Das Wichtigste in Kürze
- Wirkungsgrad: Wärmepumpen erreichen im Vergleich 300 bis 500 % Wirkungsgrad, Gasbrennwertkessel nur 90 bis 99 %.
- Kosten: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Mittel 36.300 Euro, die reale Spanne reicht von 20.000 bis 63.000 Euro.
- Förderung 2026: Die Grundförderung bleibt bei 30 %, doch der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 21.07.2026 von 20 % auf 16 %.
- Reale Effizienz statt Prüfstand: Die tatsächliche Jahresarbeitszahl liegt laut Fraunhofer-Feldtest bei 2,6 bis 4,9 (Ø 3,4, Luft-Wasser) und damit deutlich unter den beworbenen Prüfstand-Herstellerangaben.
- Testsieger: Bei der Stiftung Warentest 10/2025 gewinnt die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,0.
- Marktdurchdringung: Der deutsche Markt verkaufte 2025 299.000 Wärmepumpen, ein Plus von 55 % gegenüber 2024.
- Eignung: Am wirtschaftlichsten schneiden Wärmepumpen im Vergleich bei einer Vorlauftemperatur von maximal 55 °C und der jeweils geltenden BAFA-Mindest-Jahresarbeitszahl (Bestand 3,5 bis 4,0, Neubau 4,5) ab.
Was ist eine Wärmepumpe und wie funktioniert der Vergleich der verschiedenen Systeme?
Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Wasser über einen Kältekreislauf auf ein nutzbares Temperaturniveau anhebt und für Heizung sowie Warmwasser bereitstellt. Der Vergleich der Systeme setzt am Kältekreislauf an, den laut Umweltbundesamt vier Bauteile bilden: Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil. Der Verdampfer entzieht der Umgebung Wärme und verdampft dabei ein Kältemittel, der Verdichter erhöht Druck und Temperatur des Dampfes, der Verflüssiger gibt die Wärme an das Heizsystem ab, und das Expansionsventil entspannt das Kältemittel zurück auf den Ausgangsdruck.
Die zentrale
Vergleichsgröße auf Prüfstandsebene ist der
COP (Coefficient of Performance). Bosch Home Comfort definiert den COP als Verhältnis von abgegebener Heizleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung unter Laborbedingungen nach
DIN EN 14511. Gute Wärmepumpen erreichen COP-Werte zwischen 3 und 5,8, abhängig von der Wärmequelle. Von der Gas- oder Ölheizung unterscheidet sich die Wärmepumpe dadurch, dass sie Wärme nicht durch Verbrennung erzeugt, sondern mit elektrischem Strom aus der Umwelt verschiebt — dieser Funktionsunterschied erklärt den im Vergleich deutlich höheren Wirkungsgrad.
Welche Wärmepumpen-Bauarten gibt es im Vergleich?
Im direkten Vergleich stehen sechs Wärmepumpen-Bauarten, die sich durch Wärmequelle, COP-Bereich und Einsatzzweck unterscheiden: Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser, Luft-Luft, Brauchwasser und Pool. Bosch Home Comfort nennt für Wasser-Wasser-Wärmepumpen den höchsten COP-Bereich mit 4,9 bis 5,8, gefolgt von Sole-Wasser mit 4,4 bis 4,8, Luft-Wasser mit 3,4 bis 4,1 und Brauchwasserwärmepumpen mit 3,7 bis 4,3.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Wärmequelle und dominiert den deutschen Markt: Laut TGA Fachplaner entfallen 95 % des Wärmepumpenabsatzes 2025 auf diesen Typ. Die Gesamtkosten liegen im Mittel bei 36.300 Euro, die reale JAZ im Fraunhofer-Feldtest bei 3,4.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe erschließt Erdwärme über eine Erdsonde oder einen Erdkollektor. Der Flächenbedarf liegt laut Verbraucherzentrale bei rund 20 Metern Sondenlänge pro Kilowatt Heizleistung. Die Gesamtkosten inklusive Bohrung reichen von 24.000 bis 40.000 Euro, die reale JAZ erreicht im Fraunhofer-Feldtest 4,3 und liegt damit deutlich über der Luft-Wasser-Bauart.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser über Saug- und Schluckbrunnen als Wärmequelle und erreicht laut Bosch Home Comfort mit 4,9 bis 5,8 den höchsten COP-Bereich der vier per COP verglichenen Bauarten (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser, Brauchwasser). Die konstante Quelltemperatur des Grundwassers macht diese Effizienz möglich, erfordert jedoch eine wasserrechtliche Genehmigung für die Brunnenanlage.
Luft-Luft-Wärmepumpe
Die Luft-Luft-Wärmepumpe arbeitet ohne wasserführendes Verteilsystem und beheizt Räume direkt über Warmluft. Sie eignet sich für Gebäude ohne bestehende Heizkörper-Infrastruktur, deckt jedoch keine zentrale Warmwasserbereitung ab.
Brauchwasserwärmepumpe
Die
Brauchwasserwärmepumpe dient
ausschließlich der Warmwasserbereitung. Laut ADAC liegen die Anschaffungskosten bei 1.500 bis 5.000 Euro zuzüglich 300 bis 500 Euro Installation; als Einzelgerät ist sie nicht BEG-förderfähig.
Poolwärmepumpe
Die Poolwärmepumpe beheizt Schwimmbadwasser. Full-Inverter-Modelle erreichen laut Herstellerangaben eine deutlich höhere saisonale Effizienz als ältere On/Off-Geräte, was die Betriebskosten pro Saison spürbar senkt.
Monoblock vs. Split
Bei der Bauweise unterscheidet der Vergleich zusätzlich
zwischen Monoblock- und Split-Geräten. Monoblock-Wärmepumpen führen den gesamten Kältekreislauf in einer Außeneinheit, Split-Geräte verteilen ihn auf eine Innen- und eine Außeneinheit. Die Effizienzdifferenz zwischen beiden Bauweisen ist in den verfügbaren Quellen nicht abschließend geklärt: Herstellerangaben sprechen von kaum messbaren Unterschieden, während installationsseitige Einschätzungen größere Abweichungen nennen — belastbare, unabhängig geprüfte Vergleichszahlen liegen dafür nicht vor.
Wärmepumpen-Vergleichstabelle 2026: Kosten, JAZ und Schall auf einen Blick
Die folgende Tabelle fasst die entscheidenden Vergleichsgrößen aller sechs Bauarten zusammen: Kosten, reale Jahresarbeitszahl und Schallleistungspegel. Für Luft-Wasser und Sole-Wasser liegen reale Feldtest-Werte vor; für Wasser-Wasser und Brauchwasser nur Prüfstand-COP-Werte, da keine Fraunhofer-Feldtestdaten existieren.
Diese Tabelle vergleicht Wärmepumpen-Bauarten nach Gesamtkosten, realer Jahresarbeitszahl (JAZ, Feldtest) beziehungsweise COP (Prüfstand) und Schallleistungspegel, Stand 2026.
Bauart | Gesamtkosten | Reale JAZ (Feldtest) / COP (Prüfstand) | Schallleistungspegel |
Luft-Wasser | 20.000–63.000 € (Ø 36.300 €) | JAZ 3,4, Spanne 2,6–4,9 (Feldtest) | ca. 45–65 dB(A) in 1 m |
Sole-Wasser (Erdwärme) | 24.000–40.000 € (inkl. Bohrung) | JAZ 4,3, Spanne 3,6–5,4 (Feldtest) | ca. 30–45 dB(A) (Innenaufstellung) |
Wasser-Wasser | keine belastbare Marktangabe verfügbar | COP 4,9–5,8 (Prüfstand) | ca. 30–45 dB(A) (Innenaufstellung) |
Brauchwasser | 1.800–5.500 € (Gerät + Installation) | COP 3,7–4,3 (Prüfstand) | keine belastbare Marktangabe verfügbar |
Pool (Full-Inverter) | keine belastbare Marktangabe verfügbar | keine belastbare unabhängige Marktangabe verfügbar | keine belastbare Marktangabe verfügbar |
Was kostet eine Wärmepumpe im Vergleich – Anschaffung, Installation und Betrieb?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet für ein Einfamilienhaus im Mittel 36.300 Euro, ermittelt aus 160 realen Angeboten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Spanne reicht von 20.000 bis 63.000 Euro und hängt von Gebäudegröße, Vorlauftemperatur und Installationsaufwand ab. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Erdsondenbohrung 24.000 bis 40.000 Euro.
Diese Tabelle schlüsselt die Kostenpositionen einer Wärmepumpen-Installation im Referenzszenario auf.
Kostenposition | Betrag |
Luft-Wasser-Wärmepumpe gesamt (Gerät + Installation) | 20.000–63.000 € (Ø 36.300 €) |
Sole-Wasser-Wärmepumpe gesamt (inkl. Bohrung) | 24.000–40.000 € |
Erdsondenbohrung (Teil der Sole-Wasser-Kosten) | 8.000–19.000 € |
Brauchwasserwärmepumpe (Gerät + Installation) | 1.800–5.500 € |
Wartung pro Jahr | 250–400 € |
Betriebskosten Sole-Wasser pro Jahr | 750–1.500 € |
Beispiel: Stromkosten Luft-Wasser-Wärmepumpe im Referenzszenario
Gegeben: Heizwärmebedarf 15.000 kWh/Jahr, reale JAZ 3,4 (Fraunhofer ISE), Wärmepumpenstrompreis 26 ct/kWh (Preistrend 2022–2026 rückläufig von 36 ct/kWh).
Berechnung: 15.000 kWh ÷ 3,4 = 4.412 kWh Stromverbrauch pro Jahr; 4.412 kWh × 0,26 €/kWh = 1.147 € Stromkosten pro Jahr.
Ergebnis: Im Referenzszenario entstehen rund 1.147 Euro Stromkosten pro Jahr für die Wärmeerzeugung, zuzüglich 250 bis 400 Euro Wartungskosten.
Wie effizient sind Wärmepumpen im Vergleich – was bedeuten COP, SCOP und JAZ?
Im Vergleich unterscheiden drei Kennzahlen die Effizienz von Wärmepumpen: COP misst die Momentanleistung im Labor, SCOP die saisonale Effizienz nach EU-Norm, und JAZ die reale Jahresleistung im Betrieb. Der Bundesverband Wärmepumpe grenzt JAZ und COP klar ab: Die Jahresarbeitszahl bezieht ein volles Betriebsjahr inklusive Nebenantrieben ein, der COP nur einen Prüfstandspunkt.
JAZ = QHeiz,Jahr ÷ Wel,Jahr
Wo:
- QHeiz,Jahr: jährlich erzeugte Wärmemenge in Kilowattstunden
- Wel,Jahr: jährlich aufgenommene elektrische Energie inklusive Nebenantriebe in Kilowattstunden
Die Berechnung erfolgt nach VDI 4650 Blatt 1 und ist Grundlage für die BEG-Förderfähigkeit: Laut BAFA gilt im Bestand eine nach Bauart gestaffelte Mindest-JAZ — 3,5 für Luft-Wasser- sowie 3,8 (Wohngebäude) beziehungsweise 4,0 (Nichtwohngebäude) für Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen; im Neubau gilt einheitlich eine Mindest-JAZ von 4,5.
Diese Tabelle vergleicht COP-Werte je Wärmepumpentyp unter Prüfstandsbedingungen nach DIN EN 14511.
Wärmepumpentyp | COP-Bereich |
Wasser-Wasser | 4,9–5,8 |
Sole-Wasser | 4,4–4,8 |
Brauchwasser | 3,7–4,3 |
Luft-Wasser | 3,4–4,1 |
Die Energieeffizienzklassen nach EU-Verordnung 811/2013 stufen Raumheizgeräte anhand des saisonalen Wirkungsgrads ηs ein: Klasse A+++ erfordert ηs ≥ 150 %, Klasse A++ liegt zwischen 125 % und 150 %, Klasse A+ zwischen 98 % und 125 %.
Wie hoch ist der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe im Vergleich zu Gas- und Ölheizung?
Wärmepumpen erreichen laut Thermondo einen Wirkungsgrad von 300 bis 500 Prozent, während Gasbrennwertkessel 90 bis 99 Prozent und Ölbrennwertkessel 85 bis 95 Prozent erreichen. Der hohe Wert entsteht, weil die Wärmepumpe zusätzlich zur eingesetzten elektrischen Energie kostenlose Umweltwärme nutzt.
Wirkungsgrad (%) = COP × 100
Wo:
- COP: Leistungszahl der Wärmepumpe unter den jeweiligen Betriebsbedingungen
Beispiel: Wirkungsgrad im Realbetrieb
Gegeben: reale JAZ Luft-Wasser-Wärmepumpe 3,4 (Fraunhofer ISE).
Berechnung: 3,4 × 100 = 340 %.
Ergebnis: Im Realbetrieb erreicht die Luft-Wasser-Wärmepumpe 340 % Wirkungsgrad — mehr als das Dreifache des besten Gasbrennwertkessels mit 98 %.
Diese Tabelle vergleicht den Wirkungsgrad von Wärmepumpen mit Gas- und Ölheizungen.
Heizsystem | Wirkungsgrad |
Wärmepumpe | 300–500 % |
Gasbrennwertkessel | 90–99 % |
Ölbrennwertkessel | 85–95 % |
Die CO2-Bilanz folgt diesem Muster: Der Fraunhofer-Feldtest an 77 Anlagen ermittelt für Wärmepumpen im Schnitt 64 Prozent weniger CO2-Emissionen als bei vergleichbaren Gasheizungen.
Wie laut sind Wärmepumpen im Vergleich – was bedeutet der Schallleistungspegel?
Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Vergleich einen Schallleistungspegel von 45 bis 65 dB(A) in einem Meter Abstand zur Außeneinheit, Sole-Wasser- und Grundwasser-Wärmepumpen mit Innenaufstellung liegen mit 30 bis 45 dB(A) deutlich darunter, wie Bosch Home Comfort für seine Modellreihen dokumentiert. Ein Nachtmodus-Beispiel von Bosch erreicht in drei Metern Abstand nur noch 28,5 dB(A).
Seit dem 1. Januar 2026 verschärft der Bundesverband Wärmepumpe die Schallanforderung als BEG-Fördervoraussetzung: Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen mindestens 10 Dezibel unter dem EU-Ökodesign-Grenzwert liegen, zuvor genügten 5 Dezibel. Innenaufgestellte Bauarten wie Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen unterliegen dieser Anforderung durch die geschützte Aufstellung praktisch nicht.
Wie unterscheiden sich Hersteller im Wärmepumpen-Vergleich?
Auf dem deutschen Markt konkurrieren laut dem Vergleichsportal Enter über 25 Wärmepumpen-Hersteller, wobei sich Marktführerschaft qualitativ auf wenige Namen konzentriert: Carrier (mit der übernommenen Sparte Viessmann Climate Solutions), Bosch Thermotechnik (mit Buderus), Stiebel Eltron, Vaillant, NIBE (mit Alpha Innotec), Weishaupt, Waterkotte und Wolf. Quantifizierte Marktanteile je Einzelhersteller sind öffentlich nicht verfügbar; belastbar belegt ist lediglich der Gesamtmarktanteil von Wärmepumpen an neuen Wärmeerzeugern.
Diese Tabelle listet die wichtigsten Wärmepumpen-Hersteller auf dem deutschen Markt und ihre Markenzugehörigkeit.
Hersteller | Zugehörige Marken |
Carrier | Viessmann Climate Solutions (Übernahme des Viessmann-Klima-/Kältegeschäfts, Closing 02.01.2024) |
Bosch Thermotechnik | Buderus, Johnson Controls HVAC (seit 31.07.2025) |
NIBE | Alpha Innotec |
Stiebel Eltron | – |
Vaillant | – |
Weishaupt, Waterkotte, Wolf | – |
Die Marktstruktur konsolidiert sich: Mit dem Vollzug der Übernahme des Johnson-Controls-HVAC-Geschäfts am 31. Juli 2025 wächst die Bosch-Sparte für Heizen, Lüften und Kühlen laut IWR auf einen Umsatz von über 8 Milliarden Euro.
Wie realistisch sind Herstellerangaben im Vergleich zur Praxis – was zeigt der Fraunhofer-Feldtest?
Der Fraunhofer-ISE-Feldtest „WP-QS im Bestand" vergleicht Herstellerangaben mit der Realität an 77 Wärmepumpen-Anlagen über vier Betriebsjahre und zeigt eine systematische Lücke: Herstellerseitige Prüfstand-Angaben liegen deutlich über den real gemessenen Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 4,9 (Ø 3,4, Luft-Wasser). Die Prüfstandsbedingungen unterstellen ein mildes Klima und niedrige Vorlauftemperaturen, die im deutschen Bestandsgebäude selten vollständig erreicht werden.
Der Feldtest widerlegt zugleich ein verbreitetes Vorurteil: Zwischen dem
Baujahr des Gebäudes beziehungsweise dem Sanierungsgrad und der gemessenen Effizienz der Wärmepumpe lässt sich laut Fraunhofer ISE
keine Korrelation feststellen — gut geplante Anlagen laufen auch im unsanierten Altbau effizient. Entscheidend ist stattdessen die
Kompressor-Takthäufigkeit: Sie schwankt zwischen 540 und 15.820 Starts pro Jahr, wobei 90 Prozent der untersuchten Anlagen unter 5.500 Starts pro Jahr bleiben. Bei
Kopplung mit Photovoltaik und Batteriespeicher erreichen die Anlagen einen
PV-Autarkiegrad von bis zu 62 Prozent und einen Eigenverbrauchsanteil von bis zu 83 Prozent.
Wie hoch ist die Förderung für Wärmepumpen 2026 im Vergleich der Programme?
Die BEG-Förderung über die KfW gewährt 2026 eine Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten, ergänzt um Boni, die sich zum 21. Juli 2026 durch eine Förderreform teilweise ändern. Die neuen Bedingungen treten laut BAFA-Kurzmeldung vom 09.07.2026 an diesem Datum in Kraft, bereits bewilligte Anträge genießen Bestandsschutz zu den alten Konditionen.
Diese Tabelle vergleicht die BEG-Förderbedingungen vor und ab der Reform zum 21.07.2026.
Förderbaustein | bis 20.07.2026 | ab 21.07.2026 |
Grundförderung | 30 % | 30 % (unverändert) |
Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 %, ab 01.02.2027 halbjährlich −4 Prozentpunkte |
Effizienzbonus (Wasser/Erdreich/Abwasser oder natürliches Kältemittel) | 5 % | entfällt |
Einkommensbonus | gestaffelt (Vorregelung) | 40 % (zvE ≤ 30.000 €) / 30 % (30.001–40.000 €) / 10 % (40.001–50.000 €) |
Höchstgrenze förderfähige Kosten (EFH) | 30.000 € | 28.000 € |
Maximaler Fördersatz | 70 % (max. 21.000 €) | bis 80 % für zvE bis 30.000 € |
Kinderzuschlag | nicht vorhanden | 10.000 € Abzug vom zvE bei mind. einem minderjährigen Kind |
Technische Fördervoraussetzung ist weiterhin die nach Bauart gestaffelte Mindest-JAZ (Bestand: 3,5 Luft-Wasser, 3,8 bis 4,0 Sole-/Wasser-Wasser; Neubau: 4,5) nach VDI 4650 Blatt 1 sowie seit 01.01.2026 die verschärfte Schallanforderung von 10 Dezibel unter dem EU-Ökodesign-Grenzwert. Zwischen dem 9. und 20. Juli 2026 gilt ein Antragsstopp zur Systemumstellung.
Beispiel: Fördersumme im Referenzszenario vor und nach der Reform
Gegeben: Gesamtkosten 36.300 €, zu versteuerndes Haushaltseinkommen 45.000 €/Jahr (Einkommensbonus-Stufe 10 % ab 21.07.2026), keine Wasser-/Erdreich-Wärmequelle (kein Effizienzbonus).
Berechnung bis 20.07.2026: Fördersatz 30 % + 20 % = 50 % auf 30.000 € Höchstgrenze = 15.000 € Zuschuss.
Berechnung ab 21.07.2026: Fördersatz 30 % + 16 % + 10 % = 56 % auf 28.000 € Höchstgrenze = 15.680 € Zuschuss.
Ergebnis: Im Referenzszenario steigt die Fördersumme durch den neuen Einkommensbonus leicht auf 15.680 Euro, der Eigenanteil sinkt von 21.300 auf 20.620 Euro — der Effekt hängt jedoch stark vom individuellen Einkommen ab, da der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt.
Ab dem ersten Quartal 2027 ist laut Fachmedienberichten zusätzlich ein Wertschöpfungsbonus von 15 Prozent für in der EU gefertigte Wärmepumpen geplant, der die Grundförderung nach Fertigungsstandort differenziert: rechnerisch 30 Prozent für EU-gefertigte Geräte, sonst 15 Prozent.
Welche Nachteile und typischen Fehler zeigen sich im Wärmepumpen-Vergleich?
Drei Fehlerquellen wiederholen sich im Vergleich realer Wärmepumpen-Installationen am häufigsten: Überdimensionierung, Verlass auf Herstellerangaben und fehlender hydraulischer Abgleich bei größeren Gebäuden.
Fehler 1: Überdimensionierung ohne Heizlastberechnung
Symptom: Installationsbetriebe dimensionieren die Wärmepumpe anhand der Leistung des alten Öl- oder Gaskessels statt einer eigenen Berechnung. Folge: Der Kompressor taktet übermäßig — der Fraunhofer-Feldtest misst bei betroffenen Anlagen bis zu 15.820 Starts pro Jahr statt der üblichen unter 5.500. Prävention: Eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor der Auslegung.
Fehler 2: Verlass auf Herstellerangaben statt realer Prüfdaten
Symptom: Kaufentscheidungen stützen sich allein auf beworbene Prüfstand-Kennzahlen. Folge: Die reale Jahresarbeitszahl erreicht im Betrieb oft nur 2,6 bis 4,9 (Ø 3,4), wie der Fraunhofer-Feldtest zeigt. Prävention: Reale JAZ-Werte aus unabhängigen Feldtests statt Prüfstandsangaben als Entscheidungsgrundlage heranziehen.
Fehler 3: Fehlender hydraulischer Abgleich in größeren Gebäuden
Symptom: Installationsbetriebe überspringen den hydraulischen Abgleich bei Heizungstausch in Mehrfamilienhäusern.
Folge: Ungleiche Wärmeverteilung senkt die effektive Effizienz der Anlage.
Prävention: Nach § 60c GEG ist für Gebäude mit
mindestens sechs Wohnungen gesetzlich sowohl eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 als auch ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B (ZVSHK-Fachregel) vorgeschrieben; Ein- und Zweifamilienhäuser sind von dieser Pflicht nicht erfasst, ein Abgleich ist dort aber technisch ebenso sinnvoll.
Was ist bei Planung, Installation und Anbieterwahl im Vergleich zu beachten?
Am Anfang jeder Planung steht eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die eine Überdimensionierung der Anlage verhindert. Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe kommt die Flächenprüfung hinzu: rund 20 Meter Sondenlänge pro Kilowatt Heizleistung müssen auf dem Grundstück unterzubringen sein, bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe zusätzlich eine wasserrechtliche Genehmigung für die Brunnenanlage.
Bei der Anbieterwahl liefert das BWP-Gütesiegel des Bundesverbands Wärmepumpe den belastbarsten Qualitätsvergleich zwischen Fachbetrieben. Es verlangt einen Qualifikationsnachweis nach VDI-MT 4645 Blatt 1 für Planung und Errichtung, eine Pflichtmitgliedschaft im BWP sowie eine 24-Stunden-Erreichbarkeit im Notfall.
Für Gebäude, die unter § 60c GEG fallen, führt der zertifizierte Fachbetrieb zusätzlich zur Heizlastberechnung den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B durch — einer eigenständigen Methode nach der ZVSHK-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand". Die BWP-Fachbetriebssuche ermöglicht das gezielte Auffinden entsprechend qualifizierter Betriebe in der eigenen Region.
Was sagen unabhängige Tests wie die Stiftung Warentest zum Wärmepumpen-Vergleich?
Die Stiftung Warentest kürt in ihrem Test 10/2025 die Viessmann Vitocal 250-A mit der Gesamtnote 2,0 zum Testsieger, dicht gefolgt von der Alpha Innotec Hybrox 11 und der Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus mit je Note 2,2. Die Bewertung gewichtet Energieeffizienz und Umwelteigenschaften mit 70 Prozent, Handhabung mit 25 Prozent und Datenschutz mit 5 Prozent, geprüft nach DIN EN 14511 im Temperaturbereich von +12 °C bis −15 °C.
Diese Tabelle zeigt die Testsieger der Stiftung Warentest im Wärmepumpen-Test 10/2025.
Modell | Note |
Viessmann Vitocal 250-A | 2,0 |
Alpha Innotec Hybrox 11 | 2,2 |
Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus | 2,2 |
Zur Anschaffung stellt Stiftung Warentest fest, dass sie „einen fünfstelligen Betrag" kostet — die Prüforganisation hatte die Brutto-Listenpreise direkt bei den Anbietern erfragt, ohne sie im frei zugänglichen Testbericht als Einzelspanne offenzulegen. Die konkrete Gerätepreis-Spanne ist damit deutlich enger als die Gesamtkosten-Spannen aus Verbraucherzentrale-Angebotsvergleichen, da hier ausschließlich der reine Gerätepreis ohne Installation erfasst wird.
Wie entwickeln sich Wärmepumpen-Markt und Förderung ab 2027?
Der Wärmepumpen-Absatz wächst dynamisch: 2025 verkaufte der deutsche Markt 299.000 Geräte, ein Plus von 55 Prozent gegenüber 2024 — laut BWP/BDH sind damit erstmals knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen. Die Förderung entwickelt sich im selben Zeitraum gegenläufig: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt planmäßig weiter.
Diese Tabelle zeigt den Zeitplan der BEG-Förderreform und der Marktentwicklung bis 2028.
Datum | Ereignis |
01.01.2026 | Verschärfte Schallanforderung (10 dB unter EU-Ökodesign-Grenzwert) als Fördervoraussetzung |
09.–20.07.2026 | Antragsstopp bei KfW/BAFA zur Systemumstellung, mit Vertrauensschutz |
21.07.2026 | BEG-Reform in Kraft: Klimageschwindigkeitsbonus 20 % → 16 %, Höchstkosten 30.000 € → 28.000 € |
01.02.2027 | Erste halbjährliche Absenkung des Klimageschwindigkeitsbonus um 4 Prozentpunkte |
Q1 2027 (geplant) | Neuer Wertschöpfungsbonus von 15 % für EU-gefertigte Wärmepumpen |
01.08.2028 | Rechnerisches vollständiges Auslaufen des Klimageschwindigkeitsbonus (0 %) |
Für die Kaufentscheidung im Vergleich bedeutet dieser Zeitplan: Der Antragsstopp vom 9. bis 20. Juli 2026 blockiert aktuell jede Neu-Antragstellung, sodass der alte Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % für neue Anträge nicht mehr erreichbar ist — ab dem 21.07.2026 gilt für alle neuen Anträge der abgesenkte Satz von 16 %, der anschließend schrittweise bis zum rechnerischen Auslaufen Mitte 2028 weiter sinkt.
Häufige Fragen zu Wärmepumpen im Vergleich
Was kostet eine Wärmepumpe im Vergleich zu einer Gasheizung?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Mittel 36.300 Euro Investition, erreicht dafür aber 300 bis 500 Prozent Wirkungsgrad gegenüber 90 bis 99 Prozent bei Gasheizungen und spart im Betrieb laut Fraunhofer ISE durchschnittlich 64 Prozent CO2 ein.
Welche Wärmepumpe hat die beste Effizienz im Vergleich?
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe erreicht mit einer realen Jahresarbeitszahl von 4,3 die höchste Effizienz unter den verbreiteten Bauarten, gefolgt von der Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 3,4, wie der Fraunhofer-Feldtest an 77 Anlagen zeigt.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja: Der Fraunhofer-Feldtest findet keine Korrelation zwischen Baujahr oder Sanierungsgrad und der gemessenen Effizienz — entscheidend ist eine korrekte Heizlastberechnung und Vorlauftemperatur-Anpassung statt eines pauschalen Sanierungsstandards.
Welche Förderung gibt es 2026 für Wärmepumpen im Vergleich der Programme?
Die BEG-Förderung gewährt 2026 eine Grundförderung von 30 Prozent plus Boni bis maximal 70 beziehungsweise ab dem 21.07.2026 bis 80 Prozent für einkommensschwache Haushalte, bei einer nach Bauart gestaffelten Mindest-Jahresarbeitszahl (Bestand 3,5 bis 4,0, Neubau 4,5) als technischer Voraussetzung.
Was ist der Unterschied zwischen Monoblock- und Split-Wärmepumpe im Vergleich?
Die Monoblock-Wärmepumpe führt den kompletten Kältekreislauf in einer Außeneinheit, die Split-Wärmepumpe teilt ihn auf Innen- und Außeneinheit auf; ein belastbarer, unabhängig geprüfter Effizienzunterschied zwischen beiden Bauweisen ist derzeit nicht dokumentiert.
Welche Wärmepumpe hat die Stiftung Warentest zum Testsieger gekürt?
Testsieger 10/2025 ist die Viessmann Vitocal 250-A mit der Gesamtnote 2,0, vor der Alpha Innotec Hybrox 11 und der Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus mit je Note 2,2.
Ist eine Wärmepumpe ohne hydraulischen Abgleich zulässig?
In Ein- und Zweifamilienhäusern ja: § 60c GEG verpflichtet nur Gebäude mit mindestens sechs Wohnungen zum hydraulischen Abgleich beim Heizungstausch; kleinere Gebäude sind von dieser gesetzlichen Pflicht ausgenommen.
Wie laut ist eine Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Geräten?
Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen 45 bis 65 dB(A) in einem Meter Abstand, innenaufgestellte Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen bleiben mit 30 bis 45 dB(A) deutlich leiser; seit 2026 gilt zusätzlich eine verschärfte Schallanforderung als Fördervoraussetzung.
Fazit: Für wen lohnt sich welche Wärmepumpe im Vergleich?
Die Entscheidung zwischen den Wärmepumpen-Bauarten hängt im Vergleich vor allem von Gebäudetyp, Vorlauftemperatur und verfügbarer Grundstücksfläche ab.
Profil 1: Sanierter Altbau mit Bestandsheizkörpern (Referenzszenario)
Bei einer Vorlauftemperatur um 55 °C wie im Referenzszenario dieses Vergleichs ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Wahl: geringere Investition von im Mittel 36.300 Euro bei einer realen JAZ von 3,4, ohne Genehmigungsaufwand für Erdsonden oder Brunnen.
Profil 2: Grundstück mit ausreichend Fläche, langfristige Effizienz im Fokus
Wer eine Erdsonde installieren kann, erreicht mit der Sole-Wasser-Wärmepumpe eine reale JAZ von 4,3 statt 3,4 — bei höherer Anfangsinvestition von 24.000 bis 40.000 Euro amortisiert sich dieser Effizienzvorsprung über die Nutzungsdauer.
Profil 3: Neubau mit Fußbodenheizung
Niedrige Vorlauftemperaturen im Neubau begünstigen jede Wärmepumpen-Bauart; die Luft-Wasser-Wärmepumpe bleibt hier durch die geringste Investition und den mit 95 Prozent höchsten Marktanteil die Standardlösung.
Profil 4: Reiner Warmwasserbedarf ohne Heizungstausch
Für isolierte Warmwasserbereitung genügt die Brauchwasserwärrmepumpe ab 1.800 Euro Gesamtkosten, allerdings ohne BEG-Förderfähigkeit als Einzelgerät.
Profil 5: Pool-Beheizung
Für Schwimmbadbeheizung senkt eine Full-Inverter-Poolwärmepumpe die Betriebskosten gegenüber älteren On/Off-Geräten spürbar.
Zeitpunkt der Entscheidung
Der Antragsstopp vom 9. bis 20. Juli 2026 hat die Möglichkeit, den alten Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent zu sichern, bereits beendet — neue Anträge greifen ab dem 21.07.2026 auf den abgesenkten Satz von 16 Prozent zu. Unabhängig vom Zeitpunkt gilt: Nur ein Fachbetrieb mit BWP-Gütesiegel und korrekter Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 sichert, dass die im Vergleich genannten realen JAZ-Werte auch im eigenen Gebäude erreicht werden.