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Sockelheizung 2026: Kosten, Bauarten und Förderung im Überblick

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Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Eine Sockelheizung (auch Heizleiste oder Fußleistenheizung) ist ein Wärmeverteilsystem, das direkt über dem Fußboden an der Wand montiert wird.
  • Bauarten: Es gibt eine elektrische und eine wasserführende Ausführung, die an eine bestehende Heizungsanlage angeschlossen wird.
  • Kosten: Inklusive Montage kostet eine Sockelheizung rund 50 bis 150 €/m elektrisch und rund 100 bis 200 €/m wasserführend.
  • Förderung 2026: Wasserführende Sockelheizungen sind mit 15 bis 30 % förderfähig, wenn sie die Vorlauftemperatur je nach Fördervariante auf höchstens 35 °C (reine Heizungsoptimierung) oder auf 55 °C (Umfeldmaßnahme zum Wärmeerzeuger-Tausch) senken, elektrische Ausführungen fallen unter den Förderausschluss für Elektro-Direktheizungen.
  • Temperaturverteilung: Eine Sockelheizung erreicht eine Boden-Decke-Temperaturdifferenz von 1 bis 3 °C statt 6 bis 8 °C bei einem klassischen Heizkörper.
  • Schimmel: Eine Sockelheizung trocknet die Wandoberfläche und senkt so das Schimmelrisiko, beseitigt aber keinen Altschimmel und wirkt nicht gegen aufsteigende Feuchte.
  • Eignung: Sie lohnt sich vor allem im sanierten Altbau ohne Bodenaufbau-Möglichkeit und in der Küche als Ersatz für einen fehlenden Heizkörper-Standort.

Was ist eine Sockelheizung und wie funktioniert sie?

Eine Sockelheizung ist ein Wärmeverteilsystem, das als schmale Heizleiste direkt über dem Fußboden an der Wand montiert wird und den Raum über Konvektion und Strahlung erwärmt. Der Fachbegriff Heizleiste und die Bezeichnungen Fußleistenheizung, Sockelleistenheizung sowie Randleistenheizung bezeichnen dieselbe Bauform.
Das Funktionsprinzip nutzt den sogenannten Coanda-Effekt: Die an der Wand aufsteigende Warmluft legt sich an die Wandoberfläche an und steigt entlang der gesamten Wandhöhe auf, statt sich sofort im Raum zu verteilen. Dadurch erwärmt die Sockelheizung die Wandoberfläche mit und erreicht eine Temperaturdifferenz zwischen Boden und Decke von nur 1 bis 3 °C, während ein klassischer Heizkörper im selben Raum eine Differenz von 6 bis 8 °C erzeugt.
Im Kern besteht das System aus einem Heizregister und einer äußeren Verkleidung. Das Register ist bei der wasserführenden Ausführung ein Kupferrohr mit 15 bis 22 mm Durchmesser, das mit Aluminiumlamellen bestückt ist und an die bestehende Heizungsanlage angeschlossen wird. Aufbauhöhe und Bautiefe variieren je nach Hersteller und Einbauvariante. Von der klassischen Fußbodenheizung unterscheidet sich die Sockelheizung durch die Montageposition an der Wand statt im Bodenaufbau, von der Infrarotheizung durch das Konvektionsprinzip statt reiner Strahlungswärme. Ein klassischer Heizkörper erzeugt je nach Bauart unterschiedliche Anteile: Bei einem Plattenheizkörper Typ 11 liegt der Konvektionsanteil bei rund 65 %, bei Typ 22 kann er auf bis zu 75 % steigen — der noch höhere Konvektionsanteil der Sockelheizung sorgt für die gleichmäßigere Wandtemperierung und damit für die geringere Boden-Decke-Differenz.

Welche Bauarten gibt es – elektrisch vs. wasserführend?

Eine Sockelheizung existiert in zwei Bauarten: als elektrische Sockelheizung mit Heizdraht oder Heizfolie im Register und als wasserführende Sockelheizung, die an den bestehenden Heizkreislauf angeschlossen wird.
Die elektrische Ausführung benötigt keinen Anschluss an eine Zentralheizung und eignet sich für punktuelle Nachrüstungen ohne Rohrverlegung. Sie kostet inklusive Montage rund 50 bis 150 €/m und lässt sich unabhängig vom restlichen Heizsystem regeln. Die wasserführende Ausführung kostet mit rund 100 bis 200 €/m inklusive Montage mehr, integriert sich aber in die vorhandene Warmwasserheizung und läuft mit derselben Wärmequelle wie Heizkörper oder Fußbodenheizung im übrigen Gebäude.
Vergleich der beiden Sockelheizung-Bauarten nach Kosten und Anschlussart.

Merkmal

Elektrische Sockelheizung

Wasserführende Sockelheizung

 

Kosten inkl. Montage

50–150 €/m

100–200 €/m

Anschluss

Stromnetz

Bestehender Heizkreislauf

Empfohlene Vorlauftemperatur

entfällt

50–55 °C, max. 60 °C

Installationspflicht

Elektrofachkraft (VDE-Bestimmungen)

Heizungsfachbetrieb

Ist eine Infrarot-Sockelheizung ein eigener Systemtyp?

Eine Infrarot-Sockelheizung ist kein eigenständiger dritter Systemtyp, sondern eine Sonderform der elektrischen Ausführung mit reiner Strahlungswärme statt Konvektion. Während die klassische Sockelheizung Raumluft über Konvektion erwärmt, gibt eine Infrarotheizung Wärme direkt an Wände, Möbel und Personen ab und erreicht dabei eine Wandoberflächentemperatur von 80 bis 120 °C.
Der Unterschied wirkt sich unmittelbar auf die Förderfähigkeit aus: Elektro-Direktheizungen wie Infrarotheizungen sind laut KfW-Infoblatt zu den förderfähigen BEG-Maßnahmen von der Bundesförderung ausdrücklich ausgeschlossen, zusammen mit Speicherheizungen, Nachtstromspeicherheizungen und Heizstrahlern. Eine Infrarot-Sockelheizung fällt nach dieser Einordnung unter denselben Ausschluss, auch wenn sie in Sockelhöhe montiert ist.

Was kostet eine Sockelheizung – Anschaffung und Betrieb?

Eine Sockelheizung kostet im Referenzraum von 6 laufenden Metern Außenwand inklusive Montage zwischen rund 300 € und 1.200 €, abhängig von Bauart und Ausführung.
Die Gesamtkosten inklusive Montage liegen bei der wasserführenden Ausführung bei rund 100 bis 200 €/m, bei der elektrischen Ausführung bei rund 50 bis 150 €/m. Ist die Montage nicht bereits im Systempreis enthalten, berechnet ein Fachbetrieb sie regional unterschiedlich, häufig zu einem Stundensatz von rund 80 bis 110 € netto.
Beispiel: Referenzraum mit 6 laufenden Metern Außenwand
Gegeben: Wasserführende Sockelheizung, Gesamtkosten inkl. Montage 100–200 €/m, Wandlänge 6 m.
Berechnung: 100 €/m × 6 m = 600 € bis 200 €/m × 6 m = 1.200 €.
Ergebnis: Die Gesamtkosten liegen zwischen 600 € und 1.200 € für die wasserführende Ausführung im Referenzraum.
Kosten einer Sockelheizung für 6 laufende Meter Wandlänge nach Bauart, inklusive Montage.

Posten

Elektrisch (6 m)

Wasserführend (6 m)

 

Kosten pro Meter inkl. Montage

50–150 €/m

100–200 €/m

Gesamt (6 m)

300–900 €

600–1.200 €

Bei den Betriebskosten unterscheiden sich die Energiepreise deutlich: Strom für die elektrische Ausführung kostet 2026 im Haushalt 37,0 ct/kWh, während Gas oder Öl für die wasserführende Ausführung 8 bis 14 ct/kWh kosten. Für eine Sockelheizung mit einer beispielhaften Heizleistung von 1,2 kW ergibt eine angenommene Laufzeit von 1.200 Betriebsstunden pro Jahr diese Differenz:
Jährliche Betriebskosten = Heizleistung (kW) × Betriebsstunden × Energiepreis (€/kWh)
Wo:
  • Heizleistung: installierte Leistung der Sockelheizung in Kilowatt
  • Betriebsstunden: angenommene jährliche Laufzeit in Volllaststunden
  • Energiepreis: Strom- oder Gaspreis je Kilowattstunde in Euro
Beispiel: Elektrische vs. wasserführende Sockelheizung im Referenzraum
Gegeben: Heizleistung 1,2 kW, angenommene 1.200 Betriebsstunden/Jahr, Strompreis 37,0 ct/kWh, Gaspreis 8–14 ct/kWh.
Berechnung: Elektrisch: 1,2 kW × 1.200 h × 0,370 €/kWh = 532,80 €/Jahr. Wasserführend (Gas): 1,2 kW × 1.200 h × 0,08–0,14 €/kWh = 115,20–201,60 €/Jahr.
Ergebnis: Die wasserführende Ausführung verursacht bei gleicher Heizleistung deutlich niedrigere Betriebskosten als die elektrische Variante, da Gas 2026 pro Kilowattstunde günstiger ist als Strom.

Welche Heizleistung und Technik steckt dahinter?

Die Heizleistung einer wasserführenden Sockelheizung hängt direkt von der Vorlauftemperatur ab. Herstellerangaben zur Heizleistung liegen je nach Hersteller und Profil oft deutlich über unabhängig geprüften Werten. Unabhängige TÜV-geprüfte Messwerte für das Sokotherm-Profil erreichen bei 70 °C Vorlauf einen Wert von bis zu 200 W/m — bei der Dimensionierung sollte ein Käufer daher den geprüften Wert und nicht ungeprüfte Herstellerangaben zugrunde legen.
Heizleistung einer wasserführenden Sockelheizung nach Vorlauftemperatur und Quelle.

Vorlauftemperatur

Herstellerangabe

TÜV-geprüfter Wert (Sokotherm)

 

45 °C

höher, herstellerabhängig

nicht separat ausgewiesen

70 °C

höher, herstellerabhängig

bis 200 W/m

Für den Betrieb gilt eine empfohlene Vorlauftemperatur von 50 bis 55 °C, maximal 60 °C. Das Register besteht aus einem Kupferrohr mit 15 bis 22 mm Durchmesser und Aluminiumlamellen, die die Wärme an die vorbeiströmende Raumluft übertragen.
Benötigte Sockelheizungslänge = Raum-Heizlast (W) ÷ Heizleistung pro Meter (W/m)
Wo:
  • Raum-Heizlast: berechneter Wärmebedarf des Raums in Watt
  • Heizleistung pro Meter: Leistungswert der Sockelheizung bei der gewählten Vorlauftemperatur in W/m
Beispiel: Maximale Heizleistung entlang der Referenzwand
Gegeben: 6 laufende Meter Außenwand, TÜV-geprüfte Leistung 200 W/m bei 70 °C Vorlauf.
Berechnung: 6 m × 200 W/m = 1.200 W.
Ergebnis: Über die volle Wandlänge des Referenzraums liefert die Sockelheizung maximal 1.200 W nach TÜV-geprüftem Wert bei 70 °C Vorlauf.

Ist eine Sockelheizung mit einer Wärmepumpe kombinierbar?

Eine wasserführende Sockelheizung ist mit einer Wärmepumpe kombinierbar, wenn die Anlage mit der empfohlenen Vorlauftemperatur von 50 bis 55 °C arbeitet, denn eine Wärmepumpe erreicht ihre höchste Effizienz bei niedrigen Vorlauftemperaturen bis rund 55 °C.
Für die BEG-Förderung 2026 zählt die Sockelheizung in dieser Kombination als Umfeldmaßnahme zum Wärmepumpen-Tausch: Der neue Wärmeerzeuger erhält 30 % Fördersatz nach Nummer 5.3 der BEG-Einzelmaßnahmen-Richtlinie, sofern die Wärmeverteilung inklusive Sockelheizung die 55-°C-Schwelle einhält und der Fachbetrieb einen hydraulischen Abgleich der Gesamtanlage nach Verfahren B durchführt. Ohne diesen Abgleich lehnt die KfW den Förderantrag ab.

Wie wird eine Sockelheizung geplant und installiert?

Die Planung einer Sockelheizung beginnt mit der Berechnung der Raum-Heizlast und der verfügbaren Wandlänge, gefolgt von der Auswahl der passenden Bauart nach Vorlauftemperatur des bestehenden Heizsystems.

Schritt 1: Heizlast und Wandlänge ermitteln

Der Fachbetrieb berechnet die benötigte Heizleistung pro Meter aus der Raum-Heizlast und der verfügbaren Außenwandlänge, wie in der Dimensionierungsformel oben gezeigt.

Schritt 2: Einbauvariante festlegen

Für den Wandeinbau existieren vier zentrale Einbauvarianten: Wandaufputz-Montage, Wandeinbau in den Putz, Bodeneinbau sowie Türumführung bei durchgehenden Wandabschnitten. Die erforderliche Bautiefe des Wandeinbaus hängt vom gewählten Hersteller und Profil ab.

Schritt 3: Installation durch den Fachbetrieb

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Bei der wasserführenden Ausführung schließt ein Heizungsfachbetrieb das Register an den bestehenden Heizkreislauf an, bei der elektrischen Ausführung übernimmt eine Elektrofachkraft den Netzanschluss gemäß den einschlägigen VDE-Bestimmungen.

Kann man eine Sockelheizung selbst einbauen?

Ein Eigentümer kann die Verkleidung und die reine Wandmontage einer Sockelheizung selbst durchführen, den elektrischen oder hydraulischen Anschluss darf jedoch nur eine Fachkraft vornehmen.
Bei der elektrischen Ausführung dürfen Installation und Änderung elektrischer Anlagen ausschließlich durch eine Elektrofachkraft erfolgen; die einschlägigen VDE-Bestimmungen (u. a. DIN VDE 0105-100 für den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen) regeln die entsprechenden Sicherheitsanforderungen. In Feuchträumen wie Küche oder Bad gilt zusätzlich die DIN VDE 0100-701 mit einer FI/RCD-Schutzeinrichtung von 30 mA und einer Mindestschutzart von IP44 bei Spritzwasser beziehungsweise IP65 bei Strahlwasser. Bei der wasserführenden Ausführung übernimmt ein Heizungsfachbetrieb den Anschluss an den bestehenden Heizkreislauf, da ein Eingriff in eine geschlossene Heizungsanlage Fachwissen zu Druck und hydraulischem Abgleich erfordert.

Sockelheizung in der Küche – was ist zu beachten?

In der Küche ersetzt eine Sockelheizung im Kickspace-Format den fehlenden Platz für einen klassischen Heizkörper, indem sie im freien Sockelraum unter Unterschränken oder Küchengeräten montiert wird.
Ein verbreitetes Beispiel ist das Kickspace KS 500 von Naber mit den Einbaumaßen 322 × 93 × 309 mm (Breite × Höhe × Tiefe). Das System benötigt eine Mindestvorlauftemperatur von 60 °C und liefert eine Heizleistung von 740 bis 976 W. Das Gerät selbst kostet rund 500 €, hinzu kommen Kosten für Einbau und Zubehör wie eine Blende.
Technische Kennwerte des Küchensockel-Heizsystems Kickspace KS 500.

Merkmal

Wert

 

Einbaumaße (B×H×T)

322 × 93 × 309 mm

Mindest-Vorlauftemperatur

60 °C

Heizleistung

740–976 W

Geräte-Listenpreis

rund 500 €

Die geforderte Mindestvorlauftemperatur von 60 °C liegt über beiden BEG-Schwellen — 35 °C bei reiner Heizungsoptimierung und 55 °C bei einer Umfeldmaßnahme zum Wärmeerzeuger-Tausch —, sodass ein Kickspace-System bei einer geförderten Wärmepumpen-Sanierung gesondert geprüft werden muss. In Feuchtraumnähe der Küche gilt außerdem die FI/RCD-Pflicht von 30 mA nach DIN VDE 0100-701 für die elektrische Ausführung.

Sockelheizung im Altbau – lohnt sich die Nachrüstung?

Im Altbau ohne Bodenaufbau-Reserve lohnt sich eine Sockelheizung, weil sie im Gegensatz zur Fußbodenheizung keinen Eingriff in den bestehenden Estrich benötigt und sich direkt an die vorhandene Wand montieren lässt. Bei der BEG-Förderung als reine Heizungsoptimierung gilt für den Neueinbau einer Sockelheizung dieselbe Vorlauftemperatur-Schwelle von höchstens 35 °C wie für die Fußbodenheizung — der Vorteil der Sockelheizung im Altbau liegt also nicht in einer milderen Förderschwelle, sondern allein im geringeren baulichen Aufwand.
Die Fußleistenheizung senkt zudem die für ein angenehmes Raumklima nötige Systemtemperatur um 2 bis 3 °C, da die erwärmte Wandoberfläche die gefühlte Raumtemperatur anhebt. Im Referenzraum mit Baujahr vor 1980 und Anschluss an eine bestehende Gas- oder Wärmepumpenheizung liegt die dadurch mögliche Vorlauftemperatur im Bereich der für Wärmepumpen empfohlenen 50 bis 55 °C. Die Wandoberflächen-Erwärmung durch den Coanda-Effekt vermeidet zudem die Kaltluftzonen, die sich an ungedämmten Altbau-Außenwänden sonst bilden.

Wird eine Sockelheizung 2026 von BAFA oder KfW gefördert?

Eine wasserführende Sockelheizung ist 2026 förderfähig, wenn sie die Vorlauftemperatur-Schwellen der BEG-Einzelmaßnahmen-Richtlinie einhält, eine elektrische Sockelheizung fällt hingegen unter den Förderausschluss für Elektro-Direktheizungen.
BEG-Förderbedingungen für Sockelheizungen als Wärmeverteilsystem, Stand Juli 2026.

Fördervariante

Vorlauftemperatur-Schwelle

Fördersatz

 

Reine Heizungsoptimierung (Erstmaliger Einbau von Flächenheizung/Heizleiste)

≤35 °C

15 %

Umfeldmaßnahme zu neuem Wärmeerzeuger (KfW 458)

≤55 °C

30 %

Für die reine Heizungsoptimierung muss die neu eingebaute Sockelheizung eine Vorlauftemperatur von höchstens 35 °C erreichen — dieselbe Schwelle gilt laut BAFA auch für die Fußbodenheizung. Für die Umfeldmaßnahme im Zuge eines Wärmeerzeuger-Tauschs über das Förderprogramm KfW 458 gilt dagegen eine mildere Schwelle von 55 °C.
Bei der Umfeldmaßnahme zum Wärmeerzeuger-Tausch liegt die Förderhöchstgrenze für die erste Wohneinheit seit der Reform vom 21. Juli 2026 bei 28.000 € förderfähigen Kosten (zuvor 30.000 €). Voraussetzung ist in beiden Fällen ein hydraulischer Abgleich der Gesamtanlage nach Verfahren B.
Die Neufassung der BEG-Einzelmaßnahmen-Richtlinie trat am 21. Juli 2026 in Kraft. Elektrische Sockelheizungen zählen laut KfW-Infoblatt zu den von der Förderung ausgeschlossenen Elektro-Direktheizungen, zu denen auch Speicherheizungen, Nachtstromspeicherheizungen und Heizstrahler gehören.

Hilft eine Sockelheizung wirklich gegen Schimmel?

Eine Sockelheizung senkt das Schimmelrisiko an Außenwänden, weil sie die Wandoberfläche erwärmt und trocken hält, beseitigt aber keinen bereits vorhandenen Schimmelbefall und wirkt nicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk.
Schimmel wächst auf Materialoberflächen ab einer Wasseraktivität von aw 0,8, was einer relativen Luftfeuchte von rund 80 % an der Oberfläche entspricht. Die Sockelheizung senkt diesen Wert: Sie erwärmt die kritische Wandzone direkt und nutzt den Coanda-Effekt, der die warme Luft über die gesamte Wandhöhe verteilt. Bei aufsteigender Feuchte aus dem Fundament oder bei bereits geschädigter Bausubstanz behebt die Sockelheizung die Ursache nicht — hier ist eine bauliche Sanierung wie eine Horizontalsperre notwendig, bevor eine Sockelheizung wirksam wird.

Welche Nachteile und Risiken hat eine Sockelheizung?

Nachteil 1: Eingeschränkte Förderfähigkeit bei elektrischer Ausführung

Symptom

Eine elektrische Sockelheizung erhält im Förderantrag keine BEG-Zuschüsse.

Folge

Die vollen 50 bis 150 €/m Kosten inklusive Montage trägt der Eigentümer ohne staatlichen Zuschuss.

Prävention

Bei geplanter Förderung von vornherein die wasserführende Ausführung mit maximal 55 °C Vorlauftemperatur wählen.

Nachteil 2: Keine Wirkung gegen Altschimmel und aufsteigende Feuchte

Symptom

Bereits vorhandener Schimmelbefall oder Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk bleiben nach dem Einbau bestehen.

Folge

Die Investition in die Sockelheizung löst das eigentliche Feuchtigkeitsproblem nicht.

Prävention

Vor dem Einbau die Ursache der Feuchtigkeit fachlich klären lassen und Altschimmel sanieren, bevor die Sockelheizung montiert wird.

Nachteil 3: Widersprüchliche Leistungsangaben erschweren die Dimensionierung

Symptom

Herstellerangaben zur Heizleistung liegen bei 70 °C Vorlauf je nach Hersteller und Profil deutlich über dem TÜV-geprüften Wert von bis zu 200 W/m.

Folge

Eine Planung nach reinen Herstellerangaben führt zu einer unterdimensionierten Sockelheizung.

Prävention

Bei der Dimensionierung den konservativeren, unabhängig geprüften Leistungswert zugrunde legen und im Zweifel mit dem Fachbetrieb rückrechnen.

Gibt es unabhängige Tests oder Studien?

Zur wasserführenden Sockelheizung liegt eine TÜV-geprüfte Leistungsmessung des Sokotherm-Profils vor, die bei 70 °C Vorlauftemperatur einen Wert von bis zu 200 W/m bestätigt und damit unter den Herstellerangaben liegt.
Diese unabhängige Prüfung ist der einzige im Rahmen dieser Recherche identifizierte Prüfinstituts-Test zur Heizleistung von Sockelheizungen; für die elektrische Ausführung und für die Schimmelwirkung im Wohnalltag liegen keine vergleichbaren unabhängigen Studien vor. Käufer stützen sich bei elektrischen Systemen daher auf Herstellerdatenblätter und die bauphysikalischen Grundprinzipien, nicht auf unabhängig verifizierte Leistungswerte.

Für wen lohnt sich eine Sockelheizung – und wann nicht?

Eine Sockelheizung lohnt sich für Eigentümer sanierter Altbauten ohne Bodenaufbau-Reserve und für Küchen ohne Platz für einen klassischen Heizkörper, nicht jedoch für Eigentümer, die auf eine geförderte Elektro-Direktheizung setzen möchten.
Entscheidungsmatrix: Eignung der Sockelheizung nach Nutzerprofil.

Profil

Empfehlung

 

Sanierter Altbau, Baujahr vor 1980, Anschluss an Gas- oder Wärmepumpenheizung

Wasserführende Sockelheizung mit 50–55 °C Vorlauf, förderfähig als Umfeldmaßnahme mit 30 % (Nr. 5.3)

Küche ohne Platz für Heizkörper

Kickspace-System (Gerät ab rund 500 €, zzgl. Einbau), Mindestvorlauf 60 °C beachten

Wärmepumpen-Sanierung mit hydraulischem Abgleich

Wasserführende Sockelheizung als förderfähige Umfeldmaßnahme, 30 % Fördersatz

Budget-Nachrüstung ohne Förderanspruch

Elektrische Sockelheizung (50–150 €/m inkl. Montage), höhere Betriebskosten bei 37,0 ct/kWh Strompreis einplanen

Bestehender Schimmelschaden oder aufsteigende Feuchte

Vor Einbau bauliche Sanierung der Feuchtigkeitsursache, Sockelheizung wirkt nur präventiv

Eigentümer mit Anspruch auf staatliche Förderung wählen die wasserführende Ausführung — sie erstattet je nach Fördervariante und eingehaltener Vorlauftemperatur-Schwelle (≤35 °C bzw. ≤55 °C) 15 bis 30 % der Kosten. Wer ausschließlich eine punktuelle, förderunabhängige Lösung ohne Zentralheizungsanschluss sucht, wählt die elektrische Sockelheizung und kalkuliert die höheren Betriebskosten von Strom gegenüber Gas oder Öl fest ein.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen