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Brauchwasserwärmepumpe 2026: Kosten, Testsieger und Förderung

12 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Effizienz: Nach DIN EN 16147 liegen die Leistungszahlen (COP) je nach Modell zwischen 3,26 und 3,75 im Betriebspunkt A20/W10-53.
  • Investition: Markttypische Gesamtkosten inklusive Installation liegen zwischen 3.000 € und 6.500 € – ein Erfahrungswert aus Preislisten, keine amtliche Vorgabe.
  • Betriebskosten: Ein 4-Personen-Haushalt benötigt bei einer Jahresarbeitszahl von 3,3 rund 1.212 kWh Strom pro Jahr, das entspricht beim aktuellen Haushaltsstrompreis von 40,55 Cent/kWh etwa 491 €.
  • Förderung: Die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) gewährt eine Basisförderung von 30 % plus mögliche Boni (Geschwindigkeit 20 %, Einkommen 30 %, Effizienz 5 %), insgesamt gedeckelt auf 70 % der förderfähigen Kosten.
  • Förderhöchstbetrag: Seit dem 21. Juli 2026 liegt der maximale Zuschuss für die erste Wohneinheit bei 28.000 € und sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 750 €.
  • PV-Kombination: In einer Beispielrechnung mit angenommenen 70 % PV-Eigenverbrauch sinken die Stromkosten für einen 4-Personen-Haushalt auf rund 147 € pro Jahr – die tatsächliche Quote schwankt je nach Anlage stark.

Wie funktioniert eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe erzeugt Warmwasser nach dem Prinzip des linksdrehenden Kältekreisprozesses. Ein Kältemittel verdampft bei niedriger Temperatur zwischen -10 °C und +5 °C und entzieht dabei der angesaugten Raumluft Wärme. Ein elektrischer Kompressor verdichtet das Kältemittel anschließend auf 60 °C bis 70 °C, gibt die Wärme im Kondensator an das Trinkwasser ab und entspannt sich über ein Expansionsventil wieder. Im Umluftbetrieb aus dem beheizten Keller liegt die Quelltemperatur häufig bei 15 °C bis 20 °C, im Außenluftbetrieb schwankt sie stärker mit der Jahreszeit.

Welche vier Bauteile hat eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe besteht aus vier Hauptbauteilen: Verdampfer, Kompressor, Kondensator und Expansionsventil. Der Verdampfer ist ein Lamellen-Wärmetauscher aus Aluminium oder Kupfer, der der angesaugten Luft Wärme entzieht; dabei kondensiert Luftfeuchtigkeit, die über einen Ablauf abgeführt werden muss. Als Kompressor kommen meist Scrollverdichter oder Rotationsverdichter zum Einsatz.
  • Verdampfer: Lamellen-Wärmetauscher aus Aluminium/Kupfer; die abgekühlte Ausblasluft ist deutlich kühler als die angesaugte Luft und wird in den Aufstellraum zurückgeführt.
  • Kompressor: Scroll- oder Rotationsverdichter, der den Kältemitteldruck von einem niedrigen Ausgangsniveau auf ein deutlich höheres Druckniveau anhebt, um die Wärmeabgabe an das Trinkwasser zu ermöglichen.
  • Kondensator: Plattenwärmetauscher aus Edelstahl, der bei 40 K bis 50 K Temperaturdifferenz Wärme an das Trinkwasser abgibt.
  • Expansionsventil: thermisches (TXV) oder elektronisches (EXV) Ventil zur präzisen Regelung des Kältemittelmassenstroms.

Wie effizient ist eine Brauchwasserwärmepumpe (COP und JAZ)?

Die Prüfnorm für Brauchwasserwärmepumpen ist die DIN EN 16147, aktuell in der Fassung von Dezember 2023. Sie legt Prüfverfahren und Berechnung der Energieeffizienz für Wärmepumpen-Wassererwärmer fest. Je nach Modell werden im Betriebspunkt A20/W10-53 Leistungszahlen (COP) von etwa 3,26 bis 3,75 dokumentiert; einzelne Premium-Geräte liegen laut Herstellerdatenblatt auch darüber. Einen für alle Geräte gültigen COP-Wert gibt es nicht, da die Effizienz stark von Wärmetauscherfläche, Kompressor und Regelung abhängt.

Was bedeutet der COP-Wert nach EN 16147?

Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt das Verhältnis von abgegebener thermischer Leistung zu aufgenommener elektrischer Leistung unter genau definierten Prüfbedingungen. Ein COP von 3,5 bedeutet beispielsweise, dass ein Gerät 3.500 W Wärmeleistung bei 1.000 W elektrischer Leistungsaufnahme liefert. Für die reale Jahresbilanz ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) aussagekräftiger als der reine COP, weil sie saisonale Schwankungen, Zapfprofile und Speicherverluste über ein volles Betriebsjahr mittelt.

Wie viel Strom verbraucht eine Brauchwasserwärmepumpe pro Jahr?

Der tatsächliche Stromverbrauch hängt von der Haushaltsgröße und der erreichten Jahresarbeitszahl ab. Die folgende Tabelle rechnet mit einer beispielhaften JAZ von 3,3 und dem aktuellen deutschen Haushaltsstrompreis von 40,55 Cent pro Kilowattstunde aus dem 2. Halbjahr 2025.
HaushaltsgrößeThermischer Bedarf (kWh/Jahr)Stromverbrauch bei JAZ 3,3 (kWh/Jahr)Stromkosten bei 40,55 ct/kWhStromkosten bei 70 % PV-Eigenverbrauch (Beispiel)
1 Person1.800 kWh545 kWh221 €66 €
2 Personen2.500 kWh758 kWh307 €92 €
3 Personen3.200 kWh970 kWh393 €118 €
4 Personen4.000 kWh1.212 kWh491 €147 €
5 Personen4.800 kWh1.455 kWh590 €177 €
Zum Vergleich: Ein elektrischer Durchlauferhitzer mit einem Wirkungsgrad nahe 100 % würde für einen 4-Personen-Haushalt rund 4.040 kWh Strom pro Jahr verbrauchen, das entspricht bei 40,55 Cent/kWh etwa 1.638 € Stromkosten. Ein Gas-Brennwertkessel im wenig effizienten Sommerbetrieb (Nutzungsgrad 40 % bis 50 %) benötigt für die reine Warmwasserbereitung 8.000 bis 10.000 kWh Gas pro Jahr, was beim aktuellen Haushaltsgaspreis von 12,23 Cent/kWh Kosten von 978 € bis 1.223 € verursacht.

Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe mit Installation?

Marktbeobachtungen und Preislisten von Fachbetrieben zeigen, dass eine Brauchwasserwärmepumpe inklusive Installation meist zwischen 3.000 € und 6.500 € kostet; ein amtlich festgelegter Preis existiert dafür nicht. Die Gesamtinvestition setzt sich aus dem Gerätepreis (rund 1.500 € bis 3.000 € je nach Speichergröße), der hydraulischen Installation (400 € bis 800 €), der aeraulischen Anbindung mit Luftkanälen (300 € bis 700 €) und der Elektroinstallation zusammen, deren Kosten je nach Aufwand variieren. Split-Systeme ohne integrierten Speicher können günstiger sein, wenn ein vorhandener Speicher weitergenutzt werden kann; Premium-Geräte mit Hybridfunktion liegen preislich am oberen Ende der genannten Spanne.
SzenarioGerätInstallationAeraulikElektrikSonstigesGesamt
Basis (Umluft, kurze Wege)2.500 €400 €300 €200 €ca. 3.200 € – 3.600 €
Standard (Außenluft, mittlere Wege)3.200 €600 €500 €300 €ca. 4.400 € – 4.800 €
Premium (Hybridgerät, lange Kanäle)4.800 €800 €700 €400 €EMS 300 €ca. 6.500 € – 7.500 €
Retrofit-Split (Speicher vorhanden)1.600 €500 €400 €200 €ca. 2.500 € – 2.900 €

Wie schnell amortisiert sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine pauschale Amortisationszeit für alle Brauchwasserwärmepumpen gibt es nicht, da sie stark vom ersetzten System, dem Energiepreis und einer möglichen Förderung abhängt. Die folgende Beispielrechnung für einen 4-Personen-Haushalt, der einen sommerbetriebenen Gas-Brennwertkessel ersetzt, veranschaulicht die Größenordnung. Bisheriger Gasverbrauch: 8.000 kWh pro Jahr, das entspricht bei 12,23 Cent/kWh Kosten von rund 978 €. Neuer Stromverbrauch der Brauchwasserwärmepumpe: 1.212 kWh pro Jahr, das entspricht bei 40,55 Cent/kWh rund 491 € – die jährliche Einsparung liegt damit bei etwa 487 €. Bei einer Standard-Installation für 4.600 € ergibt sich ohne Förderung eine Amortisationszeit von rund 9,4 Jahren. Wird die Brauchwasserwärmepumpe im Rahmen einer förderfähigen Sanierungsmaßnahme anerkannt und profitiert von der aktuellen KfW-Grundförderung (30 %) sowie einem möglichen zusätzlichen Effizienz- bzw. Wärmepumpen-Bonus (bis zu 5 %, abhängig von den Programmbedingungen), sinkt die Nettoinvestition bei einer angenommenen Gesamtförderung von 35 % auf rund 2.990 € und die Amortisationszeit auf etwa 6,1 Jahre. Eine eigenständige Brauchwasserwärmepumpe erfüllt die Förderkriterien der KfW allerdings nicht automatisch, da die Basisförderung primär auf den vollständigen Heizungstausch abzielt.

Welche Speichergröße brauche ich für meinen Haushalt?

Die passende Speichergröße lässt sich näherungsweise mit der Formel Speichervolumen (Liter) = Anzahl Personen × 40 Liter × Gleichzeitigkeitsfaktor × Komfortfaktor berechnen. Technische Regelwerke wie die VDI-Richtlinie 6003 orientieren sich an einem typischen Warmwasserbedarf pro Person und Tag, der je nach Nutzungsverhalten und Bezugstemperatur variiert. Der Gleichzeitigkeitsfaktor berücksichtigt, ob die Nutzungszeiten im Haushalt eher versetzt oder ähnlich verlaufen, der Komfortfaktor, ob eher spartanisch geduscht oder häufig Vollbäder genommen werden.
SpeichergrößeEmpfohlen fürHinweis
150 Liter1–2 PersonenAusreichend bei zurückhaltender Nutzung ohne Badewanne
200 Liter2–3 PersonenDeckt zwei aufeinanderfolgende Duschvorgänge sicher ab
270–300 Liter3–4 PersonenMarktstandard im Einfamilienhaus, inkl. Reserve für eine Badewannenfüllung
300–500 Liter5–6 PersonenAm oberen Ende der Skala oft als Split-System an vorhandenen Großspeicher angeschlossen

Kompaktgerät oder Split-System?

Kompaktgeräte mit integriertem Speicher bieten werkseitig abgestimmte Technik und eine einfache Installation, benötigen aber meist eine Stellfläche von rund 0,6 m × 0,6 m und wiegen im leeren Zustand meist zwischen 80 kg und 160 kg. Split-Systeme ohne eigenen Speicher lassen sich an einen vorhandenen Pufferspeicher oder Solarspeicher anschließen und können dadurch die Investition gegenüber einem Komplettgerät um etwa 40 % bis 50 % reduzieren. Bei Neubau oder Komplettsanierung sind Kompaktgeräte meist die pragmatischere Wahl, bei einer Nachrüstung mit funktionierendem Bestandsspeicher lohnt sich häufig das Split-System.

Welche Brauchwasserwärmepumpe ist die beste 2026?

Die Auswahl der passenden Brauchwasserwärmepumpe hängt von Budget, Speicherbedarf und gewünschter Smart-Home-Anbindung ab. Die folgende Übersicht zeigt marktbekannte Modelle unterschiedlicher Preisklassen mit Speichergröße, Kältemittel und COP-Angabe der Hersteller.
ModellSpeicherKältemittelCOP (Herstellerangabe)Richtpreis
Viessmann Vitocal 262-A T2E300 LR2904,034.800 €
NIBE VVM 310300 LR290rund 3,9 (nicht offiziell bestätigt)rund 5.200 € (Marktschätzung)
Weishaupt WWP-I 270270 LR290rund 3,95 (nicht offiziell bestätigt)rund 5.400 € (Marktschätzung)
Wolf FHS-280-S270 LR134a/R290*3,67 (L20/W10-55)3.200 €
Stiebel Eltron WWK 300300 LR134a3,51 (A20/W10-53)3.600 €
Austria Email Explorer Evo 2200 LR513A3,8 (A20/W10-55)3.400 €

*Wolf stellt sukzessive auf R290 um, Verfügbarkeit chargenabhängig.

Der Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus erzielte im Stiftung-Warentest-Vergleich 06/2026 die Bestnote 1,5 (sehr gut) unter den getesteten Brauchwasserwärmepumpen von Dimplex, Vaillant, Viessmann, Austria Email und Stiebel Eltron und gilt seither als Referenzgerät für Warmwasserwärmepumpen-Tests. Das Umweltbundesamt nennt Propan (R290) explizit als natürliches Kältemittel für energieeffiziente Wärmepumpen aller Wärmequellen, weshalb viele Hersteller inzwischen darauf umstellen.

Split-Systeme ohne integrierten Speicher

Für Nachrüstungen mit vorhandenem Speicher bieten sich reine Wärmepumpenköpfe an. Der Ochsner Europa Mini IWP liefert laut Hersteller rund 1,9 kW bis 2,2 kW thermische Leistung und lässt sich an Speicher bis 500 Liter anschließen, der Gelbi D4.2 ist ein DIY-orientiertes Nischenprodukt mit rund 4,7 kW thermischer Leistung, und der Ariston Nuos Split verlagert Kompressor und Ventilator in eine leise Außeneinheit.

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Kann ich eine Brauchwasserwärmepumpe mit meiner bestehenden Heizung kombinieren?

Kombination mit Ölheizung

Eine Brauchwasserwärmepumpe kann die ganzjährige Warmwasserbereitung übernehmen, während eine bestehende Ölheizung nur noch in der Heizperiode für Raumwärme läuft. Alte Ölkessel erreichen im reinen Warmwasserbetrieb häufig nur Nutzungsgrade von 20 % bis 40 %, weil der schwere Kesselkörper bei jedem Start erst aufgeheizt werden muss. In der Praxis berichten Betreiber von einer spürbaren Reduktion des Ölverbrauchs, wenn diese Kombination genutzt wird.

Kombination mit Gasheizung

Bei einer Kombination mit einem Gas-Brennwertkessel kann die Rücklauftemperatur im Winter niedriger ausfallen als bei reiner Kesselnutzung für Warmwasser, da der Kessel die Warmwasserbereitung nicht mehr übernehmen muss – ein typischer Brennwertbetrieb liegt dann häufig im Bereich von etwa 30 °C bis 45 °C statt rund 60 °C, wodurch der Kessel häufiger im echten Brennwertbetrieb laufen kann. Ob die Kombination als Teil einer förderfähigen Heizungsmaßnahme gilt, hängt von der individuellen Anerkennung durch die KfW ab und sollte vorab mit einem Energieberater geklärt werden.

Kombination mit Photovoltaik

In Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage kann ein Energiemanagement-System die Ladezyklen der Brauchwasserwärmepumpe in die Mittagsstunden mit PV-Überschuss verschieben. Wie hoch die tatsächliche Eigenverbrauchsquote ausfällt, hängt stark von Anlagengröße, Lastprofil und Reglerstrategie ab; ein pauschaler Wert von 80 % ist nicht allgemein belastbar. In den Beispielrechnungen dieses Artikels wurde konservativer mit 70 % Eigenverbrauch gerechnet, was die Stromkosten spürbar senkt, wie die Verbrauchstabelle in Kapitel 2 zeigt.

Wie wird eine Brauchwasserwärmepumpe 2026 gefördert?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde mit der Richtlinie vom 17. Juli 2026 neu gefasst und wird für Privatpersonen über das KfW-Programm 458 abgewickelt. Die Grundförderung für den Einbau einer neuen, effizienten Heizung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten. Zusätzlich sind ein Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozentpunkten beim Austausch bestimmter alter fossiler Heizungen, ein Einkommensbonus von 30 Prozentpunkten für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 40.000 € und ein Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten für natürliche Kältemittel oder bestimmte Wärmequellen möglich; in Summe sind maximal 70 % der förderfähigen Kosten erreichbar.
FörderbausteinHöheVoraussetzung
Basisförderung30 %Einbau einer neuen effizienten Heizung
Klimageschwindigkeitsbonus+20 ProzentpunkteAustausch bestimmter alter fossiler Heizungen
Einkommensbonus+30 Prozentpunktezu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €
Effizienzbonus+5 ProzentpunkteWärmequelle Wasser/Erdreich/Abwasser oder natürliches Kältemittel
Förderdeckelmax. 70 %Summe aller Bausteine
Förderhöchstbetrag (seit 21.07.2026)28.000 €Erste Wohneinheit, sinkt ab 1.2.2027 halbjährlich um 750 €
Für Eigentümer selbstgenutzter Immobilien, die keinen vollständigen Heizungstausch planen, bleibt die steuerliche Förderung nach §35c EStG eine Alternative: 20 % der Aufwendungen können über drei Jahre von der Steuerschuld abgezogen werden, bei einer maximalen Bemessungsgrundlage von 200.000 € Aufwendungen entspricht das einer maximalen Steuerermäßigung von 40.000 €. Wichtig: Eine eigenständige Brauchwasserwärmepumpe, bei der die fossile Heizung im Haus verbleibt, wird von der KfW in der Praxis nicht automatisch als vollständiger Heizungsersatz anerkannt.

Häufige Fragen zu Brauchwasserwärmepumpen

Lohnt sich eine Mini-Brauchwasserwärmepumpe für Singlehaushalte?

Mini-Brauchwasserwärmepumpen mit 50 bis 120 Litern Speicher und 600 bis 1.200 W Wärmeleistung eignen sich für Einzelwohnungen, Büros oder Ferienhäuser mit geringem Warmwasserbedarf. Ihr COP liegt mit 2,8 bis 3,3 meist unter dem von Standardgeräten, weil Wärmetauscher und Bauform kompakter ausfallen. Bei einer Investition von rund 1.500 € bis 2.500 € installiert amortisieren sich Mini-Geräte gegenüber einem Elektroboiler in der Praxis unterschiedlich schnell, abhängig von Nutzung und Strompreis.

Kann eine Brauchwasserwärmepumpe einen COP von 5 erreichen?

Nach aktueller Prüfnorm DIN EN 16147 (Fassung 2023-12) liegen die für Brauchwasserwärmepumpen dokumentierten Leistungszahlen im Betriebspunkt A20/W10-53 meist zwischen rund 3,2 und 4,3. Ein COP von 5 ist bei den derzeit am Markt verfügbaren Kompaktgeräten in den ausgewerteten Herstellerangaben nicht üblich, wobei einzelne Ausnahmen nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Kunden sollten Herstellerangaben deshalb immer mit dem zugehörigen Prüfpunkt (Luft- und Wassertemperatur) vergleichen, bevor sie COP-Werte verschiedener Geräte gegenüberstellen.

Wie oft muss ich die Brauchwasserwärmepumpe wegen Legionellen aufheizen?

Für Kleinanlagen im Ein- oder Zweifamilienhaus besteht keine gesetzliche Pflicht zur thermischen Desinfektion; empfohlen wird eine Aufheizung auf 60 °C, wobei mindestens 50 °C eingehalten werden sollen – in der Praxis wird dafür häufig eine wöchentliche Aufheizung auf 60 °C für mindestens 30 Minuten empfohlen. Großanlagen mit mehr als 400 Litern Speicher oder mehr als 3 Litern Rohrleitungsvolumen bis zur Entnahmestelle müssen dagegen nach DVGW W 551 dauerhaft 60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 °C im Zirkulationssystem einhalten, um Legionellenwachstum vorzubeugen. Moderne Geräte mit R290 erreichen laut Herstellerangaben ohnehin thermodynamisch 65 °C bis 70 °C, wodurch der elektrische Heizstab seltener zum Einsatz kommt.

Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe auch ohne Gesamtsanierung im Altbau?

Ja, eine Brauchwasserwärmepumpe lässt sich unabhängig von der übrigen Heizungsanlage nachrüsten und benötigt lediglich einen Aufstellraum mit ausreichendem Luftvolumen sowie einen Kaltwasseranschluss. Sie ersetzt in diesem Fall nicht die Raumheizung, sondern übernimmt nur die Warmwasserbereitung und reduziert dadurch den ineffizienten Sommerbetrieb von Öl- oder Gaskesseln. Eine KfW-Förderung ist in diesem reinen Nachrüstfall meist nicht möglich; infrage kommt dann eher die steuerliche Förderung nach §35c EStG.

Welche Kältemittel nutzen moderne Brauchwasserwärmepumpen?

Viele aktuelle Modelle setzen auf R290 (Propan), das vom Umweltbundesamt ausdrücklich als natürliches Kältemittel für energieeffiziente Wärmepumpen aller Wärmequellen genannt wird. Ältere oder günstigere Geräte nutzen teilweise noch R134a oder R513A, die ein höheres Treibhauspotenzial besitzen. Die Wahl des Kältemittels kann außerdem für den Effizienzbonus der KfW-Förderung relevant sein, da natürliche Kältemittel dort ausdrücklich berücksichtigt werden.

Ist ein Batteriespeicher oder ein größerer Warmwasserspeicher sinnvoller für PV-Überschuss?

Ein größerer Warmwasserspeicher kann PV-Überschuss deutlich günstiger aufnehmen als ein Batteriespeicher, weil Speicherkapazität in Litern Warmwasser pro Kilowattstunde erheblich billiger ist als in einer Lithium-Batterie. Laut Praxisbeispielen ist die thermische Speicherung in Warmwasser pro Kilowattstunde grob um eine Größenordnung günstiger als ein vergleichbarer Batteriespeicher, wobei sich in Fachquellen unterschiedliche Faktoren von etwa 7 bis über 15 finden. Ein Batteriespeicher lohnt sich eher, wenn auch andere Verbraucher im Haus – etwa eine Wärmepumpenheizung oder ein E-Auto – von gespeichertem PV-Strom profitieren sollen.

Für wen lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Bestandsgebäude mit Öl- oder Gasheizung im Sommerbetrieb

Wer aktuell einen Öl- oder Gaskessel auch im Sommer ausschließlich für Warmwasser laufen lässt, profitiert am stärksten von einer Brauchwasserwärmepumpe. Die Einsparung ergibt sich vor allem aus dem Wegfall der ineffizienten Kesseltaktung im Sommerhalbjahr, wie die Beispielrechnung mit rund 487 € Einsparung pro Jahr in diesem Artikel zeigt.

Neubau oder Haushalt mit Photovoltaik-Anlage

In Neubauten mit ohnehin vorhandener Photovoltaik-Anlage lässt sich die Brauchwasserwärmepumpe gut in ein Energiemanagement integrieren und tagsüber überwiegend mit PV-Überschuss betreiben. Damit sinken die laufenden Stromkosten deutlich unter die Werte eines reinen Netzbezugs, ohne dass ein zusätzlicher Batteriespeicher notwendig ist.

Eigentumswohnung oder Mietobjekt

Für Eigentümer von Eigentumswohnungen oder vermietete Objekte gelten teils abweichende Förderregeln und andere Platzanforderungen für Luftansaugung und -abluft; Details dazu liefert der Beitrag Wärmepumpe für Wohnungen. Wer einen Warmwasserspeicher in einer Wohnung nachrüsten will, sollte vorab die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft und die Schallwerte des Geräts prüfen.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen