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Abluft-Wärmepumpe 2026: Effizienz, Kosten und Förderung im Überblick

13 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Konstante Wärmequelle: Abluft aus Bad, WC und Küche liegt ganzjährig bei etwa 20°C und ist damit deutlich stabiler als Außenluft – das begünstigt in gut gedämmten Neubauten eine Jahresarbeitszahl von 3,5 bis 4,5.
  • Leistungsgrenze bei Kompaktgeräten: Einfamilienhaus-Systeme liefern meist etwa 1,5 bis 8 kW nutzbare Heizleistung, wobei viele Geräte für kleine, energieeffiziente Häuser im unteren Bereich von rund 1,5 bis 4 kW liegen; Kaskaden- oder Mehrfamilienhaus-Lösungen erreichen dagegen bis über 22 kW.
  • Zwingende KWL-Kopplung: Eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist Systemvoraussetzung; je nach Ausführung (zentral oder dezentral) kostet sie typischerweise zwischen 5.000 und 15.000 EUR, in großen oder komplexen Projekten sind auch höhere Kosten möglich.
  • Gesamtinvestition: Eine komplette Abluft-Wärmepumpe inklusive Lüftungstechnik kostet im Einfamilienhaus brutto typischerweise etwa 15.000 bis 30.000 EUR.
  • Förderung 2026: Die BEG-Heizungsförderung deckt 30% Grundförderung plus mögliche Boni bis maximal 70% ab; seit dem 21. Juli 2026 liegt die Kostenobergrenze bei 28.000 EUR pro Wohneinheit.
  • Geeignete Gebäude: Passivhaus und KfW40-Neubauten sind ideal, KfW55 ist im Einzelfall ebenfalls möglich – unsanierte Altbauten sind ungeeignet.
  • Marktangebot 2026: Kompaktgeräte wie die NIBE S735 decken Einfamilienhäuser ab, während Kaskadenlösungen wie die Pichler AWP auch größere Leistungsbereiche für Mehrfamilienhäuser erschließen.

Wie funktioniert eine Abluft-Wärmepumpe technisch?

Eine Abluft-Wärmepumpe entzieht der verbrauchten Raumluft aus Bad, WC, Küche und Hauswirtschaftsraum thermische Energie, bevor die kontrollierte Wohnraumlüftung diese Luft nach außen abführt. Der Verdampfer kühlt die Abluft ab und überträgt die gewonnene Wärme auf ein Kältemittel, das ein Verdichter anschließend auf das benötigte Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser anhebt. Dieses Grundprinzip der Wärmeumkehr ist bei allen Wärmepumpentypen identisch, unterscheidet sich bei der Abluft-Variante jedoch durch eine besonders stabile Wärmequelle.
Anders als Außenluft, die zwischen sommerlichen Plusgraden und winterlichen Minusgraden stark schwankt, bleibt die Temperatur der Abluft im bewohnten Innenraum ganzjährig nahezu konstant bei rund 20°C. Diese Stabilität reduziert den thermodynamischen Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizkreis und ist ein wesentlicher Grund, warum Abluft-Wärmepumpen in sehr gut gedämmten Gebäuden eine Jahresarbeitszahl von 4,0 oder mehr erreichen können – oft günstiger als viele Luft-Wasser-Systeme bei vergleichbarer Vorlauftemperatur. Details zur Berechnung und Einordnung liefert der Grundlagenartikel zum Wirkungsgrad von Wärmepumpen.
WärmequelleTemperatur-BereichJahreszeitliche Schwankung
Abluftca. 20°C konstantgering
Außenluft-15°C bis +35°Csehr hoch
Erdreich (Sonde)8-12°Cgering
Grundwasser10-12°Csehr gering
Der Effizienzvorteil der Abluft-Wärmepumpe zeigt sich vor allem im Jahresverlauf und weniger als punktueller Bestwert unter Laborbedingungen. Herstellerunabhängige Quellen bestätigen für gut ausgelegte Anlagen in Neubauten Jahresarbeitszahlen zwischen 3,5 und 4,5; entscheidend für die obere Bandbreite ist vor allem die Kombination mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus einer Flächenheizung, da ein geringerer Temperaturhub zwischen Quelle und Heizkreis die Effizienz zusätzlich verbessert.

Welche Jahresarbeitszahl erreichen Abluft-Wärmepumpen in der Praxis?

In der Praxis zeigt sich für die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Abluft-Wärmepumpe eine gewisse Bandbreite, je nachdem welche Quelle man betrachtet. Für gut gedämmte Neubauten mit korrekt dimensionierter Anlage nennen unabhängige Fachportale eine JAZ von 3,5 bis 4,5. Herstellernahe Quellen sprechen bei sehr guter Gebäudehülle sogar von 4,0 und mehr. Konservativere Marktbeobachtungen für typische Einfamilienhaus-Anlagen mit Abluft-Volumenströmen von 150 bis 300 m³/h nennen dagegen realistischere Werte von 2,5 bis 3,5, abhängig von Gebäudestandard und Betriebsweise. Mehr zur Berechnung und zu realistischen Werten liefert der Beitrag zur Jahresarbeitszahl.
Die Spanne erklärt sich vor allem durch drei Faktoren: die tatsächliche Vorlauftemperatur des Heizsystems, den Anteil der Warmwasserbereitung am Gesamtwärmebedarf und die Qualität der hydraulischen Einregulierung. Warmwasserbereitung auf höhere Temperaturen als der Heizkreis, eine wöchentliche Legionellenschaltung sowie ein elektrischer Heizstab für Spitzenlasten senken die effektive Jahresarbeitszahl gegenüber dem reinen Heizbetrieb. Eine sorgfältige Auslegung – niedrige Vorlauftemperatur, ausreichender Volumenstrom, korrekt eingestellter Bivalenzpunkt – ist deshalb entscheidend, um die obere Bandbreite der JAZ in der Praxis auch tatsächlich zu erreichen.

Warum begrenzt der Volumenstrom die maximale Heizleistung?

Die maximale Heizleistung einer Abluft-Wärmepumpe hängt direkt vom nutzbaren Abluft-Volumenstrom ab – und dieser ist aus hygienischen Gründen begrenzt. Die DIN 1946-6 definiert für Wohngebäude verschiedene Lüftungsstufen, darunter die Nennlüftung, und schreibt berechnete Außenluftvolumenströme abhängig von Gebäudegröße, Nutzung und Infiltration vor; in der Praxis liegt der Luftwechsel bei der Nennlüftung meist im Bereich von etwa 0,4 bis 0,6 pro Stunde, während andere Regelwerke wie DIN 4108-2 oder DIN EN 12831 häufig einen Wert von rund 0,5 pro Stunde als allgemeine Mindestgröße für die Auslegung nennen. Für Neubauten und energetisch relevante Sanierungen schreibt die Norm außerdem ein Lüftungskonzept vor, das mindestens eine nutzerunabhängige Grundlüftung zum Feuchteschutz gewährleistet. Diese hygienische Untergrenze verhindert, dass sich der Volumenstrom beliebig erhöhen lässt, um mehr Wärme aus der Abluft zu gewinnen. Wie sich der Volumenstrom konkret berechnet und welche Sollwerte in der Praxis üblich sind, erklärt der Beitrag zum Volumenstrom bei Wärmepumpen.

Einfamilienhaus-Kompaktgeräte vs. Kaskaden für Mehrfamilienhäuser

Für ein typisches Einfamilienhaus liegt der Abluft-Volumenstrom bei 150 bis 300 m³/h, woraus sich laut Marktdaten eine nutzbare Heizleistung von häufig nur 1,5 bis 4 kW ergibt. Kompaktgeräte wie die NIBE S735 sind für Wohnflächen von etwa 50 bis 260 m² ausgelegt und modulieren die Verdichterleistung zwischen 1,5 und 7,0 kW, ergänzt um eine Elektroheizpatrone mit bis zu 9 kW für Spitzenlasten und Frostschutz. Wer eine deutlich höhere Leistung benötigt, ist auf Kaskaden- oder Mehrfamilienhaus-Lösungen angewiesen: Die Pichler-Abluftwärmepumpe AWP erreicht bei 20°C Abluft und 55°C Vorlauf bereits mit einem Modul bis zu 11,4 kW und deckt in Kaskaden mit bis zu vier Einheiten einen Leistungsbereich von etwa 5,7 bis 22,8 kW ab. Die häufig zu lesende Aussage, Abluft-Wärmepumpen seien grundsätzlich auf 1,5 bis 8 kW begrenzt, gilt damit ausschließlich für Einfamilienhaus-Kompaktgeräte, nicht für das gesamte Marktangebot.
SystemtypTypischer VolumenstromHeizleistungEinsatzbereich
Einfamilienhaus-Kompaktgerät150-300 m³/h1,5-4 kW nutzbarPassivhaus/KfW40-Einfamilienhaus
NIBE S735 (Kompaktgerät)bis 360 m³/h1,5-7,0 kW Verdichter + bis 9 kW Heizpatrone50-260 m² Wohnfläche
Pichler AWP (Einzelmodul)-bis 11,4 kW bei A20/W55Größere Einfamilien-/kleine Mehrfamilienhäuser
Pichler AWP (Kaskade, bis 4 Module)-5,7-22,8 kWMehrfamilienhäuser

Welche Förderung gibt es 2026 für Abluft-Wärmepumpen?

Die BEG-Heizungsförderung im Rahmen des KfW-Programms 458 unterstützt auch 2026 den Einbau einer Abluft-Wärmepumpe mit einer Grundförderung von 30% der förderfähigen Kosten. Ergänzend sind mehrere Boni möglich: ein Klimageschwindigkeitsbonus für den Austausch alter fossiler Heizungen, ein Effizienzbonus für bestimmte technische Ausführungen sowie ein Einkommensbonus für Haushalte mit zu versteuerndem Einkommen bis 40.000 EUR. In der Summe sind maximal 70% Förderung möglich.
Seit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 wurden die förderfähigen Gesamtkosten für die Heizungsmaßnahme an der ersten Wohneinheit auf 28.000 EUR gesenkt. Bei maximaler Förderquote von 70% ergibt das einen Höchstzuschuss von 19.600 EUR; für wenige einkommensschwache Haushalte sind laut Reform-Übersicht bis zu 80% Förderquote möglich. Zuvor lag die Kostenobergrenze noch bei 30.000 EUR und der maximale Zuschuss entsprechend bei 21.000 EUR.
Der bisherige Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten für Elektro-Wärmepumpen wird ab dem ersten Quartal 2027 durch einen neuen Wertschöpfungsbonus ersetzt: Wärmepumpen mit Fertigung in der EU erhalten dann 15% Grundförderung plus 15 Prozentpunkte Wertschöpfungsbonus, sofern die EU-Herkunft entsprechend nachgewiesen wird; Geräte ohne diesen Herkunftsnachweis erhalten ab diesem Zeitpunkt lediglich die Grundförderung von 15% ohne zusätzlichen Bonus. Eine gesonderte Übergangsregelung, die den alten Effizienzbonus bis Ende 2026 unverändert fortführt, gibt es nicht – stattdessen greifen bereits seit dem 21. Juli 2026 neue Förderregeln, bevor der Effizienzbonus in der zweiten Reformstufe ab dem ersten Quartal 2027 durch den Wertschöpfungsbonus abgelöst wird. Wer eine Abluft-Wärmepumpe noch 2026 beantragt, sollte die aktuellen Konditionen deshalb vor der Antragstellung genau prüfen.
Anders als teils behauptet, verlangt die BEG-Förderung keine pauschale Mindest-Jahresarbeitszahl von 4,5 als Fördervoraussetzung; maßgeblich sind die technischen Anforderungen der EU-Ökodesign-Verordnung sowie die jeweiligen Bonuskriterien. Seit 2024 wickelt die KfW die Zuschüsse für den Heizungstausch ab, während das BAFA weiterhin für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle zuständig ist. Die Förderung ist zudem an die jeweilige Wohneinheit gebunden; insbesondere Bonus-Bestandteile wie der Klima-Geschwindigkeits-Bonus und der Einkommens-Bonus können pro Wohneinheit nur einmal innerhalb von zehn Jahren beansprucht werden. Eine ausführliche Übersicht über Antragswege und Bonus-Kombinationen bietet der Beitrag zur KfW-Förderung für Wärmepumpen.
FörderbausteinSatz bis Ende 2026Satz ab Q1 2027Voraussetzung
Grundförderung30%15% (Drittstaaten) bzw. 15%+15% Wertschöpfungsbonus (EU-Fertigung)Heizungstausch auf Wärmepumpe
Klimageschwindigkeitsbonusbis 20%voraussichtlich unverändertAustausch alter fossiler Heizung
Effizienzbonusbis 5% (Übergangsregel)entfällt, ersetzt durch Wertschöpfungsbonusbestimmte technische Ausführungen
Einkommensbonusbis 30%voraussichtlich unverändertzu verst. Einkommen bis 40.000 EUR
Maximum gesamt70% (vereinzelt 80%)70% (vereinzelt 80%)Kombination aller Boni

Was kostet eine Abluft-Wärmepumpe mit Lüftungsanlage komplett?

Die Gesamt-Investition für eine Abluft-Wärmepumpe inklusive kontrollierter Wohnraumlüftung liegt im Einfamilienhaus typischerweise zwischen 10.000 und 25.000 EUR brutto, abhängig von Gebäudegröße, Systemkomplexität und Installationsaufwand. Der Lüftungsanteil schlägt dabei erheblich zu Buche: Für eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung werden 2026 üblicherweise 50 bis 70 EUR pro Quadratmeter Wohnfläche veranschlagt, bei 120 m² also rund 7.500 EUR. Andere Marktanalysen nennen für zentrale Lüftungsanlagen mit komplettem Kanalsystem einen Kostenrahmen von 8.000 bis 20.000 EUR beziehungsweise 60 bis 90 EUR pro Quadratmeter. Nach Angaben von co2online liegen die reinen Investitionskosten für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung inklusive Einbau bei 5.000 bis 12.000 EUR.
Zu den laufenden Kosten zählen neben dem witterungsabhängigen Stromverbrauch der Wärmepumpe auch Betrieb und Wartung der Lüftungsanlage. Co2online beziffert die jährlichen Stromkosten für den Ventilatorbetrieb auf etwa 50 bis 100 EUR, hinzu kommen laut co2online rund 30 bis 80 EUR pro Jahr für den Filteraustausch sowie 150 bis 350 EUR für eine professionelle Wartung, die alle zwei bis drei Jahre anfällt. Der Gesamt-Stromverbrauch der Wärmepumpe selbst hängt vor allem von Jahresarbeitszahl und Wärmebedarf des Gebäudes ab und sollte im Einzelfall anhand einer konkreten Heizlastberechnung ermittelt werden.
KostenpositionBereich
Gesamtinvestition Abluft-WP + KWL (EFH)10.000-25.000 EUR
Zentrale KWL (Neubau, pro m²)50-70 EUR/m² (ca. 7.500 EUR bei 120 m²)
Zentrale Lüftungsanlage komplett8.000-20.000 EUR (60-90 EUR/m²)
KWL-Investition laut co2online5.000-12.000 EUR inkl. Einbau
Jährliche Stromkosten Lüftungsanlage50-100 EUR
Jährliche Wartung/Filter Lüftungsanlage180-430 EUR

Für welche Gebäude eignet sich die Abluft-Wärmepumpe?

Abluft-Wärmepumpen sind vor allem für Passivhäuser und sehr gut gedämmte Effizienzhäuser mit kontrollierter Wohnraumlüftung geeignet, weil ihre nutzbare Heizleistung häufig auf etwa 1,5 bis 4 kW begrenzt ist. Je niedriger die spezifische Heizlast und die Vorlauftemperatur, desto eher lässt sich der gesamte Wärmebedarf über die Abluft abdecken. Das Gebäudeenergiegesetz 2024 schreibt für neue Heizungsanlagen zudem vor, dass mindestens 65% der bereitgestellten Wärme aus erneuerbaren Energien, unvermeidbarer Abwärme oder Fernwärme stammen müssen – wobei es dazu diverse Übergangs- und Ausnahmeregelungen gibt; Wärmepumpen inklusive Abluft-Variante erfüllen diese Anforderung im Neubau ohnehin.

KfW55 ist ein Grenzfall, kein Ausschlusskriterium

Anders als oft dargestellt, schließen neutrale Fachquellen KfW55-Gebäude nicht kategorisch aus – entscheidend ist die tatsächliche Heizlast und die realisierbare Vorlauftemperatur, nicht allein das Förderlabel. Bei KfW55-Neubauten mit Flächenheizung und niedriger Auslegungstemperatur kann eine Abluft-Wärmepumpe funktionieren, sofern der Abluft-Volumenstrom den Wärmebedarf noch abdeckt. Bei höherer Heizlast oder Heizkörper-Betrieb mit höheren Vorlauftemperaturen sinkt die Eignung deutlich, sodass im Zweifel eine Heizlastberechnung vor der Systementscheidung stehen sollte.

Wann eine Abluft-Wärmepumpe ungeeignet ist

  • Unsanierte Altbauten mit hoher Heizlast und Heizkörper-Vorlauftemperaturen über 55°C
  • Gebäude ohne vorhandene oder geplante kontrollierte Wohnraumlüftung, bei denen die Nachrüstung unverhältnismäßig teuer wird
  • Große Wohnflächen, bei denen der hygienisch zulässige Volumenstrom nach DIN 1946-6 nicht genügend Wärme liefert
  • Bewohner mit ausgeprägter Fensterlüftungs-Präferenz, die den Abluft-Volumenstrom und damit die Wärmequelle reduzieren

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Bieten Abluft-Wärmepumpen Kühlung und Smart-Grid-Funktionen?

Viele moderne Abluft-Wärmepumpen sind reversibel ausgelegt und können im Sommer über die Fußboden- oder Flächenheizung eine passive oder aktive Kühlung bereitstellen. Bei der passiven Kühlung wird kühles Heizkreiswasser ohne Verdichterbetrieb durch die Flächenheizung geleitet, bei der aktiven Kühlung kehrt der Kältekreis über ein Umschaltventil die Prozessrichtung um. Für die genauen Leistungsdaten und Kühlkapazitäten lohnt sich immer der Blick ins aktuelle Datenblatt des jeweiligen Herstellers, da sich diese Werte je nach Modell und Baujahr deutlich unterscheiden können. Wie die Flächenkühlung technisch funktioniert und wo die Taupunkt-Grenzen liegen, erklärt der Beitrag zur Fußbodenkühlung.
Aktuelle Kompaktgeräte der Stiebel-Eltron-LWZ-Serie werben laut Hersteller ebenfalls mit passiver und aktiver Kühlfunktion über die angeschlossene Flächenheizung. Ob ein konkretes Modell wie die LWZ 5S Plus diese Funktion im gewünschten Umfang bietet, sollte anhand des aktuellen technischen Datenblatts geprüft werden, da sich Ausstattungsvarianten zwischen Baujahren unterscheiden können.
Über die SG-Ready-Schnittstelle (Smart-Grid-Ready) lassen sich Abluft-Wärmepumpen mit einer Photovoltaik-Anlage koppeln, um mittägliche Stromüberschüsse für die Warmwasserbereitung oder das Aufheizen des Pufferspeichers zu nutzen. Diese Kombination erhöht den Eigenverbrauchsanteil des selbst erzeugten Solarstroms und reduziert den Bezug teureren Netzstroms in den Abendstunden. Wie sich die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik im Detail auslegen lässt, zeigt der Beitrag Wärmepumpe mit Photovoltaik.

Welche Hersteller bieten 2026 relevante Abluft-Wärmepumpen?

Der Markt für Abluft-Wärmepumpen wird 2026 von einigen spezialisierten Kompaktgeräte-Herstellern sowie Anbietern für größere Kaskadenlösungen geprägt. Die NIBE S735 ist ein innen aufgestelltes Kompaktgerät für Passiv- und Niedrigstenergiehäuser, das Heizung, Warmwasserbereitung und kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung in einem Gerät vereint. Laut Produktdatenblatt erreicht die NIBE S735 eine Raumheizungs-Energieeffizienz von bis zu 187% bei 35°C Vorlauftemperatur, was der Effizienzklasse A+++ entspricht, und 143% bei 55°C Vorlauftemperatur, entsprechend Klasse A++. Das Gerät ist für Wohnflächen von etwa 50 bis 260 m² ausgelegt, laut Datenblatt für Abluft-Volumenströme bis 240 m³/h, und erreicht abhängig vom Modell und den Betriebsbedingungen nominale Heizleistungen von etwa 4 bis 6 kW über den Verdichter, ergänzt um eine integrierte Elektroheizpatrone. Für die Variante S735-7 nennt das Datenblatt eine Elektroheizpatrone mit bis zu 9 kW und das klimafreundliche Kältemittel R290; eine genaue Modulationsspanne der Verdichterleistung wird in den verfügbaren Unterlagen nicht ausgewiesen.
Für größere Gebäude oder Mehrfamilienhäuser bietet beispielsweise Pichler mit der Abluftwärmepumpe AWP deutlich höhere Leistungsklassen: Ein Einzelmodul erreicht laut Datenblatt eine maximale Heizleistung von rund 5,7 kW, in Kaskaden mit bis zu vier Modulen lässt sich ein Leistungsbereich von 5,7 bis 22,8 kW abdecken. Damit lassen sich auch größere Wohneinheiten oder kleine Mehrfamilienhäuser zentral über ein Abluft-System versorgen, ohne auf eine bivalente Ergänzung durch Gas oder Pellets zurückgreifen zu müssen. Daneben sind Kompaktgeräte weiterer Hersteller wie Stiebel Eltron (LWZ-Serie) oder Dimplex (LA-Serie) am Markt verfügbar; für die konkrete Auswahl empfiehlt sich stets ein Vergleich der aktuellen Datenblätter, da sich Leistungsdaten und Ausstattung zwischen Modelljahren ändern können.
MerkmalWert
GebäudetypPassiv- und Niedrigstenergiehäuser
Wohnflächeca. 50-260 m²
Abluft-Volumenstrombis 360 m³/h
Verdichterleistung (S735-7)1,5-7,0 kW modulierend
Elektroheizpatronebis 9 kW
KältemittelR290
Effizienz bei 35°C Vorlaufηs bis 187% (A+++)
Effizienz bei 55°C Vorlaufηs bis 143% (A++)

Häufige Fragen zu Abluft-Wärmepumpen

Ist eine Abluft-Wärmepumpe auch für Bestandsgebäude ohne KWL geeignet?

Grundsätzlich ja, allerdings nur mit spürbarem Zusatzaufwand: Eine zentrale Lüftungsanlage mit Kanalsystem kostet im Bestand je nach Aufwand für Wand- und Deckendurchbrüche häufig 8.000 bis 20.000 EUR. Ob sich die Nachrüstung lohnt, hängt stark davon ab, wie gut das Gebäude bereits gedämmt ist und wie niedrig die Vorlauftemperatur ausfallen kann.

Wie unterscheidet sich eine Abluft-Wärmepumpe von einer Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Die Abluft-Wärmepumpe nutzt die konstant temperierte Innenraumluft als Wärmequelle und ist damit weniger witterungsabhängig als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die der stark schwankenden Außenluft Wärme entzieht. Dafür ist ihre Heizleistung durch den begrenzten Abluft-Volumenstrom limitiert und sie erfordert zwingend eine kontrollierte Wohnraumlüftung, während Luft-Wasser-Wärmepumpen ohne diese Zusatztechnik auskommen.

Bietet die Stiebel Eltron LWZ 5S Plus eine Passivkühlung?

Kompaktgeräte der Stiebel-Eltron-LWZ-Serie werden vom Hersteller häufig mit passiver und aktiver Kühlfunktion über die angeschlossene Flächenheizung beworben. Ob und in welchem Umfang die konkrete Modellvariante LWZ 5S Plus diese Funktion unterstützt, lässt sich verlässlich nur dem aktuellen Datenblatt des Herstellers entnehmen, da sich Ausstattungsdetails zwischen Modelljahren unterscheiden können.

Wer ist für die Bewilligung der Förderung zuständig – KfW oder BAFA?

Seit 2024 bearbeitet die KfW die Zuschüsse für den Heizungstausch inklusive Abluft-Wärmepumpe im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahmen, während das BAFA weiterhin für Effizienz-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle zuständig ist.

Wie oft kann ich die Heizungsförderung für eine Wärmepumpe beantragen?

Im Rahmen des KfW-Programms 458 können der Klima-Geschwindigkeits-Bonus und der Einkommens-Bonus pro Wohneinheit nur einmal innerhalb von zehn Jahren beantragt werden; die grundsätzliche Förderung für den Heizungstausch selbst ist dagegen nicht pauschal auf eine einmalige Antragstellung pro Wohneinheit über zehn Jahre begrenzt. Wer bereits vor Kurzem einen Zuschuss für die Heizung erhalten hat, sollte daher genau prüfen, welche Bonus-Bestandteile erneut nutzbar sind.

Welche Lüftungsnorm gilt für die Auslegung der Abluftmenge?

Maßgeblich ist die DIN 1946-6, die für Wohngebäude eine Nennlüftung mit durchschnittlich rund 0,5 Luftwechseln pro Stunde vorsieht und bei Neubauten sowie energetisch relevanten Sanierungen ein Lüftungskonzept verlangt. Der zulässige Abluft-Volumenstrom nach dieser Norm bestimmt direkt, wie viel Heizleistung sich aus der Abluft gewinnen lässt.

Für wen lohnt sich eine Abluft-Wärmepumpe?

Die Abluft-Wärmepumpe ist keine Universallösung, sondern eine spezialisierte Technik für gut gedämmte Gebäude mit ohnehin niedriger Heizlast. Wer sich für diese Bauart entscheidet, sollte Gebäudehülle, Vorlauftemperatur und Lüftungskonzept von Anfang an gemeinsam planen.

Neubau nach Passivhaus- oder KfW40-Standard

Hier passt die Technik am besten: Die geringe Heizlast lässt sich mit dem begrenzten Abluft-Volumenstrom decken, die ohnehin geplante kontrollierte Wohnraumlüftung macht die Zusatzinvestition planbar, und die BEG-Förderung mit 30% Grundförderung plus möglichen Boni reduziert den Eigenanteil deutlich.

KfW55-Neubau: im Einzelfall prüfen

Bei KfW55-Gebäuden mit Flächenheizung und niedriger Auslegungstemperatur kann sich eine Abluft-Wärmepumpe rechnen, sollte aber anhand einer konkreten Heizlastberechnung bestätigt werden, bevor die Kaufentscheidung fällt.

Bestandsgebäude ohne KWL

Ohne vorhandene Lüftungsinfrastruktur steigen Investitionskosten und Aufwand erheblich, da eine zentrale Anlage nachträglich häufig 8.000 bis 20.000 EUR kostet. In diesem Fall lohnt sich meist ein Vergleich mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, die ohne KWL-Zwang auskommt.

Mehrfamilienhäuser mit zentraler Abluftführung

Für größere Gebäude sind Kaskadenlösungen wie die Pichler AWP mit bis zu 22,8 kW aus vier Modulen eine Option, um den zentralen Abluftstrom aller Wohneinheiten als gemeinsame Wärmequelle zu nutzen.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen