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Vaillant aroTHERM 26: Erfahrungen, Test, Kosten & Förderung

18 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Was es ist: Die Vaillant aroTHERM ist die Luft/Wasser-Wärmepumpen-Baureihe des Marktführers Vaillant aus Remscheid, aktuell in der Generation aroTHERM plus /8.1 mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan).
  • Unabhängiger Test 2026: Im Test der Stiftung Warentest 10/2025 erreicht die aroTHERM plus VWL 105/8.1 A die Note 2,3 (gut) und Platz 4 von 5 — Testsieger ist die Viessmann Vitocal 250-A mit 2,0.
  • Effizienz: Der SCOP beträgt bis zu 5,4 bei 35 °C Vorlauf (Fußbodenheizung), sinkt aber bei 55 °C Vorlauf im Altbau auf rund 3,6.
  • Preis 2026: Eine komplett installierte aroTHERM plus kostet je nach Leistung und Aufwand 18.000 bis 30.000 Euro brutto, vor Abzug der Förderung.
  • Förderung: Durch R290 erhält die aroTHERM den 5-Prozent-Effizienzbonus; die KfW-Heizungsförderung erreicht in Summe bis zu 70 Prozent und maximal 21.000 Euro Zuschuss.
  • Häufige Schwäche: Bei Überdimensionierung neigt die aroTHERM zum Takten, größere Modelle erreichen bis zu 59,9 dB(A) Schallleistung.
  • Für wen: Die aroTHERM lohnt sich besonders im sanierten Altbau und Neubau mit Flächenheizung — die hohe Vorlauftemperatur von 75 °C erlaubt aber auch den Betrieb mit Heizkörpern.

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Was ist die Vaillant aroTHERM und wie funktioniert sie?

Die Vaillant aroTHERM ist eine Luft/Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise, die der Außenluft Wärme entzieht und damit Heizung und Warmwasser eines Wohngebäudes versorgt. Die aktuelle Baureihe aroTHERM plus nutzt das natürliche Kältemittel R290 und erreicht eine Vorlauftemperatur von bis zu 75 °C.
Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe arbeitet nach dem Prinzip des umgekehrten Kühlschranks. Ein modulierender Inverter-Verdichter verdichtet das Kältemittel R290, das schon bei niedrigen Außentemperaturen verdampft. Die aroTHERM plus moduliert ihre Leistung stufenlos zwischen 25 und 100 Prozent und passt sie so dem Wärmebedarf des Hauses an. Die Leistungszahl COP beschreibt dabei das Momentanverhältnis aus Wärmeabgabe und Stromaufnahme.
JAZ = abgegebene Wärmemenge ÷ aufgenommene Strommenge
  • JAZ: Jahresarbeitszahl, dimensionslos — der reale Jahreswirkungsgrad im Betrieb
  • abgegebene Wärmemenge: die ans Heizsystem gelieferte Energie in kWh pro Jahr
  • aufgenommene Strommenge: der Stromverbrauch des Verdichters in kWh pro Jahr
Im Unterschied zur Erdwärmepumpe geoTHERM benötigt die aroTHERM keine Bohrung oder Erdkollektoren, sondern nur eine Außeneinheit auf einem Fundament. Anders als die Split-Bauweise aroTHERM Split führt die Monoblock-aroTHERM plus den gesamten Kältekreis in der Außeneinheit — im Haus zirkuliert nur Heizungswasser. Das Referenz-Szenario dieses Artikels ist ein Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche, rund 12.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr und einem 4-Personen-Haushalt.

Wer steht hinter der aroTHERM — Vaillant als Unternehmen?

Hinter der aroTHERM steht die Vaillant Group, ein 1874 gegründetes Familienunternehmen mit Hauptsitz in Remscheid, das sich bei Wärmepumpen nach eigenen Angaben als Marktführer in Deutschland und drittgrößter Anbieter in Europa einordnet. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte Vaillant mit 17.500 Beschäftigten 3,8 Milliarden Euro Umsatz.
Seit 2016 liegt der strategische Schwerpunkt der Vaillant Group auf dem Wärmepumpengeschäft. Das Unternehmen investierte zwischen 2016 und 2023 fast eine Milliarde Euro in diesen Bereich und nahm 2023 im slowakischen Senica eine Wärmepumpen-Fabrik mit einer Jahreskapazität von 300.000 Geräten in Betrieb, was die Gesamtkapazität auf über 500.000 Einheiten pro Jahr verdoppelte. Im Jahr 2024 sank der Konzernumsatz allerdings auf 3,2 Milliarden Euro, ein Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr — Folge des eingebrochenen Heizungsmarkts.
Vaillant produziert seit 2025 ausschließlich Wärmepumpen mit dem Kältemittel R290. Die aroTHERM plus kam im April 2020 als erste Vaillant-Luft/Wasser-Wärmepumpe für Neubau und Bestand auf den Markt; die vollständig überarbeitete Generation /8.1 startete im September 2025. Zum Vergleich: 2025 wurden in Deutschland laut Bundesverband Wärmepumpe rund 299.000 Wärmepumpen installiert, ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Welche aroTHERM-Modelle gibt es 2026?

Die Baureihe aroTHERM plus /8.1 umfasst 2026 fünf Leistungsgrößen von 3 bis 12 kW, ergänzt um die Split-Variante aroTHERM Split sowie die für Q2 2026 angekündigten Modelle aroTHERM pro und aroTHERM perform. Alle aroTHERM-plus-Modelle erreichen 75 °C Vorlauftemperatur und nutzen R290.

aroTHERM plus /8.1 — die Hauptbaureihe (3 bis 12 kW)

Die fünf Modelle der Generation /8.1 unterscheiden sich in Heizleistung, Anschluss und Schallleistungspegel. Die kleinen Modelle bis 7 kW laufen mit 230-Volt-Wechselstrom, die 10- und 12-kW-Modelle benötigen einen 400-Volt-Drehstromanschluss. Die folgende Tabelle zeigt die Datenblattwerte je Modell.
Datenblatt-Kennzahlen der fünf Vaillant aroTHERM plus /8.1 Modelle (Stand 2026, Herstellerangaben Vaillant).

Modell

Heizleistung (nominal)

SCOP mittel (W55)

Schallleistung max.

Anschluss

 

VWL 35/8.1 A

3 kW

3,65

52,7 dB(A)

230 V

VWL 55/8.1 A

5 kW

3,64

55,6 dB(A)

230 V

VWL 75/8.1 A

7 kW

3,62

57,4 dB(A)

230 V

VWL 105/8.1 A

10 kW

3,86

58,2 dB(A)

400 V

VWL 125/8.1 A

12 kW

3,86

59,9 dB(A)

400 V

aroTHERM Split — die geteilte Bauweise mit R32

Die aroTHERM Split trennt Außen- und Inneneinheit und nutzt das Kältemittel R32 mit einem GWP von 675. Außen- und Inneneinheit lassen sich bis zu 40 Meter voneinander entfernt platzieren, was bei beengten Grundstücken Vorteile bietet. Die Effizienzklasse erreicht laut Hersteller A+++ bei 35 °C Vorlauf.

aroTHERM pro und perform — die Neuzugänge 2026

Die aroTHERM pro erscheint im zweiten Quartal 2026 in den Größen 5, 7 und 11 kW mit R290 und bis zu 65 °C Vorlauftemperatur. Die aroTHERM perform deckt mit 15 und 20 kW größere Ein- und Mehrfamilienhäuser ab. Beide Baureihen ergänzen die aroTHERM plus nach oben und unten im Leistungsspektrum.

Welche Technik steckt in der aroTHERM plus?

Die aroTHERM plus arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan), einem modulierenden Inverter-Verdichter und einer Vorlauftemperatur von bis zu 75 °C. Damit erreicht sie bei 35 °C Vorlauf einen COP von 4,94 (Modell VWL 75/8.1 A im Punkt A7/W35).
Das Kältemittel R290 besitzt ein Treibhauspotential (GWP) von 3 nach der gängigen 100-Jahres-Bewertung; Vaillant gibt nach EU-Verordnung den Wert 0,02 an. Beide Angaben beziehen sich auf dasselbe Propan und liegen weit unter dem alten R410A mit einem GWP von 2.088. Die Füllmenge beträgt je nach Modell rund 1,3 kg. Da R290 der Sicherheitsgruppe A3 angehört und schwerer als Luft ist, schreibt Vaillant einen Mindestabstand von einem Meter zu Lichtschächten und Kellerfenstern vor.
Die Effizienz misst sich an genormten Kennzahlen: Der COP wird nach DIN EN 14511 ermittelt, der saisonale SCOP nach DIN EN 14825. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur — je niedriger sie ist, desto höher der Wirkungsgrad. Bei 35 °C erreicht die aroTHERM plus die Energieeffizienzklasse A+++, bei 55 °C noch A++. Der modulierende Verdichter regelt die Leistung zwischen 25 und 100 Prozent und reduziert so das Takten. Die Geräte arbeiten bei Außentemperaturen bis weit in den Minusbereich; die Stiftung Warentest bescheinigte der aroTHERM plus im Test 10/2025 eine starke Effizienz auch bei starker Kälte.

Welche Erfahrungen machen Nutzer mit der Vaillant aroTHERM?

Die Erfahrungen mit der Vaillant aroTHERM fallen überwiegend positiv aus: Nutzer und Fachbetriebe loben den niedrigen Stromverbrauch bei richtiger Auslegung, die solide Verarbeitung und die App-Steuerung, kritisieren aber vereinzelt Geräusche und längere Servicezeiten. Auf dem Bewertungsportal Trustpilot erreicht Vaillant Deutschland rund 4 von 5 Sternen auf Unternehmensebene.
Über die Effizienz entscheidet vor allem die Auslegung: Wird die aroTHERM auf eine Flächenheizung mit 35 °C Vorlauf ausgelegt, berichten Anwender von Jahresarbeitszahlen um 4,8 bis 5,2. Im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen sinkt die reale JAZ dagegen auf 3,0 bis 3,2. Die Stiftung Warentest maß im Altbau-Modellhaus mit 55 °C Vorlauf einen Jahresstromverbrauch von rund 6.500 kWh für das Modell VWL 105/8.1 A. Ein dokumentiertes Forenbeispiel zweier Häuser mit je einer VWL 105/6 im Kaskadenbetrieb zeigte bei −3 °C einen Verbrauch von rund 150 kWh pro Tag — Ursache war eine fehlerhafte hydraulische Einstellung, kein Gerätedefekt.
Als Stärke im Alltag gilt die Modulationstiefe: Der Inverter regelt die Leistung tief herunter und reduziert so das Takten, was die Lebensdauer erhöht. Der unabhängige Feldtest des Fraunhofer ISE bestätigt die Praxistauglichkeit der Gattung: Über 77 Anlagen erreichten Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 3,4, und Wärmepumpen sparten gegenüber Gasheizungen im Mittel 64 Prozent CO₂ ein.
Ein wiederkehrendes Thema in Erfahrungsberichten ist der Körperschall. Bei größeren Modellen mit 59 dB(A) Schallleistung und ungünstiger Aufstellung übertragen sich tieffrequente Brummgeräusche auf Fundament und Gebäude, was zu Nachbarschaftsbeschwerden führen kann. Eine schwingungsentkoppelte Aufstellung auf einem separaten Fundament gilt als wirksame Gegenmaßnahme.

Wie effizient ist die aroTHERM in der Praxis?

Die reale Effizienz der aroTHERM hängt fast vollständig von der Vorlauftemperatur ab: Bei 35 °C erreicht sie einen SCOP von bis zu 5,4, bei 55 °C nur noch rund 3,6 und bei 75 °C Dauerbetrieb eine Jahresarbeitszahl von 3,0 bis 3,2. Höhere Vorlauftemperaturen kosten also direkt Wirkungsgrad.
Diese Spreizung erklärt, warum Hersteller-SCOP und reale JAZ auseinanderfallen. Der Spitzenwert SCOP 5,4 gilt für 35 °C Vorlauf unter Normbedingungen. Im realen Bestandsbetrieb mit Heizkörpern liegen die Werte niedriger. Der Feldtest des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zu Wärmepumpen im Gebäudebestand, veröffentlicht im November 2025, ermittelte über 77 ausgewertete Anlagen eine durchschnittliche JAZ von 3,4 für Luft/Wasser-Wärmepumpen (Spannbreite 2,6 bis 4,9), allerdings ohne Aufschlüsselung nach Hersteller.
Effizienz und jährliche Stromkosten der aroTHERM plus nach Vorlauftemperatur im Referenz-Szenario (12.000 kWh Wärmebedarf, Strompreis 0,30 €/kWh).

Heizsystem / Vorlauf

Reale JAZ

Stromverbrauch/Jahr

Stromkosten/Jahr

Summe über 20 Jahre

 

Fußbodenheizung (35 °C)

5,0

2.400 kWh

720 €

14.400 €

Heizkörper saniert (55 °C)

3,6

3.333 kWh

1.000 €

20.000 €

Altbau hohe Last (75 °C)

3,1

3.871 kWh

1.161 €

23.226 €

Beispiel: Saniertes Einfamilienhaus mit Heizkörpern
Gegeben: 12.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr, reale JAZ 3,6, Strompreis 0,30 €/kWh
Berechnung: 12.000 kWh ÷ 3,6 = 3.333 kWh Strom; 3.333 kWh × 0,30 €/kWh = 1.000 €
Ergebnis: rund 1.000 € Stromkosten pro Jahr — über 20 Jahre etwa 20.000 €
Im Winter mindern Abtauzyklen die Effizienz zusätzlich. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe taut 2- bis 8-mal täglich ab; bei feuchter Kälte um 0 bis 5 °C bis zu 10-mal. Über eine Heizsaison reduziert das die JAZ um 8 bis 15 Prozent.

Wie laut ist die Vaillant aroTHERM?

Die Lautstärke der aroTHERM plus reicht von 52,7 dB(A) Schallleistung beim kleinsten 3-kW-Modell bis 59,9 dB(A) beim 12-kW-Modell. Im leistungsreduzierten Nachtmodus sinkt der Schalldruckpegel der kleinen Modelle auf rund 30 dB(A) in drei Meter Abstand.
Der wichtige Unterschied liegt zwischen Schallleistungspegel und Schalldruckpegel. Der Schallleistungspegel (LWA) misst die Quelle selbst und liegt bei 52,7 bis 59,9 dB(A). Der Schalldruckpegel beschreibt, was in einer bestimmten Entfernung ankommt — er fällt mit dem Abstand. Vaillant gibt für die kleinen Modelle im Nachtmodus 27,5 dB(A) Schalldruck in drei Meter Abstand an. Die Stiftung Warentest nennt für das getestete Modell VWL 105/8.1 A einen deklarierten Schallleistungspegel von 50 dB(A) im normbezogenen Betriebspunkt.
Für die KfW-Förderung 2026 ist die Lautstärke entscheidend geworden: Seit dem 1. Januar 2026 werden Luft-Wärmepumpen nur gefördert, wenn ihr Außengerät mindestens 10 dB unter dem EU-Ökodesign-Grenzwert liegt. Für die Leistungsklasse 6 bis 12 kW bedeutet das einen Höchstwert von 60 dB(A). Die aroTHERM plus und aroTHERM pro erfüllen diese verschärfte Anforderung laut Vaillant.

Was sagen unabhängige Tests zur Vaillant aroTHERM?

Im jüngsten Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2025, veröffentlicht am 23. September 2025) erreicht die Vaillant aroTHERM plus VWL 105/8.1 A die Gesamtnote 2,3 (gut) und belegt Platz 4 von 5 getesteten Luft/Wasser-Wärmepumpen. Testsieger ist die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0.
Die Stiftung Warentest gewichtete die Energieeffizienz mit 70 Prozent, die Handhabung mit 25 Prozent und den Datenschutz mit 5 Prozent. Die aroTHERM punktete mit einer Handhabungsnote von 1,5, der sehr guten App-Bedienung und der Möglichkeit, das Außengerät mit geringen Abständen zu Türen und Kellerfenstern aufzustellen. Als Schwächen nennen die Prüfer das hohe Gewicht der Außeneinheit von rund 206 kg und eine etwas geringere Effizienz mit Heizkörpern und bei starker Kälte gegenüber den Bestplatzierten.
Ergebnisse der Stiftung Warentest 10/2025 for Luft/Wasser-Wärmepumpen (fünf getestete Geräte).

Platz

Modell

Gesamtnote

Testpreis

 

1

Viessmann Vitocal 250-A

2,0 (gut)

20.354 €

2

Alpha Innotec Hybrox 11

2,2 (gut)

18.558 €

2

Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus

2,2 (gut)

19.038 €

4

Vaillant aroTHERM plus VWL 105/8.1 A

2,3 (gut)

19.729 €

5

Mitsubishi Electric Set 13.10

2,8 (befriedigend)

Ein älterer Test vom März 2024 hatte die aroTHERM plus mit der Note 2,0 bewertet, damals gewann jedoch die Wolf CHA-07 mit 1,9. Beide Ergebnisse sind nicht direkt vergleichbar, da im Test 10/2025 ein anderes Modell, andere Konkurrenten und eine andere Bewertungsgrundlage zugrunde lagen.

Was kostet die Vaillant aroTHERM 2026?

Eine komplett installierte Vaillant aroTHERM plus kostet 2026 je nach Leistung und Installationsaufwand zwischen 18.000 und 30.000 Euro brutto vor Förderung. Das reine Außengerät der 7-kW-Klasse ist im Online-Fachhandel ab rund 5.500 Euro erhältlich.
Die Gesamtkosten setzen sich aus Gerät, Inneneinheit, Hydraulik, Elektrik und Montage zusammen. Die Inneneinheit uniTOWER plus mit Speicher kostet 2.500 bis 3.300 Euro. Die folgende Tabelle schlüsselt eine typische Installation im Referenz-Szenario auf.
Kostenaufschlüsselung einer installierten Vaillant aroTHERM plus im Einfamilienhaus (Referenz-Szenario, brutto, 2026).

Position

Kostenrahmen

 

Außengerät aroTHERM plus (7–10 kW)

5.500–8.000 €

Inneneinheit uniTOWER plus mit Speicher

2.500–3.300 €

Hydraulik, Pufferspeicher, Zubehör

1.500–3.500 €

Elektroanschluss (bei 400 V zzgl. Nachrüstung)

1.000–2.000 €

Montage, Inbetriebnahme, Demontage Altheizung

4.000–8.000 €

Summe vor Förderung

18.000–30.000 €

Bei den 10- und 12-kW-Modellen mit Drehstromanschluss fallen oft 1.500 bis 3.000 Euro zusätzlich für die 400-Volt-Nachrüstung an, die nicht immer im Erstangebot enthalten ist. Eine Beispielkalkulation des Energieversorgers Vattenfall für ein 5-kW-System in einem Haus von 2004 endete bei 31.123 Euro Gesamtkosten vor Förderung — die Bandbreite ist also nach oben offen.

Welche Förderung gibt es 2026 für die aroTHERM?

Für die Vaillant aroTHERM gibt es 2026 die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) mit einer Grundförderung von 30 Prozent, die durch Boni auf maximal 70 Prozent und höchstens 21.000 Euro Zuschuss steigt. Da die aroTHERM das natürliche Kältemittel R290 nutzt, erhält sie zusätzlich den 5-Prozent-Effizienzbonus.
Seit 2024 ist nicht mehr die BAFA, sondern die KfW für die Heizungsförderung zuständig. Die förderfähigen Investitionskosten sind im Einfamilienhaus auf 30.000 Euro je erste Wohneinheit gedeckelt. Die einzelnen Boni lassen sich kombinieren, der Gesamtzuschuss bleibt aber bei 70 Prozent gedeckelt.
Bausteine der KfW-Heizungsförderung 458 für Wärmepumpen im Jahr 2026.

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Förderbaustein

Höhe

Voraussetzung

 

Grundförderung

30 %

für alle Antragsteller

Klimageschwindigkeitsbonus

20 %

Austausch funktionsfähiger Öl-/Gasheizung, bis 2028

Einkommensbonus

30 %

zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €

Effizienzbonus (R290)

5 %

natürliches Kältemittel — bei der aroTHERM erfüllt

Maximalförderung

70 %

Deckel, max. 21.000 € im Einfamilienhaus

Zuschuss = förderfähige Kosten × Fördersatz
  • förderfähige Kosten: die anrechenbaren Investitionskosten in Euro, im Einfamilienhaus auf 30.000 € gedeckelt
  • Fördersatz: Summe der Boni in Prozent, auf 70 % begrenzt
Beispiel: aroTHERM plus mit 55 Prozent Förderung
Gegeben: Gesamtkosten 24.000 €, Fördersatz 55 % (Grund- plus Klimageschwindigkeits- plus Effizienzbonus)
Berechnung: 24.000 € × 0,55 = 13.200 € Zuschuss; 24.000 € − 13.200 € = 10.800 €
Ergebnis: rund 10.800 € Eigenanteil nach Förderung
Wichtig ist die Reihenfolge: Der KfW-Antrag muss vor der Beauftragung des Fachbetriebs gestellt werden. Ein Auftrag vor dem Antrag ist der häufigste Ablehnungsgrund. Der Klimageschwindigkeitsbonus bleibt bis Ende 2028 bei 20 Prozent und sinkt nach derzeitiger KfW-Regelung ab 2029 auf 17 Prozent.

Welche Garantie bietet Vaillant auf die aroTHERM?

Vaillant gewährt auf die aroTHERM eine gesetzliche Herstellergarantie von 24 Monaten, die sich über die kostenlose GarantiePLUS auf 5 Jahre und über die GarantiePREMIUM auf bis zu 10 Jahre verlängern lässt. Voraussetzung sind Installation durch einen Fachbetrieb und eine jährliche Wartung.
Die kostenlose GarantiePLUS umfasst fünf Jahre Schutz inklusive Ersatzteilen und einen Fernbetreuungsservice. Sie muss innerhalb von 180 Tagen nach Installation registriert werden, erfordert eine dauerhafte Internetverbindung des Geräts über die myVAILLANT-App und einen jährlichen Wartungsnachweis. Wer die Wartung nicht ordnungsgemäß durchführen lässt, verliert den Garantieanspruch.
Garantiestufen von Vaillant für die aroTHERM-Wärmepumpen (Stand 2026).

Garantie

Laufzeit

Kosten

Bedingung

 

Herstellergarantie

24 Monate

inklusive

Fachbetrieb-Installation

GarantiePLUS (digital)

5 Jahre

kostenlos

Registrierung in 180 Tagen, Internet, Wartung

Erweiterte GarantiePLUS

5 Jahre

389–537 €

Vor-Ort-Systemprüfung in 4 Wochen

GarantiePREMIUM

10 Jahre

über Fachbetrieb

Wartungsvertrag mit Vaillant-Partner

Ein Wartungsvertrag für die Wärmepumpe kostet bei Vaillant je nach Stufe 399, 519 oder 659 Euro pro Jahr. Freie Fachbetriebe bieten die jährliche Wartung oft günstiger an, was für den reinen Garantieerhalt der GarantiePLUS in der Regel ausreicht.

Wie schlägt sich die aroTHERM gegen Viessmann, Daikin und Bosch?

Im Wettbewerb steht die aroTHERM plus stark da: Sie erreicht mit 75 °C die höchste Vorlauftemperatur der Vergleichsgruppe — gleichauf mit der Bosch Compress 6800i AW — und nutzt mit R290 eines der umweltfreundlichsten Kältemittel, liegt im Stiftung-Warentest-Urteil aber knapp hinter der Viessmann Vitocal 250-A. Daikin und Mitsubishi setzen weiterhin auf R32.
Der zentrale technische Unterschied ist das Kältemittel. Vaillant, Viessmann und Bosch nutzen R290 (GWP 3) und qualifizieren sich damit für den 5-Prozent-Effizienzbonus. Die Daikin Altherma 3 H HT und die Mitsubishi Ecodan arbeiten mit R32 (GWP 675) und erhalten diesen Bonus nicht. Ab 2027 greift zudem über die F-Gase-Verordnung ein Verbot für Geräte unter 12 kW mit einem GWP ab 150.
Technischer Vergleich der Vaillant aroTHERM plus mit den wichtigsten Wettbewerbern (Datenblatt- und Marktwerte 2026).

Wärmepumpe

Kältemittel

Max. Vorlauf

SCOP (W35)

Stiftung Warentest 10/2025

 

Vaillant aroTHERM plus

R290 (GWP 3)

75 °C

bis 5,4

2,3 (gut)

Viessmann Vitocal 250-A

R290 (GWP 3)

70 °C

5,01

2,0 (gut)

Bosch Compress 6800i AW

R290 (GWP 3)

75 °C

4,77

nicht getestet

Daikin Altherma 3 H HT

R32 (GWP 675)

70 °C

nicht getestet

Mitsubishi Ecodan Zubadan

R32 (GWP 675)

60 °C

4,6

2,8 (befriedigend)

Für den unsanierten Altbau mit Heizkörpern ist die hohe Vorlauftemperatur der aroTHERM plus ein klarer Vorteil gegenüber der Mitsubishi Ecodan mit nur 60 °C. Wer maximale Prüfnote sucht, greift zur Viessmann Vitocal 250-A; wer hohe Vorlauftemperatur und R290 priorisiert, fährt mit der aroTHERM plus oder der Bosch Compress 6800i AW gut.

Welche Nachteile und Probleme hat die Vaillant aroTHERM?

Die häufigsten Nachteile der aroTHERM betreffen das Takten bei Überdimensionierung, den Effizienzeinbruch bei hohen Vorlauftemperaturen und die Lautstärke der großen Modelle. Hinzu kommen typische Fehlercodes und Installationsbeschränkungen durch das Kältemittel R290.

Problem 1: Takten bei Überdimensionierung

Symptom, Folge, Prävention

  • Symptom: Das überdimensionierte Modell VWL 125 mit rund 5,4 kW Mindestleistung schaltet in gut gedämmten Häusern häufig ein und aus.
  • Folge: Häufige Verdichterstarts senken die Effizienz und die Lebensdauer.
  • Prävention: Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor dem Kauf; lieber eine Nummer kleiner wählen.

Problem 2: Effizienzeinbruch bei hoher Vorlauftemperatur

Symptom, Folge, Prävention

  • Symptom: Bei 75 °C Vorlauf und −7 °C Außentemperatur fällt der COP auf etwa 2,8.
  • Folge: Die Jahresarbeitszahl sinkt auf 3,0 bis 3,2, die Stromkosten steigen entsprechend.
  • Prävention: Heizflächen vergrößern oder hydraulischen Abgleich durchführen, um die Vorlauftemperatur zu senken.

Problem 3: Lautstärke und Körperschall

Symptom, Folge, Prävention

  • Symptom: Die 10- und 12-kW-Modelle erreichen 59 dB(A); beim Umschalten und Abtauen steigt der Pegel kurz auf 58 bis 62 dB(A).
  • Folge: Tieffrequentes Brummen kann Nachbarn stören und zu Beschwerden nach TA Lärm führen.
  • Prävention: Schwingungsentkoppelte Aufstellung, ausreichender Abstand zur Grundstücksgrenze, Nachtmodus aktivieren.
Daneben treten typische Fehlercodes auf. Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Codes und ihre Bedeutung.
Häufige Fehlercodes der Vaillant aroTHERM und ihre Bedeutung.

Code

Bedeutung

Maßnahme

 

F.22

Wasserdruck zu niedrig / Leckage

Heizwasser auf 1,5–2,0 bar nachfüllen

S.07

Störung am Verdichter

Fachbetrieb / Kundendienst

F.732

Kompressor-Auslasstemperatur zu hoch

Fachbetrieb / Kundendienst

F.733

Verdampfertemperatur zu niedrig (Vereisung, Luftweg)

Außeneinheit freiräumen, Fachbetrieb prüfen

Ein weiterer Punkt ist die Kompatibilität: Die neue Generation /8.1 lässt sich nicht mit Inneneinheiten der Vorgängergeneration /6 mischen. Bei späteren Erweiterungen kann das einen kompletten Austausch erfordern.

Wie entwickelt sich die aroTHERM-Technik bis 2030?

Die aroTHERM-Technik entwickelt sich klar in Richtung natürlicher Kältemittel, höherer Vorlauftemperaturen und leiserer Geräte. Vaillant produziert seit 2025 ausschließlich R290-Wärmepumpen und erweitert die Baureihe im zweiten Quartal 2026 um die aroTHERM pro (5, 7 und 11 kW, bis 65 °C Vorlauf) und die aroTHERM perform (15 und 20 kW für größere Mehrfamilienhäuser).
Parallel öffnet Vaillant die Innenaufstellung für natürliche Kältemittel: Die neuen Sole/Wasser-Modelle geoCOMPACT exclusive und geoTHERM exclusive sind die ersten innen aufgestellten Vaillant-Wärmepumpen mit R290 und einem patentierten Sicherheitskonzept ohne externe Luftführung. Für die aroTHERM plus selbst kündigt Vaillant ab 2026 den digitalen Dienst EnergiePLUS zur Betriebskostenoptimierung an.
Der regulatorische Rahmen treibt diese Entwicklung. Die F-Gase-Verordnung verbietet ab 2027 Kältemittel mit hohem GWP in kleineren Geräten, was R290 weiter begünstigt. Gleichzeitig verschärft die KfW seit 2026 die Schallanforderungen für die Förderung auf 10 dB unter dem EU-Ökodesign-Grenzwert. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent läuft bis Ende 2028 und sinkt danach schrittweise — wer früh investiert, sichert sich den höchsten Fördersatz. Für den Gesamtmarkt erwartet die Branche nach dem Rekordjahr 2025 mit rund 299.000 Anlagen ein weiteres Wachstum, getragen von der gesetzlichen 65-Prozent-Erneuerbaren-Pflicht im Gebäudeenergiegesetz.

Häufige Fragen zur Vaillant aroTHERM

Ist die Vaillant aroTHERM plus für den Altbau geeignet?

Ja, die aroTHERM plus eignet sich für den Altbau, weil sie bis zu 75 °C Vorlauftemperatur erreicht und damit auch vorhandene Heizkörper versorgt. Die Effizienz sinkt bei hoher Vorlauftemperatur allerdings auf eine Jahresarbeitszahl von 3,0 bis 3,2.

Welche Note hat die aroTHERM bei der Stiftung Warentest?

Die Vaillant aroTHERM plus VWL 105/8.1 A erreicht im Test 10/2025 der Stiftung Warentest die Gesamtnote 2,3 (gut) und Platz 4 von 5. Testsieger ist die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0.

Wie viel Strom verbraucht die aroTHERM im Jahr?

Im Referenz-Szenario mit 12.000 kWh Wärmebedarf verbraucht die aroTHERM plus je nach Vorlauftemperatur 2.400 bis 3.871 kWh Strom pro Jahr. Das entspricht bei 0,30 €/kWh Stromkosten von 720 bis 1.161 Euro jährlich.

Bekommt die aroTHERM die volle Förderung?

Die aroTHERM erhält durch das Kältemittel R290 den 5-Prozent-Effizienzbonus und in Kombination mit Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus bis zu 70 Prozent Förderung, maximal 21.000 Euro im Einfamilienhaus.

Wie laut ist die aroTHERM für die Nachbarn?

Die aroTHERM plus erreicht 52,7 bis 59,9 dB(A) Schallleistung; im Nachtmodus sinkt der Schalldruck der kleinen Modelle auf rund 30 dB(A) in drei Meter Abstand. Maßgeblich für Nachbarn ist der Richtwert der TA Lärm von 40 dB(A) nachts am Immissionsort im allgemeinen Wohngebiet (35 dB(A) im reinen Wohngebiet).

Was kostet die aroTHERM plus komplett mit Einbau?

Eine komplett installierte aroTHERM plus kostet 18.000 bis 30.000 Euro brutto vor Förderung. Nach Abzug einer 55-Prozent-Förderung verbleibt ein Eigenanteil von rund 10.800 Euro bei 24.000 Euro Gesamtkosten.

Fazit: Für wen lohnt sich die Vaillant aroTHERM?

Die Vaillant aroTHERM plus lohnt sich für Hausbesitzer, die ein leises, förderfähiges R290-Gerät mit hoher Vorlauftemperatur suchen und Wert auf einfache Bedienung legen. Sie ist im Stiftung-Warentest-Urteil knapp hinter der Spitze, technisch aber breit einsetzbar — von der Flächenheizung bis zum Heizkörper-Altbau.

Neubau mit Fußbodenheizung

Im Neubau mit 35 °C Vorlauf spielt die aroTHERM ihre Stärke aus: Jahresarbeitszahlen um 5,0 senken die Stromkosten auf rund 720 Euro pro Jahr im Referenz-Szenario. Hier ist sie uneingeschränkt empfehlenswert.

Sanierter Altbau mit Heizkörpern

Im sanierten Altbau mit 55 °C Vorlauf erreicht die aroTHERM eine JAZ um 3,6 und rund 1.000 Euro Stromkosten pro Jahr. In Kombination mit dem 5-Prozent-R290-Bonus und der Klimageschwindigkeitsförderung ist sie eine wirtschaftliche Wahl — eine korrekte Auslegung vorausgesetzt.

Unsanierter Altbau mit hoher Vorlauftemperatur

Im unsanierten Altbau mit 75 °C Vorlauf sinkt die JAZ auf 3,0 bis 3,2. Hier lohnt sich die aroTHERM nur, wenn vorab Heizflächen vergrößert oder ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Andernfalls steigen die Stromkosten auf über 1.150 Euro pro Jahr.

Wer maximale Prüfnote priorisiert

Wer ausschließlich auf die beste Testnote setzt, findet in der Viessmann Vitocal 250-A (Note 2,0) die etwas effizientere Alternative. Für die meisten Profile bleibt die aroTHERM plus durch Vorlauftemperatur, Förderfähigkeit und Bedienkomfort jedoch eine ausgewogene Empfehlung.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen