Das Wichtigste in Kürze
- Hersteller: Heliotherm Wärmepumpentechnik Ges.m.b.H., gegründet 1987 in Langkampfen, Tirol – inhabergeführtes Familienunternehmen, ~130 Mitarbeiter, 100 % „Made in Austria".
- Installierte Anlagen: Über 65.000 weltweit (Stand März 2025), davon mehr als 75 % Export nach Deutschland, Schweiz und weiteren europäischen Märkten.
- Produktpalette: Luft/Wasser, Sole/Wasser, Direktverdampfung (DX), Wasser/Wasser sowie seit ISH 2025 eine Wasserstoff-Hybrid-Vorserie.
- Flaggschiff 2026: Comfort Compact R290 (7–18 kW, SCOP bis 5,7, max. Vorlauf 72 °C) – BAFA-gelistet, 5 % Effizienzbonus in der BEG-Förderung.
- Preise: Gerätepreis ca. 10.800–21.000 € (Comfort Compact R290 je nach kW-Klasse); Gesamtkosten EFH 27.000–55.000 € inkl. Montage und Erschließung.
- Förderung Deutschland: Bis zu 70 % / 21.000 € über KfW 458 (BEG EM) – R290-Bonus inklusive.
- Vertrieb: Ausschließlich über rund 180 zertifizierte Kompetenzpartner in Europa – kein Direktkauf, kein Online-Handel.
- Häufigste Störung: Niederdruck-Abschaltung – Ursachen und Lösungen finden Sie weiter unten.
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Wer ist Heliotherm – und warum Sie diesen Namen kennen sollten
Heliotherm ist kein Konzernprodukt. Hinter der Marke steckt ein kleines Tiroler Familienunternehmen: Andreas Bangheri gründete Heliotherm Wärmepumpentechnik Ges.m.b.H. 1987 in Langkampfen, einem Markt in der Kufsteiner Region direkt am Inn – zu einer Zeit, als Wärmepumpen in deutschsprachigen Ländern noch Exoten waren. Die AB Holding hält heute rund 95 % der Anteile, die Familie führt das Unternehmen selbst.
Was Heliotherm von
Vaillant, Buderus, Viessmann und Bosch unterscheidet, ist dieser Hintergrund: Die genannten Konzerne sind historisch Kesselhersteller, die ihre Produktpalette in den letzten Jahren um Wärmepumpen erweitert haben. Heliotherm hat von Anfang an ausschließlich Wärmepumpen gebaut. Diese Fokussierung prägt das Unternehmen bis heute: Ein eigenes F&E-Zentrum mit Klimakammer und Dauerprüfstand in Langkampfen, mehrere technische Eigenentwicklungen wie die patentierte dsi-Technik® (elektronisches Expansionsventil) und die TSI-Technologie, und ein Portfolio, das vom kleinen Einfamilienhaus bis zur 660-kW-Industriekaskade reicht.
Bekanntheit in der Fachwelt hat Heliotherm mit einigen technischen Premieren erworben. 1994 brachte das Unternehmen nach eigener Aussage die weltweit erste modulierende Wärmepumpe auf den Markt. 2015 erhielt eine Heliotherm-Wasser/Wasser-Wärmepumpe als erstes Gerät weltweit ein unabhängiges Prüfzeugnis mit einem COP von über 7. Das Design-Team gewann 2016 den Red Dot Award für die Comfort-Compact-Baureihe, und 2024 erhielt das Unternehmen den Tiroler Cluster Award für die Entwicklung der dezentralen „Invisible Thermo Unit".
In Deutschland ist Heliotherm trotz dieser Leistungsmerkmale ein Insidertipp geblieben. Der Grund liegt im Vertriebsmodell: Heliotherm verkauft ausschließlich über ein zertifiziertes Netz von rund 180 Kompetenzpartnern in Europa. Für den deutschen Markt bedeutet das rund 30 regionale Partner – ein dünnes Netz im Vergleich zu den großen Herstellern, was sich sowohl auf die Verfügbarkeit als auch auf den After-Sales-Service auswirkt.
Die Modellpalette 2025/2026 im Überblick
Heliotherm bietet 2025/2026 sechs Hauptproduktlinien für private Einfamilienhäuser und Gewerbe an. Wichtiger Hinweis für alle, die ältere Quellen gelesen haben: Die früheren Produktbezeichnungen „eco.s", „eco.a", „compact.a" und „hp.r" existieren nicht mehr. Die aktuelle Namensstruktur lautet Comfort Compact, Cube, Complete, Prestige, Natural Technology und Solid.
Luft/Wasser: Comfort Compact R290 als Flaggschiff
Die Comfort-Compact-R290-Baureihe ist das meistverkaufte Heliotherm-Gerät in Deutschland und deckt die gängigen Leistungsklassen 7, 10, 15 und 18 kW ab. Es handelt sich um einen vollmodulierenden Monoblock in Außenaufstellung mit einem Gehäuse aus Aluminium und Echtglas.
Die technischen Eckdaten laut offiziellem Datenblatt (Stand Juli 2023):
| Modell |
Nennleistung |
COP A7/W35 |
SCOP (35 °C) |
Max. Vorlauf |
R290-Füllung |
Schallleistung |
| SNT07L-M-R-CC |
7 kW |
5,84 |
5,70 (A+++) |
72 °C |
3,4 kg |
48 dB(A) |
| SNT10L-M-R-CC |
10 kW |
5,84 |
5,61 (A+++) |
72 °C |
3,6 kg |
50 dB(A) |
| SNT15L-M-R-CC |
15 kW |
5,84 |
5,73 (A+++) |
72 °C |
4,0 kg |
53 dB(A) |
| SNT18L-M-R-CC |
18 kW |
5,84 |
5,62 (A+++) |
72 °C |
4,4 kg |
55 dB(A) |
Alle Modelle sind 3-phasig 400 V/50 Hz ausgelegt, fahren bis −25 °C Außentemperatur monoenergetisch und besitzen eine 6-kW-Elektro-Zusatzheizung. Die maximale Vorlauftemperatur von 72 °C bei −7 °C Außenluft macht die Comfort Compact R290 ausdrücklich auch für
schlecht gedämmte Altbauten mit Radiatoren interessant.
Neben der Comfort Compact R290 bietet Heliotherm als Luft/Wasser-Geräte auch den Split Cube (Außen- und Inneneinheit getrennt, für enge Platzverhältnisse) und das Split Complete (mit integriertem 185-Liter-Hygiene-Warmwasserspeicher) an.
Sole/Wasser: Prestige Sole Pro R290 mit 75 °C Vorlauf
Für die Erdwärme-Variante bietet Heliotherm die Baureihen Cube Sole, Complete Sole und – als Spitzenmodell – den Prestige Sole Pro mit R290. Letzterer erreicht Vorlauftemperaturen bis 75 °C, einen SCOP von 6,3 und zieht damit in einen Effizienzbereich vor, der bei Standard-Luftpumpen technisch kaum erreichbar ist.
Ein Prestige-Sole-Pro-System für ein Einfamilienhaus ist teuer: Das Gerät allein kostet 17.000–27.000 €, hinzu kommen 8.000–14.000 € für die Erdsonden-Bohrung. Die Gesamtinvestition liegt zwischen 35.000 und 55.000 € brutto. Mit BEG-Förderung von bis zu 70 % reduziert sich der Eigenanteil im besten Fall auf rund 14.000 €.
Direktverdampfung: 15.000 Anlagen Praxiswissen
Die „Natural Technology"-Baureihe (DX = Direktverdampfung) ist Heliotherm-Territorium, in dem kaum ein anderer Hersteller mithalten kann. Beim
Direktverdampfungs-Prinzip wird kein Soleflüssigkeitskreislauf als Zwischenmedium benötigt – das Kältemittel verdampft direkt in den Erdkollektoren. Das macht das System effizienter (SCOP-Werte von 6,7) aber auch anspruchsvoller in Planung und Betrieb. Mit rund 15.000 installierten DX-Anlagen besitzt Heliotherm in diesem Segment das größte Praxiswissen in Europa.
Wasser/Wasser: SCOP bis 7,2
Wer Zugang zu Grundwasser hat, erzielt mit einer Heliotherm-Wasser/Wasser-Wärmepumpe (Basic Comfort Grundwasser) SCOPs bis 7,2 – das ist einer der höchsten Werte im privaten Bereich. Herausforderung: Brunnenbohrung, Wasserrechtsverfahren und standortspezifische Genehmigungen sind nicht überall möglich.
Wasserstoff-Hybrid: Vision oder bald Realität?
Auf der ISH 2025 in Frankfurt präsentierte Heliotherm als erstes Unternehmen weltweit eine seriennahe Wasserstoff-Hybrid-Wärmepumpe: kombinierter R290- und Ammoniak-Kältekreis (R717), Vorlauftemperatur bis 70 °C, COP bis 6, gütegradbezogener Umwandlungsgrad (GUE) bis 1,8. Ob und wann das Gerät in den regulären Markt kommt, ist Stand April 2026 noch offen – es handelt sich weiterhin um Vorserienentwicklung.
Was eine Heliotherm-Wärmepumpe wirklich kostet
Gerätepreise je Leistungsklasse
Heliotherm veröffentlicht keine öffentlich zugängliche Preisliste. Die folgenden Richtwerte basieren auf Marktbeobachtungen und Forum-Recherchen (Stand Anfang 2026, inkl. MwSt.):
| Baureihe | Leistungsbereich | Gerätepreis (brutto) |
|---|
| Comfort Compact R290 | 7–18 kW | 10.800 – 21.000 € |
| Split Cube / Split Complete | 7–14 kW | 11.500 – 19.500 € |
| Cube Sole | 7–14 kW | 12.500 – 18.000 € |
| Complete Sole (mit 185-L-Speicher) | 7–14 kW | 13.500 – 19.500 € |
| Prestige Sole Pro R290 | 8–25 kW | 17.000 – 27.000 € |
| DX Natural Technology | 5–15 kW | 14.000 – 22.000 € |
| Basic Comfort Grundwasser | 10–25 kW | 11.500 – 22.000 € |
Im Vergleich zu Massenherstellern ist Heliotherm beim Gerätepreis ähnlich bis leicht günstiger positioniert als Vaillant oder Viessmann. Der entscheidende Kostentreiber kann der begrenzte Wettbewerb unter den Kompetenzpartnern sein – dazu mehr im Service-Kapitel.
Komplettkosten EFH inkl. Montage
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² und einem Jahresheizwärmebedarf von 15.000–20.000 kWh ergeben sich folgende Gesamtkosten:
Luft/Wasser-Wärmepumpe (Comfort Compact R290 10 kW):
- Gerät: 14.000–17.000 €
- Montage, Hydraulik, Inbetriebnahme: 6.000–10.000 €
- Fundament, Hauseinführung, Elektrik: 2.000–4.000 €
- Pufferspeicher (falls nötig): 800–1.500 €
- Gesamt brutto: 27.000 – 40.000 €
Sole/Wasser-Wärmepumpe (Complete Sole 10 kW):
- Gerät inkl. Speicher: 14.000–18.000 €
- Montage und Hydraulik: 5.000–8.000 €
- Erdsonden-Bohrung (2 × 80–100 m): 9.000–16.000 €
- Sonstiges (Erschließung, Genehmigungen): 3.000–5.000 €
- Gesamt brutto: 35.000 – 55.000 €
Förderung 2026 in Deutschland und Österreich
Deutschland (BEG EM / KfW 458):
Die Heliotherm-Comfort-Compact-R290-Modelle (SNT10/15/18L-M-R-CC) sind auf der
BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen eingetragen. Damit berechtigen sie zum 5-%-Effizienzbonus R290 in der Bundesförderung.
Förderbeispiel für ein EFH, Investitionssumme 35.000 €, förderfähige Deckelgrenze 30.000 €:
| Bonusstufe | Satz | Betrag |
|---|
| Grundförderung | 30 % | 9.000 € |
| Klimageschwindigkeitsbonus (vor 2028) | 20 % | 6.000 € |
| Effizienzbonus R290 | 5 % | 1.500 € |
| Einkommensbonus (zvE ≤ 40.000 €) | 30 % | 9.000 € |
| Maximalförderung | 70 % | 21.000 € |
| Eigenanteil im Maximalfall | | 14.000 € |
Ohne Einkommensbonus liegt die Förderung bei 55 % = 16.500 €, Eigenanteil 18.500 €.
Österreich:
- Bundespauschale Luft/Wasser: 7.500 €
- Sole- und Grundwasser-Bohrbonus: +5.000 €
- Tirol-Landesförderung: bis 8.325 € + 3.000 € Klimabonus + 750 € WW-Förderung
- „Sauber Heizen für Alle" (einkommensschwache Haushalte): bis 100 % der Systemkosten
- Voraussetzung: GWP < 150 – R290 mit GWP 3 erfüllt das ohne Einschränkung.
R290-Pionier: Wo Heliotherm den Wettbewerb schlägt – und wo nicht
Heliotherm hat R290 (Propan) früher als die meisten großen Hersteller in sein Sortiment aufgenommen – die ersten Seriengeräte mit Propan gingen 2022 in die Produktion. Das Kältemittel Propan (GWP = 3) hat gegenüber R32 (GWP = 675) und erst recht gegenüber dem ausgelaufenen R410A (GWP = 2.088) klare Vorteile: Es erlaubt höhere Betriebsdrücke bei Niedrigtemperaturen, ist nicht ozonschädigend und qualifiziert für den 5-%-BEG-Bonus sowie – ab 2028 Pflicht – den neuen GWP-<150-Schwellenwert der europäischen Ökodesign-Verordnung.
Der Nachteil von R290: Propan ist brennbar (Brandklasse A3). Das bedingt Sicherheitsabstände von mindestens 1 m zu Gebäudeöffnungen und erhöhte Anforderungen an Installationsbetriebe (Kälteschein Kategorie I nach F-Gase-Verordnung).
Wo Heliotherm mit R290 führt:
- SCOP 5,7 bei LWWP auf dem Niveau der besten Wettbewerber
- Max. Vorlauf 72 °C (Comfort Compact) und 75 °C (Prestige Sole Pro) – Altbau-tauglich
- Frühzeitige BAFA-Listung und Förderkompatibilität
Wo Heliotherm schwächer positioniert ist:
- Stiftung-Warentest-Test 10/2025 enthielt Heliotherm nicht – Testsieger war Viessmann Vitocal 250-A
- 2 Jahre Standardgarantie vs. 5 Jahre bei Vaillant und Viessmann
- Dünnes Servicenetz in Deutschland (~30 Kompetenzpartner)
Heliotherm vs. Vaillant, Viessmann und Stiebel: Der ehrliche Vergleich
| Kriterium | Heliotherm CC R290 (10 kW) | Vaillant aroTHERM plus | Viessmann Vitocal 250-A | Stiebel Eltron WPL-A 10.2 |
|---|
| Gerätepreis ca. | 14.000–17.000 € | ~19.700 € | ~20.400 € | ~19.000 € |
| SCOP (35 °C) | 5,70 | ~5,7 | ~5,3 | 5,0+ |
| Max. Vorlauf | 72 °C | 75 °C | 70 °C | 75 °C |
| Kältemittel | R290 | R290 | R290 | R290 |
| Garantie | 2 Jahre | 5 Jahre | 5 Jahre | 2 Jahre |
| Stiftung Warentest 10/2025 | – | Gut | Testsieger | Gut |
| Servicenetz D | dünn (~30 KP) | sehr dicht | sehr dicht | dicht |
| BAFA-gelistet | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ |
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Heliotherm ist technisch gleichwertig zu den Spitzengeräten von Vaillant und liegt beim SCOP auf vergleichbarem Niveau, kostet aber beim Gerätepreis in der Regel 3.000–6.000 € weniger. Dieser Unterschied kann durch höhere Montagekosten beim Kompetenzpartner egalisiert werden. Die deutlichen Schwächen liegen bei Garantielaufzeit, Servicedichte und Markenbekanntheit.
Erfahrungen aus Foren: Lob für Technik, Kritik am Service
Aus Haustechnikdialog, energiesparhaus.at, heizungsforum.de, photovoltaikforum.com und loxforum lässt sich ein konsistentes Bild herausarbeiten.
Was Nutzer loben:
- Hohe Jahresarbeitszahl – mehrere Nutzer berichten von JAZ 4,0–4,8 bei LWWP und 5,0–5,5 bei Sole, was über dem Durchschnitt liegt
- Die webcontrolAT-Steuerung gilt als eine der funktionsreichsten Regelungen am Markt: Fernzugriff, Echtzeit-Monitoring, detaillierte Betriebsdaten, Modbus-Offenheit
- Geringer Geräuschpegel im Betrieb
- Modulationsqualität – das Gerät fährt sehr fein in Teillast
Was Nutzer kritisieren:
- Kompetenzpartner-Gebietsschutz: Wer keinen zweiten lokalen Heliotherm-Partner findet, kann keine Vergleichsangebote einholen. Ein haustechnikdialog.de-Thread von 2024 trägt den Titel „Heliotherm-Wärmepumpe: Abzocke des Kompetenzpartners oder normaler Preisanstieg?" – symptomatisch für ein wiederkehrendes Problem.
- Ersatzteilkosten: Reparaturen außerhalb der Garantie sind durch die Bindung an das KP-Netz teuer. Ein Verdichtertausch inkl. Material wird in Foren mit 3.000–6.000 € beziffert.
- Reaktionszeiten: Bei Störungsfall hängt alles am lokalen Kompetenzpartner. Ist dieser überlastet, kann ein Heizungsausfall mehrere Tage dauern.
- 2 Jahre Standardgarantie werden im Vergleich zu den 5 Jahren bei Vaillant und Viessmann regelmäßig als Schwachpunkt genannt.
Niederdruck, Hochdruck, „Energiequelle erschöpft": Störungen verstehen
Niederdruck-Störung – der häufigste Fehler
Die Niederdruck-Störung ist die meistdiskutierte Heliotherm-Fehlermeldung in deutschen und österreichischen Foren. Sie erscheint im webcontrolAT-Display als „Niederdruck (bar)" mit Messparameter Nr. 20. Der Verdichter schaltet ab.
Was passiert technisch? Der Verdampfungsdruck im Kältekreis fällt unter den kritischen Grenzwert. Der Sicherheitsdruckschalter schützt den Verdichter vor Trockenlauf.
Mögliche Ursachen bei Luft/Wasser-Wärmepumpen:
- Lüfter defekt oder vereist – prüfen, ob der Ventilator dreht
- Verdampfer zu vereist – Abtauzyklus abwarten, dann Betrieb beobachten
- Filter/Sieb im Kältekreis (Filtertrockner) verstopft
Mögliche Ursachen bei Sole/Wasser-Wärmepumpen:
- Soledruckabfall durch Undichtigkeit oder zu wenig Glykolanteil (Soleflüssigkeit sollte bis −10 °C frostsicher sein)
- Verluftung des Solekreises
- Volumenstromsensor defekt
- Plattenwärmetauscher eingefroren durch zu kalte Sole oder zu geringen Durchfluss
Was tun? Soledruck und Glykolgehalt prüfen, Filter auf Verstopfung kontrollieren. Bei Verdacht auf Kältemittelleckage zwingend F-Gase-zertifizierten Fachbetrieb einschalten.
Hochdruck-Störung
Ursachen: Verflüssiger verschmutzt (bei LWWP: Rippen mit Staub/Laub zugesetzt), zu geringer Volumenstrom im Heizkreis, Heizkreispumpe defekt, Heizkurve zu hoch, thermischer Kurzschluss bei falscher Aufstellung.
Lösung: Strangregulierventile öffnen und
hydraulischen Abgleich prüfen. Pufferspeicher als Entkopplungselement einbauen. Verflüssiger-Lamellen vorsichtig mit Druckluft ausblasen.
„Energiequelle erschöpft" (Sole/Grundwasser)
Diese Heliotherm-spezifische Meldung erscheint typischerweise bei Betriebsbeginn nach einer längeren Pause, oder wenn die Soletemperatur den Minimalwert unterschreitet. Häufigste Ursache: Die Erdsonde hat sich im Sommer nicht ausreichend regeneriert, oder der Volumenstromsensor im Solekreis ist defekt.
Verdichter- und Sensorstörungen
Frequenzumrichter- und Verdichterdefekte sind selten, aber teuer: Reparaturkosten 3.000–6.000 €. Sensorfehler führen oft zu Notlauf-Modus. Display-Defekte (verbreitetes Problem bei älteren Geräten): Reparatur 200–500 €.
Wartungsintervall: Heliotherm empfiehlt jährliche Wartung. Reale Kosten: 235–360 € Arbeitszeit, zuzüglich F-Gase-Dichtheitsprüfung ca. 60 € extra.
Photovoltaik einbinden: Fronius, Modbus, Eigenverbrauch maximieren
Heliotherm-Wärmepumpen lassen sich auf mehreren Wegen in PV-Anlagen integrieren:
Methode 1: SG-Ready (2 potenzialfreie Kontakte)
Die einfachste und verbreitetste Methode. Der Wechselrichter sendet bei PV-Überschuss ein Signal – die Wärmepumpe reagiert mit erhöhter Warmwasserbereitung oder Raumheizung. Vier Betriebszustände möglich. Kompatibel mit praktisch allen Wechselrichtern (SMA, Kostal, Huawei, Fronius, GoodWe, E3DC).
Methode 2: Modbus TCP/RTU über RCG2/RCG-X
Heliotherm dokumentiert die relevanten Register offen: Register 117 für PV-Anforderung, 124 für erhöhte WW-Solltemperatur, 125/126 für Soll-Aufnahmeleistung in Watt oder Prozent, 127 für externe Anforderungen. Diese Integration ermöglicht eine präzise Leistungssteuerung passend zum tatsächlichen PV-Ertrag.
Methode 3: Fronius-Direktintegration
Für Fronius-GEN24-Plus-Wechselrichter ist die Integration am weitesten entwickelt und am besten dokumentiert. AEconversion-Wechselrichter sind ebenfalls nativ unterstützt.
Methode 4: Open-Source-Ökosystem
Eine aktive Community hat Heliotherm in Home Assistant (mbuchber/ha_heliotherm auf GitHub), evcc (Discussion #7153) und ioBroker eingebunden. Vollständige Integration mit Tibber/aWattar-Spotpreisoptimierung ist damit möglich.
Wichtiger Hinweis: Bei älteren, nicht vollmodulierenden Heliotherm-Geräten rät Heliotherm explizit von SG-Ready ab. Die modernen vollmodulierenden Geräte der Comfort-Compact-R290-Reihe sind dagegen für dynamische Steuerung ausgelegt.
Erreichbare Eigenverbrauchsquoten: ohne Optimierung 20–35 %, mit SG-Ready 40–60 %, mit Modbus-EMS und PV-Speicher bis 70 %+.
Service, Wartung, Ersatzteile: Das schwierigste Kapitel
Der Heliotherm-Kundendienst in Deutschland funktioniert ausschließlich über das Kompetenzpartner-Netz. Heliotherm selbst bietet in Deutschland keinen Direktservice. Für Eigenheimbesitzer bedeutet das: Sie sind dauerhaft von der Qualität und Erreichbarkeit ihres lokalen KP abhängig.
Rund 30 zertifizierte Kompetenzpartner für den gesamten deutschen Markt ist eine schmale Abdeckung. In Ballungsräumen wie München, Hamburg oder dem Rhein-Main-Gebiet gibt es mehrere Partner zur Auswahl; in ländlichen Regionen kann der nächste Heliotherm-Partner 100–150 km entfernt sein.
Für Ersatzteile gilt: Heliotherm-Originalteile sind ausschließlich über Kompetenzpartner beziehbar. Bei proprietären Bauteilen wie dem webcontrolAT-Board oder der dsi-Technik®-Einheit ist die Verfügbarkeit durch Drittanbieter nicht gewährleistet.
Praktische Empfehlung: Vor dem Kauf unbedingt prüfen, ob es am Standort mindestens zwei Kompetenzpartner gibt. Den nächsten Partner findet man über die Partnersuche auf heliotherm.com. Für Regionen mit nur einem Partner empfiehlt es sich, beim Erstgespräch konkret nach Reaktionszeiten im Störungsfall zu fragen.
Fazit: Für wen lohnt sich Heliotherm wirklich?
Heliotherm ist ein handwerklich starkes Produkt aus einem fokussierten Wärmepumpen-Spezialisten. Die Geräte überzeugen durch hohe Effizienzwerte, vollmodulierende Regelung, eine offene Steuerungsarchitektur und eine Fertigungsqualität auf Augenhöhe mit den Konzernherstellern. Das R290-Portfolio ist früh und konsequent aufgebaut, und die Direktverdampfungs-Kompetenz ist in Europa einzigartig.
Heliotherm ist die richtige Wahl für Eigenheimbesitzer, die einen versierten, langfristig orientierten Kompetenzpartner in ihrer Region haben und bereit sind, für Technik-Tiefe und Effizienz zu zahlen. Wer dagegen auf ein dichtes Servicenetz und lange Garantielaufzeiten angewiesen ist – oder wer Angebote im direkten Preis-Wettbewerb einholen möchte – ist mit Vaillant, Viessmann oder Stiebel Eltron derzeit besser bedient.
Der Aufstieg von R290 als Pflichtkältemittel (GWP < 150 ab 2026/2028 verpflichtend) spielt Heliotherm in die Karten. Ob sich der Erfahrungsvorsprung in Marktanteilen und einem dichteren Servicenetz in Deutschland niederschlägt, wird die nächste Phase zeigen.
FAQ – Häufige Fragen zur Heliotherm Wärmepumpe
Wo werden Heliotherm-Wärmepumpen hergestellt?
In Langkampfen, Tirol, Österreich. Das Unternehmen produziert ausschließlich am Stammsitz – 100 % „Made in Austria".
Welche Heliotherm-Modelle nutzen R290 (Propan)?
Die aktuellen R290-Modelle sind: Comfort Compact R290 (7–18 kW, Typbezeichnung SNT07/10/15/18L-M-R-CC), Prestige Sole Pro R290 und Natural Technology DX. Die SNT10, SNT15 und SNT18L-M-R-CC sind explizit auf der BAFA-Liste eingetragen.
Wie hoch ist der SCOP der Heliotherm Comfort Compact R290?
5,70 für die 7-kW-Variante und 5,61–5,73 für die 10–18-kW-Variante (Heizbetrieb, 35 °C Vorlauf, Effizienzklasse A+++). COP bei A7/W35 beträgt 5,84 über alle R290-Comfort-Compact-Modelle.
Erreicht Heliotherm 70 °C Vorlauftemperatur für Altbauten?
Die Comfort Compact R290 erreicht bis zu 72 °C Vorlauftemperatur. Der Prestige Sole Pro schafft bis 75 °C. Damit sind auch Heizkörper-Altbauten mit schlechter Dämmung beheizbar – allerdings sinkt der COP bei hohen Vorlauftemperaturen.
Was kostet eine Heliotherm-Wärmepumpe inkl. Montage?
Luft/Wasser-Wärmepumpe EFH: 27.000–40.000 € brutto. Mit Sole-Wärmepumpe inkl. Erdsondenbohrung: 35.000–55.000 €. Mit KfW-458-Förderung von bis zu 70 % reduziert sich der Eigenanteil auf 12.000–20.000 €.
Kann ich eine Heliotherm-Wärmepumpe direkt kaufen?
Nein. Heliotherm verkauft ausschließlich über zertifizierte Kompetenzpartner. Online-Kauf und Direktbestellung beim Hersteller sind nicht möglich.
Warum erscheint die Niederdruck-Störung?
Häufigste Ursachen: Soledruckabfall, zu wenig Frostschutz in der Soleflüssigkeit, verlufteter Solekreis, vereister Verdampfer oder verschmutzter Filtertrockner. Bei Kältemittelleckage zwingend F-Gase-zertifizierten Fachbetrieb einschalten.
Wie integriere ich PV in die Heliotherm-Wärmepumpe?
Über SG-Ready (alle Wechselrichter kompatibel), Modbus TCP/RTU über RCG2/RCG-X, Fronius-Direktintegration oder Open-Source-Systeme wie Home Assistant (mbuchber/ha_heliotherm) und evcc.
Hat Heliotherm ein Stiftung-Warentest-Ergebnis?
Nein. Im Test Stiftung Warentest 10/2025 (Testsieger: Viessmann Vitocal 250-A) war Heliotherm nicht vertreten.
Wie lange ist die Garantie bei Heliotherm?
Standardmäßig 2 Jahre. Das liegt unter dem Niveau von Vaillant und Viessmann (je 5 Jahre). Eine Garantieverlängerung ist bei manchen Kompetenzpartnern gegen Aufpreis erhältlich.
Wer darf eine Heliotherm-Wärmepumpe warten?
Ausschließlich Heliotherm-Kompetenzpartner und F-Gase-zertifizierte Kälteanlagenbauer (Kategorie I für R290-Geräte).
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