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Ölradiator 2026: Funktion, Kosten und Stromverbrauch im Vergleich

13 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Ein Ölradiator ist ein mit Thermoöl gefülltes elektrisches Heizgerät, das Strom mit 100 Prozent Wirkungsgrad in Wärme umwandelt und über Konvektion und Strahlung an den Raum abgibt.
  • Anschaffungspreis 2026: Geräte kosten zwischen 24,99 Euro und 284,02 Euro, laut ADAC liegt die typische Anschaffung bei 50 bis 200 Euro.
  • Betriebskosten: Ein 2.000-Watt-Gerät verbraucht bei 0,37 Euro pro Kilowattstunde (BDEW, Stand April 2026) rund 0,74 Euro pro Betriebsstunde statt 0,37 Euro/Stunde bei einer 1.000-Watt-Infrarotheizung.
  • Sicherheit: Ölradiatoren mit GS-Zeichen erfüllen die Norm DIN EN 60335-2-30, dürfen aber nie abgedeckt werden, da die Heizelemente über 400 °C erreichen.
  • Unabhängige Tests: Die Stiftung Warentest führt keinen aktuellen Produkttest für Ölradiatoren, warnt aber grundsätzlich vor Stromkosten-Aufschlägen von 200 Prozent gegenüber Gas.
  • Eignung: Ölradiatoren sind für den Dauerbetrieb ungeeignet und eignen sich als Zusatzheizung für einzelne Räume bis etwa 25 Quadratmeter.
  • Förderung: Ölradiatoren sind als reine Zusatzheizgeräte nicht BAFA- oder KfW-förderfähig.

Was ist ein Ölradiator und wie funktioniert er?

Ein Ölradiator ist ein elektrisches Heizgerät, das ein geschlossenes Thermoölbad im Inneren erwärmt und die Wärme anschließend über Konvektion und Strahlung an den Raum abgibt, ohne die Zentralheizung zu ersetzen.
Der Ölradiator gehört zur Geräteklasse der Widerstandsheizungen und zählt damit zum Oberbegriff Elektroheizung. Ein elektrisches Heizelement im Inneren erwärmt das eingeschlossene Thermoöl, das als elektrischer Isolator dient und die Wärme über die gerippte Gehäuseoberfläche abgibt. Nach Angaben von energie-lexikon.info erfolgt die Umwandlung von Strom in Wärme dabei mit 100 Prozent Wirkungsgrad — es geht bei diesem Umwandlungsschritt keine Energie verloren. Bis zu 40 Prozent der Heizleistung gibt ein Radiator laut dem Fachbetrieb Schramm als Wärmestrahlung ab, der restliche Anteil über Luftkonvektion.
Im Unterschied zu Heizlüfter und Konvektor besitzt der Ölradiator kein Gebläse und arbeitet dadurch laut Wikipedia geräuscharm. Die eingeschlossene Ölfüllung wirkt zugleich als Wärmespeicher: Nach dem Abschalten gibt das Gerät noch eine Weile Restwärme ab, ein Effekt, den Heizlüfter und Konvektoren ohne thermische Masse nicht bieten. Manche Modelle kombinieren den klassischen Ölradiator zusätzlich mit einem zuschaltbaren Heizlüfter-Gebläse für schnellere Anfangswärme.

Welche Typen und Bauarten von Ölradiatoren gibt es?

Ölradiatoren unterscheiden sich vor allem in Anschlussleistung, Rippenzahl und Zusatzausstattung wie Timer oder App-Steuerung. Die meisten Haushaltsgeräte liegen zwischen 1.000 und 2.500 Watt.
Handelsübliche Geräte bewegen sich laut Verivox zwischen 1.000 und 2.500 Watt, Großgeräte erreichen bis zu 3.000 Watt. Die Anzahl der Heizrippen variiert je nach Modell zwischen 5 und 13 und vergrößert die wärmeabgebende Oberfläche, ist aber laut Recherche nicht standardisiert an die Wattzahl gekoppelt — zwei Geräte mit gleicher Rippenzahl können unterschiedliche Leistungsaufnahmen haben.
De'Longhi ist mit zwölf gelisteten Modellen im Preisvergleich von billiger.de der meistvertretene Markenhersteller. Die Modellserie Radia S zeigt die typische Spannweite: Das Modell TRRS0920 verfügt über 9 Heizrippen und drei Heizstufen mit 900, 1.100 und 2.000 Watt für Räume bis 60 Kubikmeter, das leistungsstärkere TRRS1225 verfügt über 12 Heizrippen und drei Heizstufen mit 1.100, 1.400 und 2.500 Watt für Räume bis 75 Kubikmeter. Die Sucheingabe "ölradiator 2500 watt" entspricht damit der oberen Leistungsklasse für größere oder schlecht gedämmte Räume.
De'Longhi Radia-S-Modelle im Vergleich ihrer Leistungsdaten (Preis TRRS0920: Geizhals-Preisvergleich Deutschland, Stand 17.08.2026; Preis TRRS1225: kein aktuelles Angebot gelistet, Richtwert aus früherem Preisvergleich, Stand 2024).

Modell

Heizrippen

Leistungsstufen

Geeignet bis

Preis ab

 

TRRS0920

9

900 / 1.100 / 2.000 Watt

60 m³

84,99 Euro

TRRS1225

12

1.100 / 1.400 / 2.500 Watt

75 m³

134,63 Euro

Was kostet ein Ölradiator in der Anschaffung?

Ein Ölradiator kostet in der Anschaffung zwischen 24,99 Euro und 284,02 Euro, abhängig von Leistungsklasse und Marke. Der ADAC beziffert die Bandbreite in einer Modellübersicht mit 50 bis 200 Euro.
Über 128 Angebote in 55 Onlineshops zeigt billiger.de eine Marktspanne von 24,99 Euro für einen Alpina-Ölradiator mit 650 Watt bis 284,02 Euro für das Modell De'Longhi Dragon 4 Pro mit 2.500 Watt. Nach Ausstattung gestaffelt nennt der ADAC drei Preisklassen: einfache Modelle ab 60 Euro, Mittelklasse-Geräte mit Timer und Frostschutzstufe für 80 bis 120 Euro sowie hochwertige Ausführungen mit präziseren Thermostaten und mehr Heizrippen ab 130 bis 150 Euro. Bei Baumärkten wie OBI und Bauhaus sind Ölradiatoren ebenfalls erhältlich: Bauhaus führt die Eigenmarke Voltomat HEATING in gestaffelten Leistungsklassen von 1.000 bis 2.500 Watt, ein 1.000-Watt-Modell kostet dort 109 Euro.
Anschaffungskosten für Ölradiatoren nach Preissegment.

Segment

Preisspanne

Typische Leistung

 

Einstiegsgerät

24,99 bis 50 Euro

650 bis 1.500 Watt

Standardgerät

50 bis 150 Euro

1.500 bis 2.000 Watt

Markengerät mit Zusatzfunktionen

150 bis 284 Euro

2.000 bis 2.500 Watt

Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Ölradiators?

Ein Ölradiator mit 2.000 Watt Anschlussleistung verbraucht 2 Kilowattstunden pro Betriebsstunde und kostet damit beim aktuellen Haushaltsstrompreis von 0,37 Euro/kWh rund 0,74 Euro pro Stunde.
Der durchschnittliche deutsche Haushaltsstrompreis liegt laut der BDEW-Strompreisanalyse mit Stand April 2026 bei 0,37 Euro pro Kilowattstunde. Die Betriebskosten eines Elektroheizgeräts lassen sich direkt aus Leistung, Nutzungsdauer und Strompreis berechnen:
Kosten (€) = Leistung (kW) × Nutzungsdauer (h) × Strompreis (€/kWh)
Wo:
  • Leistung: Anschlussleistung des Geräts in Kilowatt
  • Nutzungsdauer: tatsächliche Betriebszeit in Stunden
  • Strompreis: Kilowattstundenpreis des Haushaltstarifs in Euro
Beispiel: Referenzraum 20 m² im Altbau
Gegeben: Ölradiator mit 2 kW Leistung, 3,5 Stunden Nutzung täglich, 30 Tage im Monat, Strompreis 0,37 €/kWh
Berechnung: 2 kW × 3,5 h × 30 Tage = 210 kWh; 210 kWh × 0,37 €/kWh = 77,70 €
Ergebnis: 77,70 Euro Stromkosten pro Monat bei täglich 3,5 Stunden Zusatzheizung.
Der ADAC vergleicht die Betriebskosten von vier gängigen Elektro-Zusatzheizungen bei ihrer jeweils typischen Referenzleistung. Zum aktuellen Strompreis von 0,37 Euro/kWh liegen Ölradiator und Konvektor mit 2.000 Watt gleichauf bei 0,74 Euro pro Stunde, ein Heizlüfter mit 1.500 Watt kostet rund 0,56 Euro pro Stunde, eine Infrarotheizung mit 1.000 Watt nur 0,37 Euro pro Stunde.
Betriebskosten der vier Elektro-Zusatzheizungsarten bei ihrer jeweiligen ADAC-Referenzleistung und dem aktuellen Strompreis von 0,37 Euro/kWh, berechnet mit 3,5 Stunden Nutzung an 30 Tagen im Monat (105 Stunden). Die Stundenwerte sind auf zwei Nachkommastellen gerundet; die Monatswerte ergeben sich aus der ungerundeten Rechnung.

Gerätetyp

Referenzleistung

Kosten pro Stunde

Kosten pro Monat (105 Std.)

 

Ölradiator

2.000 Watt

0,74 Euro

77,70 Euro

Konvektor

2.000 Watt

0,74 Euro

77,70 Euro

Heizlüfter

1.500 Watt

0,56 Euro

58,28 Euro

Infrarotheizung

1.000 Watt

0,37 Euro

38,85 Euro

Die Stiftung Warentest ordnet diese Kosten grundsätzlich ein: Elektrisches Heizen eines Wohnzimmers kann über einen Winter 50 bis fast 500 Euro kosten, und der Aufpreis gegenüber Gas- oder Ölheizungen liegt bei 200 Prozent oder mehr.

Ölradiator oder Konvektor – was ist sparsamer?

Ölradiator und Konvektor sind bei gleicher Anschlussleistung gleich sparsam: Beide wandeln Strom mit 100 Prozent Wirkungsgrad in Wärme um und kosten bei 2.000 Watt rund 0,74 Euro pro Stunde.
Der Unterschied liegt nicht im Stromverbrauch, sondern im Wärmeverhalten. Ein Konvektor erwärmt ausschließlich die Raumluft durch Konvektion und gibt seine Wärme unmittelbar nach dem Abschalten ab. Der Ölradiator speichert Wärme im Thermoöl und gibt sie auch nach dem Ausschalten noch eine Weile weiter ab — ein Vorteil bei schwankender Nutzung, etwa wenn ein Raum zeitweise verlassen wird. Beim reinen Betriebskostenvergleich der ADAC-Referenzwerte ergibt sich bei identischer Wattzahl kein Kostenunterschied zwischen beiden Gerätetypen.

Ölradiator oder Heizlüfter – was ist besser?

Ein Heizlüfter liefert durch sein Gebläse unmittelbar nach dem Einschalten Warmluft, während sich das Thermoölbad des Ölradiators erst langsam aufheizt; dafür kostet der Heizlüfter bei typischer Referenzleistung von 1.500 Watt rund 0,56 Euro pro Stunde weniger als der Ölradiator mit 2.000 Watt.
Der Kostenunterschied ergibt sich vor allem aus der geringeren Referenzleistung des Heizlüfters in der ADAC-Vergleichsrechnung, nicht aus einem höheren Wirkungsgrad — beide Gerätetypen wandeln Strom verlustfrei in Wärme um. Der Heizlüfter arbeitet mit einem Gebläse und ist dadurch hörbar lauter im Betrieb als der geräuscharme Ölradiator. Er liefert Wärme unmittelbar nach dem Einschalten, verliert diese jedoch beim Ausschalten sofort wieder, da ihm die Wärmespeicherfähigkeit des Thermoöls fehlt. Für kurze, punktuelle Aufwärmphasen eignet sich der Heizlüfter, für länger andauernde, gleichmäßige Wärme der Ölradiator.

Ölradiator oder Infrarotheizung – was ist effizienter?

Eine Infrarotheizung kostet bei ihrer typischen Referenzleistung von 1.000 Watt nur 0,37 Euro pro Stunde und ist damit in der ADAC-Vergleichsrechnung deutlich günstiger als ein Ölradiator mit 2.000 Watt.
Infrarotheizungen kommen mit geringerer Anschlussleistung aus. Sie erwärmen Oberflächen und Objekte im Raum direkt, statt zunächst die Raumluft aufzuheizen. Diese Bauart eignet sich besonders für Räume, in denen punktuelle Wärme an einzelnen Sitz- oder Arbeitsplätzen gefragt ist. Der Ölradiator erwärmt dagegen über Konvektion die gesamte Raumluft unabhängig von der Position im Raum und eignet sich damit besser, wenn ein ganzer Raum durchgängig temperiert werden soll, statt nur einzelne Bereiche.

Wie viel Watt Leistung braucht ein Ölradiator für welche Raumgröße?

Als Faustregel für die Kaufentscheidung nennt der ADAC etwa 100 Watt pro Quadratmeter Wohnfläche, also rund 1.000 Watt pro 10 Quadratmeter.
Für den Referenzraum von 20 Quadratmetern ergibt diese Faustregel eine empfohlene Anschlussleistung von 2.000 Watt:
Empfohlene Leistung (W) = Raumfläche (m²) × 100 W/m²
Wo:
  • Raumfläche: beheizte Grundfläche des Zimmers in Quadratmetern
  • Faustwert: 100 Watt pro Quadratmeter als grobe Kaufregel des ADAC

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Beispiel: Referenzraum 20 m²
Gegeben: Raumfläche 20 m², Faustwert 100 W/m²
Berechnung: 20 m² × 100 W/m² = 2.000 W
Ergebnis: Ein Gerät mit 2.000 Watt deckt den Referenzraum nach der ADAC-Faustregel ab.
Konkret empfiehlt der ADAC 1.500 Watt für kleinere Räume wie Büro oder Schlafzimmer und 2.500 Watt für größere oder schlecht isolierte Räume. Diese Faustregel ist bewusst grob bemessen für eine punktuelle Zusatzheizung und weicht deutlich von der bauphysikalisch exakten Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ab: Bosch Thermotechnik nennt für ein komplettes, unsaniertes Altbau-Gebäude mit Baujahr vor 1977 einen Heizlast-Richtwert von 160 bis 163 Watt pro Quadratmeter, für ein Gebäude ab Baujahr 2009 dagegen nur 37 bis 38 Watt pro Quadratmeter. Diese Norm-Werte gelten für die Vollheizlast eines gesamten Gebäudes über die Heizperiode, während die ADAC-Faustregel gezielt eine punktuelle, schnell wirkende Zusatzheizung einzelner Räume dimensioniert — beide Werte widersprechen sich nicht, sie beantworten unterschiedliche Fragen.
Empfohlene Ölradiator-Leistung nach Raumgröße gemäß ADAC-Faustregel.

Raumtyp

Raumgröße

Empfohlene Leistung

 

Kleiner Raum (Büro, Schlafzimmer)

bis 15 m²

1.500 Watt

Referenzraum (Wohnzimmer, Altbau)

20 m²

2.000 Watt

Großer oder schlecht isolierter Raum

über 25 m²

2.500 Watt

Wofür eignet sich ein Ölradiator im Alltag?

Ein Ölradiator eignet sich als punktuelle Zusatzheizung für einzelne, schlecht isolierte Räume bis etwa 25 Quadratmeter, für Ferienhäuser und Gartenlauben sowie als flexible Notlösung bei ausgefallener Zentralheizung.
Der ADAC nennt drei typische Einsatzszenarien: die Zusatzheizung in schlecht isolierten Räumen, in denen die Zentralheizung nicht ausreicht, die temporäre Beheizung von Ferienhäusern oder Gartenlauben ohne eigenes Heizsystem, sowie den flexiblen Einsatz bei einer ausgefallenen Zentralheizung. Aufgrund des vergleichsweise hohen Stromverbrauchs raten die Experten explizit vom Dauerbetrieb ab — der Ölradiator ersetzt keine fest installierte Heizungsanlage für das gesamte Gebäude, sondern ergänzt sie zeitlich begrenzt.

Ist ein Ölradiator gefährlich?

Ein Ölradiator ist bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht gefährlicher als andere Elektroheizgeräte. Er birgt jedoch ein reales Brandrisiko, wenn er abgedeckt wird oder umkippt. Die Heizelemente erreichen dabei Temperaturen von über 400 °C.
Das Verbraucherportal Bayern nennt zwei zentrale Risikofaktoren: Elektrische Heizgeräte dürfen auf keinen Fall abgedeckt werden, etwa mit Wäsche oder Textilien, da sich diese an den heißen Heizelementen entzünden können. Zudem benötigen die Geräte einen sicheren Stand, damit weder Stolpern noch ein Haustier sie umwirft. Im landesweiten Kontext ist Elektrizität laut dem Prüfinstitut IFS e.V. mit rund einem Drittel die häufigste Brandursache in Gebäuden — Heizgeräte zählen dabei aber nicht zu den drei häufigsten elektrotechnischen Brandverursachern; diesen Rang belegen Kühlgeräte, Wäschetrockner und Mehrfachsteckdosen.

Fehler 1: Abdecken des Geräts

Symptom: Wäsche oder Textilien werden zum Trocknen auf den Ölradiator gelegt. Folge: Die Heizelemente erreichen über 400 °C und können die aufliegenden Materialien entzünden. Prävention: Der Ölradiator steht ausschließlich frei, ohne Abdeckung durch Textilien oder Möbelstücke.

Fehler 2: Zu geringer Abstand zu Möbeln

Symptom: Das Gerät steht unmittelbar neben Vorhängen, Sofas oder Papier. Folge: Wärmestrahlung und direkter Kontakt können brennbare Materialien entzünden. Prävention: Laut Herstellerangabe von De'Longhi halten Nutzer einen Mindestabstand von 30 Zentimetern zu Möbeln ein.

Fehler 3: Instabiler Stand

Symptom: Das Gerät steht auf unebenem Untergrund oder in einem Laufweg. Folge: Das Gerät kippt durch Stolpern oder ein Haustier um und verursacht dabei Brand- sowie Verletzungsrisiko. Prävention: Ein sicherer, ebener Stand außerhalb von Laufwegen sichert das Gerät gegen Umkippen ab.

Welche Sicherheitsmerkmale sollte ein Ölradiator haben?

Ein sicherer Ölradiator erfüllt die Norm DIN EN 60335-2-30, trägt idealerweise ein GS-Zeichen und verfügt über Kippschutz sowie Überhitzungsschutz.
Die Norm DIN EN 60335-2-30 (VDE 0700-30) legt laut der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE) die besonderen Sicherheitsanforderungen für Raumheizgeräte fest und gilt ausdrücklich auch für flüssigkeitsgefüllte Radiatoren. Das GS-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit") ist nach § 20 Produktsicherheitsgesetz ein freiwilliges, aber staatlich geregeltes Prüfzeichen mit einer Zertifikatsgültigkeit von 5 Jahren. Ergänzend tragen viele Geräte ein VDE-Prüfzeichen, das laut Käding Elektrotechnik ebenfalls freiwillig und nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Praktische Sicherheitsausstattung umfasst eine Abschaltautomatik bei Umkippen sowie einen Überhitzungsschutz; moderne Geräte bieten zusätzlich einen 24-Stunden-Timer, der die Heizung nach einer festgelegten Nutzungsdauer automatisch abschaltet.

Was sagen unabhängige Tests zu Ölradiatoren?

Für Ölradiatoren existiert bei der Stiftung Warentest kein aktueller, dedizierter Produkttest mit Testsieger; der letzte unabhängige Mehrmodell-Test von neun Geräten stammt vom ETM Testmagazin aus dem Jahr 2011 und gilt als veraltet.
Die Stiftung Warentest thematisiert Ölradiatoren bislang nur im Rahmen allgemeiner Berichte zu Elektroheizungen: 2013 warnte test.de vor Stromkosten-Aufschlägen von 200 Prozent oder mehr gegenüber Gas, ein 2022 veröffentlichter Bericht bezifferte die Kostenspanne für das elektrische Heizen eines Wohnzimmers auf 50 bis fast 500 Euro pro Winter. Eine Suche nach "bester Ölradiator" führt damit nicht zu einem offiziellen Testsieger, sondern zu Herstellerangaben und Preisvergleichsportalen wie vergleich.org. Diese Portale stellen De'Longhi-, Dreo- und Trotec-Modelle gegenüber, ohne eigene Labormessungen durchzuführen.

Was sind die Nachteile eines Ölradiators und typische Fehler bei der Nutzung?

Die größten Nachteile eines Ölradiators sind der im Vergleich zur Zentralheizung hohe Stromverbrauch, die fehlende Förderfähigkeit und die langsame Aufheizzeit gegenüber Heizlüftern.

Fehler 1: Einsatz als alleinige Heizung im Dauerbetrieb

Symptom: Der Ölradiator läuft rund um die Uhr als Ersatz für eine fehlende Zentralheizung. Folge: Bei 2.000 Watt und durchgehendem Betrieb entstehen Stromkosten von deutlich über 500 Euro im Monat. Prävention: Der ADAC empfiehlt, den Ölradiator ausschließlich zeitlich begrenzt als Zusatzheizung einzusetzen.

Fehler 2: Erwartung einer Förderung

Symptom: Käufer erwarten einen BAFA- oder KfW-Zuschuss wie bei einer Wärmepumpe. Folge: Käufer tragen den vollen Kaufpreis von bis zu 284 Euro ohne Förderung. Prävention: Ölradiatoren gelten als reine Zusatzheizgeräte und sind nicht förderfähig; die Kaufentscheidung erfolgt allein nach Anschaffungs- und Betriebskosten.

Fehler 3: Unterschätzte Aufheizzeit

Symptom: Nutzer erwarten sofortige Wärme wie bei einem Heizlüfter. Folge: Die langsamere Erwärmung des Thermoölbads enttäuscht Nutzer, die sofortige Wärme erwarten. Prävention: Nutzer schalten den Ölradiator frühzeitig ein, bevor der Raum Wärme benötigt, und setzen ihn für längere, gleichmäßige Nutzungsphasen statt kurzer Stoßheizung ein.

Wie entwickeln sich Ölradiator-Markt und Strompreise 2026?

Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis in Deutschland liegt laut BDEW-Strompreisanalyse mit Stand April 2026 bei 0,37 Euro pro Kilowattstunde — die BDEW selbst weist diesen Wert als Rückgang gegenüber dem Vorjahr aus.
Der Ölradiator-Markt selbst zeigt 2026 eine breite Modell- und Preisspanne von 24,99 bis 284,02 Euro über 128 gelistete Angebote in 55 Onlineshops, mit De'Longhi als Hersteller mit der größten Modellvielfalt. Eine spezifische gesetzliche Regeländerung oder Förderung für Ölradiatoren zum Jahr 2026 ist nicht identifizierbar — anders als bei geförderten Heiztechniken wie Wärmepumpen bleibt der Ölradiator ein reines Zusatzheizgerät ohne eigene regulatorische Neuerungen.

Für wen lohnt sich ein Ölradiator?

Ein Ölradiator lohnt sich für Haushalte, die einen einzelnen Raum zeitlich begrenzt und punktuell zusätzlich beheizen wollen, nicht für die dauerhafte Beheizung eines ganzen Zuhauses.

Profil: Übergangszeit-Nutzer im Altbau

Wer im Herbst oder Frühjahr einzelne kühle Räume für wenige Stunden am Tag zusätzlich wärmen möchte, deckt den Bedarf mit einem 2.000-Watt-Gerät für rund 77,70 Euro Stromkosten im Monat bei 3,5 Stunden täglicher Nutzung ab. Diese Nutzung passt zur bestimmungsgemäßen Rolle des Ölradiators als Zusatzheizung.

Profil: Ferienhaus- oder Gartenlauben-Besitzer

Für die temporäre Beheizung unbeheizter Nebengebäude ohne eigenes Heizsystem ist der Ölradiator laut ADAC eine geeignete, flexible Lösung, da kein fester Heizungsanschluss erforderlich ist.

Profil: Haushalt mit ausgefallener Zentralheizung

Als kurzfristige Notlösung bei einem Heizungsausfall überbrückt ein Ölradiator die Zeit bis zur Reparatur, ohne dass eine bauliche Installation nötig ist.

Profil: Haushalt auf der Suche nach einer dauerhaften Hauptheizung

Für die durchgehende Beheizung eines gesamten Wohnbereichs eignet sich der Ölradiator nicht: Der ADAC rät explizit vom Dauerbetrieb ab, und die Stiftung Warentest beziffert den Kostenaufschlag von Stromheizungen gegenüber Gas oder Öl auf 200 Prozent oder mehr. Für diesen Bedarf ist eine fest installierte und förderfähige Heiztechnik wirtschaftlicher.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen