Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Der Heizstab ist die elektrische Zusatz- und Notheizung der Wärmepumpe mit einem COP von 1,0 – er wandelt eine Kilowattstunde Strom in genau eine Kilowattstunde Wärme, statt drei bis vier wie der Verdichter.
- Anteil: Bei korrekter Auslegung deckt der Heizstab laut Fraunhofer ISE nur 1,3 % des Stromeinsatzes einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
- Einschaltpunkt: Der Heizstab springt am Bivalenzpunkt an – monoenergetisch typisch zwischen −5 °C und −9 °C Außentemperatur, zusätzlich bei Notbetrieb und Legionellenschutz.
- Wärmekosten: Heizstabwärme kostet rund 0,37 €/kWh gegenüber etwa 0,11 €/kWh aus dem Verdichter – Faktor 3,4 teurer.
- Stromverbrauch: Korrekt eingestellt 50–150 kWh pro Jahr (19–56 €), bei Dauerbetrieb durch Fehleinstellung 1.400–2.300 kWh pro Jahr.
- Förderung 2026: Die Wärmepumpe erhält über die BEG/KfW 458 bis zu 70 % Zuschuss (max. 21.000 €); der Heizstab selbst ist nicht förderfähig.
- Lohnt sich für: Hausbesitzer mit monoenergetischer Auslegung, die ein günstiges Backup für wenige kalte Tage und den Legionellenschutz wollen.
Was ist der Heizstab einer Wärmepumpe und wie funktioniert er?
Der Heizstab ist die elektrische Zusatz- und Notheizung einer Wärmepumpe und arbeitet als ohmsche Widerstandsheizung mit einem Wirkungsgrad nahe 100 %. Er wandelt Strom direkt in Wärme – nach demselben Prinzip wie ein Tauchsieder – und unterstützt den Verdichter an Tagen mit hoher Heizlast.
Technisch folgt der Heizstab dem Jouleschen Gesetz. Ein elektrischer Leiter aus Edelstahl oder Incoloy erwärmt sich bei Stromdurchfluss und gibt die Wärme direkt an das Heizungs- oder Trinkwasser ab. Daraus ergibt sich der entscheidende Nachteil: ein COP von 1,0, während die Wärmepumpe selbst je nach Bedingungen einen COP von 3 bis 5 erreicht.
P = I² · R
- P – elektrische Leistung in Watt (W)
- I – Stromstärke in Ampere (A)
- R – ohmscher Widerstand in Ohm (Ω)
Im Display vieler Geräte erscheint ein Heizstab-Symbol (auch Elektro- oder Zusatzheizer-Symbol), sobald die elektrische Zusatzheizung aktiv ist. Gelegentliches Leuchten an sehr kalten Tagen oder im Warmwasser-Schnellmodus ist normal; dauerhaftes Leuchten im Heizbetrieb zeigt Optimierungsbedarf. Die Begriffe E-Heizstab, Heizpatrone, Einschraubheizkörper und elektrische Zusatzheizung bezeichnen dasselbe Bauteil.
Der Heizstab unterscheidet sich klar vom Verdichter der Wärmepumpe: Der Verdichter nutzt kostenlose Umweltwärme und liefert ein Vielfaches der eingesetzten Energie, der Heizstab nicht. Eine Anlage mit zuschaltbarem Heizstab heißt deshalb monoenergetisch – beide Wärmeerzeuger nutzen Strom als einzige Energiequelle.
Vergleich von Heizstab und Wärmepumpen-Verdichter nach Effizienz und Wärmekosten.
Kennzahl | Elektrischer Heizstab | Wärmepumpen-Verdichter |
|---|
Wirkungsgrad / COP | 1,0 | 3,0 – 5,0 |
Strom je 10 kWh Wärme | 10,0 kWh | 2,0 – 3,3 kWh |
Wärmekosten (0,37 €/kWh) | 3,70 € je 10 kWh | 0,74 – 1,22 € je 10 kWh |
Energiequelle | nur Strom | Strom + Umweltwärme |
Welche Bauarten und Leistungen hat der Heizstab – und braucht er einen eigenen Stromzähler?
Der Heizstab existiert in zwei Grundbauformen: integriert im Innengerät der Wärmepumpe (typisch 3–9 kW) oder extern als Einschraub- oder Flanschheizkörper im Puffer- oder Warmwasserspeicher (2–12 kW). Bis 3 kW genügt ein 230-V-Anschluss, ab 4,5 kW ist ein 400-V-Drehstromanschluss nötig.
Der integrierte Heizstab sitzt werkseitig im Hydraulik- oder Innenmodul und ist meist dreistufig schaltbar. Viessmann verbaut den Heizwasser-Durchlauferhitzer beispielsweise mit den Stufen 3 kW, 6 kW und 9 kW (dreiphasig 3 × 16 A). Der externe Einschraubheizstab wird über ein Gewinde G 1½″ in den Speicher geschraubt und ist in Stufen von 2 bis 12 kW erhältlich; der Flanschheizstab mit Ø 180 oder 240 mm reicht bis 18 kW und eignet sich für die stufenlose PV-Ansteuerung.
Bauarten des Heizstabs mit Einbauort, Leistungsbereich und Stromanschluss.
Bauart | Einbauort | Leistung | Anschluss |
|---|
Integrierter Heizstab | Innen-/Hydraulikmodul | 3 – 9 kW | 230 V / 400 V |
Einschraubheizstab | Puffer-/Warmwasserspeicher (G 1½″) | 2 – 12 kW | 230 V bis 3 kW, sonst 400 V |
Flanschheizstab | Speicher (Ø 180/240 mm) | bis 18 kW | 400 V |
Die Dimensionierung richtet sich nach der Heizlast: Im Referenzfall – Einfamilienhaus mit 140 m², rund 12.000 kWh Heizwärmebedarf und 9-kW-Wärmepumpe – ergänzt ein 6-kW-Heizstab die Anlage für die wenigen Tage unter dem Bivalenzpunkt. Der Heizstabanteil liegt dabei unter 3 % des Jahreswärmebedarfs; liegt er darüber, ist die Wärmepumpe zu klein ausgelegt.
Einen eigenen Stromzähler verlangt der Heizstab nicht generell. Seit 2025 ist für neue Wärmepumpen ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) Pflicht, das der Messstellenbetreiber kostenlos einbaut. Ein separater Zähler lohnt sich nur für den günstigen Wärmepumpen-Sondertarif nach § 14a EnWG (Modul 2), der den Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 % reduziert.
Ab wann schaltet der Heizstab ein?
Der Heizstab schaltet ein, sobald die Außentemperatur den
Bivalenzpunkt unterschreitet – bei monoenergetischer Auslegung typisch zwischen
−5 °C und −9 °C. Zusätzlich aktiviert ihn die Regelung im Notbetrieb, beim Frostschutz, beim Abtauen und für die
thermische Desinfektion des Warmwassers.
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe die Heizlast nicht mehr allein deckt. Er hängt stark vom Gebäudestandard ab: Ein gut gedämmter Neubau erreicht ihn erst bei tiefen Temperaturen, ein unsanierter Altbau schon nahe dem Gefrierpunkt. Die Werkseinstellung vieler Regler liegt bei −5 bis −7 °C.
Typischer Bivalenzpunkt für den Heizstab-Einsatz nach Gebäudetyp.
Gebäudetyp | Optimaler Bivalenzpunkt |
|---|
Neubau (KfW-55-nah) | −7 bis −10 °C |
Sanierter Altbau | −3 bis −5 °C |
Unsanierter Altbau | +1 bis +3 °C |
Neben der Spitzenlast aktiviert die Regelung den Heizstab in vier weiteren Fällen. Im Notbetrieb übernimmt er bei einem Verdichter- oder Kältekreisdefekt die komplette Beheizung. Beim Abtaubetrieb – eine Luft-Wärmepumpe taut 2 bis 8 Mal täglich ab – schaltet er zu, wenn der Rücklauf unter 23 °C fällt; ein Pufferspeicher von 200 bis 300 Litern senkt diesen Einsatz deutlich. Beim Legionellenschutz hebt er das Warmwasser auf über 60 °C, und beim Frostschutz sichert er die Anlage gegen Einfrieren.
Für den Legionellenschutz gilt das DVGW-Arbeitsblatt W551: Trinkwasserspeicher erreichen eine Austrittstemperatur über 60 °C, die thermische Desinfektion erfordert 70 °C. Da Standard-Wärmepumpen oft nur 50 bis 55 °C liefern, übernimmt der Heizstab diese Spitze. In einem Ein- oder Zweifamilienhaus mit einem Speicher bis 400 Litern gilt die Anlage als Kleinanlage mit gelockerten Pflichten.
Wie viel Strom verbraucht der Heizstab und was kostet er 2026?
Ein korrekt eingestellter Heizstab verbraucht 50 bis 150 kWh pro Jahr und verursacht damit rund 19 bis 56 € Stromkosten beim Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh (BDEW, April 2026). Bei falscher Konfiguration steigt der Verbrauch auf 1.400 bis 2.300 kWh und damit auf mehrere hundert Euro jährlich.
Die Wärmekosten ergeben sich aus dem Strompreis geteilt durch die Arbeitszahl.
kWärme = Strompreis ÷ Arbeitszahl
- kWärme – Wärmegestehungskosten in €/kWh
- Strompreis – Arbeitspreis in €/kWh
- Arbeitszahl – COP des Erzeugers (Heizstab 1,0; Wärmepumpe Ø 3,4)
Beispiel: Referenz-Einfamilienhaus, 12.000 kWh Wärmebedarf
Gegeben: Haushaltsstrompreis 0,37 €/kWh, Heizstab COP 1,0, Wärmepumpe JAZ 3,4.
Berechnung: Heizstab 0,37 €/kWh ÷ 1,0 = 0,37 €/kWh Wärme; Wärmepumpe 0,37 €/kWh ÷ 3,4 = 0,11 €/kWh Wärme.
Ergebnis: Heizstabwärme ist mit 0,37 €/kWh rund 3,4-mal so teuer wie Wärme aus dem Verdichter (0,11 €/kWh).
Mit einem Wärmepumpen-Sondertarif sinkt der Arbeitspreis deutlich: Über die 1-Zähler-Lösung mit Modul 1 liegt der Wärmepumpenstrom 2026 bei rund 26 bis 27 ct/kWh (TGA-Barometer), über die 2-Zähler-Lösung mit Modul 2 bei rund 19 ct/kWh. Der Heizstab profitiert von diesem Tarif mit, weil er am selben Stromkreis hängt.
Jährliche Stromkosten des Heizstabs nach Betriebszustand inklusive Hochrechnung über 20 Jahre (Haushaltsstrom 0,37 €/kWh).
Betriebszustand | Stromverbrauch/Jahr | Kosten/Jahr | Summe über 20 Jahre |
|---|
Korrekt eingestellt | 50 – 150 kWh | 19 – 56 € | 370 – 1.110 € |
Legionellenschutz (300-L-Speicher) | 100 – 300 kWh | 37 – 111 € | 740 – 2.220 € |
Fehleinstellung / Dauerbetrieb | 1.400 – 2.300 kWh | 518 – 851 € | 10.360 – 17.020 € |
Die Anschaffung eines nachrüstbaren Heizstabs ist günstig: Das Gerät kostet 100 bis 250 €, die Montage rund 100 €, zusammen also 200 bis 350 €. Ein komplettes PV-Heizstab-Set mit Überschusssteuerung liegt bei 500 bis 1.000 €.
Wie stelle ich den Heizstab ein, sperre ihn und sichere ihn ab?
Der Heizstab wird über die Wärmepumpenregelung unter „Zusatzheizung", „Zuheizer" oder „elektrische Nachheizung" eingestellt – entweder durch Anpassen des Bivalenzpunkts oder durch komplettes Sperren. Elektrisch braucht er einen eigenen Stromkreis mit Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutzschalter.
Zum Begrenzen senkt man die Freigabe-Außentemperatur im Regler, etwa von −5 °C auf −8 bis −12 °C, sodass der Heizstab nur noch an den kältesten Tagen anspringt. Zum vollständigen Ausschalten setzt man die Zusatzheizung auf „Aus" oder verschiebt den Bivalenzpunkt auf einen sehr tiefen Wert. Beides erfolgt auf der Fachhandwerkerebene.
Das vollständige Sperren birgt zwei Risiken nach dem Schema Symptom → Folge → Prävention:
Risiko 1: Frostschäden
Symptom → Folge → Prävention
- Symptom: Der Heizstab ist deaktiviert, die Wärmepumpe erreicht bei Extremkälte die Soll-Vorlauftemperatur nicht.
- Folge: Rohre und Komponenten frieren ein; bei Stromausfall unter −5 °C ist die Außeneinheit binnen 6 Stunden zu entleeren.
- Prävention: Statt Vollsperre den Bivalenzpunkt nur absenken und den Frostschutz aktiv lassen.
Risiko 2: Legionellen
Symptom → Folge → Prävention
- Symptom: Ohne Heizstab erreicht das Warmwasser keine 60 °C.
- Folge: Die wöchentliche thermische Desinfektion nach DVGW W551 entfällt, Legionellen vermehren sich im Warmwasser.
- Prävention: Das Legionellenprogramm aktiv lassen und nur den Heizbetrieb des Heizstabs begrenzen.
Die elektrische Absicherung richtet sich nach Leistung und Phasenzahl. Ein Drehstrom-Heizstab erhält einen eigenen Leitungsschutzschalter Typ B oder C mit 16 bis 40 A, ein 9-kW-Heizstab über 6 m Leitung etwa 3 × 2,5 mm² Querschnitt. Nach DIN VDE 0100 ist ein Fehlerstromschutzschalter Typ B oder F vorgeschrieben, da er auch glatte Gleichfehlerströme der Invertertechnik erkennt. Betriebsmittel ab 2 kW Anschlussleistung benötigen einen separaten Stromkreis.
Elektrische Absicherung des Heizstabs nach Leistung und Phasenzahl.
Leistung | Anschluss | Leitungsschutzschalter |
|---|
3 kW | 230 V einphasig | B16 |
6 kW | 400 V Drehstrom | 3 × B16 |
9 kW | 400 V Drehstrom | 3 × B16 – C20 |
Wann ist ein defekter oder dauerlaufender Heizstab schuld an hohen Stromrechnungen?
Ein dauerlaufender Heizstab ist die häufigste Ursache überraschend hoher Stromrechnungen bei Wärmepumpen, weil er mit COP 1,0 statt 3 bis 4 heizt. Hohe Heizstab-Laufzeiten im Reglermenü, ein dauerhaft aktives Symbol und ein Verbrauchssprung sind die typischen Warnzeichen.
Die häufigsten Ursachen für ungewollten Dauerbetrieb sind nach dem Schema Symptom → Folge → Prävention:
Fehler 1: Falsche Reglereinstellung
Symptom → Folge → Prävention
- Symptom: Der Bivalenzpunkt oder ein Speicher-Offset ist zu hoch eingestellt, die Regelung fordert eine Vorlauftemperatur jenseits des Verdichterkennfelds.
- Folge: Der Heizstab springt dauerhaft an; jedes Grad zu hohe Vorlauftemperatur erhöht den Stromverbrauch um rund 2 bis 3 %.
- Prävention: Bivalenzpunkt auf −5 bis −10 °C und Speicher-Offset auf rund 8 K korrigieren.
Fehler 2: Fehlender hydraulischer Abgleich
Symptom → Folge → Prävention
- Symptom: Die Heizflächen werden ungleich versorgt, die Regelung hebt die Vorlauftemperatur an.
- Folge: Der Heizstab schaltet früher zu; ein Abgleich spart 10 bis 20 % Stromkosten.
- Prävention: Hydraulischen Abgleich durch den Fachbetrieb durchführen lassen.
Fehler 3: Defekter Heizstab oder Sensor
Symptom → Folge → Prävention
- Symptom: Verkalkung, eine durchgebrannte Heizpatrone oder ein defekter Temperaturfühler; an der Heizstaboberfläche fällt bei 80 bis 100 °C Kalk aus.
- Folge: Reduzierte Leistung, Fehlercodes oder ein erzwungener Notbetrieb mit COP 1,0.
- Prävention: Widerstand mit dem Multimeter messen – 20 bis 60 Ω sind normal, OL bedeutet durchgebrannt; Warmwasser-Solltemperatur auf 45 °C senken, um Verkalkung zu mindern.
Zur Diagnose liest man die kumulierten Betriebsstunden des Heizstabs im Wärmepumpenmenü ab. Hohe Laufzeiten bei milden Außentemperaturen belegen eine Fehleinstellung, nicht zwingend einen Defekt.
Lohnt sich der Heizstab mit PV-Überschuss?
Der Betrieb des Heizstabs mit PV-Überschuss lohnt sich nur eingeschränkt, weil der Heizstab mit COP 1,0 aus einer Kilowattstunde Solarstrom eine Kilowattstunde Wärme macht, während die Wärmepumpe daraus drei bis vier Kilowattstunden gewinnt. Wirtschaftlich ist er, wenn der Überschuss sonst nur eingespeist würde.
Maßstab ist die Einspeisevergütung: Nach der EEG-Degression der Bundesnetzagentur erhält eine Anlage bis 10 kWp ab Februar 2026 nur noch 7,78 ct/kWh für Überschusseinspeisung. Jede selbst über den Heizstab genutzte Kilowattstunde spart dagegen den Bezugspreis von 37 ct/kWh – die Differenz von rund 29 ct/kWh ist der Vorteil des Eigenverbrauchs.
Beispiel: Referenzhaus mit 10-kWp-PV-Anlage
Gegeben: 1.500 kWh Überschuss pro Jahr in den Heizstab, Bezugspreis 0,37 €/kWh, Einspeisevergütung 0,0778 €/kWh.
Berechnung: Ersparnis 1.500 kWh × 0,37 €/kWh = 555 €; entgangene Einspeisung 1.500 kWh × 0,0778 €/kWh = 117 €; Netto-Vorteil 555 € − 117 € = 438 €.
Ergebnis: Der PV-Heizstab bringt rund 438 € Netto-Vorteil pro Jahr – sofern die Wärmepumpe den Strom nicht ohnehin effizienter nutzen könnte.
Die Ansteuerung erfolgt über die SG-Ready-Schnittstelle oder einen Leistungssteller. Eine einfache Relaisschaltung nutzt 60 bis 70 % des Überschusses, ein stufenloser Leistungssteller wie der Fronius Ohmpilot (0 bis 9 kW per Pulsweitenmodulation) erreicht 90 bis 95 %. Seit dem Solarspitzengesetz entfällt die Einspeisevergütung bei negativen Börsenstrompreisen – dann ist der Eigenverbrauch über den Heizstab wirtschaftlich zwingend.
Wichtig bleibt die Priorität: Solange die Wärmepumpe selbst mit PV-Überschuss läuft, ist sie dem Heizstab vorzuziehen. Der Heizstab nutzt den Überschuss sinnvoll erst, wenn der
Speicher der Wärmepumpe voll ist oder die Wärmepumpe keine SG-Ready-Anbindung hat.
Wie setzen Vaillant, Viessmann und Stiebel Eltron den Heizstab um?
Vaillant, Viessmann und Stiebel Eltron integrieren den Heizstab als elektrische Zusatzheizung mit 5,4 bis 9 kW und steuern ihn jeweils über den eigenen Regler. Die Leistung, die Bezeichnung und der Einstellpfad unterscheiden sich je Hersteller.
Bei Vaillant liefert die aroTHERM-Reihe eine Zusatzheizung mit 5,4 kW (230 V) oder 8,5 kW (400 V) und erreicht mit ihr eine maximale Vorlauftemperatur von 75 °C. Gesperrt wird sie im Regler sensoCOMFORT über die Fachhandwerkerebene unter „Anlagenkonfiguration → Zusatzheizgerät". Bei Viessmann heißt das Bauteil Heizwasser-Durchlauferhitzer, ist dreistufig mit 3/6/9 kW ausgeführt und wird über die Codieradressen 7900 (Freigabe), 7907 (maximale Stufe) und 790B (Bivalenztemperatur) parametriert. Bei Stiebel Eltron steuert der Wärmepumpen-Manager WPM die Notheizung; das Hydraulikmodul HM Trend enthält eine 8,8-kW-Zusatzheizung, deren Bivalenztemperatur sich im Menü „Zusatzheizung" setzen lässt.
Umsetzung der elektrischen Zusatzheizung bei drei führenden Wärmepumpen-Herstellern.
Hersteller | Bezeichnung | Leistung | Regler / Einstellpfad |
|---|
Vaillant | Elektro-Zusatzheizung (aroTHERM) | 5,4 kW (230 V) / 8,5 kW (400 V) | sensoCOMFORT → Zusatzheizgerät |
Viessmann | Heizwasser-Durchlauferhitzer (Vitocal) | 3 / 6 / 9 kW | Codieradressen 7900 / 7907 / 790B |
Stiebel Eltron | Notheizung / Zusatzheizung (WPL) | 8,8 kW (Hydraulikmodul) | WPM → Zusatzheizung |
Allen Herstellern gemeinsam ist die Trennung von Heizbetrieb und Notbetrieb: Im Notbetrieb übernimmt die Zusatzheizung unabhängig vom Bivalenzpunkt die volle Beheizung, während sie im Normalbetrieb nur unterhalb der eingestellten Bivalenztemperatur zuschaltet.
Welche rechtlichen Pflichten und Förderungen gelten 2026?
2026 gilt für den Heizstab ein Rahmen aus drei Regelwerken: das Gebäudeenergiegesetz (GEG) mit der 65-%-Pflicht für erneuerbare Energien, das DVGW-Arbeitsblatt W551 für den Legionellenschutz und die BEG-Förderung über die KfW 458. Die Wärmepumpe ist förderfähig, der Heizstab selbst nicht.
Nach § 71 GEG muss eine neue Heizung mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen; eine elektrische Wärmepumpe erfüllt das nach § 71c automatisch. Ein externer Heizstab im Pufferspeicher zählt laut ZVSHK jedoch als Stromdirektheizung nach § 71d und nicht als Wärmepumpenkomponente. Nach § 71h muss die Wärmepumpe im bivalenten Betrieb mindestens 30 % (parallel) bzw. 40 % (alternativ) der Spitzenlast decken.
Die BEG-Förderung 2026 über die KfW 458 kombiniert mehrere Boni. Im Referenzfall mit 30.000 € förderfähigen Kosten ergibt der Maximalsatz den höchsten Zuschuss.
Förderbausteine der BEG/KfW 458 für Wärmepumpen 2026 und resultierender Maximalzuschuss.
Förderbaustein | Satz | Bedingung |
|---|
Grundförderung | 30 % | für jede förderfähige Wärmepumpe |
Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | Austausch alter fossiler Heizung, bis Ende 2028 |
Einkommensbonus | 30 % | Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr |
Effizienzbonus | 5 % | natürliches Kältemittel oder Erd-/Wasser-/Abwasserquelle |
Maximaler Gesamtsatz | 70 % | max. 30.000 € Kosten = max. 21.000 € Zuschuss |
Voraussetzung ist eine Mindest-Jahresarbeitszahl nach VDI 4650: 3,0 für Luft-Wasser-Wärmepumpen und 3,8 für Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Häufiger Heizstabeinsatz senkt die berechnete JAZ und gefährdet damit die Förderfähigkeit. Seit dem 1. Januar 2026 müssen die Außengeräte von Luft-Wärmepumpen zudem 10 Dezibel unter dem EU-Ökodesign-Grenzwert liegen.
Was sagen unabhängige Studien zum Heizstab-Anteil?
Unabhängige Feldstudien des Fraunhofer ISE belegen, dass der Heizstab bei korrekt ausgelegten Anlagen nur einen sehr kleinen Anteil der Energie liefert. In der Studie „WP-QS im Bestand" deckt er bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel 1,3 % des Stromeinsatzes, bei Sole-Wasser-Geräten nahezu 0 %.
Die mehrjährige Untersuchung von 77 Anlagen (61 Luft-Wasser, 16 Sole-Wasser) ermittelte für Luft-Wasser-Wärmepumpen eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9), für Sole-Wasser-Geräte 4,3. Eine ältere Feldmessung bezifferte den Heizstabanteil an der Jahresheizarbeit auf 1,9 %. Beide Werte zeigen: Der Heizstab ist bei sauberer Auslegung kein relevanter Stromfresser.
Entscheidend ist die Auslegung. Das Fraunhofer ISE führt einzelne Ausreißer mit hohem Heizstabeinsatz ausdrücklich auf Gerätestörungen oder Parametrierungsfehler zurück – nicht auf das Konzept des Heizstabs. An den kältesten Tagen senkt the Heizstab die Jahres-JAZ rechnerisch nur um 0,2 bis 0,4 Punkte.
Heizstab-Anteil und Jahresarbeitszahl nach Wärmepumpentyp laut Fraunhofer-ISE-Feldstudie 2025.
Wärmepumpentyp | Heizstab-Anteil am Stromeinsatz | Mittlere JAZ |
|---|
Luft-Wasser-Wärmepumpe | 1,3 % | 3,4 (2,6 – 4,9) |
Sole-Wasser-Wärmepumpe | nahe 0 % | 4,3 (3,6 – 5,4) |
Wie entwickeln sich Strompreise, Förderung und Recht für den Heizstab?
Strompreise, Einspeisevergütung und Förderbedingungen verschieben 2026 die Wirtschaftlichkeit des Heizstabs. Der Haushaltsstrompreis ist gegenüber 2025 leicht gesunken, die Einspeisevergütung fällt weiter, und die Förderung bleibt hoch – das stärkt den Eigenverbrauch über den Heizstab.
Der Haushaltsstrompreis liegt 2026 laut BDEW bei 37,0 ct/kWh nach 39,3 ct/kWh im Vorjahr. Der Wärmepumpenstrom bleibt mit 19 bis 27 ct/kWh deutlich günstiger und macht den Heizstab im Sondertarif erträglicher. Die Einspeisevergütung sinkt zum 1. August 2026 um weitere 1 % und macht jede selbst genutzte Kilowattstunde wertvoller.
Preis- und Förderkennzahlen 2026 mit Bedeutung für den Heizstab-Betrieb.
Kennzahl 2026 | Wert | Bedeutung für den Heizstab |
|---|
Haushaltsstrom | 37,0 ct/kWh | Basispreis für Heizstabbetrieb |
Wärmepumpenstrom (Modul 2) | ~19 ct/kWh | senkt die Heizstabkosten im Sondertarif |
Einspeisevergütung (≤10 kWp) | 7,78 ct/kWh | macht PV-Eigenverbrauch attraktiver |
BEG-Maximalförderung | 70 % / max. 21.000 € | fördert die Wärmepumpe, nicht den Heizstab |
Rechtlich steht eine Reform an: Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) liegt 2026 als Gesetzentwurf vor und soll das GEG ablösen sowie die starre 65-%-Vorgabe streichen. Bis zum Inkrafttreten gilt das GEG 2024 unverändert weiter. Für den Heizstab ändert sich dadurch wenig – er bleibt das günstige Backup, dessen Betrieb durch sinkende Einspeisevergütung und PV-Steuerung zunehmend über den Eigenverbrauch optimiert wird.
Häufige Fragen zum Heizstab der Wärmepumpe
Verbraucht der Heizstab viel Strom?
Bei korrekter Einstellung verbraucht der Heizstab nur 50 bis 150 kWh pro Jahr, das entspricht 19 bis 56 € bei 37 ct/kWh. Nur bei Fehleinstellung oder Defekt steigt der Verbrauch auf über 1.400 kWh jährlich.
Kann ich den Heizstab der Wärmepumpe abschalten?
Ja, der Heizstab lässt sich im Regler unter „Zusatzheizung" sperren. Eine Vollsperre gefährdet jedoch Frost- und Legionellenschutz; besser ist es, nur den Bivalenzpunkt auf −8 bis −12 °C abzusenken.
Ab welcher Temperatur schaltet der Heizstab ein?
Der Heizstab schaltet am Bivalenzpunkt ein, monoenergetisch typisch zwischen −5 °C und −9 °C. Die Werkseinstellung liegt meist bei −5 bis −7 °C, zusätzlich aktiviert er sich bei Notbetrieb und Legionellenschutz.
Welche Sicherung braucht der Heizstab?
Ein Drehstrom-Heizstab erhält einen eigenen Leitungsschutzschalter Typ B oder C mit 16 bis 40 A sowie einen Fehlerstromschutzschalter Typ B oder F nach DIN VDE 0100. Betriebsmittel ab 2 kW brauchen einen separaten Stromkreis.
Ist der Heizstab BEG-förderfähig?
Der Heizstab selbst ist nicht förderfähig. Gefördert wird die Wärmepumpe über die BEG/KfW 458 mit bis zu 70 % (maximal 21.000 €); bei bivalenten Systemen zählen nur die anteiligen Wärmepumpenkosten.
Lohnt sich der Heizstab mit Photovoltaik?
Mit PV-Überschuss spart der Heizstab gegenüber der Einspeisung rund 29 ct/kWh, ist aber weniger effizient als die Wärmepumpe. Sinnvoll ist er, wenn der Überschuss sonst nur eingespeist würde oder die Wärmepumpe keine PV-Anbindung hat.
Für wen lohnt sich ein Heizstab in der Wärmepumpe?
Ein Heizstab lohnt sich für die meisten Hausbesitzer mit monoenergetischer Auslegung, weil er ein günstiges Backup für wenige kalte Tage, den Notbetrieb und den Legionellenschutz liefert. Bei korrekter Einstellung kostet er unter 56 € pro Jahr; nur bei Fehlbetrieb wird er teuer.
Neubau mit gut gedämmter Gebäudehülle
Für den Neubau mit Bivalenzpunkt um −7 bis −10 °C ist der Heizstab sinnvoll: Er erlaubt eine kleinere, günstigere Wärmepumpe und liefert laut Fraunhofer ISE nur 1,3 % des Stroms. Empfehlung: Heizstab behalten, Bivalenzpunkt tief einstellen.
Sanierter Altbau mit Wärmepumpe
Im sanierten Altbau mit 12.000 kWh Wärmebedarf deckt der Heizstab die Spitzenlast unter −3 bis −5 °C. Empfehlung: monoenergetische Auslegung mit 6-kW-Heizstab, hydraulischer Abgleich gegen Dauerbetrieb.
Unsanierter Altbau mit hoher Vorlauftemperatur
Im unsanierten Altbau mit Bivalenzpunkt nahe 0 °C läuft der Heizstab zu oft und treibt die Kosten auf mehrere hundert Euro. Empfehlung: zuerst Heizflächen und Dämmung verbessern, sonst ist die Wärmepumpe unterdimensioniert.
Haushalt mit Photovoltaik
Für den PV-Haushalt mit Überschuss lohnt der Heizstab mit stufenloser Steuerung als Eigenverbrauchspuffer und spart rund 438 € pro Jahr gegenüber der Einspeisung. Empfehlung: Leistungssteller wie den Fronius Ohmpilot nutzen, Wärmepumpe aber vorrangig ansteuern.