Das Wichtigste in Kürze
- Eine Wärmepumpe lässt sich in den meisten Bestandsgebäuden nachrüsten – auch ohne Fußbodenheizung, auch im Altbau. Entscheidend ist die erreichbare Vorlauftemperatur ≤ 55 °C.
- Kosten 2026: Luft-Wasser-WP komplett installiert ca. 14.000–26.000 Euro brutto. Sole-Wasser-WP (Erdsonde) ca. 20.000–40.000 Euro. Praxisbeispiel 8-kW-Monoblock R290: 21.700 Euro komplett.
- Förderung KfW 458: Bis zu 70 % Zuschuss – Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeits-Bonus 20 % + Einkommens-Bonus 30 %. Max. Zuschuss 21.000 Euro (30.000 Euro förderfähige Kosten, EFH).
- Jedes Grad Celsius weniger Vorlauftemperatur steigert die Effizienz der Wärmepumpe um 2–3 % – hydraulischer Abgleich ist deshalb Pflicht vor der Inbetriebnahme.
- Praxisdaten 2026: Altbau 1897, gemischte Heizflächen (FBH + Radiatoren) → COP 3,04 bei −2 °C. Saniertes Haus 1959, nur Radiatoren → COP 4,52 bei −0,1 °C. Unsaniertes Reihenendhaus, nur Radiatoren → COP 3,8.
- R290 (Propan) als Kältemittel: GWP = 3 (statt 675 für R32), Vorlauf bis 75 °C möglich – ideal für unsanierten Altbau mit hohen Vorlaufanforderungen. Alle Marktführer (Viessmann, Buderus, Vaillant, Wolf, Bosch) bieten 2026 R290-Modelle an.
- Gasheizung + WP = Hybrid: WP deckt ca. 70–80 % der Jahresheizenergie, Gastherme übernimmt Spitzenlast. Vollständige Hybridanlage: ca. 17.000–27.000 Euro (nur WP-Teil) bis 36.000–55.000 Euro (Komplett-Hybrid).
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Wärmepumpe nachrüsten im Altbau: Ist das möglich?
Die häufigste Frage lautet: "Geht das bei mir überhaupt?" Die Antwort ist fast immer ja – mit der richtigen Vorbereitung.
Der entscheidende Prüfparameter ist die Vorlauftemperatur. Wärmepumpen arbeiten effizient, wenn das Heizwasser nicht zu heiß sein muss. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto höher der COP (Coefficient of Performance) und desto niedriger der
Stromverbrauch.
Vorlauftemperatur und Effizienz im Zusammenhang:
| Vorlauftemperatur | Typischer COP (Luft-WP, 0 °C Außentemperatur) | Effizienz |
|---|
| 35 °C | 4,5–5,5 | Sehr gut (Fußbodenheizung) |
| 45 °C | 3,5–4,5 | Gut (optimierte Radiatoren) |
| 55 °C | 2,8–3,5 | Akzeptabel |
| 65 °C | 2,2–2,8 | Grenzwertig (R290 möglich) |
| 75 °C | 1,8–2,3 | Nur mit HT-Wärmepumpe |
Was das bedeutet: Wer im Altbau die Vorlauftemperatur von 70 °C (typisch altes Radiatorensystem) auf 55 °C senkt, steigert die Effizienz um ca. 30–45 %. Das gelingt durch hydraulischen Abgleich, korrekt eingestellte
Heizkurve und ggf. Tausch einiger kritischer Heizkörper.
Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung nachrüsten
Stimmt der Mythos "Wärmepumpe braucht Fußbodenheizung"?
Dieser Mythos ist widerlegt. Fraunhofer-Feldtests zeigen im Altbau ohne Fußbodenheizung JAZ um 3,4, wenn Heizkörper angepasst und hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde.
Was stattdessen nötig ist:
- Hydraulischer Abgleich (Volumenströme aller Heizkörper einregulieren)
- Korrekte Heizkurve einstellen (Vorlauftemperatur anpassen)
- Kritische Heizkörper prüfen: Welche Räume werden kalt bei abgesenkter Vorlauftemperatur?
Welche Heizkörper sind kritisch?
Kritische Heizkörper sind solche, die bei niedrigerer Vorlauftemperatur den Raum nicht mehr auf Solltemperatur bringen. Das passiert, wenn:
- Der Heizkörper zu klein dimensioniert ist (historisch für 70/55-°C-Systeme berechnet)
- Der Raum hohe Verluste hat (schlecht isolierte Außenwand, große Fenster)
Lösung ohne Komplettumbau:
- Niedertemperatur-Heizkörper: Größere Heizfläche, gleiche Leistung bei 45 statt 70 °C
- Wärmepumpenheizkörper (Gebläsekonvektor): Integrierter Lüfter steigert Wärmeabgabe um 30–50 % ohne Flächenvergrößerung
- Nur betroffene Räume tauschen: Oft reicht der Tausch von 2–3 kritischen Heizkörpern
Kosten Heizkörpertausch: 300–800 Euro pro Heizkörper inkl. Montage.
Praxisdaten: Reale COP-Werte in Altbauten ohne FBH
Feldmessungen aus Nutzerberichten (Januar 2026, externe Temperaturen −2 °C bis +1 °C):
| Gebäude | Baujahr | Heizflächen | Außentemperatur | COP |
|---|
| EFH, 200 m² | 1897 | FBH (EG) + Radiatoren (OG) | −2 °C | 3,04 |
| EFH, saniert | 1959 | 10 Radiatoren | −0,1 °C | 4,52 |
| REH, 150 m², unsaniert | 1970er | nur Radiatoren | −0,2 °C | 3,8 |
Was diese Daten bedeuten: Ein COP unter 2,5 – der Break-even gegenüber Gas bei typischen Energiepreisen – tritt nur auf, wenn Vorlauftemperaturen über 50 °C mit zweistelligen Minusgraden zusammentreffen. In normalen Betriebsbedingungen ist auch der Altbau mit Radiatoren wirtschaftlich.
Wärmepumpe nachrüsten Kosten 2026
Luft-Wasser-Wärmepumpe: Kostenstruktur
| Position | Kosten |
|---|
| Wärmepumpengerät (6–12 kW) | 10.000–18.000 € |
| Installation, Hydraulik, Rohrleitungen | 2.000–6.000 € |
| Demontage Altanlage | ca. 2.000 € |
| Elektrik (Zählerkasten, Absicherung) | 1.000–3.000 € |
| Pufferspeicher / Warmwasserspeicher | 800–2.500 € |
| Hydraulischer Abgleich | 500–1.500 € |
| Gesamtkosten | 14.000–26.000 € |
Praxisbeispiel 8-kW Luft-WP R290: 21.700 Euro brutto komplett installiert – inkl. Gerät, Hydraulik, Pufferspeicher, Elektrik, Demontage Ölkessel.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde): Kostenstruktur
| Position | Kosten |
|---|
| Wärmepumpengerät (8–15 kW) | 12.000–18.000 € |
| Erschließung (Bohrung/Kollektor) | 6.000–20.000 € |
| Installation, Hydraulik | 2.000–5.000 € |
| Elektrik, Demontage | 2.000–4.000 € |
| Gesamtkosten | 20.000–40.000 € |
Warum der große Kostenunterschied bei Erschließung: Eine Erdsondenbohrung kostet ca. 50–80 Euro/Laufmeter. Eine 100-m-Bohrung für eine 10-kW-WP: ca. 5.000–8.000 Euro. Zwei Bohrungen bei größerem Gebäude: bis 16.000 Euro.
Altbau-Vollkostenrechnung: 20 Jahre
| Kostenparameter (EFH, 110–150 m²) | Gasbrennwertheizung | Luft-WP (nach Förderung) |
|---|
| Investitionskosten (netto nach Förderung) | ca. 10.000 € | ca. 12.500–15.000 € |
| Energiekosten/Jahr | ca. 2.300 € | ca. 1.600 € |
| CO₂-Preis über 20 Jahre | ca. 15.000 € | 0 € |
| Wartungskosten/Jahr | ca. 250 € | ca. 150 € |
| Gesamtkosten 20 Jahre | ca. 71.000 € | ca. 52.500 € |
Die Wärmepumpe ist nach 20 Jahren ca. 18.500 Euro günstiger als eine neue Gasbrennwertheizung – trotz höherer Anfangsinvestition.
Förderung: KfW-Programm 458 im Detail
Förderstruktur
| Komponente | Fördersatz | Voraussetzung |
|---|
| Grundförderung | 30 % | Bestandsgebäude, klimafreundliche Heizung |
| Klimageschwindigkeits-Bonus | +20 % | Austausch fossiler Altanlage (bis Ende 2028) |
| Einkommens-Bonus | +30 % | Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr (Selbstnutzer) |
| Effizienz-Bonus | +5 % | R290 oder Erdwärme/Grundwasser |
| Maximum | 70 % | (gesetzlich gedeckelt) |
Förderfähige Kosten (EFH): Max. 30.000 Euro → max. Zuschuss 21.000 Euro.
Was förderfähig ist:
- Wärmepumpengerät inkl. Montage
- Demontage und Entsorgung der Altanlage
- Hydraulischer Abgleich
- Pufferspeicher und Warmwasserspeicher
- Fachplanung durch Energieeffizienz-Experten (EEE)
Zeitdruck beim Klimageschwindigkeits-Bonus
Der Klimageschwindigkeits-Bonus (+20 %) gilt für Austausch fossiler Anlagen bis Ende 2028. Ab 2029 sinkt er alle zwei Jahre um 3 Prozentpunkte:
| Zeitraum | Klimageschwindigkeits-Bonus |
|---|
| bis 31.12.2028 | 20 % |
| 2029–2030 | 17 % |
| 2031–2032 | 14 % |
| 2033–2034 | 11 % |
Fazit: Wer 2026 oder 2027 investiert, sichert sich den maximalen Bonus. Warten kostet bis zu 3 % des Fördersatzes alle zwei Jahre.
Antrag vor Auftragserteilung – zwingend
Der KfW-Antrag muss gestellt und bewilligt sein, bevor der Installationsauftrag erteilt wird. Rückwirkende Anträge sind ausgeschlossen. Ablauf:
- Energieeffizienz-Experten (EEE) beauftragen
- KfW-Antrag online stellen (Mein KfW-Portal)
- Bewilligung abwarten
- Angebote einholen und Auftrag erteilen
- Anlage installieren
- Verwendungsnachweis einreichen
Gasheizung mit Wärmepumpe nachrüsten: Hybridsysteme
Das Hybridprinzip
Eine Hybridheizung kombiniert Wärmepumpe und Gastherme in einem System:
- Wärmepumpe: Deckt ca. 70–80 % der jährlichen Heizenergie (Grundlast, moderate Temperaturen)
- Gastherme: Übernimmt Spitzenlast bei sehr tiefen Temperaturen (unter −5 bis −10 °C) oder schnelle Warmwasserbereitung
Wann Hybrid sinnvoll ist:
- Unsanierter Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen (> 55 °C)
- Relativ junger Gaskessel (bis ca. 12 Jahre) – Tausch wäre Verschwendung
- Schrittweise Sanierung ohne sofortigen Komplett-Umbau
GEG-Konformität des Hybrids: Hybrid-Wärmepumpen sind als GEG-Erfüllungsoption zugelassen, wenn die WP vorrangig betrieben wird und eine Mindestleistung aufweist, die den regenerativen Anteil von ≥ 65 % sicherstellt.
Hersteller-Hybridlösungen im Vergleich
Viessmann Hybrid (Vitocaldens 222-F):
Komplettsystem Gas + WP in einem Gehäuse.
- Systemkosten komplett: ca. 38.000–48.000 Euro
- Nach 70 % KfW-Förderung: ca. 20.000–28.000 Euro Eigenanteil
Buderus Hybrid-Nachrüstpaket:
Ergänzungspaket für bestehende Buderus-Gaskessel (Logamax) + Luft-WP (Logatherm) + Hybridmanager HM200.
- Komplettkosten: ca. 35.000–46.000 Euro
- Nach Förderung: ca. 16.500–24.500 Euro Eigenanteil
Wolf Gas-Hybrid (CHA-Monoblock + CGB-2-24):
Werksseitig abgestimmte Kombination aus Luft-WP CHA-10 und Gasbrennwerttherme CGB-2-24. Abgestimmte Regelung im Paket.
Vaillant (aroTHERM plus + ecoTEC):
aroTHERM plus Luft-WP kombiniert mit ecoTEC-Gastherme. WP übernimmt Grundlast, Gas Spitzenlast.
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Solvis Hybrid (SolvisLea):
WP-Anbindung an bestehenden Öl- oder Gaskessel. WP übernimmt Sommerheizung vollständig, Öl/Gas nur bei Bedarf im Winter. Kombination mit PV und Speicher möglich.
Kostentabelle Hybridsysteme
| System | Investition brutto | Nach Förderung (Beispiel 50 %) |
|---|
| Nur WP-Teil (Nachrüstung) | 17.000–27.000 € | 8.500–13.500 € |
| Komplett-Hybrid (Viessmann) | 38.000–48.000 € | 20.000–28.000 € |
| Komplett-Hybrid (Buderus) | 35.000–46.000 € | 16.500–24.500 € |
Kältemittel R290: Warum es der Standard im Altbau wird
Was R290 besser macht
R290 (Propan) ist ein natürliches Kältemittel mit extrem niedrigem Treibhauspotenzial:
| Eigenschaft | R32 (bisheriger Standard) | R290 (Propan) |
|---|
| GWP (Treibhauspotenzial) | 675 | 3 |
| EU-F-Gas-Verordnung | Beschränkungen ab 2025 | Keine Einschränkungen |
| Max. Vorlauftemperatur | ca. 65 °C | bis 75 °C |
| Altbau-Eignung | Bedingt | Sehr gut |
| KfW Effizienz-Bonus | Nein | +5 % |
Die 75-°C-Vorlauftemperatur ist der Schlüssel für den Altbau: Gebäude die noch auf 65–70 °C Vorlauf angewiesen sind, können mit R290-Wärmepumpen versorgt werden – ohne vorherigen Heizkörpertausch.
Marktführer mit R290 2026
| Hersteller | Modell | Schalleistung | Besonderheit |
|---|
| Viessmann | Vitocal 250-A | ≤ 55 dB | Hohe Effizienz im Altbau, sehr gute Handhabung |
| Buderus | Logatherm WLW-186i | 28,5 dB | Extrem leise, kompakte Bauform |
| Vaillant | aroTHERM plus | ≤ 57 dB | Hohe Vorlauftemperaturen, bewährtes System |
| Wolf | CHA-Monoblock | ≤ 57 dB | Preis-Leistungs-Sieger, robuste Lüfter |
| Bosch | Compress 6800i AW | ≤ 57 dB | Smart-Home-Integration, Sanierungsoptimierung |
Neue Lärmschutzanforderungen ab 2026
Ab 1. Januar 2026 gelten für die KfW-Förderfähigkeit strengere Schallgrenzwerte – 10 dB unter dem gesetzlichen Minimum statt bisher 5 dB:
| Leistungsklasse | Gesetzliches Limit | Förderfähig bis 2025 | Förderfähig ab 2026 |
|---|
| ≤ 6 kW | 65 dB | 60 dB | 55 dB |
| 6–12 kW | 70 dB | 65 dB | 60 dB |
| 12–30 kW | 78 dB | 73 dB | 68 dB |
Was das bedeutet: Billig-Wärmepumpen die 2025 noch gefördert wurden, verlieren 2026 ihren Förderanspruch. Premium-Geräte wie die Buderus WLW-186i (28,5 dB) liegen weit unter den neuen Grenzwerten.
Zähler für Wärmepumpe nachrüsten
Wann ist ein separater Zähler nötig?
Seit 2024 werden Wärmepumpen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG eingestuft. Der Netzbetreiber kann im Engpassfall die Leistung kurzzeitig drosseln. Als Gegenleistung gibt es reduzierte Netzentgelte – zwei Modelle:
| Modell | Netzentgelt-Reduktion | Separater WP-Zähler nötig? |
|---|
| Modul 1 (pauschaler Rabatt) | 110–190 €/Jahr | Nein |
| Modul 2 (60 % Netzentgelt-Reduktion) | Deutlich mehr (verbrauchsabhängig) | Ja – Pflicht |
Empfehlung für große Wärmepumpen (> 10 kW): Modul 2 lohnt sich durch die höhere prozentuale Einsparung, der separate Zähler amortisiert sich schnell.
Kosten separater WP-Zähler: Einige hundert Euro bis ca. 1.000 Euro inkl. Zählerschrank-Anpassung.
VDE-AR-N 4100:2026-04: Neue Anforderungen an den Zählerschrank
Die novellierte Anwendungsregel tritt 2026 in Kraft. Bei WP-Installation als "wesentliche Änderung" verliert ein alter Zählerschrank seinen Bestandsschutz und muss modernisiert werden.
| Anforderung | Details |
|---|
| Hauptschalter | Allpolige Trennung im anlagenseitigen Anschlussraum (AAR) Pflicht |
| Smart-Meter-Vorbereitung | APZ + RfZ zwingend erforderlich |
| Kurzschlussfestigkeit | 10 kA für alle Betriebsmittel im AAR |
| Datenleitungen | Cat. 5, RJ45-Buchsen Schutzklasse II zwischen APZ und Zählerplatz |
Wärmepumpen ab 4,2 kW: Fallen unter die Smart-Meter-Pflicht – intelligenter Stromzähler wird automatisch installiert.
Warmwasser-Wärmepumpe nachrüsten
Die günstigste Einstiegsmaßnahme
Eine reine Warmwasser-Wärmepumpe (Brauchwasser-WP) ist der kostengünstigste Weg, ohne vollständigen Heizungstausch mit der Dekarbonisierung zu beginnen.
Prinzip: Das Gerät steht im Keller und entzieht der Kellerluft Wärme, um Trinkwasser zu erhitzen. Kein Anschluss ans Heizungsnetz, kein komplexer Umbau.
| Parameter | Wert |
|---|
| Kosten (komplett installiert) | ca. 2.000–4.000 € |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 3–4 |
| Warmwasserbedarf 4-Personen-Haushalt | ca. 2.400 kWh/Jahr |
| Strombedarf WW-Wärmepumpe | ca. 600–800 kWh/Jahr |
| Kosten bei 38 Ct/kWh | ca. 228–304 €/Jahr |
| Einsparung vs. Elektroboiler | 50–70 % |
Wann besonders sinnvoll:
- Elektroboiler als bisherige Warmwasserquelle (höchste Einsparung)
- Heizungsanlage noch intakt (kein Tausch nötig)
- Keller mit ausreichend Luftvolumen (> 15–20 m³)
- Im Sommer: Heizung kann vollständig abgeschaltet bleiben
GEG 2026: Was jetzt gesetzlich gilt
Die 65-%-Regel und Erfüllungsoptionen
Das GEG 2026 verlangt für neu eingebaute Heizungsanlagen ≥ 65 % erneuerbare Energien:
| Erfüllungsoption | EE-Anteil | Voraussetzung |
|---|
| Elektrische Wärmepumpe | ≥ 65 % | Nutzung von Umweltwärme |
| Hybrid-Wärmepumpe | ≥ 65 % | Vorrangiger WP-Betrieb, Mindestleistung WP |
| Fernwärmeanschluss | Gilt als erfüllt | Verfügbares Netz vor Ort |
| Biomasseheizung | ≥ 65 % | Pellets, Scheitholz |
| H2-ready Gasheizung | Gilt als erfüllt | Genehmigter H2-Fahrplan für das Gasnetz |
Für Bestandsgebäude: Keine sofortige Austauschpflicht für funktionstüchtige Anlagen unter 30 Jahren. Beim nächsten Heizungstausch greift die 65-%-Pflicht.
CO₂-Preis 2026: Die echte Kostenbremse
Ab 2026 bildet sich der CO₂-Preis durch Marktauktionen – Preiskorridor: 55–65 Euro/Tonne.
Gasheizung, 20.000 kWh Jahresverbrauch:
- CO₂-Emissionen: ca. 3.800 kg/Jahr
- CO₂-Kosten bei 60 €/Tonne: ca. 228 Euro/Jahr
- Über 20 Jahre (steigender CO₂-Preis): ca. 6.000–15.000 Euro zusätzliche Heizkosten
Diese Kosten entfallen bei der Wärmepumpe vollständig.
§ 60b GEG: Überprüfungspflicht für Bestandsanlagen
Anlagen die nach dem 30. September 2010 installiert wurden, müssen innerhalb eines Jahres nach Ablauf von 15 Jahren fachmännisch geprüft werden. Die Prüfung umfasst hydraulischen Abgleich-Status,
Heizkurven-Einstellung und Vorlauftemperaturen – gleichzeitig die ideale Vorbereitung für eine WP-Nachrüstung.
Whirlpool mit Wärmepumpe nachrüsten
Elektrische Direktheizungen in Whirlpools verbrauchen 3–6 kW dauerhaft. Eine kleine Monoblock-WP neben dem Whirlpool senkt die Betriebskosten drastisch:
- Energieeinsparung vs. Direktheizstab: bis 70 %
- Anschluss an bestehendes Heizsystem per Nachrüst-Set
- Einbindung über Whirlpool-Steuerung
- Invest: ca. 2.000–5.000 Euro
Wirtschaftlichster Einsatz: große, häufig genutzte Outdoor-Whirlpools mit Winterbetrieb.
Häufige Fragen zur Wärmepumpen-Nachrüstung
Kann ich im Altbau ohne Fußbodenheizung eine Wärmepumpe einbauen?
Ja. Entscheidend ist nicht der Heizflächentyp, sondern die erreichbare Vorlauftemperatur. Mit hydraulischem Abgleich, optimierter Heizkurve und ggf. Tausch einzelner kritischer Heizkörper sind Vorlauftemperaturen unter 55 °C in den meisten Bestandsgebäuden erreichbar. Praxismessungen zeigen COP-Werte von 3,04–4,52 in Altbauten mit ausschließlich Radiatoren.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau 2026?
Luft-Wasser-Wärmepumpe komplett installiert: ca. 14.000–26.000 Euro brutto. Sole-Wasser-WP (Erdsonde): ca. 20.000–40.000 Euro. Mit KfW-Förderung bis 70 %: Eigenanteil ca. 6.000–20.000 Euro je nach System und Förderkonstellation.
Wie hoch ist die KfW-Förderung für Wärmepumpen 2026?
Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeits-Bonus 20 % (Austausch fossiler Anlage) + Einkommens-Bonus 30 % (Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €) + Effizienz-Bonus 5 % (R290 oder Erdwärme) = max. 70 %. Bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten (EFH-Limit): max. 21.000 Euro Zuschuss. Antrag zwingend vor Auftragserteilung stellen.
Gasheizung mit Wärmepumpe kombinieren – wie geht das?
Als Hybridsystem: Die WP deckt ca. 70–80 % der Jahresheizenergie, die Gastherme übernimmt Spitzenlasten bei tiefen Temperaturen. Alle großen Hersteller bieten abgestimmte Hybridpakete an (Viessmann Vitocaldens, Buderus Nachrüstpaket,
Wolf CHA + CGB,
Vaillant aroTHERM + ecoTEC). Kosten für komplette Hybridanlage: ca. 35.000–48.000 Euro, nach Förderung ca. 16.500–28.000 Euro.
Was ist der Unterschied zwischen R290 und R32?
R290 (Propan) hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von 3, R32 von 675. R290-Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen bis 75 °C und sind damit für unsanierte Altbauten mit alten Radiatorsystemen besser geeignet. R32 ist auf max. ca. 65 °C beschränkt. R290 bringt zusätzlich 5 % Effizienz-Bonus in der KfW-Förderung.
Brauche ich einen neuen Stromzähler für die Wärmepumpe?
Für Modul 1 nach § 14a EnWG (pauschale Netzentgelt-Reduktion 110–190 €/Jahr): kein separater Zähler nötig. Für Modul 2 (60 % Netzentgelt-Reduktion): Pflicht. Wärmepumpen ab 4,2 kW fallen unter die Smart-Meter-Pflicht – der intelligente Stromzähler wird automatisch installiert. Kosten separater Zähler inkl. Zählerschrank-Anpassung: einige hundert bis ca. 1.000 Euro.
Wann muss ich die Gasheizung wegen GEG tauschen?
Keine sofortige Pflicht für funktionstüchtige Anlagen unter 30 Jahren. Beim nächsten Heizungstausch muss die neue Anlage die 65-%-Erneuerbare-Energien-Vorgabe erfüllen. In Städten > 100.000 Einwohner gilt das ab 30. Juni 2026 verbindlich für alle neuen Heizungsanlagen.
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