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PV-Ertrag in Deutschland 2026: kWh pro kWp & Ertragskarte

15 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Spezifischer Ertrag: Eine PV-Anlage in Deutschland erzeugt im Mittel 965 kWh pro kWp und Jahr, als Planungs-Faustregel gilt rund 1.000 kWh/kWp (Quelle: echtsolar.de, logicenergy.de).
  • Nord-Süd-Gefälle: Süddeutschland erreicht 1.123 kWh/kWp (Bayern, Baden-Württemberg), Schleswig-Holstein nur 983 kWh/kWp – ein Unterschied von 20 bis 30 Prozent (Quelle: co2online, PVGIS).
  • 10-kWp-Anlage: Der Jahresertrag liegt je nach Standort bei 9.000 bis 11.500 kWh, das deckt den Strombedarf von zwei bis drei Haushalten.
  • Saisonalität: rund 73 Prozent des Jahresertrags fallen zwischen April und September an, der Dezember liefert nur 1,6 Prozent.
  • Wert je kWh 2026: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ist 29,4 ct wert (37,2 ct Strompreis minus 7,78 ct Einspeisevergütung) – Eigenverbrauch schlägt Einspeisung um das Vierfache.
  • Größte Ertragskiller: Verschattung (10 Prozent Fläche kostet 15 bis 20 Prozent Ertrag), Ost-/Westausrichtung (rund 20 Prozent) und Modulalterung (0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr).
  • Für wen es sich lohnt: Photovoltaik rechnet sich bundesweit, da die Stromgestehungskosten von 8 bis 11 ct/kWh deutlich unter dem Netzstrompreis liegen – im Süden schneller als im Norden.

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Was ist der PV-Ertrag und wie wird er gemessen?

Der PV-Ertrag ist die menge an elektrischer Energie, die eine Photovoltaikanlage in einem Zeitraum erzeugt, gemessen in Kilowattstunden (kWh). Die vergleichbare Kennzahl ist der spezifischer Ertrag in kWh pro Kilowatt-Peak (kWh/kWp) und Jahr.
Die Bezugsgröße Kilowatt-Peak (kWp) beschreibt die Nennleistung der Module unter Standard-Testbedingungen (STC: 1.000 W/m², 25 °C, Spektrum AM 1,5). Der spezifische Ertrag normiert den Stromertrag auf diese Leistung und macht Anlagen unterschiedlicher Größe und Standorte vergleichbar. In Deutschland beträgt der spezifische Ertrag im Bundesdurchschnitt 965 kWh/kWp (Mittel der Jahre 2011 bis 2025, laut echtsolar.de).
Physikalische Grundlage des Ertrags ist die Globalstrahlung – die Summe aus direkter und diffuser Sonnenstrahlung auf eine Fläche, gemessen in kWh/m² pro Jahr. Deutschland erreichte 2025 laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eine mittlere Globalstrahlung von 1.187 kWh/m². Pro Quadratmeter Modulfläche entstehen daraus etwa 150 kWh Strom pro Jahr.
Zu unterscheiden sind Bruttoertrag und Nettoertrag: Der Bruttoertrag ist die theoretische Stromproduktion der Module, der Nettoertrag das nach Systemverlusten nutzbare Ergebnis. Diese Systemverluste durch Wechselrichter, Leitungen, Temperatur und Verschmutzung betragen typisch 14 Prozent (PVGIS-Standardwert).

Wie viel kWh erzeugt eine PV-Anlage pro kWp und Jahr?

Eine PV-Anlage in Deutschland erzeugt pro installiertem Kilowatt-Peak zwischen 900 und 1.150 kWh im Jahr. Der Wert hängt vom Standort, der Ausrichtung und der Anlagenqualität ab; als Planungs-Faustregel gilt rund 1.000 kWh/kWp.
Der Jahresertrag schwankt zudem mit dem Wetterjahr. Das schwache Strahlungsjahr 2024 lieferte laut echtsolar.de nur 881 kWh/kWp, das sonnenreiche Jahr 2022 dagegen 1.037 kWh/kWp – eine Spanne von 18 Prozent zwischen zwei Jahren bei identischer Anlage. Das Jahr 2025 zählte mit 1.187 kWh/m² Globalstrahlung zu den vier strahlungsreichsten seit 1983 und brachte überdurchschnittliche Erträge.
Die Grundformel für den Jahresertrag ist einfach:
E = P × Yspez
  • E = Jahresertrag in kWh
  • P = installierte Leistung in kWp
  • Yspez = spezifischer Ertrag in kWh/kWp (standortabhängig)
Beispiel: Referenzanlage 10 kWp, Mitteldeutschland
Gegeben: 10 kWp installierte Leistung, spezifischer Ertrag 980 kWh/kWp
Berechnung: 10 kWp × 980 kWh/kWp = 9.800 kWh
Ergebnis: 9.800 kWh Jahresertrag – genug für den Strombedarf von rund zwei Vierpersonenhaushalten.

Wie viel Strom liefert eine 5-, 10- oder 20-kWp-Anlage pro Jahr?

Eine 5-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland etwa 4.500 bis 5.750 kWh, eine 10-kWp-Anlage 9.000 bis 11.500 kWh und eine 20-kWp-Anlage 18.000 bis 23.000 kWh pro Jahr. Die Bandbreite bildet das Nord-Süd-Gefälle ab.
Über die Lebensdauer summieren sich diese Erträge auf ein Vielfaches. Da Module jährlich um 0,3 bis 0,5 Prozent an Leistung verlieren, rechnet die folgende Tabelle vereinfacht mit dem mittleren Jahresertrag ohne Degradationsabzug.
Jahresertrag und 20-Jahres-Summe typischer PV-Anlagengrößen in Deutschland (Bandbreite Nord–Süd).

Anlagengröße

Jahresertrag (kWh)

Mittelwert (kWh/Jahr)

20-Jahres-Summe (kWh)

 

5 kWp

4.500 – 5.750

5.000

100.000

10 kWp

9.000 – 11.500

10.000

200.000

20 kWp

18.000 – 23.000

20.000

400.000

Pro Quadratmeter Modulfläche liefert eine moderne Anlage rund 150 kWh im Jahr. Eine 10-kWp-Anlage belegt mit etwa 50 m² Modulfläche eine typische Einfamilienhaus-Dachhälfte und nutzt diese vollständig aus (Quelle: logicenergy.de, gruenes.haus).

Wie unterscheidet sich der PV-Ertrag regional in Deutschland?

Der PV-Ertrag steigt in Deutschland von Nord nach Süd um 20 bis 30 Prozent. Ursache ist die Globalstrahlung: Sie reicht von unter 1.000 kWh/m² in Schleswig-Holstein bis über 1.300 kWh/m² am Bodensee, im Breisgau und in Niederbayern (laut DWD, Strahlungsjahr 2025).
Die folgende Ertragskarte in Tabellenform zeigt den spezifischen Ertrag ausgewählter Bundesländer. Alle Werte beruhen auf einer einheitlichen PVGIS-Simulation (Südausrichtung, 35° Neigung, 14 Prozent Systemverlust) und sind damit direkt vergleichbar (Quelle: co2online).
Spezifischer PV-Ertrag nach Bundesland (PVGIS-Simulation: Süd, 35°, 14 % Systemverlust) – Ertragskarte Deutschland.

Region / Bundesland

Spezifischer Ertrag (kWh/kWp)

Ertrag 10-kWp-Anlage (kWh/Jahr)

 

Bayern (Süd)

1.123

11.230

Baden-Württemberg (Süd)

1.123

11.230

Rheinland-Pfalz (West)

1.100

11.000

Berlin (Ost)

1.055

10.550

Niedersachsen (Nordwest)

1.017

10.170

Hamburg (Nord)

985

9.850

Schleswig-Holstein (Nord)

983

9.830

Konkret bedeutet das: Eine PV-Anlage in München bringt im Schnitt 20 bis 30 Prozent mehr Ertrag als dieselbe Anlage in Kiel. Trotzdem lohnt sich Photovoltaik auch im Norden, denn selbst 983 kWh/kWp liegen weit über der Wirtschaftlichkeitsschwelle. Der DWD stellt seine Strahlungsdaten auf einem 1×1-km-Raster bereit und erweitert das Angebot ab Februar 2026 um das genauere DUETT-Verfahren.

Wie verteilt sich der PV-Ertrag über das Jahr?

Der PV-Ertrag konzentriert sich stark auf das Sommerhalbjahr: rund 73 Prozent des Jahresertrags fallen zwischen April und September an. Der ertragsstärkste Monat ist der Juni mit rund 14,5 Prozent, der schwächste der Dezember mit nur 1,6 Prozent (Quelle: dezentralo.com).
Der folgende Monatsverlauf zeigt die mittleren Erträge pro Monat (Datenreihe 2022–2024, echtsolar.de) für eine durchschnittliche deutsche Anlage. Für eine 10-kWp-Anlage werden die kWh/kWp-Werte mit dem Faktor 10 multipliziert.
Monatsverlauf des PV-Ertrags in Deutschland: mittlerer spezifischer Ertrag und Jahresanteil je Monat (gerundete Durchschnittswerte, Datenreihe echtsolar.de; Jahressumme rund 960 kWh/kWp).

Monat

Ertrag (kWh/kWp)

Anteil am Jahr (%)

10-kWp-Anlage (kWh)

 

Januar

22

2,3

220

Februar

43

4,5

430

März

83

8,7

830

April

100

10,4

1.000

Mai

128

13,4

1.280

Juni

142

14,5

1.420

Juli

128

13,4

1.280

August

120

12,5

1.200

September

93

9,7

930

Oktober

57

6,0

570

November

27

2,8

270

Dezember

15

1,6

150

Als Text-Diagramm verdeutlicht der folgende Verlauf die ausgeprägte Sommerspitze gegenüber dem Wintertief:
Jan  ██ 22
Feb  ████ 43
Mär  ████████ 83
Apr  ██████████ 100
Mai  █████████████ 128
Jun  ██████████████ 142
Jul  █████████████ 128
Aug  ████████████ 120
Sep  █████████ 93
Okt  ██████ 57
Nov  ███ 27
Dez  ██ 15   (kWh/kWp)

Diese Verteilung hat eine praktische Folge: Im Winter deckt eine PV-Anlage den Haushaletsbedarf nicht, im Sommer entsteht ein Überschuss. Das Verhältnis von Sommer- zu Winterproduktion beträgt rund 4,5 zu 1 und begründet den Bedarf an Speicher oder Netzeinspeisung.

Welche Faktoren beeinflussen den PV-Ertrag?

Den PV-Ertrag bestimmen nach dem Standort vier anlagenspezifische Faktoren: Ausrichtung, Neigungswinkel, Verschattung und Modultemperatur. Sie erklären, warum der reale Ertrag vom Standortpotenzial abweicht.
Die Ausrichtung (Azimut) ist der stärkste anlagenseitige Hebel. Eine Südausrichtung mit 30 bis 35 Grad Neigung liefert den maximalen Jahresertrag (100 Prozent). Eine Ost-West-Ausrichtung mindert den Ertrag um etwa 20 Prozent, eine reine Nordausrichtung bei 35 Grad auf rund 56 Prozent des Optimums (laut ADAC und photovoltaik.org).
Relativer PV-Ertrag nach Ausrichtung und Neigung (Süd, 30–35° = 100 % Referenz).

Ausrichtung

Neigung

Ertrag (% des Optimums)

 

Süd

30–35°

100

Südost / Südwest

30–35°

90–95

Ost / West

30–35°

ca. 80

Flachdach (beliebig)

10–15°

85–95

Nord

35°

rund 56

Die Modultemperatur senkt den Ertrag an heißen Tagen. Kristalline Module verlieren je Grad über 25 °C zwischen 0,35 und 0,40 Prozent Leistung. Bei 65 °C Modultemperatur im Hochsommer summiert sich das auf 14 bis 16 Prozent Minderleistung gegenüber dem Datenblattwert.
ΔP = γ × (TModul − 25 °C)
  • ΔP = Leistungsänderung in Prozent
  • γ = Temperaturkoeffizient (z. B. −0,38 %/°C)
  • TModul = Modultemperatur in °C
Beispiel: Referenzanlage an einem Hitzetag
Gegeben: Temperaturkoeffizient −0,38 %/°C, Modultemperatur 65 °C
Berechnung: −0,38 %/°C × (65 °C − 25 °C) = −0,38 × 40 = −15,2 %
Ergebnis: 15,2 Prozent Minderleistung – deshalb liegen die höchsten Tageserträge oft an kühlen, klaren Frühlingstagen, nicht an Hitzetagen.
Die Verschattung wirkt überproportional: Schon 10 Prozent verschattete Fläche verursacht 15 bis 20 Prozent Ertragsverlust am betroffenen String (laut priwatt), weil ein abgeschattetes Modul den gesamten Strang ausbremst. Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter begrenzen diesen Effekt.

Was bedeuten Performance Ratio, Wirkungsgrad und Degradation für den Ertrag?

Drei technische Kennzahlen bestimmen, wie viel des Standortpotenzials als Ertrag ankommt: die Performance Ratio (PR) misst die Systemqualität, der Wirkungsgrad die Modulfläche-Effizienz und die Degradation den Ertragsrückgang über die Jahre.
Die Performance Ratio beschreibt das Verhältnis aus tatsächlichem und theoretisch möglichem Ertrag. Moderne Anlagen erreichen 80 bis 90 Prozent; Werte unter 70 Prozent signalisieren Prüfbedarf. Die Norm IEC 61724 definiert die Berechnung:
PR = Yf ÷ Yr × 100 %
  • Yf = AC-Endertrag geteilt durch Nennleistung (kWh/kWp)
  • Yr = Einstrahlung in Modulebene geteilt durch 1 kW/m² (kWh/kWp)
Der Modulwirkungsgrad moderner monokristalliner Module liegt 2026 bei 20 bis 22 Prozent, TOPCon- und HJT-Module erreichen bis 24 beziehungsweise 25 Prozent. Ein höherer Wirkungsgrad erzeugt auf gleicher Dachfläche mehr Ertrag, ändert aber nicht den spezifischen Ertrag pro kWp.
Die Degradation mindert den Ertrag jährlich um 0,3 bis 0,5 Prozent. Nach 20 Jahren liefert ein Qualitätsmodul noch rund 90 Prozent seiner Anfangsleistung; eine groß angelegte Studie der BTU Cottbus-Senftenberg ermittelte einen Durchschnitt von 0,59 Prozent pro Jahr. Hersteller geben darauf lineare Leistungsgarantien über 25 bis 30 Jahre.
Technische Ertragskennzahlen moderner PV-Anlagen in Deutschland 2026.

Kennzahl

Typischer Wert

Bedeutung für den Ertrag

 

Performance Ratio

80–90 %

Anteil des Potenzials, der als Ertrag ankommt

Modulwirkungsgrad (mono)

20–22 %

Ertrag pro m² Modulfläche

Degradation

0,3–0,5 %/Jahr

jährlicher Ertragsrückgang

Restleistung nach 20 J.

~90 %

Ertrag am Ende der Garantiezeit

Wie berechne ich den PV-Ertrag meiner Anlage?

Den PV-Ertrag berechnet man, indem man die installierte Leistung mit dem standortabhängigen spezifischen Ertrag multipliziert und die Systemverluste abzieht. Für eine standortgenaue Prognose nutzen Fachleute das kostenlose EU-Tool PVGIS.
Die vollständige Formel berücksichtigt den Verlustfaktor:
E = P × Yspez × (1 − Vsys)
  • E = Jahresertrag in kWh
  • P = installierte Leistung in kWp
  • Yspez = spezifischer Ertrag des Standorts in kWh/kWp
  • Vsys = Systemverluste (PVGIS-Standard 0,14)
Beispiel: Referenzanlage 10 kWp in Bayern
Gegeben: 10 kWp, Standortpotenzial 1.306 kWh/kWp (vor Verlusten), Systemverlust 14 %

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Berechnung: 10 kWp × 1.306 kWh/kWp × (1 − 0,14) = 10 × 1.306 × 0,86 ≈ 11.230 kWh
Ergebnis: Rund 11.230 kWh Jahresertrag – das entspricht dem PVGIS-Wert von 1.123 kWh/kWp für Bayern.
PVGIS der Europäischen Kommission greift auf den Satellitendatensatz SARAH-3 zurück und erreicht am konkreten Standort eine Genauigkeit von ±3 bis 5 Prozent, gegenüber ±25 bis 35 Prozent bei einfachen Faustformel-Rechnern. Eingabegrößen sind Standort, Leistung, Ausrichtung, Neigung und Systemverluste. Der DWD liefert ergänzend amtliche Strahlungsdaten für Deutschland.

Was ist der PV-Ertrag wirtschaftlich wert?

Der wirtschaftliche Wert des PV-Ertrags entsteht aus zwei Quellen: dem Eigenverbrauch, der teuren Netzstrom ersetzt, und der Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ist 2026 rund 29,4 ct wert, eine eingespeiste nur 7,78 ct.
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis beträgt 2026 laut wechselpilot.com 37,2 ct/kWh. Die Einspeisevergütung für Teileinspeisung bis 10 kWp liegt seit dem 1. Februar 2026 bei 7,78 ct/kWh, für Volleinspeisung bei 12,34 ct/kWh (laut ADAC). Daraus folgt: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart 37,2 ct, statt nur 7,78 ct Vergütung zu bringen.
Die Eigenverbrauchsquote entscheidet daher über die Rendite. Ohne Speicher nutzt ein Einfamilienhaus 25 bis 35 Prozent des Ertrags selbst, mit einem 10-kWh-Batteriespeicher 60 bis 75 Prozent (laut elektronik-zeit.de).
Wirtschaftlicher Jahreswert einer 10-kWp-Referenzanlage (9.800 kWh Ertrag) ohne und mit Speicher, 2026.

Position

Ohne Speicher (30 % EV)

Mit Speicher (65 % EV)

20-Jahres-Summe (mit Speicher)

 

Eigenverbrauch (kWh)

2.940

6.370

Einspeisung (kWh)

6.860

3.430

Ersparnis Eigenverbrauch (€)

1.094

2.370

47.400

Einspeisevergütung (€)

534

267

5.340

Wert pro Jahr (€)

1.628

2.637

52.740

Beispiel: Wert des Eigenverbrauchs, Referenzanlage ohne Speicher
Gegeben: 2.940 kWh Eigenverbrauch, 37,2 ct/kWh Strompreis; 6.860 kWh Einspeisung, 7,78 ct/kWh
Berechnung: 2.940 × 0,372 € = 1.094 € + 6.860 × 0,0778 € = 534 €
Ergebnis: 1.628 € wirtschaftlicher Jahresnutzen – bei Stromgestehungskosten von 8 bis 11 ct/kWh ein klarer Überschuss.
Die 20-Jahres-Summe ist vereinfacht ohne Degradation und Strompreissteigerung gerechnet; beide Effekte heben sich näherungsweise auf.

Welche rechtlichen Regeln und Förderungen 2026 betreffen den Ertrag?

Vier Regelungen bestimmen 2026, wie der PV-Ertrag vergütet und besteuert wird: die Anmeldepflicht im Marktstammdatenregister, der Nullsteuersatz, die Einkommensteuerbefreiung und das Solarspitzengesetz.
Jede PV-Anlage ist innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur zu registrieren. Ohne Registrierung entfällt der Anspruch auf Einspeisevergütung, zudem drohen Bußgelder bis 50.000 Euro nach § 95 EnWG.
Steuerlich gilt seit 2023 der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG: Auf Module, Wechselrichter, Speicher und Installation fallen für Anlagen bis 30 kWp 0 Prozent Umsatzsteuer an. Zusätzlich sind die Erträge nach § 3 Nr. 72 EStG einkommensteuerfrei – bis 30 kWp je Einheit und maximal 100 kWp je Person (laut Finanztip).
Das Solarspitzengesetz regelt die Vergütung bei negativen Börsenstrompreisen: Bei anhaltend negativen Preisen entfällt die Einspeisevergütung vorübergehend, wird aber durch eine Verlängerung des Vergütungszeitraums ausgeglichen. Seit dem 25. Februar 2025 gilt für neue Anlagen ab 7 kWp zudem eine Steuerbarkeits- und Smart-Meter-Pflicht; ohne intelligentes Messsystem dürfen sie dauerhaft nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen. Die nächste reguläre Degression der Einspeisevergütung um 1 Prozent folgt am 1. August 2026.
EEG-Einspeisevergütung für PV-Anlagen seit 1. Februar 2026 nach Leistungsklasse und Einspeiseart.

Anlagengröße

Teileinspeisung (ct/kWh)

Volleinspeisung (ct/kWh)

 

bis 10 kWp

7,78

12,34

10–40 kWp

6,73

10,35

40–100 kWp

5,50

10,35

Warum produziert meine Anlage weniger als erwartet?

Ein Minderertrag entsteht meist durch Verschattung, Verschmutzung, Schneebedeckung, Wechselrichter-Defekte oder eine ungünstige Ausrichtung. Jede Ursache lässt sich über einen Soll-Ist-Vergleich des Monitorings erkennen.

Fehler 1: Verschattung durch Bäume, Kamine oder Nachbargebäude

Symptom: Einzelne Strings liefern dauerhaft 5 bis 10 Prozent weniger als baugleiche Stränge gleicher Ausrichtung, vor allem morgens oder abends.
Folge: Schon 10 Prozent verschattete Fläche kostet 15 bis 20 Prozent Ertrag am betroffenen String und verlängert die Amortisation um zwei bis vier Jahre.
Prävention: Eine Verschattungsanalyse vor der Installation und der Einsatz von Leistungsoptimierern begrenzen den Verlust auf wenige Prozent.

Fehler 2: Verschmutzung und Schnee

Symptom: Der Gesamtertrag sinkt langsam über die Saison oder bricht im Winter vollständig ein.
Folge: Normale Verschmutzung kostet 2 bis 5 Prozent, in Landwirtschaftsnähe bis 20 Prozent; Schnee mindert den Jahresertrag laut Fraunhofer ISE in den meisten Regionen um 1 bis 5 Prozent.
Prävention: Eine Modulneigung ab 30 Grad lässt Schnee und Schmutz weitgehend selbst abrutschen; eine Reinigung lohnt erst ab deutlichem Minderertrag.

Fehler 3: Wechselrichter-Defekt oder Unterdimensionierung

Symptom: Der Ertrag fällt plötzlich auf null oder die Anlage meldet einen Fehlercode.
Folge: Wechselrichter sind die häufigste Ausfallursache einer PV-Anlage; ein Defekt stoppt die Einspeisung vollständig, bis das Gerät getauscht ist.
Prävention: Eine kontinuierliche Ertragsüberwachung und ein Austausch nach 12 bis 15 Jahren halten die Ausfallzeit gering.
Typische Ursachen für PV-Minderertrag und ihre Größenordnung in Deutschland.

Ursache

Ertragsverlust

Erkennung

 

Teilverschattung

0–15 % (variabel)

String-Vergleich, Tagesgang

Verschmutzung

2–5 % (bis 20 %)

schleichender Rückgang

Schnee

1–5 % pro Jahr

Wintereinbruch des Ertrags

Wechselrichter-Defekt

bis 100 % zeitweise

Fehlercode, Nullertrag

Temperatur (Hitze)

5–10 % im Jahr

Sommertief trotz Sonne

Degradation

0,3–0,5 % pro Jahr

langjähriger Soll-Ist-Vergleich

Wie hoch ist der gesamte PV-Ertrag Deutschlands und wie entwickelt er sich?

Die Photovoltaik erzeugte in Deutschland 2025 insgesamt 91,6 TWh Strom und deckte damit 16,8 Prozent der Nettostromerzeugung. Die installierte Leistung erreichte Ende 2025 117 GWp bei einem Zubau von 16,4 GWp (laut Bundesnetzagentur und Umweltbundesamt).
Damit überholte Solarstrom 2025 erstmals die Braunkohle und stieg gegenüber 2024 um 21 Prozent. Wind und Photovoltaik führten gemeinsam die Stromerzeugung an, der Anteil erneuerbarer Energien lag bei 55,9 Prozent. Verteilt ist die Leistung auf rund 5,7 Millionen Anlagen.
Das EEG-Ausbauziel sieht 215 GWp bis 2030 vor. Zur Erreichung sind künftig durchschnittlich 19,6 GWp Zubau pro Jahr nötig – mehr als die 16,4 GWp des Jahres 2025. Der zusätzliche Ertrag senkt mittelfristig die Großhandelspreise und erhöht die Zahl der Stunden mit negativem Börsenpreis, was die Bedeutung von Eigenverbrauch und Speicher weiter steigert.
Kennzahlen zum gesamten PV-Ertrag Deutschlands 2025 und Ausbauziel 2030.

Kennzahl

Wert

Quelle

 

PV-Stromerzeugung 2025

91,6 TWh

UBA / AGEE-Stat

Anteil an Nettostromerzeugung

16,8 %

Fraunhofer ISE

Installierte Leistung Ende 2025

117 GWp

Bundesnetzagentur

Zubau 2025

16,4 GWp

Bundesnetzagentur

Ausbauziel 2030

215 GWp

EEG / Bundesnetzagentur

Was sagen unabhängige Daten zum realen PV-Ertrag?

Die belastbarsten Ertragsdaten stammen von zwei unabhängigen, amtlichen Quellen: dem Deutschen Wetterdienst (DWD) für die Strahlung und dem Fraunhofer ISE für Erzeugung und Anlagenverhalten. Ihre Messreihen bestätigen die genannten Ertragswerte.
Der DWD dokumentiert für 2025 eine Globalstrahlung von 1.187 kWh/m², rund 100 kWh/m² über dem Mittel der Referenzperiode 1991–2020. Die Strahlung nimmt langfristig zu, was die Ertragsprognosen tendenziell anhebt. Die amtlichen Strahlungskarten liegen auf einem 1×1-km-Raster vor.
Das Fraunhofer ISE belegt mit Langzeitmessungen die niedrige Degradation und Schneeverluste von 1 bis 5 Prozent pro Jahr. Reale Anlagen weichen laut HTW Berlin selbst bei detaillierter Planung um 5 bis 10 Prozent von der Prognose ab – die einfache Faustregel von 1.000 kWh/kWp bleibt daher ein konservativer, gut bestätigter Richtwert. Eine Studie der BTU Cottbus-Senftenberg über mehr als eine Million Anlagen bestätigt eine durchschnittliche Degradation von nur 0,59 Prozent pro Jahr.

Häufige Fragen zum PV-Ertrag in Deutschland

Wie viel kWh erzeugt 1 kWp Photovoltaik pro Jahr?

Ein Kilowatt-Peak erzeugt in Deutschland 900 bis 1.150 kWh pro Jahr, im Bundesdurchschnitt 965 kWh/kWp. Als Planungs-Faustregel gilt rund 1.000 kWh/kWp.

Welcher Monat hat den höchsten PV-Ertrag?

Der Juni ist der ertragsstärkste Monat mit rund 14,5 Prozent des Jahresertrags (etwa 142 kWh/kWp). Der Dezember ist mit 1,6 Prozent am schwächsten.

Wie viel mehr Ertrag bringt Süddeutschland?

Eine Anlage in Süddeutschland erzeugt 20 bis 30 Prozent mehr als dieselbe Anlage im Norden – 1.123 kWh/kWp in Bayern gegenüber 983 kWh/kWp in Schleswig-Holstein.

Wie viel Strom liefert eine 10-kWp-Anlage?

Eine 10-kWp-Anlage liefert je nach Standort 9.000 bis 11.500 kWh pro Jahr. Das deckt den Bedarf von rund zwei bis drei Vierpersonenhaushalten.

Lohnt sich Photovoltaik auch in Norddeutschland?

Ja. Selbst 983 kWh/kWp in Schleswig-Holstein liegen weit über der Wirtschaftlichkeitsschwelle, da die Stromgestehungskosten von 8 bis 11 ct/kWh deutlich unter dem Netzstrompreis von 37,2 ct/kWh bleiben.

Wie berechne ich meinen PV-Ertrag genau?

Am genauesten rechnet das kostenlose EU-Tool PVGIS mit einer Abweichung von ±3 bis 5 Prozent. Die Faustformel lautet: Leistung in kWp × spezifischer Ertrag × 0,86 (nach 14 Prozent Systemverlust).

Wie stark sinkt der Ertrag über die Jahre?

Der Ertrag sinkt durch Degradation um 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Nach 20 Jahren liefert ein Qualitätsmodul noch rund 90 Prozent seiner Anfangsleistung.

Für wen lohnt sich Photovoltaik trotz schwankendem Ertrag?

Photovoltaik lohnt sich 2026 für nahezu jeden Hauseigentümer mit geeignetem Dach, weil die Stromgestehungskosten von 8 bis 11 ct/kWh weit unter dem Netzstrompreis von 37,2 ct/kWh liegen. Entscheidend ist die Eigenverbrauchsquote, nicht der Standort.
Entscheidungsmatrix: Eignung von Photovoltaik nach Nutzerprofil.

Profil

Empfehlung

Begründung

 

Süddach, hoher Tagverbrauch (Homeoffice, E-Auto)

sehr lohnend, ohne Speicher startfähig

1.100+ kWh/kWp, Eigenverbrauch über 35 %

Norddach-Standort, Berufstätige

lohnend mit Speicher

983 kWh/kWp, Speicher hebt Eigenverbrauch auf 60–75 %

Ost-West-Dach

lohnend

nur ~20 % Minderertrag, gleichmäßigeres Tagesprofil

Stark verschattetes Dach

nur mit Leistungsoptimierern

10 % Verschattung kostet 15–20 % Ertrag

Reines Norddach

selten lohnend

nur rund 56 % des Optimums

Wer den Eigenverbrauch maximiert, erzielt den höchsten Nutzen je erzeugter Kilowattstunde: 29,4 ct gespart statt 7,78 ct vergütet. Ein 10-kWh-Speicher hebt die Eigenverbrauchsquote von 30 auf 65 Prozent und steigert den Jahresnutzen der Referenzanlage von 1.628 auf 2.637 Euro. Für Süddach-Standorte mit hohem Tagverbrauch ist eine Anlage auch ohne Speicher sofort wirtschaftlich; für Norddach-Standorte und Berufstätige steigert ein Speicher die Rendite spürbar.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen