Abluft-Wärmepumpe 2026: Effizienz-Champion für Passivhäuser
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Das Wichtigste in Kürze:
- Thermodynamischer Effizienz-Vorteil: Konstante Abluft-Quelle 18-24°C ermöglicht JAZ 3,8-4,5 versus 2,8-3,6 bei Luft-Wasser durch 27 Kelvin niedrigeren thermodynamischen Hub
- Zwangs-Kopplung mit KWL: Kontrollierte Wohnraumlüftung als Systemvoraussetzung – keine nachträgliche Installation in Bestandsgebäuden ohne 8.000-15.000 EUR KWL-Nachrüstung
- Fundamentale Leistungs-Limitierung: Maximale Heizleistung 1,5-8 kW durch hygienisch begrenzten Volumenstrom 100-400 m³/h – ausschließlich für Passivhaus/KfW40 mit Heizlast <10 W/m²
- Gesamt-Investition: 10.000-25.000 EUR inklusive zwingender KWL-Integration, reduziert auf 4.500-11.250 EUR durch 55% BEG-Förderung (30% Grund + 20% Geschwindigkeit + 5% Effizienz-Bonus)
- Wirtschaftlichkeit: 532 EUR Jahreskosten (Wärmepumpe + Ventilator) versus 429 EUR Luft-Wasser – kompensiert durch eliminierte 1.500-3.000 kWh Lüftungswärmeverluste
- Ideale Einsatz-Szenarien: Neubauten nach Passivhaus-Standard mit U-Wert <0,15 W/(m²K), n50-Wert <0,6 h⁻¹ und Flächenheizung 32-35°C Vorlauftemperatur
- Hersteller-Marktführer 2026: NIBE S735C (Smart-Grid-ready), Stiebel Eltron LWZ (Integral-System), Dimplex LA (Budget-Variante), Aereco AWN Connect (Premium-Regelung)
Die Abluft-Wärmepumpe etabliert sich als thermodynamisch überlegene Heiz-Lösung durch Nutzung warmer verbrauchter Raumluft bei 18-24°C als konstante Wärmequelle versus saisonale Außenluft-Variation minus 15 bis plus 35°C bei Luft-Wasser-Systemen. Die fundamentale Limitierung durch Volumenstrom-Abhängigkeit beschränkt maximale Heizleistung auf 1,5-8 kW und erzwingt Einsatz ausschließlich in hochgedämmten Passivhäusern oder KfW40-Gebäuden mit spezifischer Heizlast unter 10 Watt pro Quadratmeter. Die zwingende Kopplung mit kontrollierter Wohnraumlüftung addiert 3.000-8.000 EUR Investition, ermöglicht jedoch 90-95% Wärmerückgewinnung und eliminiert Lüftungswärmeverluste von 30-50% Gesamt-Wärmebedarf bei traditioneller Fensterlüftung.
Wie funktioniert die Abluft-Wärmepumpe technisch?
Die Abluft-Wärmepumpe extrahiert thermische Energie aus verbrauchter Raumluft durch Umkehrung des Carnot-Prozesses und nutzt den geringen thermodynamischen Hub zwischen 18-24°C Verdampfung und 35-55°C Kondensation für überlegene Effizienz.
Abluft als stabile Wärmequelle: Konstante 18-24°C ganzjährig
Die kontrollierte Wohnraumlüftung saugt kontinuierlich verbrauchte Luft aus Feuchträumen ab – Bad, WC, Küche, Hauswirtschaftsraum – mit Volumenstrom 100-400 m³/h entsprechend 0,3-0,6 Luftwechsel pro Stunde für Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Abluft-Temperatur stabilisiert sich ganzjährig bei 18-24°C durch thermische Trägheit bewohnter Innenräume, unabhängig von Außentemperatur-Schwankungen minus 15 bis plus 35°C.
Vergleich Wärmequellen-Stabilität:
| Wärmequelle | Temperatur-Bereich | Jahreszeitliche Variation | Thermodynamischer Hub bei 55°C Vorlauf |
|---|---|---|---|
| Abluft | 18-24°C konstant | ±3 Kelvin | 31-37 Kelvin |
| Außenluft | -15 bis +35°C | ±50 Kelvin | 20-70 Kelvin |
| Erdreich (Sonden) | 8-12°C konstant | ±2 Kelvin | 43-47 Kelvin |
| Grundwasser | 10-12°C konstant | ±1 Kelvin | 43-45 Kelvin |
Die höhere Quellen-Temperatur der Abluft versus Außenluft reduziert thermodynamischen Hub um 27 Kelvin durchschnittlich (62 Kelvin bei A-7/W55 versus 35 Kelvin bei Abluft 20°C/W55). Die reduzierte Temperatur-Differenz zwischen Verdampfung und Kondensation steigert theoretischen Carnot-Wirkungsgrad exponentiell und ermöglicht höheren realen Coefficient of Performance.
Verdampfer-Funktion: Wärme-Extraktion und Kondensations-Energie
Der Verdampfer als Lamellen-Wärmetauscher mit 1,5-3 m² Oberfläche kühlt Abluft von 20°C Eintritt auf minus 5 bis plus 5°C Austritt durch Wärme-Übertragung auf Kältemittel mit Siedepunkt minus 40 bis minus 10°C bei 3-6 bar Niederdruck. Die Abkühlung um 15-25 Kelvin extrahiert 5-15 Watt thermische Leistung pro Kubikmeter und Stunde Luft-Durchsatz bei Luft-Dichte 1,2 kg/m³ und spezifischer Wärmekapazität 1,0 kJ/(kg·K).
Thermische Leistungs-Berechnung Beispiel:
- Volumenstrom: 150 m³/h
- Temperatur-Differenz: 20 Kelvin (von 20°C auf 0°C)
- Extrahierte Leistung: 150 × 1,2 × 1,0 × 20 ÷ 3.600 = 1,0 kW thermisch
Die zusätzliche Kondensations-Wärme gewinnt 50-150 Watt thermisch durch Wasser-Ausfall bei relativer Feuchte-Reduktion von 50-70% auf unter 30% Sättigung. Die Kondensations-Enthalpie von 2.500 kJ/kg Wasser monetarisiert Feuchtigkeits-Energie zusätzlich zur sensiblen Wärme. Das anfallende Kondensat von 2-8 Liter täglich leitet in Abwasser-System nach Neutralisations-Filter bei pH-Wert unter 6,5 zur Vermeidung von Rohr-Korrosion.
Thermodynamischer COP-Vorteil: 27 Kelvin niedrigerer Hub
Der Coefficient of Performance berechnet sich als Quotient thermische Heizleistung zu elektrischer Verdichter-Leistungsaufnahme und steigt exponentiell mit geringerem thermodynamischem Hub nach Carnot-Wirkungsgrad-Annäherung.
COP-Vergleich bei 55°C Vorlauftemperatur:
| Parameter | Abluft-Wärmepumpe | Luft-Wasser-Wärmepumpe (A-7) |
|---|---|---|
| Quellentemperatur | 20°C (293 Kelvin) | -7°C (266 Kelvin) |
| Vorlauftemperatur | 55°C (328 Kelvin) | 55°C (328 Kelvin) |
| Temperaturhub | 35 Kelvin | 62 Kelvin |
| Theoretischer Carnot-COP | 9,4 (328 ÷ 35) | 5,3 (328 ÷ 62) |
| Carnot-Effizienz real | 60-70% | 60-70% |
| Realer COP messbar | 5,6-6,6 | 3,2-3,7 |
| COP-Vorteil | +75-80% | Basis-Referenz |
Die Abluft-Wärmepumpe gewinnt 2,4-3,0 COP-Punkte absolut durch 27 Kelvin niedrigeren Hub bei identischer Vorlauftemperatur-Anforderung. Die Vorlauftemperatur-Optimierung verstärkt Effizienz-Vorteil zusätzlich – Absenkung von 55 auf 35°C durch Fußbodenheizung statt Heizkörper steigert COP um 2,0-2,5 Prozent pro Kelvin oder 40-50% gesamt bei 20 Kelvin Reduktion.
Optimale Betriebs-Kombinationen nach COP:
| Vorlauftemperatur | Abluft-Wärmepumpe COP | Luft-Wasser COP A7/W | COP-Differenz |
|---|---|---|---|
| 35°C (Fußbodenheizung) | 6,5-8,0 | 4,5-5,0 | +44-60% |
| 45°C (Niedertemperatur-Heizkörper) | 5,8-7,0 | 3,8-4,3 | +53-63% |
| 55°C (Standard-Heizkörper) | 5,0-6,2 | 3,2-3,7 | +56-68% |
Die Kombination Abluft-Quelle plus Flächenheizung 32-35°C maximiert COP auf 6,5-8,0 versus 3,5-4,5 bei Luft-Wasser-Systemen A7/W35 – nahezu Verdopplung der thermodynamischen Effizienz.
Welche Jahresarbeitszahl erreichen Abluft-Wärmepumpen praktisch?
Die Jahresarbeitszahl als gewichteter Jahres-Durchschnitt aller Betriebs-Zustände inklusive Warmwasser-Bereitung, Legionellen-Schaltung und Heizstab-Nutzung liegt bei 3,8-4,5 für optimal ausgelegte Systeme in Passivhäusern.
JAZ-Einflussfaktoren: Warmwasser degradiert Effizienz
Ein 120 m² Passivhaus mit 6.000 kWh Jahres-Wärmebedarf bei 50 kWh/m² spezifischem Verbrauch erreicht JAZ 4,2 für Strom-Verbrauch 1.429 kWh jährlich oder 357 EUR bei 25 Cent pro Kilowattstunde Wärmepumpe plus 700 kWh KWL-Ventilator für Gesamt-Stromkosten 532 EUR jährlich.
JAZ-Degradation durch drei Ineffizienz-Quellen:
- Warmwasser-Bereitung auf 50-55°C:
- Höherer Hub als Raumheizung 35-45°C Vorlauftemperatur
- COP-Reduktion von 6,5 auf 4,0-4,5 bei Warmwasser-Betrieb
- Anteil Warmwasser: 15-25% Gesamt-Wärmebedarf (900-1.500 kWh jährlich)
- Legionellen-Schaltung 60-65°C wöchentlich:
- Heizstab-Aktivierung bei COP 1,0 (100% elektrische Direktheizung)
- Zusatz-Verbrauch: 100-200 kWh jährlich (1,5-3% Gesamt-Wärmebedarf)
- JAZ-Degradation: -0,1 bis -0,2 Punkte
- Spitzenlast-Abdeckung bei Extrem-Außentemperaturen:
- Heizstab-Aktivierung wenn Wärmepumpen-Leistung unter Gebäude-Wärmebedarf fällt
- Optimaler Bivalenzpunkt: -8 bis -12°C für Heizstab-Anteil <3-5% Jahres-Wärmebedarf
- Fehlerhafte Einstellung: -2 bis -5°C erhöht Heizstab-Anteil auf 10-20% mit JAZ-Erosion von 4,2 auf 3,5-3,8
Praxis-JAZ dokumentiert nach Gebäude-Standard:
| Gebäude-Typ | Spez. Heizlast | Vorlauftemperatur | JAZ-Bereich | Strom-Kosten 120m² |
|---|---|---|---|---|
| Passivhaus | 10-15 W/m² | 32-35°C Fußboden | 4,2-4,5 | 357-429 EUR/Jahr |
| KfW40 | 15-25 W/m² | 35-40°C Fußboden | 3,8-4,2 | 429-474 EUR/Jahr |
| KfW55 | 25-35 W/m² | 40-50°C Heizkörper | 3,5-3,8 | 474-514 EUR/Jahr |
| Altbau saniert | >50 W/m² | >55°C Heizkörper | 2,8-3,2 | Ungeeignet |
Die JAZ-Degradation bei Altbauten durch höhere Vorlauftemperatur und größere Heizlast eliminiert Effizienz-Vorteil der Abluft-Wärmepumpe vollständig – Luft-Wasser-System mit höherer Leistung erreicht identische oder bessere Gesamt-Wirtschaftlichkeit.
BEG-Förderung 2026: Automatischer Effizienz-Bonus
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude fordert minimale JAZ 4,5 für Wärmepumpen in Neubauten zur Förder-Berechtigung. Abluft-Wärmepumpen erfüllen diese Anforderung bei korrekter Auslegung mit Flächenheizung und niedrigem Heizstab-Anteil problemlos.
BEG-Förderstruktur 2026:
| Förder-Komponente | Prozentsatz | Voraussetzung | Abluft-WP qualifiziert? |
|---|---|---|---|
| Grundförderung | 30% | Selbstnutzung oder Vermietung | Ja |
| Geschwindigkeits-Bonus | 20% | Fossil >20 Jahre oder Öl bis 31.12.2028 | Ja (Bestand) |
| Effizienz-Bonus | 5% | Natürliches Kältemittel oder JAZ ≥4,5 | Ja (automatisch) |
| Einkommens-Bonus | 30% | Haushaltseinkommen <40.000 EUR | Ja (wenn zutreffend) |
| Maximum | 70% | Kombination aller Boni | Ja |
Die Gesamt-Förderung erreicht 35% automatisch für Abluft-Wärmepumpen im Neubau durch Kombination Grundförderung plus Effizienz-Bonus ohne Einkommens-Prüfung. Im Gebäude-Bestand addiert Geschwindigkeits-Bonus 20% für 55% Gesamt-Förderung bei Austausch funktionstüchtiger Gas-Heizung über 20 Jahre oder Öl-Heizung beliebigen Alters.
Förder-Beispiele konkret:
Szenario 1 - Neubau Standard (35%):
- Investition: 15.000 EUR (Abluft-WP + KWL-Integration)
- Förderung: 30% + 5% = 35%
- Zuschuss: 5.250 EUR
- Eigenanteil: 9.750 EUR
Szenario 2 - Bestand mit alter Gasheizung (55%):
- Investition: 18.000 EUR
- Förderung: 30% + 20% + 5% = 55%
- Zuschuss: 9.900 EUR
- Eigenanteil: 8.100 EUR
Szenario 3 - Einkommensbonus zusätzlich (70% Maximum):
- Investition: 20.000 EUR
- Förderung: 30% + 20% + 5% + 30% = 85%, begrenzt auf 70%
- Zuschuss: 14.000 EUR
- Eigenanteil: 6.000 EUR
Die förderfähigen Kosten-Obergrenze liegt bei 30.000 EUR pro Wohneinheit für maximalen Zuschuss 21.000 EUR bei 70% Förderquote.
Warum limitiert der Volumenstrom die maximale Heizleistung?
Die fundamentale Begrenzung der Abluft-Wärmepumpe resultiert aus hygienisch limitiertem Luftwechsel zur Vermeidung übermäßiger Raum-Entfeuchtung unter 30% relative Feuchte und unnötiger Lüftungs-Wärmeverluste.
DIN 1946-6 Luftwechsel-Anforderungen: Hygiene begrenzt Volumenstrom
Die DIN 1946-6 fordert Mindest-Luftwechsel 0,3-0,5 h⁻¹ für Wohngebäude entsprechend 60-100 m³/h bei 200 m³ Raum-Volumen typisches Einfamilienhaus. Die empfohlene Nenn-Lüftung liegt bei 0,4-0,6 Luftwechsel oder 80-120 m³/h für hygienisch akzeptable Luft-Qualität ohne Über-Entfeuchtung oder Zugerscheinungen.
Volumenstrom-Berechnung nach Gebäude-Größe:
| Wohnfläche | Raum-Volumen (2,5m Höhe) | Luftwechsel 0,5 h⁻¹ | Volumenstrom maximal | Heizleistung bei 20K Abkühlung |
|---|---|---|---|---|
| 80 m² | 200 m³ | 0,5 h⁻¹ | 100 m³/h | 0,7 kW thermisch |
| 120 m² | 300 m³ | 0,5 h⁻¹ | 150 m³/h | 1,0 kW thermisch |
| 150 m² | 375 m³ | 0,5 h⁻¹ | 188 m³/h | 1,3 kW thermisch |
| 200 m² | 500 m³ | 0,5 h⁻¹ | 250 m³/h | 1,7 kW thermisch |
Die extrahierbare thermische Leistung berechnet aus Volumenstrom multipliziert mit Luft-Dichte 1,2 kg/m³, spezifischer Wärmekapazität 1,0 kJ/(kg·K) und Temperatur-Differenz zwischen Eintritt und Austritt. Ein System mit 150 m³/h Volumenstrom und 20 Kelvin Abkühlung von 20°C auf 0°C extrahiert 1,0 kW thermisch.
Maximale Heizleistung: 1,5-8 kW praktische Obergrenze
Die praktische Obergrenze liegt bei 1,5-8 kW Heizleistung für Abluft-Wärmepumpen-Systeme durch Kombination aus Volumenstrom-Limit, Temperatur-Differenz-Grenze zur Kondensations-Vermeidung im Abluft-Kanal und realer COP unter Carnot-Maximum.
Leistungs-Kalkulation mit COP-Faktor:
| Volumenstrom | Thermisch extrahiert | COP-Faktor | Maximale Heizleistung | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| 100 m³/h | 0,7 kW | 6,0 | 4,2 kW | 80 m² Passivhaus |
| 150 m³/h | 1,0 kW | 6,0 | 6,0 kW | 120 m² Passivhaus |
| 200 m³/h | 1,4 kW | 5,5 | 7,7 kW | 150 m² KfW40 |
| 250 m³/h | 1,7 kW | 5,0 | 8,5 kW | 180 m² KfW40 |
Ein 150 m² Passivhaus mit 4-6 kW Heizlast bei minus 15°C Auslegungstemperatur eignet sich ideal für Abluft-Wärmepumpe mit 150-200 m³/h Volumenstrom. Ein 200 m² Altbau mit 12-18 kW Heizlast überfordert System fundamental und erfordert bivalente Ergänzung durch Gas-Therme oder Pellet-Kessel.
Gebäude-Eignung nach Heizlast-Berechnung:
Geeignet (Heizlast <8 kW):
- Passivhaus-Standard: <15 W/m² spezifische Heizlast
- KfW40-Neubau: 15-25 W/m² mit exzellenter Dämmung
- U-Wert Außenwände: <0,15 W/(m²K)
- Luftdichtheit n50: <0,6 h⁻¹ bei 50 Pascal
- Fensterglas: Dreifach-Verglasung Ug <0,7 W/(m²K)
Ungeeignet (Heizlast >10 kW):
- Altbau unsaniert: >100 W/m² spezifische Heizlast
- EnEV 2014/2016 ohne Zusatz-Dämmung: 40-80 W/m²
- U-Wert Außenwände: >1,0 W/(m²K)
- Luftdichtheit n50: >5 h⁻¹ (undichte Fenster, Fugen)
- Fensterglas: Zweifach-Verglasung Ug >1,5 W/(m²K)
KWL-Integration zwingend: 3.000-8.000 EUR Zusatz-Investition
Die kontrollierte Wohnraumlüftung als zwingende Voraussetzung addiert 3.000-8.000 EUR Investition für Kanal-System, Ventilator-Einheiten und Wärmerückgewinnung mit 80-95% Effizienz.
KWL-Komponenten und Kosten:
| Komponente | Funktion | Kosten-Bereich |
|---|---|---|
| Zentral-Gerät mit WRG | Wärmetauscher, Ventilatoren, Filter | 1.800-4.000 EUR |
| Kanal-System mit Dämmung | Haupt-Stränge 100-160mm, Raum-Anbindungen 75-100mm | 800-2.500 EUR |
| Luftdurchlässe Zuluft/Abluft | Pro Raum 2-4 Durchlässe regulierbar | 400-800 EUR |
| Installation und Montage | Kanal-Verlegung, Elektrik, Inbetriebnahme | 1.000-2.000 EUR |
| Gesamt KWL-Integration | Komplett-System | 3.000-8.000 EUR |
Die moderne KWL-Anlage mit Kreuzstrom-Wärmetauscher reduziert Lüftungs-Wärmeverluste von 30-50% Gesamt-Wärmebedarf bei Fenster-Lüftung auf 3-8% durch Vorwärmung Zuluft von minus 10°C auf plus 15°C Eintritt bei 90% WRG-Effizienz.
Kanal-Dimensionierung:
- Haupt-Stränge: 100-160 mm Durchmesser für 80-150 m³/h Volumenstrom
- Raum-Anbindungen: 75-100 mm für 20-40 m³/h je Raum
- Dämmung: 13-20 mm Mineralwolle oder Armaflex gegen Tauwasser
- Installation: Abgehängte Decken, Dach-Schrägen, Wand-Vorbauten mit 150-300 mm Höhe
Die Wartungs-Anforderung umfasst vierteljährlichen Filter-Wechsel für 20-40 EUR Material pro Satz bei Grob- und Fein-Filter G4 und F7 Klasse und jährliche Kanal-Inspektion auf Verschmutzung oder Schimmel-Bildung durch Kondensat-Stau. Die Ventilator-Lebensdauer erreicht 15-25 Jahre bei EC-Motor-Technologie mit 80-100 Watt elektrischer Dauerleistung für 700-880 kWh jährlichen Zusatz-Stromverbrauch.
Was kostet eine Abluft-Wärmepumpe mit Installation komplett?
Die Gesamt-Investition variiert zwischen 10.000-25.000 EUR brutto abhängig von Gebäude-Größe, System-Komplexität und KWL-Installations-Aufwand. Die BEG-Förderung mit 35-55% reduziert Netto-Belastung auf 4.500-16.250 EUR.
Investitions-Aufschlüsselung: 120 m² Passivhaus Beispiel-Projekt
Vollständige Kosten-Kalkulation Neubau:
| Kostenposition | Beschreibung | Betrag |
|---|---|---|
| Abluft-WP Kompaktgerät | Inkl. 200L Warmwasser-Speicher, Inverter-Regelung | 8.500 EUR |
| KWL-Zentral-Gerät | Kreuzstrom-WRG 90%, EC-Ventilatoren | 2.800 EUR |
| Kanal-System komplett | Haupt-Stränge, Raum-Anbindungen, Dämmung | 1.800 EUR |
| Luftdurchlässe | Zuluft/Abluft pro Raum regulierbar | 600 EUR |
| Installation Wärmepumpe | Hydraulik, Elektrik 230V, Inbetriebnahme | 1.800 EUR |
| Installation KWL | Kanal-Verlegung, Luftmengen-Messung, Abgleich | 1.500 EUR |
| Zusatzkomponenten | Kondensatwanne, pH-Neutralisation, Steuerung | 450 EUR |
| Brutto-Investition | Summe vor Förderung | 17.450 EUR |
| BEG-Förderung (35%) | Grundförderung 30% + Effizienz-Bonus 5% | -6.108 EUR |
| Netto-Investition | Eigenanteil nach Förderung | 11.342 EUR |
Gebäude-Bestand mit Altkessel-Austausch (55% Förderung):
| Kostenposition | Beschreibung | Betrag |
|---|---|---|
| System wie Neubau | Identische Komponenten | 17.450 EUR |
| KWL-Nachrüstung Mehraufwand | Wand-Durchbrüche, abgehängte Decken | 3.500 EUR |
| Demontage Altanlage | Öl/Gas-Kessel Entsorgung, Rohrleitungen | 1.200 EUR |
| Brutto-Investition Bestand | Summe vor Förderung | 22.150 EUR |
| BEG-Förderung (55%) | 30% + 20% Geschwindigkeit + 5% Effizienz | -12.183 EUR |
| Netto-Investition | Eigenanteil nach Förderung | 9.967 EUR |
Die KWL-Nachrüstung in Bestandsgebäuden erhöht Investition um 3.000-6.000 EUR durch aufwendige Wand-Durchbrüche und sichtbare Kanal-Führung versus Neubau mit geplanten Installations-Schächten.
Betriebs-Kosten: Wärmepumpe plus KWL-Ventilator
Die jährlichen Strom-Kosten berechnen aus Wärmebedarf dividiert durch JAZ plus KWL-Ventilator-Verbrauch.
120 m² Passivhaus Betriebs-Kosten-Analyse:
| Kostenkomponente | Berechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Jahres-Wärmebedarf | 50 kWh/m² × 120 m² | 6.000 kWh |
| JAZ Abluft-Wärmepumpe | Passivhaus-Standard | 4,2 |
| Stromverbrauch Wärmepumpe | 6.000 kWh ÷ 4,2 | 1.429 kWh |
| Stromverbrauch KWL-Ventilator | 80 Watt × 8.760 Stunden | 700 kWh |
| Gesamt-Stromverbrauch | Wärmepumpe + Ventilator | 2.129 kWh |
| Strompreis 2026 | Durchschnitt Deutschland | 0,30 EUR/kWh |
| Jahreskosten Strom | 2.129 kWh × 0,30 EUR | 639 EUR |
| Wartung Wärmepumpe | Jährliche Inspektion, Kältemittel-Kontrolle | 150 EUR |
| Wartung KWL | 4× Filter-Wechsel, Kanal-Reinigung (anteilig) | 120 EUR |
| Gesamtkosten pro Jahr | Strom + Wartung | 909 EUR |
Vergleich Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne KWL:
| Kostenkomponente | Luft-Wasser-System | Differenz zu Abluft |
|---|---|---|
| Jahres-Wärmebedarf | 6.000 kWh | Identisch |
| JAZ Luft-Wasser | 3,5 (ohne KWL-Komfort) | -0,7 versus Abluft |
| Stromverbrauch Wärmepumpe | 6.000 kWh ÷ 3,5 = 1.714 kWh | +285 kWh |
| Stromverbrauch KWL | Nicht vorhanden | -700 kWh |
| Gesamt-Stromverbrauch | 1.714 kWh | -415 kWh |
| Jahreskosten Strom | 514 EUR | -125 EUR |
| Lüftungswärmeverluste | 1.500-3.000 kWh bei Fenster-Lüftung | +450-900 kWh |
| Reale Gesamt-Bilanz | 600-750 EUR | -100 bis +250 EUR |
Die scheinbar höheren Kosten der Abluft-Wärmepumpe (639 EUR Strom + 270 EUR Wartung = 909 EUR) versus Luft-Wasser (514 EUR) kompensieren durch eliminierten Lüftungs-Wärmeverlust von 1.500-3.000 kWh bei Fenster-Lüftung. Die Gesamt-Bilanz zeigt Abluft-Wärmepumpe plus KWL günstiger oder gleichwertig bei deutlich höherem Komfort durch konstante Luft-Qualität ohne Fenster-Öffnung.
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20-Jahre-Gesamtkostenrechnung: Abluft versus Gas-Brennwertkessel
| Kostenkomponente | Abluft-WP + KWL | Gas-Brennwertkessel | Differenz |
|---|---|---|---|
| Anschaffung & Installation | 17.450 EUR | 11.000 EUR | +6.450 EUR |
| BEG-Förderung (35%/0%) | -6.108 EUR | 0 EUR | -6.108 EUR |
| Netto-Investition Jahr 0 | 11.342 EUR | 11.000 EUR | +342 EUR |
| Stromkosten 20 Jahre | 12.780 EUR¹ | - | - |
| Gaskosten 20 Jahre | - | 42.300 EUR² | - |
| KWL-Ventilator 20 Jahre | 4.200 EUR³ | - | - |
| Wartung 20 Jahre | 2.700 EUR⁴ | 4.800 EUR⁵ | -2.100 EUR |
| Schornsteinfeger 20 Jahre | 0 EUR | 2.400 EUR | -2.400 EUR |
| CO₂-Steuer 20 Jahre | 0 EUR | 6.800 EUR⁶ | -6.800 EUR |
| Gesamtkosten 20 Jahre | 31.022 EUR | 67.300 EUR | -36.278 EUR |
¹ 1.429 kWh/Jahr × 0,30 EUR/kWh × 20 Jahre, Strompreis-Steigerung 2,0%/Jahr
² 6.000 kWh ÷ 0,92 Nutzungsgrad = 6.522 kWh Gas/Jahr × 0,12 EUR/kWh × 20 Jahre, Gaspreis-Steigerung 3,5%/Jahr
³ 700 kWh/Jahr × 0,30 EUR/kWh × 20 Jahre
⁴ Jährliche Wartung 135 EUR (WP 150 EUR + KWL 120 EUR ÷ 2 Jahre Kanal)
⁵ Jährliche Wartung 240 EUR
⁶ CO₂-Preis 2026: 55 EUR/t, steigend auf 350 EUR/t bis 2035
² 6.000 kWh ÷ 0,92 Nutzungsgrad = 6.522 kWh Gas/Jahr × 0,12 EUR/kWh × 20 Jahre, Gaspreis-Steigerung 3,5%/Jahr
³ 700 kWh/Jahr × 0,30 EUR/kWh × 20 Jahre
⁴ Jährliche Wartung 135 EUR (WP 150 EUR + KWL 120 EUR ÷ 2 Jahre Kanal)
⁵ Jährliche Wartung 240 EUR
⁶ CO₂-Preis 2026: 55 EUR/t, steigend auf 350 EUR/t bis 2035
Wirtschaftliche Kern-Kennzahlen:
- Amortisationszeit bei 35%-Förderung: 0,9 Jahre
- Break-Even bei 55%-Förderung: Sofort rentabel (9.967 EUR < 11.000 EUR Gasheizung)
- 20-Jahre-Gesamtersparnis: 36.278 EUR
- Jährliche Durchschnitts-Ersparnis: 1.814 EUR
Welche Gebäude eignen sich für Abluft-Wärmepumpen?
Die Abluft-Wärmepumpe eignet sich ausschließlich für Neubauten nach höchstem Effizienz-Standard mit sehr niedriger spezifischer Heizlast und zwingender KWL-Infrastruktur.
Ideale Anwendungs-Szenarien: Passivhaus und KfW40
Gebäude-Anforderungen im Detail:
| Kriterium | Mindest-Anforderung | Optimal | Begründung |
|---|---|---|---|
| Spezifische Heizlast | <25 W/m² | <15 W/m² | Limitierte Leistung 1,5-8 kW |
| Gesamt-Heizlast | <8 kW | <6 kW | Volumenstrom-Begrenzung |
| U-Wert Außenwände | <0,20 W/(m²K) | <0,15 W/(m²K) | Niedrige Wärmeverluste |
| U-Wert Dach | <0,15 W/(m²K) | <0,10 W/(m²K) | Minimale Transmissions-Verluste |
| U-Wert Fenster | <0,90 W/(m²K) | <0,80 W/(m²K) | Dreifach-Verglasung Edel-Gas |
| Luftdichtheit n50 | <1,0 h⁻¹ | <0,6 h⁻¹ | KWL-Funktion garantiert |
| Vorlauftemperatur | <45°C | 32-35°C | COP-Optimierung |
| Wohnfläche | 80-180 m² | 100-150 m² | Leistungs-Matching |
Passivhaus-Standard (optimal):
- Heizwärmebedarf: <15 kWh/(m²a)
- Primärenergiebedarf: <120 kWh/(m²a)
- Luftdichtheit n50: <0,6 h⁻¹ bei 50 Pascal Druck-Differenz
- Wärmerückgewinnung: ≥75% Effizienz
- Spezifische Heizlast: <10 W/m² bei minus 10°C Auslegungstemperatur
KfW40-Neubau (geeignet):
- Primärenergiebedarf: 40% Referenzgebäude EnEV
- Transmissionswärmeverlust: 55% Referenzgebäude
- Luftdichtheit n50: <1,5 h⁻¹
- Spezifische Heizlast: 15-25 W/m²
KfW55 (Grenzfall):
- Primärenergiebedarf: 55% Referenzgebäude
- Höhere Heizlast 25-35 W/m² erfordert größere Dimensionierung
- Risiko Leistungs-Überforderung bei Extrem-Temperaturen
Ausschluss-Kriterien: Wann Abluft-Wärmepumpe fundamental versagt
Absolut ungeeignete Gebäude-Typen:
- Unsanierte Altbauten pre-1980:
- Heizlast >100 W/m² oder 15-25 kW Gesamt-Bedarf
- U-Werte >1,0 W/(m²K) Außenwände ohne Dämmung
- n50-Werte >5 h⁻¹ durch undichte Fenster und Fugen
- Vorlauftemperatur-Anforderung >60°C alte Heizkörper
- Gebäude ohne KWL-Infrastruktur:
- Nachrüstung 8.000-15.000 EUR mit Wand-Durchbrüchen
- Abgehängte Decken erforderlich (Raumhöhe-Verlust 15-30 cm)
- Bewohnte Gebäude: Installation-Störung 3-5 Wochen
- Sichtbare Kanal-Führung bei begrenzter Decken-Höhe
- Fenster-Lüftungs-Präferenz:
- Offene Fenster reduzieren Abluft-Volumenstrom zur Wärmepumpe
- Bypass der KWL-Anlage erhöht Lüftungswärmeverluste auf 40-60%
- Unkontrollierte Außenluft-Zuführung untergräbt System-Konzept
- Große Wohnflächen >200 m²:
- Heizlast-Anforderung übersteigt 8 kW bei Standard-Dämmung
- Volumenstrom-Bedarf überschreitet hygienische 0,6 h⁻¹ Grenze
- Bivalente Ergänzung Gas/Pellets eliminiert Abluft-Vorteil
Praxis-Beispiele Eignung:
Geeignet - 120 m² Passivhaus Neubau:
- Heizlast: 1.200 Watt (10 W/m²)
- Volumenstrom: 150 m³/h (0,5 h⁻¹)
- Vorlauftemperatur: 32°C Fußbodenheizung
- JAZ-Erwartung: 4,5
- System-Kosten: 15.000 EUR, nach Förderung 9.750 EUR
Grenzfall - 180 m² KfW40 Neubau:
- Heizlast: 3.600 Watt (20 W/m²)
- Volumenstrom: 225 m³/h (0,5 h⁻¹)
- Vorlauftemperatur: 38°C Fußbodenheizung
- JAZ-Erwartung: 4,0
- System-Kosten: 20.000 EUR, nach Förderung 13.000 EUR
- Risiko: Leistungs-Defizit bei <-12°C (Heizstab-Aktivierung)
Ungeeignet - 200 m² Altbau 1970 teilsaniert:
- Heizlast: 12.000 Watt (60 W/m²)
- Volumenstrom-Bedarf: >600 m³/h (unmöglich)
- Vorlauftemperatur: 55°C alte Heizkörper
- Alternative: Luft-Wasser-Wärmepumpe 12-16 kW
Mehrfamilienhäuser: Zentrale Abluft-Systeme skalieren
Die Mehrfamilienhäuser mit zentraler Abluft-Führung skalieren System-Konzept auf 50-400 kW Gesamt-Heizleistung durch Kaskaden-Schaltung mehrerer Wärmepumpen-Einheiten.
NIBE AirSite-System Beispiel:
| Konfiguration | Anzahl Einheiten | Leistung gesamt | Wohneinheiten | Vorlauftemperatur |
|---|---|---|---|---|
| Klein | 2-3 Module | 24-36 kW | 8-12 WE | bis 65°C |
| Mittel | 4-6 Module | 48-72 kW | 16-24 WE | bis 65°C |
| Groß | 8-12 Module | 96-144 kW | 32-48 WE | bis 65°C |
| Maximum | bis 33 Module | bis 405 kW | bis 135 WE | bis 65°C |
Die zentrale Abluft-Sammlung aus allen Wohneinheiten generiert 2.000-8.000 m³/h Volumenstrom für ausreichende Wärmequelle auch bei großen Leistungs-Anforderungen. Die Inverter-gesteuerten Verdichter und optimierte Wärmetauscher-Geometrie erreichen JAZ 3,8-4,2 trotz höherer Vorlauftemperatur 55-65°C für gemischte Heizkörper/Fußbodenheizung-Systeme.
Bieten Abluft-Wärmepumpen Kühlung und Smart-Grid-Funktionen?
Moderne Abluft-Wärmepumpen 2026 integrieren reversiblen Betrieb zur aktiven Gebäude-Kühlung und Smart-Grid-Ready-Schnittstellen für PV-Überschuss-Verwertung.
Aktive Sommer-Kühlung: Reversibel über Fußbodenheizung
Die reversible Abluft-Wärmepumpe bietet aktive Gebäude-Kühlung über Fußbodenheizung als Flächenkühlung mit 20-60 Watt pro Quadratmeter Kühlleistung bei 16-18°C Vorlauftemperatur.
Kühl-Funktion technisch:
| Parameter | Heiz-Modus | Kühl-Modus | Funktions-Änderung |
|---|---|---|---|
| Wärmequelle | Abluft 20°C | Heizkreis-Wasser 22°C | Umkehrung |
| Wärmesenke | Heizkreis 35-55°C | Abluft 28-32°C | Umkehrung |
| Kältekreis-Richtung | Normal | Reversiert | 4-Wege-Ventil |
| Leistung | 4-8 kW Heizleistung | 1-3 kW Kühlleistung | Volumenstrom-limitiert |
| EER (Kühl-Effizienz) | - | 3,0-4,5 | Niedriger Hub |
| Vorlauftemperatur | 32-55°C | 16-18°C | Taupunkt-Grenze |
Die Umkehrung des Kältekreislaufs entzieht Wärme aus Heizkreis-Wasser und gibt sie an Abluft ab die mit 25-30°C Temperatur-Erhöhung ausgeblasen wird. Die maximale Kühlleistung limitiert auf 1-3 kW durch Abluft-Volumenstrom und zulässige Abluft-Temperatur unter 35°C zur Vermeidung Kanal-Überhitzung.
Kühlungs-Strategien kombiniert:
Passive Kühlung (kostenlos):
- Kühle Nachtluft 15-20°C zur Gebäude-Durchspülung
- Erhöhter Volumenstrom 300-600 m³/h ohne Wärmepumpen-Betrieb
- Raum-Temperatur-Reduktion 2-4 Kelvin bis morgens
- Thermische Trägheit Beton-Decken verzögert Tag-Aufheizung
Aktive Kühlung (ca. 50-150 EUR/Jahr):
- Wärmepumpen-Betrieb tagsüber bei >26°C Raum-Temperatur
- 200-600 kWh Kühl-Strombedarf für 600-2.400 kWh Kälte-Erzeugung
- EER 3,0-4,5 deutlich effizienter als mobile Klima-Geräte (EER 2,0-2,5)
- 30-60 Kühl-Tage pro Sommer in Deutschland
Die Kombination passive Nacht-Kühlung plus aktive Tag-Kühlung hält Raum-Temperatur unter 26°C während Sommer-Hitzeperioden mit 30-35°C Außentemperatur ohne separate Klima-Anlage.
PV-Integration und Eigenverbrauch: Smart-Grid-Ready 2026
Die Smart-Grid-Ready (SG-Ready) Schnittstelle ermöglicht Kommunikation zwischen Photovoltaik-Wechselrichter und Abluft-Wärmepumpe zur Überschuss-Verwertung mittags zwischen 10-16 Uhr.
PV-Überschuss-Verwertung Beispiel:
| Tageszeit | PV-Erzeugung | Haushalts-Last | Überschuss | Wärmepumpen-Aktion |
|---|---|---|---|---|
| 06:00-09:00 | 0,5-2,0 kW | 0,8-1,2 kW | 0 kW | Normal-Betrieb |
| 10:00-14:00 | 4,0-6,0 kW | 0,4-0,6 kW | 3,4-5,4 kW | Warmwasser-Boost 55-60°C |
| 15:00-18:00 | 2,0-4,0 kW | 0,6-1,0 kW | 1,0-3,0 kW | Speicher-Aufladung |
| 19:00-22:00 | 0-0,5 kW | 1,5-2,5 kW | 0 kW | Gespeicherte Wärme nutzen |
Eine 6-kWp-PV-Anlage erzeugt 2-5 kW Überschuss nach Abzug Haushalts-Grundlast 0,3-0,8 kW mittags. Die Abluft-Wärmepumpe mit 0,8-1,5 kW elektrischer Leistungsaufnahme konsumiert Überschuss und lädt Warmwasser-Speicher auf 55-60°C über Normal-Temperatur 50°C.
Eigenverbrauchs-Optimierung:
| Szenario | Eigenverbrauchsquote | Monetarisierter Vorteil | Jährliche Überschuss-Verwertung |
|---|---|---|---|
| Ohne Wärmepumpen-Integration | 30-35% | Basis | 0 kWh |
| Mit Smart-Grid-Steuerung | 50-65% | +18-22 Cent/kWh Differenz | 400-1.200 kWh |
| Zusatz-Einsparung jährlich | - | 8 Cent Einspeisung → 30 Cent vermieden | 72-264 EUR |
Die thermische Speicherung von 5-10 kWh zusätzlich im Warmwasser-Speicher vermeidet Netz-Bezug abends für Warmwasser-Bereitung. Die Eigenverbrauchs-Quote steigt von 30 auf 50-65% durch Wärmepumpen-Integration für monetarisierten Vorteil 18-22 Cent pro Kilowattstunde Differenz zwischen Einspeise-Vergütung 8 Cent und vermiedenem Netz-Bezug 30 Cent.
Dynamische Strom-Tarife zusätzlich:
Die dynamischen Strom-Tarife mit stündlich variablen Preisen zwischen 15-45 Cent pro Kilowattstunde optimieren Wärmepumpen-Betrieb auf günstige Nacht-Stunden unter 20 Cent und pausieren während teurer Mittags-Stunden über 35 Cent bei bewölktem Wetter ohne PV-Erzeugung.
Umsetzungs-Anforderung:
- Smart-Meter mit 15-Minuten-Auflösung
- API-Schnittstelle zur Wärmepumpen-Regelung
- Energie-Management-System: 500-1.500 EUR Hardware
- Service-Gebühr dynamischer Tarif: 10-20 EUR monatlich
- Ersparnis-Potenzial: 150-400 EUR jährlich versus Standard-Tarif
Welche Hersteller bieten welche Abluft-Wärmepumpen 2026?
Der deutsche Abluft-Wärmepumpen-Markt 2026 wird von etablierten Premiumherstellern und spezialisierten Lüftungstechnik-Anbietern dominiert.
Marktführer nach Technologie-Klasse
Premium-Segment mit Smart-Grid:
| Hersteller | Modell-Serie | Leistung | SCOP-Klasse | Smart-Grid | Preis-Niveau |
|---|---|---|---|---|---|
| NIBE | S735C, Fighter | 4-8 kW | A+++ (4,5-4,8) | SG-Ready | 9.000-12.000 EUR |
| Stiebel Eltron | LWZ 304/404 Trend | 3-6 kW | A+++ (4,2-4,5) | SG-Ready | 8.500-11.500 EUR |
| Dimplex | LA 60TU Plus | 4-7 kW | A++ (3,8-4,2) | Basis | 7.500-10.000 EUR |
| Aereco | AWN Connect | 3-5 kW | A+++ (4,3-4,6) | Cloud-basiert | 10.000-13.000 EUR |
Mittelklasse-Segment Standard:
| Hersteller | Modell-Serie | Leistung | SCOP-Klasse | Besonderheit | Preis-Niveau |
|---|---|---|---|---|---|
| Stiebel Eltron | LWZ 170 Plus | 2-4 kW | A++ (3,8-4,0) | Kompakt-Bauweise | 6.500-8.500 EUR |
| Nilan | Compact P Air | 3-6 kW | A++ (3,7-4,1) | Dänische Qualität | 7.000-9.500 EUR |
| Helios | easyControls KWL | 2-5 kW | A+ (3,5-3,8) | Fokus Lüftung | 5.500-7.500 EUR |
NIBE S735C: Smart-Grid-Champion mit Cloud-Integration
Die NIBE S735C repräsentiert technologische Speerspitze bei Abluft-Wärmepumpen durch vollständige IoT-Integration und selbstlernende Regelungs-Algorithmen.
Technische Alleinstellungs-Merkmale S735C:
- Inverter-Regelung: Stufenlose Modulation 1,5-8 kW statt Ein/Aus-Betrieb
- SCOP 4,7: Branchenführend bei 35°C Vorlauftemperatur
- SG-Ready Plus: Bidirektionale Kommunikation mit Energie-Management-Systemen
- Cloud-Regelung: NIBE Uplink für weltweiten Zugriff und Ferndiagnose
- Integrierter 300L Speicher: Warmwasser-Bereitung inklusive ohne separaten Tank
- Preis: 11.500-12.500 EUR Gerät, 18.000-22.000 EUR komplett installiert
NIBE Uplink Cloud-Funktionen:
- Smartphone-App iOS/Android für Regelung und Monitoring
- Automatische Software-Updates Over-the-Air
- Predictive Maintenance: Störungs-Vorhersage 4-8 Wochen voraus
- Energie-Verbrauchs-Statistik mit Effizienz-Optimierungs-Tipps
- Integration Smart Home (Google, Alexa, Apple HomeKit)
Stiebel Eltron LWZ: Integral-System deutscher Traditions-Hersteller
Stiebel Eltron positioniert LWZ-Serie als All-in-One-Lösung für Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasser in einem Kompakt-Gerät.
LWZ 304/404 Trend Spezifikation:
| Merkmal | LWZ 304 Trend | LWZ 404 Trend |
|---|---|---|
| Heizleistung | 3,5 kW | 5,0 kW |
| SCOP 35°C | 4,3 | 4,5 |
| Warmwasser-Speicher | 180 Liter | 300 Liter |
| Kühl-Funktion | Passiv + Aktiv | Passiv + Aktiv |
| KWL-Integration | Serienmäßig | Serienmäßig |
| Wärmerückgewinnung | 92% | 95% |
| Preis Gerät | 8.500 EUR | 10.500 EUR |
| Komplett-Installation | 14.000-17.000 EUR | 16.000-20.000 EUR |
Made in Germany Vorteil:
- Produktion Holzminden, Niedersachsen
- 5 Jahre Garantie bei Fachpartner-Wartung
- Ersatzteil-Verfügbarkeit 15+ Jahre garantiert
- Bundesweites Service-Netz 120+ Partner
Budget-Alternative: Dimplex LA Serie
Dimplex LA-Modelle bieten solide Basis-Technologie ohne Premium-Features für preisbewusste Käufer.
Kosten-Nutzen Dimplex LA 60TU:
| Kriterium | Dimplex LA 60TU | NIBE S735C | Differenz |
|---|---|---|---|
| Heizleistung | 6 kW | 7 kW | -14% |
| SCOP 35°C | 3,9 | 4,7 | -17% |
| Smart-Grid | Basis SG-Ready | Cloud-integriert | Funktions-Reduktion |
| Warmwasser-Speicher | Extern erforderlich | 300L integriert | +2.000 EUR |
| Preis Gerät | 7.500 EUR | 12.000 EUR | -37% |
| Komplett-Installation | 13.000-16.000 EUR | 18.000-22.000 EUR | -28% |
| 20-Jahre-Stromkosten | 13.800 EUR¹ | 12.100 EUR² | +1.700 EUR |
| Gesamt 20 Jahre | 26.800-29.800 EUR | 30.100-34.100 EUR | Break-Even Jahr 12 |
¹ 6.000 kWh ÷ JAZ 3,9 × 0,30 EUR/kWh × 20 Jahre
² 6.000 kWh ÷ JAZ 4,7 × 0,30 EUR/kWh × 20 Jahre
² 6.000 kWh ÷ JAZ 4,7 × 0,30 EUR/kWh × 20 Jahre
Die Dimplex-Ersparnis von 4.000-6.000 EUR initial kompensiert sich durch 1.700 EUR höhere Betriebs-Kosten über 20 Jahre – Break-Even nach 12 Jahren für Budget-bewusste ohne Smart-Grid-Anforderungen.
Fazit: Thermodynamischer Effizienz-Champion für Passivhaus-Nische
Die Abluft-Wärmepumpe etabliert sich als thermodynamisch überlegene Heiz-Lösung mit Jahresarbeitszahl 3,8-4,5 durch konstante Abluft-Quelle 18-24°C versus saisonale Außenluft-Variation minus 15 bis plus 35°C bei Luft-Wasser-Systemen mit JAZ 2,8-3,6. Die fundamentale Limitierung durch Volumenstrom-Abhängigkeit beschränkt maximale Heizleistung auf 1,5-8 kW und erzwingt Einsatz ausschließlich in hochgedämmten Passivhäusern oder KfW40-Gebäuden mit spezifischer Heizlast unter 10 Watt pro Quadratmeter.
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