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Pyrolyse-Backofen 2026: Funktion, Kosten & Testsieger

13 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Pyrolyse verbrennt Fettreste und Essensspritzer im Backofen bei bis zu 500 °C zu Asche, statt sie manuell mit Reinigungsmitteln zu entfernen.
  • Kosten pro Reinigung: Ein Pyrolyse-Zyklus kostet 0,78 bis 2,59 Euro Strom, eine manuelle Reinigung kostet 0 Euro Strom, dafür Zeit und Reinigungsmittel.
  • Stromverbrauch: Neuere Geräte verbrauchen 2,5 bis 5 kWh pro Zyklus, ältere Backöfen bis zu 7 kWh.
  • Anschaffungspreis 2026: Einsteigermodelle kosten ab rund 480 Euro, Premium-Geräte bis rund 1.000 Euro – Katalyse-Geräte sind günstiger.
  • Testsieger: Bei der Stiftung Warentest erreicht der Siemens iQ700 HB774G1B1 die Gesamtnote 1,9 (GUT), alle 22 getesteten Backöfen haben Pyrolyse.
  • Einschränkung: Die Pyrolyse-Reinigung fließt nicht in die EU-Energieeffizienzklasse des Backofens ein, verursacht aber zusätzliche laufende Stromkosten gegenüber Katalyse oder Hydrolyse.
  • Für wen lohnt es sich: Haushalte, die den Backofen mehrmals wöchentlich nutzen, sparen mit Pyrolyse am meisten Zeit; Gelegenheitsnutzer fahren mit Katalyse günstiger.

Was ist Pyrolyse im Backofen und wie funktioniert die Selbstreinigung?

Pyrolyse ist eine thermo-chemische Spaltung organischer Rückstände, bei der ein Backofen Fett- und Essensreste durch extreme Hitze in Asche umwandelt. Der Reinigungszyklus heizt den Garraum auf bis zu 480 bis 500 °C auf, moderne Geräte arbeiten laut BSH-Group-Wiki teils mit reduzierten 465 °C, um Strom zu sparen. Bei dieser Temperatur verbrennen Fettspritzer, Krümel und angebrannte Reste vollständig zu Asche, die sich nach dem Abkühlen mit einem feuchten Tuch entfernen lässt – ohne Reinigungsmittel oder Schwamm.
Der Reinigungszyklus dauert je nach Verschmutzungsgrad 0,5 bis 3 Stunden. Aus Sicherheitsgründen verriegelt der Backofen die Tür automatisch mit Programmstart; die Verriegelung löst sich erst, wenn der Garraum unter eine sichere Temperaturschwelle abgekühlt ist. Während des Zyklus bleibt die Innenbeleuchtung ausgeschaltet und Zubehör wie Bleche oder Roste muss vor dem Start entfernt werden, da nur die emaillierte Garraumwand für die hohen Temperaturen ausgelegt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Pyrolyse, Katalyse und Hydrolyse?

Die drei Backofen-Reinigungsverfahren unterscheiden sich in Temperatur, Wirkprinzip und Ablauf. Pyrolyse verbrennt Rückstände bei bis zu 500 °C in einem separaten Programm. Katalyse zersetzt Fett kontinuierlich bei rund 200 °C während des normalen Backens. Hydrolyse löst Verschmutzungen mit Wasserdampf bei moderater Temperatur nur an und erfordert danach manuelles Nachwischen.
Katalyse nutzt eine spezielle Emaille- oder Keramikbeschichtung mit eingelagerten Metalloxiden an den Garraumwänden. Diese Beschichtung baut Fettspritzer bereits bei den üblichen Back- und Brattemperaturen um 200 °C ab, sodass kein eigener Reinigungszyklus nötig ist – dafür bleiben hartnäckige Verkrustungen und der Boden meist unbehandelt. Hydrolyse erzeugt aus Wasser und einem Reinigungsmittel im Garraum Dampf, der Fett und Krusten aufweicht; die eigentliche Entfernung erfolgt danach von Hand mit einem Tuch.
Vergleich der drei Backofen-Reinigungsverfahren nach Temperatur, Ablauf und Anschaffungspreis.

Verfahren

Betriebstemperatur

Ablauf

Anschaffungspreis-Segment

 

Pyrolyse

bis zu 500 °C

separater Zyklus, 0,5–3 Std.

ca. 500–1.500 €

Katalyse

ca. 200 °C

kontinuierlich beim Backen

ca. 300–800 €

Hydrolyse

moderate Temperatur (Dampf)

Vorweichen, danach manuell

ca. 200–600 €

In welchen Bauarten und Ausstattungskombinationen gibt es Pyrolyse-Backöfen?

Pyrolyse-Backöfen sind in Deutschland überwiegend als Einbaubackofen oder als Standherd erhältlich. Beim Einbaubackofen bilden Kochfeld und Backofen zwei getrennte Geräte, beim Standherd verbindet der Hersteller beide Komponenten fest in einem Gehäuse.
Daneben bieten Hersteller Kompaktbacköfen mit nur 45 cm Gerätehöhe statt der üblichen 60 cm an, die sich als Zweitgerät oder in kleinen Küchen eignen. Auch innerhalb einer Bauart variiert das Garraumvolumen deutlich: Miele führt Kompaktmodelle mit 49 Litern, Standardgeräte mit 76 Litern und extrabreite Backöfen mit bis zu 90 Litern Fassungsvermögen, was bei großen Blechen oder mehreren gleichzeitig genutzten Einschubebenen den Ausschlag geben kann.
Ein häufig nachgefragtes Ausstattungsmerkmal ist der Teleskopauszug, ausziehbare Schienen, die Bleche und Roste vollständig aus dem heißen Garraum herausziehen. Bei mehreren Pyrolyse-Modellen ist der Teleskopauszug als separates Zubehör nachrüstbar. Die Kombination mit einer Dampffunktion ist technisch eingeschränkt: Ein vollwertiger Dampfgarer lässt sich laut ASMO meist nicht mit Pyrolyse kombinieren, weil die Hitze des Reinigungszyklus die Dichtungen des Dampfsystems beschädigen kann. Eine leichtere Dampfunterstützung, die Wasserdampf nur als Beimischung zu Ober-/Unterhitze oder Heißluft einsetzt, ist dagegen mit Pyrolyse kombinierbar – etwa beim Bosch HRG7764B1 mit bis zu 480 °C Pyrolyse-Temperatur und drei zusätzlichen Dampfstufen.
Bauarten von Pyrolyse-Backöfen mit typischer Gerätehöhe und Einsatzbereich.

Bauart

Gerätehöhe

Merkmal

 

Einbaubackofen

ca. 60 cm

getrennt vom Kochfeld installiert

Standherd

ca. 85 cm (freistehend)

Kochfeld und Backofen fest verbunden

Kompaktbackofen

45 cm

Zweitgerät oder kleine Küche

Wie erkenne ich das Pyrolyse-Symbol auf dem Bedienfeld?

Das Pyrolyse-Symbol zeigt meist ein Quadrat mit neun Kreisen in drei Reihen zu je drei Kreisen, deren untere Reihe ausgefüllt ist, während die oberen beiden Reihen leere Kreise zeigen – ein Muster, das eine sich nach innen ausbreitende Hitzewelle darstellen soll. Ein herstellerübergreifend einheitliches Zeichen existiert jedoch nicht: Siemens, Bosch, Neff, AEG und Miele verwenden je nach Modellreihe teils abweichende Symbolvarianten auf dem Funktionswahlschalter oder Display, manche Hersteller setzen statt der Kreise auch Dreiecke oder Wellenlinien ein.
Zur eindeutigen Identifikation hilft neben dem Symbol meist die Textbeschriftung im Bedienfeld oder Display, etwa "Pyrolyse", "Selbstreinigung" oder ein Markenbegriff wie Siemens' activeClean®. Bei Unsicherheit gibt die Bedienungsanleitung des jeweiligen Modells die verbindliche Symbolzuordnung an, da sich die Zeichen zwischen älteren und neueren Baureihen desselben Herstellers unterscheiden können.

Wie viel Strom verbraucht ein Pyrolyse-Reinigungszyklus und was kostet er?

Ein Pyrolyse-Zyklus verbraucht bei neueren Backöfen 2,5 bis 5 kWh Strom, bei älteren Geräten steigt der Verbrauch laut ÖKO-TEST auf bis zu 7 kWh. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 31 bis 37 Cent pro kWh im Jahr 2026 ergeben sich daraus Kosten von 0,78 bis 2,59 Euro pro Reinigungsvorgang.
Kosten pro Zyklus = Stromverbrauch (kWh) × Strompreis (€/kWh)
Wo:
  • Stromverbrauch: 2,5 bis 7 kWh, abhängig von Gerätealter und Modell
  • Strompreis: rund 0,31 bis 0,37 €/kWh (Haushaltsstrompreis 2026)
Beispiel: Referenzhaushalt mit 4 Personen
Gegeben: Stromverbrauch 3,5 kWh pro Zyklus (realistischer Praxiswert innerhalb der Spanne neuerer Geräte), Strompreis 34 ct/kWh (Mitte zwischen Verivox-Bestandskundenpreis 31,4 ct/kWh und BDEW-Durchschnitt 37,0 ct/kWh), Pyrolyse-Nutzung mit 7 Zyklen pro Jahr als Modellannahme für einen Haushalt mit durchschnittlicher Backhäufigkeit (Herstellerangaben zur sinnvollen Nutzungshäufigkeit streuen stark, siehe Abschnitt "Wie oft sollte man die Pyrolyse-Funktion nutzen?").
Berechnung: 3,5 kWh × 0,34 €/kWh = 1,19 € pro Zyklus. 1,19 € × 7 Zyklen = 8,33 €.
Ergebnis: Der Referenzhaushalt zahlt rund 8,30 Euro Pyrolyse-Stromkosten im Jahr.
Nach jedem Zyklus bleibt als Rückstand nur Asche, die sich mit einem feuchten Tuch entfernen lässt – ohne zusätzliche Kosten für Reinigungsmittel, die bei Hydrolyse oder manueller Reinigung anfallen. Am oberen Ende der Bandbreite zahlen Haushalte mit einem älteren Gerät bei einem Verbrauch von 7 kWh und dem BDEW-Höchstwert von 37 ct/kWh bis zu 2,59 Euro pro Zyklus – mehr als das Doppelte der Kosten eines neuen, sparsamen Geräts.

Beeinflusst die Pyrolysefunktion die Energieeffizienzklasse des Backofens?

Nein, die Pyrolysefunktion fließt laut Stiftung Warentest nicht in die EU-Energieeffizienzklasse eines Backofens ein. Das Energielabel misst ausschließlich den Stromverbrauch im normalen Backbetrieb, sodass ein Pyrolyse-Gerät genauso effizient eingestuft werden kann wie ein baugleiches Modell ohne diese Funktion.
Die EU-Effizienzklassen für Backöfen reichen von A+++ bis D, wie das Umweltbundesamt angibt. Seit dem 20. Februar 2019 gilt ein verschärfter Ökodesign-Grenzwert mit einem Energieeffizienzindex von 96 als Mindestanforderung für den Marktzugang. Sparsame Geräte mit 45 bis 65 Litern Garraumvolumen benötigen laut Effizienzangaben unter 0,9 kWh für einen genormten Standard-Backvorgang. Die Verbraucherzentrale beziffert den Unterschied zwischen einem A-Gerät und einem A+-Gerät im Normalbetrieb auf bis zu 30 Prozent mehr Stromverbrauch – ein Effekt, der unabhängig von der Pyrolyse-Nutzung besteht und zusätzlich zu den Reinigungskosten in die jährliche Stromrechnung eingeht. Grundlage für die auf dem Energielabel ausgewiesenen Verbrauchswerte ist die europäische Messnorm DIN EN 60350-1, die ein einheitliches Prüfverfahren für Gebrauchseigenschaften elektrischer Backöfen vorschreibt und damit die Vergleichbarkeit der Herstellerangaben zwischen den Marken sicherstellt.

Was kostet ein Backofen mit Pyrolyse-Funktion 2026?

Ein Pyrolyse-Backofen kostet 2026 für die in diesem Vergleich herangezogenen Einsteiger- bis Premiummodelle zwischen rund 480 und 1.000 Euro im Neupreis; am oberen Ende des Gesamtmarkts reichen High-End-Geräte laut mehreren Marktvergleichsportalen bis rund 1.500 Euro. Das Einsteigersegment beginnt laut vergleich.org bei Modellen wie dem AEG TS6PB50WAB für rund 499 Euro oder dem Siemens HB572ABS3 (iQ300) für rund 522 Euro, die Premiumklasse der hier verglichenen Modelle reicht bis zum Siemens HB778G3B1 (iQ700) für rund 999 Euro.
Preissegmente für Pyrolyse-Backöfen 2026 mit Beispielmodellen und Marktpreisen.

Segment

Preisspanne

Beispielmodell

Marktpreis

 

Einsteiger

ca. 480–520 €

AEG TS6PB50WAB

ca. 499 €

Mittelklasse

ca. 600–880 €

Neff B5ACH7HG3

ca. 879 €

Premium

ca. 900–1.000 €

Siemens HB778G3B1

ca. 999 €

Gegenüber einem vergleichbaren Katalyse-Backofen zahlen Käufer für die Pyrolyse-Funktion einen Aufpreis: Ein exakter Modellpaar-Vergleich mit identischer Ausstattung ist am Markt kaum zu finden, da Hersteller Katalyse-Geräte meist als eigene, schlichter ausgestattete Baureihen führen. Die Preisbänder beider Verfahren überschneiden sich laut mehreren Marktvergleichsportalen jedoch deutlich: Katalyse-Geräte liegen bei etwa 300 bis 800 Euro, Pyrolyse-Geräte bei etwa 500 bis 1.500 Euro (Gesamtmarkt inklusive High-End-Geräte), was auf einen Aufpreis im mittleren dreistelligen Bereich hindeutet.

Wie unterscheiden sich Pyrolyse-Backöfen von Siemens, Bosch, AEG, Neff und Miele?

Siemens, Bosch, AEG, Neff und Miele bieten Pyrolyse-Backöfen in mehreren Preisklassen an, unterscheiden sich aber in Markennamen, Einstiegspreis und Zusatzfunktionen. Bei Siemens heißt die Funktion offiziell activeClean® Selbstreinigungs-Automatik und ist bereits im Einsteigermodell HB572ABS3 ab rund 522 Euro verfügbar. Bosch bietet mit dem Serie-6-Modell HBA578BB0 ein vergleichbares Einstiegsgerät für rund 965 Euro und integriert die Bedienung teils in die AutoPilot-Automatikfunktion.
AEG positioniert Pyrolyse-Backöfen mit dem TS6PB50WAB bereits ab rund 499 Euro im günstigsten Einsteigersegment aller verglichenen Marken. Neff deckt mit dem B5ACH7HG3 die Mittelklasse für rund 879 Euro ab, während Miele mit einem Einstiegspreis ab 899 Euro im oberen Preissegment der fünf Marken liegt und laut Herstellerangaben auf besonders geringen Reinigungsaufwand ausgelegt ist. Das teuerste Einstiegsangebot der fünf Marken stellt Bosch mit dem HBA578BB0 für rund 965 Euro.
Beim Garraumvolumen unterscheiden sich die fünf Einstiegsmodelle kaum: AEG, Siemens, Neff und Bosch bieten jeweils 71 Liter, Miele bietet mit dem H 2465 BP Active 76 Liter und damit das größte Fassungsvermögen im Vergleich. Einen Teleskopauszug führt nur Neff beim B5ACH7HG3 bereits serienmäßig mit; bei AEG, Siemens, Bosch und Miele ist er gegen Aufpreis nachrüstbar.
Herstellervergleich von Pyrolyse-Backöfen nach Einstiegspreis, Garraumvolumen und Teleskopauszug 2026.

Hersteller

Beispielmodell

Einstiegspreis

Garraumvolumen

Teleskopauszug

 

AEG

TS6PB50WAB

ca. 499 €

71 l

nachrüstbar

Siemens

HB572ABS3 (iQ300)

ca. 522 €

71 l

nachrüstbar

Neff

B5ACH7HG3

ca. 879 €

71 l

serienmäßig

Miele

H 2465 BP Active

ca. 899 €

76 l

nachrüstbar

Bosch

HBA578BB0 (Serie 6)

ca. 965 €

71 l

nachrüstbar

Was sagen unabhängige Tests der Stiftung Warentest zu Pyrolyse-Backöfen?

Die Stiftung Warentest prüfte in ihrer Ausgabe 02/2026 vom 29. Januar 2026 elf neue Backöfen, die zusammen mit dem vorherigen Test aus 2023 eine Datenbank von 22 Geräten ergeben – alle 22 getesteten Einbaubacköfen sind mit Pyrolyse-Funktion ausgestattet. Die geprüften Modelle kosteten zwischen 350 und 1.385 Euro.

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Testsieger ist laut BSH-Pressemitteilung vom 2. Februar 2026 der Siemens iQ700 HB774G1B1 mit der Gesamtnote GUT (1,9). Auf den weiteren Spitzenplätzen mit der Note 2,0 folgen der Bosch Serie 4 HBA272BB3, der Constructa CF4M28063, der Neff N70 B54CR71N0 und der Siemens iQ300 HB572ABS3. Von Portal-eigenen Bewertungspunkten wie dem 0-bis-100-Score einzelner Vergleichsportale ist die Schulnoten-Skala der Stiftung Warentest strikt zu unterscheiden, da beide Systeme unterschiedliche Kriterien und Skalen verwenden.

Wie oft sollte man die Pyrolyse-Funktion nutzen?

Wie oft sich eine Pyrolyse-Reinigung lohnt, hängt stark vom Hersteller und der Nutzungsintensität ab: Neff empfiehlt beispielsweise nur zwei bis drei Zyklen pro Jahr, andere Herstellerangaben reichen bis zu einem Zyklus alle vier bis acht Wochen bei starker Verschmutzung. Eine allgemeingültige Zyklenzahl gibt es nicht – eine Pyrolyse ist nicht bei jeder einzelnen Backofennutzung nötig. Bei starker Verschmutzung durch häufiges Braten oder Überlaufen von Speisen verkürzt sich das sinnvolle Intervall, bei seltener Backofennutzung reicht ein selteneres Intervall aus.
Eine häufigere Nutzung als notwendig erhöht die jährlichen Stromkosten proportional zur Zyklenzahl, ohne einen zusätzlichen Reinigungsnutzen zu bringen, da bereits saubere Flächen keine Rückstände zum Verbrennen bieten. Eine zu seltene Nutzung führt dagegen zu stärker eingebrannten Rückständen, die einen längeren Reinigungszyklus und damit einen höheren Stromverbrauch pro Durchgang erfordern.

Welche Nachteile und Sicherheitsrisiken hat die Pyrolyse-Reinigung?

Die Pyrolyse-Reinigung birgt neben den Stromkosten drei praxisrelevante Risiken: Rauchentwicklung bei falscher Vorbereitung, heiße Außenflächen und eine Gefährdung empfindlicher Haustiere.

Risiko 1: Rauch- und Geruchsentwicklung

Symptom: Beißender Rauch oder Geruch dringt während des Zyklus aus dem Backofen. Folge: Rauchmelder können auslösen, Räume müssen gelüftet werden. Prävention: Grobe Essensreste und Zubehör wie Bleche oder Roste vor dem Start entfernen, da nur die Garraumwände für die Pyrolyse-Temperatur ausgelegt sind.

Risiko 2: Heiße Außenflächen

Symptom: Gehäuse und Bedienblende werden während des Zyklus laut Stiftung Warentest bei manchen Geräten so heiß, dass Verbrennungsgefahr bei Berührung der Außenflächen entsteht. Folge: Nutzer können sich beim unachtsamen Berühren der Außenflächen verbrennen. Prävention: Während des Zyklus Abstand zum Gerät halten und Kinder aus der Küche fernhalten.

Risiko 3: Gefährdung von Haustieren

Symptom: Dämpfe aus dem Reinigungszyklus verbreiten sich im Raum. Folge: Laut AEG-Herstellerhinweis reagieren Vögel und Reptilien besonders empfindlich auf diese Dämpfe. Prävention: Vögel und Reptilien während der Pyrolyse in einen anderen, gut belüfteten Raum bringen.

Was sind typische Bedienfehler bei der Pyrolyse-Nutzung?

Bei der Pyrolyse-Nutzung treten drei typische Bedienfehler auf: Zubehör im Garraum belassen, grobe Verschmutzungen nicht vorentfernen und die Tür während des Zyklus forcieren.

Fehler 1: Zubehör im Garraum belassen

Bleche, Roste und Backformen bleiben im Ofen, obwohl sie für die 480 bis 500 °C der Pyrolyse nicht ausgelegt sind. Die Folge sind Verfärbungen oder Beschädigungen des Zubehörs; die Prävention ist das vollständige Entfernen aller losen Teile vor dem Programmstart.

Fehler 2: Grobe Verschmutzungen nicht vorentfernen

Große Essensreste werden nicht von Hand entfernt, bevor der Zyklus startet. Das erhöht die Rauchentwicklung während der Reinigung deutlich; die Prävention ist ein kurzes Vorwischen sichtbarer Rückstände vor dem Start.

Fehler 3: Tür während des Zyklus forcieren

Nutzer versuchen, die verriegelte Tür während des laufenden Zyklus zu öffnen. Die Sicherheitsverriegelung löst dies nicht aus, verzögert aber den Ablauf; die Prävention ist Abwarten, bis der Ofen nach dem Abkühlen automatisch entriegelt.

Wie entwickeln sich Pyrolyse-Backöfen technisch weiter?

Pyrolyse-Backöfen entwickeln sich in Richtung geringerer Betriebstemperatur und stärkerer Vernetzung. Laut BSH-Group-Wiki senken Hersteller die Pyrolyse-Temperatur bei neueren Baureihen auf rund 465 °C statt historisch über 500 °C, um den Stromverbrauch pro Zyklus zu reduzieren, ohne die Reinigungswirkung zu verschlechtern.
Zusätzlich integrieren Hersteller die Pyrolyse-Steuerung zunehmend in Smart-Home-Systeme: Bosch bindet die Funktion über Home Connect in die App-Fernsteuerung ein, sodass sich Reinigungszyklen zeitversetzt starten lassen, etwa in Zeiten günstigerer Stromtarife. Diese Entwicklung verbindet die Selbstreinigung stärker mit einer bedarfsgerechten Steuerung des Haushaltsstromverbrauchs.

Häufige Fragen zu Pyrolyse-Backöfen

Kann man während der Pyrolyse den Backofen öffnen?

Nein, die Tür bleibt aus Sicherheitsgründen automatisch verriegelt, bis der Garraum nach dem Zyklus ausreichend abgekühlt ist.

Riecht es beim Pyrolyse-Reinigen?

Ein leichter Geruch ist normal, verstärkt sich aber deutlich, wenn grobe Essensreste vor dem Start nicht entfernt wurden.

Ist Pyrolyse schädlich für den Backofen?

Nein für den Garraum selbst, da die Emaillebeschichtung für die hohen Temperaturen ausgelegt ist; nicht hitzefestes Zubehör muss jedoch vor dem Start entfernt werden.

Was kostet ein Pyrolyse-Backofen im Vergleich zu einem Katalyse-Backofen?

Pyrolyse-Backöfen liegen mit rund 500 bis 1.500 Euro im Preisband über Katalyse-Geräten mit rund 300 bis 800 Euro.

Welcher Backofen mit Pyrolyse ist Testsieger 2026?

Der Siemens iQ700 HB774G1B1 erreicht bei der Stiftung Warentest die Gesamtnote 1,9 (GUT) und damit den ersten Platz.

Wie viel Strom spart man, wenn man auf Pyrolyse verzichtet?

Bei einer Modellannahme von sieben Zyklen jährlich und 3,5 kWh pro Zyklus entfallen rund 8,30 Euro Stromkosten, die bei manueller Reinigung nicht anfallen.

Für wen lohnt sich ein Backofen mit Pyrolyse-Funktion?

Ein Pyrolyse-Backofen lohnt sich für Haushalte, die den Zeitgewinn der automatischen Reinigung höher gewichten als den Aufpreis bei Anschaffung und Stromkosten. Die folgenden Nutzerprofile ordnen die Entscheidung konkret ein.

Profil 1: Vielnutzer des Backofens

Haushalte, die mehrmals wöchentlich backen oder braten, sammeln schneller hartnäckige Fettrückstände an. Für sie amortisiert sich der Aufpreis im mittleren dreistelligen Bereich gegenüber einem Katalyse-Gerät durch den regelmäßigen Zeitgewinn bei der Reinigung.

Profil 2: Gelegenheitsnutzer

Wer den Backofen selten nutzt, produziert entsprechend wenige Rückstände. Ein Katalyse- oder Hydrolyse-Backofen für rund 200 bis 800 Euro deckt den Reinigungsbedarf hier günstiger ab als ein Pyrolyse-Gerät.

Profil 3: Kostenoptimierte Haushalte

Haushalte mit Fokus auf minimale laufende Stromkosten sparen mit manueller Reinigung oder Katalyse die jährlichen Pyrolyse-Stromkosten von rund 1,56 bis 31 Euro (bei zwei bis zwölf Zyklen à 0,78 bis 2,59 Euro, je nach Hersteller und Nutzungsintensität) sowie den höheren Anschaffungspreis vollständig ein.

Profil 4: Komfortorientierte Haushalte

Wer Wert auf minimalen Reinigungsaufwand und ein rückstandsfreies Ergebnis ohne Chemie legt, erhält mit Pyrolyse-Modellen wie dem Testsieger Siemens iQ700 HB774G1B1 ein Gerät, das bei der Stiftung Warentest die beste Gesamtnote aller getesteten Pyrolyse-Backöfen erzielt.

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