Das Wichtigste in Kürze
- Ein PVT-Modul (Photovoltaik-Thermie) erzeugt in einem einzigen Bauteil gleichzeitig Strom und Wärme, indem es eine PV-Zellschicht auf der Vorderseite mit einem thermischen Absorber auf der Rückseite kombiniert.
- Die aktive Kühlung durch den Absorber steigert den elektrischen Jahresertrag um 5 bis 10 % gegenüber identisch installierten, ungekühlten Standardmodulen.
- Der Gesamtwirkungsgrad (Strom + Wärme) liegt bei kommerziell dokumentierten PVT-Systemen 2026 meist bei rund 50 bis 70 % unter praxisnahen Bedingungen; elektrische Wirkungsgrade von 18–22 % sind bei Premiummodulen realistisch, thermische Wirkungsgrade liegen häufiger im Bereich von etwa 30–70 %, während 80 % Gesamtwirkungsgrad vor allem theoretische Labor- bzw. Prototypwerte darstellen.
- PVT-Module kosten 2026 typischerweise 350 bis 400 Euro pro Quadratmeter, Premiummodelle wie der Sunmaxx PX-1 liegen bei 350–550 Euro/m² bzw. 700–1.100 Euro pro Modul.
- In Kombination mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe sind Jahresarbeitszahlen über 5,0 erreichbar, weil PVT-Kollektoren wärmere Quelltemperaturen liefern als eine reine Erdsonde.
- Die BEG-Heizungsförderung bezuschusst die Wärmepumpe inklusive PVT-Wärmequelle mit bis zu 70 % der förderfähigen Kosten, die für die erste Wohneinheit bei 30.000 Euro gedeckelt sind – eine eigene 70-%-Förderung nur für PVT-Kollektoren gibt es nicht.
- Ungedämmte PVT-Kollektoren (WISC) nehmen auch nachts und bei bewölktem Himmel Umgebungswärme auf und liefern ihrer Wärmepumpe damit rund um die Uhr Energie.
Was ist ein PVT-Modul und wie funktioniert es?
Ein PVT-Modul – kurz für Photovoltaik-Thermie – ist ein Hybridkollektor, der zwei physikalische Prozesse in einem Bauteil vereint: die photovoltaische Umwandlung von Sonnenlicht in Strom und die thermische Aufnahme von Wärme über ein Rohrregister auf der Rückseite. Von vorne unterscheidet sich ein PVT-Modul kaum von einem klassischen PV-Modul; auf der Rückseite befindet sich jedoch ein flacher Metallabsorber, durch den Wasser, Sole oder ein Wasser-Glykol-Gemisch zirkuliert und die Abwärme der Solarzellen aufnimmt.
Ein konventionelles PV-Modul wandelt unter voller Einstrahlung typischerweise nur 18–22 % der Energie in Strom um (Module mit 20–25 % gelten als Premiumprodukte); der Rest wird als Wärme absorbiert, wodurch sich das Modul auf 60–70 °C erhitzt. Pro 10 °C Temperaturanstieg sinkt der elektrische Wirkungsgrad um etwa 3–5 %. Der thermische Absorber eines PVT-Moduls kühlt die Zellen aktiv und hält sie 10–20 Kelvin kühler als ein ungekühltes Modul – das steigert laut Marktanalysen den Jahresstromertrag um 5–10 %.
In der Praxis zeigen dokumentierte PVT-Systeme elektrische Wirkungsgrade von etwa 8–22 % und thermische Wirkungsgrade von etwa 30–70 %, wobei die oberen Werte (18–22 % elektrisch, 40–60 % thermisch) eher Premiummodule beschreiben. Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei aktuell installierten Systemen meist bei rund 50–70 %; 60–80 % sind vor allem theoretisch bzw. bei Niedertemperatur-Prototypen erreichbar – deutlich mehr, als reine Photovoltaik oder reine Solarthermie allein liefern.
Ungedämmte oder gedämmte PVT-Module: Welche Bauart passt wofür?
WISC-Kollektoren: Wärme rund um die Uhr
Ungedämmte PVT-Kollektoren (WISC – Wind and Infrared Sensitive Collectors) besitzen keine rückseitige Dämmung und keine Frontabdeckung. Dadurch nehmen sie nicht nur Sonnenstrahlung, sondern auch Konvektionswärme aus der Umgebungsluft auf – selbst bei bewölktem Himmel oder nachts können sie Umgebungswärme an die Sole übertragen, sofern die angeschlossene Wärmepumpe mit niedrigen Quelltemperaturen arbeitet. Gemessene Soletemperaturen liegen bei Sonneneinstrahlung typischerweise 8–15 °C über der Umgebungstemperatur, ohne Sonne leicht darunter. Diese Bauart ist die bevorzugte Wahl für die Kopplung mit Sole-Wasser-Wärmepumpen, weil sie exakt die Niedertemperaturwärme liefert, die die Wärmepumpe als Quelle benötigt.
Gedämmte Glazed-PVT-Module: Höhere Temperaturen für Warmwasser
Gedämmte PVT-Module besitzen eine transparente Frontabdeckung und rückseitige Isolierung, ähnlich klassischen Solarthermiekollektoren. Sie erreichen höhere Vorlauftemperaturen von typischerweise 30–60 °C, unter günstigen Bedingungen auch bis zu rund 70–80 °C, und eignen sich für Brauchwarmwasser oder Prozesswärme ohne Wärmepumpe. Der Kühleffekt auf die PV-Zellen ist dabei geringer als bei WISC-Modulen, weil die Dämmung Wärmeabgabe an die Umgebung verhindert.
| Merkmal | Ungedämmter WISC | Gedämmter Glazed PVT |
|---|
| Rückseitendämmung | Keine | Vorhanden |
| Frontabdeckung | Keine / minimal | Glas |
| Thermische Vorlauftemperatur | 8–15 °C über Umgebung (bei Sonne) | 30–60 °C (bis 80 °C möglich) |
| Betrieb ohne Sonne | Ja (Umgebungswärme) | Nein |
| Kühleffekt auf PV-Zellen | Hoch | Moderat |
| Hauptanwendung | Sole-Wärmepumpe | Brauchwarmwasser, Prozesswärme |
| Stagnationstemperatur | Niedrig | Hoch (Vorsicht nötig) |
Welche PVT-Hersteller und Modelle gibt es 2026?
Am deutschen und österreichischen Markt sind 2026 unter anderem Sunmaxx/Wagner Solar, Consolar, Triple Solar, DualSun und Prisma aktiv; Produktpaletten und Modellbezeichnungen werden regelmäßig aktualisiert. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Modelle im Überblick.
| Hersteller | Modell | El. Leistung | Besonderheit |
|---|
| Sunmaxx / Wagner Solar | PX-1 | ab 430 Wp | TOPCon-Zellen, ungedämmter Wärmepumpenkollektor |
| Triple Solar | M4 500 XL | 500 Wp | Optimiert für Propan-Wärmepumpe, 32 kg |
| Consolar | SOLINK 510 LH | 510 Wp | Aluminium-Luft-Wärmetauscher, 38 kg |
| PVT Solar | M3 450 XL | 450 Wp | Variable thermische Konfiguration |
| Viessmann | Vitovolt 300 | Standard-PV | Systemintegration in Vitocal-Ökosystem |
| SunStyle | SunStyle PVT | 172 Wp/m² | Architektonisch integrierbar |
Sunmaxx PX-1: Technische Daten
Der Sunmaxx PX-1 (Vertrieb über Wagner Solar) gilt 2026 als meistdiskutiertes PVT-Modul im deutschen Markt. Laut Hersteller weist er eine Bruttofläche von 1,99 m², eine Aperturfläche von 1,97 m² und eine elektrische Nennleistung ab 430 Wp auf; frühere Datenblätter nannten noch 385–395 Wp, diese Varianten wurden mittlerweile durch leistungsstärkere Modelle ersetzt. Bei 1.000 W/m² Einstrahlung, einem Volumenstrom von 144 l/h und 25 °C Umgebungstemperatur erreicht der PX-1 eine thermische Leistung von rund 1.200 W – zusammen mit dem Strom ergibt das eine nutzbare Gesamtleistung von etwa 1.630 W pro Modul. Das Modul wiegt rund 29 kg und ist als ungedämmter Wärmepumpenkollektor für die direkte Kopplung an Sole-Wasser-Wärmepumpen konzipiert; der Druckabfall im Modul liegt bei diesem Volumenstrom im Bereich einiger Dutzend Millibar, was eine sorgfältige hydraulische Auslegung erfordert.
Consolar SOLINK 510 LH und Triple Solar M4
Consolar hat seine SOLINK-Serie Ende 2025 aktualisiert: Der aktuelle SOLINK 510 LH hat eine Bruttofläche von rund 2,28 m², eine elektrische Nennleistung von 510 Wp und wiegt etwa 38 kg; die Flüssigkeitsfüllung liegt je nach Ausführung bei 3,4 bis 4,2 Litern, die Stagnationstemperatur bei rund 70 °C. Triple Solar vertreibt mit der M4-Serie (500 Wp, 32 kg) ein komplettes System aus PVT-Modulen und abgestimmter Sole-Wärmepumpe, das speziell für die Kopplung mit einer Wärmepumpe auf Propan-Basis (R290) entwickelt wurde.
Wie funktioniert die Kombination mit einer Sole-Wärmepumpe?
PVT-Module werden in der Praxis häufig mit Sole-Wasser-Wärmepumpen kombiniert, um Erdsonden oder Erdwärmekollektoren als Wärmequelle zu ersetzen und die Jahresarbeitszahl des Gesamtsystems zu steigern. Die auf dem Dach erwärmte Sole liegt über der Umgebungstemperatur und wird zur Wärmepumpe geführt, die sie auf die für Fußbodenheizung nötige Vorlauftemperatur (typisch 25–40 °C bei neuen Systemen, bis zu 55 °C nur bei älteren Anlagen) anhebt. Gleichzeitig deckt der erzeugte Strom direkt den Eigenverbrauch der Wärmepumpe.
Standard-Sole-Wärmepumpen erreichen Jahresarbeitszahlen von 3,5–4,5. Gut ausgelegte PVT-Wärmepumpensysteme erreichen laut Praxisberichten Werte über 5,0, insbesondere bei Gebäuden mit niedrigen Vorlauftemperaturen, weil die solar erwärmte Sole im Frühjahr, Sommer und Herbst wärmer ist als eine reine
Erdsonde und WISC-Module im Winter zusätzlich Umgebungswärme aufnehmen.
Ein weiterer Systemvorteil: Ein PVT-Sole-Wärmepumpensystem benötigt keine Außenluftgebläse oder Kompressoren im Freien und ist dadurch im Außenbereich sehr geräuscharm – auch wenn der Kompressor im Innengerät weiterhin Betriebsgeräusche erzeugt. Das ist ein Vorteil gegenüber
Luft-Wasser-Wärmepumpen in dicht besiedelten Gebieten, die Betriebsgeräusche von 40–60 dB(A) im Freien erzeugen können.
Welche weiteren Systemfunktionen bietet PVT (Kühlung, Erdsondenregeneration, Eisspeicher)?
Passive Gebäudekühlung durch Nachtabstrahlung
PVT-WISC-Module können im Sommer zur passiven Gebäudekühlung genutzt werden: In klaren Nächten strahlt die Moduloberfläche Wärme in den kalten Nachthimmel ab, wodurch die zirkulierende Sole unter die Umgebungstemperatur abkühlt. Diese Sole kühlt über Fußbodenheizung oder Estrich die Räume passiv; benötigt wird nur die Solepumpe mit geringer Leistung, während eine klassische Klimaanlage für einen vergleichbaren Kühleffekt typischerweise 500–1.500 W pro Raum benötigt.
Thermische Erdsondenregeneration
Wird eine Erdsonde über Jahre nur ausgekühlt, sinkt ihre Quelltemperatur und damit die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe. PVT-Module können im Sommer überschüssige Wärme in das Erdsondenfeld zurückleiten und es so thermisch regenerieren, was die Quelltemperatur im Winter stabilisiert.
Eisspeicher-Kopplung
Ein Eisspeicher ist ein gedämmter Wassertank im Erdreich (typisch etwa 10 bis 50 m³ oder mehr, je nach Gebäudegröße), der im Winter durch Wärmeentzug gefriert und dabei Kristallisationswärme von 334 kJ/kg freisetzt. Im Sommer nutzt das PVT-System überschüssige Wärme, um das Eis wieder aufzutauen und den Speicher für den nächsten Winter zu laden – die Wärmepumpe arbeitet dadurch ganzjährig mit stabileren Quelltemperaturen. Mehr dazu im Beitrag zum
Eisspeicher.
Lohnt sich PVT in Mehrfamilienhäusern und Quartierslösungen?
In Mehrfamilienhäusern konkurrieren PV-Strom und Wärmebedarf oft um dieselbe begrenzte Dachfläche. PVT löst diesen Zielkonflikt, weil jeder Quadratmeter gleichzeitig Strom und Wärme liefert, statt Dachfläche zwischen getrennten PV- und Solarthermieanlagen aufzuteilen.
Ein Anwendungsfeld ist die „kalte Nahwärme": Im Quartiersnetz zirkuliert Wasser mit niedrigen Temperaturen (6–20 °C), das dezentrale Wärmepumpen in jedem Gebäude auf Heiztemperatur anheben; PVT-Module auf den Dächern liefern sowohl den Strom für die Wärmepumpen als auch Basiswärme für das Netz. In gut dimensionierten Systemen kann PVT so einen erheblichen Teil des Endenergiebedarfs eines Quartiers abdecken.
Für die Verteilung des PVT-Stroms an Mieter gewinnen 2026 Systeme zur physischen Direktverteilung an Bedeutung, die den lokal erzeugten Strom vor Einspeisung ins öffentliche Netz an Wohneinheiten verteilen und so Netzentgelte und Bürokratie gegenüber klassischen Mieterstrommodellen reduzieren. Mehr zu Kosten und Fördermöglichkeiten für Mehrfamilienhäuser im Beitrag
Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
Was kosten PVT-Module und PVT-Systeme 2026?
PVT-Module kosten 2026 in der Praxis meist 350–400 Euro pro Quadratmeter Modulfläche; einzelne Premiummodelle sind teurer. Hochwertige Markenmodule liegen laut Herstellerübersichten meist im Bereich von 350–450 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Standard-Photovoltaikmodule mit rund 440 Wp kosten 2026 typischerweise 45–80 Euro pro Modul, was etwa 25–50 Euro pro Quadratmeter entspricht – deutlich weniger als PVT.
Für ein einzelnes PVT-Modul wie den Sunmaxx PX-1 nennt der Hersteller 2026 keinen öffentlichen Listenpreis; die Modulkosten dürften sich im Rahmen der marktüblichen PVT-Preisspanne von rund 350–450 Euro pro Quadratmeter bewegen. Consolar-SOLINK-Kollektoren gelten als Markenprodukt im PVT-Segment, eine belastbare Einordnung im oberen Preisbereich lässt sich jedoch nicht eindeutig belegen.
| Kostenposition | Standard-PV (2026) | PVT-System (2026) |
|---|
| Modulpreis pro m² | 50–80 € | 350–450 € |
| Preis pro Modul (ca. 2 m²) | 100–160 € | 700–1.100 € |
| Installationskosten/kWp | 1.100–1.500 € | 2.500–3.500 € |
| Wärmequelle (Bohrung/Außeneinheit) | ca. 6.000–15.000 € (Erdsonde) | 0 € (Dach ist Quelle) |
| PVT-Kollektorfeld allein (ca. 20 m², ohne Wärmepumpe) | – | 8.000–15.000 € |
| Gesamtsystem EFH (ca. 8–10 kWp) inkl. Wärmepumpe | 25.000–40.000 € | 35.000–50.000 € |
Beispielrechnung: Ein PVT-System mit 10 kWp und Sole-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet 2026 brutto meist zwischen 35.000 und 50.000 Euro, abhängig von Gebäude, Speichergröße und Auslegung. Bei einer angenommenen Investition von 35.000 Euro und förderfähigen Kosten von maximal 30.000 Euro für die erste Wohneinheit ergibt die Basisförderung von 30 % plus Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten (PVT als Sole-Wärmequelle löst diesen Bonus aus) einen Zuschuss von 35 % auf 30.000 Euro, also 10.500 Euro. Mit zusätzlichem Einkommensbonus (zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 40.000 Euro, +30 Prozentpunkte) steigt die Förderung auf bis zu 65 % bzw. 19.500 Euro; der gesetzliche Maximalwert aller Boni liegt bei 70 % bzw. 21.000 Euro der gedeckelten 30.000 Euro. Die Nettoinvestition liegt damit je nach Förderfall zwischen rund 12.250 und 22.750 Euro (bezogen auf die angenommene Gesamtinvestition von 35.000 Euro).
Bei jährlichen Einsparungen von grob 1.200 Euro Stromkosten (PV-Eigenverbrauch, plausibler Bereich etwa 1.000–1.500 Euro) plus rund 300 bis 900 Euro Heizkosten (höhere Jahresarbeitszahl gegenüber Gasheizung) ergibt sich eine Amortisationszeit von etwa 8 bis 12 Jahren nach Förderung. Studien zufolge erreichen PVT-Wärmepumpensysteme kombinierte Energiegestehungskosten in der Größenordnung der Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und Standard-PV; die reinen Stromgestehungskosten einer Standard-PV-Anlage bleiben aber niedriger.
Welche Förderung gibt es für PVT-Systeme 2026?
Deutschland: BEG-Heizungsförderung und 0 % Mehrwertsteuer
Die
BEG-Heizungsförderung bezuschusst nicht PVT-Kollektoren als eigene Kategorie, sondern die Wärmepumpe inklusive notwendiger Umfeldmaßnahmen mit einem Basiszuschuss von 30 % der förderfähigen Kosten. Nutzt die Wärmepumpe Wasser, Erdreich oder – wie bei PVT-Sole-Systemen – eine vergleichbare Umweltwärmequelle, kommt ein Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten hinzu. Beim Austausch einer Öl- oder Gasheizung ist zusätzlich ein Klimageschwindigkeitsbonus von bis zu 20 Prozentpunkten möglich, für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro ein Einkommensbonus von 30 Prozentpunkten; in Summe sind maximal 70 % der förderfähigen Kosten erreichbar. Die förderfähigen Investitionskosten sind für die erste Wohneinheit auf 30.000 Euro gedeckelt, der maximale Zuschuss liegt damit bei 21.000 Euro.
PVT-Kollektoren gelten im BEG-System als Wärmequelle der Wärmepumpe und ihre Kosten fließen als Teil der Wärmepumpen-Investition in die förderfähigen Kosten ein; sie können den Effizienzbonus auslösen, werden aber nicht als eigenständige Technologie mit einer gesonderten Förderung bedacht. Für den Photovoltaik-Anteil gilt seit dem 1. Januar 2023 unbefristet der Nullsteuersatz (0 % Mehrwertsteuer) nach § 12 Abs. 3 UStG auf Lieferung und Installation von Modulen und wesentlichen Komponenten auf oder in der Nähe von Wohngebäuden – unabhängig von einer 30-kWp-Grenze. Seit 1. Januar 2025 gilt für die Einkommensteuerbefreiung von Einspeiseerlösen eine einheitliche Grenze von 30 kW(p) pro Wohn- oder Gewerbeeinheit, zusätzlich begrenzt auf insgesamt 100 kWp pro Steuerpflichtigem bzw. Mitunternehmerschaft; diese Grenzen sind für die Umsatzsteuer nicht relevant.
Österreich: EAG-Investitionszuschuss und Sanierungsbonus
Der österreichische Nullsteuersatz auf Photovoltaikanlagen gilt regulär nur für Umsätze vom 1. Januar 2024 bis 31. März 2025; für Verträge, die bis zum 6. März 2025 abgeschlossen und bis 31. Dezember 2025 fertiggestellt wurden, greift eine Übergangsregelung mit 0 % auf die betroffenen Lieferungen und Leistungen, alle späteren Verträge unterliegen dem regulären Satz von 20 %. Der EAG-Investitionszuschuss 2026 fördert Photovoltaik und Speicher gestaffelt nach Anlagengröße mit 150 Euro/kWp (bis 10 kWp), 140 Euro/kWp (über 10 bis 20 kWp), 130 Euro/kWp (über 20 bis 100 kWp) und 120 Euro/kWp (über 100 bis 1.000 kWp), gedeckelt auf 30 % der förderfähigen Investitionskosten; 2026 sind mehrere Fördercalls mit jeweils begrenztem Budget nach dem Windhundprinzip vorgesehen, deren genauer Zeitplan vor Antragstellung geprüft werden sollte.
Der EAG-Zuschuss ist rein auf die PV- und Speicherkomponente ausgerichtet; eine spezifische Förderung für PVT als Wärmequelle einer Wärmepumpe existiert bundesweit nicht, und Wärmepumpen werden über separate Bundes- oder Landesprogramme gefördert. Der Sanierungsbonus kann für einzelne Maßnahmen wie thermische Sanierungen und Kesseltausch teils bis zu rund 30 % der Investitionskosten abdecken, wobei der genaue Fördersatz vom jeweiligen Förderaufruf und der Maßnahme abhängt.
Schweiz: Pronovo-Einmalvergütung und lokale Elektrizitätsgemeinschaften
In der Schweiz fördert die Förderstelle Pronovo PVT-Anlagen über die Einmalvergütung (KLEIV/GREIV) mit Einmalzahlungen von bis zu 30 % der Investitionskosten; für Anlagen ab 100 kWp mit hohem Winterertrag kommt ein Winterstrombonus hinzu. Seit Anfang 2026 können Betreiber von PV- und PVT-Anlagen im Rahmen lokaler Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) innerhalb eines Netzgebiets Strom direkt an Nachbarn verkaufen; die Netznutzungsgebühr reduziert sich dabei um bis zu 40 %, bei komplexeren Netzkonfigurationen mit mehreren Netzebenen um bis zu 20 %.
Welche statischen und hydraulischen Anforderungen müssen erfüllt sein?
PVT-Module sind schwerer als Standard-PV-Module, weil der Absorber und die Flüssigkeitsfüllung zusätzliches Gewicht bringen. Ein Sunmaxx PX-1 wiegt rund 29 kg, ein Consolar SOLINK 510 LH etwa 38 kg bei rund 3,4 Litern Flüssigkeitsfüllung, während vergleichbare Standard-PV-Module 18–25 kg wiegen. Eine statische Prüfung des Dachaufbaus durch einen Statiker ist vor der Planung eines PVT-Systems daher zwingend notwendig.
| Modul | Gewicht (trocken) | Flüssigkeitsfüllung | Flächenlast (inkl. Montage) |
|---|
| Standard-PV 500 Wp | 18–25 kg | — | ca. 12–18 kg/m² |
| Sunmaxx PX-1 | 29 kg | 0,7–1,2 l | ca. 20–25 kg/m² |
| Consolar SOLINK 510 LH | 38 kg | 3,4 l | ca. 28–33 kg/m² |
| Triple Solar M4 | 32 kg | 1,5 l | ca. 22–28 kg/m² |
Für den Solarkreis empfehlen Hersteller Volumenströme von 50–150 l/h pro Modul; der Sunmaxx PX-1 wird beispielsweise bei 144 l/h vermessen. Der Druckabfall im Modulfeld liegt herstellerabhängig meist bei einigen Dutzend Millibar pro Modul im Nennbetrieb; für Felder bis zehn Module sind Verteilleitungen mit DN 20–25 üblich. Flexible Panzerschläuche und werkzeuglose Stecksysteme vereinfachen die Montage, ersetzen aber keine exakte hydraulische Berechnung zur korrekten Pumpendimensionierung.
Das Solarfluid sollte Frostschutz bis mindestens −20 °C bieten, häufig auch bis −22 bis −26 °C oder tiefer je nach Standort, typischerweise ein Wasser-Propylenglykol-Gemisch mit rund 40 % Propylenglykol und 60 % Wasser. Bei der jährlichen Wartung werden Glykolkonzentration und pH-Wert (Neuwert meist 8–9, Austausch empfohlen unter etwa 7,5), der Anlagendruck (kalter Überdruck am höchsten Punkt rund 0,7–1,5 bar, Gesamtsystemdruck oft 2–3 bar) sowie alle Steckanschlüsse auf Dichtheit geprüft.
Häufige Fragen zu PVT-Modulen
Was ist der Unterschied zwischen PVT und Solarthermie?
Solarthermie erzeugt ausschließlich Wärme und erreicht dabei höhere thermische Temperaturen von bis zu rund 90 °C bei gedämmten Kollektoren. Ein PVT-Modul erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme in einem Bauteil; ungedämmte PVT-Module (WISC) liefern dafür nur Niedertemperaturwärme (5–25 °C über Umgebungstemperatur), sind als Wärmequelle für Sole-Wärmepumpen aber effizienter als reine Solarthermie, weil zusätzlich Strom erzeugt wird.
Welche Nachteile haben PVT-Module?
PVT-Module sind mit 350–450 Euro pro Quadratmeter deutlich teurer als Standard-PV-Module mit rund 40–120 Euro pro Quadratmeter. Sie sind zudem schwerer (29–38 kg je Modul statt 18–25 kg) und erfordern eine zusätzliche Solekreis-Hydraulik samt statischer Dachprüfung. Wirtschaftlich lohnt sich der Aufpreis vor allem, wenn Strom- und Wärmebedarf gleichzeitig hoch sind und die Dachfläche begrenzt ist; bei alleinigem Fokus auf möglichst günstigen Strom sind Standard-PV-Module günstiger.
Was kostet der Sunmaxx PX-1?
Für den Sunmaxx PX-1 nennt der Markt 2026 einen Richtpreis von rund 700 bis 1.100 Euro pro Modul, was etwa 350 bis 550 Euro pro Quadratmeter entspricht. Das Modul liefert ab 430 Wp elektrische Leistung und bei 1.000 W/m² Einstrahlung rund 1.200 W thermische Leistung, zusammen also etwa 1.630 W nutzbare Leistung.
Bietet Viessmann PVT-Module an?
Viessmann bietet mit dem Vitovolt 300 eine PV-Modulreihe an, die gemeinsam mit den Vitocal-Wärmepumpen und dem Energiemanagement als abgestimmte Systemlösung vermarktet wird – technisch handelt es sich dabei aber um Standard-PV-Module und nicht um ein dediziertes PVT-Produkt. Für dediziertes PVT mit thermischem Rückseitenabsorber sind am Markt vor allem Spezialisten wie Sunmaxx/Wagner Solar, Consolar (SOLINK), Triple Solar, DualSun und Prisma (TWL) aktiv, daneben auch weitere Anbieter wie Abora Solar, 2Power, PA-ID und PVT Solar.
Kann eine PVT-Anlage eine Erdsonde vollständig ersetzen?
Ja – ein ausreichend dimensioniertes PVT-Feld in WISC-Bauart kann die Erdsonde als Wärmequelle für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe vollständig ersetzen. Die Dachfläche übernimmt dieselbe Funktion wie das Erdreich und liefert kontinuierlich Niedertemperaturwärme; Erdbohrungen und die damit verbundenen Genehmigungen entfallen dadurch komplett.
Sind PVT-Module für Flachdächer geeignet?
Ja, auf Flachdächern werden PVT-Module meist mit Aufständerung montiert. Wegen des höheren Modulgewichts von 29–38 kg gegenüber 18–25 kg bei Standard-PV ist eine statische Prüfung zwingend; bei Ballastierung statt Dachdurchdringung liegen die Gesamtflächenlasten typischerweise bei rund 20–35 kg/m² und können in Ausnahmefällen mit hohem Wind- oder Schneeeinfluss auf bis zu etwa 45–110 kg/m² steigen.
Für wen lohnt sich ein PVT-System?
Sinnvoll bei diesen Voraussetzungen
PVT lohnt sich besonders, wenn Dachfläche knapp ist, aber sowohl hoher Strom- als auch hoher Wärmebedarf besteht – pro Quadratmeter liefert PVT mehr Nutzenergie als PV oder Solarthermie allein. Wo Erdbohrungen aus geologischen, baulichen oder rechtlichen Gründen (Stadtgebiet, Wasserschutzgebiet, felsiger Untergrund) nicht möglich sind, ersetzt ein WISC-PVT-Feld die Erdsonde als Wärmequelle für eine Sole-Wärmepumpe. In sanierten Altbauten mit Flächenheizung ermöglicht die Kombination aus PVT und effizienter Sole-Wärmepumpe eine vollständige Dekarbonisierung von Strom und Wärme aus einem System. Auch dort, wo Luft-Wasser-Wärmepumpen wegen Lärmauflagen abgelehnt werden, ist ein geräuschloses PVT-Sole-System oft die einzige praktikable Vollversorgungslösung.
Weniger geeignet bei diesen Voraussetzungen
In sehr gut gedämmten Passivhäusern mit minimalem Heizwärmebedarf lohnt die komplexere PVT-Hydraulik meist nicht; eine reine PV-Anlage mit Luft-Wärmepumpe ist einfacher und günstiger. Wer genügend Dachfläche für getrennte, jeweils optimal ausgerichtete PV- und Solarthermieflächen hat, erzielt mit zwei Einzelsystemen oft bessere Einzelerträge als mit einem kombinierten PVT-Feld. Und wer primär möglichst günstigen Strom will, ist mit Standard-PV-Modulen (rund 30–85 Euro/m²) günstiger unterwegs als mit PVT (350–450 Euro/m²).