Zum Inhalt springen

Wärmepumpen-Effizienz 2026: COP, JAZ und SCOP im Vergleich

10 Min. Lesezeit

Jetzt mehrere Angebote vergleichen

Füllen Sie das Formular aus und erhalten Sie mehrere passende Angebote zum direkten Vergleich – für den besten Preis.

Das Wichtigste in Kürze

  • JAZ bestimmt die Betriebskosten: Bei 20.000 kWh Wärmebedarf und 0,30 EUR/kWh Strompreis kostet der Betrieb bei JAZ 4,0 rund 1.500 EUR im Jahr, bei JAZ 3,0 rund 2.000 EUR im Jahr.
  • COP ist eine Momentaufnahme: Laut Umweltbundesamt beschreibt der COP nur einen einzelnen Betriebspunkt und reicht für Aussagen zur Jahreswirtschaftlichkeit nicht aus.
  • Feldtest-JAZ liegt oft unter Erwartungen: Das Umweltbundesamt nennt für Luft-Wärmepumpen im Neubau eine mittlere JAZ von 2,6 bis 3,3 und im Altbau von 2,4 bis 2,7.
  • SCOP und JAZ haben unterschiedliche Rollen: SCOP ist die EU-Kennzahl für das Energielabel, die JAZ bleibt in Deutschland für Planung und Förder-Nachweise nach VDI 4650 relevant.
  • Vorlauftemperatur ist der wirksamste Hebel: Jedes Grad niedrigere Vorlauftemperatur steigert den COP um etwa 2,5%.
  • UBA nennt JAZ ≥4,0 als Zielwert: Eine Jahresarbeitszahl von 4,0 oder höher gilt laut Umweltbundesamt als ideal.
  • KfW-Förderung 2026: Grundförderung 30%, maximaler Zuschuss für die erste Wohneinheit bis zu 19.600 EUR bei vollem Bonus-Stacking (70% von 28.000 EUR).
Die Effizienz einer Wärmepumpe bestimmt die Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer von rund 20 Jahren. Für die Wärmepumpen-Wirkungsgrad-Bewertung sind drei Kennzahlen entscheidend: der COP als Labor-Momentaufnahme, die JAZ als reale deutsche Jahresgröße und der SCOP als europäischer Label-Standard. Dieser Artikel ordnet die Werte ein, zeigt reale Feldtest-Daten des Umweltbundesamts und erklärt, welche Optimierungen und Förderregeln 2026 tatsächlich zählen.

Was ist der COP und wie wird er gemessen?

Der COP (Coefficient of Performance) misst die Momentan-Effizienz einer Wärmepumpe unter standardisierten Laborbedingungen nach EN 14511. Er beschreibt das Verhältnis von erzeugter Heizleistung zu eingesetzter elektrischer Antriebsleistung: COP = Heizleistung (kW) ÷ elektrische Leistung (kW). Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass der COP nur einen einzelnen Betriebspunkt beschreibt und für Aussagen zur Jahreswirtschaftlichkeit nicht ausreicht.
Ein Beispiel verdeutlicht die Rechnung: Eine Wärmepumpe liefert 12 kW Heizleistung und verbraucht dafür 3 kW elektrische Leistung. Der COP ergibt sich aus 12 kW ÷ 3 kW = 4,0 – aus 1 kWh Strom entstehen also 4 kWh nutzbare Wärme. Diese 400% Effizienz widersprechen nicht dem Energieerhaltungssatz: Der Verdichter transportiert 3 kWh kostenlose Umweltwärme und addiert 1 kWh Antriebsenergie, sodass die Gesamtwärme 4 kWh beträgt.

COP-Messpunkte nach EN 14511

MesspunktAußentemperaturVorlauftemperaturNotationAnwendungsfall
Niedertemperatur-Optimum+7°C35°CA7/W35Fußbodenheizung Neubau
Mitteltemperatur-Standard+7°C55°CA7/W55Heizkörper sanierter Altbau
Winter-Standardbedingung-7°C35°CA-7/W35Heizlast-Auslegung
Extremkälte-Test-15°C35°CA-15/W35Winterfestigkeit Skandinavien
Hochtemperatur-Anwendung+7°C65°CA7/W65Typischerweise für unsanierte Bestandsgebäude (keine normative Festlegung)

COP-Werte moderner Wärmepumpen im Vergleich

Wärmepumpen-TypCOPTechnologie-LevelEinsatzbereich
Luft-Wasser Standard (2020–2023)4,0–4,3 bei A7/W35BasisklasseMassenmarkt Einfamilienhaus
Luft-Wasser Premium (2024–2025)4,5–5,2 bei A7/W35Inverter-optimiertEffizienz-fokussierte Käufer
Sole-Wasser Erdwärme4,8–5,5 bei B0/W35Konstantere QuelleNeubau mit Grundstück
Wasser-Wasser Grundwasser5,2–5,8 bei W10/W35Höchste EffizienzGenehmigungsfähige Standorte
Luft-Luft Split-Klima3,0–3,8 bei A7/A20Direkt-KonditionierungWohnräume ohne Hydraulik
Sole- und Wasser-Wärmepumpen erreichen durch konstantere Quellentemperaturen tendenziell höhere COP-Werte als Luftwärmepumpen. Diese Laborwerte sind jedoch nur die Ausgangsbasis – wie stark sie sich im Jahresbetrieb tatsächlich niederschlagen, zeigt die JAZ im nächsten Abschnitt.

Wie unterscheidet sich die JAZ vom COP?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt laut Umweltbundesamt das Verhältnis der abgegebenen Heizwärme zur benötigten Antriebsarbeit einschließlich Hilfsenergie – bei elektrischen Wärmepumpen also zum benötigten Strom. Sie wird nach VDI 4650 oder DIN EN 14825 entweder aus Leistungszahlen berechnet oder im laufenden Betrieb gemessen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass rechnerische Prognosewerte in der Regel höher liegen als die später real gemessenen Werte.
Ein Rechenbeispiel: Ein Einfamilienhaus benötigt Heizwärme und Warmwasser, die zusammen beispielhaft 20.500 kWh Nutzwärme im Jahr ergeben. Verbraucht die Wärmepumpe dafür 5.300 kWh Strom (inklusive aller Hilfsenergie), ergibt sich eine JAZ von 20.500 kWh ÷ 5.300 kWh = 3,87 – im Schnitt entstehen also 3,87 kWh Wärme pro kWh Strom über das Jahr.

Reale JAZ aus Feldtests des Umweltbundesamts

Wie groß die Lücke zwischen Prognose und Praxis ausfallen kann, zeigen Feldtest-Auswertungen des Umweltbundesamts.
Wärmepumpen-TypJAZ Neubau (Feldtest)JAZ Altbau (Feldtest)
Luft-Wärmepumpe2,6–3,32,4–3,1
Erd-Wärmepumpe3,2–4,33,0–3,7

COP versus JAZ: die zentralen Unterschiede

AspektCOPJAZ
MessbedingungenKonstant, meist +7°C AußentemperaturVariabel über das gesamte Kalenderjahr
SystemumfangNur das Wärmepumpen-AggregatGesamtanlage inklusive Speicher und Rohrleitungen
ZeitrahmenEinzelner Betriebspunkt nach EN 14511Ganzes Kalenderjahr (kWh-Bilanz, unabhängig von tatsächlichen Betriebsstunden)
BerechnungsgrundlageEN 14511VDI 4650 oder DIN EN 14825
HauptnutzenGeräte-Vergleich einzelner HerstellerBetriebskosten-Prognose und Förder-Nachweis
Ein hoher COP garantiert deshalb keine ebenso hohe JAZ: Er zeigt nur, was die Wärmepumpe unter Idealbedingungen leisten kann, nicht was die Gesamtanlage über ein Jahr tatsächlich liefert.

Was bedeutet SCOP und wie unterscheidet er sich von der JAZ?

Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) ist die europäische Kennzahl für die saisonale Effizienz nach EN 14825 und Grundlage des EU-Energielabels. Das Umweltbundesamt bestätigt, dass neue Heizgeräte einschließlich Wärmepumpen seit September 2015 zur Energieverbrauchskennzeichnung und zur Erfüllung von Ökodesign-Anforderungen verpflichtet sind. Für die deutsche Planung, Heizlast-Auslegung und förderrelevante Nachweise bleibt die JAZ eine zentrale Bezugsgröße, wobei das Umweltbundesamt festhält, dass sie sowohl nach VDI 4650 als auch nach DIN EN 14825 berechnet werden kann. Beide Kennzahlen bestehen parallel und dienen unterschiedlichen Zwecken: SCOP für den europaweiten Label-Vergleich, JAZ für die reale deutsche Betriebskosten-Prognose.

SCOP und JAZ: grobe Näherungswerte

Eine normierte Umrechnungsformel zwischen SCOP und JAZ gibt es nicht. In der Praxis liegen SCOP-Angaben häufig über der später gemessenen JAZ, weil die Berechnung nach EN 14825 günstigere Randbedingungen unterstellt als der reale Betrieb. Die folgenden Werte sind grobe Erfahrungs-Richtwerte ohne Normcharakter:
SCOP (bei 35°C)JAZ bei guter InstallationJAZ im Durchschnitt
5,0etwas niedriger als der SCOP-Wertdeutlich niedriger als der SCOP-Wert
4,5etwas niedriger als der SCOP-Wertdeutlich niedriger als der SCOP-Wert
4,0etwas niedriger als der SCOP-Wertdeutlich niedriger als der SCOP-Wert
3,5etwas niedriger als der SCOP-Wertdeutlich niedriger als der SCOP-Wert

Wie stark sinkt die Effizienz bei Kälte?

Die Effizienz einer Wärmepumpe korreliert direkt mit der Außentemperatur: Je größer die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizwasser, desto mehr Antriebsenergie benötigt der Verdichter. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen sinkt der COP deshalb deutlich gegenüber der Normbedingung +7°C.
AußentemperaturCOP bei 35°C VorlaufCOP bei 55°C VorlaufBetriebszustand
+20°C (Sommer)5,0–6,04,5–5,0Warmwasser-Modus
+7°C (Norm)3,0–4,53,0–3,5Standardbedingung
0°C (Winter mild)3,5–5,02,5–3,0Hauptheizzeit
-7°C (Winter kalt)2,5–3,52,0–2,5Heizlast-Auslegung
-15°C (Extremkälte)2,0–3,01,5–1,8Ggf. Zusatzheizung nötig
Entscheidend ist die Gewichtung: In Deutschland liegen die Außentemperaturen von Dezember bis Februar im Mittel meist zwischen 0°C und +5°C, nur ein kleiner Anteil der Betriebsstunden fällt unter -5°C. Weil die JAZ alle Betriebsstunden gewichtet, wirken sich moderate Temperaturen stärker auf das Jahresergebnis aus als kurze Extremkälte-Phasen.

Wie beeinflusst die Vorlauftemperatur die Effizienz?

Die Vorlauftemperatur ist der wirksamste Hebel zur Effizienzsteigerung. Das Umweltbundesamt bestätigt, dass Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen mit Vorlauftemperaturen von 35°C oder weniger auskommen und dadurch für Wärmepumpen besonders günstig sind. Als Faustregel gilt: Jedes Grad niedrigere Vorlauftemperatur steigert den COP um etwa 2,5 Prozent.
Das thermodynamische Grundprinzip zeigt, warum: Bei einer Außenluft-Quelle von +7°C (280,15 Kelvin) und einem Heizwasser-Ziel von 35°C (308,15 Kelvin) beträgt die Temperaturdifferenz 28 Kelvin. Erhöht man die Vorlauftemperatur auf 55°C (328,15 Kelvin), wächst die Differenz zur gleichen Quelle auf 48 Kelvin – der Verdichter muss deutlich mehr Hubarbeit leisten, und der erreichbare COP sinkt spürbar.

COP-Degradation nach Vorlauftemperatur

VorlauftemperaturCOP bei A7Typisches HeizsystemBewertung
30–32°Csehr hoher COPGroßflächige FußbodenheizungOptimal
35°Csehr hoher COPFußbodenheizung StandardExzellent
40–45°Choher COPNiedertemperatur-HeizkörperGut
50–55°Cmittlerer COPStandard-HeizkörperAkzeptabel bis grenzwertig
60–70°Cniedriger COPAlte Radiatoren im AltbauIneffizient

Welche realistischen JAZ-Werte erreichen verschiedene Systeme?

Wie stark die JAZ tatsächlich schwankt, hängt vor allem von Gebäudestandard, Wärmeverteilung und Installationsqualität ab. Das Umweltbundesamt nennt für Wärmepumpen eine Jahresarbeitszahl von 4,0 oder höher als idealen Zielwert – dieser Wert wird in der Praxis vor allem bei gut gedämmten Neubauten mit Flächenheizung erreicht. Die zuvor gezeigten Feldtest-Werte des Umweltbundesamts markieren dagegen den branchenweiten Durchschnitt aus realen Anlagen, nicht das technische Optimum.

Jetzt mehrere Angebote vergleichen

Füllen Sie das Formular aus und erhalten Sie mehrere passende Angebote zum direkten Vergleich – für den besten Preis.

Planungs-JAZ nach Gebäudestandard (Bestfall-Herstellerangaben)

GebäudetypTypische VorlauftemperaturJAZ im Bestfall (tendenziell)
Neubau, Fußbodenheizung30–35°Csehr hohe JAZ
Neubau/Sanierung, Niedertemperatur-Heizkörper35–40°Chohe JAZ
Altbau saniert40–50°Cmittelhohe JAZ
Altbau teilsaniert50–55°Cmittlere JAZ
Altbau unsaniert55–65°Cniedrige JAZ
Die Differenz zwischen Bestfall-Herstellerangabe und Feldtest-Durchschnitt zeigt, wie viel Potenzial in der Installationsqualität steckt – hydraulischer Abgleich, korrekte Heizkurve und gedämmte Rohrleitungen sind der entscheidende Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Welche Optimierungen verbessern die JAZ am effektivsten?

Die JAZ-Optimierung folgt einem gestaffelten Ansatz von kostenlosen Maßnahmen bis zu größeren Investitionen. Am Anfang steht die Heizkurve: Eine schrittweise gesenkte Steigung reduziert die Vorlauftemperatur ohne Komfortverlust und kostet nichts außer Beobachtungszeit. Danach folgt der hydraulische Abgleich, der die Durchflussmengen an jedem Heizkörper auf eine gleichmäßige Wärmeverteilung einstellt und für die BEG-Förderung der Heizungsoptimierung meist per Verfahren B oder einer gleichwertigen Alternative nachgewiesen werden muss.
MaßnahmeJAZ-PotenzialInvestitionAmortisation
Heizkurven-OptimierungSpürbare Verbesserung möglichKeine KostenSofort
NachtabsenkungLeichte Verbesserung möglichKeine KostenSofort
Hydraulischer AbgleichModerate Verbesserung möglichGeringe bis mittlere KostenKurz- bis mittelfristig
Rohrleitungs-IsolierungLeichte bis moderate Verbesserung möglichGeringe KostenKurzfristig
Pufferspeicher-ErgänzungModerate Verbesserung möglichMittlere KostenMittel- bis langfristig
Niedertemperatur-HeizkörperDeutliche Verbesserung möglichHöhere KostenLangfristig
Fußbodenheizung nachrüstenStarke Verbesserung möglichHohe KostenLangfristig
Kombiniert man Heizkurven-Optimierung mit hydraulischem Abgleich, können sich die Effekte in der Praxis addieren: Ausgehend von einer beispielhaften JAZ von 3,2 ergäbe sich bei einer angenommenen Verbesserung von rund 20 Prozent durch die kostenlosen Maßnahmen rechnerisch etwa 3,84, nach dem zusätzlichen Abgleich mit einer weiteren angenommenen Verbesserung von rund 13 Prozent rund 4,34 – rechnerisch eine Gesamtsteigerung von knapp 36 Prozent. Die zugrunde liegenden Prozentsätze sind dabei beispielhafte Annahmen und keine belegten Herstellerwerte.

Welche Förderung gibt es 2026 für Wärmepumpen?

Vom 09.07. bis 20.07.2026 galt eine Übergangsphase; seit dem 21.07.2026 gilt die reformierte BEG-Heizungsförderung vollständig, und Anträge können nur noch nach den neuen Förderbedingungen bei KfW und BAFA gestellt werden. Bereits erteilte Bestätigungen bleiben im Rahmen einer Vertrauensschutzregelung nutzbar – KfW-Zusagen (BzA) in der Regel sechs Monate, während nicht genutzte BAFA-Bestätigungen (TPB) aus der Zeit vor dem 21.07.2026 ihre Gültigkeit für die alten Bedingungen nach der Übergangsphase verlieren. Details zur Reform fasst der KfW-Förderung-Überblick 2026 zusammen.
FörderbausteinHöheHinweis
Grundförderung30%Für alle Wärmepumpen
Klimageschwindigkeitsbonus16%Sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte
Einkommensbonus40% / 30% / 10%Je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 EUR
EffizienzbonusentfallenLaut Branchenangaben (u.a. Bundesverband Wärmepumpe) seit 21.07.2026 nicht mehr Bestandteil der Heizungsförderung
Förderhöchstbetrag 1. Wohneinheit28.000 EURSinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 EUR
Förderhöchstbetrag 2.–6. Wohneinheit15.000 EUR je Einheit-
Förderhöchstbetrag weitere Wohneinheiten8.000 EUR je Einheit-
Maximale Förderquote80%Kappungsgrenze bei Kombination aller Boni
Ein Beispiel: Grundförderung (30%) plus Klimageschwindigkeitsbonus (16%) plus maximaler Einkommensbonus (40%) ergeben rechnerisch 86 Prozentpunkte – die BEG-Förderung ist jedoch seit dem 21.07.2026 auf maximal 80 Prozent gekappt. Bei förderfähigen Kosten von 28.000 EUR für die erste Wohneinheit entspricht das einem maximalen Zuschuss von 22.400 EUR. Für Familien reduziert ein Freibetrag von 10.000 EUR pro minderjährigem Kind das für den Einkommensbonus maßgebliche Haushaltseinkommen zusätzlich.

Was kostet ineffiziente versus effiziente Nutzung über 20 Jahre?

Wie stark sich JAZ-Unterschiede finanziell auswirken, zeigt eine Modellrechnung mit 20.000 kWh Wärmebedarf und einem angenommenen Strompreis von 0,30 EUR/kWh – ohne Berücksichtigung künftiger Preissteigerungen.
JAZ-KlasseStromverbrauch/JahrStromkosten/JahrStromkosten über 20 Jahre
4,54.444 kWh1.333 EUR26.667 EUR
4,05.000 kWh1.500 EUR30.000 EUR
3,55.714 kWh1.714 EUR34.286 EUR
3,06.667 kWh2.000 EUR40.000 EUR
2,58.000 kWh2.400 EUR48.000 EUR
Der Unterschied zwischen JAZ 4,5 und JAZ 3,0 summiert sich in diesem Modell auf 13.333 EUR Mehrkosten über 20 Jahre – ein Betrag, der Optimierungsmaßnahmen wie hydraulischen Abgleich oder Niedertemperatur-Heizkörper mehrfach finanzieren würde.

Häufige Fragen zu COP, JAZ und SCOP

Was ist ein guter COP-Wert für eine Wärmepumpe?

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen bei A7/W35 einen COP von 4,0 bis 5,2, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen liegen mit 4,8 bis 5,8 noch etwas höher. Ein hoher COP allein sagt jedoch wenig über die Jahreskosten aus – das Umweltbundesamt betont, dass er nur einen einzelnen Betriebspunkt beschreibt und für die Jahreswirtschaftlichkeit die JAZ herangezogen werden sollte.

Was bedeutet die Bezeichnung A7/W35 bei COP-Angaben?

Die Notation folgt dem Schema Quelle/Senke: A7 steht für +7°C Außentemperatur, W35 für 35°C Vorlauftemperatur im Heizwasser. Diese Normbedingung nach EN 14511 ermöglicht den Vergleich verschiedener Hersteller unter identischen Laborbedingungen, sagt aber nichts über die Effizienz bei winterlicher Kälte aus.

Was ist der Unterschied zwischen COP und EER?

Der COP beschreibt die Heizeffizienz einer Wärmepumpe, während der EER (Energy Efficiency Ratio) die Kühleffizienz im reversiblen Betrieb angibt, etwa bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe im Klimaanlagen-Modus. Beide Kennzahlen setzen Nutzleistung ins Verhältnis zur elektrischen Aufnahmeleistung, unterscheiden sich aber in der Prozessrichtung – Heizen versus Kühlen.

Gibt es eine feste JAZ-Mindestanforderung für die KfW-Förderung?

Eine einheitliche, pauschale JAZ-Mindestgrenze für alle Wärmepumpen-Typen und Gebäudekategorien gibt es in der aktuellen BEG-Heizungsförderung nicht. Als Orientierung für eine effiziente Anlage nennt das Umweltbundesamt eine Jahresarbeitszahl von 4,0 oder höher als idealen Zielwert; die konkreten technischen Anforderungen für den Förderantrag ergeben sich aus den jeweils gültigen BEG-Richtlinien und sollten vor der Antragstellung mit einem Fachbetrieb geprüft werden.

Spielen natürliche Kältemittel 2026 noch eine Rolle für die Förderung?

In der BEG-Heizungsförderung nicht mehr direkt: Laut Branchenangaben (u.a. Bundesverband Wärmepumpe) ist der frühere Effizienzbonus von fünf Prozentpunkten für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel mit Inkrafttreten der neuen Richtlinie seit dem 21.07.2026 entfallen. Regulatorisch bleiben natürliche Kältemittel wie R290 aber relevant, weil die EU-Verordnung 2024/573 den Einsatz fluorierter Kältemittel regelt und die Menge teilfluorierter Kohlenwasserstoffe schrittweise reduziert.

Brauche ich für eine Erdwärmepumpe eine Bohrgenehmigung?

In der Regel ja: Das Umweltbundesamt erklärt, dass Bohrungen für geothermische Umgebungswärme regelmäßig bei der unteren Wasserbehörde angezeigt oder genehmigt werden müssen. Die genauen Verfahren unterscheiden sich je Bundesland, weshalb eine frühzeitige Anfrage bei der zuständigen Behörde sinnvoll ist.

Für wen lohnt sich eine auf JAZ optimierte Wärmepumpe?

Neubau oder gut sanierter Altbau

Bei Neubauten mit Fußbodenheizung und Vorlauftemperaturen von 30–35°C ist eine JAZ nahe am UBA-Zielwert von 4,0 oder höher realistisch erreichbar. Hier lohnt sich die Investition in einen sauberen hydraulischen Abgleich von Anfang an, weil die Anlage über 20 Jahre läuft und jeder JAZ-Punkt direkt die Stromkosten senkt.

Teilsanierter Altbau mit Heizkörpern

Bei Vorlauftemperaturen von 45–55°C und Standard- oder Niedertemperatur-Heizkörpern liegt die realistische JAZ meist zwischen 3,0 und 3,9. Heizkurven-Optimierung und hydraulischer Abgleich sind hier die wirtschaftlichsten ersten Schritte, bevor über größere Maßnahmen wie neue Heizkörper nachgedacht wird.

Unsanierter Altbau mit alten Radiatoren

Bei Vorlauftemperaturen über 60°C und alten Radiatoren bewegt sich die JAZ häufig nur bei 2,8 bis 3,2 – näher an den unteren Feldtest-Werten des Umweltbundesamts für Altbauten. Hier sollte vor der Wärmepumpen-Installation geprüft werden, ob eine Hochtemperatur-Wärmepumpe, punktuelle Heizkörper-Vergrößerungen oder eine Teilsanierung die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern.
Die JAZ bleibt damit die kaufentscheidende Kennzahl: Der COP zeigt das technische Potenzial im Labor, der SCOP dient dem europäischen Label-Vergleich, aber erst die reale Jahresarbeitszahl entscheidet, ob eine Wärmepumpe über 20 Jahre wirtschaftlich läuft. Wer zuerst Heizkurve und hydraulischen Abgleich optimiert und dann die aktuelle BEG-Förderung nutzt, senkt sowohl die Anfangsinvestition als auch die laufenden Stromkosten.

Jetzt mehrere Angebote vergleichen

Füllen Sie das Formular aus und erhalten Sie mehrere passende Angebote zum direkten Vergleich – für den besten Preis.

REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen