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Erdsonde Wärmepumpe: Kosten, JAZ und Lebensdauer 2026

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Das Wichtigste in Kürze

  • JAZ 4,3 im Mittel (Spanne 3,6–5,4) bei Erdsonden-Wärmepumpen gegenüber JAZ 3,4 (2,6–4,9) bei Luft-Wärmepumpen im Fraunhofer-Feldtest.
  • 25 bis 35 Prozent weniger Stromverbrauch als eine Luft-Wärmepumpe bei vergleichbarer Heizlast.
  • Gesamtinvestition von 25.000 bis 40.000 Euro für eine typische Erdsonden-Wärmepumpe im Einfamilienhaus.
  • Bohrkosten von 50 bis 120 Euro pro Meter, in Fels- oder Stadtlagen teils bis 150 Euro.
  • Bis zu 70 Prozent Förderung über KfW 458 für ein selbstgenutztes Einfamilienhaus, mit einem Basis-Höchstzuschuss von 21.000 Euro bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten; mit Emissionsminderungs-Zuschlag für Biomasseheizungen kann die Förderung insgesamt höher liegen.
  • Erdsonden halten 50 bis 100 Jahre, die Wärmepumpe selbst muss nach 15 bis 25 Jahren ersetzt werden.
  • Ab 100 Meter Bohrtiefe wird zusätzlich zur Wasserbehörde eine bergrechtliche Anzeige nötig.

Was ist eine Erdsonde und wie tief wird sie gebohrt?

Eine Erdsonde ist ein senkrechtes Rohrsystem aus Polyethylen (PE), das in ein Bohrloch eingebracht wird. Darin zirkuliert eine Sole aus Wasser und einem Frostschutzmittel, die dem Erdreich Wärme entzieht und sie zur Wärmepumpe transportiert. Im Verdampfer der Wärmepumpe gibt die Sole ihre Wärme an das Kältemittel ab, das anschließend komprimiert, im Verflüssiger an das Heizungswasser abgegeben und über ein Expansionsventil wieder entspannt wird. Übliche Bohrtiefen liegen zwischen 40 und 150 Metern, abhängig von Heizlast und Bodenbeschaffenheit. Die oberen 10 bis 15 Meter sind noch von saisonalen Temperaturschwankungen beeinflusst; erst ab etwa 15 Metern Tiefe ist die Erdreich-Temperatur nahezu konstant und liegt in Deutschland typischerweise bei 8 bis 12 Grad Celsius – unabhängig von Jahreszeit und Außentemperatur. Für die Qualifikation der Bohrunternehmen und die technische Ausführung gilt das DVGW-Arbeitsblatt W 120-2. Es legt Anforderungen an oberflächennahe Geothermie-Bohrungen fest, enthält aber keine normative Garantie für eine bestimmte Lebensdauer der Rohre – diese ergibt sich aus den Materialeigenschaften von PE und aus Praxiserfahrungen.

Wie hoch ist die Jahresarbeitszahl einer Erdsonden-Wärmepumpe wirklich?

Die entscheidende Kennzahl für die Effizienz ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) – das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Der Fraunhofer-Feldtest 'WPsmart im Bestand' hat dazu reale Betriebsdaten aus 77 Anlagen ausgewertet. Erdsonden-Wärmepumpen erreichten dabei im Mittel eine JAZ von 4,3, mit einer Spanne von 3,6 bis 5,4. Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im selben Projekt im Mittel nur auf JAZ 3,4, mit einer Spanne von 2,6 bis 4,9. Ein früherer Fraunhofer-Feldtest im Gebäudebestand bestätigte den Trend: Dort lag die mittlere JAZ von Luft-Wärmepumpen bei etwa 3,3, während erdgekoppelte Anlagen zwischen 3,6 und 5,2 erreichten. Aus der Differenz der mittleren JAZ-Werte folgt ein um etwa 25 bis 35 Prozent niedrigerer Stromverbrauch der Erdsonde gegenüber der Luft-Wärmepumpe bei vergleichbarer Heizlast. Ein Grund für die Stabilität ist, dass die Jahresarbeitszahl der Erdsonde kaum von der Außentemperatur abhängt. Vollständig verzichten Erdsonden-Systeme auf elektrische Zusatzheizer aber nicht immer: Bei unterdimensionierten Sondenfeldern oder sehr hohen Vorlauftemperaturen kann auch hier ein Heizstab als Rückfallebene sinnvoll sein.
SystemMittlere JAZ (Feldtest)Spanne
Erdsonden-Wärmepumpe (Sole-Wasser)4,33,6 – 5,4
Luft-Wasser-Wärmepumpe3,42,6 – 4,9

Was kostet eine Erdsonde-Wärmepumpe 2026?

Eine komplette Erdsonden-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus verursacht insgesamt deutlich höhere Investitionskosten als eine vergleichbare Luft-Wärmepumpe, wenn Bohrung, Installation und Zubehör zusammengerechnet werden. Grob orientieren können sich Bauherren an Kostenblöcken für die Wärmepumpe selbst, die Bohrung und einen optionalen Pufferspeicher, deren genaue Höhe stark vom Anbieter und Projekt abhängt. Die reinen Bohrkosten liegen typischerweise bei 50 bis 100 Euro pro Meter, in Fels-Untergrund oder dichter städtischer Bebauung sind bis zu 120 bis 150 Euro pro Meter möglich. Für Bohrtiefen bis 100 Meter werden häufig 50 bis 75 Euro pro Meter in leichterem Untergrund berechnet, in härteren Felsregionen rund 80 bis 100 Euro, in besonders schwierigen Verhältnissen laut manchen Quellen bis zu 120 oder 130 Euro. Eine Sonde mit 100 bis 150 Metern Tiefe kostet damit üblicherweise etwa 8.000 bis 15.000 Euro für Bohrung und zugehörige Installationsarbeiten, abhängig stark von den Bodenverhältnissen und dem Leistungsumfang. Die Kosten schwanken regional deutlich: In norddeutschen Sand- und Kiesböden ist die Bohrung meist günstiger als in Mittelgebirgs-Lagen mit Schluff- und Tonböden, während am süddeutschen Alpenrand mit Fels-Untergrund die höchsten Meterpreise anfallen.
KostenpositionBetrag
Gesamtinvestition Erdsonden-Wärmepumpe (EFH)25.000 – 40.000 €
Wärmepumpe (Gerät)15.000 – 20.000 €
Bohrung (gesamt)3.500 – 10.000 €
Pufferspeicher (optional)1.000 – 3.000 €
Bohrkosten pro Meter50 – 100 € (bis 120–150 € bei schwierigem Untergrund)
Sonde 100–150 m komplett8.000 – 15.000 €

Wie viel Förderung gibt es für Erdsonden-Wärmepumpen über KfW 458?

Seit Ende 2023 läuft die staatliche Förderung für den Heizungstausch mit Wärmepumpe nicht mehr über das BAFA, sondern über das KfW-Zuschussprogramm 458 ('Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude'). Das BAFA fördert seither weiterhin andere Effizienzmaßnahmen nach BEG EM, deren Fördersatz je nach Maßnahme und Bonuskombination unterschiedlich ausfällt, aber nicht mehr den Heizungstausch selbst. Bei KfW 458 beträgt die Grundförderung 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Hinzu kommt ein Effizienz-Bonus von 5 Prozent für Wärmepumpen mit Erdreich, Wasser, Abwasser oder natürlichem Kältemittel als Wärmequelle. Wer eine funktionstüchtige fossile Heizung fristgerecht ersetzt, erhält zusätzlich den Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 Prozent. Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro kommt ein Einkommens-Bonus von 30 Prozent hinzu. In Summe sind so bis zu 70 Prozent Förderung möglich. Die förderfähigen Kosten sind pro Wohneinheit auf 30.000 Euro begrenzt, der maximale Zuschuss liegt damit bei 21.000 Euro. Die Bohrkosten der Erdsonde zählen als Umfeldmaßnahme zu den förderfähigen Kosten – ein separates bundesweites Förderprogramm, das pauschal einen festen Betrag pro Bohrmeter bezuschusst, existiert derzeit nicht. Details zu Antragsweg und Fristen liefert der Beitrag zur KfW-Förderung.
FörderbausteinHöheVoraussetzung
Grundförderung30 %Heizungstausch mit Wärmepumpe
Effizienz-Bonus5 %Wärmequelle Erdreich, Wasser, Abwasser oder natürliches Kältemittel
Klimageschwindigkeits-Bonus20 %Ersatz einer funktionstüchtigen fossilen Heizung
Einkommens-Bonus30 %Zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40.000 €
Maximale Förderquote70 %Kombination aller Boni
Förderfähige Kosten (Kappungsgrenze)30.000 € pro Wohneinheit
Maximaler Zuschuss21.000 €bei 70 % auf 30.000 € förderfähige Kosten

Wie lange hält eine Erdsonde und wann muss die Wärmepumpe ersetzt werden?

Erdsonden selbst gelten als extrem langlebig. Fachquellen wie der Bundesverband Wärmepumpe gehen bei fachgerecht installierten Sonden von einer typischen Lebensdauer von bis zu 100 Jahren aus, andere Quellen nennen konservativ 50 bis 100 Jahre. Grund ist das chemisch inerte PE-Material, das im Erdreich weder UV-Strahlung noch Frost-Tau-Wechseln ausgesetzt ist. Praxiserfahrungen aus der Schweiz bestätigen eine Lebensdauer von deutlich über 50 Jahren für die im Boden liegenden Rohre. Anders sieht es bei der Wärmepumpe selbst aus: Sie hält üblicherweise 20 bis 25 Jahre, wobei der Verdichter typischerweise nach etwa 15 bis 20 Jahren, in Einzelfällen bis zu 25 Jahren, ersetzt werden muss. Umwälzpumpen und Verteilerarmaturen im Sole-Kreislauf haben unter den Komponenten im System meist die kürzeste Lebensdauer. Wichtig für die Wirtschaftlichkeit: Beim Austausch der Wärmepumpe nach 20 bis 25 Jahren bleibt die Sonde im Boden erhalten, sodass in der Regel nur Gerät und Installation erneuert werden müssen. Mehr zu Ausfallursachen und Austauschzyklen zeigt der Beitrag zur Lebensdauer von Wärmepumpen.
KomponenteTypische Lebensdauer
Erdsonde (PE-Rohre im Boden)50 – 100 Jahre (BWP: bis zu 100 Jahre)
Wärmepumpe (Gerät/Verdichter)20 – 25 Jahre (Verdichter oft 15 – 20 Jahre)
Umwälzpumpen / Verteilerarmaturenmeist kürzeste Lebensdauer im System

Welche Genehmigung braucht eine Erdsondenbohrung?

Jede Erdsondenbohrung muss der zuständigen Unteren Wasserbehörde angezeigt werden; je nach Bundesland und Einzelfall, etwa bei Grundwassernutzung oder besonderen Gefährdungstatbeständen, ist zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Ab Bohrtiefen von über 100 Metern gelten zusätzlich die bergrechtlichen Vorschriften nach Paragraf 127 Bundesberggesetz: Beginn und Einstellung der Bohrarbeiten müssen mindestens zwei Wochen vorher bei der zuständigen Bergbehörde angezeigt werden. Bei rein privater Nutzung auf dem eigenen Grundstück bis 100 Meter Tiefe entfallen in der Regel die zusätzlichen bergrechtlichen Anzeige- und Genehmigungspflichten, wasserrechtliche Anzeige- oder Erlaubnispflichten bleiben davon aber unberührt. Der Geologische Dienst NRW verlangt beispielsweise, dass jedes Vorhaben zur Erdwärmenutzung der Unteren Wasserbehörde angezeigt wird; die bergrechtliche Anzeige bei Bohrungen über 100 Meter gilt unabhängig vom Bundesland nach Paragraf 127 Bundesberggesetz. In Wasserschutzgebieten der Zone I ist eine Bohrung grundsätzlich ausgeschlossen, in den Zonen II und III sinkt die Genehmigungswahrscheinlichkeit deutlich und hängt stark vom Einzelfall ab. Eine unverbindliche Vorabfrage bei der Wasserbehörde liefert oft schon nach kurzer Zeit eine erste Einschätzung, ob eine Bohrung am Standort grundsätzlich genehmigungsfähig ist – das schützt vor unnötigen Ausgaben für Gutachten und Detailplanung.

Wie wird die Erdsondenanlage richtig dimensioniert?

Die korrekte Auslegung entscheidet darüber, ob die JAZ über Jahrzehnte stabil bleibt oder absinkt. Zwei Stellschrauben sind besonders wichtig: der Abstand zwischen mehreren Sonden und die genaue Kenntnis der Bodenwärmeleitfähigkeit.

Sondenabstand

Bei mehreren Sonden auf einem Grundstück muss ausreichend Abstand eingehalten werden, damit sich die Abkühlungszonen im Erdreich nicht gegenseitig überlappen und sich der Boden im Sommer thermisch regenerieren kann. Wird der Abstand zu gering gewählt, sinkt die Sole-Temperatur über mehrere Jahre spürbar, was die JAZ verschlechtert. Wie stark sich die Entzugsleistung je Meter Sonde je nach Bodenart unterscheidet, zeigt eine detaillierte Berechnung nach VDI 4640.

Bodengutachten und Thermal Response Test

Die Wärmeleitfähigkeit des Bodens bestimmt, wie viel Leistung pro Meter Sonde entzogen werden kann – trockener Sand liefert deutlich weniger als feuchter Ton. Ein geologisches Gutachten schafft hier Planungssicherheit; bei größeren Anlagen wird zusätzlich ein Thermal Response Test (TRT) durchgeführt, bei dem eine Testsonde 48 bis 72 Stunden thermisch belastet wird, um den Lambda-Wert vor Ort exakt zu bestimmen. Ein TRT kostet in der Praxis üblicherweise in der Größenordnung von etwa 2.000 bis 5.000 Euro und lohnt sich vor allem bei größeren oder unsicheren Projekten, während er bei einzelnen Einfamilienhaus-Sonden seltener zum Einsatz kommt.

Spreizung

Die Spreizung ist die Temperaturdifferenz zwischen Sole-Vorlauf und -Rücklauf am Wärmetauscher der Wärmepumpe. Als Auslegungsgröße gilt auf der Sole-Seite häufig ein Zielwert von etwa 3 Kelvin: Kleinere Spreizungen bedeuten im Mittel eine höhere Sole-Temperatur und damit eine bessere Effizienz, erfordern aber einen höheren Durchfluss und damit mehr Pumpenstrom. Steigt die Spreizung dauerhaft über 10 Kelvin, deutet das auf ein hydraulisches Problem oder einen zu geringen Durchfluss hin und sollte technisch geprüft werden.

Erdsonde oder Luft-Wärmepumpe – was lohnt sich über die Nutzungsdauer?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist bei der Anschaffung günstiger, verzichtet aber auf die stabile Erdreich-Temperatur. Über den gesamten Lebenszyklus gleicht sich der Anschaffungsvorteil durch den höheren Stromverbrauch und die kürzere Nutzungsdauer der Anlage teilweise wieder aus. Wer sich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe statt einer Erdsonde entscheidet, sollte diese laufenden Mehrkosten in die Kalkulation einbeziehen.

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Erdsonde oder Erdwärmekorb bei kleinen Grundstücken?

Bei Grundstücken unter 400 Quadratmetern konkurriert die Erdsonde vor allem mit Erdwärmekörben, die typischerweise in etwa 2,5 bis 4 Meter Tiefe versenkt werden. Die Kosten pro Korb liegen je nach Quelle im Bereich von einigen hundert bis wenigen tausend Euro, ein typisches Einfamilienhaus benötigt meist 6 bis 10 Körbe. Körbe brauchen insgesamt spürbar mehr Fläche als eine einzelne kompakte Bohrstelle, sind aber dort eine Option, wo eine Tiefenbohrung wasserrechtlich nicht genehmigt wird. Die Lebensdauer beider Systeme liegt in einer ähnlichen Größenordnung von mehreren Jahrzehnten, solange die PE-Rohre fachgerecht verlegt wurden.

Welche Nachteile hat eine Erdsonden-Wärmepumpe?

Trotz der hohen Effizienz ist die Erdsonde nicht für jedes Grundstück und jedes Budget die richtige Wahl. Die wichtigsten Einschränkungen im Überblick:
  • Hohe Anfangsinvestition von grob 25.000 bis 40.000 Euro als Orientierungsgröße, je nach System und Bohrtiefe auch abweichend – deutlich mehr als bei einer vergleichbaren Luft-Wärmepumpe.
  • Genehmigungspflicht bei der Unteren Wasserbehörde; in Wasserschutzgebieten der Zone I ist eine Bohrung grundsätzlich ausgeschlossen.
  • Bohrtiefe hängt stark von der Geologie ab – ohne Bodengutachten drohen Über- oder Unterdimensionierung des Sondenfelds.
  • Zusätzliches bergrechtliches Verfahren, sobald die Bohrung tiefer als 100 Meter reicht oder 0,2 Megawatt thermische Leistung überschreitet.
  • Kein vollständiger Verzicht auf Zusatzheizer garantiert, wenn das Sondenfeld unterdimensioniert ist oder sehr hohe Vorlauftemperaturen benötigt werden.
  • Höherer Koordinationsaufwand durch die Einbindung von Wasserbehörde, Fachbetrieb und gegebenenfalls Landesbergamt vor Baustart.

Wie läuft die Planung und Installation einer Erdsonde ab?

Von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme vergehen bei einer Erdsonden-Wärmepumpe üblicherweise mehrere Wochen bis wenige Monate. Die folgenden Schritte haben sich in der Praxis bewährt:
  • Vorabfrage bei der Wasserbehörde: Klärung, ob eine Bohrung am Standort grundsätzlich genehmigungsfähig ist, meist innerhalb kurzer Zeit.
  • Geologisches Gutachten: Bestimmung der Bodenwärmeleitfähigkeit und der erforderlichen Sondenlänge.
  • Detailplanung: Heizlastberechnung, Auslegung der Wärmepumpe und Planung des Sondenfelds mit ausreichendem Sondenabstand.
  • Genehmigungsantrag bei der Unteren Wasserbehörde, bei tieferen Bohrungen zusätzlich beim Landesbergamt.
  • Ausschreibung bei mehreren Fachbetrieben mit Qualifikation nach DVGW-Arbeitsblatt W 120-2.
  • Bohrung, Verpressung und Installation der Wärmepumpe inklusive Drucktest der Sole-Leitungen.
  • Inbetriebnahme mit Sole-Befüllung, hydraulischem Abgleich und Einstellung der Heizkurve.

Häufige Fragen zur Erdsonde-Wärmepumpe

Funktioniert die Erdsonde auch im Altbau mit alten Heizkörpern?

Ja. Auch mit klassischen Heizkörpern und höheren Vorlauftemperaturen bleibt die Erdreich-Temperatur stabil, was die Erdsonde gegenüber einer Luft-Wärmepumpe begünstigt. Die Jahresarbeitszahl sinkt zwar gegenüber dem Betrieb mit Fußbodenheizung, bleibt im Feldtest-Mittel aber weiterhin deutlich vor Luft-Wärmepumpen. Eine Sanierung auf größere Heizkörper oder eine Flächenheizung verbessert die Effizienz zusätzlich.

Kann man die Erdsonde selbst bohren?

Nein. Die Bohrung erfordert Spezialgerät, Fachkenntnis und in der Regel eine wasserrechtliche Genehmigung, die üblicherweise an qualifizierte Fachbetriebe erteilt wird. Fehler bei der Verpressung oder beim Durchstoßen wasserführender Schichten können das Grundwasser gefährden. Wird kein qualifizierter Fachbetrieb beauftragt, drohen Probleme bei Genehmigung, Förderung und Gewährleistung, auch wenn dies nicht in jedem Fall automatisch zum vollständigen Wegfall führt.

Schadet die Wärmeentnahme dem Erdreich langfristig?

Nein, sofern die Anlage korrekt dimensioniert ist. Das Erdreich regeneriert sich über Sonneneinstrahlung, Grundwasserströmung und geothermischen Wärmefluss von unten. Bei ausreichendem Sondenabstand und korrekter Dimensionierung bleibt die Boden-Temperatur um die Sonde weitgehend stabil, auch wenn sie je nach Betriebsstunden und Regeneration über die Zeit leicht schwanken kann. Nur bei zu kurzen Sonden oder zu geringem Abstand zwischen mehreren Bohrungen sinkt die Temperatur dauerhaft merklich – das ist dann ein Planungsfehler und keine systembedingte Schwäche der Technologie.

Lohnt sich die Erdsonde bei steigenden Strompreisen noch?

Ja, bei steigenden Strompreisen wird der Effizienzvorteil sogar wichtiger. Da die Erdsonde im Schnitt spürbar weniger Strom verbraucht als eine Luft-Wärmepumpe, wächst die absolute Ersparnis mit jedem Cent, den der Strompreis steigt. Die Kombination mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage senkt die laufenden Kosten zusätzlich, da selbst erzeugter Solarstrom deutlich günstiger ist als Netzstrom.

Ist die Erdsonde auch bei hohem Grundwasserspiegel möglich?

Ja, hoher Grundwasserspiegel ist für die Effizienz sogar vorteilhaft, weil die Wasserströmung die thermische Regeneration des Erdreichs beschleunigt. Die Genehmigung wird dadurch aber strenger geprüft, weil die Wasserbehörde eine Gefährdung des Grundwassers ausschließen muss. In solchen Gebieten kann die Wasserbehörde zudem bestimmte, besonders umweltverträgliche Sole-Mittel vorschreiben, und ein Drucktest der Leitungen ist vor Inbetriebnahme zwingend.

Wie oft muss die Sole gewechselt werden?

In der Regel nie vollständig, da es sich um ein geschlossenes System ohne Kontakt zur Atmosphäre handelt. Eine regelmäßige Prüfung der Frostschutz-Konzentration ist empfehlenswert, wobei manche Hersteller sogar jährliche Kontrollen empfehlen; bei Bedarf wird lediglich Frostschutzmittel nachgefüllt. Ein kompletter Sole-Wechsel ist nur nach einer Leckage oder Verschmutzung des Systems notwendig.

Für wen lohnt sich eine Erdsonden-Wärmepumpe?

Die Erdsonde ist die effizienteste Wärmequelle für Wärmepumpen, aber nicht immer die wirtschaftlichste Lösung. Drei Faktoren entscheiden, ob sich die höhere Anfangsinvestition lohnt.

Kleines Grundstück

Bei Grundstücken unter 300 bis 400 Quadratmetern ist die Erdsonde oft die einzige erdgekoppelte Option, da Flächenkollektoren mehrere Hundert Quadratmeter benötigen und Erdwärmekörbe mit rund 80 bis 120 Quadratmetern ebenfalls mehr Platz brauchen als eine einzelne Bohrstelle. Für eine Bohrstelle reichen 10 bis 30 Quadratmeter, sodass die Erdsonde auch auf sehr kleinen Grundstücken machbar bleibt, wenn die Genehmigung erteilt wird.

Begrenztes Budget

Wer einen Eigenanteil unter 20.000 Euro anstrebt, kommt bei einer Erdsonde selbst mit Förderung oft nicht aus, wenn keine hohe Bonuskombination greift. In diesem Fall ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit niedrigerem Invest der pragmatischere Einstieg, mit der Option, beim nächsten fälligen Austausch der Wärmepumpe selbst in 15 bis 25 Jahren auf eine Erdsonde umzusteigen, da das Erdreich-Quellensystem deutlich länger nutzbar bleibt.

Langfristiger Zeithorizont

Wer das Haus länger als 15 Jahre selbst nutzt, profitiert am stärksten von der Erdsonde: Die lange Lebensdauer der Sonde von 50 bis 100 Jahren erlaubt es, beim späteren Wärmepumpen-Austausch nur Gerät und Installation zu erneuern, während die kostenintensive Bohrung entfällt. In Kombination mit dem dauerhaft niedrigeren Stromverbrauch macht das die Erdsonde zur langfristig wirtschaftlichsten Lösung unter den erdgekoppelten Systemen.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen