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DZ-4 2026: Insolvenz-Frage, Bullfinch-Übernahme & Rechte

20 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Status: DZ-4 ist nicht insolvent — Eigentümerin EnBW stellte den Servicebetrieb zum 31.12.2024 aus strategischen Gründen ein; ein Insolvenzverfahren ist auf Insolvenzbekanntmachungen.de nicht verzeichnet.
  • Pionier: Die DZ-4 GmbH installierte 2012 Deutschlands erste vollständig mietfinanzierte Solaranlage und begründete damit das Marktsegment Solar-Miete.
  • Bestandskunden: Die Bullfinch Asset AG (Frankfurt) betreut seit dem 01.12.2024 den Großteil der DZ-4-Bestandsverträge — die Verträge laufen unverändert weiter; mit den ebenfalls übernommenen Yello-Beständen verwaltet die Struktur über 9.400 Anlagen.
  • Verluste statt Pleite: DZ-4 schrieb ein EBIT von −4,3 Millionen Euro (2021) und fast −10 Millionen Euro (2022) — EnBW gab die Marke trotz einer 55-Millionen-Euro-Kapitalspritze von 2023 auf.
  • Konditionen: Die Miete kostete je nach Paket 59 bis 119 Euro pro Monat (Beispiel 3.000 kWh Jahresverbrauch); die Kaufoption galt ab Jahr 10, der Kaufpreis sank linear um 4 % pro Jahr.
  • Lehre für 2026: Finanztip und Verbraucherzentrale rechnen vor, dass Solar-Miete über 20 Jahre bis zu doppelt so teuer ist wie der Kauf — eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher kostet gekauft rund 20.000 Euro, gemietet mindestens 32.000 Euro.

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Was ist DZ-4 und wie funktionierte das Unternehmen?

DZ-4 ist ein 2012 in Hamburg gegründeter Solaranlagen-Vermieter, der als erstes deutsches Unternehmen Photovoltaikanlagen im Miet-Pacht-Modell an Eigenheimbesitzer brachte und dessen Servicebetrieb die Eigentümerin EnBW zum 31.12.2024 einstellte. Die DZ-4 GmbH wurde am 15.02.2012 im Handelsregister Hamburg (HRB 121917) eingetragen; Gründer und langjähriger Geschäftsführer ist Tobias Schütt. Das Stammkapital beträgt 218.806 Euro. Laut pv magazine installierte DZ-4 im Gründungsjahr 2012 Deutschlands erste vollständig mietfinanzierte Solaranlage und brachte das PV-Pachtmodell zur solaren Eigenversorgung als erstes Unternehmen auf den deutschen Markt.
Das Geschäftsmodell folgte einem festen Prinzip: DZ-4 blieb Eigentümerin der Anlage auf dem Kundendach, der Kunde zahlte eine konstante Monatsmiete von 59 bis 119 Euro (Einstiegswerte) und erhielt dafür Stromproduktion, Versicherung, Wartung und Monitoring aus einer Hand. 6 exklusive Errichtungspartner montierten die Anlagen in 1 bis 2 Werktagen; zuletzt verbaute DZ-4 unter anderem Module vom Typ Jinko Neo TOPCon mit 440 Wp.
Der Suchbegriff "DZ4" ist mehrdeutig: Der Letshuoer DZ4 ist ein In-Ear-Kopfhörer eines chinesischen Audioherstellers für rund 89 US-Dollar, und Foscam führt unter D4Z eine WLAN-Überwachungskamera. Beide Produkte haben keinerlei Verbindung zur DZ-4 GmbH aus dem Solarsektor — dieser Artikel behandelt ausschließlich den deutschen Solar-Mietanbieter.
Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Stationen der DZ-4 GmbH von der Gründung 2012 bis zum Stand im Juni 2026.

Datum

Ereignis

 

15.02.2012

Gründung der DZ-4 GmbH in Hamburg (HRB 121917); erste mietfinanzierte Solaranlage Deutschlands

2014

Crowdfunding über Econeers: 180.000 Euro von 143 Anlegern

2015

Einstieg der EnBW über die Venture-Tochter EnBW New Ventures

2019

Series B über 7,7 Millionen Euro (April); zusätzlich 20 Millionen Euro Asset-Finanzierung

06/2020

Kumulierter Vertragsumsatz überschreitet 100 Millionen Euro

06/2021

EnBW übernimmt die Mehrheit der Anteile

11/2022

EnBW wird Alleingesellschafterin (100 %)

Frühjahr 2023

EnBW investiert 55 Millionen Euro (15 Mio. Eigenkapital + 40 Mio. Working-Capital-Linie)

11/2023

Greenfinch (Impax/Bullfinch) kauft rund 3.500 DZ-4-Anlagen — nach rund 2.000 Anlagen bereits 2022

01.12.2024

Bullfinch Asset AG übernimmt den Großteil des Bestandsgeschäfts

31.12.2024

Einstellung des Servicebetriebs; die Marke DZ-4 wird nicht fortgeführt

20.06.2025

Sitzverlegung der Gesellschaft nach Karlsruhe (HRB 754705, Amtsgericht Mannheim)

01.04.2026

Caroline March wird Geschäftsführerin der operativ inaktiven Gesellschaft

Ist DZ-4 insolvent?

Nein — DZ-4 ist nicht insolvent: Auf dem amtlichen Portal Insolvenzbekanntmachungen.de existiert kein Insolvenzverfahren zur DZ-4 GmbH; die Eigentümerin EnBW stellte den servicebetrieb zum 31.12.2024 aus strategischen Gründen ein. Das Suchinteresse hinter "dz4 insolvent" beruht auf einer Verwechslung: Eine Betriebseinstellung durch den Mutterkonzern ist rechtlich etwas anderes als ein Insolvenzverfahren nach der Insolvenzordnung. EnBW erklärte laut pv magazine im Oktober 2024, man habe sich entschieden, das Bestandsgeschäft "an Dritt-Dienstleister abzugeben" — die Marke DZ-4 wird nicht fortgeführt.
Der wirtschaftliche Hintergrund ist dokumentiert: Laut Energie & Management wies DZ-4 für 2021 ein EBIT von −4,3 Millionen Euro und für 2022 ein EBIT von fast −10 Millionen Euro aus. EnBW investierte im Frühjahr 2023 noch 55 Millionen Euro — 15 Millionen Euro Eigenkapital plus eine 40-Millionen-Euro-Working-Capital-Linie — und zog rund eineinhalb Jahre später dennoch den Schlussstrich.
Die Gesellschaft existiert 2026 rechtlich weiter: Der Handelsregistereintrag Hamburg (HRB 121917) trägt zwar den Status "gelöscht", das ist jedoch die registerrechtliche Folge der Sitzverlegung nach Karlsruhe vom 20.06.2025 — dieselbe Gesellschaft ist seither unter HRB 754705 beim Amtsgericht Mannheim aktiv eingetragen, mit Sitz in der Durlacher Allee 93 (der EnBW-Konzernadresse). Seit dem 01.04.2026 führt Caroline March die Geschäfte der operativ inaktiven Gesellschaft. Damit unterscheidet sich der Fall DZ-4 klar von den echten Insolvenzen der Wettbewerber Zolar (Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ab 01.08.2025), Eigensonne (Insolvenzantrag 13.12.2023) und Wegatech Greenergy (vorläufiges Verfahren ab 17.10.2024).

Wie funktionierte das DZ-4-Mietmodell?

Das DZ-4-Mietmodell stellte Eigenheimbesitzern eine individuell geplante Photovoltaikanlage für 0 Euro Anschaffungskosten aufs Dach; der Kunde zahlte eine über die Laufzeit konstante Monatsmiete, DZ-4 blieb Eigentümerin und trug Versicherung, Wartung und Betriebsführung. Bereits 30 Quadratmeter beschattungsfreie Dachfläche genügten laut homeandsmart.de, um rund 3.500 Kilowattstunden pro Jahr für einen Drei-Personen-Haushalt zu erzeugen. Optional ergänzte DZ-4 die Anlage um Batteriespeicher, Energiemanager und Wallbox.
Im Mietpreis enthalten waren sechs Leistungsbausteine: Allgefahren- und Betreiberhaftpflichtversicherung, Inspektion und Instandsetzung, Rücklagenbildung für Speicher und Wechselrichter, Störungs- und Garantiemanagement, aktives Monitoring sowie die technische Betriebsführung. Genau diese Bündelung unterschied die Miete vom Kauf: Der Kunde kaufte planbare Vollkasko-Versorgung, nicht die Anlage selbst.
Die Installation lief über ein festes Partnernetz: 6 Errichtungspartner stellten DZ-4 exklusive Montagekontingente bereit, die Montage dauerte 1 bis 2 Werktage, und eine seit dem 20.04.2023 eingesetzte Partner-App digitalisierte Projektdokumentation und Protokoll-Signatur. Einen eigenen Installateursbetrieb unterhielt DZ-4 nicht — Komponenten wie die Jinko-Neo-TOPCon-Module mit 440 Wp beschaffte das Unternehmen zentral und stellte sie den regionalen Partnerbetrieben bei.

Was kostete eine Solaranlage von DZ-4?

Eine DZ-4-Mietanlage kostete zuletzt je nach Paket ab 59 bis ab 119 Euro pro Monat (Beispielrechnung für 3.000 kWh Jahresverbrauch), ohne Anschaffungskosten und mit Festpreisgarantie über die gesamte Vertragslaufzeit. Die drei Pakete unterschieden sich im Lieferumfang: EASY enthielt nur die PV-Anlage, EASY smart ergänzte den Energiemanager, AUTARK kombinierte PV-Anlage, Batteriespeicher und Energiemanager.
Diese Tabelle schlüsselt die letzten bekannten DZ-4-Mietpakete mit Monatsraten und Gesamtkosten über 15 Vertragsjahre auf.

Paket

Umfang

Monatsrate (ab, bei 3.000 kWh)

Kosten über 15 Jahre

 

DZ4 EASY

PV-Anlage

59 €

59 € × 12 × 15 = 10.620 €

DZ4 EASY smart

PV-Anlage + Energiemanager

64 €

64 € × 12 × 15 = 11.520 €

DZ4 AUTARK

PV-Anlage + Speicher + Energiemanager

119 €

119 € × 12 × 15 = 21.420 €

Die Gesamtkosten der Miete folgen einer einfachen Formel:
Mietgesamtkosten = Monatsrate × 12 × Vertragsjahre
  • Monatsrate: vertraglich fixierte Miete in €/Monat
  • 12: Monate pro Jahr
  • Vertragsjahre: Laufzeit in Jahren (bei DZ-4 15 bzw. 18 Jahre Grundlaufzeit)
Beispiel: Einfamilienhaus mit 4 Personen, AUTARK-Paket
Gegeben: Monatsrate 119 €, Grundlaufzeit 15 Jahre
Berechnung: 119 € × 12 Monate × 15 Jahre = 21.420 €
Ergebnis: 21.420 € Gesamtmiete — dem stand 2026 ein Kaufpreis von rund 16.000 bis 22.000 € für eine vergleichbare 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher gegenüber, die nach dem Kauf dem Eigentümer gehört.
Zur Markteinordnung: Der ADAC beziffert marktübliche Mietraten 2026 für eine 10-kWp-Anlage mit Speicher auf ab rund 135 Euro pro Monat und errechnet über 20 Jahre Gesamtkosten von mindestens 32.000 Euro. Die DZ-4-Einstiegspreise von 59 bis 119 Euro galten für kleinere Anlagen im 3.000-kWh-Szenario; größere Konfigurationen lagen entsprechend höher.

Welche Vertragskonditionen galten bei DZ-4?

Der DZ-4-Mietvertrag lief in der frühen Standardform über 15 Jahre Grundlaufzeit mit anschließender jährlicher Verlängerung; spätere Verträge nannten laut der offiziellen DZ-4-FAQ 18 Jahre. Klimareporter dokumentierte das 15-Jahre-Modell bereits 2018, die zuletzt indexierte FAQ-Fassung der DZ-4-Website nennt 18 Jahre — beide Varianten existieren also im Bestand, maßgeblich ist der individuelle Vertrag.
Die Kaufoption war das Kernversprechen des Modells: Frühestens nach 10 Jahren konnte der Kunde die Anlage erwerben. Der Kaufpreis sank dabei nach der FAQ-Formel linear:
Restwert = Systemwert × (1 − 0,04 × Jahre)
  • Restwert: Kaufpreis der Anlage zum Ausübungszeitpunkt in €
  • Systemwert: ursprünglicher Anlagenwert laut Angebot in €
  • 0,04: lineare jährliche Reduktion (4 % pro Jahr)
  • Jahre: abgelaufene Vertragsjahre
Beispiel: Kaufoption nach 10 Jahren
Gegeben: Systemwert 20.000 €, 10 abgelaufene Vertragsjahre
Berechnung: 20.000 € × (1 − 0,04 × 10) = 20.000 € × 0,60 = 12.000 €
Ergebnis: 12.000 € Kaufpreis — das entspricht den dokumentierten 60 % des Systemwerts nach 10 Jahren; nach 25 Jahren beträgt der Restwert 0 €.
Für das reguläre Vertragsende sah die DZ-4-FAQ zwei Wege vor: Entweder übernimmt der Kunde das System (nach 25 Jahren zum Restwert von 0 Euro), oder DZ-4 baut die Anlage auf eigene Kosten zurück. Die Monatsmiete blieb über die gesamte Laufzeit konstant — eine Staffel- oder Indexmiete, wie sie andere Anbieter nutzen, enthielt der DZ-4-Vertrag nicht. Diese Konditionen gelten nach der Übernahme unverändert weiter, denn die Verträge wurden laut EnBW inhaltlich unangetastet an die neuen Eigentümer übertragen.

Wer ist Bullfinch Asset AG — und was bedeutet die Übernahme für DZ-4-Kunden?

Die Bullfinch Asset AG ist ein 2020 gegründeter Finanzierungs- und Asset-Manager für dezentrale Energieanlagen mit Sitz am Opernplatz 14 in Frankfurt am Main (HRB 120334), der seit dem 01.12.2024 den Großteil der DZ-4-Bestandsverträge betreut. Das Grundkapital beträgt 3.242.621 Euro; laut Handelsregisterdaten (Northdata) zählt der Energieversorger EWE zu den Aktionären — daher stammt die in Suchanfragen verbreitete, aber falsche Zuordnung von EWE als DZ-4-Investor. Seit Juli 2025 hält ein Fonds von Impax Asset Management (NEV IV, Volumen 459 Millionen Euro) die Mehrheit an Bullfinch; Alleinvorstand ist Hugo Merida-Barba.
Die Verbindung zu DZ-4 bestand schon vor der Betriebseinstellung: Über das 2022 gegründete Joint Venture Greenfinch (Impax + Bullfinch) kaufte der Investor bereits im Juli 2022 rund 2.000 und im November 2023 weitere rund 3.500 DZ-4-Anlagen — letztere mit Projektfinanzierung der ING Bank. Nach Übernahme der DZ-4- und Yello-Solar-Bestände betreut die Struktur laut Impact Investor mehr als 9.400 Solar- und Speichersysteme deutscher Eigenheimbesitzer.
Für Bestandskunden gilt vertraglich: Die Mietverträge laufen unverändert weiter — Konditionen, Laufzeit und Kaufoption bleiben bestehen, nur der Service-Ansprechpartner wechselte zu Bullfinch. In der Praxis dokumentieren Bewertungsplattformen jedoch Reibungsverluste: Das Trustindex-Aggregat zur DZ-4-Domain zählt 112 Ein-Stern-Bewertungen unter 420 Gesamtbewertungen, mit dokumentierten Fällen von bis zu 78 Tagen Wartezeit auf eine Ausfallbehebung und fehlenden Netzbetreiber-Anmeldungen, durch die Kunden keine Einspeisevergütung erhielten.

Was müssen DZ-4-Bestandskunden 2026 konkret tun?

DZ-4-Bestandskunden erreichen ihren Service seit 2025 ausschließlich über die Bullfinch Asset AG: telefonisch unter +49 (0)30 754 211 23 (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr), per E-Mail an info@bullfinch.com oder über das Ticketportal Solar Service Desk. Das alte DZ-4-Kundenportal wurde Ende 2024 abgeschaltet, und die Domain dz-4.de ist 2026 technisch nicht mehr erreichbar. Fünf Schritte sichern Bestandskunden 2026 ab:
  • Vertragsunterlagen sichern: Antrag, Vertragsbestätigung, Installationsprotokoll, Dachbelegungs-, String- und Schaltplan beim Solar Service Desk anfordern — die Identifikation läuft über Kunden- oder Vertragsnummer, ein Portal-Download existiert nicht mehr.
  • App wechseln: Die DZ4 Energiemanager App wird spätestens 2026 eingestellt; der Nachfolger WattControl ist im bestehenden Solarvertrag kostenlos, läuft ab iPhone 11 bzw. Android 10 und übernimmt Erzeugungs- und Verbrauchsdaten automatisch ohne Technikerbesuch.
  • Anlagenregistrierung prüfen: Im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur kontrollieren, ob die eigene Anlage korrekt angemeldet ist — dokumentierte Beschwerdefälle betreffen fehlende Netzbetreiber-Anmeldungen ohne Einspeisevergütung.
  • Störungen schriftlich melden: Defekte mit Datum, Ticketnummer und Fristsetzung dokumentieren; die Mietminderungs- und Vertragsrechte aus dem unveränderten DZ-4-Vertrag bestehen gegenüber dem neuen Vertragspartner fort.
  • Kaufoption rechnen: Ab Vertragsjahr 10 den Restwert (Systemwert × (1 − 0,04 × Jahre)) gegen die verbleibenden Mietraten stellen — bei 119 Euro Monatsmiete kosten fünf weitere Jahre 7.140 Euro Miete.

Welche Rechte haben DZ-4-Kunden bei Vertrag, Kündigung und Eigentum?

DZ-4-Kunden behalten alle Rechte aus ihrem ursprünglichen Mietvertrag, denn die Übertragung auf Bullfinch erfolgte laut EnBW ohne Änderung der Vertragsbedingungen; ein Sonderkündigungsrecht allein wegen des Betreiberwechsels besteht nicht. Während der Mietlaufzeit bleibt der Anbieter Eigentümer der Anlage — als nur zu einem vorübergehenden Zweck eingefügter Scheinbestandteil nach § 95 BGB wird die Mietanlage nicht wesentlicher Bestandteil des Gebäudes.
Für den — bei DZ-4 nicht eingetretenen, im Markt aber realen — Insolvenzfall eines Vermieters gibt die Insolvenzordnung den Rahmen vor: Nach § 108 InsO bestehen Miet- und Pachtverhältnisse über unbewegliche Gegenstände oder Räume mit Wirkung für die Insolvenzmasse fort, der Insolvenzverwalter hat bei Vermieterinsolvenz kein Sonderkündigungsrecht; ob die Norm auf Mietverträge über die rechtlich bewegliche PV-Anlage direkt anwendbar ist, ist juristisch nicht abschließend geklärt — andernfalls greift das Wahlrecht des Insolvenzverwalters nach § 103 InsO. In der Praxis verkauften Insolvenzverwalter die Vertragsportfolios bislang an Investoren, die die Verträge fortführten. Verkauft der Verwalter das Mietobjekt, kann der Erwerber nach § 111 InsO allerdings mit gesetzlicher Frist kündigen. Die Verbraucherzentrale dokumentiert, dass Kunden insolventer Mietanbieter "teilweise weiterhin mit Problemen beim Weiterbetrieb der Anlagen konfrontiert" sind.
Drei praktische Konsequenzen ergeben sich für 2026: Erstens sind Mietraten weiter zu zahlen — die Leistungspflicht entfällt nicht durch den Anbieterwechsel, einbehaltene Raten ohne dokumentierte Leistungsstörung riskieren Verzug. Zweitens begründen nachweisbare Serviceausfälle (etwa eine 78 Tage lang nicht behobene Störung) Minderungs- und gegebenenfalls Schadensersatzansprüche nach allgemeinem Mietrecht. Drittens gilt bei Hausverkauf die vertragliche Weitergabepflicht: Der Käufer muss den Mietvertrag übernehmen und dafür eine Bonitätsprüfung des Anbieters bestehen — bei 15 Jahren Restlaufzeit und 160 Euro Monatsrate übernimmt er eine Verpflichtung von 28.800 Euro, was den Immobilienpreis drücken kann.

Wem gehörte DZ-4 und wie standen die Finanzen?

DZ-4 gehört seit November 2022 zu 100 % der EnBW Energie Baden-Württemberg AG; einen öffentlichen Marktwert (market value) hat die nicht börsennotierte GmbH nie ausgewiesen, und die Kaufpreise der EnBW-Übernahmen blieben unveröffentlicht. Die Beteiligungshistorie verlief in drei Stufen: Einstieg der EnBW New Ventures 2015, Mehrheitsübernahme im Juni 2021, Komplettübernahme im November 2022.
Die Finanzierungsgeschichte (funding) des Pioniers ist gut dokumentiert: 180.000 Euro Crowdfunding über Econeers von 143 Anlegern (2014), eine Series B über 7,7 Millionen Euro (April 2019), eine Asset-Finanzierung über 20 Millionen Euro (2019) und zuletzt die 55-Millionen-Euro-Spritze der EnBW (April 2023). Beim Umsatz (turnover) meldete DZ-4 im Juni 2020 einen kumulierten Vertragsumsatz von über 100 Millionen Euro — diese Kennzahl summiert die abgeschlossenen Endkundenverträge über die volle Laufzeit, nicht den Jahresumsatz.
Profitabel wurde das Modell nie: Dem EBIT von −4,3 Millionen Euro (2021) folgte ein EBIT von fast −10 Millionen Euro (2022). Die Kapitalbindung des Mietmodells — der Anbieter finanziert jede Anlage vor und refinanziert sich über 15 bis 25 Jahre Mietraten — traf ab 2023 auf gestiegene Zinsen und fallende Modulpreise, die den Kauf für Kunden immer attraktiver machten. Die Anlagenportfolios verkaufte DZ-4 schrittweise an Greenfinch (rund 2.000 Anlagen 2022, rund 3.500 Anlagen 2023), bevor EnBW im Oktober 2024 das Ende verkündete.

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Welche Erfahrungen und Bewertungen gibt es zu DZ-4?

DZ-4 erreicht auf Trustpilot 3,0 von 5 Sternen aus 443 Bewertungen (Stand Juni 2026); das Trustindex-Aggregat über 420 Bewertungen zeigt 3,7 Sterne mit stark gespaltener Verteilung — 254 Fünf-Sterne- stehen 112 Ein-Stern-Bewertungen gegenüber. Die Spaltung folgt der Unternehmensgeschichte: Bewertungen aus der aktiven Zeit bis 2024 loben Beratung und Montageablauf, während Bewertungen nach der Bullfinch-Übernahme Servicemängel dokumentieren.
Unabhängige Prüfurteile liegen punktuell vor: Der TÜV Saarland bewertete DZ-4 mit der Note 1,8 ("gut"), und gruenes.haus vergab redaktionell 4,5 von 5 Sternen. Einen spezifischen DZ-4-Test der Stiftung Warentest gibt es nicht. Finanztip urteilt 2026 über PV-Mietmodelle insgesamt: "Aus finanzieller Sicht lohnt sich die PV-Miete in aller Regel nicht."
Nach der Übernahme kippte das Bild messbar: Dokumentierte Beschwerden nennen bis zu 78 Tage Wartezeit auf Ausfallbehebungen, unbeantwortete Anfragen und Anlagen ohne Netzbetreiber-Anmeldung — Betroffene organisieren sich in einer seit über drei Jahren aktiven Facebook-Gruppe "DZ-4 bullfinch Solar Austauschgruppe". Wer Erfahrungsberichte liest, muss daher das Datum beachten: Vor- und Nach-Übernahme-Bewertungen beschreiben zwei verschiedene Serviceorganisationen.

Wie schneidet DZ-4 im Vergleich zu Enpal, Zolar und Otovo ab?

Im Anbietervergleich 2026 ist DZ-4 einer der wenigen großen Solar-Mietanbieter, die ohne Insolvenz vom Markt gingen (die EnBW-Schwester Yello Solar beendete ihr Mietgeschäft ebenfalls geordnet) — Enpal führt das Mietsegment fort, Zolar ist insolvent, und Otovo positioniert sich als Service-Übernehmer verwaister Anlagen. Wer heute mieten will, vergleicht faktisch nur noch wenige aktive Anbieter.
Diese Tabelle vergleicht DZ-4 mit den wichtigsten Solar-Komplettanbietern in Deutschland nach Status und Konditionen im Jahr 2026.

Anbieter

Status 2026

Modell

Konditionen / Kennzahlen

 

DZ-4

Servicebetrieb seit 31.12.2024 eingestellt, keine Insolvenz

Miete (15/18 Jahre)

zuletzt ab 59–119 €/Monat; Bestand bei Bullfinch (>9.400 Anlagen inkl. Yello)

Enpal

aktiv, größter Mietanbieter

Miete (20 Jahre) und Kauf

Miete ab 98 €/Monat, Kauf für 1 € nach 20 Jahren, >115.000 Haushalte (Deutschland und Italien)

Zolar

insolvent (Eigenverwaltung, Endkundenbetrieb seit 01.08.2025 eingestellt)

vormals Kauf/Miete

>10.000 Bestandsanlagen; Umsatz 2023: 86 Mio. €, Verlust 24 Mio. €

Otovo

aktiv in 13 Ländern

Kauf + Service-Abo

Instrument

Regelung 2026

Wert

 

Mehrwertsteuer

Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG, unbefristet, bis 30 kWp

0 % auf Module, Wechselrichter, Speicher, Montage

Einkommensteuer

Befreiung nach § 3 Nr. 72 EStG bis 30 kWp je Einheit

0 € Steuer auf Einspeisevergütung und Eigenverbrauch

Einspeisevergütung (Teileinspeisung ≤ 10 kWp)

Bundesnetzagentur, 01.02.–31.07.2026; ab 01.08.2026: 7,71 ct/kWh

7,78 ct/kWh

Einspeisevergütung (Volleinspeisung ≤ 10 kWp)

Bundesnetzagentur, 01.02.–31.07.2026; ab 01.08.2026: 12,23 ct/kWh

12,34 ct/kWh

KfW-Kredit 270

bis 100 % der Investitionskosten, Laufzeit 2–30 Jahre, 1–5 tilgungsfreie Jahre

Sollzins ab ca. 3,7 % (bonitätsabhängig, Stand Juni 2026)

Der Vergleich zeigt zwei Geschäftsmodell-Lager: Miet-Anbieter binden Kunden 15 bis 20 Jahre und tragen die Kapitalkosten selbst — daran scheiterte DZ-4 wirtschaftlich trotz EnBW im Rücken. Kauf-Anbieter wie 1KOMMA5° wachsen 2026 profitabel, weil gefallene Systempreise von durchschnittlich 1.015 Euro pro kWp (März 2026) den Kauf beschleunigen. Enpal als verbliebener Miet-Marktführer lockt mit der 1-Euro-Übernahme nach 20 Jahren — gegenüber der DZ-4-Formel (Restwert 0 erst nach 25 Jahren) das kundenfreundlichere Vertragsende.

Was wurde aus DZ-4 als Arbeitgeber?

Als Arbeitgeber existiert DZ-4 seit Ende 2024 faktisch nicht mehr: Die Karriereseite ist offline, das Personio-Jobportal leitet ins Leere, und offene Stellen sind Stand Juni 2026 nicht nachweisbar. Vor der Betriebseinstellung beschäftigte das Unternehmen laut Indeed 51 bis 200 Mitarbeiter, davon rund 60 in der Hamburger Zentrale (Stand 2024).
Die Bewertungslage als Arbeitgeber ist dünn: Auf Indeed erreicht DZ-4 5,0 von 5 Sternen aus nur 8 Bewertungen — eine statistisch nicht belastbare Stichprobe. Das kununu-Profil war zum Recherchezeitpunkt nicht öffentlich abrufbar, ein verifizierter kununu-Score liegt damit nicht vor. Wer "dz4 jobs" sucht, findet 2026 stattdessen Stellen beim Servicenachfolger Bullfinch Asset AG (11 bis 50 Mitarbeiter, Frankfurt) oder bei den verbliebenen Solar-Anbietern; allein 1KOMMA5° beschäftigt rund 2.500 Menschen.

Welche Risiken von Solar-Mietmodellen zeigt der Fall DZ-4?

Der Fall DZ-4 belegt drei strukturelle Risiken der Solar-Miete: Mehrkosten gegenüber dem Kauf, jahrzehntelange Vertragsbindung mit Folgepflichten und die Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Überleben des Anbieters. Jedes Risiko folgt dem Muster Symptom → Folge → Prävention.

Risiko 1: Mehrkosten von 20 bis 100 Prozent

Symptom: Die Monatsrate wirkt klein, summiert sich aber. Folge: Finanztip beziffert die Gesamtkosten der Miete auf bis zu das Doppelte des Kaufs; die Verbraucherzentrale rechnet vor, dass Kauf- wie Mietanbieter teilweise mit zwei- bis dreifach überhöhten Strompreis-Steigerungsraten kalkulieren, und nennt das "Schönrechnerei". Eine Beispielrechnung: 140 Euro Monatsmiete ergeben über 20 Jahre 33.600 Euro — der Kauf derselben 10-kWp-Anlage mit Speicher kostet aus Eigenkapital rund 23.500 Euro, Ersparnis 10.100 Euro. Prävention: Vor jedem Mietabschluss die Mietgesamtkosten-Formel gegen ein konkretes Kaufangebot mit maximal 2.200 Euro pro kWp (Finanztip-Richtwert inklusive Speicher) rechnen.

Risiko 2: Vertragsbindung bei Hausverkauf und Vertragsende

Symptom: Der Vertrag läuft 15 bis 25 Jahre — länger als viele Lebensplanungen. Folge: Beim Hausverkauf muss der Käufer den Vertrag übernehmen und eine Bonitätsprüfung bestehen; eine Restverbindlichkeit von beispielsweise 28.800 Euro (15 Jahre × 160 Euro) mindert den erzielbaren Immobilienpreis. Am Vertragsende drohen ohne Übernahme Rückbaukosten — pv magazine dokumentierte beim Wettbewerber Enpal 2.500 Euro Abbaukosten. Prävention: Vor Abschluss die Klauseln zu Vertragsübernahme, Kaufoption und Rückbau schriftlich prüfen; bei DZ-4 trug der Anbieter die Rückbaukosten selbst.

Risiko 3: Anbieterausfall trotz Konzernmutter

Symptom: Selbst ein EnBW-finanzierter Pionier mit 55-Millionen-Euro-Spritze gab auf; Zolar, Eigensonne, Sunvigo und Wegatech gingen 2023 bis 2025 in die Insolvenz. Folge: Service-Vakuum statt Vertragsende — dokumentierte 78-Tage-Reparaturzeiten und fehlende Netzanmeldungen bei übernommenen DZ-4-Anlagen zeigen, dass auch eine geordnete Übergabe Reibung erzeugt. Prävention: Anbieterstatus vor Abschluss auf Insolvenzbekanntmachungen.de prüfen, Jahresabschlüsse ansehen und nur Verträge mit klar geregelter Eigentums- und Serviceübergang-Klausel unterschreiben.

Welche Alternativen zur Solar-Miete gibt es 2026?

Die wirtschaftlich stärkste Alternative zur Miete ist 2026 der Kauf der PV-Anlage — zu historisch günstigen Systempreisen von durchschnittlich 1.015 Euro pro kWp (März 2026), mit 0 % Mehrwertsteuer und steuerfreien Erträgen. Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage kostet 10.000 bis 15.000 Euro, mit 10-kWh-Speicher rund 16.000 bis 22.000 Euro; Finanztip kalkuliert für diese Konfiguration eine Jahresrendite von 3,6 % und eine Amortisation nach 14 Jahren. Seit April 2026 steigen die Modulpreise allerdings um 10 bis 15 %, weil China die Export-Steuervorteile für PV-Komponenten gestrichen hat.
Diese Tabelle zeigt die staatlichen Rahmenbedingungen für den PV-Kauf in Deutschland im Jahr 2026.

Instrument

Regelung 2026

Wert

 

Mehrwertsteuer

Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG, unbefristet, bis 30 kWp

0 % auf Module, Wechselrichter, Speicher, Montage

Einkommensteuer

Befreiung nach § 3 Nr. 72 EStG bis 30 kWp je Einheit

0 € Steuer auf Einspeisevergütung und Eigenverbrauch

Einspeisevergütung (Teileinspeisung ≤ 10 kWp)

Bundesnetzagentur, 01.02.–31.07.2026; ab 01.08.2026: 7,71 ct/kWh

7,78 ct/kWh

Einspeisevergütung (Volleinspeisung ≤ 10 kWp)

Bundesnetzagentur, 01.02.–31.07.2026; ab 01.08.2026: 12,23 ct/kWh

12,34 ct/kWh

KfW-Kredit 270

bis 100 % der Investitionskosten, Laufzeit 2–30 Jahre, 1–5 tilgungsfreie Jahre

Sollzins ab ca. 3,7 % (bonitätsabhängig, Stand Juni 2026)

Der direkte Kostenvergleich über 20 Jahre fällt eindeutig aus: Miete kostet 33.600 Euro (140 Euro × 12 × 20, ohne Indexierung), der Kauf aus Eigenkapital rund 23.500 Euro — Käufer sparen laut reduco-Vergleichsrechnung typischerweise 10.000 bis 20.000 Euro. Wer das Kapital nicht aufbringt, finanziert über den KfW-Kredit 270 bis zu 100 % der Investition und bleibt trotzdem Eigentümer. Für Bestandskunden ohne Kaufwunsch bietet der Markt Service-Abos wie Otovo Care für 9 bis 12 Euro pro Monat als Modell, wie verwaiste Anlagen weiter betreut werden.

Wie entwickelt sich der Markt für Solar-Miete in Deutschland?

Der Markt konsolidiert sich 2026 deutlich: Das Heimsegment schrumpfte laut BSW Solar im ersten Quartal 2026 um 21 % auf rund 0,85 GWp Zubau, während der Gesamtzubau mit etwa 3,5 GWp (−6 %) nur dank Freiflächenanlagen (+20 %) stabil blieb. Rund 143.000 neue PV-Anlagen registrierte das Marktstammdatenregister bis zum 23. April 2026. Gegen den Trend boomen Batteriespeicher mit über 2 GWh Zubau im Quartal — ein Plus von 67 %.
Die Marktbereinigung der Jahre 2023 bis 2025 hat das Mietsegment ausgedünnt: Eigensonne (Dezember 2023), Sunvigo (2024), Wegatech (Oktober 2024) und Zolar (August 2025) meldeten Insolvenz an, DZ-4 beendete den Betrieb strategisch, und Otovo übernahm Ex-Zolar-Kunden per Service-Abo. Preistreiber der Konsolidierung waren chinesische Billigmodule bei gleichzeitig steigenden Montage- und Finanzierungskosten — ein Umfeld, in dem kapitalintensive Mietmodelle strukturell verlieren.
Für die Restlaufzeit der DZ-4-Verträge bedeutet der Trend zweierlei: Die Anlagen selbst bleiben werthaltig, denn Bestandsportfolios sind als Asset-Klasse gefragt — Impax stockte seine Bullfinch-Beteiligung im Juli 2025 auf eine Mehrheit auf, finanziert aus einem 459-Millionen-Euro-Fonds. Gleichzeitig sinkt der Neuwert vergleichbarer Anlagen weiter, was die Kaufoption der Bestandskunden relativ verteuert: 60 % Restwert auf einen Systemwert von 2018 liegen 2026 oft über dem Neupreis einer leistungsstärkeren Anlage.

Häufige Fragen zu DZ-4

Gibt es DZ-4 noch?

Die DZ-4 GmbH existiert rechtlich weiter (HRB 754705, Amtsgericht Mannheim, Sitz Karlsruhe), bietet aber seit dem 31.12.2024 keine Leistungen mehr an. Die Marke wird nicht fortgeführt; Bestandskunden betreut die Bullfinch Asset AG.

Ist DZ-4 insolvent gegangen?

Nein. Ein Insolvenzverfahren ist auf Insolvenzbekanntmachungen.de nicht verzeichnet. Eigentümerin EnBW stellte den Servicebetrieb zum 31.12.2024 aus strategischen Gründen ein — nach EBIT-Verlusten von 4,3 Millionen Euro (2021) und fast 10 Millionen Euro (2022).

Wer betreut meine DZ-4-Solaranlage jetzt?

Die Bullfinch Asset AG aus Frankfurt betreut seit dem 01.12.2024 den Großteil der Bestandsverträge. Kontakt: Telefon +49 (0)30 754 211 23 (Mo–Fr 9–17 Uhr), E-Mail info@bullfinch.com oder über das Ticketportal Solar Service Desk.

Was passiert mit meinem DZ-4-Mietvertrag?

Der Vertrag läuft unverändert weiter: Monatsrate, Laufzeit (15 bzw. 18 Jahre), Kaufoption ab Jahr 10 und die inkludierten Leistungen wie Versicherung und Wartung bleiben bestehen — nur der Ansprechpartner wechselte zu Bullfinch.

Kann ich meine DZ-4-Anlage kaufen?

Ja, frühestens nach 10 Vertragsjahren. Der Kaufpreis sinkt linear um 4 % pro Jahr: nach 10 Jahren 60 % des Systemwerts, nach 25 Jahren 0 Euro. Bei 20.000 Euro Systemwert kostet die Anlage im Jahr 10 also 12.000 Euro.

Funktioniert die DZ4-App noch?

Die DZ4 Energiemanager App wird spätestens 2026 eingestellt. Bestandskunden wechseln kostenlos zur WattControl App (ab iPhone 11 bzw. Android 10); Erzeugungs- und Verbrauchsdaten werden automatisch übernommen.

Was war DZ-4 wert?

Ein Marktwert wurde nie veröffentlicht. Dokumentiert sind die Finanzierungen: 180.000 Euro Crowdfunding (2014), 7,7 Millionen Euro Series B (2019), 20 Millionen Euro Asset-Finanzierung (2019) und 55 Millionen Euro von EnBW (2023); der kumulierte Vertragsumsatz überschritt 2020 die 100-Millionen-Euro-Marke.

Für wen lohnt sich Solar-Miete 2026 noch — und was folgt aus dem Fall DZ-4?

Solar-Miete lohnt sich 2026 nur für Haushalte, die kein Eigenkapital einsetzen, keinen Kredit aufnehmen wollen und den Komfortaufschlag von 10.000 bis 20.000 Euro über 20 Jahre bewusst bezahlen; für alle anderen ist der Kauf — notfalls über den KfW-Kredit 270 voll finanziert — die wirtschaftlich klar bessere Wahl. Der Fall DZ-4 lehrt zusätzlich: Auch ein Pionier mit Konzernmutter kann vom Markt verschwinden, der Mietvertrag aber bleibt.

Profil 1: DZ-4-Bestandskunde mit laufendem Vertrag

Vertrag erfüllen, Unterlagen bei Bullfinch sichern und ab Vertragsjahr 10 die Kaufoption durchrechnen: Liegt der Restwert (Systemwert × (1 − 0,04 × Jahre)) unter den verbleibenden Mietraten, ist der Kauf meist günstiger — bei 119 Euro Monatsrate kosten allein 5 Restjahre 7.140 Euro.

Profil 2: Eigenheimbesitzer mit Eigenkapital oder Kreditzugang

Kaufen statt mieten: Eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher kostet rund 20.000 Euro (0 % MwSt nach § 12 Abs. 3 UStG), amortisiert sich laut Finanztip nach etwa 14 Jahren und erzielt 3,6 % Jahresrendite — steuerfrei nach § 3 Nr. 72 EStG. Richtwert: nicht mehr als 2.200 Euro pro kWp inklusive Speicher zahlen.

Profil 3: Haushalt ohne Kapital, der dennoch mieten will

Nur Anbieter mit belegbarer Finanzkraft wählen und Verträge auf vier Punkte prüfen: Festpreis ohne Indexklausel, geregelte Vertragsübernahme bei Hausverkauf, Kaufoption mit klarer Restwertformel und Rückbau auf Anbieterkosten. Enpal als verbliebener Marktführer bietet ab 98 Euro pro Monat mit 1-Euro-Übernahme nach 20 Jahren — die Gesamtkosten von mindestens 23.520 Euro (98 € × 12 × 20) übersteigen den Barkauf dennoch.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen