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Gebläsekonvektor Wärmepumpe 2026: Nachrüsten, Kosten & Kaltwasser

11 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Niedertemperatur-Vorteil: Gebläsekonvektoren liefern volle Heizleistung bereits bei 35–45°C Vorlauftemperatur, klassische Radiatoren benötigen dafür oft 55–90°C.
  • Effizienzgewinn: Bei 35°C Vorlauf erreichen Wärmepumpen in Feldmessungen typischerweise eine Jahresarbeitszahl von rund 3,2–3,8, bei 50–55°C nur 2,5–3,0 – ein Effizienzvorteil von rund 30–35%.
  • Aktive Kühlung: Reversible Wärmepumpen versorgen Gebläsekonvektoren mit 7–12°C Kaltwasser und ermöglichen dadurch zusätzlich zur Kühlung eine Entfeuchtung der Raumluft.
  • Akustik als Schwachpunkt: Schalldruckpegel reichen je nach Hersteller und Betriebsstufe von rund 20–26 dB(A) im Flüstermodus bis 42–52 dB(A) im Maximalbetrieb.
  • Kosten: Geräte kosten in der Praxis meist 800–2.000 EUR pro Stück – eine typische Preisspanne, keine feste Regel.
  • Förderung 2026: Als Umfeldmaßnahme beim Wärmepumpen-Einbau über KfW 458 sind je nach Bonus-Kombination bis zu 70% Zuschuss möglich, als eigenständige Heizungsoptimierung über BEG EM nur 15–20%.
  • Wartung: Filter und Lamellen sollten mindestens jährlich, in staubintensiven Räumen halbjährlich gereinigt werden.

Was ist ein Gebläsekonvektor und wie funktioniert er mit einer Wärmepumpe?

Ein Gebläsekonvektor, auch Fan Coil genannt, ist ein wassergeführter Wärmetauscher mit Ventilator, der an den Heizkreis einer Wärmepumpe angeschlossen wird. Anders als ein klassischer Heizkörper, der Wärme überwiegend durch Strahlung und natürliche Konvektion abgibt, saugt der Ventilator gezielt Raumluft an und presst sie über einen Lamellen-Wärmetauscher aus Kupfer und Aluminium. Diese erzwungene Konvektion erhöht den Wärmeübergang deutlich gegenüber der natürlichen Luftbewegung an einem Radiator, sodass auch bei niedriger Vorlauftemperatur ausreichend Wärme in den Raum gelangt.
Ein typischer Volumenstrom von 100–400 m³/h je Gerät sorgt dafür, dass selbst bei einer Vorlauftemperatur von nur 35–45°C ausreichend Wärme übertragen wird – ein Niveau, das klassische Radiatoren erst bei 55–75°C erreichen. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto geringer die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizkreis und desto effizienter arbeitet der Kompressor der Wärmepumpe.
Rechenbeispiel: Bei einem Volumenstrom von 280 m³/h (0,078 m³/s), einer Luftdichte von 1,2 kg/m³ und einer Erwärmung der Luft von 20°C auf 32°C ergibt sich nach der Formel Q = ṁ · cp · ΔT eine Heizleistung von rund 1,13 kW. Ein klassischer Radiator müsste für dieselbe Leistung mit einer deutlich höheren Vorlauftemperatur betrieben werden, weil ihm die aktive Luftbewegung des Ventilators fehlt.

Warum verbessern Gebläsekonvektoren die Effizienz von Wärmepumpen im Altbau?

Heizkörper in Altbauten wurden vor 1990 häufig für Vorlauftemperaturen von 70–90°C ausgelegt, weil fossile Heizkessel hohe Systemtemperaturen problemlos liefern konnten. Seit den 1990er-Jahren sind viele Bestandsanlagen bereits auf niedrigere Temperaturen von etwa 55–70°C optimiert; wie hoch die tatsächliche Auslegungstemperatur eines konkreten Gebäudes ausfällt, hängt vom Baujahr, der Heizkörpergröße und früheren Sanierungen ab. Für eine Wärmepumpe ist dieser Unterschied entscheidend, denn ihr Wirkungsgrad sinkt mit wachsender Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Vorlauf (mehr dazu in der Jahresarbeitszahl-Übersicht).
Nach der Carnot-Theorie ergibt sich bei einer Außentemperatur von −7°C und 35°C Vorlauftemperatur ein theoretischer Höchst-COP von rund 7,3; real erreichen moderne Wärmepumpen davon einen COP von etwa 4,0, was sich im Jahresverlauf in einer Jahresarbeitszahl von rund 3,8 niederschlägt. Bei 55°C Vorlauf sinkt der theoretische Carnot-COP auf etwa 5,3, der praktische COP fällt auf rund 2,8 und die Jahresarbeitszahl auf etwa 2,6 – ein Effizienzverlust von rund 30 bis 35% gegenüber dem Niedertemperaturbetrieb.
VorlauftemperaturTypischer COP (A7)Typische JahresarbeitszahlEinordnung
35°C (Gebläsekonvektor-Bereich)5,2–5,52,8–3,5Niedertemperatur-Optimum
55°C (teilsanierter Altbau-Radiator)2,5–3,52,5–3,0Deutlich geringere Effizienz
Effizienzvorteil Niedertemperaturspürbar höher als bei 55°C VorlaufGebläsekonvektor im Vorteil

Wie funktioniert Kühlen und Kaltwasserbetrieb mit Gebläsekonvektoren?

Reversible Wärmepumpen kehren im Sommer den Kältekreis um und nutzen den Gebläsekonvektor als Kühl-Wärmetauscher. Dabei liefert die Wärmepumpe laut gängigen Produktdatenblättern ein Kaltwasser mit häufig rund 7–12°C Vorlauftemperatur, während die Rücklauftemperatur je nach Temperaturspreizung entsprechend höher liegt; der Ventilator presst warme, feuchte Raumluft über die kalten Lamellen. Dadurch sinkt nicht nur die Lufttemperatur (sensible Kühlung), sondern bei Unterschreitung der Taupunkttemperatur kondensiert zusätzlich Feuchtigkeit an der Lamellenoberfläche (latente Kühlung).
Beispiel: Raumluft mit 26°C und 65% relativer Luftfeuchtigkeit enthält etwa 15,8 Gramm Wasser pro Kilogramm Luft, die zugehörige Taupunkttemperatur liegt bei rund 18,6–18,8°C. Da die Lamellenoberfläche eines Gebläsekonvektors im Kühlbetrieb mit 7–12°C deutlich unter diesem Taupunkt liegt, kondensiert Feuchtigkeit direkt am Wärmetauscher und wird über eine Kondensatwanne abgeführt.
Eine reine Fußbodenkühlung wird oft mit Vorlauftemperaturen oberhalb des Taupunkts, häufig im Bereich von 18–20°C, betrieben, um Kondensation zu vermeiden; aktive Entfeuchtung ist dabei eine Frage der Systemauslegung und nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Wer zusätzlich entfeuchten möchte, kombiniert Flächenkühlung häufig mit einer entfeuchtenden Lüftungsanlage. Gebläsekonvektoren bringen die Entfeuchtung dagegen direkt am Gerät mit, weil ihre Lamellenoberfläche gezielt unter den Taupunkt gekühlt und das Kondensat unmittelbar abgeführt werden kann – ein praktischer Vorteil in schwülen Sommermonaten.
Für die Langlebigkeit ist ein fachgerechtes Kondensatmanagement wichtig: Je nach Einbausituation wird das Kondensat über eine Gefälle-Leitung mit ausreichendem Gefälle oder über eine Kondensatpumpe abgeführt, deren Förderhöhe je nach Hersteller und Einbausituation variiert. Kaltwasserführende Leitungen müssen diffusionsdicht gedämmt werden, da sie sonst unterhalb des Raum-Taupunkts Schwitzwasser bilden und Feuchteschäden verursachen können.

Wie lässt sich ein Gebläsekonvektor in eine bestehende Wärmepumpen-Anlage nachrüsten?

Seit dem 1. Januar 2024 gilt nach §71 Gebäudeenergiegesetz (GEG) grundsätzlich, dass neu eingebaute Heizungsanlagen mindestens 65% ihrer Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme decken müssen – diese Pflicht greift ab diesem Datum jedoch zunächst nur für Neubauten in Neubaugebieten. In Bestandsgebäuden und Neubauten in Baulücken gilt die 65-Prozent-Vorgabe erst nach den jeweiligen Fristen der kommunalen Wärmeplanung (in der Regel zum 30. Juni 2026 beziehungsweise 30. Juni 2028, je nach Gemeindegröße) oder früher nach Vorliegen eines kommunalen Wärmeplans; die konkreten Übergangsregeln ergeben sich aus §71 Abs. 8 sowie §§71i, 71j und 71l GEG. Fossile Heizkessel dürfen weiterlaufen und in vielen Fällen auch repariert werden; eine pauschale bundesweite Pflicht, sie bis 2045 zu ersetzen, gibt es in dieser Form nicht – maßgeblich ist stattdessen das gesetzliche Ziel, Heizungen zunehmend auf mindestens 65% erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme umzustellen, wobei konkrete Ausstiegsregeln je nach Brennstoffart und weiteren Gesetzen variieren. Wer im Zuge eines Heizungstauschs auf eine Wärmepumpe umsteigt, muss deshalb über niedrigere Systemtemperaturen nachdenken – Gebläsekonvektoren sind dafür neben Flächenheizungen und Niedertemperatur-Heizkörpern eine Option.

In 5 Schritten zur Nachrüstung

  • Heizlast & Bestandsaufnahme: Raumweise Heizlast ermitteln und bestehende Verrohrung, Anschlussgrößen und Vorlauftemperatur-Spektrum der Wärmepumpe prüfen.
  • Gerätedimensionierung: Volumenstrom und Heizleistung je Raum passend zur gewünschten, meist niedrigen Vorlauftemperatur der Wärmepumpe auswählen (Herstellerangaben oft bei rund 35°C-Auslegung, im Einzelfall abweichend).
  • Hydraulischer Abgleich: Durchflussmengen aller Heizkreise aufeinander abstimmen, damit alle Konvektoren gleichmäßig versorgt werden.
  • Kondensatmanagement einplanen: Bei geplanter Kühlfunktion Gefälle-Leitung oder Kondensatpumpe sowie diffusionsdichte Dämmung der Kaltwasserleitungen vorsehen.
  • Elektroanschluss & Inbetriebnahme: 230-V-Anschluss für den Ventilator legen und Regelung auf kontinuierliche Modulation statt Ein/Aus-Taktung einstellen.

Welche Hersteller und Modelle bieten Gebläsekonvektoren für Wärmepumpen?

Der Markt ist zwischen klassischen Heizungsbauern und Klimatechnik-Spezialisten aufgeteilt. Während Vaillant und Viessmann ihre Gebläsekonvektoren eng mit den eigenen Wärmepumpen-Serien verzahnen, positionieren Daikin und Kampmann ihre Modelle stärker über Akustik, Design und Hygienezertifizierung. Die folgende Übersicht zeigt typische Datenblattwerte – reale Werte variieren je nach Baugröße und Betriebsstufe.
Hersteller / SerieSchalldruckpegel minimalSchalldruckpegel maximalHeiz-/Kühlleistung (Beispielwerte)
Daikin Altherma HPC (FWXV)im leisen Bereich üblich (Herstellerangaben, modellabhängig)im Maximalbetrieb deutlich hörbarvariiert je nach Baugröße und Betriebspunkt – Herstellerdatenblatt beachten
Vaillant aroVAIR pro CNim leisen Bereich üblich (Herstellerangaben, modellabhängig)im Maximalbetrieb deutlich hörbarNennleistung variiert je nach Baugröße – Herstellerdatenblatt beachten
Viessmann Bi2 SLR AIR (Typ 600)im leisen Bereich üblich (Herstellerangaben, modellabhängig)im Maximalbetrieb deutlich hörbarvariiert je nach Betriebspunkt (statisch/Gebläsebetrieb) – Herstellerdatenblatt beachten
Kampmann Venkonleise bei niedrigem Volumenstromdeutlich lauter bei hoher LuftleistungVDI-6022-zertifiziert, gewerblicher Einsatz

Welches Modell passt zu welchem Einsatzzweck?

  • Daikin Altherma HPC: leisester Flüstermodus und schlankes Gehäuse – geeignet für Büros und ruheempfindliche Räume.
  • Vaillant aroVAIR pro: enge Systemintegration mit aroTHERM-Wärmepumpen und großes Servicenetz – solide Wahl für Altbau-Sanierungen.
  • Viessmann Bi2 SLR AIR: Hybrid aus Strahlungsplatte und Gebläse – nachts lautloser Statikbetrieb, tagsüber schnelle Turbo-Aufheizung.
  • Kampmann Venkon: VDI-6022-zertifiziert und BACnet/Modbus-fähig – vor allem für Gewerbeobjekte mit Hygieneanforderungen relevant.

Wie laut sind Gebläsekonvektoren und wo lohnt sich der Einsatz?

Zur Einordnung der Schalldruckpegel hilft ein Vergleich mit Alltagsgeräuschen, wobei diese Vergleiche nur grobe Anhaltspunkte liefern und nicht als exakte, standardisierte Entsprechungen zu verstehen sind: 20 dB(A) werden häufig mit Blätterrauschen verglichen, 30 dB(A) etwa mit einem Flüstern aus einem Meter Abstand, 40 dB(A) mit einem laufenden Kühlschrank und 50 dB(A) mit einer normalen Unterhaltung. Die im Flüstermodus erreichten 20–26 dB(A) moderner Gebläsekonvektoren liegen damit im sehr leisen Bereich, im Maximalbetrieb nähern sich manche Modelle jedoch der Lautstärke eines Kühlschranks oder darüber an.
Entscheidend für die gefühlte Störung ist neben dem reinen Dezibel-Wert vor allem die Kontinuität: Ein Gerät, das ständig mit niedrigem Pegel läuft, wird meist als weniger störend empfunden als eines, das alle paar Minuten ein- und ausschaltet. Geräte mit stufenlos modulierendem EC-Ventilator – etwa bei Daikin und Kampmann – passen die Drehzahl kontinuierlich an den Wärmebedarf an, statt zwischen Ein und Aus zu takten, was nächtliche Aufwach-Reize deutlich reduziert.

Raumspezifische Eignung

  • Schlafzimmer: nur mit Flüstermodus und kontinuierlicher Modulation empfehlenswert, individuelle Geräuschempfindlichkeit entscheidet.
  • Wohnzimmer/Büro: gut geeignet, Normalbetrieb wird im Alltag meist als Hintergrundgeräusch wahrgenommen.
  • Badezimmer: unkritisch, da meist nur kurzzeitig im Turbobetrieb genutzt.
  • Hybrid-Geräte wie Viessmann Bi2 SLR: ermöglichen nachts einen lautlosen Statikbetrieb ohne Gebläse.

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Was kosten Gebläsekonvektoren und wie hoch ist die Förderung 2026?

Gebläsekonvektoren kosten in der Praxis je nach Ausstattung, Leistungsklasse und Hersteller sehr unterschiedlich – verlässliche allgemeine Preisspannen lassen sich kaum benennen, da die Marktpreise stark streuen. Für ein Rechenbeispiel mit acht Geräten in einem Einfamilienhaus lassen sich die Investitionskosten dennoch grob abschätzen.
KostenpositionBetrag (Rechenbeispiel, 8 Geräte)
8× Gebläsekonvektoren (Ø ca. 1.300 EUR/Gerät)10.400 EUR
Installation + Elektroanschlüsse3.200 EUR
Wärmepumpe Luft 12 kW14.000 EUR
Installation Wärmepumpe + Hydraulik4.500 EUR
Gesamtinvestition (Beispielrechnung, keine Marktgarantie)32.100 EUR
Wichtig: Die häufig genannten „bis zu 70% Förderung“ beziehen sich nicht auf einen pauschalen Fördersatz speziell für Gebläsekonvektoren, sondern auf die maximale kombinierte Förderquote des KfW-Programms 458 für den Einbau einer neuen Wärmepumpe. Diese setzt sich aus einer Grundförderung von 30% sowie zusätzlichen Boni – etwa Effizienzbonus, Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus – zusammen und kann in Summe bis zu 70% erreichen; notwendige Umfeldmaßnahmen wie der Einbau von Gebläsekonvektoren werden dabei mitgefördert, wenn sie im Zusammenhang mit dem Wärmepumpen-Einbau stehen. Wer Gebläsekonvektoren dagegen ohne gleichzeitigen Wärmepumpentausch nachrüstet, kann die BEG-Einzelmaßnahmen-Förderung für die Heizungsoptimierung nutzen: Diese bezuschusst 15% der Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) zusätzlich 5 Prozentpunkte – befristet bis Ende 2030 und mit einer Kostenobergrenze von 60.000 EUR pro Wohneinheit beziehungsweise 600.000 EUR pro Wohngebäude.
FörderwegFördersatzZuschuss (Rechenbeispiel 32.100 EUR)Eigenanteil
KfW 458 – Grundförderung ohne Boni30%9.630 EUR22.470 EUR (sofern die vollen 32.100 EUR förderfähig sind)
KfW 458 – mit allen Boni (max.)bis 70%22.470 EUR9.630 EUR (sofern die vollen 32.100 EUR förderfähig sind)
BEG EM – Konvektoren als eigenständige Optimierung (13.600 EUR Basis)15–20%2.040–2.720 EUR10.880–11.560 EUR

Wie viel Wartung benötigen Gebläsekonvektoren?

Filterverschmutzung kann den Luftdurchsatz spürbar reduzieren, weshalb Filter und Lamellen-Wärmetauscher regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden sollten; eine mindestens jährliche Reinigung ist plausibel, in staubigen Umgebungen wie Werkstätten oder bei Allergiker-Haushalten kann eine häufigere Reinigung sinnvoll sein, eine feste Vorgabe dafür existiert jedoch nicht. Die Kondensatwanne sollte regelmäßig desinfiziert werden, da stehendes Wasser Biofilm- und Legionellenrisiken begünstigt; gewerbliche Anlagen unterliegen zusätzlich der VDI 6022, die eine jährliche Inspektion durch eine Fachfirma sowie eine mehrjährige Dokumentationspflicht vorschreibt.
Die jährlichen Wartungskosten hängen stark von Gerätezahl, Zugänglichkeit und Anbieter ab: Bei Eigenleistung (Filterwechsel, Kondensatwannen-Reinigung) fallen in der Regel nur geringe Materialkosten an, während die Beauftragung einer Fachfirma je Gerät und Jahr deutlich teurer ist. Für einen Acht-Geräte-Haushalt ergibt sich daraus insgesamt eine entsprechend höhere Summe, wenn die Wartung vollständig fremdvergeben wird, verglichen mit überwiegender Eigenleistung.
Defekt-KategorieHäufigkeit erste 5 Jahre (Erfahrungswert)Typisches AlterReparaturkosten
Ventilator-Ausfalleher selten, aber möglichmeist nach einigen Betriebsjahrenmoderate Reparaturkosten
Kondensatwanne Überlaufvergleichsweise häufigere Fehlerquelleoft schon in den ersten Betriebsjahrenüberschaubare Reparaturkosten
Regelungs-Elektronikseltenermittlerer Nutzungszeitraumhöhere Reparaturkosten
Wärmetauscher-Leckageselteneher spät im Lebenszyklusvergleichsweise hohe Reparaturkosten
Filterhalterung-Bruchhäufiger, aber unkritischfrüh im Betrieb möglichgeringe Reparaturkosten

Häufige Fragen zu Gebläsekonvektoren

Kann man Gebläsekonvektoren mit jeder Wärmepumpe kombinieren?

Grundsätzlich lässt sich ein Gebläsekonvektor an jede wasserführende Wärmepumpe anschließen – ob Luft-Wasser-, Erdwärme- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe – solange Vorlauf und Rücklauf hydraulisch verbunden werden können. Für die aktive Kühlfunktion ist zusätzlich eine reversible Wärmepumpe mit Kühlbetrieb notwendig; die entsprechenden Kaltwassertemperaturen sind im Abschnitt zum Kühlbetrieb beschrieben.

Sind Gebläsekonvektoren für Allergiker geeignet?

Der aktive Luftstrom kann Staub und Pollen aufwirbeln, weshalb eine regelmäßige Filterreinigung besonders wichtig ist. Ohne konsequente Filterpflege kann sich die Belastung für Allergiker verschlechtern, mit sauberen Filtern ist der Betrieb in der Regel unproblematisch.

Wie unterscheiden sich Gebläsekonvektoren von Wärmepumpenheizkörpern?

Klassische Wärmepumpenheizkörper sind meist vergrößerte, statische Flächenheizkörper ohne Ventilator, die bei niedriger Vorlauftemperatur durch mehr Heizfläche kompensieren. Gebläsekonvektoren erreichen dieselbe Leistung kompakter, benötigen dafür aber einen Stromanschluss für den Ventilator und erzeugen im Betrieb Geräusche.

Wie viel Platz benötigt ein Gebläsekonvektor?

Schlanke Wandgeräte wie die Daikin FWXV-Serie sind rund 135 mm tief und passen oft vor Fensterbrüstungen, während Truhengeräte für Boden- oder Deckenmontage konstruktionsbedingt etwas voluminöser ausfallen.

Ist eine Nachrüstung ohne Kernsanierung möglich?

Ja – im Gegensatz zur Fußbodenheizung erfordert die Montage eines Gebläsekonvektors keinen Estrich-Umbau. Geräte werden an Wand oder Decke montiert und an die vorhandene Heizungsverrohrung angeschlossen, was besonders bei denkmalgeschützten oder vermieteten Objekten praktisch ist.

Benötigt ein Gebläsekonvektor einen eigenen Stromanschluss?

Ja, für den Ventilator ist zusätzlich zur wasserführenden Anbindung an den Heizkreis ein 230-V-Anschluss notwendig; die Leistungsaufnahme moderner EC-Ventilatoren liegt je nach Drehzahl meist im niedrigen einstelligen bis mittleren zweistelligen Watt-Bereich.

Für wen lohnen sich Gebläsekonvektoren?

Gebläsekonvektoren sind vor allem dort sinnvoll, wo eine Fußbodenheizung baulich nicht realisierbar oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, aber trotzdem niedrige Vorlauftemperaturen für eine effiziente Wärmepumpe erreicht werden sollen. Sie kombinieren schnelle Regelbarkeit mit optionaler aktiver Kühlung, erfordern dafür aber Kompromisse bei Akustik und Wartungsaufwand.

Gebläsekonvektoren empfehlenswert für...

  • Altbau-Sanierer, die eine Fußbodenheizung aus baulichen Gründen (Statik, Denkmalschutz, Mietverhältnis) nicht realisieren können.
  • Haushalte mit Wunsch nach aktiver Kühlung und Entfeuchtung im Sommer.
  • Räume mit Bedarf an schneller Aufheizung, etwa Büros oder Bäder mit intermittierendem Betrieb.
  • Budgetbewusste Nachrüstprojekte, bei denen die niedrigere Anfangsinvestition wichtiger ist als die langfristige Gesamtkostenbilanz.

Eher ungeeignet für...

  • Schlafzimmer als alleinige Hauptheizquelle bei hoher Geräuschempfindlichkeit.
  • Allergiker-Haushalte ohne Bereitschaft zur konsequenten Filterpflege.
  • Neubauten, in denen eine Fußbodenheizung ohnehin geplant ist und ein langfristiger Kostenvorteil im Vordergrund steht.
Wer im Altbau eine Wärmepumpe ohne kostspieligen Fußbodenheizungs-Umbau nachrüsten möchte, findet in Gebläsekonvektoren eine praxiserprobte Lösung – vorausgesetzt, Akustik und Wartung werden von Anfang an mitgeplant und die Förderung über den passenden Weg, KfW 458 oder BEG EM, korrekt beantragt wird.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen