Das Wichtigste in Kürze
- Lebensdauer: Eine Gasheizung erreicht nach 15 bis 25 Jahren Betriebszeit das Ende ihrer üblichen Nutzungsdauer; co2online empfiehlt ab diesem Alter eine gezielte Prüfung auf Austausch.
- Rechtslage 2026: Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz vom 29. Juli 2026 ist der Einbau einer neuen Gasheizung weiterhin erlaubt, die frühere 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht entfällt ersatzlos.
- Kosten: Die Erneuerung kostet im Bundesdurchschnitt 16.000 Euro, eine Wärmepumpe als Alternative rund 36.000 Euro.
- Förderung: Ein reiner 1:1-Austausch erhält 0 Prozent BEG-Förderung, eine Wärmepumpe dagegen bis zu 80 Prozent.
- Betriebskosten: Der CO2-Preis verursacht bei 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bereits 2026 rund 260 bis 310 Euro Mehrkosten pro Jahr.
- Zukunftsrisiko: Die Gasnetzentgelte können von heute 300 bis 400 Euro auf bis zu 3.300 bis 4.300 Euro pro Jahr im Jahr 2045 steigen.
- Amortisation: Die höhere Wärmepumpen-Investition amortisiert sich gegenüber der Gasheizung nach 10 bis 15 Jahren.
Was ist eine Gasheizungserneuerung und wann ist sie nötig?
Eine
Gasheizungserneuerung ersetzt einen bestehenden Gas-Heizkessel durch ein neues Heizgerät, meist einen
Gas-Brennwertkessel, sobald die bisherige Anlage das Ende ihrer üblichen Betriebsdauer erreicht. Eine Gasheizung erreicht laut
co2online nach
15 bis 25 Jahren das
Ende ihrer typischen Lebensdauer. Ab einem Alter von 15 Jahren empfiehlt co2online, die Anlage gezielt auf einen Austausch zu prüfen.
Der Begriff grenzt sich von der reinen Reparatur ab: Eine Reparatur behebt einen einzelnen Defekt am bestehenden Gerät, eine Erneuerung tauscht den kompletten Wärmeerzeuger aus. Ein moderner Gas-Brennwertkessel erreicht einen Normnutzungsgrad von 95 bis 98 Prozent, bezogen auf den Brennwert Hs, wie BauNetz Wissen dokumentiert. Herstellerangaben, die sich auf den Heizwert Hi beziehen, weisen rechnerisch Werte von bis zu 111 Prozent aus – ein methodischer Unterschied in der Bezugsgröße, kein realer Effizienzgewinn.
Woran erkenne ich, dass meine alte Gasheizung erneuert werden sollte?
Eine Gasheizung wird erneuert, wenn sie älter als 15 Jahre ist, wiederholt ausfällt oder eine Pflicht-Inspektion Mängel feststellt. Nach DIN EN 15378 gilt ein Heizungscheck für Wärmeerzeuger, die älter als 15 Jahre sind und mehr als 20 Kilowatt Leistung haben.
Zusätzlich prüft der zuständige Schornsteinfeger die Anlage im Rahmen der Feuerstättenschau, die laut dem Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) zweimal innerhalb von sieben Jahren stattfindet. Wiederkehrende Störungen, sinkender Wirkungsgrad und ein veralteter Konstanttemperatur- oder Niedertemperaturkessel ohne Brennwerttechnik sind weitere Signale für eine anstehende Erneuerung.
Darf ich meine Gasheizung 2026 noch erneuern?
Ja, der Einbau einer neuen Gasheizung ist 2026 weiterhin uneingeschränkt erlaubt: Das Gebäudemodernisierungsgesetz, das am 29. Juli 2026 in Kraft trat, hat die frühere 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht und das 30-Jahre-Betriebsverbot ersatzlos gestrichen.
Die früheren §§ 71 und 72 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sind laut der aktuellen Fassung auf gesetze-im-internet.de weggefallen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) bestätigt: Es gibt keine Vorgabe mehr, welche Heizungstechnologie beim Einbau genutzt werden muss – die freie Technologiewahl gilt auch für Gas- und Ölheizungen. Auch die verpflichtende Energieberatung vor dem Einbau einer fossil betriebenen Heizung entfällt mit dem GModG, wie die Kanzlei GÖRG Rechtsanwälte darlegt. Als einziges verbliebenes Klimaschutz-Instrument für neue fossile Heizungen bleibt die sogenannte Bio-Treppe: Ab 2029 muss ein wachsender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe beigemischt werden, bis die Stufe 2040 vollständig erreicht ist.
Was ändert das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) konkret für Gasheizungsbesitzer?
Das GModG löst das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ab und hebt drei zentrale Pflichten für Gasheizungsbesitzer auf: die 65-Prozent-Pflicht, das 30-Jahre-Betriebsverbot und die verpflichtende Beratung vor dem Einbau. An ihre Stelle tritt die Bio-Treppe als schrittweiser Mechanismus.
Rechtliche Anforderungen an den Gasheizungstausch vor und nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz.
Regelung | Bis 28.07.2026 (GEG) | Ab 29.07.2026 (GModG) |
65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht | galt für neu eingebaute Heizungen | ersatzlos entfallen |
30-Jahre-Betriebsverbot (§ 72 GEG) | galt für Konstanttemperaturkessel | ersatzlos entfallen |
galt für Konstanttemperaturkessel | weggefallen |
Beratungspflicht vor fossilem Einbau (§ 71 GEG) | verpflichtend | entfallen |
Freie Technologiewahl | eingeschränkt auf 65-Prozent-Optionen | uneingeschränkt, inkl. Gas- und Ölheizung |
Bio-Treppe (Pflichtanteil klimafreundlicher Brennstoffe) | nicht existent | Start 2029, volle Stufe 2040 |
Welche Optionen habe ich, meine Gasheizung zu erneuern?
Für die Erneuerung stehen im Kern drei Wege offen: der 1:1-Austausch gegen einen neuen Gas-Brennwertkessel, der Wechsel zu einer Wärmepumpe oder der befristete Weiterbetrieb der bestehenden Anlage.
Vergleich der wichtigsten Optionen bei der Gasheizungserneuerung nach Kosten und Förderfähigkeit.
Option | Anschaffungskosten (Bundesdurchschnitt) | BEG-Förderfähigkeit |
Gas-Brennwertkessel (1:1-Austausch) | 16.000 € | nicht förderfähig |
Luft-Wasser-Wärmepumpe | 36.000 € | bis zu 80 % (Regelfall 70 %) |
Weiterbetrieb der Bestandsanlage | 0 € Neuinvestition | entfällt (keine Neuanschaffung) |
Neben diesen quantifizierten Optionen bieten Hybridheizungen – die Kombination eines Gaskessels mit einer kleineren Wärmepumpe – und H2-ready-Kessel, die für eine spätere Wasserstoff-Beimischung ausgelegt sind, weitere technische Pfade. Für neu eingebaute fossile Geräte gilt in jedem Fall die Bio-Treppe: Ab 2029 ist ein steigender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe beizumischen, unabhängig davon, ob es sich um einen klassischen oder H2-ready-Kessel handelt.
Gasheizung erneuern oder auf Wärmepumpe umsteigen: Was lohnt sich mehr?
Eine
Wärmepumpe kostet in der Anschaffung mehr als eine neue Gasheizung, amortisiert die Mehrinvestition aber nach gängigen Verbraucherzentrale-Berechnungen typischerweise nach
10 bis 15 Jahren durch niedrigere Betriebskosten.
Amortisationsjahre = Mehrinvestition ÷ jährliche Betriebskosten-Ersparnis
- Mehrinvestition: Preisdifferenz zwischen Wärmepumpe und Gasheizung in Euro
- jährliche Betriebskosten-Ersparnis: Differenz der jährlichen Energiekosten in Euro pro Jahr
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus (140 m², 20.000 kWh Gasverbrauch/Jahr)
Gegeben: Anschaffung Gasheizung 16.000 €, Anschaffung Wärmepumpe 36.000 €, Amortisationsdauer laut Verbraucherzentrale-Berechnungen 10 bis 15 Jahre.
Berechnung: Mehrinvestition = 36.000 € − 16.000 € = 20.000 €. Verteilt auf 10 bis 15 Jahre ergibt das eine jährliche Kostenersparnis von rund 1.300 bis 2.000 € gegenüber dem Weiterbetrieb mit Gas.
Ergebnis: Ab Jahr 10 bis 15 ist die Wärmepumpe in der Gesamtkostenrechnung günstiger als die neue Gasheizung.
Anschaffungsdifferenz und langfristiges Kostenrisiko einer Gasheizung gegenüber einer Wärmepumpe bis 2045.
Kennzahl | Wert |
Anschaffungsdifferenz (Wärmepumpe minus Gasheizung) | 20.000 € |
Jährliche Gasnetzentgelt-Mehrkosten bis 2045 (ggü. heute 300–400 €/Jahr) | bis zu 3.300–4.300 € pro Jahr (Fraunhofer IFAM/Umweltinstitut München) |
Amortisationsdauer der Wärmepumpen-Mehrinvestition | 10–15 Jahre (Richtwert, Verbraucherzentrale) |
Was kostet die Erneuerung einer Gasheizung 2026?
Die Erneuerung einer Gasheizung kostet im Bundesdurchschnitt 16.000 Euro inklusive Einbau und Entsorgung des Altgeräts, wie die Verbraucherzentrale Energieberatung beziffert.
Kostenaufschlüsselung für die Erneuerung einer Gasheizung im Referenz-Einfamilienhaus.
Kostenposition | Betrag |
Gas-Brennwertkessel inkl. Montage und Entsorgung des Altgeräts | 16.000 € (Bundesdurchschnitt) |
Schornsteinsanierung mit Edelstahl-Abgasleitung (7,5–10 m), falls nötig | 1.000–2.000 € |
Gesamtkosten bei zusätzlicher Schornsteinsanierung | 17.000–18.000 € |
Ob eine Schornsteinsanierung anfällt, hängt vom baulichen Zustand der bestehenden Abgasleitung ab: Für einen Gas-Brennwertkessel muss der Schornstein die Anforderungen der DIN EN 15502 erfüllen. Ein reiner 1:1-Austausch erhält keinen BEG-Zuschuss, da die KfW den Ersatz gegen eine neue fossile Heizung nicht fördert.
Welche technischen Anforderungen gelten bei der Erneuerung?
Ein neuer Gas-Brennwertkessel muss die Anforderungen der DIN EN 15502-1 erfüllen und erreicht einen Normnutzungsgrad von 95 bis 98 Prozent, bezogen auf den Brennwert.
NormnutzungsgradHs = abgegebene Wärmemenge ÷ eingesetzte Brennstoffenergie (bezogen auf den Brennwert Hs) × 100 %
- abgegebene Wärmemenge: Nutzwärme in Kilowattstunden pro Jahr
- eingesetzte Brennstoffenergie: Gasverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr, bezogen auf Hs
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus (20.000 kWh Gasverbrauch/Jahr)
Gegeben: Jahresgasverbrauch 20.000 kWh, Normnutzungsgrad eines modernen Brennwertkessels 97 %.
Berechnung: 20.000 kWh × 0,97 = 19.400 kWh nutzbare Wärme pro Jahr.
Ergebnis: 600 kWh gehen als Abgas- und Bereitschaftsverluste verloren – der Rest steht als Heizwärme zur Verfügung.
Einschlägige Normen und Vorschriften bei der Gasheizungserneuerung.
Norm/Vorschrift | Regelt |
DIN EN 15502-1 | Allgemeine Anforderungen und Prüfungen für Gas-Brennwertkessel |
DIN EN 12831-1 / DIN/TS 12831-1 | Verfahren zur raumweisen Heizlastberechnung |
§ 60c GEG | Pflicht zum hydraulischen Abgleich bei Gebäuden ab 6 Wohneinheiten |
Delegierte Verordnung (EU) 811/2013 | ErP-Energieeffizienzlabel für Heizgeräte |
DIN EN 15378 | Inspektion/Heizungscheck von Wärmeerzeugern über 15 Jahre und über 20 kW |
Für das Referenz-Einfamilienhaus mit 4 Wohneinheiten oder weniger gilt die Pflicht zum
hydraulischen Abgleich nach § 60c GEG nicht unmittelbar, da diese Vorschrift laut Gesetzestext erst ab
6 Wohneinheiten greift. Freiwillig durchgeführt, wird der
hydraulische Abgleich dennoch mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst, mit individuellem Sanierungsfahrplan sogar mit
20 Prozent, wie co2online dokumentiert.
Zusätzlich trägt jeder neue Gas-Brennwertkessel ein EU-Energieeffizienzlabel nach der delegierten Verordnung (EU) 811/2013, wie das Umweltbundesamt bestätigt. Das Label ordnet Heizgeräte in Effizienzklassen ein und dient beim Kauf als direktes Vergleichskriterium zwischen mehreren Angeboten. Ein Gas-Brennwertkessel mit einem Normnutzungsgrad von 95 bis 98 Prozent erreicht dabei regelmäßig eine der oberen Effizienzklassen für fossil betriebene Geräte, bleibt aber unterhalb der Klassifizierung, die reine Wärmepumpen-Systeme erzielen.
Wie läuft die Erneuerung praktisch ab?
Die Erneuerung einer Gasheizung folgt fünf Schritten von der Heizlastberechnung bis zur Abnahme durch den Schornsteinfeger.
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Heizlastberechnung
Ein Fachbetrieb ermittelt die Heizlast des Gebäudes nach DIN EN 12831-1 und legt damit die benötigte Kesselleistung fest.
Schritt 2: Angebote von Fachbetrieben einholen
Mehrere zertifizierte Fachbetriebe erstellen Angebote mit Gerätetyp, Leistung in Kilowatt und Gesamtkosten.
Schritt 3: Hydraulischer Abgleich
Der Fachbetrieb optimiert die Verteilung der Heizwärme im Gebäude, was bei geförderten Maßnahmen mit 15 bis 20 Prozent bezuschusst wird.
Schritt 4: Einbau des neuen Kessels
Der neue Gas-Brennwertkessel wird installiert, an die bestehende Gasleitung angeschlossen und die Abgasleitung auf Normkonformität nach DIN EN 15502-1 geprüft.
Schritt 5: Abnahme durch den Schornsteinfeger
Der zuständige Schornsteinfeger stellt den Feuerstättenbescheid aus, der die Anlage für den Betrieb freigibt.
Wie finde ich den richtigen Fachbetrieb für die Erneuerung?
Ein geeigneter Fachbetrieb ist auf Heizungstechnik zertifiziert und stellt bei geförderten Maßnahmen die erforderliche Fachunternehmererklärung aus.
Diese Erklärung bestätigt die fachgerechte Ausführung und ist Voraussetzung für die Auszahlung von BAFA- und KfW-Fördermitteln. Regionale, zertifizierte Fachpartner lassen sich über herstellerunabhängige Vergleichsplattformen finden, die Angebote mehrerer Betriebe gegenüberstellen. Bei einem 1:1-Gasaustausch entfällt zwar die Förderfähigkeit, die Fachunternehmererklärung bleibt aber bei jeder Zusatzmaßnahme wie dem hydraulischen Abgleich relevant.
Ein belastbares Angebot weist die Kesselleistung in Kilowatt, den Normnutzungsgrad in Prozent und die Kosten für Montage sowie Entsorgung des Altgeräts getrennt aus. Mindestens zwei bis drei Vergleichsangebote von zertifizierten Betrieben zeigen, ob der veranschlagte Preis nahe am Bundesdurchschnitt von 16.000 Euro liegt oder ob Zusatzleistungen wie eine Schornsteinsanierung für 1.000 bis 2.000 Euro separat kalkuliert wurden. Ein Fachbetrieb, der zusätzlich Wärmepumpen und Hybridlösungen anbietet, liefert im selben Termin einen belastbaren Kostenvergleich zwischen fossiler und elektrischer Option.
Gibt es 2026 noch Förderung für die Erneuerung einer Gasheizung?
Nein, ein reiner 1:1-Austausch gegen eine neue Gasheizung erhält
0 Prozent BEG-Förderung, da die
KfW den Ersatz durch eine fossile Heizung nicht bezuschusst. Wer stattdessen auf eine förderfähige Alternative wie eine
Wärmepumpe umsteigt, kann bis zu 80 Prozent der Kosten fördern lassen.
BEG-Fördersätze für den Heizungstausch nach der Reform vom 21. Juli 2026 (nur für förderfähige Alternativen zur Gasheizung).
Förderbaustein | Höhe |
Grundförderung | 30 % |
Klima-Geschwindigkeitsbonus | 16 % |
Einkommensbonus (einkommensabhängig) | 40 % / 30 % / 10 % |
Maximaler Gesamtfördersatz | 80 % (Regelfall 70 %) |
Förderfähige Kosten (Höchstgrenze, Einfamilienhaus) | 28.000 € |
Beispiel: Wärmepumpe im Referenz-Einfamilienhaus
Gegeben: Anschaffungskosten 36.000 €, Regelfall-Fördersatz 70 %, maximaler Fördersatz 80 %.
Berechnung: Die Förderung bemisst sich an den förderfähigen Kosten von maximal 28.000 €, nicht an den vollen Anschaffungskosten. Förderung im Regelfall: 28.000 € × 0,70 = 19.600 €, Nettoinvestition: 36.000 € − 19.600 € = 16.400 €. Förderung im Maximalfall: 28.000 € × 0,80 = 22.400 €, Nettoinvestition: 36.000 € − 22.400 € = 13.600 €.
Ergebnis: Die Eigeninvestition sinkt durch die BEG-Förderung auf 13.600 bis 16.400 Euro und liegt damit im Maximalfall unter, im Regelfall nur knapp über den 16.000 Euro einer nicht geförderten neuen Gasheizung.
Alternativ steht der Steuerbonus nach § 35c EStG offen: Er erstattet 7 Prozent im Jahr des Abschlusses, 7 Prozent im Folgejahr und 6 Prozent im übernächsten Jahr, insgesamt höchstens 40.000 Euro je Objekt. Beide Förderwege sind laut Gesetzestext nicht kombinierbar für dieselbe Maßnahme.
Welche Nachteile und Risiken hat eine neue Gasheizung 2026?
Risiko 1: Steigender CO2-Preis
Symptom
Der
CO2-Preis auf Erdgas liegt 2026 bei
55 bis 65 Euro je Tonne.
Folge
Bei 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch entstehen dadurch rund 260 bis 310 Euro Mehrkosten pro Jahr, wie die Verbraucherzentrale ermittelt.
Prävention
Ein hydraulischer Abgleich senkt den Gasverbrauch und wird mit 15 bis 20 Prozent der Kosten gefördert.
Risiko 2: Steigende Gasnetzentgelte
Symptom
Die Gasnetzentgelte liegen aktuell bei 300 bis 400 Euro pro Jahr für einen Drei-Personen-Haushalt.
Folge
Laut einer Studie des Umweltinstituts München mit Fraunhofer IFAM können sie bis 2045 auf bis zu 3.300 bis 4.300 Euro jährlich steigen, da sich das Gasnetz auf weniger Nutzer verteilt.
Prävention
Eine frühzeitige Umstellung auf eine förderfähige Alternative wie eine Wärmepumpe vermeidet diese langfristige Kostensteigerung.
Risiko 3: Bio-Treppe erhöht künftige Brennstoffkosten
Symptom
Ab 2029 schreibt die Bio-Treppe einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe für neu eingebaute fossile Heizungen vor.
Folge
Der Brennstoffmix wird bis 2040 schrittweise teurer, da klimafreundliche Brennstoffe zusätzlich beigemischt werden müssen.
Prävention
Wer 2026 eine Gasheizung einbaut, kalkuliert diese absehbare Brennstoffkostensteigerung von Beginn an ein.
Risiko 4: Fehlende Investitionsförderung bindet Eigenkapital
Symptom
Ein reiner 1:1-Austausch erhält 0 Prozent BEG-Förderung.
Folge
Die vollen 16.000 Euro Anschaffungskosten müssen aus Eigenmitteln oder einem Kredit finanziert werden, während eine Wärmepumpe dieselbe Investitionslast durch bis zu 80 Prozent Förderung deutlich reduziert.
Prävention
Der Steuerbonus nach § 35c EStG kompensiert bis zu 40.000 Euro über drei Jahre und mildert die fehlende Zuschussförderung teilweise ab.
Was sind typische Fehler bei der Erneuerung einer Gasheizung?
Fehler 1: Verzicht auf den hydraulischen Abgleich
Ohne hydraulischen Abgleich bleibt der Fördersatz von 15 bis 20 Prozent ungenutzt und die Heizverteilung im Gebäude bleibt ineffizient.
Fehler 2: Fehlende Fachunternehmererklärung
Wird bei einer geförderten Zusatzmaßnahme keine Fachunternehmererklärung eingeholt, verweigert die KfW die Auszahlung des Zuschusses.
Fehler 3: Ungeprüfter Schornstein vor dem Einbau
Ein Schornstein, der die Anforderungen der DIN EN 15502-1 nicht erfüllt, verhindert die Abnahme durch den Schornsteinfeger und macht eine Sanierung für 1.000 bis 2.000 Euro nachträglich nötig.
Fehler 4: Versuchte Doppelförderung
Wer den Steuerbonus nach § 35c EStG und einen BEG-Zuschuss gleichzeitig für dieselbe Maßnahme beantragt, scheitert am gesetzlichen Kombinationsverbot.
Wie entwickelt sich die Gasheizung als Technologie bis 2045?
Die Gasheizung bleibt bis 2045 rechtlich zulässig, verliert aber durch steigende CO2-Preise, wachsende Gasnetzentgelte und die Bio-Treppe schrittweise an wirtschaftlicher Attraktivität.
Zeitleiste der regulatorischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gasheizung 2026 bis 2045.
Datum | Ereignis |
21.07.2026 | Reform der BEG-Heizungsförderung: neue Bonus-Sätze, Effizienzbonus entfällt |
29.07.2026 | Gebäudemodernisierungsgesetz tritt in Kraft: Wegfall der 65-Prozent-Pflicht und der 30-Jahre-Regel |
2029 | Start der Bio-Treppe: steigender Pflichtanteil klimafreundlicher Brennstoffe bei neu eingebauten fossilen Heizungen |
2040 | Bio-Treppe erreicht ihre volle Stufe |
2045 | Zielmarke vollständiger Klimaneutralität der Heizungsbrennstoffe; Gasnetzentgelte bis zu 3.300 bis 4.300 Euro pro Jahr prognostiziert |
Häufige Fragen zu Gasheizung erneuern
Wie lange hält eine Gasheizung?
Eine Gasheizung hält laut co2online 15 bis 25 Jahre, ab einem Alter von 15 Jahren empfiehlt sich eine Prüfung auf Austausch.
Darf ich 2026 noch eine neue Gasheizung einbauen?
Ja, das Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt den Einbau seit dem 29. Juli 2026 uneingeschränkt und ohne die frühere 65-Prozent-Pflicht.
Was kostet die Erneuerung einer Gasheizung?
Die Erneuerung kostet im Bundesdurchschnitt 16.000 Euro inklusive Einbau, zuzüglich 1.000 bis 2.000 Euro bei nötiger Schornsteinsanierung.
Bekomme ich Förderung für eine neue Gasheizung?
Nein, ein reiner 1:1-Austausch erhält 0 Prozent BEG-Förderung, da die KfW den Ersatz durch eine fossile Heizung nicht bezuschusst.
Lohnt sich eine Wärmepumpe mehr als eine neue Gasheizung?
Die Wärmepumpe kostet mit 36.000 Euro mehr in der Anschaffung, amortisiert die Mehrinvestition aber nach 10 bis 15 Jahren durch niedrigere Betriebskosten und bis zu 80 Prozent Förderung.
Muss ich einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen?
Für Einfamilienhäuser ist der hydraulische Abgleich nach § 60c GEG nicht verpflichtend, da diese Vorschrift erst ab 6 Wohneinheiten greift; freiwillig wird er mit 15 bis 20 Prozent gefördert.
Für wen lohnt sich die Erneuerung einer Gasheizung noch – und für wen nicht?
Die Erneuerung einer Gasheizung lohnt sich noch für Eigentümer mit begrenztem Investitionsbudget und kurzem Planungshorizont, für alle anderen ist eine förderfähige Alternative wirtschaftlich vorteilhafter.
Entscheidungsmatrix: Gasheizung erneuern oder auf eine Alternative umsteigen.
Nutzerprofil | Empfehlung |
Begrenztes Budget, kurzfristiger Ersatzbedarf (Heizungsausfall) | 1:1-Austausch für 16.000 Euro ohne Förderabhängigkeit |
Langfristiger Planungshorizont über 10 bis 15 Jahre | Wärmepumpe für 36.000 Euro, Nettoinvestition nach Förderung ab 13.600 Euro |
Mehrfamilienhaus ab 6 Wohneinheiten | hydraulischer Abgleich nach § 60c GEG verpflichtend, unabhängig von der Heizungswahl |
Risikoscheue Eigentümer mit Blick auf 2045 | förderfähige Alternative wegen steigender CO2-Preise und Gasnetzentgelte |