F-Gas-Modellen ohnehin kaum auseinander.
Wie hoch sind die Betriebskosten im Vergleich?
Die jährlichen Betriebskosten einer Propan-Wärmepumpe im Referenzszenario liegen zwischen 830 und 951 Euro für reinen Stromverbrauch, abhängig vom SCOP-Wert (der saisonalen Leistungszahl) des Modells, dem Wärmebedarf des Gebäudes und dem Strompreis. Die Formel dafür lautet:
Betriebskosten = (Wärmebedarf ÷ SCOP) × Strompreis + Wartungskosten
Wo:
- Wärmebedarf: Jahreswärmebedarf des Gebäudes in kWh
- SCOP: saisonale Leistungszahl, dimensionslos
- Strompreis: Haushaltsstrompreis in €/kWh
- Wartungskosten: jährliche Kosten laut individuellem Wartungsvertrag
Beispiel: Referenzszenario, Wärmebedarf 12.000 kWh/Jahr
Gegeben: Wärmebedarf 12.000 kWh/Jahr, SCOP 4,77 (Buderus Logatherm WLW186i AR bei W35), Haushaltsstrompreis 37,0 ct/kWh (BDEW-Strompreisanalyse 2026).
Berechnung: 12.000 kWh ÷ 4,77 = 2.515,7 kWh Stromverbrauch. 2.515,7 kWh × 0,370 €/kWh ≈ 931 EUR.
Ergebnis: Die reinen Stromkosten liegen bei rund 931 Euro pro Jahr, zzgl. Wartungskosten laut Wartungsvertrag.
Der SCOP-Wert unterscheidet sich je nach Hersteller und Modell spürbar, was sich direkt auf die Stromkosten auswirkt. Die folgende Tabelle rechnet die jährlichen Stromkosten für das Referenzszenario (12.000 kWh/Jahr Wärmebedarf, 37,0 ct/kWh Strompreis) auf Basis der jeweiligen SCOP-W35-Herstellerangabe hoch und zeigt die Summe über 20 Jahre.
Rechnerischer Vergleich der jährlichen Stromkosten im Referenzszenario nach Hersteller-SCOP (W35), hochgerechnet auf 20 Jahre.
Hersteller / Modell | SCOP (W35) | Stromkosten pro Jahr | Stromkosten über 20 Jahre |
Stiebel Eltron WPL-A 5.2 Plus | 5,35 | 830 EUR | 16.598 EUR |
Daikin Altherma 4 H (12 kW) | 5,14 | 864 EUR | 17.276 EUR |
Viessmann Vitocal 250-A (A10) | 5,01 | 886 EUR | 17.725 EUR |
Vaillant aroTHERM plus /8.1 | rund 4,7–5,3 (Richtwert) | 888 EUR | 17.760 EUR |
Buderus Logatherm WLW186i AR | 4,77 | 931 EUR | 18.616 EUR |
Bosch Compress 5800i AW | 4,57–4,77 (Ø 4,67) | 951 EUR | 19.015 EUR |
Die Werte sind rechnerische Hochrechnungen für das Referenzszenario auf Basis der jeweiligen Hersteller-SCOP-Angabe, nicht gemessener Feldverbrauch, und schließen Wartungskosten aus. Zwischen dem effizientesten und dem am wenigsten effizienten Modell in dieser Übersicht liegt eine Differenz von rund 2.400 Euro über 20 Jahre allein bei den Stromkosten.
Welche Effizienzkennzahlen (SCOP/COP) erreichen R290-Wärmepumpen?
R290-Wärmepumpen erreichen im Labortest SCOP-Werte zwischen 4,57 und 5,35 bei der Prüftemperatur W35, abhängig von Hersteller und Modell. Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) ist die saisonale Leistungszahl und errechnet sich nach DIN EN 14825 aus vier Prüftemperaturen (−7 °C, 2 °C, 7 °C, 12 °C):
SCOP = Qheiz,Jahr ÷ Wel,Jahr
Wo:
- Qheiz,Jahr: abgegebene Jahreswärmemenge in kWh
- Wel,Jahr: aufgenommene elektrische Jahresarbeit in kWh
Beispiel: Referenzszenario, SCOP 4,77
Gegeben: Qheiz,Jahr = 12.000 kWh (Referenzszenario), SCOP = 4,77 (Buderus WLW186i AR, W35).
Berechnung: Wel,Jahr = 12.000 kWh ÷ 4,77 = 2.515,7 kWh.
Ergebnis: Für 12.000 kWh Jahreswärmebedarf wird rechnerisch eine elektrische Jahresarbeit von rund 2.516 kWh benötigt.
Der SCOP fällt bei höherer Vorlauftemperatur spürbar niedriger aus: Beim Daikin Altherma 4 H (12-kW-Variante) sinkt der SCOP von 5,14 bei W35 auf 4,04 bei W55, bei der Viessmann Vitocal 250-A (Modell A10) von 5,01 auf 3,87. Für die Effizienzbewertung ist deshalb entscheidend, welche Vorlauftemperatur das Heizsystem tatsächlich benötigt — Fußbodenheizungen mit W35 profitieren stärker als Bestandsgebäude mit Heizkörpern und W55-Bedarf.
In einem unabhängigen Feldprojekt hat das Fraunhofer ISE für R290-Wärmepumpen einen SCOP55 von 3,8 im dezentralen Betrieb und 3,65 (optimierbar auf 3,7) im zentralen Betrieb gemessen — niedriger als die Herstellerlabor-Werte bei W35, aber ein realistischer Praxiswert für die anspruchsvollere Prüftemperatur W55.
Welche Abstands- und Aufstellungsregeln gelten?
Für die Außenaufstellung einer Propan-Wärmepumpe gelten nach den Kriterien der Kälte-Fachverbände feste Mindestabstände zu Gebäudeöffnungen und Nachbargrundstücken, damit austretendes Propan im Störfall nicht in geschlossene Räume gelangen oder sich an der Grundstücksgrenze ansammeln kann.
Mindestabstände und Füllmengengrenzen für die Aufstellung von R290-Wärmepumpen.
Regel | Wert | Quelle |
Mindestabstand zu Fenstern, Türen, Lüftungsöffnungen | 1 m | cci Dialog |
Mindestabstand Geräteoberkante zu Gebäudeöffnungen | 0,5 m | Haustechnikdialog |
Mindestabstand zu Nachbargrundstück / öffentlicher Fläche | 3 m | cci Dialog |
Füllmengengrenze für vereinfachte Innenaufstellung | 150 g | Bundesverband Wärmepumpe |
Die 3-Meter-Regel zum Nachbargrundstück betrifft in dicht bebauten Wohngebieten häufig die Standortwahl stärker als die Gerätegröße selbst — bei kleinen Grundstücken lohnt sich deshalb vor der Bestellung eine Vor-Ort-Prüfung durch den Fachbetrieb. Ab einer Füllmenge von 3 kg schreibt der Gesetzgeber zusätzlich eine jährliche Dichtheitsprüfung vor, unabhängig vom Aufstellort.
Kann eine Propan-Wärmepumpe im Haus aufgestellt werden (Innenaufstellung)?
Eine Innenaufstellung ist möglich, wenn die Füllmenge des Geräts 150 Gramm Propan nicht überschreitet — dann sind laut Bundesverband Wärmepumpe keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Diese Schwelle ist in der Norm DIN EN 60335-2-40 verankert und gilt unabhängig von der Gebäudegröße.
Liegt die Füllmenge über 150 Gramm, verlangt die Innenaufstellung zusätzliche technische Maßnahmen wie Gassensoren mit einer Auslöseschwelle von rund 20 % der unteren Explosionsgrenze nach TRGS 723 und DIN EN 60079-10-1. Diese Sensoren erkennen eine gefährliche Gaskonzentration frühzeitig und schalten die Anlage automatisch ab. In der Praxis setzen die meisten Hersteller bei Einfamilienhaus-Geräten deshalb auf die Außenaufstellung als Monoblock, um diese Zusatzauflagen zu vermeiden.
Welche Hersteller bieten Propan-Wärmepumpen an – Bosch, Buderus, Viessmann, Vaillant, Daikin, Stiebel Eltron, Weishaupt im Vergleich?
Die folgenden sieben Hersteller bieten nach aktueller Marktrecherche R290-Wärmepumpen für den deutschen Markt an. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit des Gesamtmarkts, da laufend weitere Hersteller nachziehen. Die Modelle unterscheiden sich in Leistungsbereich, Effizienz und Zielsegment.
Vergleich von R290-Wärmepumpenmodellen nach Leistungsbereich, SCOP und Vorlauftemperatur.
Hersteller | Modell | Leistungsbereich | SCOP (W35) | Max. Vorlauf | Segment |
Bosch | Compress 5800i AW | 3,9–11,6 kW | 4,57–4,77 | 75 °C | Einfamilienhaus |
Buderus | Logatherm WLW186i AR | k. A. | 4,77 | 75 °C | Einfamilienhaus |
Viessmann | Vitocal 250-A (A10) | 2,1–18,5 kW | 5,01 | k. A. | Einfamilienhaus |
Vaillant | aroTHERM plus /8.1 | 3,5–12,5 kW | 4,7–5,3 | k. A. | Einfamilienhaus |
Daikin | Altherma 4 H | 12 kW (getestete Variante) | 5,14 | k. A. | Einfamilienhaus |
Stiebel Eltron | WPL-A 5.2 Plus | k. A. | 5,35 | k. A. | Einfamilienhaus |
Weishaupt | WWP L A | 18–60 kW (bis 840 kW im Kaskadenverbund) | k. A. | k. A. | Gewerbe / Großanlagen |
Von den sieben Herstellern positioniert sich
Weishaupt mit der WWP L A klar im gewerblichen Segment für Hallenheizungen und größere Liegenschaften, während die übrigen sechs Hersteller Einfamilienhaus-taugliche Geräte mit Leistungsbereichen zwischen rund 2 und 18 kW anbieten. Im unabhängigen Test von Stiftung Warentest (Oktober 2025) erzielte die
Viessmann Vitocal 250-A mit der Note
2,0 das beste Ergebnis unter den getesteten Modellen.
Wie hoch ist die Förderung 2026 (BAFA/KfW) für Propan-Wärmepumpen?
Die Förderung für Propan-Wärmepumpen läuft 2026 über das KfW-Programm BEG 458 und wird zum 21.07.2026 grundlegend reformiert. Zwischen dem 09. und 20.07.2026 gilt eine technische Übergangsfrist, in der keine neuen Förderzusagen (BzA/TPB) erstellt werden können.
Fördersätze und -grenzen der Heizungsförderung BEG 458 vor und ab der Reform am 21.07.2026.
Förderbestandteil | Bis 20.07.2026 | Ab 21.07.2026 |
Grundförderung | 30 % | 30 % (unverändert) |
Effizienzbonus (natürliches Kältemittel) | 5 Prozentpunkte | entfällt |
Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 % (danach −4 Pp alle 6 Monate ab Februar 2027) |
Einkommensbonus | k. A. (Altregelung nicht Teil der Recherche) | gestaffelt: 10 / 30 / 40 % |
Förderfähige Kostenobergrenze (1. Wohneinheit) | 30.000 EUR | 28.000 EUR (danach −750 EUR je 6 Monate) |
Maximaldeckel | k. A. | 80 % bzw. max. 22.400 EUR |
Bemerkenswert: Der Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten, den R290-Wärmepumpen bislang für das natürliche Kältemittel zusätzlich erhielten, entfällt mit der Reform vollständig — Wärmepumpen mit natürlichem und mit synthetischem Kältemittel werden dadurch bei der Förderung gleichgestellt. Perspektivisch bevorzugt aber die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 mit ihrem ab 01.01.2027 greifenden GWP-Grenzwert von 150 Modelle wie R290 gegenüber klassischen R32-Geräten am Markt. Ergänzend vergibt die KfW über die Programme 358/359 einen Ergänzungskredit von bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit zur Vorfinanzierung.
Wie läuft die Installation ab und wie finde ich einen Fachbetrieb?
Die Installation einer Propan-Wärmepumpe folgt vier Schritten: Standortwahl unter Einhaltung der Abstandsregeln, Angebotsvergleich bei zertifizierten Fachbetrieben, die eigentliche Montage und abschließend die Inbetriebnahme mit Dichtheitsprüfung des Kältekreislaufs.
Bei der Wahl des Fachbetriebs sind mehrere Kriterien relevant, die über die reine Heizungsbau-Qualifikation hinausgehen: Der Betrieb benötigt für Split-Geräte eine
Kälteschein-Zertifizierung nach Kategorie I, weist Konformität mit
VDMA 24020 für Anlagen mit brennbaren Kältemitteln nach und verfügt idealerweise bereits über Referenzprojekte mit R290-Geräten. Grundsätzlich empfiehlt sich, mindestens zwei bis drei Angebote einzuholen und diese sowohl beim Gerätepreis als auch bei den Installationskosten (Monoblock 3.000–5.000 EUR, Split 4.000–7.000 EUR) zu vergleichen. Herstellerunabhängige Vermittlungsplattformen wie EnergieFluss24 stellen den
Kontakt zu geprüften regionalen Fachpartnern für BAFA- und KfW-förderfähige Installationen her.
Bei einem Monoblock-Gerät entfällt die Kälteschein-Pflicht für den ausführenden Betrieb in der Regel, da sich der komplette Kältekreislauf in der Außeneinheit befindet und das brennbare Kältemittel den Innenraum nicht erreicht — bei Split-Geräten mit kältemittelführender Leitung im Haus ist sie hingegen praktisch immer erforderlich.
Ist eine Propan-Wärmepumpe gefährlich – wie hoch ist das Explosionsrisiko?
Das Explosionsrisiko einer fachgerecht installierten Propan-Wärmepumpe ist nach der Schadensstatistik des IFS Kiel gering: Von mehr als 20.000 Schadensfällen in der Datenbank des Instituts ist lediglich ein einziger mit Explosionsereignissen bei Propan-Kälteanlagen vergleichbar. Propan selbst zündet erst ab einer Temperatur von 470 °C und muss in einer Konzentration zwischen 1,7 und 10,8 Vol% mit Luft vorliegen, um überhaupt ein zündfähiges Gemisch zu bilden.
Die geringe Schadenshäufigkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer technischer Schutzmaßnahmen: der Füllmengenbegrenzung auf 150 g bei Innenaufstellung, den Mindestabständen bei Außenaufstellung und — bei größeren Füllmengen — den vorgeschriebenen Gassensoren mit einer Auslöseschwelle von rund 20 % der unteren Explosionsgrenze. Ein zusätzlicher versicherungsrechtlicher Punkt: Nach Angaben der Verbraucherzentrale müssen Eigentümer den Einbau einer Propan-Wärmepumpe ihrem Gebäudeversicherer melden, damit im Schadensfall der volle Versicherungsschutz besteht.
Welche Nachteile, Risiken und typischen Fehler gibt es?
Die zentralen Nachteile einer Propan-Wärmepumpe sind die brennbarkeitsbedingten Aufstellungsauflagen, die zusätzliche Dichtheitsprüfungspflicht ab 3 kg Füllmenge und potenzielle Unsicherheiten bei Versicherung und Kälteschein-Zuständigkeit, die sich mit der richtigen Vorbereitung jedoch vermeiden lassen.
Fehler 1: Brennbarkeit unterschätzen
Symptom: Der Standort wird ohne Rücksicht auf Abstände zu Fenstern oder Nachbargrundstücken gewählt. Folge: Die Anlage entspricht nicht der Sicherheitsklasse-A3-Vorgabe und muss nachträglich versetzt werden. Prävention: Standortwahl gemeinsam mit dem Fachbetrieb anhand der Abstandsregeln (1 m zu Öffnungen, 3 m zur Grundstücksgrenze) planen.
Fehler 2: Dichtheitsprüfung vergessen
Symptom: Bei Geräten ab 3 kg Füllmenge wird die jährliche Prüfpflicht nicht in den Wartungsplan aufgenommen. Folge: Fehlende Prüfnachweise gefährden Garantie- und Versicherungsansprüche. Prävention: Dichtheitsprüfung fest im Wartungsvertrag verankern.
Symptom: Der Einbau der Propan-Wärmepumpe wird dem Gebäudeversicherer nicht gemeldet. Folge: Im Schadensfall drohen laut Verbraucherzentrale Deckungslücken. Prävention: Versicherer vor oder unmittelbar nach der Installation informieren.
Fehler 4: Kälteschein-Zuständigkeit falsch einschätzen
Symptom: Bei der Angebotseinholung wird nicht zwischen Monoblock- und Split-Bauart unterschieden. Folge: Bei Split-Geräten fehlt dem beauftragten Betrieb die erforderliche Kälteschein-Qualifikation, was die Installation verzögert. Prävention: Bauart vorab klären und die Zertifizierung des Fachbetriebs vor Auftragsvergabe prüfen.
Was sagen unabhängige Tests (Stiftung Warentest) zu Propan-Wärmepumpen?
Im Wärmepumpen-Test von Stiftung Warentest aus Oktober 2025 belegte die Viessmann Vitocal 250-A mit der Testnote 2,0 den ersten Platz unter den geprüften Geräten. Unabhängige Leistungsprüfungen führt zudem das Wärmepumpen-Testzentrum WPZ der Ostschweizer Fachhochschule (OST) durch, das reale Effizienzwerte unter Feldbedingungen ermittelt.
Diese unabhängigen Testergebnisse ergänzen die breite Nutzerzufriedenheit mit Wärmepumpen allgemein: Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Wärmepumpe würden 96 Prozent der Wärmepumpenbesitzer sich erneut für eine Wärmepumpe entscheiden.
Wie verschärfen sich die Vorschriften für R290 bis 2033?
Der regulatorische Rahmen für R290-Wärmepumpen verschärft sich in den kommenden Jahren schrittweise zugunsten natürlicher Kältemittel. Nach der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 gilt für die meisten einfamilienhaustauglichen Geräte — Monoblock-Wärmepumpen bis 50 kW und Split-Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 kW — bereits ab dem 01.01.2027 ein GWP-Grenzwert von 150 für das Inverkehrbringen neuer Anlagen; betroffen sind etwa Geräte mit dem Kältemittel R32 (GWP 675). Für größere Monoblock-Geräte über 50 kW greift die Schwelle ab dem 01.01.2030, für größere Split-Geräte über 12 kW ab dem 01.01.2033.
Bei der Förderung wirkt sich das indirekt aus: Mit der BEG-Reform zum 21.07.2026 entfällt der bisherige Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten für natürliche Kältemittel — Wärmepumpen mit R290 und mit synthetischen Kältemitteln wie R32 werden seither grundsätzlich gleich hoch gefördert. R290 erfüllt mit einem GWP-Wert von 0,02 den ab 2027 greifenden Grenzwert bereits heute deutlich, während klassische R32-Geräte durch die F-Gase-Verordnung mittelfristig vom Markt für Neuanlagen verschwinden.
Für wen lohnt sich eine Propan-Wärmepumpe?
Eine Propan-Wärmepumpe lohnt sich besonders für Eigentümer von Sanierungsobjekten mit Bestandsheizkörpern, für Käufer mit Blick auf die ab 2027 greifende GWP-Marktbeschränkung der F-Gase-Verordnung und für alle, die Wert auf ein Kältemittel mit minimalem Treibhauspotenzial legen. Die folgende Übersicht ordnet typische Nutzerprofile ein.
Entscheidungsmatrix: Eignung der Propan-Wärmepumpe nach Nutzerprofil.
Nutzerprofil | Eignung und Empfehlung |
Sanierungsfall mit Bestandsheizkörpern, hoher Vorlaufbedarf | Sehr geeignet — R290-Modelle erreichen bis zu 75 °C Vorlauf ohne vollflächigen Heizkörper-Umbau |
Neubau mit Fußbodenheizung, niedriger Vorlaufbedarf (W35) | Geeignet — SCOP-Werte von bis zu 5,35 (W35) senken die Betriebskosten deutlich gegenüber W55-Betrieb |
Käufer mit Blick auf die F-Gase-Verordnung | Sehr geeignet — R290 erfüllt den ab 01.01.2027 für die meisten Wärmepumpentypen geltenden GWP-Grenzwert von 150 bereits heute, während R32-Geräte mittelfristig vom Markt für Neuanlagen verschwinden |
Reine Anschaffungspreis-Optimierung ohne Förderrechnung | Bedingt geeignet — laut Bosch fällt der Anschaffungspreis zwischen R290- und klassischen Modellen kaum unterschiedlich aus, der Förderwegfall des Effizienzbonus relativiert den früheren Kostenvorteil |
Gewerbliche Großanlage / Hallenheizung | Geeignet mit Weishaupt WWP L A im Kaskadenverbund bis 840 kW |
Der tatsächliche Eigenanteil nach Förderung ergibt sich erst im direkten Vergleich bei einem zertifizierten Fachbetrieb, der die Grundförderung von 30 Prozent und die ab 2027 greifende GWP-Marktbeschränkung der F-Gase-Verordnung in die Kalkulation für R290- und klassische Kältemittel-Modelle einbezieht.