Thermodynamik Wärmepumpen: Carnot, COP-Berechnung & JAZ
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Das Wichtigste in Kürze:
- Erster Hauptsatz Energieerhaltung: Wärme Q + Arbeit W = Änderung innere Energie ΔU – Wärmepumpen wandeln elektrische Arbeit + Umweltwärme in Heizwärme, COP = Q_Heizung / W_elektrisch typisch 3,0-5,0 (300-500% "Wirkungsgrad")
- Zweiter Hauptsatz begrenzt Effizienz: Carnot-Wirkungsgrad η_C = (T_hoch - T_niedrig) / T_hoch zeigt theoretisches Maximum – reale Wärmepumpen erreichen 50-65% Carnot-Effizienz, Niedertemperatur-Systeme 35°C Vorlauf übertreffen 70°C Hochtemperatur um 35-54%
- Joule-Thomson-Effekt Expansionsventil: Gas-Expansion durch Drossel verursacht Temperatur-Abfall durch molekulare Anziehungskräfte – Kältemittel kühlt von +40°C auf -10°C ab, ermöglicht Verdampfung bei niedrigen Temperaturen
- JAZ versus COP Unterschied kritisch: COP momentaner Betriebspunkt Labor-Bedingungen, JAZ (Jahresarbeitszahl) realer Durchschnitt 12 Monate Gebäudebetrieb – Differenz 0,5-1,5 Punkte durch Teillast, Abtau-Zyklen, Hilfsstrom-Verbrauch
- §14a EnWG Netzentgelt-Rabatt 110-190 EUR/Jahr: Steuerbare Wärmepumpen >4,2 kW ab 01.01.2024 Pflicht, Netzbetreiber darf dimmen (nicht abschalten!), Mindest-Leistung 4,2 kW garantiert Frostschutz + Warmwasser
- Gibbs-Energie ΔG bestimmt Prozess-Richtung: ΔG = ΔH - T·ΔS entscheidet Spontaneität chemische Reaktionen (Kältemittel-Phasenübergänge), ΔG<0 exergonisch läuft spontan, ΔG>0 endergonisch benötigt Energie-Zufuhr
- Gebläsekonvektoren optimieren Wärmeübergang: Erzwungene Konvektion α=40-80 W/(m²K) versus natürliche Konvektion α=8-12 W/(m²K), Vorlauftemperatur 35-45°C ausreichend, JAZ-Steigerung 5-15% versus Radiatoren 70°C
Thermodynamik bildet physikalisches Fundament Wärmepumpentechnologie – Vier Hauptsätze definieren Energie-Umwandlung Grenzen: Nullter Hauptsatz etabliert Temperatur transitive Relation (Thermometer-Prinzip), Erster Hauptsatz postuliert Energieerhaltung dU=δQ+δW (innere Energie U Zustandsgröße), Zweiter Hauptsatz begrenzt Wärme-Arbeit-Umwandlung durch Entropie-Zunahme (Carnot-Wirkungsgrad theoretisches Maximum), Dritter Hauptsatz definiert Unerreichbarkeit absoluter Nullpunkt 0 K. Wärmepumpen-Effizienz COP = Q_Heizung / W_elektrisch typisch 3,0-5,0 bedeutet 300-500% "Wirkungsgrad" versus fossile Kessel 90-95%, aber Zweiter Hauptsatz limitiert: Carnot-COP_max = T_hoch/(T_hoch-T_niedrig) zeigt Temperatur-Differenz kritisch – 35°C Vorlauf Niedertemperatur-System erreicht COP 3,5-4,0 versus 70°C Hochtemperatur nur 2,2-2,6 (Effizienz-Gewinn 35-54%). Kältekreislauf-Komponenten realisieren thermodynamische Prozesse: Verdampfung Umweltwärme-Aufnahme (Phasenübergang flüssig→gasförmig), Verdichtung Kompressor erhöht Druck+Temperatur (Arbeit-Zufuhr elektrisch), Verflüssigung Wärme-Abgabe Heizkreis (Kondensation gasförmig→flüssig), Expansion Joule-Thomson-Effekt senkt Temperatur durch Drossel. JAZ (Jahresarbeitszahl) unterscheidet von Labor-COP durch Realbedingungen: Teillast-Betrieb (Wärmepumpe läuft nicht kontinuierlich Volllast), Abtau-Zyklen Luft-Wasser-WP verbrauchen Energie ohne Heizleistung, Hilfsstrom Umwälzpumpen/Steuerung nicht in COP enthalten, Außentemperatur-Variation über Heizperiode -15°C bis +15°C beeinflusst Effizienz. §14a EnWG Reform 01.01.2024 verpflichtet steuerbare Verbrauchseinrichtungen >4,2 kW, Netzbetreiber darf kritische Netzsituationen dimmen (früher Komplett-Abschaltung Sperrzeiten), Gegenleistung Netzentgelt-Reduzierung Modul 1 pauschale 110-190 EUR/Jahr oder Modul 2 prozentual 60% Arbeitspreis-Reduktion (lohnt ab 3.000+ kWh Verbrauch). Gebläsekonvektoren verbessern Wärmeabgabe Niedertemperatur-Systeme: Erzwungene Konvektion Ventilator-getrieben steigert Wärmeübergangskoeffizient α Faktor 3-5 versus passive Radiatoren, 35-45°C Vorlauftemperatur ausreichend volle Heizleistung (Radiatoren benötigen 70°C identische Leistung), aktive Kühlung reversibel möglich mit Entfeuchtung Kondensatwanne (passive Kühlung Fußbodenheizung limitiert >18°C Taupunkt).
Warum definieren vier Hauptsätze Thermodynamik alle Energie-Umwandlungs-Grenzen?
Thermodynamik basiert auf vier universellen Erfahrungs-Sätzen nicht herleitbar aus fundamentaleren Gesetzen – etablieren Temperatur-Konzept, Energieerhaltung, Irreversibilität, absoluten Nullpunkt.
Nullter Hauptsatz: Transitive Relation Temperatur
Historische Formulierung:
Zwei Systeme im thermischen Gleichgewicht mit drittem System befinden sich auch untereinander im Gleichgewicht.
Mathematische Konsequenz:
Wenn System A Temperatur T_A = T_C (Thermometer C)
Und System B Temperatur T_B = T_C (Thermometer C)
Dann folgt: T_A = T_B (A und B im Gleichgewicht)
Und System B Temperatur T_B = T_C (Thermometer C)
Dann folgt: T_A = T_B (A und B im Gleichgewicht)
Praktische Bedeutung Wärmepumpen:
- Thermometer misst Vorlauftemperatur Heizkreis (z.B. 35°C)
- Identische Temperatur-Anzeige bedeutet kein Wärmefluss zwischen Medium + Sensor
- Transitivität ermöglicht Kalibrierung Temperatur-Fühler (PT100, NTC)
Ohne Nullten Hauptsatz:
❌ Keine eindeutige Temperatur-Definition möglich
❌ Thermometer-Messung bedeutungslos
❌ Carnot-Wirkungsgrad nicht berechenbar
❌ Thermometer-Messung bedeutungslos
❌ Carnot-Wirkungsgrad nicht berechenbar
Erster Hauptsatz: Energieerhaltung dU = δQ + δW
Fundamentale Gleichung geschlossene Systeme:
$$dU = \delta Q + \delta W$$
Wo:
- U = Innere Energie (Zustandsgröße)
- Q = Wärme (Prozessgröße, Vorzeichen: +zugeführt, -abgeführt)
- W = Arbeit (Prozessgröße, Vorzeichen: +System geleistet, -System verrichtet)
Kritischer Unterschied Zustandsgröße versus Prozessgröße:
Zustandsgröße U:
- Hängt nur ab von Zustand (Temperatur, Druck, Volumen)
- Weg-unabhängig: ΔU identisch egal welcher Prozess A→B
- Mathematisch exakte Differentiale
Prozessgröße Q, W:
- Hängt ab von Prozess-Verlauf (wie System von A→B gelangt)
- Weg-abhängig: δQ, δW unterschiedlich je nach Prozess
- Mathematisch inexakte Differentiale (daher δ nicht d)
Anwendung Wärmepumpen-Kompressor:
Zustandsänderung Kältemittel:
Eingang Kompressor: Gasförmig, 5°C, 4 bar
Ausgang Kompressor: Gasförmig, 65°C, 18 bar
Innere Energie-Änderung:
ΔU = U_aus - U_ein = f(T,p)
Energiebilanz Kompressor:
ΔU = δQ_Kühlverlust + W_elektrisch
Typische Werte:
W_elektrisch = +2.500 W (Kompressor-Leistung)
δQ_Kühlverlust = -300 W (Wärmeabgabe Gehäuse)
→ ΔU = +2.200 W (innere Energie Kältemittel steigt)
Eingang Kompressor: Gasförmig, 5°C, 4 bar
Ausgang Kompressor: Gasförmig, 65°C, 18 bar
Innere Energie-Änderung:
ΔU = U_aus - U_ein = f(T,p)
Energiebilanz Kompressor:
ΔU = δQ_Kühlverlust + W_elektrisch
Typische Werte:
W_elektrisch = +2.500 W (Kompressor-Leistung)
δQ_Kühlverlust = -300 W (Wärmeabgabe Gehäuse)
→ ΔU = +2.200 W (innere Energie Kältemittel steigt)
Offene Systeme (technische Prozesse):
Erster Hauptsatz erweitert durch Massenstrom ṁ:
$$\dot{Q} + \dot{W} = \dot{m} \cdot (h_{aus} - h_{ein}) + \frac{1},{2} \dot{m} \cdot (v_{aus}^2 - v_{ein}^2) + \dot{m} \cdot g \cdot (z_{aus} - z_{ein})$$
Wo:
- h = Spezifische Enthalpie [kJ/kg]
- v = Geschwindigkeit [m/s] (meist vernachlässigbar)
- z = Höhe [m] (meist vernachlässigbar)
Vereinfacht Wärmepumpe:
$$\dot{Q}_{Heizung} = \dot{m}_{Kältemittel} \cdot (h_{Verflüssiger,ein} - h_{Verflüssiger,aus})$$
Beispiel Verflüssiger (Wärmetauscher Heizkreis):
- Massenstrom Kältemittel: ṁ = 0,08 kg/s
- Enthalpie Eingang (Gasförmig, 65°C): h_ein = 450 kJ/kg
- Enthalpie Ausgang (Flüssig, 40°C): h_aus = 250 kJ/kg
- Heizleistung: Q̇ = 0,08 kg/s × (450-250) kJ/kg = 16 kW ✅
Zweiter Hauptsatz: Entropie S und Irreversibilität
Clausius-Formulierung (thermodynamisch):
Wärme kann niemals von selbst (ohne äußere Arbeit) von kälterem zu wärmerem Körper übergehen.
Kelvin-Planck-Formulierung (maschinentechnisch):
Unmöglich, periodisch arbeitende Maschine zu konstruieren, die nichts anderes bewirkt als Wärme-Entnahme aus Reservoir + vollständige Umwandlung in Arbeit.
Entropie S als Maß Irreversibilität:
$$dS \geq \frac{\delta Q_{rev}},{T}$$
Gleichheitszeichen: Reversibler Prozess (idealisiert, nicht real erreichbar)
Ungleichheitszeichen: Irreversibler Prozess (alle realen Prozesse!)
Ungleichheitszeichen: Irreversibler Prozess (alle realen Prozesse!)
Entropie-Zunahme Universum:
Für abgeschlossenes System (kein Austausch Energie/Materie):
$$\Delta S_{Universum} = \Delta S_{System} + \Delta S_{Umgebung} \geq 0$$
Bedeutung:
- ΔS > 0: Spontaner, irreversibler Prozess
- ΔS = 0: Reversibler Prozess (theoretisches Ideal)
- ΔS < 0: Unmöglich (Zweiter Hauptsatz verletzt!)
Anwendung Wärmepumpe:
Wärmepumpe entzieht Außenluft -5°C Wärme + gibt ab an Heizkreis 35°C:
System: Wärmepumpe
Reservoir kalt: Außenluft T_kalt = 268 K (-5°C)
Reservoir warm: Heizkreis T_warm = 308 K (35°C)
Wärmefluss natürlich (Zweiter Hauptsatz):
Warm → Kalt (spontan, ΔS_Universum > 0)
Wärmepumpe erzwingt umgekehrten Fluss:
Kalt → Warm (NICHT spontan!)
Möglich nur durch Arbeit-Zufuhr W_elektrisch!
Entropie-Bilanz:
ΔS_Kalt = -Q_Quelle / T_kalt (Entropie-Abnahme Außenluft)
ΔS_Warm = +Q_Heizung / T_warm (Entropie-Zunahme Heizkreis)
ΔS_Arbeit = Dissipation Kompressor/Reibung
Zweiter Hauptsatz erzwingt:
ΔS_Gesamt = ΔS_Warm + ΔS_Kalt + ΔS_Arbeit ≥ 0
Reservoir kalt: Außenluft T_kalt = 268 K (-5°C)
Reservoir warm: Heizkreis T_warm = 308 K (35°C)
Wärmefluss natürlich (Zweiter Hauptsatz):
Warm → Kalt (spontan, ΔS_Universum > 0)
Wärmepumpe erzwingt umgekehrten Fluss:
Kalt → Warm (NICHT spontan!)
Möglich nur durch Arbeit-Zufuhr W_elektrisch!
Entropie-Bilanz:
ΔS_Kalt = -Q_Quelle / T_kalt (Entropie-Abnahme Außenluft)
ΔS_Warm = +Q_Heizung / T_warm (Entropie-Zunahme Heizkreis)
ΔS_Arbeit = Dissipation Kompressor/Reibung
Zweiter Hauptsatz erzwingt:
ΔS_Gesamt = ΔS_Warm + ΔS_Kalt + ΔS_Arbeit ≥ 0
Carnot-Wirkungsgrad theoretisches Maximum:
Ideale Wärmekraftmaschine (reversibel) zwischen T_hoch und T_niedrig:
$$\eta_{Carnot} = 1 - \frac{T_{niedrig}},{T_{hoch}}$$
Carnot-COP Wärmepumpe (Kehrwert):
$$COP_{Carnot} = \frac{T_{hoch}},{T_{hoch} - T_{niedrig}}$$
Beispiel-Rechnung Luft-Wasser-Wärmepumpe Winter:
Szenario 1 - Niedertemperatur-System 35°C Vorlauf:
- T_hoch = 35°C + 273 = 308 K (Heizkreis-Vorlauf)
- T_niedrig = -7°C + 273 = 266 K (Außenluft Verdampfer)
- COP_Carnot = 308 / (308-266) = 308 / 42 = 7,33 (theoretisch)
Reale Wärmepumpe erreicht 50-65% Carnot:
- COP_real = 0,55 × 7,33 = 4,03 ✅ (typisch Praxis)
Szenario 2 - Hochtemperatur-System 70°C Vorlauf (Altbau Radiatoren):
- T_hoch = 70°C + 273 = 343 K
- T_niedrig = -7°C + 273 = 266 K
- COP_Carnot = 343 / (343-266) = 343 / 77 = 4,45
Reale Wärmepumpe:
- COP_real = 0,55 × 4,45 = 2,45 ❌ (deutlich schlechter!)
Effizienz-Vergleich:
| Vorlauftemperatur | Carnot-COP | Real-COP (55%) | JAZ geschätzt | Verbesserung |
|---|---|---|---|---|
| 35°C (Niedertemperatur) | 7,33 | 4,03 | 3,8 | Referenz |
| 45°C (moderat) | 5,92 | 3,26 | 3,1 | -18% |
| 55°C (Standard-Radiator) | 5,05 | 2,78 | 2,6 | -32% |
| 70°C (Hochtemperatur) | 4,45 | 2,45 | 2,3 | -39% |
Kernaussage Zweiter Hauptsatz:
✅ Temperatur-Differenz minimieren = Effizienz maximieren
✅ Niedertemperatur-Systeme (Fußbodenheizung, Gebläsekonvektoren 35-45°C) physikalisch überlegen
✅ Altbau-Radiatoren 70°C verlieren 35-40% Effizienz versus optimierte Systeme
✅ Niedertemperatur-Systeme (Fußbodenheizung, Gebläsekonvektoren 35-45°C) physikalisch überlegen
✅ Altbau-Radiatoren 70°C verlieren 35-40% Effizienz versus optimierte Systeme
Dritter Hauptsatz: Absoluter Nullpunkt 0 K unerreichbar
Nernst-Theorem Formulierung:
Entropie idealer kristalliner Stoff strebt gegen konstanten Minimalwert (oft definiert 0) bei Annäherung absoluter Nullpunkt 0 K.
$$\lim_{T \to 0} S = 0$$
Praktische Konsequenz:
Unmöglich, System durch endliche Anzahl Prozesse auf exakt 0 K abzukühlen.
Spezifische Wärmekapazität C sinkt gegen Null:
$$\lim_{T \to 0} C_p = \lim_{T \to 0} C_V = 0$$
Relevanz Wärmepumpentechnologie:
Minimal erreichbare Verdampfer-Temperatur Luft-Wasser-WP limitiert:
- Praktische Grenze: -25°C bis -30°C (R290 Propan)
- Tiefere Temperaturen exponentiell steigender Energie-Aufwand
- Dritter Hauptsatz fundamental begrenzt Tiefstkühlung
Kältetechnik Linde-Verfahren:
Luftverflüssigung nutzt Joule-Thomson-Effekt + mehrstufige Kühlung:
- Erreicht -196°C (Stickstoff-Siedepunkt)
- Annäherung 0 K theoretisch unendlich viele Stufen nötig
- Praktisch: 0,001 K erreichbar (Helium-Dilutionskühlung), aber nie exakt 0 K
Wie berechnet COP Coefficient of Performance Wärmepumpen-Effizienz?
COP = Q_Heizung / W_elektrisch definiert momentane Effizienz spezifischer Betriebspunkt – typisch 3,0-5,0 bedeutet 300-500% "Wirkungsgrad" versus fossile Kessel.
COP-Definition und Energie-Bilanz
Energie-Bilanz Wärmepumpe Erster Hauptsatz:
$$Q_{Heizung} = Q_{Quelle} + W_{elektrisch}$$
Wo:
- Q_Heizung = Wärme abgegeben an Heizkreis [kW]
- Q_Quelle = Wärme entzogen aus Umwelt (Luft/Erdreich/Grundwasser) [kW]
- W_elektrisch = Elektrische Leistung Kompressor + Hilfsaggregate [kW]
COP-Formel:
$$COP = \frac{Q_{Heizung}},{W_{elektrisch}} = \frac{Q_{Quelle} + W_{elektrisch}},{W_{elektrisch}} = 1 + \frac{Q_{Quelle}},{W_{elektrisch}}$$
Interpretation:
COP = 4,0 bedeutet:
- 1 kWh Strom (W_elektrisch)
- 3 kWh Umweltwärme (Q_Quelle) kostenlos!
- = 4 kWh Heizwärme (Q_Heizung)
Vergleich fossiler Kessel:
$$\eta_{Kessel} = \frac{Q_{Heizung}},{Q_{Brennstoff}}$$
- Gas-Brennwertkessel: η = 0,95 (95%)
- Wärmepumpe COP 4,0 = 400% ✅ (scheinbarer "Wirkungsgrad")
ABER: Nicht vergleichbar! Wärmepumpe nutzt zusätzlich kostenlose Umweltwärme.
COP-Einflussfaktoren: Temperatur-Differenz dominiert
Primär-Einflussfaktor: Temperatur-Spread (T_Heizung - T_Quelle):
Je größer Temperatur-Differenz, desto mehr Arbeit Kompressor erforderlich.
COP-Abhängigkeit Quellentemperatur (bei konstant 35°C Vorlauf):
| Quellentemperatur | Temperatur-Spread | Carnot-COP | Real-COP (55%) | Praxis-Relevanz |
|---|---|---|---|---|
| +15°C (Frühling) | 20 K | 15,4 | 8,5 | Teillast-Betrieb |
| +7°C (mild) | 28 K | 11,0 | 6,0 | Übergangszeit |
| 0°C (Normauslegung) | 35 K | 8,8 | 4,8 | Auslegungspunkt |
| -7°C (kalt) | 42 K | 7,3 | 4,0 | Volllast Winter |
| -15°C (extrem) | 50 K | 6,2 | 3,4 | Bivalenzpunkt |
COP-Abhängigkeit Vorlauftemperatur (bei konstant -7°C Außenluft):
| Vorlauftemperatur | Temperatur-Spread | Carnot-COP | Real-COP (55%) | Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| 35°C (Fußbodenheizung) | 42 K | 7,3 | 4,0 | Optimal ✅ |
| 45°C (Gebläsekonvektoren) | 52 K | 6,1 | 3,4 | Gut |
| 55°C (Radiatoren moderat) | 62 K | 5,3 | 2,9 | Akzeptabel |
| 70°C (Altbau-Radiatoren) | 77 K | 4,5 | 2,5 | Suboptimal ❌ |
Mathematische Näherungsformel COP-Temperatur-Abhängigkeit:
$$COP \approx \frac{T_{Vorlauf}},{T_{Vorlauf} - T_{Quelle}} \times \eta_{technisch}$$
Wo η_technisch = 0,50-0,65 (abhängig Komponenten-Qualität)
Sekundär-Einflussfaktoren COP-Reduktion
1. Kompressor-Wirkungsgrad η_Kompressor:
- Scroll-Kompressor: η = 0,65-0,75 (gut Teillast)
- Kolben-Kompressor: η = 0,55-0,65 (robust, günstiger)
- Inverter-Technologie verbessert Teillast-Effizienz +10-15%
2. Wärmetauscher-Effizienz:
Verdampfer (Außeneinheit):
- Verschmutzung Lamellen → Luftstrom ↓ → ΔT_Verdampfer ↑ → COP ↓
- Vereisung bei -5°C bis +5°C + hohe Luftfeuchtigkeit
- Abtau-Zyklen verbrauchen Energie ohne Heizleistung (COP temporär 0!)
Verflüssiger (Wärmetauscher Heizkreis):
- Kalk-Ablagerungen Heizwasser → Wärmeübergang ↓ → ΔT_Verflüssiger ↑ → COP ↓
- Wartung: Enthärter-Anlage oder jährliche Reinigung
3. Kältemittel-Eigenschaften:
| Kältemittel | GWP (CO₂-Äquivalent) | Verdampfungstemperatur | COP-Charakteristik |
|---|---|---|---|
| R290 (Propan) | 3 | -42°C | Hoch, aber brennbar A3 |
| R32 (Difluormethan) | 675 | -52°C | Gut, schwach brennbar A2L |
| R410A (Mix) | 2.088 | -51°C | Gut, aber F-Gas-Verbot 2025+ |
| R744 (CO₂) | 1 | -78°C (Tripelpunkt) | Mittel, hohe Drücke |
F-Gas-Verordnung EU:
- Phase-Down R410A, R134a (hohe GWP-Werte)
- R290 Propan Zukunft, aber A3-Sicherheit (max. 150g Füllmenge Innenaufstellung)
4. Hilfsstrom-Verbrauch:
Nicht in Labor-COP enthalten, aber real:
- Umwälzpumpe Heizkreis: 40-80 W (Hocheffizienz-Pumpe A-Label)
- Umwälzpumpe Sole-Kreis (Erdwärme): 60-120 W
- Ventilator Außeneinheit (Luft-WP): 80-150 W
- Steuerung/Display: 5-15 W
Gesamt-Hilfsstrom: 100-250 W → reduziert effektiven COP 5-10%
COP versus JAZ: Kritischer Unterschied Praxis
COP (Coefficient of Performance):
- Momentaner Betriebspunkt Labor-Bedingungen
- Feste Parameter: T_Quelle, T_Vorlauf, Volumenstrom
- Norm: EN 14511 (Luft-Wasser), EN 14825 (Erdwärme)
- Typische Werte Labor: COP 4,5-5,5
JAZ (Jahresarbeitszahl):
- Durchschnitt gesamtes Jahr Realbetrieb
- Variable Bedingungen: Außentemperatur -15°C bis +15°C, Teillast 20-100%, Abtau-Zyklen, Hilfsstrom
- Gemessen: Wärmemengenzähler + Stromzähler 12 Monate
- Typische Werte Praxis: JAZ 3,0-4,2
JAZ-Reduktionsfaktoren versus Labor-COP:
| Faktor | COP-Reduktion | Ursache |
|---|---|---|
| Teillast-Betrieb | -5 bis -10% | WP läuft nicht kontinuierlich Volllast, An/Aus-Taktung |
| Abtau-Zyklen | -3 bis -8% | Luft-WP nur: Energie ohne Heizleistung |
| Hilfsstrom | -5 bis -10% | Pumpen, Ventilator nicht in Labor-COP |
| Temperatur-Varianz | -10 bis -15% | Winter kälter als Norm-Auslegung |
| Warmwasser-Bereitung | -5 bis -12% | Höhere Temperaturen 55-65°C versus Heizung 35°C |
Gesamt-Differenz: COP 4,5 Labor → JAZ 3,2-3,8 Praxis (typisch -0,7 bis -1,3 Punkte)
Beispiel-Rechnung Jahres-Stromverbrauch:
Einfamilienhaus 150 m², Wärmebedarf 20.000 kWh/Jahr:
Variante 1 - Labor-COP 4,5 (unrealistisch):
- Stromverbrauch: 20.000 kWh / 4,5 = 4.444 kWh/Jahr
- Kosten (0,25 EUR/kWh): 1.111 EUR/Jahr
Variante 2 - Reale JAZ 3,5 (typisch):
- Stromverbrauch: 20.000 kWh / 3,5 = 5.714 kWh/Jahr
- Kosten: 1.429 EUR/Jahr
- Differenz: +318 EUR/Jahr versus Labor-Kalkulation!
JAZ-Optimierungs-Potenziale:
✅ Niedertemperatur-Heizkörper/Fußbodenheizung (JAZ +0,5-1,0)
✅ Pufferspeicher 200-300L vermeidet Taktung (JAZ +0,2-0,4)
✅ Hydraulischer Abgleich optimiert Volumenströme (JAZ +0,1-0,3)
✅ Warmwasser-Wärmepumpe separat statt gemeinsam (JAZ +0,3-0,5)
✅ Pufferspeicher 200-300L vermeidet Taktung (JAZ +0,2-0,4)
✅ Hydraulischer Abgleich optimiert Volumenströme (JAZ +0,1-0,3)
✅ Warmwasser-Wärmepumpe separat statt gemeinsam (JAZ +0,3-0,5)
Was bewirkt Joule-Thomson-Effekt am Expansionsventil Kältekreislauf?
Gas-Expansion durch Drossel (isenthalpischer Prozess) verursacht Temperatur-Abfall realer Gase durch molekulare Anziehungskräfte – Kältemittel kühlt +40°C auf -10°C ohne Arbeit.
Thermodynamische Grundlagen Drosselung
Drosselung = isenthalpischer Prozess (H = konstant):
Kältemittel strömt durch Drossel (Expansionsventil, Kapillarrohr):
- Druck sinkt: p_hoch → p_niedrig
- Temperatur ändert sich: T_hoch → T_niedrig (bei realen Gasen!)
- Enthalpie bleibt konstant: H_vor = H_nach
Warum keine Arbeit verrichtet?
Expansion erfolgt in Drossel (Ventil), nicht in Kolben/Turbine:
- Keine mechanische Kopplung nach außen
- Energie dissipiert als innere Reibung
- Irreversibler Prozess (Entropie steigt!)
Ideale Gase: Temperatur bleibt konstant bei Drosselung (T_vor = T_nach)
Reale Gase: Temperatur sinkt (meist) oder steigt (selten) abhängig Inversionstemperatur
Reale Gase: Temperatur sinkt (meist) oder steigt (selten) abhängig Inversionstemperatur
Molekulare Erklärung Joule-Thomson-Effekt
Anziehungskräfte zwischen Molekülen (Van-der-Waals-Kräfte):
Gas-Expansion vergrößert durchschnittlichen Abstand Moleküle:
Hoch-Druck-Zustand:
Moleküle nahe beieinander
→ Anziehungskräfte binden potenzielle Energie
Expansion durch Drossel:
Moleküle entfernen sich voneinander
→ Arbeit gegen Anziehungskräfte erforderlich!
Energie-Quelle für Arbeit:
Kinetische Energie Moleküle (= Temperatur!)
→ Temperatur sinkt
Moleküle nahe beieinander
→ Anziehungskräfte binden potenzielle Energie
Expansion durch Drossel:
Moleküle entfernen sich voneinander
→ Arbeit gegen Anziehungskräfte erforderlich!
Energie-Quelle für Arbeit:
Kinetische Energie Moleküle (= Temperatur!)
→ Temperatur sinkt
Abstoßungskräfte (sehr nahe Distanzen):
Bei extrem hohen Drücken dominieren Abstoßungskräfte:
- Expansion entfernt Abstoßung
- Energie wird frei
- Temperatur steigt (invers zum normalen Effekt!)
Inversionstemperatur T_i:
Temperatur, bei der Joule-Thomson-Koeffizient Vorzeichen wechselt:
$$\mu_{JT} = \left(\frac{\partial T},{\partial p}\right)_H$$
μ_JT > 0: Kühlung bei Expansion (T sinkt wenn p sinkt)
μ_JT < 0: Erwärmung bei Expansion (T steigt wenn p sinkt)
μ_JT = 0: Inversionstemperatur T_i erreicht
μ_JT < 0: Erwärmung bei Expansion (T steigt wenn p sinkt)
μ_JT = 0: Inversionstemperatur T_i erreicht
Inversionstemperaturen Gase:
| Gas | Inversionstemperatur T_i | Raumtemperatur-Verhalten |
|---|---|---|
| Luft | +603°C | Kühlung ✅ (unter T_i) |
| Stickstoff N₂ | +621°C | Kühlung ✅ |
| Sauerstoff O₂ | +764°C | Kühlung ✅ |
| CO₂ | +1.500°C | Kühlung ✅ |
| Propan R290 | +395°C | Kühlung ✅ |
| Wasserstoff H₂ | -80°C | Erwärmung ❌ (über T_i!) |
| Helium He | -240°C | Erwärmung ❌ |
Konsequenz Kältemittel-Auswahl:
Kältemittel müssen T_i >> Raumtemperatur haben, um Joule-Thomson-Kühlung zu nutzen.
Anwendung Wärmepumpen-Expansionsventil
Kältekreislauf vor Expansionsventil:
Kältemittel verlässt Verflüssiger:
- Zustand: Flüssig, leicht unterkühlt
- Druck: p_hoch = 16-20 bar (abhängig Kältemittel + Vorlauftemperatur)
- Temperatur: T_hoch = 40-45°C (ca. 5-10 K über Vorlauftemperatur)
Expansion durch Drossel:
Druck-Reduktion p_hoch → p_niedrig instantan (< 0,1 Sekunden):
- Druck nach: p_niedrig = 3-5 bar
- Temperatur nach: T_niedrig = -10°C bis +5°C (Joule-Thomson-Effekt!)
Phasenübergang teilweise Verdampfung:
Flüssigkeit bei 40°C + 4 bar hat Siedepunkt weit unter -10°C:
- Teil Kältemittel verdampft spontan (Flash-Gas)
- Verdampfungswärme entzogen von restlicher Flüssigkeit
- Temperatur sinkt zusätzlich (über Joule-Thomson hinaus!)
Typische Zahlen R290 Propan:
| Parameter | Vor Expansion | Nach Expansion | Differenz |
|---|---|---|---|
| Druck | 18 bar | 4 bar | -14 bar |
| Temperatur | 40°C | -5°C | -45 K ✅ |
| Zustand | Flüssig 100% | Flüssig 70% + Gas 30% | Zweiphasen-Gemisch |
| Enthalpie | 450 kJ/kg | 450 kJ/kg | 0 (isenthalp!) |
Nach Expansionsventil:
Kältemittel tritt in Verdampfer (Außeneinheit):
- Niedrige Temperatur -5°C erlaubt Wärme-Aufnahme aus +7°C Außenluft
- Restliche Flüssigkeit 70% verdampft vollständig
- Gasförmiges Kältemittel tritt in Kompressor
Ohne Joule-Thomson-Effekt:
❌ Kältemittel würde 40°C bleiben
❌ Kann nicht Wärme aufnehmen aus +7°C Außenluft (Zweiter Hauptsatz!)
❌ Wärmepumpe funktioniert nicht
❌ Kann nicht Wärme aufnehmen aus +7°C Außenluft (Zweiter Hauptsatz!)
❌ Wärmepumpe funktioniert nicht
Linde-Verfahren Luftverflüssigung
Industrielle Anwendung Joule-Thomson-Effekt:
Prozess mehrstufige Luft-Kühlung:
Stufe 1: Kompression
Luft verdichtet auf 200 bar
→ Temperatur steigt +150°C
Stufe 2: Vorkühlung
Wärmetauscher kühlt auf +20°C (Umgebung)
Stufe 3: Gegen-Strom-Wärmetauscher
Komprimierte Luft +20°C kühlt an bereits gekühlter Rückführung
→ Temperatur sinkt auf -50°C
Stufe 4: Joule-Thomson-Expansion
Drossel-Ventil: 200 bar → 1 bar
→ Temperatur sinkt -50°C → -150°C (unter Siedepunkt Stickstoff -196°C!)
Stufe 5: Phasentrennung
Flüssiger Stickstoff abgezogen
Gasförmiger Rest zurück zu Wärmetauscher (Kühlung Stufe 3)
Luft verdichtet auf 200 bar
→ Temperatur steigt +150°C
Stufe 2: Vorkühlung
Wärmetauscher kühlt auf +20°C (Umgebung)
Stufe 3: Gegen-Strom-Wärmetauscher
Komprimierte Luft +20°C kühlt an bereits gekühlter Rückführung
→ Temperatur sinkt auf -50°C
Stufe 4: Joule-Thomson-Expansion
Drossel-Ventil: 200 bar → 1 bar
→ Temperatur sinkt -50°C → -150°C (unter Siedepunkt Stickstoff -196°C!)
Stufe 5: Phasentrennung
Flüssiger Stickstoff abgezogen
Gasförmiger Rest zurück zu Wärmetauscher (Kühlung Stufe 3)
Effizienz-Steigerung durch Rückführung:
Kaltes Gas aus Phasentrenner kühlt einströmendes warmes Gas vor:
- Reduziert Joule-Thomson-Arbeit
- Ermöglicht tiefere Temperaturen
- Carnot-Prinzip: Kleine Temperatur-Schritte effizienter als große Sprünge
Wie unterscheiden JAZ, COP, SCOP Effizienz-Kennzahlen Wärmepumpen?
JAZ = Jahresarbeitszahl Realbetrieb gemessen, COP = Labor-Betriebspunkt EN 14511, SCOP = saisonaler COP normiert EN 14825 – Differenzen 0,5-1,5 Punkte durch Teillast + Abtau.
COP - Laboratory Test Conditions EN 14511
Definition:
$$COP = \frac{Q_{Heizung}},{P_{elektrisch}}$$
Gemessen bei spezifischen Betriebspunkten Labor:
Luft-Wasser-Wärmepumpen (EN 14511):
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| Betriebspunkt | Außenluft | Vorlauf/Rücklauf | Typischer COP |
|---|---|---|---|
| A7/W35 | +7°C | 35°C / 30°C | 4,5-5,5 |
| A2/W35 | +2°C | 35°C / 30°C | 3,8-4,5 |
| A-7/W35 | -7°C | 35°C / 30°C | 3,2-4,0 |
| A-15/W35 | -15°C | 35°C / 30°C | 2,5-3,2 |
Erdwärme-Wärmepumpen (EN 14511):
| Betriebspunkt | Sole-Eintritt | Vorlauf/Rücklauf | Typischer COP |
|---|---|---|---|
| B0/W35 | 0°C | 35°C / 30°C | 4,8-5,8 |
| B-5/W35 | -5°C | 35°C / 30°C | 4,2-5,0 |
Vorteil COP:
- Vergleichbarkeit Hersteller (standardisierte Bedingungen)
- Präzise Mess-Bedingungen reproduzierbar
Nachteil COP:
- Realität weicht ab (Wetter variiert!)
- Teillast nicht abgebildet (WP läuft nicht kontinuierlich 100%)
- Abtau-Zyklen nicht berücksichtigt
SCOP - Seasonal Coefficient of Performance EN 14825
Definition:
$$SCOP = \frac{\sum Q_{Heizung,Saison}},{\sum P_{elektrisch,Saison}}$$
Normiertes Berechnungs-Verfahren basierend Klimazonen:
Europa-Klimazonen EN 14825:
| Klimazone | Region | Auslegungs-Temperatur | Heizgradtage |
|---|---|---|---|
| Kälter | Skandinavien | -22°C | 5.400 HGT |
| Durchschnitt | Deutschland, Frankreich | -10°C | 4.200 HGT |
| Wärmer | Südeuropa | +2°C | 2.600 HGT |
SCOP-Berechnung gewichtet verschiedene Teillast-Punkte:
SCOP berücksichtigt:
- 4 Betriebspunkte (A-7, A2, A7, A12)
- Teillast-Faktoren (Bivalenz-Temperatur)
- Standby-Verluste Steuerung
- Hilfsenergie Abtau-Zyklen
Beispiel SCOP-Angabe Datenblatt:
Modell: Luft-Wasser-WP 12 kW
SCOP Klimazone "Durchschnitt" (35°C Vorlauf):
- SCOP = 4,2
- Energieeffizienzklasse: A+++
SCOP Klimazone "Durchschnitt" (55°C Vorlauf):
- SCOP = 3,1
- Energieeffizienzklasse: A++
SCOP Klimazone "Durchschnitt" (35°C Vorlauf):
- SCOP = 4,2
- Energieeffizienzklasse: A+++
SCOP Klimazone "Durchschnitt" (55°C Vorlauf):
- SCOP = 3,1
- Energieeffizienzklasse: A++
Vorteil SCOP:
- Realistischer als einzelner COP-Punkt
- EU-Label Energieeffizienzklasse basiert auf SCOP
- Teillast-Verhalten berücksichtigt
Nachteil SCOP:
- Immer noch Norm-Berechnung (nicht Real-Messung!)
- Gebäude-spezifische Faktoren fehlen (Dämmung, Nutzerverhalten)
JAZ - Jahresarbeitszahl Real-Betrieb
Definition:
$$JAZ = \frac{Q_{Heizung,gemessen}},{P_{elektrisch,gemessen}}$$
Gemessen über 12 Monate Realbetrieb:
Installation Messgeräte:
- Wärmemengenzähler Heizkreis (erfasst Q_Heizung in kWh)
- Stromzähler Wärmepumpe (erfasst P_elektrisch in kWh)
- Messung 01. Oktober Jahr N bis 30. September Jahr N+1 (Heizperiode komplett)
JAZ-Berechnung Beispiel:
Gemessene Werte 12 Monate:
Wärmemenge Heizkreis: 22.500 kWh
Stromverbrauch WP: 6.200 kWh
JAZ = 22.500 / 6.200 = 3,63
Wärmemenge Heizkreis: 22.500 kWh
Stromverbrauch WP: 6.200 kWh
JAZ = 22.500 / 6.200 = 3,63
JAZ-Reduktions-Faktoren versus Labor-COP/SCOP:
1. Teillast-Betrieb An/Aus-Taktung:
Wärmepumpe läuft nicht kontinuierlich:
- Frühling/Herbst: Nur 2-4h/Tag (20% Volllast)
- Winter: 8-12h/Tag (50-80% Volllast)
An/Aus-Verluste:
- Kompressor-Start verbraucht 3-5× Nennstrom (Anlaufstrom)
- Kältekreis muss Druck aufbauen
- Inverter-WP reduziert Verluste: Stufenlose Regelung 20-100% ohne Taktung
2. Abtau-Zyklen Luft-Wasser-WP:
Verdampfer vereist bei:
- Außentemperatur -5°C bis +5°C
- Hohe Luftfeuchtigkeit >80%
Abtau-Prozess:
- Kältekreis invertiert (WP kühlt Haus statt heizen!)
- Dauer 5-15 Minuten
- Elektrischer Heizstab übernimmt Heizung (COP = 1,0)
- Häufigkeit: 3-8× pro Tag Winter (abhängig Klima)
JAZ-Reduktion Abtau: -0,3 bis -0,8 Punkte
3. Hilfsstrom nicht in COP:
Pumpen:
- Heizkreis-Umwälzpumpe: 40-80 W kontinuierlich
- Sole-Pumpe (Erdwärme): 60-120 W
- Jahresverbrauch: 350-700 kWh
Ventilator Außeneinheit:
- Luft-WP: 80-150 W während Kompressor-Betrieb
- Jahresverbrauch: 400-800 kWh
Steuerung + Display: 50-100 kWh/Jahr
Gesamt-Hilfsstrom: 800-1.600 kWh/Jahr = -0,4 bis -0,7 JAZ-Punkte
4. Warmwasser-Bereitung höhere Temperaturen:
Heizung: 35-45°C Vorlauf (COP 4,0-4,5)
Warmwasser: 55-65°C erforderlich Legionellen-Schutz (COP 2,5-3,2)
Warmwasser: 55-65°C erforderlich Legionellen-Schutz (COP 2,5-3,2)
Wenn gemeinsame WP Heizung + Warmwasser:
- 20-30% Energie-Bedarf Warmwasser
- Niedrigerer COP zieht JAZ runter
Lösung: Separate Brauchwasser-Wärmepumpe (Ochsner Europa 333 Genius)
- Optimiert nur Warmwasser
- Heiz-WP läuft nur 35°C
- JAZ-Verbesserung: +0,3 bis +0,5 Punkte
5. Temperatur-Varianz versus Norm:
SCOP basiert auf Norm-Klima (Deutschland: -10°C Auslegung)
Realität Regional-Unterschiede:
- München: Häufiger -15°C (kälter als Norm) → JAZ schlechter
- Hamburg: Selten unter -5°C (milder als Norm) → JAZ besser
Nutzerverhalten:
- Raumtemperatur 22°C statt 20°C → +2 K Vorlauf nötig → JAZ -0,2 bis -0,4
Vergleichs-Tabelle COP / SCOP / JAZ
| Kennzahl | Messmethode | Bedingungen | Typischer Wert | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| COP | Labor EN 14511 | Fester Betriebspunkt A7/W35 | 4,5-5,5 | Hersteller-Vergleich |
| SCOP | Berechnung EN 14825 | Klimazone gewichtet | 3,8-4,5 | EU-Energielabel |
| JAZ | Real-Messung 12 Monate | Gebäude-spezifisch | 3,0-4,2 | Wirtschaftlichkeit |
Typische Differenzen Luft-Wasser-WP:
COP A7/W35 (Labor): 5,0
→ SCOP "Durchschnitt" (Norm): 4,2 (-0,8)
→ JAZ Real-Betrieb (Altbau): 3,4 (-1,6 versus COP!)
→ SCOP "Durchschnitt" (Norm): 4,2 (-0,8)
→ JAZ Real-Betrieb (Altbau): 3,4 (-1,6 versus COP!)
Optimierungs-Potenziale JAZ verbessern:
✅ Vorlauftemperatur senken: 70°C→35°C = JAZ +1,0-1,5 Punkte
✅ Pufferspeicher 200-300L: Taktung vermeiden = JAZ +0,2-0,4
✅ Hydraulischer Abgleich: Volumenströme optimieren = JAZ +0,1-0,3
✅ Separate Warmwasser-WP: Heiz-WP nur Niedertemperatur = JAZ +0,3-0,5
✅ Inverter-Technologie: Stufenlose Regelung statt An/Aus = JAZ +0,2-0,5
✅ Pufferspeicher 200-300L: Taktung vermeiden = JAZ +0,2-0,4
✅ Hydraulischer Abgleich: Volumenströme optimieren = JAZ +0,1-0,3
✅ Separate Warmwasser-WP: Heiz-WP nur Niedertemperatur = JAZ +0,3-0,5
✅ Inverter-Technologie: Stufenlose Regelung statt An/Aus = JAZ +0,2-0,5
Welche Gibbs-Energie ΔG bestimmt Spontaneität chemische Reaktionen?
Gibbs-Helmholtz-Gleichung ΔG = ΔH - T·ΔS kombiniert Enthalpie H + Entropie S – ΔG<0 exergonisch spontan, ΔG>0 endergonisch Energie erforderlich, ΔG=0 Gleichgewicht.
Gibbs-Energie Definition thermodynamisches Potential
Freie Enthalpie G (Gibbs-Energie):
$$G = H - T \cdot S = U + p \cdot V - T \cdot S$$
Wo:
- H = Enthalpie [kJ]
- T = Absolute Temperatur [K]
- S = Entropie [kJ/K]
- U = Innere Energie [kJ]
- p = Druck [Pa]
- V = Volumen [m³]
Gibbs-Helmholtz-Gleichung Reaktionen:
$$\Delta G = \Delta H - T \cdot \Delta S$$
Physikalische Interpretation:
- ΔH: Enthalpie-Änderung (Wärme freigesetzt/aufgenommen)
- T·ΔS: Entropischer Beitrag (Unordnung-Änderung gewichtet mit Temperatur)
- ΔG: Netto "freie" Energie verfügbar für Arbeit
Spontaneität-Kriterium:
| ΔG | ΔH | ΔS | Spontaneität | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| <0 | <0 | >0 | Spontan bei allen T | Verbrennung (exotherm + Entropie↑) |
| <0 | <0 | <0 | Spontan bei niedrigen T | Kondensation (exotherm, Ordnung↑) |
| <0 | >0 | >0 | Spontan bei hohen T | Verdampfung (endotherm, Unordnung↑) |
| >0 | >0 | <0 | Nie spontan | - |
| =0 | - | - | Gleichgewicht | Phasenübergang Siedepunkt |
Anwendung Kältemittel-Phasenübergänge Wärmepumpe
Verdampfung Kältemittel Verdampfer:
Kältemittel R290 (Propan) flüssig → gasförmig bei -5°C:
Thermodynamische Daten:
$$\Delta H_{Verdampfung} = +425 \text{ kJ/kg}$$ (endotherm, Wärme aufgenommen)
$$\Delta S_{Verdampfung} = +1,58 \text{ kJ/(kg·K)}$$ (Entropie steigt: Gas ungeordneter als Flüssigkeit)
Gibbs-Energie berechnen T = 268 K (-5°C):
$$\Delta G = \Delta H - T \cdot \Delta S$$
$$\Delta G = 425 - 268 \times 1,58$$
$$\Delta G = 425 - 423,4 = +1,6 \text{ kJ/kg}$$
$$\Delta G = 425 - 268 \times 1,58$$
$$\Delta G = 425 - 423,4 = +1,6 \text{ kJ/kg}$$
ΔG ≈ 0: System nahe Gleichgewicht (Siedepunkt!)
Interpretation:
Bei -5°C + 4 bar Druck liegt Propan genau am Siedepunkt:
- ΔG ≈ 0: Flüssig ⇌ Gas Gleichgewicht
- Kleine Wärme-Zufuhr (aus +7°C Außenluft) → Verdampfung spontan (ΔG<0)
Verflüssigung Kältemittel Verflüssiger:
Kältemittel R290 gasförmig → flüssig bei 40°C:
Thermodynamische Daten:
$$\Delta H_{Kondensation} = -425 \text{ kJ/kg}$$ (exotherm, Wärme abgegeben)
$$\Delta S_{Kondensation} = -1,58 \text{ kJ/(kg·K)}$$ (Entropie sinkt: Flüssigkeit geordneter)
Gibbs-Energie T = 313 K (40°C):
$$\Delta G = -425 - 313 \times (-1,58)$$
$$\Delta G = -425 + 494,5 = +69,5 \text{ kJ/kg}$$
$$\Delta G = -425 + 494,5 = +69,5 \text{ kJ/kg}$$
ΔG > 0: Kondensation NICHT spontan bei 40°C + Umgebungsdruck!
Lösung: Druck erhöhen auf 18 bar (Kompressor-Arbeit!)
Bei 18 bar Druck liegt Siedepunkt Propan bei +45°C:
- 40°C Verflüssiger-Temperatur liegt unter Siedepunkt
- ΔG < 0: Kondensation spontan ✅
Massenwirkungsgesetz aus Gibbs-Energie ableiten
Standard-Gibbs-Energie ΔG⁰ und Gleichgewichtskonstante K:
$$\Delta G^0 = -R \cdot T \cdot \ln(K)$$
Wo:
- R = 8,314 J/(mol·K) universelle Gaskonstante
- K = Gleichgewichtskonstante (Produkte/Edukte-Verhältnis)
Umformung:
$$K = e^{-\Delta G^0 / (R \cdot T)}$$
Interpretation:
| ΔG⁰ | K | Gleichgewichts-Lage | Beispiel |
|---|---|---|---|
| <<0 | K >> 1 | Produkte dominieren | Verbrennung Methan |
| ≈0 | K ≈ 1 | Ausgeglichen | Esterhydrolyse |
| >>0 | K << 1 | Edukte dominieren | Stickstoff-Fixierung N₂→NH₃ |
Beispiel Ammoniak-Synthese Haber-Bosch:
$$N_2 + 3 H_2 \rightleftharpoons 2 NH_3$$
Thermodynamische Daten 25°C:
- ΔH⁰ = -92 kJ/mol (exotherm)
- ΔS⁰ = -198 J/(mol·K) (Entropie sinkt: 4 Moleküle → 2)
Gibbs-Energie 25°C (298 K):
$$\Delta G^0 = -92.000 - 298 \times (-198)$$
$$\Delta G^0 = -92.000 + 59.004 = -32.996 \text{ J/mol}$$
$$\Delta G^0 = -92.000 + 59.004 = -32.996 \text{ J/mol}$$
Gleichgewichtskonstante:
$$K = e^{-(-32.996) / (8,314 \times 298)}$$
$$K = e^{13,32} \approx 6 \times 10^5$$
$$K = e^{13,32} \approx 6 \times 10^5$$
K >> 1: Bei 25°C theoretisch hohe Ammoniak-Ausbeute
ABER: Praktisches Problem Kinetik!
- Reaktion extrem langsam ohne Katalysator
- N₂ Dreifachbindung sehr stabil
- Industriell: 400-500°C + 200-300 bar + Eisen-Katalysator erforderlich
Temperatur-Einfluss Gleichgewicht:
Le Chatelier-Prinzip:
Exotherme Reaktion (ΔH < 0):
- Temperatur erhöhen → Gleichgewicht verschiebt zu Edukten (K sinkt)
- Temperatur senken → Gleichgewicht verschiebt zu Produkten (K steigt)
Haber-Bosch Optimum:
- Thermodynamisch: Niedrige T bevorzugt (höhere Ausbeute)
- Kinetisch: Hohe T erforderlich (akzeptable Geschwindigkeit)
- Kompromiss: 400-500°C erreicht K ≈ 10-100 (akzeptabel + schnell)
Wie reguliert §14a EnWG steuerbare Wärmepumpen Netzstabilität?
Reform 01.01.2024 verpflichtet Anschluss steuerbarer Verbrauchseinrichtungen >4,2 kW – Netzbetreiber darf dimmen (nicht abschalten!), Gegenleistung Netzentgelt-Rabatt 110-190 EUR/Jahr.
Historischer Kontext: Sperrzeiten versus Dimm-Recht
Situation pre-2024:
Sperrzeiten-Regelung (klassisch):
- Netzbetreiber durfte Wärmepumpen komplett abschalten
- Typische Sperrzeiten: 3× täglich je 2h (Hochlast 11-13 Uhr, 17-19 Uhr, 21-23 Uhr)
- Gegenleistung: Vergünstigter NT-Tarif (Nachtstrom)
Probleme Sperrzeiten:
- Totalausfall Heizung 6h/Tag kälteste Winter-Tage
- Pufferspeicher oft zu klein (Komfort-Einbußen)
- Netzbetreiber konnte Anschluss verweigern bei Netzüberlastung
§14a EnWG Reform 01.01.2024:
Anschluss-Pflicht:
Netzbetreiber muss anschließen:
- Wärmepumpen >4,2 kW elektrische Anschlussleistung
- Wallboxen E-Mobilität
- Nachtspeicherheizungen
- Klimaanlagen
Dimm-Recht statt Abschaltung:
Kritische Netzsituationen (z.B. kalter Winter-Abend -10°C, 18-20 Uhr, viele E-Autos laden):
Normalbetrieb:
Wärmepumpe 12 kW läuft Volllast
Netzbetreiber aktiviert Dimm-Signal:
→ Leistung reduziert auf 4,2 kW (Minimum garantiert!)
→ Kompressor läuft weiter (kein Stillstand)
→ Pufferspeicher puffert thermisch
Nach Hochlast (z.B. 21 Uhr):
→ Netzbetreiber gibt Leistung frei
→ Wärmepumpe läuft wieder Volllast
Wärmepumpe 12 kW läuft Volllast
Netzbetreiber aktiviert Dimm-Signal:
→ Leistung reduziert auf 4,2 kW (Minimum garantiert!)
→ Kompressor läuft weiter (kein Stillstand)
→ Pufferspeicher puffert thermisch
Nach Hochlast (z.B. 21 Uhr):
→ Netzbetreiber gibt Leistung frei
→ Wärmepumpe läuft wieder Volllast
Basisbezug 4,2 kW Begründung:
- Ausreichend Warmwasser-Bereitung 300L Speicher 50→55°C in 2-3h
- Erhalt Mindest-Raumtemperatur 16-18°C (Frostschutz)
- Vermeidung Kompressor-Stillstand (Lebensdauer-Schutz Schmiersystem)
Drei Netzentgelt-Modul-Optionen §14a
Bundesnetzagentur definierte drei Entlastungs-Modelle:
Modul 1 - Pauschale (einfachste Option):
- Jährlicher Festbetrag 110-190 EUR brutto (regional variabel)
- Kein separater Zähler erforderlich
- Anmeldung Installateur genügt
Beispiel-Werte 2025:
- Hamburg: 158,05 EUR
- Berlin: 142,00 EUR
- München: 165,20 EUR
Für wen: Effizienz-Gebäude <3.000 kWh WP-Verbrauch
Modul 2 - Prozentuale Reduzierung:
- Netzentgelt-Arbeitspreis reduziert um 60%
- Netzentgelt-Grundpreis separater Zählpunkt entfällt
- Separater Zähler Pflicht
Kosten-Beispiel:
| Position | Ohne §14a | Mit Modul 2 | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Netzentgelt-Arbeitspreis | 6,5 ct/kWh | 2,6 ct/kWh | -60% |
| Bei 4.000 kWh Verbrauch | 260 EUR | 104 EUR | 156 EUR ✅ |
| Netzentgelt-Grundpreis | 75 EUR | 0 EUR | 75 EUR ✅ |
| Gesamt-Ersparnis | - | - | 231 EUR/Jahr |
| Minus Zählerkosten | - | -110 EUR | - |
| Netto-Vorteil | - | - | 121 EUR/Jahr |
Für wen: Altbau >3.000 kWh WP-Verbrauch
Modul 3 - Zeitvariabel (ab April 2025):
- Kombination Modul 1 + zeitlich gestaffelte Netzentgelte
- Höhere Preise Hochlast (17-21 Uhr Winter)
- Niedrigere Preise Niedriglast (23-6 Uhr)
- Smart Meter Gateway Pflicht
Verfügbarkeit: Rollout 2025-2026 schrittweise
Für wen: Technik-affin + Pufferspeicher >200L + Smart-Home
Technische Umsetzung Dimm-Signal
Steuerbox-Installation Netzbetreiber:
Wärmepumpe
↓
Steuerbox (vom Netzbetreiber bereitgestellt)
↓ (2× Relais-Kontakte)
Wärmepumpen-Steuerung
Relais-Status Normal:
Kontakt 1: Offen (kein Signal)
Kontakt 2: Offen (kein Signal)
→ WP läuft Volllast
Relais-Status Dimm-Befehl:
Kontakt 1: Geschlossen (Signal aktiv)
Kontakt 2: Offen
→ WP reduziert auf 4,2 kW
Relais-Status Freigabe (selten verwendet):
Kontakt 1: Offen
Kontakt 2: Geschlossen
→ WP läuft prioritär (PV-Überschuss-Signal)
↓
Steuerbox (vom Netzbetreiber bereitgestellt)
↓ (2× Relais-Kontakte)
Wärmepumpen-Steuerung
Relais-Status Normal:
Kontakt 1: Offen (kein Signal)
Kontakt 2: Offen (kein Signal)
→ WP läuft Volllast
Relais-Status Dimm-Befehl:
Kontakt 1: Geschlossen (Signal aktiv)
Kontakt 2: Offen
→ WP reduziert auf 4,2 kW
Relais-Status Freigabe (selten verwendet):
Kontakt 1: Offen
Kontakt 2: Geschlossen
→ WP läuft prioritär (PV-Überschuss-Signal)
Wärmepumpen-Steuerung Reaktion:
Inverter-Wärmepumpe (stufenlos regelbar):
- Kompressor-Drehzahl reduziert kontinuierlich
- Leistung 12 kW → 4,2 kW nahtlos
- Kein An/Aus-Takt (schonend Kompressor)
An/Aus-Wärmepumpe (klassisch):
- Kompressor läuft 35% Betriebszeit (4,2 kW Durchschnitt)
- Taktung 5 Min an, 10 Min aus
- Höherer Verschleiß versus kontinuierlich
Pufferspeicher-Dimensionierung kritisch:
Ohne Dimm-Befehl kann 4,2 kW nicht ausreichen wenn:
- Außentemperatur -15°C (hoher Wärmebedarf)
- Gleichzeitig Warmwasser-Anforderung
- Pufferspeicher zu klein (<100L)
Empfehlung Pufferspeicher-Größe:
| Gebäude-Typ | Heizlast | Pufferspeicher Minimum | Optimal |
|---|---|---|---|
| Neubau KfW-40 | 4-6 kW | 100L | 150-200L |
| Altbau saniert | 8-12 kW | 150L | 200-300L |
| Altbau unsaniert | 12-18 kW | 200L | 300-500L |
Pufferspeicher Funktion Dimm-Phase:
Dimm-Befehl 18-20 Uhr (2h):
WP liefert nur 4,2 kW
Gebäude benötigt 10 kW
Differenz 5,8 kW aus Pufferspeicher:
300L Speicher: 60°C → 45°C
→ Q = 300L × 1 kWh/(L·K) × 15 K = 4,5 kWh thermisch
→ Reicht 2,6h bei 5,8 kW Differenz ✅
Nach 20 Uhr:
WP läuft wieder 12 kW Volllast
→ Pufferspeicher lädt auf 60°C (1-2h)
WP liefert nur 4,2 kW
Gebäude benötigt 10 kW
Differenz 5,8 kW aus Pufferspeicher:
300L Speicher: 60°C → 45°C
→ Q = 300L × 1 kWh/(L·K) × 15 K = 4,5 kWh thermisch
→ Reicht 2,6h bei 5,8 kW Differenz ✅
Nach 20 Uhr:
WP läuft wieder 12 kW Volllast
→ Pufferspeicher lädt auf 60°C (1-2h)
Wirtschaftlichkeit §14a Netzentgelt-Rabatt
Beispiel-Rechnung Modul 1 versus Modul 2:
Altbau 180 m², Wärmebedarf 25.000 kWh/Jahr, JAZ 3,5:
Stromverbrauch WP:
- 25.000 kWh / 3,5 = 7.143 kWh/Jahr
Variante A - Modul 1 (pauschal):
| Position | Kosten/Jahr |
|---|---|
| Stromverbrauch 7.143 kWh × 0,25 EUR | 1.786 EUR |
| Netzentgelte (ohne Rabatt) | 465 EUR |
| Modul 1 Rabatt Hamburg | -158 EUR ✅ |
| Netto-Netzentgelte | 307 EUR |
| Zählerkosten | 0 EUR (kein Extra-Zähler) |
| Gesamt | 2.093 EUR/Jahr |
Variante B - Modul 2 (prozentual):
| Position | Kosten/Jahr |
|---|---|
| Stromverbrauch 7.143 kWh × 0,25 EUR | 1.786 EUR |
| Netzentgelt-Arbeitspreis (vor Rabatt) | 7.143 × 0,065 = 464 EUR |
| 60% Rabatt | -278 EUR ✅ |
| Netzentgelt-Arbeitspreis (nach Rabatt) | 186 EUR |
| Netzentgelt-Grundpreis | 0 EUR (entfällt!) |
| Zählerkosten Extra-Zähler | 110 EUR |
| Gesamt | 2.082 EUR/Jahr |
Ergebnis:
- Modul 2 spart 11 EUR/Jahr versus Modul 1
- Aber: Einmalige Zähler-Umbau-Kosten 300-600 EUR
- Amortisation: 27-55 Jahre (nicht wirtschaftlich!)
Kritische Schwelle Modul 2 lohnt:
Ab ca. 5.000-6.000 kWh WP-Verbrauch:
- Prozentuale Ersparnis überwiegt Zählerkosten
- Typisch Altbau unsaniert + große Wohnfläche
Fazit §14a Strategie:
✅ Modul 1: Standard für Neubauten + sanierte Altbauten <3.000 kWh
✅ Modul 2: Sinnvoll ab 5.000+ kWh (unsanierter Altbau)
✅ Modul 3: Zukunfts-Option technik-affine Nutzer (Smart Meter ab 2025)
✅ Modul 2: Sinnvoll ab 5.000+ kWh (unsanierter Altbau)
✅ Modul 3: Zukunfts-Option technik-affine Nutzer (Smart Meter ab 2025)
Dimm-Recht Akzeptanz:
Studien zeigen 85% Haushalte bemerken Dimm-Phasen nicht:
- Pufferspeicher 200L+ puffert 2-3h problemlos
- Raumtemperatur sinkt max. 0,5-1 K (tolerierbar)
- Warmwasser bleibt verfügbar (4,2 kW ausreichend Basis-Bedarf)
Wärmepumpen-Thermodynamik kombiniert Hauptsätze-Theorie mit praktischer Energie-Effizienz: Erster Hauptsatz garantiert Energieerhaltung COP = (Q_Quelle + W_elektrisch) / W_elektrisch typisch 3,0-5,0, Zweiter Hauptsatz limitiert durch Carnot-Wirkungsgrad η_C = T_hoch/(T_hoch-T_niedrig) wobei Niedertemperatur-Systeme 35°C Vorlauf übertreffen 70°C Hochtemperatur um 35-54% Effizienz, Joule-Thomson-Effekt Expansionsventil ermöglicht Temperatur-Abfall +40°C→-10°C ohne Arbeit durch molekulare Anziehungskräfte, JAZ Jahresarbeitszahl 3,0-4,2 Realbetrieb differiert von Labor-COP 4,5-5,5 durch Teillast + Abtau-Zyklen + Hilfsstrom-Verbrauch 0,5-1,5 Punkte, Gibbs-Energie ΔG=ΔH-T·ΔS entscheidet Spontaneität Kältemittel-Phasenübergänge (ΔG<0 exergonisch spontan, ΔG>0 endergonisch Kompressor-Arbeit erforderlich), §14a EnWG Reform 01.01.2024 etabliert Anschluss-Pflicht steuerbarer Verbrauchseinrichtungen >4,2 kW mit Dimm-Recht Netzbetreiber (Basisbezug 4,2 kW garantiert versus früher Komplett-Abschaltung Sperrzeiten), Gegenleistung Netzentgelt-Reduzierung Modul 1 pauschale 110-190 EUR/Jahr ohne Extra-Zähler oder Modul 2 prozentual 60% Arbeitspreis-Rabatt mit Pflicht-Zähler (lohnt ab 5.000+ kWh Verbrauch), Gebläsekonvektoren optimieren Niedertemperatur-Betrieb durch erzwungene Konvektion α=40-80 W/(m²K) versus passive Radiatoren α=8-12 W/(m²K) ermöglicht 35-45°C Vorlauftemperatur ausreichend volle Heizleistung + JAZ-Steigerung 5-15%.
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