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Elektroheizung Test 2026: Kosten, Stromverbrauch und unabhängige Testergebnisse

14 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wirkungsgrad: Jede Elektroheizung wandelt Strom mit einem Wirkungsgrad von 100 % in Wärme um — ein höherer Wert ist bei einer Widerstandsheizung technisch ausgeschlossen.
  • Betriebskosten: Eine Elektroheizung kostet pro Kilowattstunde Nutzwärme rund 3,3-mal so viel wie eine Gasheizung.
  • Testlage: Stiftung Warentest hat zuletzt 1967 einen Geräte-Test durchgeführt; ein aktueller Institutstest von ÖKO-TEST oder CHIP existiert nicht.
  • Förderung: Elektroheizungen erhalten keine BAFA- oder KfW-Förderung.
  • Rechtslage 2026: Ein Neueinbau als Stromdirektheizung ist seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) vom 29.07.2026 nur bei mindestens 30 % Unterschreitung des Wärmeschutzniveaus zulässig.
  • Effizienzvergleich: Eine Wärmepumpe erreicht mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 bis 4,3 das Drei- bis Vierfache der Effizienz einer Elektroheizung.
  • Eignung: Elektroheizungen lohnen sich als punktuelle Zusatz- oder Notheizung, nicht als alleinige Gebäudeheizung im Dauerbetrieb.

Was ist eine Elektroheizung und wie funktioniert sie?

Eine Elektroheizung ist ein Heizgerät, das elektrischen Strom über einen stromdurchflossenen Widerstand direkt in Wärme umwandelt und diese ohne Wärmeträgerkreislauf unmittelbar an den Raum abgibt. Der Fachbegriff dafür lautet Stromdirektheizung; gleichbedeutend verwendet werden Stromheizung, Elektrogebäudeheizung und Widerstandsheizung.
Der Wirkungsgrad jeder Elektro-Direktheizung liegt bei genau 100 % und kann nie größer als 1 werden, weil sie ausschließlich die zugeführte elektrische Energie in Wärme umsetzt und keine Umgebungswärme nutzt. Zu den gängigen Bauarten zählen Konvektor, Heizlüfter, Infrarotheizung, Ölradiator und Nachtspeicherheizung — sie unterscheiden sich in der Art der Wärmeabgabe, nicht im Wirkungsgrad.
Von der Elektroheizung klar abzugrenzen ist die Wärmepumpe: Sie zählt technisch zwar ebenfalls zu den elektrisch betriebenen Heizsystemen, entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) aber zusätzliche Wärmeenergie. Dadurch erreicht sie reale Jahresarbeitszahlen von 3,4 bis 4,3 statt eines Wirkungsgrads von 1. Diese Unterscheidung ist der zentrale Grund, warum Elektroheizung und Wärmepumpe trotz desselben Energieträgers Strom kostenmäßig weit auseinanderliegen.

Welche Typen von Elektroheizungen gibt es — Konvektor, Infrarot, Heizlüfter, Nachtspeicher?

Die vier verbreitetsten Bauarten sind Konvektor, Heizlüfter, Infrarotheizung und Nachtspeicherheizung — sie unterscheiden sich in Wärmeabgabeart, Trägheit und Einsatzbereich, nicht im Wirkungsgrad von 100 %.
Die vier gängigen Elektroheizungs-Typen im Vergleich nach Wärmeabgabeart und Einsatzbereich.

Typ

Wärmeabgabe

Trägheit

Typischer Einsatz

 

Konvektor

Warmluftzirkulation

gering (schnell warm)

Zusatzheizung Wohnraum

Heizlüfter

aktive Warmluft per Ventilator

sehr gering

kurzfristige Übergangslösung

Infrarotheizung

Strahlungswärme auf Flächen/Körper

mittel

punktuelle Raumbeheizung

Nachtspeicherheizung

gespeicherte Wärme, verzögerte Abgabe

hoch

Bestandsgebäude mit Nachtstromtarif

Konvektor

Ein Konvektor erwärmt Luft an einem internen Heizelement und gibt sie über natürliche oder ventilatorgestützte Zirkulation an den Raum ab. Er eignet sich für die schnelle Zusatzbeheizung einzelner Räume, verändert die Luftfeuchtigkeit dabei aber messbar durch den kontinuierlichen Luftumwälzeffekt.

Heizlüfter

Ein Heizlüfter presst Luft aktiv über einen Ventilator durch ein Heizelement, das laut Verbraucherportal Bayern Temperaturen von über 400 °C erreichen kann. Dadurch verbrennt Staub direkt am Heizdraht, was die Luftqualität im Raum spürbar mindert.

Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung erwärmt nicht die Raumluft, sondern über Strahlungswärme direkt Flächen, Möbel und Personen im Raum. Der Wirkungsgrad bleibt trotz des abweichenden Übertragungsprinzips bei 100 %, laut Stiftung Warentest ist sie deshalb nicht sparsamer als ein Konvektor oder Heizlüfter.

Was sagen unabhängige Tests (Stiftung Warentest, ÖKO-TEST, CHIP) zur Elektroheizung?

Der letzte dedizierte Geräte-Test von Stiftung Warentest zu Elektroheizungen stammt aus dem März und April 1967 (zwei Teiltests), in denen zusammen 44 Heizlüfter geprüft wurden; ein aktueller Institutstest von ÖKO-TEST oder CHIP zu Elektroheizungen liegt nicht vor.
Übersicht zur aktuellen Testlandschaft für Elektroheizungen nach Institut und Veröffentlichungsjahr.

Institut

Letzte Veröffentlichung

Art

Status 2026

 

Stiftung Warentest

1967 (Geräte-Test), 2022/2023 (Kostenvergleiche)

Geräte-Test bzw. Kostenanalyse

kein aktueller Geräte-Test

ÖKO-TEST

—

—

kein Test veröffentlicht

CHIP

—

Ratgeber/Portal-Ranking

kein Institutstest, redaktioneller Vergleich

Im Test von 1967 bewertete Stiftung Warentest Heizlüfter mit Tangentialgebläse als vorteilhaft gegenüber Modellen mit einfachem Propellerlüfter. Seither hat das Institut keinen erneuten Geräte-Vergleichstest zu Elektroheizungen durchgeführt, sondern sich auf reine Kostenanalysen konzentriert — 2022 zur Bandbreite der Winterkosten und 2023 speziell zur Infrarotheizung.
Was bei Google unter "beste Elektroheizung" oder "Testsieger" erscheint, stammt überwiegend von Vergleichsportalen ohne eigene Labormessung: testbericht.de listet 172 Produkte in zwei redaktionellen Übersichten, vergleich.org recherchiert 101 Produkte und überprüft davon 14 im Detail. Diese Portal-Rankings ersetzen keinen unabhängigen Institutstest und beruhen meist auf Herstellerangaben statt eigener Messreihen.

Wie viel Strom verbraucht eine Elektroheizung und was kostet der Betrieb?

Der Betrieb einer Elektroheizung kostet ein elektrisch beheiztes Wohnzimmer laut Stiftung Warentest 50 bis fast 500 € pro Winter — abhängig von Raumgröße, Nutzungsdauer und Strompreis.
Jahreskosten = Wärmebedarf ÷ Wirkungsgrad × Strompreis
Wo:
  • Jahreskosten in Euro (€)
  • Wärmebedarf in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/Jahr)
  • Wirkungsgrad dimensionslos (bei Elektroheizung = 1)
  • Strompreis in Cent bzw. Euro pro Kilowattstunde (ct/kWh bzw. €/kWh)
Beispiel: Wohnzimmer im Referenz-Altbau
Gegeben: Strompreis 37,0 ct/kWh (BDEW, April 2026), Jahreskosten bis zu 500 € für ein elektrisch beheiztes Wohnzimmer im Winter (Stiftung Warentest).
Berechnung: 500 € ÷ 0,37 €/kWh = 1.351 kWh Stromverbrauch; da der Wirkungsgrad bei 1 liegt, entspricht das exakt der abgegebenen Nutzwärme.
Ergebnis: Ein durchgehend elektrisch beheiztes Wohnzimmer verbraucht bis zu 1.351 kWh Strom pro Winter.
Für den Vergleich mit anderen Energieträgern liefert der amtliche Destatis-Preis für das zweite Halbjahr 2025 einen Haushaltsstrompreis von 40,55 ct/kWh gegenüber 12,23 ct/kWh für Gas. Die aktuellere BDEW-Analyse von April 2026 nennt 37,0 ct/kWh für Strom und 11,10 ct/kWh für Gas. Aus beiden Quellenpaaren ergibt sich unabhängig voneinander ein Preisverhältnis von rund 3,3 — Strom kostet je Kilowattstunde etwa das 3,3-Fache von Gas.
Jahreskosten für eine 100 m² große Wohnung als Elektro-Vollheizung im Vergleich zwischen Infrarotheizung und Gasheizung über 10 Jahre.

Heizsystem

Jahreskosten

Kosten über 10 Jahre

 

Infrarotheizung (100 m² Wohnung)

ca. 4.700 €

ca. 47.000 €

Gasheizung (100 m² Wohnung)

ca. 2.000 €

ca. 20.000 €

Anders als das punktuell beheizte Einzelzimmer aus dem Rechenbeispiel oben zeigt dieses Szenario die Kosten einer kompletten Elektro-Vollheizung für eine ganze Wohnung. Das Kostenverhältnis von rund 2,35 in dieser Tabelle weicht bewusst vom eingangs genannten Preisverhältnis von 3,3 pro Kilowattstunde ab: Die zugrunde liegende Stiftung-Warentest-Kalkulation setzt für Infrarot- und Gasheizung unterschiedliche Jahresverbrauchsmengen an (11.680 kWh Infrarot gegenüber 16.000 kWh Gas), sodass Verbrauchsunterschied und Preisunterschied hier gemeinsam in die Jahreskosten einfließen. Unabhängig davon verdreifachen sich laut Verbraucherzentrale Energieberatung die Kosten je Kilowattstunde Nutzwärme beim Umstieg von Gas auf eine Elektro-Direktheizung nahezu; wird zusätzlich der gesamte Haushaltsstromverbrauch mit einer kompletten Elektro-Vollheizung addiert, steigt die Gesamt-Stromrechnung um das 5- bis 10-Fache gegenüber einem Haushalt ohne Elektroheizung.

Welche Elektroheizung ist am sparsamsten?

Da alle Elektroheizungs-Typen denselben Wirkungsgrad von 100 % haben, ist keine Bauart bei identischer abgegebener Wärmemenge grundsätzlich sparsamer als eine andere — entscheidend ist die tatsächliche Nutzungsdauer und die punktgenaue Steuerung.
Der als "stromsparend" beworbene Vorteil der Infrarotheizung beruht laut Verbraucherzentrale Energieberatung auf einem Werbe-Mythos: Sie verbraucht bei gleicher Heizleistung nicht weniger Strom als ein Konvektor oder Heizlüfter, weil auch sie an die technische Wirkungsgrad-Obergrenze von 1 gebunden ist. Ein tatsächlicher Kostenvorteil entsteht ausschließlich dann, wenn ein Gerät genauer auf den tatsächlichen Wärmebedarf geregelt wird und dadurch weniger Betriebsstunden anfallen — etwa durch einen präzisen Thermostat statt einer Stufenschaltung.
Die real erzielbare Ersparnis liegt damit nicht im Gerätetyp, sondern im Nutzungsverhalten: punktuelle statt durchgehende Beheizung, korrekte Dimensionierung nach Watt pro Quadratmeter und der Verzicht auf eine Elektroheizung als alleinige Gebäudeheizung senken die Kosten stärker als der Wechsel zwischen Konvektor, Heizlüfter oder Infrarotheizung.

Elektroheizung oder Wärmepumpe — was ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?

COP ist ein Labor-Momentanwert nach DIN EN 14511 an einem festen Prüfpunkt, JAZ dagegen der reale Jahresmittelwert einer Wärmepumpe im Feldbetrieb inklusive Hilfsstrom — beide Kennzahlen sind mit dem fixen Wirkungsgrad 1 einer Elektroheizung nicht direkt vergleichbar.
JAZ = abgegebene Wärmeenergie ÷ aufgenommene elektrische Energie
Wo:
  • JAZ dimensionslos (Jahresarbeitszahl)
  • abgegebene Wärmeenergie in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/Jahr)
  • aufgenommene elektrische Energie in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/Jahr)
Beispiel: Wärmepumpe mit Fraunhofer-Feldmittelwert
Gegeben: Jahresarbeitszahl 3,4 (Fraunhofer ISE, Luft/Wasser-Wärmepumpen, Feldstudie 2025), aufgenommene elektrische Energie 3.000 kWh/Jahr.
Berechnung: 3.000 kWh/Jahr × 3,4 = 10.200 kWh/Jahr.
Ergebnis: Die Wärmepumpe liefert 10.200 kWh Wärme pro Jahr — eine Elektroheizung würde für dieselbe Wärmemenge 10.200 kWh Strom benötigen statt 3.000 kWh.
Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen im Feldbetrieb laut Fraunhofer-ISE-Studie 2025 im Vergleich zum Wirkungsgrad einer Elektroheizung.

Heizsystem

Effizienzkennzahl

Spanne

 

Elektroheizung (Widerstandsheizung)

Wirkungsgrad 1

fest, kein Bereich

Luft/Wasser-Wärmepumpe

JAZ 3,4

2,6 – 4,9

Sole/Wasser-Wärmepumpe

JAZ 4,3

3,6 – 5,4

Die Fraunhofer-ISE-Feldstudie 2025 wertete 77 Anlagen über vier Jahre Messdauer aus und ermittelte damit gegenüber Erdgas eine CO2-Einsparung von 64 % auf Basis des deutschen Strommixes. Eine Wärmepumpe ist auf Basis dieser Werte um den Faktor 3 bis 5 effizienter als eine klassische Elektro-Widerstandsheizung, weil sie zusätzliche Umgebungswärme nutzt, während die Elektroheizung ausschließlich zugeführten Strom verbraucht.

Wie viel Watt pro Quadratmeter braucht eine Elektroheizung je nach Gebäudetyp?

Die benötigte Heizleistung einer Elektroheizung reicht von 30 bis 50 W/m² in einem Neubau nach GEG-Standard bis 100 bis 150 W/m² in einem unsanierten Altbau — auch kleine Räume folgen derselben Faustformel.
Heizlast = spezifischer Wärmebedarf × Wohnfläche
Wo:
  • Heizlast in Watt (W)
  • spezifischer Wärmebedarf in Watt pro Quadratmeter (W/m²)
  • Wohnfläche in Quadratmeter (m²)
Beispiel: Wohnzimmer im Referenz-Altbau
Gegeben: 20 m² Wohnzimmer, unsanierter Altbau mit 100 W/m² (Richtwert).
Berechnung: 100 W/m² × 20 m² = 2.000 W.
Ergebnis: Das Wohnzimmer benötigt eine Elektroheizung mit mindestens 2.000 W (2 kW) Heizleistung.

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Heizlast in Watt pro Quadratmeter nach Gebäudetyp und Sanierungsstand.

Gebäudetyp

Heizlast

Quelle

 

Neubau nach GEG-Standard

30 – 50 W/m²

42watt

Gut gedämmtes Gebäude

50 – 70 W/m²

Richtwert

Teilsanierter Altbau

50 – 100 W/m²

Richtwert

Unsanierter Altbau

100 – 150 W/m²

Richtwert

Auch für ein kleines Zimmer gilt dieselbe Formel unverändert: Ein 10 m² kleiner Raum im unsanierten Altbau benötigt bei 100 bis 150 W/m² rechnerisch 1.000 bis 1.500 W, während derselbe Raum im Neubau bereits mit 300 bis 500 W auskommt. Eine Überdimensionierung erhöht die Anschaffungskosten, ohne die Betriebskosten zu senken, weil moderne Thermostate die Leistung ohnehin bedarfsgerecht regeln.

Was ist über Marken wie Aeroflow, Jawo, Weno, Hecht und Jung bekannt?

Für die Marken Aeroflow, Jawo, Weno, Hecht und Jung liegen keine Ergebnisse aus einem unabhängigen Institutstest von Stiftung Warentest, ÖKO-TEST oder CHIP vor — verfügbare Bewertungen stammen ausschließlich von Vergleichsportalen ohne eigene Labormessung.
Datenlage zu häufig gesuchten Elektroheizungs-Marken nach unabhängiger Testabdeckung.

Marke

Institutstest vorhanden

Verfügbare Datenquelle

 

Aeroflow

nein

Vergleichsportale, Herstellerangaben

Jawo

nein

Vergleichsportale, Herstellerangaben

Weno

nein

Vergleichsportale, Herstellerangaben

Hecht

nein

Vergleichsportale, Herstellerangaben

Jung

nein

Vergleichsportale, Herstellerangaben

Portale wie testbericht.de mit 172 gelisteten Produkten und vergleich.org mit 101 recherchierten und 14 im Detail überprüften Produkten ordnen Marken meist nach Herstellerdaten und Kundenbewertungen ein, nicht nach standardisierten Labormessungen. Ein "Testsieger"-Label auf einer dieser Marken bedeutet deshalb keine unabhängige Institutsprüfung, sondern eine portalinterne Rangfolge nach eigenen Kriterien.

Eignet sich eine Elektroheizung für Wohnmobil und mobilen Einsatz?

Für den mobilen Einsatz im Wohnmobil eignet sich eine Elektroheizung als Ergänzung am Landstromanschluss, nicht als alleinige Heizquelle unterwegs, weil sie an eine 230-Volt-Stromversorgung gebunden ist.
Anders als eine Gasheizung benötigt eine mobile Elektroheizung keinen Abgasabzug und erzeugt keine Verbrennungsgase im Innenraum — das senkt das Vergiftungsrisiko bei geschlossenen Fenstern. Der Nachteil liegt in der Abhängigkeit vom Stromnetz: Ohne Landstromanschluss oder ausreichend dimensionierte Bordbatterie mit Wechselrichter steht die übliche Heizleistung von 230-Volt-Heizlüftern nicht zur Verfügung. Als grober Richtwert benötigen 230-Volt-Heizlüfter im Wohnmobil je nach Landstrom-Absicherung etwa 600 bis 2.000 W, während reine 12-Volt-Bordnetz-Heizungen mit deutlich weniger Leistung auskommen.
Für den reinen Stellplatzbetrieb mit Landstrom ist eine Elektroheizung damit eine praktikable Zusatzlösung; für autarkes Fahren ohne Stromanschluss bleibt sie wegen des hohen Energiebedarfs pro kWh Nutzwärme im Vergleich zu Gas unwirtschaftlich.

Welche Nachteile und Risiken hat eine Elektroheizung — Brandgefahr, Gesundheit, Kosten?

Die zentralen Risiken einer Elektroheizung sind Brandgefahr durch die hohe Heizelement-Temperatur, eine Kostenfalle bei Dauerbetrieb und eine Minderung der Luftqualität bei bestimmten Bauarten.

Problem 1: Brandgefahr

Symptom: Das Heizelement eines Heizlüfters erreicht laut Verbraucherportal Bayern Temperaturen von über 400 °C. Folge: Brennbare Materialien wie Vorhänge, Wäsche oder Möbelstoffe in unmittelbarer Nähe können sich entzünden. Prävention: Mindestabstand zu brennbaren Gegenständen einhalten, Gerät nie unbeaufsichtigt in Betrieb lassen und ein Modell mit Kippschutz und Überhitzungsabschaltung wählen.

Problem 2: Kostenfalle im Dauerbetrieb

Symptom: Der Strompreis liegt mit rund 37,0 bis 40,55 ct/kWh etwa 3,3-mal so hoch wie der Gaspreis. Folge: Eine dauerhafte Nutzung als Ersatz für eine Zentralheizung führt laut Verbraucherzentrale Energieberatung zu einer bis zu 10-fach höheren Gesamt-Stromrechnung. Prävention: Elektroheizung ausschließlich punktuell und zeitlich begrenzt als Zusatz- oder Notheizung einsetzen, nicht als Ersatz für die Gebäudeheizung.

Problem 3: Luftqualität bei Heizlüftern

Symptom: Am glühenden Heizdraht eines Heizlüfters verbrennt aufgewirbelter Staub. Folge: Die Verbrennung mindert die wahrgenommene Luftqualität und kann Geruchsbelästigung verursachen. Prävention: Gerät regelmäßig von Staub befreien und für kurze, punktuelle Einsätze statt Dauerbetrieb nutzen.

Darf man 2026 noch eine Elektroheizung/Stromdirektheizung einbauen (GEG/GModG)?

Der Einbau einer Stromdirektheizung in ein Bestandsgebäude ist seit dem 29.07.2026 nach § 46 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) nur zulässig, wenn das Wärmeschutzniveau um mindestens 30 % unterschritten wird.
Zeitlicher Ablauf der Rechtsänderung für Stromdirektheizungen vom Gebäudeenergiegesetz zum Gebäudemodernisierungsgesetz.

Datum

Ereignis

 

bis 28.07.2026

§ 71d GEG regelt Stromdirektheizung mit 30-%- bzw. 45-%-Schwellen

28.07.2026

Verkündung des Änderungsgesetzes im BGBl. 2026 I Nr. 226 (Umbenennung in GModG)

29.07.2026

§§ 71–73 GEG gestrichen, bundesweite 65-%-EE-Pflicht entfällt, § 46 GModG tritt in Kraft

Vor der Reform regelte § 71d GEG den Einbau einer Stromdirektheizung mit gestaffelten Schwellenwerten von 30 % beziehungsweise 45 %. Der GModG hat die §§ 71 bis 73 GEG gestrichen, die gestaffelte Schwelle in § 46 GModG aber inhaltlich beibehalten: 30 % im Bestandsgebäude, 45 % im Neubau mit Wohnungen. Eine Ausnahme besteht für ein selbst bewohntes Zwei-Wohnungs-Haus: Hier ist der Einbau auch ohne Nachweis dieser Schwelle zulässig.
Die bundesweite Pflicht, mindestens 65 % erneuerbare Energien in einer neuen Heizung einzusetzen, ist mit dem GModG entfallen. Für neue fossile Heizungen gilt stattdessen eine gestaffelte "Bio-Treppe" mit steigendem Anteil erneuerbarer Brennstoffe ab 2029.

Gibt es eine Förderung (BAFA/KfW) für Elektroheizungen?

Für Elektroheizungen gibt es keine BAFA- oder KfW-Förderung, weil der CO2-Faktor des allgemeinen Netzstroms für eine reine Widerstandsheizung als zu hoch bewertet wird.
Bei einer Wärmepumpe wird die Förderfähigkeit über eine nach VDI 4650-1 berechnete Jahresarbeitszahl nachgewiesen. Dieser Förderweg entfällt bei der Elektroheizung vollständig, weil ihr fixer Wirkungsgrad von 1 die Effizienzanforderungen der Förderprogramme nicht erfüllt. Ein spezieller BAFA-Förderrechner für Elektroheizungen existiert entsprechend nicht.

Macht eine Infrarotheizung die Raumluft trockener oder verbessert sie das Raumklima?

Eine Infrarotheizung trocknet die Raumluft nicht stärker aus als andere Elektroheizungs-Typen, weil sie über Strahlungswärme wirkt statt die Luft direkt zu erhitzen — ein messbar besseres Raumklima ist damit ebenso wenig belegt wie eine geringere Trockenheit.
Werbeversprechen zur Infrarotheizung behaupten häufig ein spürbar angenehmeres oder gesünderes Raumklima gegenüber Konvektor oder Heizlüfter. Laut Verbraucherzentrale Energieberatung ist dieser Effekt nicht durch unabhängige Messungen belegt: Die Strahlungswärme erwärmt zwar Flächen und Körper direkt, verändert aber die relative Luftfeuchtigkeit im Raum nicht grundsätzlich anders als eine Konvektionsheizung mit vergleichbarer abgegebener Wärmemenge. Zu einer möglichen gesundheitlichen Belastung durch trockene Luft existiert bislang keine Behörden- oder Prüfinstitut-Studie mit konkretem Messwert — verfügbare Quellen widersprechen sich hier sogar (Ratgeberportale nennen sowohl trockenen Hals und Augenreizung als auch ein angeblich schimmelhemmendes Raumklima), weshalb an dieser Stelle bewusst keine Zahl genannt wird, statt einen unbelegten Wert zu erfinden.

Wie entwickeln sich Strompreise und der Markt für Elektroheizungen bis 2030?

Der Haushaltsstrompreis liegt 2026 laut BDEW bei 37,0 ct/kWh und laut Destatis bei 40,55 ct/kWh — beide Quellen bestätigen ein Preisniveau, das den Kostennachteil der Elektroheizung gegenüber Gas strukturell erhält.
Die bundesweite 65-%-EE-Pflicht ist mit dem GModG zum 29.07.2026 entfallen. Der Bestandsschutz für Stromdirektheizungen unter der 30-%-Wärmeschutz-Schwelle des § 46 GModG bleibt davon unberührt — ein flächendeckendes Verbot droht nicht. Gleichzeitig bleibt die Elektroheizung ohne BAFA- oder KfW-Förderung von der Modernisierungsförderung ausgeschlossen, während die Förderprogramme für Wärmepumpen unverändert fortbestehen. Der Markt für Elektroheizungen bleibt damit auf das Segment punktueller Zusatz- und Notheizungen begrenzt, während die reale Effizienzlücke zur Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 bis 4,3 gegenüber dem Wirkungsgrad 1 der Elektroheizung bestehen bleibt.

Häufige Fragen zu Elektroheizungen

Ist eine Elektroheizung sparsamer als eine Gasheizung?

Nein: Eine Elektroheizung kostet pro Kilowattstunde Nutzwärme etwa 3,3-mal so viel wie eine Gasheizung, weil der Strompreis von rund 37 bis 40 ct/kWh deutlich über dem Gaspreis von rund 11 bis 12 ct/kWh liegt.

Gibt es einen aktuellen Stiftung-Warentest-Test zu Elektroheizungen?

Nein, der letzte Geräte-Test von Stiftung Warentest zu Heizlüftern stammt aus März und April 1967; seither veröffentlichte das Institut nur Kostenanalysen, keinen erneuten Produkttest.

Welche Elektroheizung ist am günstigsten im Betrieb?

Da alle Typen denselben Wirkungsgrad von 100 % haben, senkt keine Bauart allein die Kosten — entscheidend sind punktuelle Nutzung, korrekte Watt/m²-Dimensionierung und ein präziser Thermostat.

Darf ich eine Elektroheizung 2026 noch neu einbauen?

Ja, im Bestandsgebäude ist der Einbau nach § 46 GModG zulässig, wenn das Wärmeschutzniveau um mindestens 30 % unterschritten wird, oder ausnahmsweise ohne diese Schwelle in einem selbst bewohnten Zwei-Wohnungs-Haus.

Wie viel Watt braucht eine Elektroheizung für ein 20 m² großes Zimmer?

Im unsanierten Altbau mit 100 W/m² ergibt sich eine Heizlast von 2.000 W; im Neubau mit 30 bis 50 W/m² genügen bereits 600 bis 1.000 W.

Ist eine Infrarotheizung stromsparender als ein Konvektor?

Nein, beide haben denselben Wirkungsgrad von 100 % — der als "stromsparend" beworbene Vorteil der Infrarotheizung ist laut Verbraucherzentrale Energieberatung nicht belegt.

Gibt es Förderung für Elektroheizungen?

Nein, Elektroheizungen sind wegen des hohen CO2-Faktors von Netzstrom von der BAFA- und KfW-Förderung ausgeschlossen.

Für wen lohnt sich eine Elektroheizung 2026 noch?

Eine Elektroheizung lohnt sich 2026 für punktuelle Zusatz- oder Notlösungen, nicht für Haushalte, die eine bestehende Gas- oder Ölheizung dauerhaft ersetzen wollen.

Profil 1: Kurzzeitige Übergangslösung

Bei einem Heizungsausfall im Winter oder in der kurzen Übergangszeit vor der Heizsaison deckt eine mobile Elektroheizung mit 1.000 bis 2.000 W den Bedarf eines einzelnen Raums, ohne dass Installationskosten für ein neues Heizsystem anfallen.

Profil 2: Einzelraum mit seltener Nutzung

Für ein selten genutztes Gäste- oder Arbeitszimmer, das nicht dauerhaft beheizt werden soll, hält eine Elektroheizung mit korrekter Watt/m²-Dimensionierung die Kosten auf das oben genannte Winterbudget von 50 bis fast 500 Euro begrenzt, statt Heizkörper und Rohrleitungen der Zentralheizung bis in diesen Raum zu verlegen.

Profil 3: Alleinige Gebäudeheizung im Bestand

Für ein durchgehend beheiztes Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche ist eine Elektroheizung als alleinige Heizlösung ungeeignet: Bei einem Kostenmultiplikator von 3,3 gegenüber Gas und fehlender Förderung fällt die Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 bis 4,3 wirtschaftlich günstiger aus.

Profil 4: Wohnmobil mit Landstromanschluss

Am Stellplatz mit 230-Volt-Landstrom ergänzt eine kompakte Elektroheizung die Bordheizung sicher und ohne Abgasrisiko; ohne Landstromanschluss bleibt sie wegen der Batteriekapazität unpraktikabel.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen