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Wärmepumpe im Altbau: Kosten, Förderung & Vorlauftemperatur

14 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eignung: Eine Wärmepumpe heizt auch den Altbau effizient – die Fraunhofer-ISE-Feldstudie fand über Baujahre von 1826 bis 2001 keine Korrelation zwischen Gebäudealter und Effizienz.
  • Effizienz: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Bestand eine Jahresarbeitszahl von 3,4, erdgekoppelte Anlagen 4,3 (Fraunhofer ISE).
  • Schlüsselgröße: Das Gebäude ist geeignet, wenn die Vorlauftemperatur unter 55 °C bleibt – jedes Grad weniger steigert die JAZ um 2 bis 4 Prozent.
  • Kosten 2026: Eine komplett installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Durchschnitt 36.300 Euro, die realen Angebote reichen von 20.000 bis 63.000 Euro.
  • Förderung: Die KfW bezuschusst bis zu 70 Prozent auf maximal 30.000 Euro, also höchstens 21.000 Euro je Wohneinheit.
  • Betrieb: Im teilsanierten Altbau liegt der Stromverbrauch bei rund 5.000 kWh pro Jahr, mit Wärmepumpentarif ab 20 ct/kWh.
  • Heizkörper: Nur bei rund 8 Prozent der Altbau-Installationen muss überhaupt ein Heizkörper getauscht werden.

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Eignet sich eine Wärmepumpe für den Altbau?

Eine Wärmepumpe eignet sich für den Altbau, sobald die Heizung das Gebäude mit einer Vorlauftemperatur unter etwa 55 °C warm hält. Sie entzieht der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Umweltwärme und hebt diese mit einem elektrisch betriebenen Verdichter auf Heiztemperatur an. Das Funktionsprinzip beruht auf einem Kältekreis: Ein Kältemittel verdampft bei niedriger Temperatur, der Verdichter erhöht Druck und Temperatur, und ein Wärmeübertrager gibt die Wärme an das Heizwasser ab.
Die Fraunhofer-ISE-Feldstudie hat 77 Wärmepumpenanlagen in Bestandsgebäuden vier Jahre lang vermessen, mit Baujahren von 1826 bis 2001. Das zentrale Ergebnis: Eine Abhängigkeit zwischen Gebäudealter und Effizienz war nicht nachweisbar. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die erreichbare Heizlast und Vorlauftemperatur des konkreten Hauses.
Der häufige Einwand, eine Wärmepumpe brauche zwingend eine Fußbodenheizung, trifft die Praxis nicht. Laut thermondo laufen 87 Prozent der installierten Anlagen ohne Fußbodenheizung, also mit klassischen Heizkörpern. Die Wärmepumpe unterscheidet sich damit von der Gasheizung vor allem durch die niedrige Betriebstemperatur und den Strombezug statt Brennstoff.
Als Referenz-Szenario dient in diesem Ratgeber ein Einfamilienhaus Baujahr 1970 mit 140 m² Wohnfläche, teilsaniert mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach, einem Heizwärmebedarf von rund 18.000 kWh pro Jahr, bestehenden Plattenheizkörpern und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 9 bis 12 kW. Alle Beispielrechnungen beziehen sich auf dieses Haus.

Welche Wärmepumpen-Typen eignen sich für den Altbau?

Für den Altbau eignen sich vier Bauarten: die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die Wasser-Wasser-Wärmepumpe und die Hochtemperatur-Wärmepumpe. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe dominiert mit 95 Prozent Marktanteil, weil sie ohne Bohrung oder Grundstückseingriff auskommt.
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt Erdwärme über eine Erdsonde oder Flächenkollektoren und erreicht im Bestand eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 4,3. Die Erschließung kostet jedoch mindestens 10.000 Euro und die Tiefenbohrung ist durch die Wasserschutzbehörde genehmigungspflichtig. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe zieht Grundwasser heran und erzielt die höchsten Arbeitszahlen, setzt aber eine ausreichende Wassermenge und -qualität voraus.
Die Luft-Luft-Wärmepumpe heizt über erwärmte Luft statt über Heizwasser und erreicht einen COP von 2,5 bis 3,5. Sie eignet sich laut 1KOMMA5° im schwach gedämmten Altbau nicht als alleinige Heizung, weil sie keine wassergeführten Heizkörper versorgt und kein Warmwasser bereitet.
Die Hochtemperatur-Wärmepumpe erreicht mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) bis zu 75 °C Vorlauftemperatur und ist die Lösung für unsanierte Altbauten mit alten Radiatoren. Der Preis dieser hohen Temperatur ist eine geringere Effizienz: Bei 70 bis 75 °C Vorlauf sinkt die Jahresarbeitszahl auf 2,3 bis 2,7.
Wärmepumpen-Bauarten im Altbau mit durchschnittlicher Jahresarbeitszahl und Eignung.

Bauart

Durchschnittliche JAZ im Bestand

Maximale Vorlauftemperatur

Eignung im Altbau

 

Luft-Wasser-Wärmepumpe

3,4 (Spanne 2,6–4,9)

55–75 °C

Standardlösung, kein Grundstückseingriff

Sole-Wasser-Wärmepumpe

4,3 (Spanne 3,6–5,4)

bis ca. 65 °C

effizient, aber Bohrung nötig

Hochtemperatur-Wärmepumpe (R290)

2,3–2,7 bei 70–75 °C

bis 75 °C

für unsanierte Altbauten mit alten Heizkörpern

Luft-Luft-Wärmepumpe

COP 2,5–3,5

luftgeführt

nur Zusatz, keine Alleinheizung

Welche Vorlauftemperatur und JAZ erreicht eine Wärmepumpe im Altbau?

Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Stellhebel für die Effizienz im Altbau, weil sie die Jahresarbeitszahl direkt bestimmt. Bei 35 °C erreicht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine JAZ von 4,2, bei 45 °C noch 3,5, bei 55 °C rund 3,0 und bei 65 °C nur noch 2,7. Jedes Kelvin niedrigere Vorlauftemperatur steigert die JAZ laut EnergieFluss24 um 2 bis 4 Prozent.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis aus abgegebener Wärme und aufgenommenem Strom über ein ganzes Jahr. Sie unterscheidet sich vom COP, der nur einen Momentanwert bei festgelegten Prüfbedingungen angibt.
JAZ = QWärme ÷ WStrom
  • QWärme = jährlich an das Gebäude abgegebene Wärmemenge in kWh
  • WStrom = jährlich von der Wärmepumpe aufgenommener Strom in kWh
Beispiel: Referenzhaus, teilsanierter Altbau Baujahr 1970
Gegeben: 18.000 kWh Heizwärmebedarf pro Jahr, Vorlauftemperatur 45 °C, daraus JAZ 3,3
Berechnung: 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.454 kWh Strom pro Jahr
Ergebnis: Rund 5.450 kWh Strombedarf – ein wirtschaftlicher Wert deutlich über der Förder-Mindest-JAZ von 3,0.
Für die Dimensionierung schreibt die DIN EN 12831 eine raumweise Heizlastberechnung vor. Die VDI 4645 ergänzt die Auslegung von Wärmepumpenanlagen im Bestand. Eine messbare Eignungsprüfung liefert der 55-Grad-Test: An einem Frosttag wird die Vorlauftemperatur auf 55 °C begrenzt; bleiben alle Räume warm, ist der Altbau ohne Heizkörpertausch wärmepumpentauglich.
Jahresarbeitszahl einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in Abhängigkeit von der Vorlauftemperatur (Richtwerte).

Vorlauftemperatur

Typische Heizfläche

Jahresarbeitszahl

 

35 °C

Fußbodenheizung

4,2

45 °C

große oder Niedertemperatur-Heizkörper

3,5

55 °C

Bestandsheizkörper, teilsaniert

3,0

65 °C

alte Radiatoren, unsaniert

2,7

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung?

Eine Wärmepumpe funktioniert auch im Altbau ohne vollständige Dämmung, solange der Heizwärmebedarf und die nötige Vorlauftemperatur begrenzt bleiben. Laut Finanztip gilt ein Haus mit unter 60 kWh/m² Jahresbedarf als sehr gut geeignet, 60 bis 100 kWh/m² als gut geeignet, 100 bis 150 kWh/m² als möglich und über 150 kWh/m² als wirtschaftlich erst nach Teilsanierung sinnvoll.
Die Fraunhofer-ISE-Feldstudie belegt den Betrieb in der Praxis: Selbst kaum gedämmte Gebäude erreichten Jahresarbeitszahlen ab 2,6, und der elektrische Heizstab trug bei Luft-Wasser-Anlagen nur 1,3 Prozent zur Stromarbeit bei. Eine Wärmepumpe verfehlt ihr Ziel also nicht plötzlich bei Frost, sondern arbeitet nur mit geringerer Effizienz, je höher die nötige Vorlauftemperatur ausfällt.
Gezielte Einzelmaßnahmen heben die Effizienz mehr als eine teure Komplettsanierung. Eine Dachdämmung reduziert bis zu 30 Prozent der Wärmeverluste bei 50 bis 250 Euro pro Quadratmeter, eine Kellerdeckendämmung bis zu 15 Prozent bei 30 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Jede Dämmmaßnahme verbessert die Jahresarbeitszahl um 0,2 bis 0,5 Punkte.
Die wirtschaftlich sinnvolle Reihenfolge beginnt mit den günstigen Maßnahmen: zuerst oberste Geschossdecke und Kellerdecke dämmen, dann die Wärmepumpe installieren, anschließend hydraulischen Abgleich durchführen und einzelne Heizkörper tauschen. Fenster und Fassade folgen bei Bedarf später.

Welche Heizkörper braucht eine Wärmepumpe im Altbau?

Eine Wärmepumpe arbeitet im Altbau mit den vorhandenen Heizkörpern, sofern diese groß genug für niedrige Vorlauftemperaturen sind. Laut Verbraucherzentrale lässt sich die Vorlauftemperatur weit genug absenken, wenn die Heizflächen ausreichend dimensioniert sind. Nur rund 8 Prozent der thermondo-Installationen erforderten überhaupt einen Heizkörpertausch.
Reicht ein einzelner Heizkörper nicht aus, stehen drei Lösungen bereit. Plattenheizkörper Typ 33 liefern bei gleichen Abmessungen 60 bis 80 Prozent mehr Leistung als Typ 22. Niedertemperatur-Heizkörper erbringen bei 35 °C Vorlauf 50 bis 70 Prozent ihrer Nennleistung statt nur 30 bis 40 Prozent eines alten Radiators. Gebläsekonvektoren mit Ventilator steigern die Leistung um 40 bis 60 Prozent und kommen mit 35 bis 40 °C Vorlauf aus.
Ein einzelner Heizkörpertausch kostet 300 bis 800 Euro inklusive Montage. Für jede geförderte Anlage Pflicht und zugleich wirksamste Optimierung ist der hydraulische Abgleich: Er senkt den Energieverbrauch um 5 bis 15 Prozent und ermöglicht eine um 5 bis 10 °C niedrigere Vorlauftemperatur. Das Heizwasser muss dabei der VDI 2035 entsprechen, mit einem pH-Wert zwischen 8,2 und 9,0.
Heizflächen-Optionen für die Wärmepumpe im Altbau mit Vorlauftemperatur und Kosten je Stück.

Heizfläche

Geeignete Vorlauftemperatur

Kosten je Stück

 

Bestandsradiator (alt)

oft 65–75 °C nötig

Plattenheizkörper Typ 33

50–55 °C

150–280 €

Niedertemperatur-Heizkörper

40–45 °C

220–380 €

Gebläsekonvektor

35–40 °C

380–650 €

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

Eine komplett installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Altbau durchschnittlich 36.300 Euro. Diesen Wert ermittelte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aus 160 realen Angeboten; die Spanne reichte von 20.000 bis 63.000 Euro für dieselbe Aufgabe. Die große Spreizung macht den Preisvergleich mehrerer Fachbetriebe zur wichtigsten Sparmaßnahme.
Die Mehrkosten gegenüber einem Neubau betragen 3.000 bis 10.000 Euro und entstehen nicht durch die Wärmepumpe selbst, sondern durch Anpassungen am Heizsystem. Dazu zählen der Heizkörpertausch, der hydraulische Abgleich, ein Pufferspeicher und gegebenenfalls eine stärkere Elektrik.
Kostenaufschlüsselung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau (Referenzhaus, Einzelposten brutto).

Position

Kosten brutto

 

Wärmepumpe (9–12 kW, R290)

13.500 €

Puffer- und Warmwasserspeicher

1.500–4.000 €

Installation und Hydraulik

5.500 €

Elektrik und Zählerkasten

1.000–3.000 €

Hydraulischer Abgleich (Verfahren B)

500–1.200 €

Heizkörpertausch (0–4 Stück)

0–3.200 €

Demontage der Altheizung

1.800 €

Eine Erdwärmepumpe kostet wegen der Bohrung insgesamt 20.000 bis 40.000 Euro, eine Wasser-Wasser-Anlage 24.000 bis 36.000 Euro. Der Pufferspeicher allein schlägt mit 1.500 bis 4.000 Euro zu Buche. Diese Bruttobeträge fallen vor Abzug der staatlichen Förderung an, die im nächsten Abschnitt den Eigenanteil deutlich senkt.

Wie hoch sind Stromverbrauch und Stromkosten im Altbau?

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Altbau liegt je nach Sanierungszustand zwischen 4.300 und 8.000 kWh pro Jahr für ein 150-m²-Haus. Im unsanierten Altbau mit 22.500 kWh Wärmebedarf und JAZ 2,8 ergeben sich rund 8.000 kWh Strom, im sanierten Altbau mit 15.000 kWh Wärmebedarf und JAZ 3,5 nur noch rund 4.300 kWh.
WStrom = Heizwärmebedarf ÷ JAZ
  • Heizwärmebedarf = jährlicher Wärmebedarf des Gebäudes in kWh
  • JAZ = Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe (dimensionslos)
Beispiel: Referenzhaus mit Wärmepumpentarif
Gegeben: 18.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,3, Wärmepumpentarif 0,23 €/kWh
Berechnung: 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.454 kWh; 5.454 kWh × 0,23 €/kWh = 1.254 €
Ergebnis: Rund 1.250 € Stromkosten pro Jahr gegenüber etwa 2.400 € für 20.000 kWh Gas zu 0,12 €/kWh.
Ein Wärmepumpentarif nach § 14a EnWG kostet 2026 zwischen 20 und 25 ct/kWh, während Haushaltsstrom bei 30 bis 36 ct/kWh liegt. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung zeitweise reduzieren. Der Praxistest von co2online zeigt das Sparpotenzial: Ein Hausbesitzer erreichte im Heizjahr 2025/26 eine JAZ von 4,80 und zahlte für 3.185 kWh Strom nur 1.020 Euro.
Jahresstromverbrauch und Stromkosten einer Wärmepumpe nach Sanierungszustand (150 m², Wärmepumpentarif 0,23 €/kWh, mit 20-Jahres-Summe).

Sanierungszustand

Stromverbrauch

Stromkosten pro Jahr

Summe über 20 Jahre

 

Unsaniert (JAZ 2,8)

ca. 8.000 kWh

ca. 1.840 €

ca. 36.800 €

Teilsaniert (JAZ 3,3)

ca. 5.450 kWh

ca. 1.250 €

ca. 25.000 €

Saniert (JAZ 3,5)

ca. 4.300 kWh

ca. 990 €

ca. 19.800 €

Welche Förderung gibt es 2026 für Wärmepumpen im Altbau?

Die Förderung für Wärmepumpen im Bestand läuft 2026 über das KfW-Programm 458 und erreicht maximal 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Die förderfähigen Kosten sind für das Einfamilienhaus auf 30.000 Euro gedeckelt, womit der maximale Zuschuss 21.000 Euro je Wohneinheit beträgt.
Der Zuschuss setzt sich aus vier Bausteinen zusammen. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent gilt für Selbstnutzer beim Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung und bleibt bis zum 31. Dezember 2028 auf diesem Niveau. Der Einkommensbonus von 30 Prozent gilt bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von maximal 40.000 Euro. Der Effizienzbonus von 5 Prozent gilt für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie R290 oder mit Erd- und Wasserquelle.
Zuschuss = förderfähige Kosten × Fördersatz

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  • förderfähige Kosten = anrechenbare Investition, maximal 30.000 € je erster Wohneinheit
  • Fördersatz = Summe der Boni, maximal 70 %
Beispiel: Referenzhaus, Selbstnutzer mit R290-Wärmepumpe
Gegeben: 30.000 € förderfähige Kosten, 30 % Grund + 20 % Klimageschwindigkeit + 5 % Effizienz = 55 %
Berechnung: 30.000 € × 55 % = 16.500 €
Ergebnis: 16.500 € Zuschuss; mit Einkommensbonus erhöht sich der Satz bis zur Deckelung von 70 %, also 21.000 €.
Pflicht ist die Antragstellung vor Vorhabenbeginn über das KfW-Zuschussportal. Als technische Voraussetzung gilt eine rechnerische Mindest-Jahresarbeitszahl von 3,0 für Luft-Wasser-Wärmepumpen. Das Vorhaben muss innerhalb von 36 Monaten nach der Zusage abgeschlossen sein.
Bausteine der KfW-458-Förderung für Wärmepumpen im Altbau 2026.

Förderbaustein

Höhe

Voraussetzung

 

Grundförderung

30 %

Heizung mit ≥ 65 % erneuerbarer Energie

Klimageschwindigkeitsbonus

20 %

Selbstnutzer, Austausch fossiler Heizung, bis 31.12.2028

Einkommensbonus

30 %

zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €

Effizienzbonus

5 %

natürliches Kältemittel oder Erd-/Wasserquelle

Maximale Förderquote

70 %

Deckelung der kombinierten Boni

Welche Hersteller und Modelle eignen sich für den Altbau?

Für den Altbau eignen sich besonders Hochtemperatur-Modelle mit dem Kältemittel R290, die hohe Vorlauftemperaturen für alte Heizkörper erreichen. Die fünf führenden Hersteller sind Viessmann, Bosch, Daikin, Stiebel Eltron und Vaillant.
Die Viessmann Vitocal 250-A erreicht 70 °C Vorlauftemperatur, nutzt R290 und bietet einen SCOP von 3,87 bei 55 °C. Sie deckt mit sieben Leistungsklassen 2,1 bis 18,5 kW ab und wurde von der Stiftung Warentest mit der Note 2,0 zum Testsieger gekürt. Die Bosch Compress 6800i AW liefert bis zu 75 °C Vorlauftemperatur und hält bei −10 °C Außentemperatur noch 65 °C, ebenfalls mit R290.
Die Daikin Altherma 4 H erreicht 75 °C, arbeitet bis −28 °C Außentemperatur und erzielt einen SCOP von 4,04 bei 55 °C. Die Stiebel Eltron WPL-A Plus liefert 75 °C bis −25 °C und einen SCOP von 3,99 bei 55 °C. Die Vaillant aroTHERM plus erreicht 75 °C und einen SCOP von 5,4 bei 35 °C, fällt im Hochtemperaturbetrieb aber auf einen COP von etwa 2,8.
Altbau-taugliche Hochtemperatur-Wärmepumpen mit maximaler Vorlauftemperatur, Kältemittel und Effizienz.

Modell

Max. Vorlauftemperatur

Kältemittel

SCOP bei 55 °C

 

Viessmann Vitocal 250-A

70 °C

R290

3,87

Bosch Compress 6800i AW

75 °C

R290

Daikin Altherma 4 H

75 °C

R290

4,04

Stiebel Eltron WPL-A Plus

75 °C

R290

3,99

Vaillant aroTHERM plus

75 °C

R290

Welche Nachteile, Risiken und typischen Fehler gibt es im Altbau?

Die größten Risiken der Wärmepumpe im Altbau liegen nicht in der Technik, sondern in der Planung. Eine fehlende Heizlastberechnung, eine falsche Dimensionierung und eine zu hohe Vorlauftemperatur drücken die Jahresarbeitszahl unter die Wirtschaftlichkeitsgrenze von 3,0.

Fehler 1: Keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831

Symptom

Ohne raumweise Berechnung reichen die Angebote für dasselbe Gebäude laut Verbraucherzentrale Saarland von 6 bis 12 kW Leistung.

Folge

Eine überdimensionierte Anlage taktet, schaltet also häufig an und aus, was Effizienz und Lebensdauer senkt.

Prävention

Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch den Fachbetrieb legt die passende Leistung fest.

Fehler 2: Zu hohe Vorlauftemperatur und steile Heizkurve

Symptom

Eine zu hoch eingestellte Heizkurve erzwingt unnötig hohe Vorlauftemperaturen.

Folge

Im unsanierten Extremfall mit 85 °C Vorlauf sinkt die JAZ auf 2,0 bis 2,4 und die Wärmepumpe wird teurer als Gas.

Prävention

Ein hydraulischer Abgleich senkt die Vorlauftemperatur um 5 bis 10 °C und hebt die JAZ um 0,3 bis 0,5 Punkte.

Fehler 3: Lärm durch falschen Aufstellort

Symptom

Das Außengerät erzeugt Geräusche, die nachts an dicht bebauten Standorten auffallen.

Folge

Die Fraunhofer-ISE-Messungen fanden an drei von fünf Standorten erhöhte Nachtimmissionen, stets jedoch unterhalb des Umgebungslärms.

Prävention

Ein ausreichender Abstand zur Grundstücksgrenze und ein leises Modell halten die Schallgrenzwerte ein.

Welche rechtlichen Pflichten gelten (hydraulischer Abgleich, Lärm, GEG)?

Für die Wärmepumpe im Altbau gelten 2026 drei zentrale rechtliche Pflichten: der hydraulische Abgleich, die Schallgrenzwerte und die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Der hydraulischer Abgleich ist für jede geförderte Wärmepumpe Pflicht: Die KfW verlangt den Nachweis nach dem detaillierten Verfahren B. Nach § 60c GEG besteht seit dem 1. Oktober 2024 zusätzlich eine gesetzliche Abgleichpflicht für Gebäude mit mindestens sechs Wohneinheiten.
Beim Lärm verschärfte sich zum 1. Januar 2026 die Förderbedingung: Laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) sind Luft-Wasser-Wärmepumpen im BEG-Programm nur noch förderfähig, wenn ihr Außengerät den Grenzwert der EU-Ökodesign-Verordnung um mindestens 10 dB(A) unterschreitet statt zuvor 5 dB(A). Die TA Lärm setzt zusätzlich Immissionsgrenzwerte an der Nachbargrenze, die über den Aufstellort einzuhalten sind.
Der Strombezug fällt unter § 14a EnWG: Die Wärmepumpe gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung und erhält dafür reduzierte Netzentgelte, im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung zeitweise auf bis zu 4,2 kW drosseln. Ab dem 1. Januar 2028 sind ausschließlich Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel förderfähig.

Was sagen unabhängige Tests zur Wärmepumpe im Altbau?

Unabhängige Tests bestätigen die Altbau-Tauglichkeit der Wärmepumpe. Die Stiftung Warentest prüfte im Oktober 2025 fünf R290-Modelle der 10- bis 12-kW-Klasse in einem simulierten Altbau-Szenario mit 150 kWh/m² Heizbedarf, Heizkörpern und 55 °C Vorlauf.
Testsieger wurde die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0, gefolgt von der Alpha Innotec Hybrox 11 und der Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus mit jeweils 2,2. Alle vier Spitzenmodelle erhielten das Qualitätsurteil „gut“.
Die Fraunhofer-ISE-Feldstudie liefert die belastbarsten Praxisdaten: 77 Anlagen über vier Jahre, Jahresarbeitszahlen von 3,4 (Luft-Wasser) und 4,3 (Sole-Wasser) sowie eine CO2-Einsparung von 64 Prozent gegenüber Gasheizungen bezogen auf den Strommix 2024. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage erreichten die Systeme einen Autarkiegrad von bis zu 62 Prozent.

Wie entwickeln sich Markt und Technik der Wärmepumpe im Altbau?

Der Markt für Wärmepumpen wächst: 2025 wurden in Deutschland laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) 299.000 Heizungs-Wärmepumpen abgesetzt, ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit war die Wärmepumpe nach BWP-Angaben erstmals das meistverkaufte Heizsystem des Jahres.
Der Bestand ist der zentrale Wachstumstreiber: 80 Prozent der 2025 verkauften Wärmepumpen gingen in Bestandsgebäude, und die Luft-Wasser-Wärmepumpe hält 95 Prozent Marktanteil. Die Technik entwickelt sich in Richtung des natürlichen Kältemittels R290, das ab 2028 für die Förderung ohnehin Pflicht wird.
Bei der Förderung bleibt der Klimageschwindigkeitsbonus bis zum 31. Dezember 2028 bei 20 Prozent und sinkt danach alle zwei Jahre um 3 Prozentpunkte. Wer den Heizungstausch im Altbau plant, sichert sich vor diesem Stichtag die höchste Förderquote.

Wann lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Eine Wärmepumpe lohnt sich im Altbau, sobald die Vorlauftemperatur unter 55 °C bleibt und die Jahresarbeitszahl 3,0 erreicht. Die folgenden Nutzerprofile ordnen die Entscheidung konkret ein.

Teilsanierter Altbau mit großen Heizkörpern

Bei neuen Fenstern, gedämmtem Dach und ausreichend großen Heizkörpern erreicht das Haus eine JAZ von 3,3 bis 3,5. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist hier die klare Empfehlung, oft ohne Heizkörpertausch.

Unsanierter Altbau mit alten Radiatoren

Bei einem Heizbedarf über 150 kWh/m² empfiehlt sich zuerst eine günstige Teilsanierung von Dach und Kellerdecke oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit R290. Ohne Maßnahme droht eine JAZ unter 2,5.

Eigentümer mit niedrigem Einkommen

Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro deckt die Förderung bis zu 70 Prozent ab, also bis zu 21.000 Euro. Der Eigenanteil sinkt damit auf einen niedrigen vierstelligen Betrag plus Zusatzkosten.

Vermieter

Vermieter erhalten ohne Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus maximal 35 Prozent Förderung. Die Wirtschaftlichkeit hängt hier stärker von der Modernisierungsumlage und dem Gebäudezustand ab.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen