Das Wichtigste in Kürze
- Anteil 2025: Solarenergie deckte 16,8 % der deutschen Nettostromerzeugung statt 14,5 % im Vorjahr und überholte damit erstmals die Braunkohle.
- Installierte Leistung: Ende 2025 waren 117 Gigawatt Photovoltaik über rund 5,7 Millionen Anlagen installiert, bis Mitte 2026 über 122 GW.
- Erzeugung: Deutsche PV-Anlagen erzeugten 91,6 TWh Solarstrom, ein Plus von 21 % gegenüber 2024.
- Ziel 2030: Das EEG schreibt 215 GW bis 2030 fest — dafür sind rund 19,6 GW Zubau pro Jahr nötig statt der 16,4 GW von 2025.
- Förderung 2026: Die Einspeisevergütung beträgt seit Februar 2026 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung bis 10 kWp, garantiert für 20 Jahre.
- Regionale Spitze: Bayern führt mit 32,68 GW absolut, Brandenburg mit 3.657 kWp je 1.000 Einwohner pro Kopf.
- Wirtschaftlichkeit: Eine 10-kWp-Anlage kostet 2026 rund 12.000 Euro und amortisiert sich in 8 bis 14 Jahren.
Was ist Solarenergie und welche Rolle spielt sie in Deutschland?
Solarenergie ist die Nutzung der Sonneneinstrahlung zur Erzeugung von Strom oder Wärme und bildet 2025 die zweitwichtigste Stromquelle Deutschlands. Die Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um, die Solarthermie erzeugt dagegen Wärme. Dieser Artikel behandelt die Photovoltaik als Stromquelle.
Das
Funktionsprinzip beruht auf dem Photoeffekt: Trifft Sonnenlicht auf eine Solarzelle aus Silizium, lösen die Photonen Elektronen aus dem Halbleiter und erzeugen Gleichstrom. Etwa 95 Prozent aller Solarzellen arbeiten mit dem Halbleiter Silizium. Ein
Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom. Der erzeugte Strom wird entweder selbst verbraucht oder ins öffentliche Netz eingespeist.
Solarenergie umfasst mehrere Anlagentypen mit unterschiedlicher Größe. Die Aufdachanlage auf Wohngebäuden liegt typisch bei 5 bis 30 kWp, die Freiflächenanlage erreicht mehrere hundert Megawatt, und das Balkonkraftwerk bleibt auf 800 Voltampere Wechselrichterleistung begrenzt. Neuere Sonderformen sind die Agri-Photovoltaik über Ackerflächen und die Floating-PV auf Wasserflächen.
Eine zentrale Kennzahl ist das Kilowattpeak (kWp), die Nennleistung unter Standard-Testbedingungen bei 1.000 W/m² Einstrahlung. In Deutschland liefert ein kWp pro Jahr rund 950 Kilowattstunden Strom. Solarenergie unterscheidet sich damit von der Solarthermie, die keine kWp, sondern Quadratmeter Kollektorfläche und Wärmemengen kennt.
Wie hoch ist der Anteil der Solarenergie am Strommix 2025/2026?
Solarenergie deckte 2025 rund 16,8 Prozent der in Deutschland produzierten Nettostromerzeugung und löste damit die Braunkohle als zweitwichtigsten Energieträger ab. Das berichtet die Bundesnetzagentur in ihren Strommarktdaten 2025. Hinter der Windkraft ist die Photovoltaik damit die Nummer zwei im deutschen Strommix.
Der Anteil hängt davon ab, welche Messgröße zugrunde liegt. Drei gebräuchliche Methoden unterscheiden sich durch ihre Systemgrenze und werden in Statistiken oft verwechselt.
Die drei Messmethoden für die Solarstromerzeugung 2025 unterscheiden sich durch ihre Systemgrenze.
Messgröße | Quelle | Wert 2025 | Systemgrenze |
|---|
Netzeinspeisung | Bundesnetzagentur | 74,1 TWh | nur ins öffentliche Netz |
Gesamterzeugung | Umweltbundesamt | 91,6 TWh | inkl. Eigenverbrauch |
Fachverbands-Erhebung | Fraunhofer ISE | ca. 87 TWh | Netz plus 16,9 TWh Eigenverbrauch |
Anteil = Solarstromerzeugung ÷ Gesamtstromerzeugung × 100 %
- Solarstromerzeugung: erzeugte Strommenge der Photovoltaik in TWh
- Gesamtstromerzeugung: gesamte Nettostromerzeugung in TWh
Beispiel: Anteil 2025 nach Bundesnetzagentur
Gegeben: 74,1 TWh Solar-Netzeinspeisung, 437,6 TWh Nettostromerzeugung gesamt
Berechnung: 74,1 ÷ 437,6 × 100 % = 16,9 %
Ergebnis: rund 16,9 Prozent; die Bundesnetzagentur weist als gerundeten Jahreswert 16,8 Prozent aus — die Photovoltaik ist die zweitstärkste Stromquelle Deutschlands.
Bezogen auf den gesamten Bruttostromverbrauch lieferten alle erneuerbaren Energien 2025 zusammen 55,1 Prozent, wie das Umweltbundesamt ausweist. Solarenergie steuerte davon etwa ein Drittel bei. Im Spitzenmoment am 21. Juni 2025 deckte Solarstrom 41,2 Prozent des Strombedarfs.
Wie hat sich die Solarenergie in Deutschland seit 2015 entwickelt?
Die Solarstromerzeugung hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht, während die Kohleverstromung um rund 60 Prozent sank. 2015 lag der Anteil der Photovoltaik an der Nettostromerzeugung bei 5,8 Prozent, 2025 bei 16,8 Prozent. Diese Daten stammen aus der Statistik der AGEE-Stat und des Fraunhofer ISE.
Die Entwicklung der Solarstromerzeugung in Deutschland von 2015 bis 2025 zeigt einen kontinuierlichen Anstieg.
Jahr | Erzeugung (TWh) | Anteil Nettostromerzeugung |
|---|
2015 | 37,3 | 5,8 % |
2020 | 48,6 | 8,5 % |
2022 | 59,9 | 10,4 % |
2023 | 61,4 | 12,0 % |
2024 | 72,1 | 14,5 % |
2025 | 87,4 | 16,8 % |
Die Tabelle weist die Nettostromerzeugung nach AGEE-Stat und Fraunhofer ISE aus; das Umweltbundesamt nennt inklusive Eigenverbrauch 91,6 TWh für 2025. Beide Werte beschreiben dieselbe Erzeugung mit unterschiedlicher Systemgrenze.
Der Sprung beschleunigte sich ab 2023. Während der jährliche Zubau 2022 noch 7,6 Gigawatt betrug, kletterte er 2023 auf 15,4 GW und blieb 2024 und 2025 über 16 GW. Treiber waren das Solarpaket I, die Mehrwertsteuerbefreiung und stark gefallene Modulpreise. Die kumulierte installierte Leistung wuchs in zehn Jahren auf 117 GW (Ende 2025).
Ein historischer Wendepunkt fiel auf das Jahr 2025: Erstmals erzeugte die Photovoltaik mit 74,1 TWh mehr Strom als die Braunkohle mit 67,2 TWh. Gemeinsam mit der Windkraft lieferten erneuerbare Energien damit über drei Viertel des grünen Stroms.
Wie viel Photovoltaik-Leistung ist installiert und wie stark ist der Ausbau?
Ende 2025 betrug die installierte Solar-Gesamtleistung in Deutschland 117 Gigawatt, verteilt auf rund 5,7 Millionen Anlagen im Marktstammdatenregister. Bis Mitte 2026 stieg die Leistung auf über 122 GW. Den Zubau 2025 beziffert die Bundesnetzagentur auf 16,4 GW, der Bundesverband Solarwirtschaft auf 17,5 GW inklusive Nachmeldungen.
Der Ausbau verteilt sich auf mehrere Segmente mit unterschiedlicher Dynamik. 2025 überholten die Freiflächenanlagen mit 8,2 GW erstmals alle Dachanlagen zusammen.
Der Photovoltaik-Zubau 2025 verteilte sich nach Segment unterschiedlich auf Dach- und Freiflächen.
Segment | Zubau 2025 | Trend gegenüber 2024 |
|---|
Freiflächenanlagen | ca. 8,2 GW | +25 % |
Private Dachanlagen (≤30 kWp) | ca. 5,2 GW | −25 % |
Gewerbliche Dachanlagen | ca. 3,7 GW | −5 % |
Steckersolar (Balkonkraftwerke) | ca. 0,5 GW | +25 % |
Auffällig ist der Rückgang im privaten Eigenheim-Segment um rund 25 Prozent. Gesunkene Einspeisevergütungen, höhere Zinsen und eine erste Marktsättigung bremsten den Heimausbau. Gleichzeitig boomt das Balkonkraftwerk: Über 1,4 Millionen Steckersolargeräte sind im Marktstammdatenregister registriert, die tatsächliche Zahl liegt nach Schätzungen des Balkon.Solar e.V. bei 2 bis 3 Millionen.
Die Zahl der Anlagen weicht je nach Quelle ab. Die Bundesnetzagentur zählt über das Marktstammdatenregister rund 5,7 Millionen Anlagen, das Statistische Bundesamt mit anderer Methodik 4,8 Millionen. Die Differenz entsteht durch unterschiedliche Erfassungsgrundlagen, nicht durch einen Widerspruch in der Sache.
Wie verläuft die Solarstromerzeugung über das Jahr?
Die Solarstromerzeugung schwankt stark mit den Jahreszeiten: Rund 40 Prozent des Jahresertrags fallen in die Sommermonate Juni bis August, nur etwa 8 Prozent in den Winter. Im Juni erreicht eine Anlage rund 134 kWh je kWp, im Dezember nur 15 kWh — ein Verhältnis von neun zu eins.
E = P · H · PR
- E: Jahresertrag in kWh
- P: Anlagenleistung in kWp
- H: spezifischer Jahresertrag in kWh/kWp (Volllaststunden)
- PR: Performance Ratio (Systemwirkungsgrad, typisch 0,8 bis 0,9)
Beispiel: 10-kWp-Anlage in Süddeutschland
Gegeben: 10 kWp Leistung, 1.050 kWh/kWp spezifischer Ertrag, PR bereits eingerechnet
Berechnung: 10 kWp × 1.050 kWh/kWp = 10.500 kWh pro Jahr
Ergebnis: rund 10.500 Kilowattstunden Solarstrom jährlich — genug für mehr als den Doppelverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts.
Der spezifische Jahresertrag liegt in Deutschland im Mittel bei rund 950 kWh/kWp. In Süddeutschland erreichen Anlagen 1.050 bis 1.150 Volllaststunden, in Norddeutschland 900 bis 1.000. Die hohe Mittagsspitze im Sommer führt vermehrt zu negativen Strompreisen, die in der Herausforderungen-Section behandelt werden.
In welchen Bundesländern ist die Solarenergie am stärksten?
Bayern führt die regionale Verteilung der Solarenergie mit 32,68 Gigawatt installierter Leistung deutlich an, gefolgt von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Bayern installierte 2025 mit 4,5 GW auch den höchsten Zubau aller Bundesländer. Die folgende Tabelle zeigt die führenden Länder Stand Mai 2026.
Die installierte Photovoltaik-Leistung nach Bundesland zeigt ein klares Süd- und Ost-Gefälle (Stand Mai 2026).
Rang | Bundesland | Installierte Leistung | Pro Kopf (kWp/1.000 EW) |
|---|
1 | Bayern | 32,68 GW | 2.487 |
2 | Baden-Württemberg | 15,26 GW | 1.372 |
3 | Nordrhein-Westfalen | 14,89 GW | 831 |
4 | Niedersachsen | 10,83 GW | 1.349 |
5 | Brandenburg | 9,43 GW | 3.657 |
Pro Kopf führt nicht der sonnenreiche Süden, sondern Brandenburg mit 3.657 kWp je 1.000 Einwohner. Der Grund sind große Freiflächenanlagen in dünn besiedelten ostdeutschen Regionen. Bayern und Baden-Württemberg dominieren dagegen bei Dachanlagen.
Die Sonneneinstrahlung selbst variiert weniger stark als die installierte Leistung. Die Globalstrahlung liegt im Mittel bei rund 1.114 kWh/m² pro Jahr. Süddeutschland erreicht bis zu 1.300 kWh/m², Norddeutschland rund 1.000 bis 1.045 kWh/m². Der Nord-Süd-Unterschied beträgt damit nur 15 bis 20 Prozent — Solarenergie lohnt sich nach Daten des Deutschen Wetterdienstes auch im Norden.
Welche technischen Kennzahlen und welche Klimabilanz hat Solarstrom?
Moderne Solarmodule erreichen 2026 Wirkungsgrade von rund 22 Prozent, und jede Kilowattstunde Solarstrom verursacht über den Lebenszyklus nur 43 bis 63 Gramm CO₂-Äquivalente. Die dominierende Zelltechnologie ist 2026 TOPCon mit typischen Wirkungsgraden von 22 bis 23 Prozent, die das ältere PERC-Verfahren verdrängt. Premium-Module mit Heterojunction-Technik (HJT) erreichen bis zu 23,4 Prozent.
Die Klimabilanz ist eindeutig positiv. Der deutsche Strommix verursachte 2025 laut Umweltbundesamt 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde, Solarstrom dagegen nur 43 bis 63 Gramm. Eine PV-Anlage hat ihre Herstellungsenergie nach ein bis zwei Jahren wieder eingespielt.
Solarstrom verursacht über den Lebenszyklus deutlich weniger CO₂ als der deutsche Strommix oder fossile Quellen.
Stromquelle | CO₂ (g/kWh) | Bezug |
|---|
Photovoltaik (Lebenszyklus) | 43–63 | monokristalline Module, 30 Jahre |
Deutscher Strommix 2025 | 344 | Durchschnitt aller Quellen |
Strommix 2023 (Vergleich) | 379 | vor PV-Zuwachs |
Für Hausbesitzer zählt der
Eigenverbrauch. Ohne Speicher nutzt ein Haushalt 20 bis 35 Prozent des Solarstroms selbst, mit Batteriespeicher steigt der
Autarkiegrad auf 60 bis 80 Prozent.
Autarkiegrad = Eigenverbrauch ÷ Gesamtverbrauch × 100 %
- Eigenverbrauch: selbst genutzter Solarstrom in kWh
- Gesamtverbrauch: gesamter Strombedarf des Haushalts in kWh
Beispiel: Vier-Personen-Haushalt mit Speicher
Gegeben: 4.500 kWh Jahresverbrauch, davon 3.150 kWh aus eigener Solaranlage gedeckt
Berechnung: 3.150 ÷ 4.500 × 100 % = 70 %
Ergebnis: 70 Prozent Autarkiegrad — typisch für eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher.
Rund 80 Prozent der neuen Heimanlagen werden 2025 mit einem Batteriespeicher installiert. Insgesamt sind laut Bundesverband Solarwirtschaft bereits rund 2,4 Millionen Batteriespeicher mit über 25 Gigawattstunden Kapazität in Betrieb.
Was kostet Solarenergie und wann amortisiert sie sich?
Eine schlüsselfertige
10-kWp-Aufdachanlage kostet 2026 rund
12.000 Euro, mit 10-kWh-Speicher etwa 17.000 Euro. Der
durchschnittliche Systempreis fiel im März 2026 auf 1.015 Euro pro kWp — den niedrigsten Stand aller Zeiten. Die Stromgestehungskosten liegen laut Fraunhofer ISE bei rund 5 bis 13 ct/kWh für Dachanlagen und 4,1 bis 6,9 ct/kWh für Freiflächenanlagen, deutlich unter dem Haushaltsstrompreis.
Die Kostenaufschlüsselung einer typischen 10-kWp-Anlage mit Speicher im Referenzszenario 2026.
Posten | Kosten | Anteil |
|---|
Solarmodule | ca. 4.500 € | 26 % |
Wechselrichter | ca. 1.800 € | 11 % |
Montage & Unterkonstruktion | ca. 3.500 € | 21 % |
Batteriespeicher (10 kWh) | ca. 5.000 € | 29 % |
Installation & Anmeldung | ca. 2.200 € | 13 % |
Gesamt | ca. 17.000 € | 100 % |
Amortisationszeit = Investition ÷ jährlicher Nettonutzen
- Investition: Anschaffungskosten der Anlage in Euro
- jährlicher Nettonutzen: Summe aus Eigenverbrauchsersparnis und Einspeisevergütung in Euro pro Jahr
Beispiel: 10 kWp ohne Speicher im Referenzszenario
Gegeben: 12.000 € Investition, rund 1.000 € Eigenverbrauchsersparnis plus 370 € Einspeisevergütung pro Jahr
Berechnung: 12.000 € ÷ 1.370 €/Jahr = 8,8 Jahre
Ergebnis: rund 9 Jahre Amortisation — danach erzielt die Anlage über ihre 20 bis 30 Jahre Lebensdauer einen Gewinn.
Die Modulpreise sind seit 2010 um rund 90 Prozent gefallen. Seit April 2026 steigen sie wegen weggefallener chinesischer Exportsubventionen um rund 10 bis 20 Prozent. Die jährliche Rendite einer Eigenheimanlage liegt 2026 bei 4 bis 7 Prozent.
Welche Förderung und Einspeisevergütung gibt es 2026?
Die Einspeisevergütung beträgt seit dem 1. Februar 2026 für Anlagen bis 10 kWp 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung, garantiert über 20 Jahre. Die Sätze sinken nach § 49 EEG 2023 jedes Halbjahr um ein Prozent. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die jeweils gültigen Werte.
Die Einspeisevergütung 2026 staffelt sich nach Anlagengröße und Einspeiseart (Stand Februar 2026).
Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung | Vergütung über 20 Jahre (10 kWp, Teil)* |
|---|
bis 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 12,34 ct/kWh | ca. 5.800 € |
10–40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,35 ct/kWh | — |
40–100 kWp | 5,50 ct/kWh | 10,35 ct/kWh | — |
*Annahme: rund 3.750 kWh Einspeisung pro Jahr aus einer 10-kWp-Anlage mit Eigenverbrauch.
Neben der Einspeisevergütung greifen mehrere Steuervorteile. Auf Kauf und Installation gilt nach
§ 12 Abs. 3 UStG ein Nullsteuersatz von 0 Prozent Umsatzsteuer für Anlagen bis 30 kWp. Die Einnahmen sind nach
§ 3 Nr. 72 EStG bei Einfamilienhäusern bis 30 kWp einkommensteuerfrei. Der
KfW-Kredit 270 finanziert PV-Anlagen ab rund 3,6 Prozent effektivem Jahreszins, je nach Bonität und Laufzeit. Hinzu kommen kommunale Programme, etwa in Berlin, Stuttgart und Frankfurt.
Ein Arbeitsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums von März 2026 sieht vor, die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen unter 25 kWp ab 2027 zu beenden. Der Entwurf ist noch nicht beschlossen.
Welche gesetzlichen Ausbauziele und Vorschriften gelten?
Das EEG 2023 schreibt in § 4 verbindliche Ausbauziele fest: 215 Gigawatt Photovoltaik bis 2030 und 400 Gigawatt bis 2040. Bis 2030 muss Deutschland jährlich rund 19,6 GW zubauen, um das Ziel zu erreichen. Mit 117 GW Ende 2025 ist erst gut die Hälfte des Weges geschafft.
Die gesetzlichen Photovoltaik-Ausbauziele nach § 4 EEG 2023 markieren den Pfad bis 2040.
Jahr | Zielleistung | Stand / Lücke |
|---|
2026 | 128 GW | 122 GW erreicht (Mitte 2026) |
2030 | 215 GW | Lücke ca. 98 GW |
2035 | 309 GW | — |
2040 | 400 GW | — |
Das Solarpaket I trat am 16. Mai 2024 in Kraft und vereinfachte den Ausbau. Es hob die Grenze für Balkonkraftwerke auf 800 Voltampere Wechselrichterleistung und 2 kWp Modulleistung an, weitete den vereinfachten Netzanschluss auf Anlagen bis 30 Kilowatt aus und erhöhte die Vergütung gewerblicher Dachanlagen um 1,5 ct/kWh.
Mehrere Bundesländer schreiben eine Solarpflicht vor. Baden-Württemberg verlangt seit 2022 bei Neubauten und seit 2023 bei Dachsanierungen eine PV-Anlage, Nordrhein-Westfalen seit dem 1. Januar 2026 auch bei Sanierungen. Niedersachsen und Bremen fordern mindestens 50 Prozent Dachbelegung.
Welche Nachteile, Risiken und Herausforderungen hat der Solarausbau?
Der schnelle Ausbau bringt vier zentrale Herausforderungen: negative Strompreise, Netzengpässe, Speicherbedarf und Fachkräftemangel. 2025 traten an rund 575 Stunden negative Day-Ahead-Preise auf — ein Rekord, getrieben durch die hohe Mittagseinspeisung im Sommer.
Risiko 1: Negative Strompreise und Abregelung
Symptom: An sonnigen Mittagen übersteigt das Solarangebot die Nachfrage, der Börsenpreis fällt unter null. Besonders die Sommermonate Mai und Juni treiben die rund 575 Negativpreis-Stunden des Jahres 2025.
Folge: Das Solarspitzengesetz setzt seit dem 25. Februar 2025 die Einspeisevergütung in Stunden mit negativen Preisen aus. Neue Anlagen ohne Smart Meter dürfen nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen.
Prävention: Ein Batteriespeicher verschiebt die Einspeisung in die Abendstunden und vermeidet die Kappung. Smart Meter heben die 60-Prozent-Grenze auf.
Risiko 2: Netzausbau und Wartezeiten
Die Stromnetze halten mit dem Ausbau nicht Schritt. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Netzanschlusspunkt beträgt laut Bundesverband Solarwirtschaft rund vier Monate, in Extremfällen Jahre. Deutschland benötigt bis 2045 zwischen 500 und 600 Gigawattstunden Batteriespeicher statt der heutigen 22 GWh.
Risiko 3: Fachkräftemangel und Recycling
Ein Großteil der PV-Installationsbetriebe leidet unter Fachkräftemangel, und immer weniger Handwerksbetriebe bieten PV-Installation an. Ab 2029 erwartet Deutschland zudem jährlich mindestens 400.000 Tonnen Altmodule, deren Recycling teurer ist als die Deponierung.
Wie sieht die Zukunft der Solarenergie in Deutschland aus?
Die Solarenergie wächst weiter, verfehlt aber bislang den nötigen Zubaupfad: Statt der erforderlichen 22 GW pro Jahr ab 2026 wurden 2025 nur 16,4 GW erreicht. Bis 2030 bleibt eine Lücke von rund 98 Gigawatt zum 215-GW-Ziel. Der weitere Ausbau hängt von Netzausbau, Speichern und stabilen Förderbedingungen ab.
Zwei Flächentechnologien gewinnen an Bedeutung. Die
Agri-Photovoltaik kombiniert Stromerzeugung mit Landwirtschaft und ist nach DIN SPEC 91434 geregelt; bereits vier Prozent der Agrarfläche würden für den gesamten deutschen Strombedarf ausreichen. Die
Floating-PV auf Wasserflächen bietet rund 26 Gigawatt technisches Potenzial, unter aktuellen Regeln realistisch 1,8 bis 2,5 GW.
Die Prognosegrößen für den Solarausbau bis 2045 zeigen den Handlungsbedarf bei Leistung und Speichern.
Kennzahl | Stand 2025 | Ziel/Bedarf |
|---|
Installierte PV-Leistung | 117 GW | 215 GW (2030) |
Jährlicher Zubau | 16,4 GW | 22 GW (ab 2026) |
Batteriespeicher | 22 GWh | 500–600 GWh (2045) |
Auf der Technikseite verdrängen TOPCon- und Heterojunction-Module die älteren PERC-Zellen, und bifaziale Module mit Mehrertrag setzen sich durch. Die Modulpreise bleiben trotz des Anstiegs 2026 historisch niedrig, was die Wirtschaftlichkeit langfristig stützt.
Was ist die SolarEnergie Deutschland GmbH?
Die SolarEnergie Deutschland GmbH ist ein Vermittlungsunternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main, das Hausbesitzer mit lokalen Solarinstallateuren zusammenbringt. Sie ist weder ein Hersteller noch ein Branchenverband und steht in keinem Zusammenhang mit den amtlichen Solarstatistiken dieses Artikels.
Wer nach „solarenergie deutschland gmbh" sucht, meint dieses oder ein ähnlich benanntes Unternehmen — etwa die separate SolarEnergy Deutschland GmbH & Co. KG. Für statistische Fragen zur Solarenergie in Deutschland sind dagegen die Bundesnetzagentur, das Umweltbundesamt und das Fraunhofer ISE die maßgeblichen Quellen.
Häufige Fragen zu Solarenergie in Deutschland
Wie viel Prozent des Stroms kommt 2025 aus Solarenergie?
Solarenergie deckte 2025 rund 16,8 Prozent der deutschen Nettostromerzeugung laut Bundesnetzagentur. Damit war die Photovoltaik die zweitwichtigste Stromquelle hinter der Windkraft und vor der Braunkohle.
Wie viele Solaranlagen gibt es in Deutschland?
Im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sind Ende 2025 rund 5,7 Millionen Solaranlagen registriert, darunter über 1,4 Millionen Balkonkraftwerke. Das Statistische Bundesamt zählt mit anderer Methodik 4,8 Millionen Anlagen.
Welches Bundesland hat die meiste Solarenergie?
Bayern führt mit 32,68 Gigawatt installierter Leistung. Pro Einwohner liegt jedoch Brandenburg mit 3.657 kWp je 1.000 Einwohner vorn, bedingt durch große Freiflächenanlagen.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Seit Februar 2026 beträgt die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung. Die Vergütung ist über 20 Jahre garantiert.
Lohnt sich eine Solaranlage in Norddeutschland?
Ja. Der Nord-Süd-Unterschied der Globalstrahlung beträgt nur 15 bis 20 Prozent. Norddeutsche Anlagen erreichen 900 bis 1.000 Volllaststunden gegenüber 1.050 bis 1.150 im Süden.
Wie viel CO₂ spart Solarstrom?
Solarstrom verursacht über den Lebenszyklus nur 43 bis 63 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde gegenüber 344 Gramm im deutschen Strommix 2025. Die energetische Amortisation erfolgt nach ein bis zwei Jahren.
Für wen lohnt sich Solarenergie in Deutschland?
Solarenergie lohnt sich 2026 für die meisten Eigenheimbesitzer, besonders bei hohem Eigenverbrauch. Die folgenden Profile zeigen, welche Lösung zu welchem Haushalt passt.
Eigenheimbesitzer mit hohem Tagverbrauch
Für Haushalte mit Homeoffice, Wärmepumpe oder E-Auto lohnt sich eine 10-kWp-Anlage mit Speicher. Der Autarkiegrad erreicht 60 bis 80 Prozent, die Amortisation liegt bei 8 bis 10 Jahren. Investition: rund 17.000 Euro.
Sparorientierte Eigenheimbesitzer
Wer die Investition gering halten will, wählt eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher für rund 12.000 Euro. Bei 30 Prozent Eigenverbrauch amortisiert sie sich in rund 9 Jahren und liefert 4 bis 7 Prozent Rendite.
Mieter und Wohnungsbesitzer
Für Mieter eignet sich ein Balkonkraftwerk mit 800 Voltampere für 300 bis 800 Euro. Es deckt einen Teil des Grundverbrauchs und ist seit dem Solarpaket I einfach anzumelden.
Landwirte und Flächeneigentümer
Für landwirtschaftliche Betriebe bietet die Agri-Photovoltaik eine Doppelnutzung von Fläche. Sie wird über EEG-Ausschreibungen gefördert, deren Volumen 2026 auf 1.200 Megawatt steigt.