Das Wichtigste in Kürze
- Was es ist: Der KfW 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ ist ein Förderkredit, kein Zuschuss und finanziert Anlagen für Strom und Wärme, Netze und Speicher.
- Welches Programm: PV und Speicher mit zumindest teilweiser Netzeinspeisung gehören zum 270, ein Heizungstausch im Wohngebäude zur BEG-Förderung (KfW 458), eine Effizienzhaus-Sanierung zum KfW 261. Balkonkraftwerke sind ausgeschlossen.
- Betrag: bis zu 150 Mio. Euro je Vorhaben, kein programmseitiger Mindestbetrag, Finanzierung von bis zu 100 % der förderfähigen Kosten.
- Zins: Die KfW setzt den Zinssatz am Tag der Zusage fest; den individuellen Satz bestimmt die Bank nach Bonität und Sicherheiten. Eine feste Zinsspanne gibt es nicht.
- Laufzeit: ab 2 Jahren; bis zu 5 tilgungsfreie Anlaufjahre gibt es nur bei Laufzeiten bis 30 Jahre, kürzere Laufzeiten erlauben weniger tilgungsfreie Jahre; Zinsbindung bis zu 20 Jahre.
- Antrag: ausschließlich über eine Hausbank und vor Abschluss eines rechtlich bindenden Vertrags; auf nicht abgerufene Beträge fallen ab 6 Monaten 0,15 % pro Monat an.
- Status: Das Programm ist aktiv (Stand: 29. Oktober 2026); der Zuschuss KfW 442 ist dagegen nicht mehr beantragbar.
Wie beantragt man den KfW 270 Schritt für Schritt?
Der KfW 270 läuft in 6 Schritten über eine Hausbank und beginnt immer vor dem Abschluss eines rechtlich bindenden Vertrags. Ein Direktantrag bei der KfW ist nicht möglich: Die Hausbank oder ein sonstiger Finanzierungspartner schließt den Kreditvertrag mit dem Antragsteller. Dieses Verfahren nennt sich Hausbankprinzip. Die KfW refinanziert die Bank, die Bank trägt den Kontakt zum Kunden (Stand: 29. Oktober 2026).
Schritt 1: Vorhaben einordnen
Zuerst klärst du, ob dein Vorhaben zum KfW 270 gehört. PV-Anlagen und Batteriespeicher mit zumindest teilweiser Netzeinspeisung gehören dazu. Ein Heizungstausch im Wohngebäude läuft über die BEG-Förderung, eine Sanierung zum Effizienzhaus über den KfW 261. Die vollständige Entscheidungslogik steht im nächsten Abschnitt.
Schritt 2: Angebote einholen, aber noch nichts unterschreiben
Hol Angebote von Installationsbetrieben ein, erteile aber keinen verbindlichen Auftrag. Schon ein rechtlich bindender Vertrag, zum Beispiel ein Kaufvertrag, gilt als Vorhabensbeginn. Wer vor dem Antrag unterschreibt, verstößt in der Regel gegen die vorgeschriebene Reihenfolge und kann das Vorhaben von der Förderung ausschließen; die genauen Folgen hängen von den Programmregeln und dem Einzelfall ab. Das Vorbeginnsverbot ist die häufigste Fehlerquelle beim Programm.
Schritt 3: Finanzierungspartner anfragen
Frag bei deiner Hausbank oder einem anderen Finanzierungspartner an, ob sie den 270 an Privatpersonen durchleitet. Nicht jede Bank tut das. Die KfW nennt keinen programmseitigen Mindestbetrag; Mindestsummen sind Geschäftspolitik der einzelnen Bank. Frag deshalb nach der Mindestsumme und nach der Preisklasse, die sie dir voraussichtlich zuordnet.
Schritt 4: Antrag über die Bank stellen
Die Bank prüft Vorhaben, wirtschaftliche Verhältnisse und Sicherheiten und reicht den Antrag bei der KfW ein. Alle verbindlichen Bedingungen stehen im offiziellen Merkblatt zum Programm 270 (Bestellnummer 600 000 0178), das die KfW als PDF bereitstellt. Lies es vor dem Bankgespräch, damit du förderfähige Kostenpositionen und Fristen kennst.
Schritt 5: Zusage abwarten, dann beauftragen
Mit der KfW-Zusage steht der Zinssatz fest, denn die KfW setzt ihn am Tag der Zusage fest. Erst danach schließt du den Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Installateur ab. Plane für die Bearbeitung mehrere Wochen ein und stimme den Bauzeitplan darauf ab.
Schritt 6: Kredit abrufen und zurückzahlen
Die KfW zahlt den zugesagten Kreditbetrag zu 100 % aus. Du rufst ihn innerhalb von 12 Monaten nach der Zusage in einer Summe oder in Teilbeträgen ab; für noch nicht ausgezahlte Beträge kann diese Frist um bis zu 24 Monate verlängert werden. Für nicht abgerufene Beträge fällt ab 6 Monaten und 2 Bankarbeitstagen eine Bereitstellungsprovision von 0,15 % pro Monat an. Die Rückzahlung folgt in gleich hohen vierteljährlichen Tilgungsraten, die nach der optionalen tilgungsfreien Anlaufzeit beginnen; Zinsen fallen auf den jeweils ausstehenden Kreditbetrag an.
Welches KfW-Programm passt zu welchem Vorhaben?
Die Art des Vorhabens entscheidet über das Programm: PV und Speicher mit zumindest teilweiser Netzeinspeisung gehören zum KfW 270, ein Heizungstausch im Wohngebäude zum KfW 458, eine Effizienzhaus-Sanierung zum KfW 261. Prüfe in dieser Reihenfolge: erst die Anlagenart, dann die Förderform (Kredit oder Zuschuss), dann das Programm. Die Zuordnung folgt den offiziellen KfW-Produktseiten und ist keine neue Förderregel.
| Vorhaben | Programm | Förderform | Hinweis |
|---|
| PV-Anlage oder Batteriespeicher mit zumindest teilweiser Netzeinspeisung | KfW 270 | Kredit ohne Tilgungszuschuss | Antrag über die Bank vor Vertragsabschluss |
| Heizungstausch im Wohngebäude (zum Beispiel Wärmepumpe) | KfW 458 (BEG) | Zuschuss, 30 bis 80 % | Grundförderung 30 %, förderfähige Kosten 28.000 € für die erste Wohneinheit |
| Sanierung zum Effizienzhaus | KfW 261 | Kredit mit Tilgungszuschuss | Effizienzhaus 40 EE: 10 %, Effizienzhaus 55 EE: 5 % |
| Balkonkraftwerk, Steckeranlage | KfW 270 ausgeschlossen | keine KfW-Förderung | Kommunale Programme prüfen |
| PV plus Wallbox (Zuschuss „Solarstrom für Elektroautos“) | KfW 442 | Zuschuss | nicht mehr beantragbar |
Bei einem Heizungstausch lohnt der Blick zuerst in die
BEG-Heizungsförderung nach KfW 458: Seit dem 21. Juli 2026 gilt eine Grundförderung von 30 %, der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 %. Selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro erreichen laut Merkblatt (Stand: 24. September 2026) bis zu 80 % der förderfähigen Kosten; ein Familienzuschlag mindert das für die Bewertung angesetzte Einkommen um 10.000 Euro. Ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt wird, schlägt jeden Kredit, auch den zinsverbilligten.
Der KfW 261 passt, wenn das ganze Gebäude zum Effizienzhaus saniert wird. Die offizielle Übersicht (Stand: 24. September 2026) staffelt die Tilgungszuschüsse nach Effizienzhaus-Stufe und EE- beziehungsweise NH-Klasse: Seit dem 21. Juli 2026 gibt es zum Beispiel 10 % für EH 40 EE und 5 % für EH 55 EE, NH-Klassen erhalten 5 Prozentpunkte zusätzlich, andere Stufen können 0 % erhalten. Details stehen im Ratgeber zum
KfW 261. Ob sich Programme kombinieren lassen, hängt von den konkreten Programmen ab; dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden, für unterschiedliche Maßnahmen lassen sich 270 und 261 kombinieren.
Was fördert der KfW 270 und was ist ausgeschlossen?
Der KfW 270 fördert Errichtung, Erweiterung und Erwerb von Anlagen für Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, dazu Netze und Speicher. Bei Photovoltaik umfasst das Anlagen auf Dächern, an Fassaden und auf Freiflächen samt Planung, Projektierung und Installation. Auch der Erwerb einer gebrauchten PV-Anlage ist förderfähig. Eine Dachsanierung, die für die Installation erforderlich ist, finanziert der Kredit mit.
Batteriespeicher sind förderfähig, sowohl zusammen mit einer neuen PV-Anlage als auch als Nachrüstung. Alles Weitere zur Speicherförderung steht im Beitrag zur
Batteriespeicher-Förderung. Die
Mehrwertsteuer kann der Kredit mitfinanzieren, sofern der Antragsteller nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Eine
Wallbox nennt die offizielle Produktseite nicht als eigenständigen Fördergegenstand; kläre sie vorab mit der Bank als Teil eines Gesamtprojekts.
| Kategorie | Über KfW 270 förderfähig | Anmerkung |
|---|
| Photovoltaik | Dach-, Fassaden- und Freiflächenanlagen inklusive Planung, Projektierung und Installation | Privatpersonen speisen zumindest einen Teil des Stroms ein oder verkaufen ihn |
| Gebrauchte PV-Anlage | Erwerb | — |
| Dachsanierung | mitfinanziert, wenn für die Installation erforderlich | — |
| Stromspeicher | Batteriespeicher, neu oder nachgerüstet | — |
| Wärme | Erneuerbare Wärmeerzeugung, zum Beispiel Wärmepumpe und Solarthermie | Beim Heizungstausch im Wohngebäude zuerst KfW 458 prüfen |
| Weitere Anlagen | Wind, Wasserkraft bis 20 MW, Biogas, Biomasse-KWK, Netze | — |
| Wallbox | nicht als eigenständiger Fördergegenstand genannt | Mit der Bank klären |
| Balkonkraftwerk, Steckeranlage | nicht förderfähig | — |
Die Tabelle zeigt: Der 270 deckt mehr ab als PV. Wärmepumpen und Solarthermie zählen als reine Wärmeerzeugung dazu, nur lohnt für Wohngebäude meist zuerst der Zuschuss nach KfW 458. Kleine Steckeranlagen bleiben außen vor; für sie gibt es keine KfW-Förderung.
Wie hoch sind Zinssatz und Konditionen des KfW 270 im Jahr 2026?
Der Zinssatz des KfW 270 steht nicht fest, sondern wird am Tag der KfW-Zusage festgesetzt. Er orientiert sich an der Entwicklung des Kapitalmarkts; den individuellen Satz ermittelt die Bank anhand der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Qualität der Sicherheiten. Der KfW-Konditionenanzeiger nennt keine dauerhaft gültige Zinsspanne für alle Antragsteller. Maßgeblich sind die Konditionen am Zusagetag für die gewählte Laufzeit.
| Merkmal | KfW 270 (Stand: 29. Oktober 2026) |
|---|
| Kreditbetrag | bis 150 Mio. € je Vorhaben, kein programmseitiger Mindestbetrag |
| Finanzierungsanteil | bis 100 % der förderfähigen Kosten |
| Mindestlaufzeit | 2 Jahre |
| Tilgungsfreie Anlaufjahre | bis 5 (nur bei der Variante bis 30 Jahre Laufzeit), kürzere Laufzeiten erlauben weniger |
| Zinsbindung | bis 20 Jahre, je nach Variante |
| Auszahlung | 100 % des zugesagten Betrags, Abruf innerhalb von 12 Monaten nach Zusage (für noch nicht ausgezahlte Beträge um bis zu 24 Monate verlängerbar) |
| Bereitstellungsprovision | 0,15 % pro Monat auf nicht abgerufene Beträge, ab 6 Monaten und 2 Bankarbeitstagen nach Zusage |
| Zinssatz | am Tag der Zusage festgesetzt, individuell nach Bank-Einstufung |
Die Laufzeitvarianten bestehen aus Laufzeit, tilgungsfreien Jahren und Zinsbindung, geschrieben als Kennzahl. Die KfW führt Varianten bis 20 Jahre und bis 30 Jahre. Beispiele aus dem Konditionenanzeiger sind 5/1/5, 10/2/10, 20/3/20 und 30/5/10. Die letzte Variante heißt bis zu 30 Jahre Laufzeit, bis zu 5 tilgungsfreie Jahre und 10 Jahre Zinsbindung; danach folgt eine Anschlussfinanzierung. Konkrete Prozentsätze liefert nur der Konditionenanzeiger am Tag deiner Zusage.
Was bedeutet das risikogerechte Zinssystem?
Das risikogerechte Zinssystem gilt weiterhin auch für den KfW 270 (Stand: 3. August 2026). Es staffelt den Zins nach Ausfallrisiko in Preisklassen, Klasse A steht für exzellente Bonität. Die Hausbank ordnet dich nach Bonität und Besicherung einer Klasse zu, daher variiert der Satz je Antragsteller. Das Programm ist beihilfefrei: Angeboten wird ein Zinssatz oberhalb des EU-Referenzzinssatzes, der Aufschlag für das Risiko kommt aus deiner Einstufung. Öffentlich kursierende Zinsspannen zeigen nur einen Stichtag und ersetzen die Zusagekonditionen nicht.
Wer kann den KfW 270 beantragen – auch Privatpersonen?
Ja, Privatpersonen können den KfW 270 in der Regel beantragen, wenn sie zumindest einen Teil des erzeugten Stroms einspeisen oder verkaufen. Ein gesonderter Einspeisevertrag ist dafür nicht erforderlich. Neben Privatpersonen sind Unternehmen, Freiberufler, Landwirte (bei selbstständiger landwirtschaftlicher Tätigkeit), Körperschaften des öffentlichen Rechts (mit den jeweiligen Beteiligungs- und Ausschlussregeln) und gemeinnützige Antragsteller berechtigt.
Die Hürde für Privatpersonen liegt weniger in der Berechtigung als in der Bank. Viele Institute reichen den 270 nicht an Privatkunden durch, einzelne setzen eigene Mindestsummen. Eine Mindestsumme von 25.000 Euro ist daher eine
Bankregel, keine KfW-Regel, denn das Programm kennt keinen Mindestbetrag. Eine Finanztip-Stichprobe vom März 2025 nannte etwa die DKB und die Hypovereinsbank mit 25.000 Euro; als aktueller Marktüberblick taugt sie nicht. Frag mehrere Banken, bevor du eine Anlage unter dieser Summe über einen freien Kredit planst. Weitere Finanzierungswege vergleicht der Ratgeber
Photovoltaik finanzieren.
Was kostet ein KfW-270-Kredit? Beispielrechnung und Rechner
Ein Kredit über 25.000 Euro mit 10 Jahren Laufzeit kostet bei angenommenen 4,11 % Sollzins rund 254 Euro pro Monat und etwa 5.530 Euro Zinsen. Der Zinssatz ist eine Annahme, denn die KfW setzt den echten Satz erst am Zusagetag fest. Die Summe ist ebenfalls ein Rechenbeispiel, keine Preisangabe für eine bestimmte Anlage. Die Rate berechnest du mit der Annuitätenformel selbst:
A = K0 · [ i · (1 + i)n ] ÷ [ (1 + i)n − 1 ]
- A = monatliche Rate in Euro
- K0 = Kreditbetrag in Euro
- i = monatlicher Sollzins (Jahres-Sollzins ÷ 12)
- n = Anzahl der Monatsraten (Laufzeit in Jahren × 12)
Rechenweg: K0 = 25.000 €, i = 0,0411 ÷ 12 = 0,003425, n = 120. Dann gilt (1 + i)120 = 1,5073 und A = 25.000 · 0,003425 · 1,5073 ÷ 0,5073 ≈ 254,42 €. Über 120 Monate zahlst du rund 30.530 € zurück, davon rund 5.530 € Zinsen. Zum Vergleich ein freier Ratenkredit mit angenommenen 7 % Sollzins: i = 0,005833, (1 + i)120 = 2,0097, A ≈ 290,28 €, Gesamtrückzahlung rund 34.834 €, Zinsen rund 9.834 €.
| Kennzahl (25.000 €, 10 Jahre, ohne tilgungsfreie Zeit) | KfW 270 (angenommen 4,11 %) | Freier Ratenkredit (angenommen 7,0 %) |
|---|
| Monatliche Rate | rund 254 € | rund 290 € |
| Zinskosten gesamt | rund 5.530 € | rund 9.830 € |
| Gesamtrückzahlung | rund 30.530 € | rund 34.830 € |
Der Förderkredit spart im Beispiel rund 4.300 Euro Zinsen, aber nur, wenn die Bank dir einen günstigen Satz zuordnet. Mit schwächerer Einstufung schrumpft der Abstand. Rechne deshalb mit dem Satz aus dem Bankangebot, nicht mit dem Beispielwert.
Tilgungsfreie Jahre senken die Anfangsrate, erhöhen aber die Zinskosten. Im selben Beispiel mit 2 tilgungsfreien Jahren zahlst du in den ersten 24 Monaten nur Zinsen von rund 85,63 Euro pro Monat, danach über 96 Monate rund 306 Euro. Die Zinsen steigen auf rund 6.400 Euro. Hinzu kommt die Bereitstellungsprovision: Liegen 25.000 Euro 3 Monate länger als 6 Monate nach Zusage ungenutzt, kosten sie 37,50 Euro pro Monat, also 112,50 Euro. Die KfW bietet keinen Rechner mit persönlichem Zinssatz; der Konditionenanzeiger liefert nur die Tageskonditionen.
Welche Nachteile hat der KfW 270?
Der größte Nachteil des KfW 270 ist, dass er keinen Zuschuss bietet: Die volle Kreditsumme wird zurückgezahlt, der Vorteil liegt allein im verbilligten Zins. Dazu kommen 3 weitere Punkte: der bonitätsabhängige Zins, das Vorbeginnsverbot und die Bereitstellungsprovision. Hinzu kommt die geringe Bankverfügbarkeit für Privatkunden.
Nachteil 1: Zins nach Bonität und Besicherung
Die Bank ordnet dich über Bonität und Sicherheiten einer Preisklasse zu. Mit schwacher Einstufung kann der Förderzins über dem eines normalen Modernisierungskredits liegen. Hol deshalb parallel ein Angebot einer freien Bank ein und vergleiche den effektiven Jahreszins.
Nachteil 2: Vorbeginnsverbot
Der Antrag muss vor jedem rechtlich bindenden Vertrag gestellt sein. Wer den Installationsvertrag vor der Zusage unterschreibt, verliert den Förderanspruch. Warte die Zusage ab und beauftrage erst dann.
Nachteil 3: Bereitstellungsprovision
Auf nicht abgerufene Beträge fallen ab 6 Monaten und 2 Bankarbeitstagen nach der Zusage 0,15 % pro Monat an. Verzögert sich die Installation, steigen die Kosten. Takte den Abruf eng mit dem Bauzeitplan.
Nachteil 4: Wenige Banken für Privatkunden
Nicht jede Bank reicht den 270 an Privatpersonen durch, einzelne verlangen Mindestsummen. Bei kleinen Anlagen ist ein Sofortkredit der Hausbank oft schneller als der KfW-Weg. Der Aufwand lohnt vor allem bei größeren Investitionen.
Ist der KfW 270 2026 noch verfügbar?
Ja, der KfW 270 ist aktiv: Die offizielle KfW-Produktseite führt das Programm weiterhin mit Antragsmöglichkeit nach den Programmbedingungen (Stand: 29. Oktober 2026). Die Verwechslung mit gestoppten Programmen ist häufig, vor allem mit dem KfW 442.
Der Zuschuss KfW 442 „Solarstrom für Elektroautos“ kann nicht mehr beantragt werden; neue Anträge sind nicht möglich. Er startete im September 2023. Auch der frühere Speicherzuschuss KfW 275 ist eingestellt, ebenso der BEG-Zuschuss KfW 461 für Wohngebäude seit dem 27. Juli 2022. Batteriespeicher finanzierst du seither über Kreditprogramme wie den 270. Wer eine Kombination aus PV, Speicher und Wallbox plant, klärt die Wallbox mit der Bank.
Welche Steuervorteile und welche Einspeisevergütung ergänzen den KfW 270?
Drei Instrumente ergänzen den Kredit: der Nullsteuersatz, die Einkommensteuerbefreiung und die EEG-Einspeisevergütung. Der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG setzt die Umsatzsteuer für Lieferung und Installation bestimmter Photovoltaikanlagen sowie zugehöriger Speicher seit dem 1. Januar 2023 auf 0 %. Die gesetzliche Vermutungsregel greift bei einer installierten Bruttoleistung von höchstens 30 kW (peak); zusätzlich gelten die Gebäudebezugsvoraussetzungen. Die Befreiung gilt nicht pauschal für jede Anlage. Für den Kredit heißt das: Die Finanzierungssumme basiert auf dem Nettopreis.
Die
Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG gilt für Einnahmen und Entnahmen aus begünstigten PV-Anlagen für Zeiträume nach dem 31. Dezember 2021. Grundsätzlich liegt die Grenze bei 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 kW (peak) je Steuerpflichtigem. Details stehen im Ratgeber
Photovoltaik-Steuer.
Die
EEG-Einspeisevergütung gilt für Solaranlagen bis 100 kW; die Höhe hängt von Inbetriebnahmedatum, Leistung und Einspeiseart ab. Für Anlagen mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 gelten diese Sätze der Bundesnetzagentur. Die Vergütung läuft unabhängig vom Kredit; Hintergründe zur Degression liefert der Beitrag zur
PV-Einspeisevergütung.
| Anlagenleistung (Inbetriebnahme 1. August bis 31. Dezember 2026) | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|
| bis 10 kW | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| bis 40 kW | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
| bis 100 kW | 5,44 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Volleinspeisung vergütet bei einer Anlage bis 10 kW mit 12,22 ct/kWh deutlich besser als Teileinspeisung mit 7,70 ct/kWh. Wer die Anlage finanziert, rechnet die Rate gegen die Vergütung und den eingesparten Strombezug.
Welche regionalen Zuschüsse ergänzen den KfW 270?
Regionale Zuschüsse kommen von Ländern und Kommunen, nicht von der KfW, und lassen sich je nach den Regeln der KfW und des jeweiligen regionalen Programms mit dem 270 verbinden; dieselben Kostenpositionen dürfen dabei nicht doppelt gefördert werden. Der kommunale Zuschuss senkt die förderfähigen Kosten; auf den Restbetrag nimmst du den Kredit auf. Die folgenden 3 Beispiele geben den zuletzt dokumentierten Programmstand wieder. Prüfe die Konditionen vor dem Antrag beim Programmgeber, denn sie ändern sich.
- Hessen, WI-Bank: Das PV-Anlagen-Darlehen vergibt 10.000 bis 50.000 Euro mit 10 Jahren Laufzeit. Ein Zinszuschuss des Landes von 1,50 Prozentpunkten senkt den nominalen Zins von 5,10 % auf 3,60 % (Stand: 1. Juni 2026); eine Grundschuld ist nicht nötig.
- Frankfurt, Klimabonus: 20 % der förderfähigen Kosten für PV-Anlagen und für Batteriespeicher in Verbindung mit PV, bis zu 50.000 Euro brutto pro Fördersäule und Gebäude.
- Düsseldorf: 1.000 Euro Grundförderung für Anlagen über 1 kWp plus 200 Euro je kWp (bis 45 kWp), maximal 10.000 Euro für die PV-Anlage, und 250 Euro je kWh Speicher, ebenfalls maximal 10.000 Euro.
Häufige Fragen zum KfW 270
Bietet die DKB oder die ING den KfW 270 an?
Das hängt von der einzelnen Bank ab. In einer Finanztip-Stichprobe vom März 2025 boten die DKB und die Hypovereinsbank den 270 für Privatpersonen ab 25.000 Euro an, die ING lehnte ab. Das ist ein älterer Stichtag. Frag die Bank direkt, ob sie den Kredit durchleitet und ab welcher Summe.
Gibt es einen KfW-270-Rechner?
Die KfW bietet keinen Rechner mit persönlichem Zinssatz, weil die Bank den individuellen Zins festlegt. Der KfW-Konditionenanzeiger nennt die Tageskonditionen je Laufzeitvariante. Die Rate kannst du mit der Annuitätenformel aus dem Abschnitt zur Beispielrechnung selbst berechnen. Portale stellen Kalkulatoren bereit, sie ersetzen aber nicht das Bankgespräch.
Gibt es einen KfW-Zuschuss für Photovoltaik oder Batteriespeicher?
Nein, für Standard-Dachanlagen auf Einfamilienhäusern gibt es 2026 keinen KfW-Zuschuss. Der Zuschuss KfW 442 kann nicht mehr beantragt werden, der frühere Speicherzuschuss KfW 275 wird nicht mehr angeboten. PV und Speicher finanzierst du über den Kredit 270, Zuschüsse kommen von Ländern und Kommunen.
Finanziert der KfW 270 die Mehrwertsteuer mit?
Ja, aber nur, wenn der Antragsteller nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Bei Privatpersonen trifft das zu. Greift der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG, der unter bestimmten Voraussetzungen (etwa Installation am Gebäude und bis 30 kW (peak)) für Lieferung und Installation qualifizierter PV-Anlagen und wesentlicher Komponenten gilt, fällt auf die PV-Anlage ohnehin keine Umsatzsteuer an.
Sind Sondertilgungen beim KfW 270 möglich?
Außerplanmäßige Tilgungen hängen vom Kreditvertrag mit der Hausbank ab. Bei vorzeitiger Rückzahlung während der Zinsbindung verlangt die Bank häufig eine Vorfälligkeitsentschädigung, deren Höhe der Vertrag regelt. Klär diesen Punkt vor Vertragsabschluss.
Wird ein Balkonkraftwerk über den KfW 270 gefördert?
Nein. Balkonkraftwerke und Steckeranlagen sind im KfW-Programm 270 nicht förderfähig. Einzelne Kommunen zahlen eigene Zuschüsse; die Stadt Kassel gewährt zum Beispiel 150 Euro pro Haushalt für berechtigte Einwohner, wenn der Antrag vor dem Kauf gestellt wird; das Programm gilt laut Stadt für 2024 bis 2026 und solange Mittel verfügbar sind. Informiere dich bei deiner Stadt oder deinem Stadtwerk.
Für wen lohnt sich der KfW 270?
Der KfW 270 lohnt sich für Antragsteller mit guter Bonität und einem PV- oder Speicherprojekt mit Netzeinspeisung, die kein Eigenkapital binden wollen. Er ist kein Zuschuss, sondern ein zinsgünstigerer Kredit. Vergleiche vor dem Antrag das Bankangebot mit einem freien Modernisierungskredit.
Profil 1: Eigenheimbesitzer mit guter Bonität und ohne Eigenkapital
Wer eine PV-Anlage mit Speicher finanziert und eine günstige Preisklasse erhält, spart gegenüber einem freien Ratenkredit Zinsen, im Beispiel oben rund 4.300 Euro bei den angenommenen Sätzen. Für dieses Profil ist der 270 sinnvoll, sofern die Hausbank ihn durchleitet. Vergleiche die Anlagenkosten im Ratgeber
Photovoltaik Preise.
Profil 2: Schwache Bonität oder anderes Vorhaben
Bei schwacher Einstufung liegt der Zins oft nahe an einem freien Kredit; dann bringt der Förderweg wenig. Plant der Haushalt einen Heizungstausch, ist die BEG-Heizungsförderung nach KfW 458 mit 30 bis 80 % Zuschuss die erste Adresse.
Profil 3: Kleine Anlage oder vorhandenes Eigenkapital
Für kleine Vorhaben scheitert der 270 häufig an der Mindestsumme einzelner Banken, nicht an der KfW. Wer Eigenkapital hat, zahlt ohne Kredit keinen Zins, trägt aber den Renditeverzicht. Steckeranlagen fördert der 270 nicht.