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Prinzip Wärmepumpe 2026: Funktionsweise, Bauarten und Kältekreislauf einfach erklärt

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Das Wichtigste in Kürze

  • Funktionsprinzip: Eine Wärmepumpe entzieht Luft, Erdreich oder Grundwasser gespeicherte Wärme und hebt sie über einen Kältekreislauf auf Heiztemperatur an, statt Brennstoff zu verbrennen.
  • Effizienz: Moderne Geräte erreichen im Normprüfpunkt eine Leistungszahl (COP) von 4 bis 5,5, im Jahresmittel (JAZ) liegt der Praxiswert meist bei 3 bis 4 statt bei 1 wie bei einer reinen Stromheizung.
  • Marktanteil: Luft-Wasser-Wärmepumpen stellen rund 95 % der Neuinstallationen in Deutschland, Erdreich- und Grundwassersysteme teilen sich die übrigen 5 %.
  • Förderung 2026: Die KfW-Grundförderung liegt bei 30 % der förderfähigen Kosten, mit Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus sind bis zu 22.400 € Zuschuss möglich statt nur der Grundförderung allein.
  • Einschränkung: Die reale Effizienz hängt stark von der Vorlauftemperatur ab — bei unsaniertem Altbau mit 55 °C sinkt die Leistungszahl deutlich gegenüber 35 °C bei Flächenheizung.
  • Vielseitigkeit: Dasselbe Funktionsprinzip treibt auch Pool-Wärmepumpen und die Wärmepumpenheizung im Elektroauto an, nur mit anderer Dimensionierung und anderem Temperaturziel.
  • Eignung: Wärmepumpen lohnen sich besonders bei gedämmten Gebäuden mit Flächenheizung, bei unsanierten Altbauten mit hoher Vorlauftemperatur ist die Wirtschaftlichkeit geringer als bei modernen Gebäuden.

Was ist eine Wärmepumpe und wie funktioniert sie?

Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das Umgebungswärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser aufnimmt und sie über einen geschlossenen Kältekreislauf auf ein nutzbares Temperaturniveau für Heizung oder Warmwasser anhebt. Das Grundprinzip entspricht einem umgekehrt betriebenen Kühlschrank: Ein Kühlschrank entzieht seinem Innenraum Wärme und gibt sie über die Rückwand an den Raum ab, eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme und gibt sie an das Heizsystem im Gebäude ab. Die vier zentralen Bauteile des Kreislaufs sind Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil. Von einer fossilen Heizung unterscheidet sich die Wärmepumpe dadurch, dass sie keinen Brennstoff verbrennt, sondern nur die vorhandene Umweltwärme mit Hilfe von elektrischer Antriebsenergie auf ein höheres Temperaturniveau pumpt. Die genutzte Wärmequelle bestimmt die Bauart: Luft-Wasser-, Sole-Wasser-, Wasser-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen unterscheiden sich nur darin, woher sie die Umgebungswärme beziehen und wie sie die Wärme im Gebäude verteilen.

Warum liefert eine Wärmepumpe mehr Wärme, als sie an Strom verbraucht?

Eine Wärmepumpe liefert mehr Wärmeenergie, als sie an Strom aufnimmt: Sie transportiert Wärme aus der Umgebung, statt sie durch Verbrennung neu zu erzeugen. Der eingesetzte Strom treibt nur den Verdichter an, die restliche Energie stammt aus Luft, Erdreich oder Wasser. Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik fließt Wärme nicht von selbst von einem kälteren zu einem wärmeren Reservoir; dafür ist mechanische Arbeit notwendig, die der Verdichter der Wärmepumpe elektrisch aufbringt. Bei einer Leistungszahl von 4 stammen rechnerisch 3 von 4 Anteilen der abgegebenen Heizwärme aus der Umgebung und nur 1 Anteil aus dem eingesetzten Strom.
Umweltenergie-Anteil = 1 − 1 ÷ COP
Wo:
  • COP — Leistungszahl (Coefficient of Performance) im jeweiligen Betriebspunkt
Beispiel: Referenzhaus mit COP 4
Gegeben: Leistungszahl COP = 4 im Auslegungspunkt
Berechnung: Umweltenergie-Anteil = 1 − 1 ÷ 4 = 0,75
Ergebnis: 75 % der abgegebenen Wärme stammen aus der Umgebung, nur 25 % aus dem eingesetzten Strom.
Bei einer niedrigeren Leistungszahl von 3, wie sie unsanierte Altbauten mit hoher Vorlauftemperatur häufig erreichen, sinkt der Umweltenergie-Anteil auf 1 − 1 ÷ 3 = 0,67, also rund zwei Drittel statt drei Vierteln. Der Umweltenergie-Anteil ist damit keine feste Zahl, sondern hängt direkt von der erreichten Leistungszahl im jeweiligen Betriebspunkt ab.

Wie läuft der Kältekreislauf einer Wärmepumpe ab?

Der Kältekreislauf einer Wärmepumpe durchläuft vier Schritte in einem geschlossenen System: Verdampfung, Verdichtung, Verflüssigung und Entspannung, angetrieben von einem zirkulierenden Kältemittel. Jeder Schritt verändert Druck und Aggregatzustand des Kältemittels und damit seine Temperatur.

Schritt 1: Verdampfer nimmt Umgebungswärme auf

Im Verdampfer nimmt das flüssige Kältemittel bei niedrigem Druck Wärme aus der Umgebung auf und verdampft dabei, obwohl die Umgebungstemperatur oft nur wenige Grad über 0 °C liegt. Möglich wird das durch einen sehr niedrigen Siedepunkt des Kältemittels bei diesem Druckniveau.

Schritt 2: Verdichter erhöht Druck und Temperatur

Der Verdichter komprimiert das gasförmige Kältemittel mechanisch, wodurch Druck und Temperatur deutlich ansteigen. Dieser Schritt ist der einzige, der elektrische Antriebsenergie benötigt. Die zugeführte Verdichterarbeit ist der Anteil, der später als Stromverbrauch auf der Abrechnung erscheint.

Schritt 3: Verflüssiger gibt Wärme an das Heizsystem ab

Im Verflüssiger (Kondensator) gibt das heiße, komprimierte Kältemittel seine Wärme an das Heizungswasser ab und kondensiert dabei zurück in den flüssigen Zustand. Diese abgegebene Wärme heizt das Gebäude und erwärmt das Trinkwasser.

Schritt 4: Expansionsventil senkt Druck für den nächsten Zyklus

Das Expansionsventil entspannt das flüssige Kältemittel schlagartig auf den ursprünglichen niedrigen Druck, wodurch seine Temperatur unter die Umgebungstemperatur fällt und der Kreislauf am Verdampfer erneut beginnt. Der gesamte Zyklus läuft im Dauerbetrieb kontinuierlich weiter, solange Heizwärme benötigt wird.

Welche Bauarten von Wärmepumpen gibt es?

Es gibt vier Bauarten, die sich durch die genutzte Wärmequelle unterscheiden: Luft-Wasser-, Sole-Wasser-, Wasser-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen. Alle vier arbeiten nach demselben Kältekreislauf-Prinzip, unterscheiden sich aber in Investitionsaufwand, Genehmigungspflicht und erreichbarer Effizienz.
Vergleich der vier Wärmepumpen-Bauarten nach Wärmequelle, Temperaturniveau und Marktanteil in Deutschland.

Bauart

Wärmequelle

Quelltemperatur

Marktanteil Neuinstallationen

 

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Außenluft

saisonal schwankend

rund 95 %

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Erdreich über Erdsonde (bis 100 m Tiefe) oder Erdkollektor (1,2–1,5 m Tiefe)

rund 7–13 °C, ganzjährig nahezu konstant

gemeinsam mit Wasser-Wasser rund 5 %

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Grundwasser über Förder- und Schluckbrunnen

rund 8–12 °C, ganzjährig nahezu konstant

gemeinsam mit Sole-Wasser rund 5 %

Luft-Luft-Wärmepumpe

Außenluft

saisonal schwankend

Nischensegment, primär Klimaanlagen-Nachrüstung

Die konstante Quelltemperatur von Erdreich und Grundwasser wirkt sich direkt auf die Leistungszahl aus: Nach der Carnot-Formel steigt der theoretische Wirkungsgrad, je kleiner die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizsystem ausfällt. Eine Erdsonde mit 10 °C Quelltemperatur hat damit eine kleinere Temperaturspanne zum Heizkreis zu überbrücken als eine Luft-Wärmepumpe an einem Wintertag mit −5 °C Außentemperatur. Die Genehmigung einer Erdsonde erfordert nach VDI 4640 eine wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde, während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne wasserrechtliches Verfahren installiert werden kann.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe zur Poolerwärmung?

Eine Poolwärmepumpe arbeitet nach demselben Kältekreislauf-Prinzip wie eine Heizungs-Wärmepumpe, entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie über einen Wärmetauscher an das durchströmende Poolwasser ab statt an Heizungswasser. Das Zieltemperaturniveau liegt mit rund 25–26 °C für Schwimmbadwasser deutlich niedriger als bei einer Raumheizung mit 35–55 °C Vorlauftemperatur.
Die niedrigere Zieltemperatur wirkt sich unmittelbar auf die Leistungszahl aus: Poolwärmepumpen erreichen unter milden Außentemperaturen und dem Zieltemperaturbereich von 25–26 °C beispielhaft einen COP von rund 6,25, da die zu überwindende Temperaturdifferenz zur Umgebung kleiner ausfällt als bei einer Heizungswärmepumpe. Ein einheitlicher Prüfstandard wie die DIN EN 14511 für Heizungs-Wärmepumpen existiert für Poolgeräte nicht, wodurch COP-Angaben verschiedener Hersteller nur eingeschränkt vergleichbar sind. Das Kältekreislauf-Prinzip bleibt dabei identisch mit dem einer Heizungswärmepumpe — Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil arbeiten in derselben Abfolge, nur auf ein niedrigeres Zieltemperaturniveau ausgelegt.

Wie funktioniert die Wärmepumpe im Elektroauto?

Die Wärmepumpe im Elektroauto nutzt denselben Kältekreislauf, um Abwärme des Antriebsstrangs und Umgebungswärme zu nutzen und daraus Heizwärme für Innenraum und Batterie bereitzustellen, statt Energie direkt aus der Batterie in einen elektrischen Heizwiderstand zu leiten. Rund 1 kW elektrische Leistungsaufnahme erzeugt dabei etwa 2,5 bis 3 kW nutzbare Heizleistung.
Die Wärmepumpe verbessert die Reichweite im Winterbetrieb um etwa 10 bis 30 %, abhängig von Fahrzeugmodell, Außentemperatur und Fahrprofil, weil die Innenraumheizung bei reinen Widerstandsheizungen zu den größten Reichweitenfressern im Winter zählt. Die Bandbreite dieser Angaben ist groß, weil unterschiedliche Testbedingungen, Fahrzyklen und insbesondere sehr niedrige Außentemperaturen den Nutzen der Wärmepumpe deutlich schmälern können. Anders als bei der Gebäudeheizung muss die Fahrzeug-Wärmepumpe zusätzlich die Batterietemperatur in einem engen Betriebsfenster halten, wofür Kälte- und Wärmeabgabe je nach Betriebszustand in beide Richtungen laufen können.

Was sagen COP und Jahresarbeitszahl über die Effizienz einer Wärmepumpe aus?

COP (Coefficient of Performance) misst die Leistungszahl in einem einzelnen Betriebspunkt, während die Jahresarbeitszahl (JAZ) das Verhältnis von abgegebener Heizwärme zu eingesetztem Strom über ein volles Betriebsjahr abbildet. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Normprüfpunkt je nach Modell einen COP von rund 4 bis 5,5, im Feldeinsatz über ein Jahr gemittelt liegt die JAZ meist bei 3 bis 4 und bei gut gedämmten Gebäuden mit Flächenheizung bei 4 oder mehr.
COPCarnot = Twarm ÷ (Twarm − Tkalt)
Wo:
  • Twarm — Temperatur des Heizsystems in Kelvin
  • Tkalt — Temperatur der Wärmequelle in Kelvin
Die Carnot-Formel liefert den theoretischen Höchstwert; reale Wärmepumpen erreichen aufgrund von Verlusten in Verdichter, Wärmetauschern und Leitungen nur einen Bruchteil davon, weshalb Hersteller den COP stattdessen unter Normbedingungen nach DIN EN 14511 messen. Der Hersteller Viessmann gibt für die Vitocal 250-A im Prüfpunkt A7/W35 einen COP von 5,3 bis 5,5 an. Eine feste JAZ-Mindestgrenze als aktuelle Förderbedingung existiert 2026 nicht mehr: Häufig kursierende Werte von 3,0 bis 3,8 stammen aus dem 2020 ausgelaufenen Förderprogramm „Heizen mit Erneuerbaren Energien" und sind veraltet. Die JAZ wird heute projektbezogen nach VDI 4650 Blatt 1 berechnet.

Wie beeinflussen Außentemperatur und Vorlauftemperatur die Effizienz?

Die Effizienz einer Wärmepumpe sinkt, je größer die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizsystem ausfällt — eine niedrige Außentemperatur oder eine hohe Vorlauftemperatur wirken sich damit unmittelbar auf die Leistungszahl aus. Hersteller messen deshalb nach DIN EN 14511 an mehreren definierten Prüfpunkten, um die Effizienz unter unterschiedlichen Bedingungen vergleichbar zu machen.
Normprüfpunkte nach DIN EN 14511 zur Effizienzmessung von Wärmepumpen bei unterschiedlichen Außen- und Vorlauftemperaturen.

Prüfpunkt-Kürzel

Außentemperatur

Vorlauftemperatur

Bedeutung

 

A7/W35

7 °C

35 °C

milde Bedingungen, typisch für Flächenheizung im Bestand

A2/W35

2 °C

35 °C

kühlere Übergangsbedingungen

A-7/W35

−7 °C

35 °C

kalte Bedingungen, Auslegungspunkt für Winterspitzenlast

Ein unsanierter Altbau mit Heizkörpern und einer Vorlauftemperatur von 50 bis 55 °C erreicht eine niedrigere Leistungszahl als dasselbe Gebäude nach Optimierung auf 35 °C mit Flächenheizung, weil die zu überbrückende Temperaturdifferenz zur Wärmequelle größer ausfällt. Ein hydraulischer Abgleich und größer dimensionierte Heizkörper senken die benötigte Vorlauftemperatur häufig um mehrere Kelvin, ohne dass eine vollständige Flächenheizung nachgerüstet werden muss.

Welche Kältemittel nutzen moderne Wärmepumpen?

Moderne Wärmepumpen nutzen zunehmend natürliche Kältemittel wie R290 (Propan) anstelle fluorierter Kältemittel, weil die EU-Verordnung 2024/573 (F-Gase-Verordnung) den Einsatz klimaschädlicher Kältemittel schrittweise verbietet. Das Treibhauspotenzial (GWP100) ist der entscheidende Vergleichswert zwischen den Kältemittel-Typen.
Treibhauspotenzial ausgewählter Kältemittel und gesetzliche Verbotsfristen nach der EU-F-Gase-Verordnung 2024/573.

Kältemittel

GWP100

Regelung

 

R290 (Propan)

3

natürliches Kältemittel, von der F-Gase-Verordnung nicht betroffen

R410A

rund 2.088

fluoriertes Kältemittel, in Monoblock-Wärmepumpen bis 12 kW ab 1.1.2027 verboten (GWP-Grenze 150)

Nach der F-Gase-Verordnung sind Kältemittel mit einem GWP über 150 ab dem 1. Januar 2027 in Monoblock-Wärmepumpen bis 12 kW Heizleistung verboten. Ein vollständiges Verbot fluorierter Kältemittel in Monoblock-Geräten folgt zum 1. Januar 2032, für Split-Systeme zum 1. Januar 2035. Der frühere KfW-Effizienzbonus von 5 % für natürliche Kältemittel ist seit dem 21. Juli 2026 entfallen und zählt nicht mehr zur aktuellen Förderkulisse.

Wie laufen Planung, Dimensionierung und Installation ab?

Planung und Installation einer Wärmepumpe folgen einer Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, einer Wahl der Wärmequelle mit den zugehörigen Genehmigungsschritten und der Einhaltung von Schallschutzvorgaben für die Außenaufstellung. Eine korrekte Heizlastberechnung verhindert sowohl eine zu klein dimensionierte Anlage, die an kalten Tagen nicht ausreicht, als auch eine überdimensionierte Anlage mit unnötig hohen Investitionskosten.

Schritt 1: Heizlastberechnung nach DIN EN 12831

Die DIN EN 12831 berechnet die Heizlast raumweise auf Basis von Gebäudehülle, Dämmstandard und Auslegungs-Außentemperatur. Die Verbraucherzentrale Saarland dokumentierte bei fehlender oder überschlägiger Berechnung Angebotsspannen von 6 bis 12 kW für dasselbe Gebäude — ein Hinweis darauf, dass ohne normgerechte Berechnung sowohl deutlich zu kleine als auch deutlich zu große Anlagen angeboten werden.

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Schritt 2: Wahl der Wärmequelle und Genehmigung

Bei einer Erdsonde ist nach VDI 4640 eine wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen unteren Wasserbehörde einzuholen, bevor die Bohrung erfolgen darf. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt dieses wasserrechtliche Verfahren nicht, unterliegt aber den Schallschutzvorgaben für die Außenaufstellung.

Schritt 3: Schallschutz bei Außenaufstellung einhalten

Die TA Lärm setzt für ein reines Wohngebiet einen Immissionsrichtwert von 50 dB(A) tagsüber und 35 dB(A) nachts, für ein allgemeines Wohngebiet 55 dB(A) tagsüber und 40 dB(A) nachts. Mit jeder Verdopplung des Abstands zur Schallquelle sinkt der Schalldruckpegel um rund 6 dB, weshalb der Aufstellort und der Abstand zur Grundstücksgrenze bereits in der Planungsphase mit dem Schallleistungspegel des gewählten Geräts abgeglichen werden müssen.

Welche Förderung gibt es 2026 für Wärmepumpen?

Die KfW-Förderung für Wärmepumpen setzt sich 2026 aus einer Grundförderung von 30 % und optionalen Boni zusammen, die zusammen bis zu einer Kappungsgrenze von 70 % bzw. 80 % der förderfähigen Kosten reichen. Die maximal förderfähigen Kosten betragen 28.000 € für die erste Wohneinheit.
Förderbausteine der KfW-Heizungsförderung für Wärmepumpen 2026 mit Prozentsatz und Voraussetzung.

Förderbaustein

Höhe

Voraussetzung

 

Grundförderung

30 %

für alle Antragsteller

Klimageschwindigkeitsbonus

16 %

selbstnutzende Eigentümer, Austausch einer alten fossilen Heizung; sinkt ab 1.2.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte, entfällt zum 1.8.2028

Einkommensbonus

40 % / 30 % / 10 %

selbstnutzende Eigentümer mit zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 30.000 € / 40.000 € / 50.000 €, einmalig 10.000 € höhere Einkommensgrenze bei mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt (nicht kumulierbar pro Kind)

Kappungsgrenze

70 % (Standard) / 80 % (max. 22.400 €)

80 % nur für selbstnutzende Eigentümer mit Haushaltseinkommen bis 30.000 € (mit Familienbonus bis 40.000 €)

Beispiel: Referenzhaus, Haushaltseinkommen unter 30.000 €
Gegeben: förderfähige Kosten 28.000 €, Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 16 % + Einkommensbonus 40 % = 86 %, Kappungsgrenze 80 % (einkommensschwacher Selbstnutzer)
Berechnung: 86 % wird auf die Kappungsgrenze von 80 % begrenzt; 28.000 € × 80 % = 22.400 €
Ergebnis: Der maximale Zuschuss beträgt 22.400 €, der Eigenanteil liegt bei 5.600 €.
Beispiel: Referenzhaus, Haushaltseinkommen über 50.000 €
Gegeben: förderfähige Kosten 28.000 €, nur Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 16 % = 46 %, kein Einkommensbonus, Standard-Kappungsgrenze 70 %
Berechnung: 46 % liegt unter der Kappungsgrenze von 70 % und wird nicht gekürzt; 28.000 € × 46 % = 12.880 €
Ergebnis: Der Zuschuss beträgt 12.880 €, der Eigenanteil liegt bei 15.120 €.
Ein früherer Effizienzbonus von 5 % für natürliche Kältemittel wie Propan ist seit dem 21. Juli 2026 entfallen. Die maximal förderfähigen Kosten von 28.000 € sinken ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 €.

Welche Nachteile und typischen Fehler gibt es bei Wärmepumpen?

Die häufigsten Probleme bei Wärmepumpen entstehen durch Fehldimensionierung, zu hohe Vorlauftemperatur im unsanierten Altbau und Schallschutzkonflikte bei der Außenaufstellung. Jeder dieser Fehler lässt sich durch sorgfältige Planung vor der Installation vermeiden.

Fehler 1: Fehldimensionierung ohne normgerechte Heizlastberechnung

Symptom: Angebote für dasselbe Gebäude schwanken laut Verbraucherzentrale Saarland zwischen 6 und 12 kW Heizleistung. Folge: Eine zu klein dimensionierte Anlage reicht an kalten Tagen nicht aus und schaltet auf einen ineffizienten elektrischen Heizstab, eine zu groß dimensionierte Anlage arbeitet häufiger im ineffizienten Teillastbetrieb. Prävention: Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor der Angebotserstellung verlangen.

Fehler 2: Zu hohe Vorlauftemperatur im unsanierten Bestand

Symptom: Die Wärmepumpe läuft dauerhaft mit Vorlauftemperaturen von 50 bis 55 °C statt der für Wärmepumpen günstigen 35 °C. Folge: Die Leistungszahl sinkt messbar, da die Temperaturdifferenz zur Wärmequelle größer ausfällt. Das erhöht Stromverbrauch und Betriebskosten. Prävention: Hydraulischer Abgleich und größer dimensionierte Heizkörper vor Inbetriebnahme, wo eine vollständige Flächenheizung nicht wirtschaftlich ist.

Fehler 3: Schallschutz bei der Aufstellung ignoriert

Symptom: Die Außeneinheit wird ohne Abstandsprüfung nah an der Grundstücksgrenze oder an Schlafzimmerfenstern des Nachbarn aufgestellt. Folge: Überschreitung der TA-Lärm-Richtwerte von 50/35 dB(A) beziehungsweise 55/40 dB(A) mit möglichen nachbarschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen. Prävention: Schallleistungspegel des Geräts vor dem Kauf mit dem geplanten Abstand zur Grundstücksgrenze abgleichen, da sich der Pegel je Abstandsverdopplung um rund 6 dB verringert.

Was sagen unabhängige Tests zu Wärmepumpen?

Die Stiftung Warentest bestätigte im September 2025: Luft-Wasser-Wärmepumpen funktionieren auch im unsanierten Altbau, sofern die Vorlauftemperatur ausgelegt wird. In diesem Test erwiesen sich alle 5 geprüften Wärmepumpen als altbautauglich, mit einem geprüften Betriebsbereich von +12 °C bis −15 °C Außentemperatur.
Der geprüfte Temperaturbereich zeigt, dass moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen auch bei deutschen Wintertemperaturen von unter −10 °C betriebsfähig bleiben, ohne vollständig auf einen elektrischen Heizstab als Ersatzwärmeerzeuger angewiesen zu sein. Die Testergebnisse widerlegen damit die verbreitete Annahme, Wärmepumpen seien ausschließlich für Neubauten mit Fußbodenheizung geeignet.

Wie entwickeln sich Technik, Kosten und Recht bei Wärmepumpen?

Der deutsche Wärmepumpenmarkt wächst 2026 deutlich: Der Absatz stieg 2025 auf rund 299.000 verkaufte Geräte, ein Plus von 55 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung wird von drei parallelen Trends getragen.
Erstens verschärft die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 die Kältemittel-Anforderungen schrittweise bis 2035 und beschleunigt den Umstieg auf natürliche Kältemittel wie Propan (R290). Zweitens sinkt die KfW-Förderung planmäßig: Der Klimageschwindigkeitsbonus reduziert sich ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und läuft zum 1. August 2028 vollständig aus, während die maximal förderfähigen Kosten ab demselben Stichtag halbjährlich um 750 € sinken. Drittens verändert sich die technische Bewertungsgrundlage: Anstelle einer pauschalen JAZ-Mindestgrenze aus dem ausgelaufenen 2020er-Förderprogramm bewertet die Marktzulassung die Geräte heute über den jahreszeitbedingten Raumheizungs-Wirkungsgrad (ƞs/ETAs). Wer eine Wärmepumpe plant, profitiert 2026 und Anfang 2027 noch von der höheren Förderquote, bevor die planmäßigen Absenkungen greifen.

Häufige Fragen zum Prinzip der Wärmepumpe

Ist das Prinzip der Wärmepumpe dasselbe wie beim Kühlschrank?

Ja, eine Wärmepumpe arbeitet nach demselben Kältekreislauf-Prinzip wie ein Kühlschrank, nur in umgekehrter Nutzungsrichtung: Der Kühlschrank kühlt seinen Innenraum, die Wärmepumpe heizt das Gebäude mit der entzogenen Umgebungswärme.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei Minusgraden?

Ja, moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen bleiben laut Stiftung-Warentest-Prüfung bis −15 °C Außentemperatur betriebsfähig, allerdings sinkt die Leistungszahl mit fallender Außentemperatur durch die größere Temperaturdifferenz zum Heizsystem.

Welche Wärmepumpen-Bauart hat die höchste Effizienz?

Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen erreichen wegen der konstanten Quelltemperatur von 7 bis 13 °C tendenziell eine höhere Leistungszahl als Luft-Wasser-Wärmepumpen, da die Temperaturdifferenz zum Heizsystem nach der Carnot-Formel kleiner ausfällt.

Wie unterscheidet sich COP von JAZ?

Der COP beschreibt die Leistungszahl in einem einzelnen Betriebspunkt nach DIN EN 14511, die Jahresarbeitszahl (JAZ) das Verhältnis von Wärmeabgabe zu Stromverbrauch über ein gesamtes Betriebsjahr mit wechselnden Außentemperaturen.

Braucht eine Erdwärmepumpe eine Genehmigung?

Ja, für eine Erdsonde ist nach VDI 4640 eine wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde erforderlich, bevor die Bohrung durchgeführt werden darf.

Wie hoch ist die maximale Förderung für eine Wärmepumpe 2026?

Die maximale KfW-Förderung beträgt 22.400 € und gilt nur für selbstnutzende Eigentümer mit einem Haushaltseinkommen bis 30.000 € durch die 80-Prozent-Kappungsgrenze; Standardantragsteller sind auf 70 % der förderfähigen Kosten begrenzt.

Gilt noch eine feste JAZ-Mindestgrenze für die Förderung?

Nein, eine pauschale JAZ-Mindestgrenze aus dem 2020 ausgelaufenen Förderprogramm gilt 2026 nicht mehr; die JAZ wird projektbezogen nach VDI 4650 Blatt 1 berechnet, die Marktzulassung erfolgt über das ηs/ETAs-Effizienzkriterium.

Für wen lohnt sich eine Wärmepumpe?

Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe hängt vom Dämmstandard des Gebäudes, der benötigten Vorlauftemperatur und dem Haushaltseinkommen für die Förderhöhe ab. Die folgenden Profile ordnen typische Ausgangssituationen einer Empfehlung zu.

Profil 1: Neubau oder saniertes Gebäude mit Flächenheizung

Bei einer Vorlauftemperatur von 35 °C erreicht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 4 oder mehr. Dieses Profil erzielt die höchste Wirtschaftlichkeit und eignet sich uneingeschränkt für den Umstieg.

Profil 2: Unsanierter Altbau mit Heizkörpern

Ohne hydraulischen Abgleich und größer dimensionierte Heizkörper sinkt die Leistungszahl durch die hohe Vorlauftemperatur von 50 bis 55 °C. Laut Stiftung-Warentest-Prüfung bleibt der Betrieb bis −15 °C technisch möglich, eine vorherige Optimierung der Vorlauftemperatur verbessert jedoch die Wirtschaftlichkeit deutlich.

Profil 3: Selbstnutzender Eigentümer mit niedrigem Haushaltseinkommen

Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € summieren sich Grundförderung, Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus bis zur 80-Prozent-Kappungsgrenze von maximal 22.400 €. Dieses Profil profitiert am stärksten von der aktuellen KfW-Förderung.

Profil 4: Grundstück mit Platz für Erdsonde oder Erdkollektor

Die konstante Quelltemperatur von Erdreich oder Grundwasser ermöglicht eine höhere Leistungszahl als eine Luft-Wärmepumpe, erfordert aber die wasserrechtliche Genehmigung einer Erdsonde nach VDI 4640 und einen höheren Erschließungsaufwand.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen