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Gas-Durchlauferhitzer 2026: Kosten, Marken und Vorschriften

13 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Funktionsprinzip: Ein Gas-Durchlauferhitzer erwärmt Wasser ohne Speicher direkt beim Zapfen mit einem Gasbrenner.
  • Anschaffungspreis 2026: Einfache Geräte kosten unter 300 €, Markenmodelle von Bosch oder Vaillant reichen bis rund 2.280 €.
  • Jahreskosten Referenzhaushalt: Ein 4-Personen-Haushalt zahlt rund 333 € Gaskosten pro Jahr statt 935 € bei einem vergleichbaren Elektro-Durchlauferhitzer.
  • Wirkungsgrad: Gasgeräte erreichen 75 bis 85 %, Elektrogeräte bis zu 99 % – der Kostenvorteil entsteht trotzdem durch den niedrigeren Gaspreis.
  • Förderung: Ein Gas-Durchlauferhitzer ist nicht förderfähig über BAFA oder KfW, da beide Programme konventionelle Gastechnik ausschließen.
  • Rechtslage 2026: Der Neueinbau bleibt erlaubt, da das GModG die frühere 65-%-Erneuerbare-Pflicht aufgehoben hat.
  • Mobile Nutzung: Batteriebetriebene Camping-Modelle wie der Camplux BW264BCP120 wiegen 8 kg und kosten ab 369,99 €.

Was ist ein Gas-Durchlauferhitzer und wie funktioniert er?

Ein Gas-Durchlauferhitzer erwärmt Wasser ohne Speicher in dem Moment, in dem es durch das Gerät fließt – ein Gasbrenner zündet bei Wasserfluss und überträgt die Wärme über einen Wärmetauscher direkt an das durchströmende Kaltwasser.
Die Energiequelle ist entweder Erdgas (chemisch Methan) oder Flüssiggas (Propan/Butan), wobei ein Düsenwechsel die Umrüstung zwischen beiden Gasarten ermöglicht. Fachlich unterscheidet das DVGW-Regelwerk TRGI (Arbeitsblatt G 600) drei Gasgerätearten: Art A (raumluftabhängig, ohne Abgasanlage), Art B (raumluftabhängig, mit Abgasanlage) und Art C (raumluftunabhängig). Zusätzlich trennt die Betriebsart offene Geräte (drucklos, genau eine Zapfstelle) von geschlossenen, druckfesten Geräten für mehrere Zapfstellen im Haus. Die Zündung erfolgt über Piezozündung, elektronische Zündung mit Batterie oder Netzstrom, oder – bei Premiummodellen – über einen Hydrogenerator, der Strom direkt aus dem Wasserdurchfluss erzeugt. Rechtlich beruht diese Klassifizierung auf der EU-weiten Gasgeräteverordnung (VO (EU) 2016/426), die die frühere Richtlinie 2009/142/EG abgelöst hat und für jeden in Deutschland verkauften Gas-Durchlauferhitzer eine CE-Kennzeichnung vorschreibt.
Von zwei verwandten Geräten grenzt sich der Gas-Durchlauferhitzer klar ab: Der Elektro-Durchlauferhitzer erwärmt mit Strom statt Gas und erreicht einen höheren Wirkungsgrad. Die Gastherme (Gasheizung mit Warmwasserspeicher) speichert Warmwasser vor, statt es im Durchlauf zu erhitzen, unterliegt aber der gleichen Installations- und Prüfpflicht nach DVGW-TRGI G 600 und gilt ebenfalls als Heizungsanlage nach dem GModG.

Erdgas oder Propangas – wie unterscheiden sich Heizwert, Leistung und Anschluss?

Erdgas und Propangas unterscheiden sich vor allem im Heizwert: Propan liefert 25,89 kWh/m³, während Erdgas (H-Gas) je nach Netzgebiet rund 10,4 bis 11,5 kWh/m³ erreicht – gut das Doppelte an Energie pro Kubikmeter.
Reine Propangas-Durchlauferhitzer decken einen Leistungsbereich von 8 bis 30 kW ab. Ein 16-kW-Propangerät verbraucht dabei 1,25 kg Flüssiggas pro Stunde Volllastbetrieb. Der höhere Heizwert von Propan bedeutet für dieselbe Heizleistung einen geringeren Volumenstrom als bei Erdgas, wofür Propangeräte engere Gasdüsen benötigen.
Ein Gerät lässt sich zwischen beiden Gasarten umrüsten: Ein Düsenwechsel durch den Fachbetrieb passt die Gasmenge an den jeweiligen Heizwert an – ein wichtiger Faktor beim Umzug zwischen Regionen mit Erdgasanschluss und Standorten mit reiner Flüssiggasversorgung wie Ferienhäusern oder Wohnmobilen.

Welche Bauarten gibt es – Gasgeräteart A/B/C sowie offene und geschlossene Betriebsart?

Gas-Durchlauferhitzer unterscheiden sich in zwei unabhängigen Merkmalen: der Gasgeräteart nach Abgasführung und der Betriebsart nach Anzahl der Zapfstellen.
Gasgerätearten A, B und C im Vergleich nach Abgasführung und Raumluftbedarf.

Gasgeräteart

Raumluftbedarf

Abgasanlage

Typischer Einsatzort

 

Art A

raumluftabhängig

keine

gut belüftete Nebenräume

Art B

raumluftabhängig

vorhanden

Bäder, Küchen mit Schornsteinanschluss

Art C

raumluftunabhängig

vorhanden (Doppelrohr)

Neubau, Passivhäuser, kleine Räume

Parallel dazu bestimmt die Betriebsart die Einsatzmöglichkeiten im Haushalt: Ein offenes, drucklos arbeitendes Gerät versorgt genau eine Zapfstelle wie eine einzelne Dusche. Ein geschlossenes, druckfestes Gerät verteilt Warmwasser dagegen gleichzeitig auf mehrere Zapfstellen im Gebäude und eignet sich damit für Haushalte mit Küche und Bad an getrennten Leitungen. Am Markt reicht der Leistungsbereich fest installierter Geräte von 7 bis 30 kW; für einen zuverlässigen Duschkomfort von rund 9 Litern pro Minute empfehlen Fachbetriebe mindestens 21 kW Nennleistung, unabhängig von der gewählten Gasgeräteart.

Welche Marken und Modelle gibt es – Bosch/Junkers, Vaillant und Camplux im Vergleich?

Die drei prägenden Marken am deutschen Markt sind Bosch/Junkers, Vaillant und – im mobilen Segment – Camplux, mit jeweils eigener Zündtechnik und Leistungsklasse.
Der Bosch Therm 4300 (baugleich mit dem Junkers-Vorgängermodell) deckt einen Leistungsbereich von 12,3 bis 23,6 kW ab, kostet im Handel rund 1.400 € und erreicht einen Wirkungsgrad von 76 %. Er zündet über die HydroPower-Zündung, bei der ein Hydrogenerator den Zündstrom direkt aus dem Wasserdurchfluss erzeugt – ein Batteriewechsel entfällt dadurch vollständig.
Der Vaillant turboMAG ist in zwei Leistungsgrößen erhältlich: Die Ausführung 115/1 liefert 11 Liter pro Minute bei einer Temperaturspreizung von ΔT=50K und deckt 8,2 bis 22,6 kW ab, die größere Ausführung 145/1 erreicht 13 Liter pro Minute bei 8,3 bis 26,3 kW. Beide erreichen die Energieeffizienzklasse A. Der turboMAG zählt als Gasgeräteart C und arbeitet damit raumluftunabhängig ohne Kaminanschluss. Das Speichermodell Vaillant atmoMAG MAG 144/1 G kostet in der unverbindlichen Preisempfehlung 2.282,42 € und markiert damit das obere Preissegment der Markenmodelle.
Im mobilen Segment deckt Camplux mit dem BW528B die leistungsstärkere Klasse ab: 40 kW Leistung bei 20 Liter pro Minute Durchfluss – geeignet für den halbstationären Einsatz an Gartenhäusern oder Werkstätten, während das kompakte Campingmodell im folgenden Kapitel zur mobilen Nutzung eingeordnet wird.

Was kostet ein Gas-Durchlauferhitzer in der Anschaffung?

Ein Gas-Durchlauferhitzer kostet in der Anschaffung zwischen unter 300 € für einfache Einstiegsgeräte und rund 2.280 € für Markenmodelle wie die im vorherigen Kapitel vorgestellten Geräte von Bosch und Vaillant.
Zu den reinen Gerätekosten kommen die Installationskosten durch den Fachbetrieb, als Richtwert rund 400 €, zuzüglich Zubehör wie Anschlussgarnitur und Absperrventile ab 150 €. Ein vollständiges Kostenbild entsteht erst aus der Summe aller drei Posten.
Kostenaufschlüsselung für die Neuanschaffung eines Gas-Durchlauferhitzers 2026.

Kostenposten

Betrag

 

Einstiegsgerät

unter 300 €

Markenmodell (Bosch/Vaillant)

rund 1.400 € bis 2.282,42 €

Installation durch Fachbetrieb

Richtwert ca. 400 €

Zubehör (Anschlussgarnitur, Ventile)

ab 150 €

Wie hoch sind Betriebskosten und Gasverbrauch 2026?

Die jährlichen Betriebskosten eines Gas-Durchlauferhitzers liegen im Referenzhaushalt bei 313 bis 355 € (Mittelwert 333 €) für Warmwasser – deutlich unter den Kosten einer vergleichbaren Elektrolösung.
Endenergie = Nutzenergie ÷ η
Wo:
  • Nutzenergie: nutzbare Wärmeenergie in kWh
  • η: Wirkungsgrad des Geräts (dezimal)
  • Endenergie: tatsächlich zugeführte Gasenergie in kWh
Der Wirkungsgrad selbst ergibt sich aus der Umkehrung dieser Formel: η = Nutzenergie ÷ Endenergie × 100 %. Für die Kostenrechnung wird sie nach der Endenergie aufgelöst, um vom bekannten Warmwasserbedarf auf den tatsächlichen Gasverbrauch zu schließen.
Jahreskosten (€) = Endenergie (kWh) × Energiepreis (ct/kWh) ÷ 100
Wo:
  • Endenergie: tatsächlich zugeführte Gasenergie in kWh
  • Energiepreis: Gaspreis in Cent pro kWh (ct/kWh)
  • Jahreskosten: jährliche Energiekosten in Euro
Beispiel: 4-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus
Gegeben: Warmwasserbedarf 2.400 kWh Nutzenergie/Jahr, Gas-Durchlauferhitzer mit η=80 %, Gaspreis Einfamilienhaus 11,10 ct/kWh (BDEW).
Berechnung: Endenergie = 2.400 kWh ÷ 0,80 = 3.000 kWh. Jahreskosten = 3.000 kWh × 11,10 ct/kWh ÷ 100 = 333 €.
Ergebnis: 333 € Gaskosten pro Jahr für die Warmwasserversorgung des Referenzhaushalts.
Zu den reinen Energiekosten kommen als Richtwert laufende Wartungskosten von 100 bis 250 € pro Jahr, eine Abgasmessung für rund 30 bis 60 € alle zwei Jahre sowie eine Feuerstättenschau für rund 50 € pro Termin. Zusätzlich verteuert der CO2-Preis 2026 den Gasbezug um 55 bis 65 € pro Tonne: Bei einem umfassenden Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Heizung und Warmwasser zusammen) entstehen laut Verbraucherzentrale dadurch zusätzliche 260 bis 310 € pro Jahr.
Die amtliche Preisstatistik von Destatis zeigt den langfristigen Trend hinter dem oben verwendeten BDEW-Tarif: Der bundesweite Durchschnittspreis für Erdgas lag im zweiten Halbjahr 2025 bei 12,23 ct/kWh – ein Anstieg von 79,1 % gegenüber dem Vorkrisenniveau des zweiten Halbjahrs 2021. Im selben Zeitraum stieg der amtlich erfasste Haushaltsstrompreis auf 40,55 ct/kWh. Beide Werte bestätigen den strukturellen Kostenabstand zwischen Gas und Strom, der dem folgenden Kapitel als Grundlage dient.

Gas- oder Elektro-Durchlauferhitzer – was ist im Betrieb günstiger?

Ein Gas-Durchlauferhitzer ist im Betrieb günstiger als ein Elektro-Durchlauferhitzer, obwohl er den niedrigeren Wirkungsgrad hat – der Gaspreis pro kWh liegt deutlich unter dem Strompreis.
Beispiel: Elektro-Durchlauferhitzer im gleichen Referenzhaushalt
Gegeben: identischer Warmwasserbedarf 2.400 kWh Nutzenergie/Jahr, Elektro-Durchlauferhitzer mit praxisnahem Wirkungsgrad η=95 % (nameplate bis zu 99 %, abzüglich Leitungs- und Anlaufverlusten im realen Betrieb), Haushaltsstrompreis 37,0 ct/kWh (BDEW 2026).
Berechnung: Endenergie = 2.400 kWh ÷ 0,95 = 2.526 kWh. Jahreskosten = 2.526 kWh × 37,0 ct/kWh ÷ 100 = 935 €.
Ergebnis: 935 € Stromkosten pro Jahr – 602 € mehr als beim Gasgerät im selben Haushalt.

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Wirkungsgrad und Jahreskosten von Gas- und Elektro-Durchlauferhitzer im Vergleich, inklusive Summe über 20 Jahre.

Gerätetyp

Wirkungsgrad

Jahreskosten

Summe über 20 Jahre

 

Gas-Durchlauferhitzer

75–85 %

313–355 € (Ø 333 €)

6.660 €

Elektro-Durchlauferhitzer

bis 99 %

897–987 € (Ø 935 €)

18.700 €

Wer darf einen Gas-Durchlauferhitzer installieren und welche Vorschriften gelten?

Nur ein Vertragsinstallationsunternehmen (VIU) darf einen Gas-Durchlauferhitzer nach den Technischen Regeln DVGW-TRGI G 600 installieren – Eigeninstallation ist an der Gasleitung nicht zulässig.
Die Installationskosten selbst sind im vorherigen Kostenkapitel beziffert. Wer zur Miete wohnt, benötigt zusätzlich die Zustimmung des Vermieters für den Austausch eines bestehenden Geräts gegen ein neues Modell, da ein Gas-Durchlauferhitzer als fest verbundener Bestandteil der Wohnungsinstallation gilt und nicht eigenmächtig ausgetauscht werden darf.

Ist der Neueinbau 2026 noch erlaubt – was gilt nach GEG und GModG?

Der Neueinbau eines Gas-Durchlauferhitzers ist 2026 weiterhin erlaubt, da das Gebäudeenergie-Modernisierungsgesetz (GModG) seit dem 29.07.2026 in Kraft ist und die frühere 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht aus § 71 GEG a.F. ersatzlos entfällt.
Das GModG definiert einen Gas-Durchlauferhitzer über § 3 Abs. 1 Nr. 14a als Teil einer Heizungsanlage und unterstellt ihn damit weiterhin dem gesetzlichen Rahmen für Heiztechnik – ohne die vorherige Pflicht zu einem Mindestanteil erneuerbarer Energien beim Neueinbau. Wie sich die Rechtslage über 2026 hinaus weiterentwickelt, zeigt der Marktausblick am Ende dieses Artikels.

Wie gefährlich ist Kohlenmonoxid und wie oft muss gewartet werden?

Kohlenmonoxid (CO) ist bei einem Gas-Durchlauferhitzer das zentrale Betriebsrisiko: Der gesetzliche CO-Grenzwert im Abgas liegt nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) bei 1.000 ppm.
Die Sicherheitsprüfung durch den Schornsteinfeger ist für raumluftabhängige Geräte (Gasgeräteart A/B) einmal jährlich Pflicht, für raumluftunabhängige Geräte (Gasgeräteart C) genügt eine Prüfung alle zwei Jahre. Nach Zahlen des Feuerwehrverbands wiesen 2023 bundesweit 86.000 Gasfeuerungsanlagen einen CO-Wert über dem 1.000-ppm-Grenzwert auf. Die amtliche Todesursachenstatistik von Destatis registrierte 629 CO-Todesfälle im Jahr 2018 und 535 Todesfälle im Jahr 2019 durch Kohlenmonoxidvergiftungen. Ein CO-Melder nach der Norm DIN EN 50291 Teil 1 ergänzt die reguläre Wartung als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme im Wohnraum. Gemessen an den bundesweit rund 14,4 Millionen Erdgas-Heizsystemen in Deutschland entspricht das einem Anteil von rund 0,6 %.

Welche Nachteile und typischen Fehler gibt es – und was steckt hinter dem Bosch-Rückruf?

Der zentrale Nachteil eines Gas-Durchlauferhitzers liegt in der fehlenden Förderfähigkeit: Weder BAFA noch KfW bezuschussen konventionelle Gastechnik, während die im vorherigen Kapitel beschriebene CO-Sicherheitsprüfung eine dauerhafte Pflichtaufgabe bleibt. Der offizielle BAFA-Förderrechner weist fest installierte Gas-Durchlauferhitzer explizit als nicht förderfähige Heiztechnik aus – ein Umstand, der bei der Anschaffung leicht übersehen wird, weil er sich von der Förderpraxis bei Wärmepumpen unterscheidet.

Fehler 1: Undichte Gasanschlüsse

Eine undichte Verschraubung am Gasanschluss führt zu unkontrolliertem Gasaustritt und damit zu einem Explosionsrisiko im Aufstellraum. Prävention: Nur ein zertifiziertes VIU darf Gasanschlüsse herstellen und mit einem Lecksuchspray prüfen.

Fehler 2: Unzureichende Entlüftung

Ein zugestellter oder blockierter Lüftungsschacht bei raumluftabhängigen Geräten (Art A/B) verursacht eine unvollständige Verbrennung mit CO-Anreicherung im Aufstellraum. Prävention: Lüftungsöffnungen dauerhaft freihalten und die jährliche Schornsteinfegerprüfung wahrnehmen.

Fehler 3: Falsch dimensionierte Gasleitung

Eine zu eng dimensionierte Gasleitung liefert bei Volllast nicht genug Gasdurchsatz und verursacht spürbare Leistungseinbußen am Gerät. Prävention: Die Leitungsdimensionierung erfolgt durch das VIU anhand der Nennleistung des gewählten Geräts.

Bosch-Sicherheitsrückruf Therm 4300

Am 18.07.2024 warnte Bosch vor einem CO-Sicherheitsrisiko bei Geräten der Baureihe Therm 4300 der Baujahre November 2019 bis Mai 2023; die Sicherheitsmaßnahme läuft nach Herstellerangaben fort. Sie betrifft rund 8.000 Geräte in Deutschland; betroffene Nutzer erhalten über den Hersteller eine kostenlose Nachrüstung.

Eignet sich ein Gas-Durchlauferhitzer für Camping, Dusche und Outdoor-Nutzung?

Ein Gas-Durchlauferhitzer eignet sich für Camping und Outdoor-Nutzung in Form kompakter, batteriebetriebener Modelle wie dem Camplux BW264BCP120 mit 20 kW Leistung, 10 Litern pro Minute Durchfluss und nur 8 kg Gewicht. Solche Camping-Geräte wiegen je nach Modell zwischen 3 und 8 kg und bringen eine integrierte 12-Volt-Pumpe mit, die das Wasser auch ohne festen Anschluss aus Kanister oder Tank fördert.
Solche Camping-Geräte arbeiten als offene, drucklose Geräte für genau eine Zapfstelle – typischerweise eine mobile Außendusche – und sind für den reinen Außeneinsatz konzipiert. Herstellerseitig gilt für diese Geräteklasse ein striktes Innenraumverbot: Der Betrieb in Zelt, Vorzelt oder Wohnwagen-Innenraum ist wegen des CO-Risikos aus dem vorherigen Kapitel untersagt, der Betrieb ist ausschließlich im Freien oder unter sehr guter Belüftung zulässig.

Welche Gasprüfung ist für den Gas-Durchlauferhitzer im Wohnmobil Pflicht (DVGW G607)?

Im Wohnmobil unterliegt die gesamte Gasanlage samt Gas-Durchlauferhitzer der Prüfnorm DVGW G607 mit einem verpflichtenden 24-Monats-Prüfturnus – unabhängig von der Hauptuntersuchung des Fahrzeugs.
Drei Daten bestimmen die aktuelle Rechtslage der G607-Prüfung, die häufig verwechselt werden:
Die drei maßgeblichen Daten der DVGW-G607-Prüfpflicht für Wohnmobil-Gasanlagen.

Datum

Bedeutung

 

August 2022

rechtlich zitierte Ausgabe der Norm DVGW G 607 (A)

19.06.2025

Stichtag, seit dem die G607-Prüfung als eigenständige, von der Hauptuntersuchung entkoppelte Pflicht in § 60 StVZO verankert ist

Juni 2026

Vorstellung der 2. Auflage der G607: erstmals werden auch Gastankflaschen mit einer Prüffrist von maximal 10 Jahren erfasst

Eine Fristüberschreitung bei der G607-Prüfung zieht ein gestaffeltes Bußgeld von 15 bis 60 € nach sich, je nach Dauer der Überschreitung.

Was sagen unabhängige Tests zu Gas-Durchlauferhitzern?

Die Stiftung Warentest hat Gas-Durchlauferhitzer zuletzt im September 2022 umfassend getestet; ein aktueller Testsieger für 2026 liegt bislang nicht vor.
Angesichts der seither veränderten Rechtslage durch das GModG und der gestiegenen Gerätepreise dienen die Testergebnisse von 2022 nur als grober Anhaltspunkt für Verarbeitungsqualität und Sicherheitsmerkmale. Für die Kaufentscheidung 2026 liefern die Herstellerdatenblätter von Bosch, Vaillant und Camplux die belastbareren aktuellen Kennzahlen zu Leistung, Wirkungsgrad und Preis. Bis ein neuer, unabhängiger Test vorliegt, bietet zumindest die im ersten Kapitel beschriebene CE-Kennzeichnung nach der EU-Gasgeräteverordnung eine verbindliche Mindestsicherheitsgarantie für jedes am deutschen Markt verkaufte Gerät.

Wie entwickeln sich Preise, Recht und Technik – Marktausblick 2026 und darüber hinaus?

Über 2026 hinaus verpflichtet der Bio-Gas-Stufenplan nach § 43 GModG zu einem steigenden Anteil erneuerbaren Gases: 10 % ab dem 01.01.2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040.
Diese schrittweise Erhöhung verteuert den Betrieb eines Gas-Durchlauferhitzers strukturell über die kommenden Jahrzehnte, unabhängig von der kurzfristigen Marktpreisentwicklung. Auf der Normenseite bringt die im Entwurf befindliche DIN EN 26 (Stand April 2026) künftig eine einheitliche Energieeffizienzkennzeichnung für gasbeheizte Durchlauf-Wasserheizer, vergleichbar dem heutigen Energielabel bei Elektrogeräten. Das im vorherigen Kapitel beschriebene Wirkungsgradgefälle gegenüber dem Elektro-Durchlauferhitzer bleibt dabei strukturell bestehen, da beide Technologien an ihre physikalischen Grenzen der jeweiligen Bauart gebunden sind.

Für wen lohnt sich ein Gas-Durchlauferhitzer 2026 noch?

Ein Gas-Durchlauferhitzer lohnt sich 2026 vor allem für Haushalte mit vorhandenem Gasanschluss und für die mobile Nutzung beim Camping – nicht mehr für Bauherren, die auf eine Förderung angewiesen sind.

Profil: Bestandsimmobilie mit Gasanschluss

Wer einen bestehenden Erdgasanschluss besitzt und ein Altgerät ersetzt, spart mit den im Kostenvergleich beschriebenen 333 € Jahreskosten gegenüber der Elektro-Alternative dauerhaft 602 € pro Jahr. Voraussetzung bleiben die jährliche Wartung und die Schornsteinfeger-Prüfung.

Profil: Neubau oder Förderinteresse

Wer neu baut oder eine Förderung über BAFA oder KfW nutzen will, profitiert wegen der im Nachteile-Kapitel beschriebenen fehlenden Förderfähigkeit nicht vom Gas-Durchlauferhitzer. Eine Wärmepumpe ist hier die förderfähige Alternative.

Profil: Camping und Wohnmobil

Für die mobile Warmwasserversorgung eignet sich das im Camping-Kapitel beschriebene batteriebetriebene Modell. Wohnmobil-Nutzer müssen zusätzlich die 24-monatige DVGW-G607-Prüfung der gesamten Gasanlage einplanen, sonst drohen die im vorherigen Kapitel genannten Bußgelder.

Profil: Langfristige Planung bis 2040

Wer eine Nutzungsdauer über 2029 hinaus plant, kalkuliert den im Marktausblick beschriebenen steigenden Bio-Gas-Pflichtanteil als langfristigen Kostenfaktor ein.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen