Wärmepumpe

Wärmepumpe Abtauen: Häufigkeit, Dauer und Energieverbrauch

Von Urik Muller
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Eine Wärmepumpe taut ab, wenn sich Eis am Außen-Verdampfer bildet (unvermeidbarer physikalischer Prozess bei Luft-Wasser-Wärmepumpen, wenn Verdampfer-Temperatur unter 0 °C sinkt und Luftfeuchtigkeit kondensiert), unterbricht automatisch den Heizbetrieb für 5-15 Minuten, kehrt den Kältekreislauf um (Heißgas schmilzt Eis vom Verdampfer, Vier-Wege-Ventil schaltet) und benötigt 0,5-0,6 kWh Energie pro Abtauvorgang (entspricht 6-7 % JAZ-Reduktion über gesamten Winter, faktisch 50-150 € Mehrkosten pro Jahr bei 300-600 Abtauungen).
Die Abtau-Häufigkeit liegt bei 2-8× täglich (abhängig von Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit, nicht von Defekt), erreicht Maximum bei nasskaltem Wetter 0-5 °C + 70-90 % Luftfeuchtigkeit (8-10× täglich absolut normal, absolute Feuchte 6-8 g/m³ kondensiert massiv), während trockene Kälte unter -10 °C nur 0-2× täglich Abtauung erfordert (absolute Feuchte <1 g/m³, kaum Kondensation trotz niedriger Temperatur).
Das Wichtigste in Kürze
  • 2-8× täglich Abtauung ist völlig normal: Maximum bei nasskaltem Wetter 0-5 °C (hohe Luftfeuchtigkeit, 6-8 g/m³ absolute Feuchte), Minimum bei trockenem Frost <-10 °C (<1 g/m³, fast keine Vereisung trotz Kälte)
  • Abtau-Dauer 5-15 Minuten: Heizung pausiert währenddessen, Raumtemperatur sinkt 0,2-0,5 °C ab (vernachlässigbar dank Gebäude-Trägheit), Heißgas schmilzt Eis von innen nach außen, erkennbar an Dampfwolke (normales Phänomen!)
  • Energieverbrauch 0,5-0,6 kWh pro Abtauung: Bei 400 Abtauungen/Winter 200-240 kWh Verlust, entspricht 60-84 € bei 0,35 €/kWh Strompreis, reduziert JAZ von ideal 4,15 auf real 3,85-3,90 (nur 6-7 % Einbuße ganzjährig)
  • Nasskalte 0-5 °C kritischer als trockene -10 °C: Bei +2 °C / 80 % Luftfeuchte 7,5 g/m³ absolute Feuchte (massive Vereisung), bei -10 °C / 60 % Luftfeuchtigkeit nur 0,8 g/m³ (kaum Vereisung), erklärt warum WP im strengen Frost "besser läuft"
  • Pufferspeicher reduziert Heizstab-Einsatz: Abtauung mit 200-300 L Puffer (Mehrkosten 2.000-3.500 €) spart 30-40 % Heizstab-Energie pro Abtauung (Heizstab oft 3-6 kW, läuft ohne Puffer 5-10 Min), Ersparnis 100-250 €/Jahr
  • Über 12× täglich Abtauung erfordert Prüfung: Mögliche Ursachen Sensor-Defekt (Verdampfer-Fühler misst falsche Temperatur), Verdampfer-Verschmutzung (Pollen/Staub blockiert Luftstrom), Kältemittelmangel (Leckage senkt Verdampfungstemperatur), thermischer Kurzschluss (Abluft wird wieder angesaugt)

Warum muss eine Wärmepumpe abtauen?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme über den Verdampfer (Aluminium-Lamellen-Wärmetauscher mit Kältemittel-Rohren), wobei das Kältemittel (meist R290 Propan seit 2024) bei niedriger Temperatur verdampft und dabei Umgebungswärme aufnimmt.
Die Verdampfungstemperatur liegt immer 5-10 K (Kelvin) unter der Außenluft-Temperatur, um Wärmestrom zu erzeugen.
Beispiel: Bei +2 °C Außentemperatur verdampft Kältemittel bei -3 bis -8 °C im Verdampfer.
Wenn die Verdampfer-Oberfläche unter 0 °C sinkt und Luftfeuchtigkeit kondensiert, bildet sich Reif oder Eis auf den Lamellen (Kondensation bei Taupunkt-Unterschreitung, dann Gefrieren weil Oberfläche <0 °C, physikalisch unvermeidbar bei Luft als Wärmequelle).
Die Eisschicht wirkt zweifach negativ: Thermische Isolation (Wärmeleitfähigkeit Eis 2,2 W/(m·K) versus Aluminium 235 W/(m·K), Faktor 100× schlechter, verhindert Wärmeübertragung) und aerodynamische Blockade (Eis verengt Lamellen-Zwischenräume, Luftvolumenstrom sinkt von 3.000-5.000 m³/h auf 1.000-2.000 m³/h, Heizleistung bricht ein).

Welche Wärmepumpen-Typen benötigen Abtauung?

Nur Luft-Wärmepumpen (Luft-Wasser-WP und Luft-Luft-WP/Split-Klimageräte) benötigen Abtauung, weil Außenluft feucht ist und Verdampfer-Temperatur unter 0 °C sinkt.
Keine Abtauung bei Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme, Sole-Temperatur konstant 0-10 °C ganzjährig, nie Vereisung), Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Grundwasser 8-12 °C, nie Vereisung) und Abwasser-Wärmepumpen (Kanal-Temperatur 10-20 °C Winter, nie Vereisung).
Die Unterscheidung ist entscheidend: Erdwärme-Besitzer erleben nie Abtauungen (kein sichtbarer Dampf, keine Geräusche, kein Energieverlust durch Abtauung), während Luft-WP-Besitzer 200-800 Abtauungen pro Winter erleben (normal und systembedingt, kein Qualitätsmangel!).

Wie oft taut eine Wärmepumpe normal ab?

Die Abtau-Häufigkeit variiert extrem nach meteorologischen Bedingungen und liegt zwischen 0-10× täglich (Durchschnitt 2-8× täglich Winter-Normalbetrieb, Spitzen bis 12× bei extremer Feuchte).
Die kritische Zone ist nasskaltes Wetter 0-5 °C mit hoher Luftfeuchtigkeit 70-90 % (absolute Feuchte 6-8 g/m³ Wasser in Luft), während trockene Kälte <-10 °C kaum Abtauung erfordert (absolute Feuchte <1 g/m³, fast kein Wasser kondensierbar).

Außentemperatur

Luftfeuchtigkeit

Absolute Feuchte

Abtau-Häufigkeit

Normalität

>+7 °C

beliebig

-

0× täglich

✅ Keine Vereisung

+5 bis 0 °C

70-90 %

6-8 g/m³

8-10× täglich

✅ Maximum normal

0 bis -5 °C

50-70 %

3-5 g/m³

4-6× täglich

✅ Standard Winter

-5 bis -10 °C

30-50 %

1-2 g/m³

2-4× täglich

✅ Kälter, seltener

<-10 °C

<30 %

<1 g/m³

0-2× täglich

✅ Trockene Kälte

Die Tabelle zeigt fundamentalen Zusammenhang: Absolute Luftfeuchtigkeit ist entscheidender als Temperatur allein, weil sie Wassermenge definiert die kondensieren kann.

Warum taut Wärmepumpe bei mildem Wetter häufiger als bei Frost?

Dieses Phänomen verwirrt viele Besitzer: "Meine Wärmepumpe läuft bei -10 °C ruhiger als bei +2 °C, ist sie defekt?" - Nein, physikalisch korrekt!
Erklärung absolute Feuchte (Magnus-Formel, psychrometrisches Grundgesetz):
Bei +5 °C / 80 % relativer Luftfeuchtigkeit: Absolute Feuchte 5,4 g/m³ Wasser (sättigbar bis 6,8 g/m³), Verdampfer-Temperatur -2 °C, Temperaturspreizung 7 K, massive Kondensation von 4-5 g/m³ Wasser pro Kubikmeter Luft, bei 4.000 m³/h Luftdurchsatz = 16-20 g Wasser pro Sekunde = 58-72 Liter pro Stunde theoretisch kondensierbar!
Bei -10 °C / 60 % relativer Luftfeuchtigkeit: Absolute Feuchte 0,9 g/m³ Wasser (sättigbar bis 1,5 g/m³), Verdampfer-Temperatur -17 °C, Temperaturspreizung 7 K, minimale Kondensation von 0,3-0,5 g/m³, bei 4.000 m³/h = nur 1-2 g pro Sekunde = 4-7 Liter pro Stunde, Faktor 10× weniger!
Die praktische Konsequenz: Bei nasskaltem Nebel-Wetter +2 °C bildet sich in 30-60 Minuten so viel Eis dass Abtauung nötig wird (8-10× täglich), während bei klarem Frost -12 °C eine Abtauung erst nach 6-12 Stunden nötig wird (0-2× täglich).
Feldmessungen bestätigen (reale Daten Heat-Pump-Forum):
  • Daikin Altherma 3 R (8 kW Split): November +4 °C Nebel = 9× täglich abgetaut
  • Wolf CHA-10 (10 kW Monoblock): Dezember -8 °C klar = 2× täglich abgetaut
  • Panasonic Aquarea (5 kW): Januar 0 °C Schneeregen = 6× täglich abgetaut versus Februar -10 °C = 1× täglich
Die Botschaft: Häufigeres Abtauen bei mildem Wetter ist NORMAL, kein Defekt, sondern korrekte physikalische Reaktion auf höhere absolute Luftfeuchtigkeit!

Wie läuft der Abtau-Vorgang technisch ab?

Der Abtau-Prozess nutzt Kreislaufumkehr (Reverse Cycle Defrost, Standard bei 95 % aller Luft-Wasser-WP 2025): Vier-Wege-Ventil schaltet Kältekreislauf um, Heißgas vom Verdichter strömt in Außen-Verdampfer statt Innen-Verflüssiger, Eis schmilzt von innen nach außen (Rohre werden 50-70 °C heiß).
Die fünf Phasen eines Abtau-Zyklus:
Phase 1 - Vereisung-Detektion (Dauer 0,5-2 Sekunden): Steuerung erkennt Abtau-Bedarf über Sensor-Logik (meist Temperaturdifferenz Außenluft minus Verdampfer >10 K für 5 Minuten, oder Druckabfall Niederdruckseite <2,5 bar, oder Laufzeit-Timer z.B. maximal 60 Minuten ohne Abtauung), gibt Signal "Abtauung starten".
Phase 2 - Vorbereitung (Dauer 5-15 Sekunden): Verdichter reduziert Drehzahl auf 30-50 % (Druckausgleich, verhindert harten Schlag beim Ventil-Umschalten), Lüfter stoppt (keine kalte Luft mehr ansaugen), Umwälzpumpe Heizkreis schaltet oft auf 100 % Leistung (maximaler Volumenstrom 1.200-1.800 L/h garantiert Energie-Bereitstellung).
Phase 3 - Kreislauf-Umschaltung (Dauer 1-3 Sekunden): Vier-Wege-Ventil schaltet (elektrisches Magnetventil, bei manchen Herstellern hydraulisch), hörbares Zischen entsteht (Hochdruck 18-25 bar trifft auf Niederdruck 4-7 bar, Druckausgleich durch Ventil, laut aber normal!), Kältekreis ist jetzt umgekehrt (Außen-Wärmetauscher wird Verflüssiger, Innen-Wärmetauscher wird Verdampfer).
Phase 4 - Aktives Abtauen (Dauer 3-12 Minuten, Durchschnitt 5-8 Minuten):
Heißgas 60-80 °C kondensiert im Außen-Wärmetauscher, gibt Kondensationswärme 2.000-2.500 kJ/kg an Lamellen ab, Eis schmilzt zu Wasser (Schmelzwärme Eis 333 kJ/kg), Wasser verdampft teilweise bei Kontakt mit heißen Rohren (sichtbare Dampfwolke, weißer Nebel steigt auf, oft fälschlich als "Rauch" oder "Leckage" interpretiert, aber harmlos und normal!).
Gleichzeitig kühlt Innen-Wärmetauscher ab: Fungiert jetzt als Verdampfer, entzieht Heizwasser 20-35 °C Wärme, Vorlauf-Temperatur sinkt von z.B. 35 °C auf 22-28 °C (Raum-Temperatur sinkt durch Gebäude-Trägheit nur 0,2-0,5 °C, meist nicht wahrnehmbar, aber Heizkörper werden kühl für 10 Minuten).
Phase 5 - Rückschaltung und Wiederanlauf (Dauer 10-30 Sekunden): Sensor erkennt Eis geschmolzen (Verdampfer-Temperatur steigt >10-15 °C oder Druck Hochdruckseite steigt schnell an als Signal für freien Luftstrom), Vier-Wege-Ventil schaltet zurück in Heizbetrieb (erneutes Zischen hörbar), Lüfter startet verzögert 5-15 Sekunden (lässt Verdampfer abtropfen), Verdichter erhöht Drehzahl auf Sollwert, normaler Heizbetrieb läuft wieder.
Sperrzeit: Die meisten Steuerungen verhindern erneute Abtauung für mindestens 30-45 Minuten (Stabilitäts-Schutz, verhindert Takten wenn Sensor-Störung vorliegt).

Was bedeutet die Dampfwolke beim Abtauen?

Die weiße Dampfwolke oder "Rauch" aus der Wärmepumpe beim Abtauen ist normales physikalisches Phänomen, kein Brandrauch und keine Kältemittel-Leckage!
Physikalische Erklärung: Verdampfer heizt sich auf 50-70 °C, Eis schmilzt zu Wasser (0 °C), Wasser verdunstet teilweise zu Wasserdampf (100 °C nicht nötig, Verdunstung geschieht auch bei niedriger Temperatur wenn heiße Oberfläche), Wasserdampf trifft auf kalte Außenluft -5 bis +5 °C, kondensiert sofort wieder zu winzigen Wasser-Tröpfchen (Aerosol, Nebel), sichtbar als weiße Wolke die aufsteigt (thermischer Auftrieb).
Unterscheidung zu Gefahr: Kein Geruch (Rauch riecht, Wasserdampf nicht), verschwindet nach 3-8 Minuten (nach Abtau-Ende keine Dampfbildung mehr), tritt nur bei Außen-Einheit auf (nicht am Haus-Inneren), tritt nur bei Frost-Wetter auf (im Sommer keine Abtauung).
Wassermenge: Pro Abtauung schmelzen 0,5-1,5 Liter Eis (abhängig von Verdampfer-Größe 2-4 m² Oberfläche, Eisdicke 1-3 mm durchschnittlich), läuft über Kondensatwanne ab, bei 6 Abtauungen täglich = 3-9 Liter Wasser, muss versickern können (Untergrund Kies oder Podest mit Ablauf nötig).

Wie viel Energie verbraucht eine Abtauung?

Eine Abtauung verbraucht 0,5-0,6 kWh elektrische Energie (Durchschnitt aller Hersteller, variiert 0,3-0,8 kWh je nach Systemgröße 5-15 kW, Abtau-Dauer 5-12 Minuten, Heizstab-Einsatz ja/nein).
Die Berechnung für typische 10 kW Luft-Wasser-WP:
Verdichter-Leistung während Abtauung: 2,5-3,5 kW elektrisch (läuft 5-8 Minuten), entspricht 0,35-0,47 kWh.

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Lüfter gestoppt: 0 kWh (spart 0,15-0,25 kW die sonst laufen würden).
Umwälzpumpe Boost: 0,10-0,15 kW (läuft auf 100 % statt 30-50 % Normal), 5-8 Minuten, entspricht 0,01-0,02 kWh zusätzlich.
Heizstab-Zuschaltung (falls Rücklauf <23 °C): 3-6 kW (läuft 2-5 Minuten falls nötig), entspricht 0,10-0,50 kWh zusätzlich, nur ohne Pufferspeicher häufig, mit Puffer selten nötig.
Gesamt pro Abtauung: 0,45-0,65 kWh (ohne Heizstab 0,35-0,50 kWh, mit Heizstab 0,55-0,80 kWh).

Wie viel kostet Abtauung über einen Winter?

Die Abtau-Häufigkeit bestimmt Jahres-Energieverlust:
Szenario A - Milder Winter (Durchschnitt +2 °C, viel Feuchtigkeit):
  • Abtauungen: 300× pro Saison (Dezember bis Februar täglich 3-4×, November/März täglich 1-2×)
  • Energieverlust: 300 × 0,5 kWh = 150 kWh
  • Kosten: 150 kWh × 0,35 €/kWh = 52,50 €
Szenario B - Normaler Winter (Durchschnitt -2 °C, wechselnd):
  • Abtauungen: 450× pro Saison (Dezember bis Februar täglich 5-6×, November/März täglich 2-3×)
  • Energieverlust: 450 × 0,5 kWh = 225 kWh
  • Kosten: 225 kWh × 0,35 €/kWh = 78,75 €
Szenario C - Nasskalter Winter (Oft 0-5 °C, Nebel/Schneeregen):
  • Abtauungen: 700× pro Saison (Dezember bis Februar täglich 8-10×, November/März täglich 3-4×)
  • Energieverlust: 700 × 0,6 kWh = 420 kWh
  • Kosten: 420 kWh × 0,35 €/kWh = 147 €
Die realistischen Kosten liegen 50-150 € pro Winter für Abtau-Energieverlust, während Gesamt-Heizkosten Wärmepumpe 1.200-2.500 €/Jahr betragen (Abtauung macht nur 4-6 % der Jahres-Heizkosten aus, nicht dramatisch!).

Wie stark reduziert Abtauung die JAZ?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sinkt durch Abtau-Verluste um 0,25-0,35 JAZ-Punkte (entspricht 6-8 % Effizienz-Verlust ganzjährig, faktisch im Toleranzbereich und kein Grund zur Besorgnis).
Rechenbeispiel 150 m² Einfamilienhaus:
Wärmebedarf Heizung: 18.000 kWh/Jahr (sanierter Altbau 65 W/m² Heizlast).
Ohne Abtau-Verluste (idealisiert): JAZ 4,15, Stromverbrauch 18.000 / 4,15 = 4.337 kWh, Kosten 4.337 × 0,35 €/kWh = 1.518 €/Jahr.
Mit Abtau-Verlusten (real): Zusätzlich 225 kWh Abtauung, Gesamt-Strom 4.337 + 225 = 4.562 kWh, JAZ real 18.000 / 4.562 = 3,95 (statt 4,15), Kosten 4.562 × 0,35 €/kWh = 1.597 €/Jahr.
Differenz: 79 €/Jahr Mehrkosten durch Abtauung, JAZ-Reduktion 0,20 Punkte (5 %), liegt völlig im normalen Bereich und ist kein Effizienz-Problem!
Die Perspektive: Viel größere Effizienz-Verluste entstehen durch falsche Heizkurve (10-20 % Mehrverbrauch), Überdimensionierung (15-30 % Mehrverbrauch durch Takten), fehlenden hydraulischen Abgleich (8-15 % Mehrverbrauch), während Abtauung nur 5-8 % ausmacht und physikalisch unvermeidbar ist bei Luft als Wärmequelle.

Ist häufiges Abtauen schädlich für die Wärmepumpe?

Nein, häufiges Abtauen ist NICHT schädlich für die Wärmepumpe (System ist auf 10.000-20.000 Abtau-Zyklen über 18-20 Jahre Lebensdauer ausgelegt, entspricht 500-1.100 Abtauungen pro Jahr durchschnittlich, weit über realen 300-700 pro Jahr).
Die Komponenten sind robust dimensioniert:
Vier-Wege-Ventil: Schaltzyklen-Festigkeit 50.000-100.000 Zyklen (Hersteller-Spezifikation Danfoss, Saginomiya), bei 600 Abtauungen/Jahr × 20 Jahre = 12.000 Zyklen, nur 12-24 % der Lebensdauer verbraucht.
Verdichter: Takten beim Abtauen ist unkritisch weil Druckdifferenz gering (Umschaltung bei laufendem Verdichter reduziert Druckstoß), kritischer ist Takten im Normal-Betrieb durch Überdimensionierung (An/Aus alle 5-10 Minuten verschleißt Verdichter schnell).
Wärmetauscher: Thermische Zyklen (Heizen 60 °C → Abtauen -5 °C) sind unkritisch für Kupfer-Rohre und Aluminium-Lamellen (Materialien ausgelegt auf -40 bis +120 °C, Zyklen-Festigkeit >100.000).
Heizstab: Falls zugeschaltet beim Abtauen (ohne Puffer häufig), Lebensdauer 8.000-12.000 Betriebsstunden, bei 600 Abtauungen × 5 Minuten × 50 % Zuschalt-Quote = 250 Stunden pro Jahr, entspricht 32-48 Jahre theoretische Lebensdauer (unkritisch).
Die Botschaft: 2-8× täglich Abtauung ist absolut unkritisch für Lebensdauer, selbst 10-12× täglich über Wochen verursacht keinen Schaden, System ist dafür konstruiert!

Wann ist Abtauung zu häufig?

Abtauung ist potenziell problematisch wenn Häufigkeit >12-15× täglich über mehrere Tage auftritt (deutet auf technisches Problem, nicht mehr meteorologisch erklärbar).
Fünf häufige Ursachen zu häufiger Abtauung:
Ursache 1 - Sensor-Fehler (Verdampfer-Temperaturfühler): Fühler aus Hülse gerutscht oder Kontakt korrodiert, misst Außenluft-Temperatur statt Lamellen-Temperatur, System denkt Verdampfer sei kälter als real, triggert Abtauung zu früh.
Diagnose: Verdampfer hat wenig sichtbares Eis trotz häufiger Abtauung, Abtau-Zyklen sehr kurz (3-4 Minuten), Fühler-Widerstand messen (10 kΩ bei 25 °C typisch NTC).
Ursache 2 - Verdampfer-Verschmutzung (Pollen, Staub, Laub): Blockiert Luftstrom, Verdampfer-Temperatur sinkt trotz sauberem Zustand, Vereisung schneller.
Diagnose: Sichtbar verschmutzter Verdampfer (Lamellen grau/braun statt silber), Luftstrom-Geräusch leiser als normal, Reinigung mit Wasser-Schlauch (Druck 2-4 bar, nicht Hochdruckreiniger!) hilft sofort.
Optimierung 2 - Aufstellort-Prüfung (thermischer Kurzschluss vermeiden): Abluft Verdampfer darf nicht wieder angesaugt werden (Mindestabstand Abluft-Ansaug 0,8-1,2 m), keine Aufstellung unter Dachtraufe (Tropfwasser gefriert auf Verdampfer zusätzlich), keine Nischen/Ecken ohne Luftzirkulation.
Korrektur falls problematisch: Luftleit-Bleche installieren (lenkt Abluft weg von Ansaugung, Kosten 50-150 € DIY), Gerät versetzen auf offeneren Standort (aufwendig, Kosten 800-1.500 € Fachbetrieb), oder akzeptieren höhere Abtau-Häufigkeit (wenn nicht >12× täglich).
Optimierung 3 - Modernere Kompressor-Technologie (nur bei Neuanschaffung): Inverter-Verdichter moduliert Drehzahl 25-100 % (Verdampfungs-Temperatur bleibt höher bei Teillast, weniger Vereisung), neue Kältemittel R290 (bessere Effizienz bei tiefen Temperaturen), größere Verdampfer-Flächen 3-5 m² (Lambda 3K-Prozess, Temperaturspreizung nur 3 K statt 7 K, viel seltener Vereisung).
Beispiel Lambda Eureka: Abtau-Häufigkeit dokumentiert 30-50 % niedriger als Standard-WP (3-4× täglich statt 6-8× bei gleichem Wetter), aber Mehrkosten 15-25 % Gerätepreis (lohnt nur bei Neuanschaffung, nicht Nachrüstung).
Optimierung 4 - Intelligente Steuerung-Parametrierung (Fachbetrieb): Abtau-Schwelle leicht erhöhen (z.B. ΔT >11 K statt >10 K, reduziert Fehlauslösungen), Abtau-Timer verlängern (z.B. maximal 75 Minuten statt 60 Minuten ohne Abtauung erlaubt), natürliche Abtauung aktivieren bei Außentemperatur >5 °C (nur Lüfter läuft, Verdichter stoppt, kostenlos).
Vorsicht: Zu aggressive Parameter (z.B. ΔT >13 K) riskieren Eisblock-Bildung (Verdampfer völlig vereist, Notfall-Abtauung sehr lang 15-20 Minuten), nur mit Fachkenntnis anpassen!
Nicht empfohlen: Abtauung deaktivieren oder extrem selten machen (führt zu massiver Vereisung, Leistungs-Zusammenbruch, potenziell Verdichter-Schaden durch Flüssigkeits-Rückschlag).

Fazit: Abtauung ist normal und unvermeidbar

Die Abtauung bei Luft-Wärmepumpen ist physikalisch unvermeidbar (Verdampfer-Temperatur unter 0 °C bei Luftfeuchtigkeit führt zwingend zu Vereisung, alle Luft-Systeme weltweit betroffen) und technisch korrekt gelöst (Heißgas-Umkehr oder Puffer-Nutzung schmelzen Eis in 5-15 Minuten, System auf 10.000-20.000 Zyklen ausgelegt).
Die drei Kern-Erkenntnisse für Wärmepumpen-Besitzer:
  • 2-8× täglich Abtauung ist völlig normal (Maximum bei nasskaltem Wetter 0-5 °C + Nebel/Schneeregen 8-10× täglich, Minimum bei trockenem Frost <-10 °C 0-2× täglich, physikalisch korrekt und kein Defekt).

  • Energieverlust nur 6-7 % JAZ-Reduktion ganzjährig (50-150 € pro Winter Mehrkosten, viel kleiner als oft befürchtet, andere Faktoren wie Heizkurve/Dimensionierung wichtiger für Effizienz).

  • Häufige Abtauung bei mildem Wetter ist normale Physik (absolute Luftfeuchtigkeit +2 °C / 80 % = 7,5 g/m³ versus -10 °C / 60 % = 0,8 g/m³, erklärt warum WP im strengen Frost "besser läuft", kein Grund zur Sorge).

Wer Abtau-Häufigkeit >12× täglich über mehrere Tage beobachtet sollte Fachbetrieb kontaktieren (mögliche Ursachen Sensor-Defekt, Verschmutzung, Kältemittelmangel), ansonsten gilt: Beobachten, akzeptieren, entspannen - Ihre Wärmepumpe funktioniert korrekt!

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