Das Wichtigste in Kürze
- Sparpotenzial: Bei einem Jahresverbrauch von 7.500 kWh beziffert Verivox die Ersparnis eines Wärmepumpentarifs gegenüber dem Grundversorgungstarif mit 512 Euro pro Jahr.
- Zählerpflicht: Ein dedizierter Wärmepumpentarif setzt bei Verivox einen separaten Stromzähler voraus – ohne Zweitzähler listet der Rechner nur reguläre Haushaltstarife.
- §14a EnWG: Modul 1 bringt bundesweit im Schnitt 165 Euro pro Jahr Netzentgelt-Rabatt, Modul 2 senkt den Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 Prozent, verlangt dafür aber einen zweiten Zähler.
- Unabhängigkeit: Fünf Verivox-Vergleichsrechner tragen seit 2016 ein TÜV-Saarland-Zertifikat für Datenschutz, Sicherheit und Unabhängigkeit.
- Wettbewerbsvergleich: Im Finanztip-Test lieferte Verivox in 12 von 15 Testhaushalten den günstigsten Wärmepumpentarif, während CHECK24 mit 60 bis 70 Prozent Marktanteil der größere Anbieter bleibt.
- Schwachpunkt: Verivox meldete 2023 und 2024 je ein Datenleck, darunter 2024 rund 75.000 betroffene Datensätze aus der Kreditvermittlung.
- Eignung: Gegenüber einem günstigen Haushaltsstromtarif ergibt sich laut Finanztip erst ab einem Jahresverbrauch von rund 4.300 kWh überhaupt eine Ersparnis durch den Wärmepumpentarif.
Was ist Verivox und wie funktioniert der Wärmepumpenstrom-Vergleich?
Verivox ist ein 1998 gegründetes deutsches Vergleichsportal, das über einen dedizierten Rechner
Wärmepumpenstromtarife anhand von Postleitzahl, Zählertyp und Jahresverbrauch listet. Das Unternehmen mit Sitz in
Heidelberg vergleicht insgesamt rund
30.000 Tarife und zählt mehr als
8 Millionen Kunden seit der Gründung. Anders als beim allgemeinen Stromvergleich fragt Verivox bei Wärmepumpen gezielt ab, ob ein
separater Zähler vorhanden ist. Nur mit einem solchen Zähler greifen spezielle
Wärmepumpentarife mit reduziertem Netzentgelt. Der Vergleich grenzt sich damit vom klassischen Haushaltsstromvergleich ab: Ein
Wärmepumpentarif ist an einen eigenen Zählpunkt (MaLo-ID) gebunden, während der reguläre Haushaltsstrom über den Hauptzähler läuft. Das Portal finanziert sich über Provisionen der Energieanbieter und ist für Nutzer
kostenlos.
Wer steht hinter Verivox – Unternehmen, Eigentümer und Marktposition?
Verivox ist eine GmbH mit Sitz in Heidelberg, eingetragen beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 336125, und beschäftigt rund 500 Mitarbeitende an vier Standorten. Die Geschäftsidee entstand 1998; seit dem 21. März 2025 gehört Verivox der italienischen Moltiply Group S.p.A., die das Unternehmen für rund 232 Millionen Euro zuzüglich einer Earn-out-Komponente von bis zu 60 Millionen Euro von ProSiebenSat.1 übernahm. Zuvor gehörte Verivox mehrheitlich zu ProSiebenSat.1, mit dem US-Investor General Atlantic als Minderheitsgesellschafter über die NuCom Group.
Im deutschen Vergleichsportal-Markt belegt Verivox laut einer Studie von Kreutzer Consulting und Nordlight Research aus 2025 den zweiten Platz: Der Wettbewerber CHECK24 kontrolliert 60 bis 70 Prozent der online abgeschlossenen Energieverträge.
Unternehmenskennzahlen von Verivox im Überblick (Stand 2026)
Kennzahl | Wert |
Gründungsjahr (Geschäftsidee) | 1998 |
Firmensitz | Heidelberg |
Handelsregister | AG Mannheim, HRB 336125 |
Mitarbeitende | ca. 500 an 4 Standorten |
Eigentümer seit 21.03.2025 | Moltiply Group S.p.A. |
Verglichene Tarife gesamt | rund 30.000 |
Kunden seit Gründung | mehr als 8 Millionen |
Wie funktioniert der Verivox-Wärmepumpenstromrechner im Detail?
Der Verivox-Heizstromrechner ermittelt passende Wärmepumpentarife in vier Eingabeschritten und zeigt anschließend eine sortierbare Tarifliste. Jeder Schritt fragt eine Kenngröße ab, die direkt über Verfügbarkeit und Preis der angezeigten Tarife entscheidet.
Schritt 1: Postleitzahl eingeben
Die Postleitzahl bestimmt das zuständige Netzgebiet und damit die dort geltenden Netzentgelte, die je nach Netzbetreiber unterschiedlich hoch ausfallen.
Schritt 2: Zählertyp auswählen
Nutzer wählen zwischen Eintarifzähler und Doppeltarifzähler (Hoch- und Niedertarif); bei einem Doppeltarifzähler verlangt der Rechner zusätzlich den getrennten Verbrauch für HT und NT.
Schritt 3: Jahresverbrauch angeben
Der
Jahresverbrauch in Kilowattstunden bildet die Grundlage für die Tarifkalkulation; die Verivox-Ersparnisrechnung zeigt beim Referenzverbrauch von
7.500 kWh ein Sparpotenzial von
512 Euro pro Jahr (weitere Verbrauchsstufen siehe Tabelle unten).
Schritt 4: Installationsdatum der Wärmepumpe angeben
Der Rechner fragt, ob die Wärmepumpe vor oder nach dem 1. Januar 2024 installiert wurde. Dieses Datum entscheidet über den Status als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG.
Ohne einen separaten Zähler für die Wärmepumpe listet der Rechner ausschließlich reguläre Haushaltsstromtarife, da dedizierte Wärmepumpentarife an einen eigenen Zählpunkt gebunden sind. Zunehmend ersetzt die MaLo-ID die klassische Zählernummer als Identifikationsmerkmal beim Anbieterwechsel.
Was bedeutet § 14a EnWG für Wärmepumpenstromtarife bei Verivox?
§ 14a EnWG stuft Wärmepumpen mit einer Netzanschlussleistung über 4,2 kW seit dem 1. Januar 2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtung ein und eröffnet dafür drei Rabatt-Module beim Netzentgelt. Verivox integriert alle drei Module in die Tarifberechnung des Wärmepumpenrechners.
Modul 1: Pauschale Netzentgeltreduzierung
Modul 1 reduziert das Netzentgelt um einen Pauschalbetrag ohne zusätzliche Technik-Voraussetzungen und bringt bundesweit im Durchschnitt 165 Euro pro Jahr.
Modul-1-Jahresrabatt = 80 € Fixbetrag + (3.750 kWh × lokaler Netzentgelt-Arbeitspreis × 20 %)
- 80 € Fixbetrag: bundesweit einheitlicher Sockelbetrag
- 3.750 kWh: pauschal angesetzte Referenzmenge für steuerbare Verbrauchseinrichtungen
- Lokaler Netzentgelt-Arbeitspreis: netzbetreiberabhängiger, variabler Preisbestandteil
- 20 %: gesetzlich festgelegter Rabattsatz auf diesen Arbeitspreisanteil
Beispiel: Bundesweiter Durchschnitt
Gegeben: 80 € Fixbetrag, 3.750 kWh Referenzmenge, 20 % Rabatt auf den lokalen Netzentgelt-Arbeitspreis.
Berechnung: Aus dem von Finanztip ermittelten bundesweiten Mittelwert von 165 € pro Jahr lässt sich der rechnerisch zugrunde liegende Arbeitspreis ableiten: 165 € − 80 € Fixbetrag = 85 € Rabatt auf den Arbeitspreisanteil; 85 € ÷ (3.750 kWh × 20 %) ≈ 0,113 €/kWh, also rund 11,3 Cent pro Kilowattstunde impliziter bundesweiter Netzentgelt-Arbeitspreis. Eingesetzt: 80 € + (3.750 kWh × 0,113 €/kWh × 20 %) ≈ 80 € + 85 € = 165 €.
Ergebnis: Ø 165 Euro Netzentgeltersparnis pro Jahr über Modul 1, ohne dass ein zweiter Zähler nötig ist.
Modul 2: Verbrauchsabhängiger Rabatt
Modul 2 senkt den Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 Prozent und lässt den Grundpreis vollständig entfallen, verlangt dafür aber einen separaten Zähler für die Wärmepumpe.
Modul 3: Zeitvariable Netzentgelte
Modul 3 ist seit dem 1. April 2025 verfügbar und staffelt das Netzentgelt in drei Preisstufen (Hochtarif, Niedertarif, Standardtarif) über den Tagesverlauf. Am Beispiel von Netze BW liegt der Hochtarif zwischen 17 und 22 Uhr um 5,5 Cent pro Kilowattstunde über dem Standardtarif, während der Niedertarif zwischen 10 und 14 Uhr um 7 Cent pro Kilowattstunde darunter liegt.
Netzbetreiber dürfen die Wärmepumpe bei drohender Netzüberlastung präventiv steuern: maximal 2 Stunden pro Tag und höchstens 24 Monate ab der ersten Steuerung im jeweiligen Netzgebiet, wobei dieses Übergangsinstrument spätestens ab 2029 durch die reguläre, messwertbasierte Steuerung abgelöst wird.
Brauche ich einen separaten Stromzähler für den Wärmepumpenstromtarif?
Ja: Ein dedizierter Wärmepumpentarif bei Verivox setzt einen zweiten, separaten Zähler voraus, weil nur so der Wärmepumpenverbrauch getrennt vom übrigen Haushaltsstrom abgerechnet wird. Ein zusätzlicher Zähler kostet 100 bis 200 Euro für das Gerät sowie 300 bis 500 Euro für die Installation, in Einzelfällen mehr, wenn der Zählerschrank erweitert werden muss. Seit 2025 rüsten Messstellenbetreiber Smart Meter für Wärmepumpenhaushalte verpflichtend und kostenfrei nach. Ein zweiter Zähler ist ausschließlich für Modul 2 des § 14a EnWG oder für einen dedizierten Wärmepumpentarif wirtschaftlich relevant – für die Grundfunktion von Modul 1 ist er nicht erforderlich.
Ist Verivox TÜV-zertifiziert und wie unabhängig ist der Vergleich wirklich?
Ja, der TÜV Saarland zertifizierte im Jahr 2016 fünf Vergleichsrechner von Verivox für die Kriterien Datenschutz, Sicherheit und Unabhängigkeit. Verivox weist im Wärmepumpenrechner gezielt auf die Zählerabfrage hin und schließt damit eine Fehlerquelle aus, die der Wettbewerber CHECK24 laut einem Finanztip-Test nicht abfragt. Eine neuere, öffentlich dokumentierte Nachzertifizierung nach 2016 ist nicht auffindbar, sodass sich die TÜV-Bestätigung ausschließlich auf den ursprünglichen Prüfzeitpunkt bezieht.
Verivox trägt außerdem seit 2017 in Folge, zuletzt 2025, den Titel „Preis-Champion in Gold" von Die Welt und ServiceValue – eine branchenübergreifende Kundenpreiswahrnehmungsstudie mit 3.826 Unternehmen aus 279 Kategorien, die keine funktionale Prüfung und keinen wärmepumpenspezifischen Test darstellt.
Was sagen unabhängige Tests (Stiftung Warentest, DtGV, Finanztip) zu Verivox?
Die Testergebnisse zeichnen ein uneinheitliches Bild ohne klaren Marktführer: Finanztip ermittelte im Herbst 2025 bei 15 Testhaushalten für Wärmepumpenstrom in 12 Fällen Verivox als günstigsten Anbieter und empfiehlt gleichzeitig, sowohl Verivox als auch CHECK24 parallel zu nutzen. In allgemeinen Qualitätsrankings liegen Verivox und CHECK24 seit Jahren dicht beieinander und tauschen je nach Studienjahr die Führungsposition: Die aktuellste DtGV-Studie 2025 sieht Verivox mit 90,3 Prozent (Note 1,6) vorn, CHECK24 folgt mit 88,8 Prozent (Note 1,7); ältere Studien von SZ-Institut (2023) und DtGV (2019) zeigten dagegen CHECK24 vorn. Stiftung Warentest vergab in einem Vergleichstest vom November 2021 keinem der beiden Portale den Titel Testsieger und bewertete beide nur mit „befriedigend", unter anderem weil Verivox den monatlichen Abschlagsbetrag nicht anzeigt.
Testergebnisse für Verivox im Vergleich zu CHECK24 nach Institut und Jahr
Institut | Jahr | Ergebnis Verivox | Ergebnis CHECK24 |
Finanztip (Wärmepumpenstrom) | Herbst 2025 | günstigster Tarif in 12/15 Haushalten | günstigster Tarif in 8/15 Haushalten |
DtGV (allgemein) | 2025 | Platz 1, 90,3 %, Note 1,6 | Platz 2, 88,8 %, Note 1,7 |
DtGV (allgemein) | 2019 | Platz 4, 92 % | Platz 1, 96 % |
Stiftung Warentest | November 2021 | befriedigend, kein Testsieger | befriedigend, kein Testsieger |
Was kostet Wärmepumpenstrom bei Verivox 2026 und wie hoch ist das Sparpotenzial?
Wärmepumpenstromtarife liegen
2026 marktweit je nach Netzgebiet und Verbrauch zwischen
21 und 27 Cent pro Kilowattstunde, hinzu kommt ein
Grundpreis von 8 bis 12 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Der
bundesweite BDEW-Haushaltsstrompreis lag am
15. April 2026 bei
37,0 Cent pro Kilowattstunde, zusammengesetzt aus
15,2 Cent Beschaffung und Vertrieb,
9,3 Cent Netzentgelten sowie
12,6 Cent Steuern und Abgaben (Einzelwerte laut BDEW gerundet, Summe dadurch 37,1 statt 37,0 Cent).
Jahresersparnis = (Haushaltsstrompreis − Wärmepumpenstrompreis) × Jahresverbrauch
- Haushaltsstrompreis: Preis je kWh im regulären Haushaltstarif
- Wärmepumpenstrompreis: Preis je kWh im dedizierten Wärmepumpentarif
- Jahresverbrauch: Stromverbrauch der Wärmepumpe in kWh pro Jahr
Beispiel: Referenzhaushalt mit 7.500 kWh Jahresverbrauch
Gegeben: Einfamilienhaus mit Luft-Wasser-Wärmepumpe und separatem Zähler, Jahresverbrauch 7.500 kWh.
Berechnung: Verivox beziffert die Ersparnis für diesen Verbrauch mit 512 € pro Jahr; daraus ergibt sich rechnerisch eine Preisdifferenz von 512 € ÷ 7.500 kWh × 100 ≈ 6,8 Cent pro Kilowattstunde zwischen Grundversorgungstarif und Wärmepumpentarif.
Ergebnis: 512 Euro Ersparnis pro Jahr gegenüber dem Grundversorgungstarif.
Sparpotenzial durch einen Verivox-Wärmepumpentarif nach Jahresverbrauch, inklusive Summe über 10 Jahre
Jahresverbrauch | Ersparnis pro Jahr | Summe über 10 Jahre |
2.500 kWh | 146 € | 1.460 € |
7.500 kWh | 512 € | 5.120 € |
12.000 kWh | 788 € | 7.880 € |
Zusätzlich zur reinen Tarifersparnis wirkt Modul 1 des § 14a EnWG mit durchschnittlich 165 Euro pro Jahr Netzentgeltrabatt, unabhängig vom gewählten Stromtarif.
Welche Fördervoraussetzungen gelten 2026 bei BAFA/KfW – ist ein Zähler Pflicht?
Nein: Die
BAFA-Förderung für Wärmepumpen (BEG EM) schreibt
keinen separaten Stromzähler vor, sondern eine allgemeine
Verbrauchsmesspflicht. Laut der Technischen FAQ zur BEG-EM-Förderung müssen alle Energieverbräuche sowie alle erzeugten Wärmemengen des geförderten Wärmeerzeugers messtechnisch erfasst werden, zusätzlich zu einer Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige – ohne Vorgaben zu Genauigkeit oder Eichung der eingesetzten Messtechnik. Viele geförderte Wärmepumpen erfüllen diese Pflicht bereits über integrierte Zähler, sodass ein externer Zusatzzähler in der Praxis oft entfällt. Die
Steuerbarkeitspflicht nach § 14a EnWG gilt unabhängig von einer Förderung für jede neue Wärmepumpe über
4,2 kW Anschlussleistung und ist selbst keine Fördervoraussetzung. Das Vorgängerprogramm (Marktanreizprogramm, MAP) bis
31. Dezember 2020 verlangte eine messtechnische Erfassung zur
Ermittlung der Jahresarbeitszahl; eine gesondert als Zählerpflicht bezeichnete Vorschrift lässt sich daraus nicht eindeutig belegen und ist für die Förderung 2026 ohnehin nicht mehr maßgeblich.
Wie läuft der Anbieterwechsel zu einem Wärmepumpenstromtarif über Verivox ab?
Der Wechsel läuft in drei Schritten ab und dauert gesetzlich maximal drei Wochen, wobei der rein technische Wechselvorgang seit dem 6. Juni 2025 werktags höchstens 24 Stunden in Anspruch nimmt.
Schritt 1: Tarif vergleichen und auswählen
Nutzer geben Postleitzahl, Zählertyp und Jahresverbrauch ein und wählen aus der angezeigten Tarifliste einen Wärmepumpentarif aus.
Schritt 2: Online beauftragen
Verivox leitet die Vertragsdaten direkt an den neuen Anbieter weiter, der Nutzer muss selbst keine weiteren Formulare ausfüllen.
Schritt 3: Kündigung durch den neuen Anbieter
Der neue Stromanbieter kündigt den bisherigen Vertrag per Vollmacht, meldet den Zählpunkt über die MaLo-ID um und bestätigt den Wechsel zum Monatsersten.
Was passiert, wenn der über Verivox vermittelte Stromanbieter insolvent wird?
Bei einer Insolvenz übernimmt automatisch der örtliche Grundversorger die Ersatzversorgung nach § 38 EnWG, ohne dass Kunden aktiv werden müssen. Betroffene erhalten von einem etwaigen Guthaben beim insolventen Anbieter häufig nur einen kleinen Teil zurück, da die Forderung in die Insolvenzmasse fällt. Die Ersatzversorgung zum Grundversorgertarif gilt als Übergangslösung, bis ein neuer regulärer Vertrag abgeschlossen wird. Empfehlenswert ist, diesen Zeitraum für einen erneuten Vergleich über ein Vergleichsportal zu nutzen.
Verivox oder CHECK24 – welches Portal ist beim Wärmepumpenstrom-Vergleich besser?
Beim Wärmepumpenstrom-Vergleich hat Verivox einen konkreten funktionalen Vorteil: Der Rechner fragt gezielt nach einem separaten Wärmepumpenzähler, während CHECK24 diese Abfrage laut Finanztip-Test nicht stellt und dadurch teils unpassende Tarife anzeigt. Im selben Test lieferte Verivox in 12 von 15 Testhaushalten den günstigsten Wärmepumpentarif, CHECK24 in 8 von 15. Beim Marktanteil liegt CHECK24 mit 60 bis 70 Prozent der online abgeschlossenen Energieverträge klar vorn; bei der Zahl insgesamt vermittelter Tarife nennen beide Portale nur selbst kommunizierte, nicht unabhängig geprüfte Zahlen (Verivox über 12.000, CHECK24 rund 14.500 Tarife im allgemeinen Stromvergleich).
Verivox und CHECK24 im direkten Vergleich für den Wärmepumpenstrom-Tarifvergleich
Kriterium | Verivox | CHECK24 |
Marktanteil Online-Energieverträge | zweiter Platz, Wert nicht separat ausgewiesen | 60–70 % |
Abfrage separater WP-Zähler | ja | nein |
Finanztip-Test WP-Strom (Herbst 2025) | günstigster Tarif in 12/15 Fällen | günstigster Tarif in 8/15 Fällen |
Verglichene Tarife (Gesamtmarkt) | über 12.000 (Anbieterangabe) | rund 14.500 (Anbieterangabe) |
DtGV-Ranking 2025 | Platz 1 (90,3 %) | Platz 2 (88,8 %) |
Finanztip empfiehlt aus diesem Grund, beide Portale parallel zu nutzen, statt sich auf ein einzelnes Vergleichsergebnis zu verlassen.
Welche Nachteile und Risiken hat der Vergleich über Verivox?
Der Vergleich über Verivox birgt drei zentrale Risiken: Datenlecks bei der Datenübertragung, intransparente Bonusbedingungen und durch hohe Boni verdeckte Gesamtkosten.
Risiko 1: Datenlecks bei der Übertragung persönlicher Daten
Symptom: Verivox meldete 2023 ein Datenleck durch eine MOVEit-Sicherheitslücke mit Zugriff auf Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und teils IBAN-Daten sowie 2024 ein weiteres Leck mit rund 75.000 ungeschützt zugänglichen Datensätzen aus der Kreditvermittlung. Folge: Betroffene Kunden tragen ein erhöhtes Risiko für Phishing und Identitätsmissbrauch. Laut Protectra wurden sie beim Leck 2024 nicht durchgängig proaktiv informiert. Prävention: Kontobewegungen nach einem Tarifwechsel prüfen und nur die für den Wechsel zwingend nötigen Daten angeben.
Risiko 2: Intransparente Bonusbedingungen
Symptom: Der vzbv beanstandete 2019 intransparente Bedingungen beim Neukundenbonus von Verivox. Folge: Kunden liefen Gefahr, den beworbenen Bonus wegen unklarer Bedingungen nicht vollständig zu erhalten. Prävention: Verivox besserte nach der Beanstandung nach; Bonusbedingungen dennoch vor Vertragsabschluss vollständig lesen.
Risiko 3: Hohe Boni verdecken den tatsächlichen Gesamtpreis
Symptom: Stiftung Warentest warnte bereits 2020, dass Verivox Tarife mit hohem Einmalbonus und 24-monatiger Laufzeit prominent platzierte, obwohl Tarife auf niedrigeren Rangplätzen über die volle Laufzeit günstiger waren. Folge: Kunden zahlen über die volle Vertragslaufzeit teils mehr, als ein bonusärmerer Tarif gekostet hätte. Prävention: Den Gesamtpreis über die komplette Laufzeit vergleichen, nicht nur den Bonusbetrag im ersten Jahr.
Wie zuverlässig sind Kundenbewertungen von Verivox (Trustpilot, eKomi)?
Verivox erreicht bei Trustpilot mit rund 55.000 bis 58.500 Kundenbewertungen (Stand 2026) konstant 4,8 von 5 Sternen und das Prädikat „Hervorragend". Bei eKomi liegt die Bewertung mit 4,9 von 5 Sternen bei 281.450 Bewertungen insgesamt auf einem vergleichbar hohen Niveau. Auf Finanztips eigener Nutzerbewertungsseite fällt das Bild bei einer kleinen Stichprobe von nur 6 Bewertungen deutlich negativer aus, unter anderem wegen einer 9 Monate ausstehenden Provisionszahlung von 400 Euro in einem Einzelfall – bei dieser geringen Fallzahl lässt sich daraus keine belastbare Tendenz ableiten.
Kundenbewertungen von Verivox nach Plattform (Stand 2026)
Plattform | Bewertung | Anzahl Bewertungen |
Trustpilot | 4,8 von 5 | ca. 55.000–58.500 |
eKomi | 4,9 von 5 | 281.450 |
Wie entwickeln sich Wärmepumpenstromtarife und Netzentgelte bis 2029?
Bis 2029 verschieben sich mehrere Fristen des § 14a EnWG gleichzeitig. Sie werden häufig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Sachverhalte regeln; die folgende Tabelle trennt die drei Termine im Detail.
Wichtige § 14a-EnWG-Fristen für Wärmepumpenbesitzer bis 2029
Frist | Betrifft | Regelungsgegenstand |
31.12.2025 | Netzbetreiber ohne passende Technik | enge Ausnahme, wenn ein Bestandskunde vorzeitig in die netzorientierte Steuerung wechseln möchte, der Netzbetreiber dafür aber noch nicht bereit ist |
31.12.2028 | Wärmepumpen mit § 14a-Vereinbarung vor 1.1.2024 | Bestandsschutz der alten Konditionen, danach verpflichtende Überführung in Modul 1/2/3 |
spätestens 01.01.2029 | alle Netzgebiete | Ende der präventiven Steuerung als Übergangsinstrument, Ablösung durch die reguläre netzorientierte Steuerung |
Für den einzelnen Haushalt bedeutet das: Eine vor 2024 installierte Wärmepumpe behält ihre bisherigen Netzentgelt-Konditionen bis Ende 2028 und wird erst zum 1. Januar 2029 in das neue Modulsystem überführt, unabhängig vom gewählten Stromtarif.
Häufige Fragen zu Verivox Wärmepumpenstrom
Ist der Verivox-Wärmepumpenstromvergleich kostenlos?
Ja, die Nutzung des Vergleichsrechners ist für Verbraucher kostenlos; Verivox finanziert sich über Provisionen der vermittelten Energieanbieter.
Was ist der Unterschied zwischen Wärmepumpenstrom und Heizstrom?
Wärmepumpenstrom ist die gängige Bezeichnung für den Tarif, der speziell den Stromverbrauch einer Wärmepumpe über einen separaten Zähler abrechnet, und wird bei Verivox synonym als Heizstrom geführt.
Wie hoch ist die Ersparnis ohne separaten Zähler?
Ohne separaten Zähler entfällt der Zugriff auf dedizierte Wärmepumpentarife vollständig, sodass nur die 165 Euro Ø Netzentgeltrabatt aus Modul 1 nutzbar bleiben.
Ab welchem Verbrauch lohnt sich ein separater Zähler wirtschaftlich?
Ein Wärmepumpentarif erzielt gegenüber einem günstigen Haushaltsstromtarif laut Finanztip erst ab einem Jahresverbrauch von rund 4.300 kWh überhaupt eine Ersparnis; erst ab diesem Verbrauch rechtfertigt sich damit auch die Investition von 400 bis 700 Euro in einen zweiten Zähler.
Muss ich bei meiner Wärmepumpe wegen § 14a EnWG mit Stromausfällen rechnen?
Nein, Netzbetreiber dürfen den Bezug nur drosseln, nicht vollständig abschalten, und das ausschließlich bei drohender Netzüberlastung für maximal 2 Stunden pro Tag.
Zeigt Verivox auch Ökostrom-Wärmepumpentarife an?
Ja, der Rechner filtert die Tarifliste nach Ökostrom-Kennzeichnung, sodass sich Wärmepumpentarife mit Grünstromanteil gezielt auswählen lassen.
Für wen lohnt sich der Verivox-Wärmepumpenstrom-Vergleich?
Der Vergleich lohnt sich für Haushalte mit separatem Wärmepumpenzähler und einem Jahresverbrauch ab rund 4.300 kWh am stärksten, während sich für Haushalte ohne Zweitzähler zunächst eine Prüfung der Nachrüstung empfiehlt.
Profil 1: Bestandsimmobilie mit separatem Zähler, hoher Verbrauch
Bei einem Jahresverbrauch ab 7.500 kWh ergibt sich über Verivox ein Sparpotenzial von 512 Euro oder mehr pro Jahr zuzüglich der 165 Euro aus Modul 1 – dieses Profil profitiert am stärksten vom Vergleich.
Profil 2: Neubau ohne separaten Zähler
Ohne Zweitzähler bleibt nur der Netzentgeltrabatt aus Modul 1 nutzbar. Ein dedizierter Wärmepumpentarif bringt gegenüber einem günstigen Haushaltsstromtarif laut Finanztip erst ab rund 4.300 kWh Jahresverbrauch überhaupt eine Ersparnis, sodass sich die Nachrüstung eines Zählers für 400 bis 700 Euro erst ab diesem Verbrauch lohnt.
Profil 3: Kleiner Verbrauch unter 4.000 kWh
Bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh liegt die Ersparnis bei nur 146 Euro pro Jahr. Allein Modul 1 des § 14a EnWG deckt hier bereits einen Großteil des möglichen Vorteils ab. Ein Wechsel über Verivox bleibt dennoch wirtschaftlich sinnvoll, da er ohne Kosten möglich ist.