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Eine Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe) nutzt konstante Erdreich-Temperatur 8-12 °C ganzjährig oder Grundwasser 8-12 °C (statt volatile Außenluft -15 bis +35 °C bei Luft-Wärmepumpen) über drei Erschließungs-Systeme: Erdsonde (vertikale Tiefenbohrung 50-150 m, Kosten 20.000-35.000 € komplett, JAZ 4,0-4,8, häufigste Lösung 65% Marktanteil Erdwärme), Flächenkollektor (horizontale Verlegung 1,2-1,8 m Tiefe auf 200-400 m² Grundstücksfläche, Kosten 15.000-25.000 €, JAZ 3,5-4,2, unterschätzte Sparoption für große Grundstücke) oder Grundwasser-Wärmepumpe (2 Brunnen Förder-/Schluckbrunnen 10-25 m Tiefe, Kosten 33.000-56.000 €, JAZ 4,5-5,2 höchste Effizienz aber komplexe Wasser-Genehmigung).
Die Effizienz liegt 25-35% über Luft-Wärmepumpen (JAZ Erdwärme 4,0-5,0 versus Luft 3,0-3,8, entspricht 2.500-4.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr für 150 m² Haus statt 4.500-6.000 kWh Luft-WP, Ersparnis 700-1.100 €/Jahr bei 0,35 €/kWh), während Investitionskosten 60-120% höher liegen vor Förderung (Erdwärme 20.000-56.000 € versus Luft-WP 14.000-25.000 €), aber durch BEG-Förderung KfW 458 bis 70% Zuschuss (Grundförderung 30% + Klimageschwindigkeitsbonus 20% + Effizienzbonus Erdwärme 5% + Einkommensbonus 30% kombinierbar, maximal 70% gedeckelt) reduziert sich Eigenanteil auf 6.000-17.000 € (amortisiert durch niedrige Betriebskosten in 8-15 Jahren).
Das Wichtigste in Kürze
- 3 Erdwärme-Systeme mit unterschiedlichen Profilen: Erdsonde 20-35k € (Standard, JAZ 4,0-4,8, 65% Marktanteil), Flächenkollektor 15-25k € (40% günstiger, JAZ 3,5-4,2, braucht 250-400 m² Grundstück), Grundwasser 33-56k € (teuerst, JAZ 4,5-5,2 höchste Effizienz, komplexe Genehmigung)
- Effizienz 25-35% besser als Luft-WP: JAZ 4,0-5,0 statt 3,0-3,8, Stromverbrauch 2.500-4.000 kWh/Jahr versus 4.500-6.000 kWh Luft-WP für 150 m², spart 700-1.100 €/Jahr Betriebskosten (20 Jahre = 14.000-22.000 € Gesamt-Ersparnis)
- Bohrtiefe Erdsonde nach Leistung: Faustregel 20-25 Meter pro kW Heizleistung (8 kW Haus = 160-200 m Bohrung, meist 2×80-100 m verteilt), Entzugsleistung 40-60 W/Meter Standard (abhängig von Geologie: trockener Sand 35-45 W/m, wassergesättigter Kies 55-65 W/m, Festgestein 70-90 W/m)
- Flächenkollektor unterschätzte Alternative: 30-40% günstiger als Erdsonde (Kosten 1.000-3.000 € Kollektor statt 8.000-16.000 € Bohrung), nur 10-15% weniger effizient (JAZ 3,8 versus 4,3), ideal für Neubauten mit großem Grundstück >800 m², keine wasserrechtliche Genehmigung (nur Anzeige)
- Förderung bis 70% möglich 2025: BEG KfW 458 kombiniert Boni (30% Grund + 20% Klima-Speed + 5% Effizienz Erdwärme + 30% Einkommen <40k €), bei 30.000 € Investition = 21.000 € Zuschuss maximal, Eigenanteil 9.000-17.000 € realistisch nach Förderung (Erdsonde 10.500 €, Flächenkollektor 6.300 €, Grundwasser 12.600 €)
- Hybrid Erdwärme+Gas NICHT empfohlen 2025: Neue Regelung fördert nur WP-Komponente (Gas-Kessel 0% Förderung seit 01.01.2025), doppelte Wartungskosten (WP + Gas), keine wirtschaftlichen Vorteile mehr gegenüber reiner Erdwärme-WP, besser monovalente Erdwärme-Lösung installieren
Was ist eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe ist Oberbegriff für Wärmepumpen-Systeme die Erdreich oder Grundwasser als Wärmequelle nutzen (technisch Sole-Wasser-Wärmepumpe bei Erdreich-Kollektoren/Sonden oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe bei Grundwasser-Brunnen), im Gegensatz zu Luft-Wasser-Wärmepumpen die volatile Außenluft -15 bis +35 °C nutzen.
Der fundamentale Vorteil: Konstante Quell-Temperatur 8-12 °C ganzjährig (Erdreich ab 10 m Tiefe, Grundwasser natürlich), während Luft-WP im Winter bei -10 °C Außentemperatur arbeiten muss (genau wenn Heizlast am höchsten ist, ineffizienter Betriebspunkt).
Die thermodynamische Konsequenz: Jedes Grad Kelvin höhere Quell-Temperatur verbessert Effizienz 2,5-3,0% (Carnot-Wirkungsgrad-Gesetz), Erdwärme hat im Winter 18-22 K Temperatur-Vorteil gegenüber Luft (10 °C Sole versus -12 °C Luft), entspricht 45-66% theoretischem Effizienz-Gewinn, real 25-35% wegen system-bedingter Verluste.
Welche drei Erdwärme-Systeme gibt es?
Die Erschließung der Erdwärme erfolgt über drei fundamental unterschiedliche Systeme mit verschiedenen Kosten-Profilen, Platzbedarf und Genehmigungsanforderungen:
System 1 - Erdsonde (Vertikalbohrung): Häufigste Lösung (65% Erdwärme-Markt), 1-2 Bohrungen 50-150 m Tiefe (typisch 2×80-100 m für 150 m² Einfamilienhaus), Doppel-U-Rohr PE-Rohre (4 Leitungen) mit Sole-Flüssigkeit (Wasser-Glykol-Gemisch gegen Frost), benötigt nur 2-4 m² Grundstücksfläche oberirdisch (Verteiler-Schacht), teuerste Erschließung 8.000-18.000 € Bohrkosten allein aber höchste JAZ 4,0-4,8.
Genehmigung: Anzeige bei unterer Wasserbehörde (Landkreis), Bearbeitungszeit 4-16 Wochen regional unterschiedlich, Bohrungen >100 m erfordern zusätzlich Bergamt-Genehmigung (Betriebsplan, aufwendiger), verschuldensunabhängige Bohrloch-Versicherung zwingend 1.000-2.500 € (deckt Schäden ohne Verschulden der Bohrfirma).
System 2 - Flächenkollektor (Horizontal): Unterschätzte Alternative, Rohr-Schlangen horizontal 1,2-1,8 m Tiefe verlegt (unterhalb Frostgrenze 80-100 cm Deutschland, aber tiefer für bessere Regeneration), benötigt große Grundstücksfläche 200-400 m² unversiegelt (Faustregel 30-40 m² pro kW Heizleistung, 8 kW Haus = 240-320 m² Kollektor).
Kosten: 1.000-3.000 € Material + Verlegung (bei Eigenleistung nur 1.000-1.500 € Material), 30-40% günstiger als Erdsonde weil keine Spezial-Bohrgeräte nötig (normaler Bagger 150-250 €/Tag Miete ausreichend), Effizienz nur 10-15% niedriger (JAZ 3,5-4,2 versus Erdsonde 4,0-4,8).
Genehmigung: Nur Anzeige notwendig (keine wasserrechtliche Erlaubnis wie Erdsonde!), Bearbeitungszeit 2-4 Wochen, deutlich einfacher und schneller als Tiefenbohrung.
System 3 - Grundwasser-Wärmepumpe (Brunnen): Technisch überlegene Lösung (JAZ 4,5-5,2 höchste Effizienz aller WP-Systeme!), nutzt konstantes Grundwasser 8-12 °C über 2 Brunnen: Förderbrunnen (pumpt Wasser an), Schluckbrunnen (leitet Wasser zurück, mindestens 15 m Abstand zum Förderbrunnen gegen thermische Kurzschlüsse).
Voraussetzungen: Grundwasser-Zugang 8-25 m Tiefe (regional sehr unterschiedlich, geologisches Gutachten 800-1.500 € vor Planung), ausreichende Menge 0,3-0,6 m³/h (abhängig von WP-Leistung), gute Wasserqualität (Eisen <0,2 mg/L, Mangan <0,05 mg/L, sonst Verockerung = Brunnen verstopft nach 5-10 Jahren, Sanierung 4.000-8.000 €).
Kosten: Teuerste Lösung 33.000-56.000 € gesamt (Brunnen-Bohrung 2×10-25 m = 15.000-30.000 €, WP-Gerät 14.000-20.000 €, Installation 4.000-6.000 €), aber niedrigste Betriebskosten 600-1.050 €/Jahr durch höchste Effizienz.
Genehmigung: Aufwendigste (wasserrechtliche Erlaubnis nach WHG zwingend, nicht nur Anzeige!), Bearbeitungszeit 3-9 Monate typisch, geologisches Gutachten + Probeentnahme + Wasseranalyse vorher erforderlich, in Wasserschutzgebieten oft abgelehnt.
System | Investition | JAZ typisch | Platzbedarf | Genehmigung | Eignung | Marktanteil |
Erdsonde 50-150m | 20-35k € | 4,0-4,8 | 2-4 m² | Anzeige 4-16 Wochen | Universal | 65% |
Flächenkollektor | 15-25k € | 3,5-4,2 | 250-400 m² | Anzeige 2-4 Wochen | Großgrundstück | 30% |
Grundwasser 2 Brunnen | 33-56k € | 4,5-5,2 | 4-8 m² | Erlaubnis 3-9 Monate | GW vorhanden | 5% |
Die Tabelle zeigt: Flächenkollektor ist Hidden Gem für Neubauten mit großem Grundstück (40% günstiger, nur 10% weniger effizient, einfachste Genehmigung), während Erdsonde Standard-Lösung bleibt für beengte Grundstücke oder Bestandssanierung (kein Platz für Kollektor).
Wie funktioniert eine Erdwärmepumpe technisch?
Die Erdwärmepumpe arbeitet nach identischem Kältekreis-Prinzip wie Luft-Wärmepumpe (Verdampfung → Verdichtung → Verflüssigung → Entspannung im geschlossenen Kreislauf), aber mit Sole als Wärmeträger-Medium zwischen Erdreich und Wärmepumpe statt direkter Luft-Wärmeübertragung.
Der Sole-Kreislauf (primärer Kreis, außerhalb Wärmepumpe):
Sole-Flüssigkeit (Wasser-Glykol-Gemisch 25-30% Frostschutz, ermöglicht Temperaturen bis -15 °C ohne Gefrieren) zirkuliert durch Erdkollektor oder Erdsonde, nimmt dort Wärme auf (Temperatur steigt von z.B. 2 °C auf 7 °C = 5 K Spreizung typisch), wird von Sole-Pumpe zur Wärmepumpe gefördert (Volumenstrom 1.200-2.400 L/h je nach WP-Größe), gibt Wärme im Verdampfer an Kältemittel ab (Sole kühlt von 7 °C auf 2 °C ab), läuft zurück ins Erdreich zur erneuten Aufwärmung.
Der Kältemittel-Kreislauf (sekundärer Kreis, innerhalb Wärmepumpe):
Kältemittel (meist R410A bei älteren Modellen, R454B oder R290 Propan bei neueren) verdampft im Verdampfer bei niedriger Temperatur -5 bis +5 °C (nimmt Wärme von Sole auf, Phasenübergang flüssig → gasförmig speichert Verdampfungswärme 200-400 kJ/kg), wird von Kompressor verdichtet auf 15-25 bar Druck (Temperatur steigt durch Kompression auf 50-70 °C, erfordert elektrische Energie 2-6 kW je nach Größe), kondensiert im Verflüssiger bei hoher Temperatur (gibt Kondensationswärme an Heizwasser ab 35-55 °C Vorlauf, Phasenübergang gasförmig → flüssig), entspannt über Expansionsventil auf Niederdruck 4-8 bar (Temperatur sinkt schlagartig, Kreislauf beginnt neu).
Die Heizwasser-Seite (tertiärer Kreis, zur Wärmeverteilung):
Heizungswasser nimmt Wärme vom Verflüssiger auf (Temperatur steigt von 28-32 °C Rücklauf auf 35-55 °C Vorlauf je nach System Fußbodenheizung/Heizkörper), zirkuliert über Umwälzpumpe durch Heizkreise (Fußbodenheizung, Heizkörper, Warmwasser-Speicher), gibt Wärme in Räumen ab, läuft als Rücklauf zurück zur WP.
Warum ist Erdwärme effizienter als Luftwärme?
Die Effizienz-Differenz ergibt sich aus Carnot-Wirkungsgrad thermodynamisches Gesetz: COP ideal = T_heiß / (T_heiß - T_kalt), wobei T in Kelvin absoluter Temperatur.
Rechenbeispiel Winter -10 °C Außentemperatur, Ziel 35 °C Vorlauftemperatur Fußbodenheizung:
Luft-WP: T_kalt = -10 °C = 263 K (Verdampfer arbeitet bei -15 °C = 258 K wegen Spreizung 5 K), T_heiß = 35 °C = 308 K, COP ideal = 308 / (308-258) = 308 / 50 = 6,16 theoretisch, real 3,0-3,5 wegen Verlusten (Verdichter-Wirkungsgrad 60-70%, Wärmeübertrager-Verluste 10-15%).
Erdwärme-WP: T_kalt = +7 °C Sole-Eintritt = 280 K (Verdampfer bei +2 °C = 275 K), T_heiß = 35 °C = 308 K, COP ideal = 308 / (308-275) = 308 / 33 = 9,33 theoretisch, real 4,0-4,8 wegen gleicher Verluste.
Der Unterschied: Temperatur-Hub 50 K (Luft) versus 33 K (Erde) = 34% weniger Arbeit für Erdwärme-Verdichter, entspricht direkt höherer Effizienz real 25-35% (nicht ganz 34% weil andere Verluste konstant bleiben).
Die praktische Konsequenz: Bei 18.000 kWh Jahres-Wärmebedarf benötigt Luft-WP (JAZ 3,3) = 5.455 kWh Strom, Erdwärme-WP (JAZ 4,3) = 4.186 kWh Strom, Ersparnis 1.269 kWh = 444 €/Jahr bei 0,35 €/kWh, über 20 Jahre 8.880 € Betriebskosten-Vorteil!
Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett?
Die Gesamtkosten Erdwärmepumpe variieren extrem nach System-Wahl (Erdsonde/Kollektor/Grundwasser) und setzen sich aus 5 Komponenten zusammen:
Kostenstruktur Erdsonde-System (häufigste Lösung, 65% Markt):
Gerät Sole-Wasser-WP 8-12 kW: 12.000-18.000 € (Stiebel Eltron WPE-I Premium 15.000-18.000 €, Vaillant flexoTHERM 13.000-16.000 €, NIBE S1256 14.000-17.000 €, Unterschiede durch Inverter-Technik, Kältemittel, Integrationen).
Bohrung Erdsonde 2×80-100 m: 12.000-18.000 € (Bohrmetertarif 60-90 €/Meter regional unterschiedlich, Norddeutschland 60-75 €/m günstiger weil weiche Sedimente, Süddeutschland 80-100 €/m teurer wegen Festgestein, inklusive Sondenrohre PE 1.200-2.000 €, Verpressung Ringraum 1.500-2.500 €, Anschlussleitungen Haus 1.500-3.000 €).
Installation + Hydraulik: 3.000-5.000 € (Pufferspeicher 200-300 L falls nötig 1.200-2.200 €, hydraulischer Abgleich 800-1.200 €, Inbetriebnahme + Einweisung 500-800 €).
Genehmigung + Gutachten: 1.000-2.500 € (wasserrechtliche Anzeige 0-300 € Gebühr je nach Bundesland, geologisches Gutachten 800-1.500 € bei unsicherer Geologie, Bohrloch-Versicherung verschuldensunabhängig 1.000-2.000 € zwingend für Förderung).
Elektroanschluss Starkstrom: 800-1.500 € (falls nicht vorhanden, 400 V Drehstrom-Zuleitung, Sicherungskasten-Erweiterung, bei Neubau oft schon eingeplant).
Gesamt Erdsonde: 28.800-45.000 € (Durchschnitt 35.000 € für 150 m² Einfamilienhaus).
Kostenstruktur Flächenkollektor-System (30% Markt, Sparoption):
Gerät Sole-Wasser-WP: 12.000-18.000 € (identisch zu Erdsonde, gleiches WP-Gerät nutzbar).
Flächenkollektor-Material: 2.000-4.000 € (PE-Rohre 32-40 mm Durchmesser, 300-500 m Länge für 8 kW, Preis 2-4 €/Meter = 600-2.000 €, Verteilerbalken 400-600 €, Sole-Flüssigkeit 200 L = 400-600 €, Anschlussleitungen 800-1.200 €).
Aushub + Verlegung: 3.000-6.000 € Fachfirma oder 800-1.500 € Eigenleistung (Bagger-Miete 3-5 Tage 150-250 €/Tag = 450-1.250 €, Fahrer-Stundensatz wenn nicht selbst 50-80 €/h, Eigenleistung Rohre verlegen spart 2.000-3.000 € Handwerker-Kosten, machbar für technisch versierte Bauherren mit Anleitung).
Installation + Hydraulik: 2.000-4.000 € (etwas günstiger als Erdsonde weil Kollektor-Anschluss einfacher).
Genehmigung: 100-500 € (nur Anzeige, keine Erlaubnis, günstiger als Erdsonde).
Gesamt Flächenkollektor: 19.100-32.500 € Fachfirma oder 15.900-24.000 € Eigenleistung (Durchschnitt 22.000 € Fachfirma, 18.000 € Eigenleistung, 30-40% günstiger als Erdsonde!).
Kostenstruktur Grundwasser-System (5% Markt, Premium):
Gerät Wasser-Wasser-WP: 14.000-20.000 € (spezialisierte Modelle für Grundwasser, oft Edelstahl-Wärmetauscher gegen Korrosion, 10-15% teurer als Sole-WP).
Brunnenbohrung 2× 10-25 m: 18.000-32.000 € (Förderbrunnen 10-20 m + Schluckbrunnen 12-25 m tiefer für Gefälle, Bohrkosten 100-150 €/Meter höher als Erdsonde wegen Brunnenbau-Aufwand, Filterrohre + Kiessand-Filterschicht 2.500-4.000 € pro Brunnen, Brunnenpumpe 800-1.500 €, Zwischenkreis-Wärmetauscher Platte 1.200-2.000 € gegen direkte WP-Durchströmung).
Installation: 4.000-6.000 € (Pumpen-Steuerung, Rückspül-Automatik gegen Verockerung, aufwendiger als Sole-System).
Genehmigung + Gutachten: 2.000-4.000 € (wasserrechtliche Erlaubnis nicht nur Anzeige!, geologisches Gutachten + Pumpversuch + Wasseranalyse Labor vor Genehmigung zwingend, Bearbeitungsgebühren Wasserbehörde 300-800 €).
Gesamt Grundwasser: 38.000-62.000 € (Durchschnitt 48.000 €, teuerste Lösung 35-40% mehr als Erdsonde, aber höchste Effizienz JAZ 4,5-5,2 kompensiert langfristig).
Kosten-Komponente | Erdsonde | Flächenkollektor | Grundwasser |
WP-Gerät 8-12 kW | 12-18k € | 12-18k € | 14-20k € |
Erschließung (Bohrung/Kollektor/Brunnen) | 12-18k € | 2-4k € (Fachfirma) | 18-32k € |
Installation + Hydraulik | 3-5k € | 2-4k € | 4-6k € |
Genehmigung + Gutachten | 1-2,5k € | 0,1-0,5k € | 2-4k € |
GESAMT vor Förderung | 28-44k € | 16-27k € | 38-62k € |
GESAMT nach 70% Förderung | 8,4-13,2k € | 4,8-8,1k € | 11,4-18,6k € |
Die Tabelle dokumentiert: Flächenkollektor ist 35-45% günstiger als Erdsonde (16-27k € versus 28-44k €), bei nur 10-15% niedrigerer JAZ (3,8 versus 4,3), für Neubauten mit großem Grundstück optimale Wahl wirtschaftlich!
Wie viel Bohrtiefe braucht meine Erdsonde?
Die Bohrtiefe berechnet sich nach Entzugsleistung Erdreich 40-60 W/Meter (abhängig von Geologie) und benötigter Heizleistung:
Faustregel Dimensionierung: Heizleistung kW × 20-25 Meter = Bohrtiefe gesamt.
Beispiel 8 kW Heizleistung: 8 kW × 22,5 m/kW = 180 Meter Gesamt-Bohrtiefe, typisch verteilt auf 2×90 Meter Bohrungen (2 Sonden besser als 1× 180 m wegen größerer Regenerations-Fläche Erdreich, thermische Interferenz minimiert, hydraulisch ausgeglichener).
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Die Entzugsleistung geologisch (kritischer Parameter, bestimmt Wirtschaftlichkeit!):
Trockener Sand/Kies: 30-45 W/m (niedrig, schlechte Wärmeleitung, viel Bohrtiefe nötig, 8 kW = 178-267 m Bohrung).
Wassergesättigter Sand/Kies: 55-65 W/m (gut, Grundwasser-Strömung regeneriert Erdreich aktiv, 8 kW = 123-145 m Bohrung, 30% weniger Bohrtiefe = 30% Kostenersparnis Bohrung!).
Festgestein Granit/Gneis: 70-90 W/m (sehr gut, hohe Wärmeleitfähigkeit Quarz-Anteile, 8 kW = 89-114 m Bohrung, 50% weniger als trockener Sand!).
Ton/Schluff feucht: 45-55 W/m (mittel, häufig Norddeutschland).
Die
Planung erfordert geologisches Gutachten (800-1.500 €, aber spart Fehlinvestition!): Zu kurze Bohrung (unterdimensioniert) → Erdreich kühlt über Jahre ab → Sole-Temperatur sinkt von initial 7 °C auf 2 °C nach 5 Jahren →
JAZ sinkt von 4,5 auf 3,8 (-15% Effizienz permanent!), Mehrkosten Strom 150-300 €/Jahr über 15 Jahre = 2.250-4.500 € Verlust wegen 1.500-3.000 € gespartem Gutachten!
Zu lange Bohrung (überdimensioniert) → Verschwendung 20-40 Bohrmeter = 1.200-3.600 € unnötige Kosten.
Optimale Vorgehensweise: Geologisches Gutachten (wertet Bohrdaten Nachbarschaft aus, Landesgeologischer Dienst Datenbanken), berechnet Entzugsleistung konservativ 45-55 W/m als Sicherheit, dimensioniert Bohrtiefe exakt, spart langfristig mehr als Gutachten kostet!
Welche Förderung gibt es 2025?
Die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) über KfW-Programm 458 bietet bis 70% Zuschuss auf förderfähige Kosten durch Kombination von 4 Bonus-Komponenten:
Grundförderung 30% (für alle Antragsteller): Jeder Heizungstausch auf Wärmepumpe erhält 30% Basis-Zuschuss, keine Voraussetzungen außer JAZ ≥3,0 (Sole-WP erfüllt immer, typisch JAZ 4,0-5,0).
Klimageschwindigkeitsbonus 20% (nur Selbstnutzer, zeitlich degressiv): Gilt bei Austausch funktionierender fossiler Heizung (Öl, Kohle, Nachtspeicher, Gas-Etagenheizung oder Gas-Zentralheizung >20 Jahre alt), läuft degressiv: 20% bis 31.12.2028, ab 2029 nur 17%, ab 2031 nur 14%, ab 2033 entfällt → Anreiz jetzt 2025-2028 zu handeln vor Abschmelzung!
Effizienzbonus Erdwärme 5% (alle Antragsteller, Erdwärme-Vorteil!): Gilt automatisch für Erdreich-Wärmequelle (Erdsonde, Flächenkollektor) oder Grundwasser oder Abwasser-WP, nicht für Luft-WP → 5% Vorteil Erdwärme versus Luft-WP direkt eingebaut in Förderung!
Einkommensbonus 30% (nur selbstnutzende Eigentümer): Gilt wenn zu versteuerndes Haushaltseinkommen <40.000 € im vorletzten Jahr vor Antrag (Antrag 2025 → Einkommen 2023 maßgeblich, bei Ehe/Lebenspartnerschaft Summe beider Partner, nicht pro Person!), Nachweis durch Steuerbescheid.
Maximum 70% kombiniert (rechnerisch 85% möglich, aber gedeckelt): 30% Grund + 20% Klima + 5% Effizienz + 30% Einkommen = 85% rechnerisch, Deckelung auf 70% greift, entspricht maximal 21.000 € Zuschuss bei 30.000 € förderfähigen Kosten (Limit erste Wohneinheit).
Drei Förderung-Szenarien konkret
Szenario A - Maximum-Förderung 70% (Rentner-Ehepaar Einkommen 28.000 €, tauscht 25 Jahre alte Ölheizung):
Investition Erdsonde-WP: 32.000 € gesamt.
Förderfähig: 30.000 € (Deckel!), Differenz 2.000 € trägt Eigentümer zusätzlich.
Boni: 30% + 20% (Öl-Austausch) + 5% (Erdwärme) + 30% (Einkommen) = 85% → gedeckelt 70%.
Zuschuss: 30.000 € × 0,70 = 21.000 €.
Eigenanteil: 11.000 € (32.000 - 21.000, davon 2.000 € über Deckel nicht förderbar, 9.000 € geförderter Eigenanteil).
Szenario B - Standard-Förderung 55% (Selbstnutzer Einkommen 65.000 €, tauscht 18 Jahre alte Gasheizung):
Investition Flächenkollektor-WP: 22.000 €.
Förderfähig: 22.000 € (unter 30.000 € Limit, vollständig förderbar).
Boni: 30% + 20% (Gas >15 Jahre) + 5% (Erdwärme) = 55% (kein Einkommens-Bonus weil >40k €).
Zuschuss: 22.000 × 0,55 = 12.100 €.
Eigenanteil: 9.900 € (45% von 22.000 €).
Szenario C - Minimal-Förderung 35% (Vermieter, tauscht 8 Jahre alte Gasheizung):
Investition
Erdsonde-WP: 35.000 €.
Förderfähig: 30.000 € (Deckel).
Boni: 30% + 5% (Erdwärme) = 35% (kein Klima-Bonus weil Gas <20 Jahre, kein Einkommens-Bonus weil Vermieter nicht selbstnutzend).
Zuschuss: 30.000 × 0,35 = 10.500 €.
Eigenanteil: 24.500 € (35.000 - 10.500, davon 5.000 € über Deckel nicht förderbar).
Die Szenarien zeigen: Förderung schwankt 10.500-21.000 € Zuschuss (Faktor 2× Unterschied!), Eigenanteil 9.900-24.500 €, Selbstnutzer mit Einkommen <40k € und alter Öl/Gas-Heizung erhalten beste Konditionen (70% Förderung, nur 30% Eigenanteil).
Kritisch: Antrag vor Auftragserteilung einreichen bei KfW (elektronisches Portal, Bestätigung innerhalb 2-4 Wochen), sonst Förderung verfällt, viele Bauherren vergessen dies und verlieren 10.000-20.000 € Zuschuss!
Erdwärmepumpe versus Luft-Wärmepumpe - Wann lohnt welche?
Der Vergleich Lebenszykluskosten 20 Jahre (Total Cost of Ownership) zeigt: Erdwärme ist langfristig günstiger trotz höherer Anfangsinvestition, amortisiert Mehrkosten durch niedrige Betriebskosten in 10-15 Jahren.
Rechenbeispiel 150 m² Einfamilienhaus, 18.000 kWh Jahres-Wärmebedarf (sanierter Altbau 65 W/m² Heizlast):
Luft-Wasser-WP:
- Investition: 24.000 € - Förderung 50% (12.000 €) = 12.000 € Eigenanteil
- JAZ: 3,4 (Fraunhofer ISE Feldstudie Durchschnitt)
- Stromverbrauch: 18.000 / 3,4 = 5.294 kWh/Jahr
- Betriebskosten: 5.294 × 0,35 €/kWh = 1.853 €/Jahr
- Wartung: 200 €/Jahr (Verdampfer reinigen, Kältemittel prüfen)
- 20 Jahre Gesamt: 12.000 € + 20 × (1.853 + 200) = 53.060 €
Erdwärme-WP Erdsonde:
- Investition: 35.000 € - Förderung 55% (19.250 €) = 15.750 € Eigenanteil
- JAZ: 4,3 (Fraunhofer ISE Erdwärme-Durchschnitt)
- Stromverbrauch: 18.000 / 4,3 = 4.186 kWh/Jahr
- Betriebskosten: 4.186 × 0,35 €/kWh = 1.465 €/Jahr
- Wartung: 150 €/Jahr (nur WP-Gerät, Sole-Kreis wartungsfrei)
- 20 Jahre Gesamt: 15.750 € + 20 × (1.465 + 150) = 48.050 €
Erdwärme-WP Flächenkollektor (Eigenleistung):
- Investition: 18.000 € - Förderung 55% (9.900 €) = 8.100 € Eigenanteil
- JAZ: 3,9 (Praxis-Wert Flächenkollektor)
- Stromverbrauch: 18.000 / 3,9 = 4.615 kWh/Jahr
- Betriebskosten: 4.615 × 0,35 €/kWh = 1.615 €/Jahr
- Wartung: 150 €/Jahr
- 20 Jahre Gesamt: 8.100 € + 20 × (1.615 + 150) = 43.400 €
Vergleich Total Cost of Ownership:
- Luft-WP: 53.060 € (teuerste über 20 Jahre!)
- Erdwärme Erdsonde: 48.050 € (9% günstiger, 5.010 € Ersparnis)
- Erdwärme Flächenkollektor: 43.400 € (18% günstiger, 9.660 € Ersparnis!)
Die Rechnung zeigt:
Flächenkollektor in Eigenleistung ist langfristig günstigste Lösung (43.400 € über 20 Jahre), obwohl Luft-WP niedrigste Anfangsinvestition hat (12.000 €), holt Erdwärme durch 390-780 €/Jahr niedrigere Betriebskosten Mehrkosten in 10-15 Jahren auf, danach Gewinn!
Zusätzlich:
Erdsonde hält 50-80 Jahre (nur WP-Gerät muss nach 18-20 Jahren erneuert werden für 12.000-15.000 €, Sonde bleibt), Luft-WP komplett erneuern nach 18-20 Jahren (20.000-25.000 € neue Anlage), über 40 Jahre Betrachtung ist Erdwärme
20.000-30.000 € günstiger!
Wann lohnt Erdwärme NICHT?
Trotz langfristiger Vorteile gibt es Situationen wo Luft-WP bessere Wahl ist:
Szenario 1 - Liquiditäts-Engpass: Eigenanteil Erdwärme 15.750 € (Erdsonde) versus Luft-WP 12.000 €, Differenz 3.750 € nicht verfügbar, Familie priorisiert andere Investitionen (Fenster, Dämmung), dann Luft-WP installieren (später Erdsonde nachrüsten unmöglich, WP funktioniert 15-20 Jahre zuverlässig).
Szenario 2 - Unsicherer Wohnhorizont: Besitzer plant Verkauf in 8-12 Jahren, Break-Even-Point Erdwärme erst nach 10-15 Jahren erreicht, Mehrwert Immobilie durch Erdwärme nicht realisierbar (Käufer zahlen selten Aufpreis für Erdsonde versus Luft-WP), Luft-WP minimiert Investition.
Szenario 3 - Genehmigung gescheitert: Wasserbehörde lehnt Bohrung ab (Wasserschutzgebiet, Gipskeuper-Risiko, Altlasten-Verdacht Grundstück), Flächenkollektor nicht möglich (kleines Grundstück 300 m², versiegelte Flächen, Leitungen/Kanal kreuzen), Grundwasser nicht vorhanden, nur Luft-WP bleibt als genehmigungsfreie Option.
Szenario 4 - Extrem günstiger PV-Strom: Besitzer hat große PV-Anlage 15-20 kWp + Speicher 15 kWh, erreicht 80-90% Eigenverbrauch WP-Strom (dokumentiert bei optimaler Abstimmung), Strom-Kosten faktisch 0,08-0,12 €/kWh statt 0,35 €/kWh Netz, Effizienz-Vorteil Erdwärme schrumpft (Ersparnis nur noch 200-400 €/Jahr statt 700-1.100 €/Jahr), Luft-WP ausreichend wirtschaftlich.
Empfehlung Entscheidungsbaum:
- Genehmigung Erdwärme möglich? (JA → weiter, NEIN → Luft-WP)
- Grundstück >600 m² und Neubau? (JA → Flächenkollektor prüfen, NEIN → Erdsonde)
- Eigenanteil 15.000 € verfügbar? (JA → Erdwärme, NEIN → Luft-WP oder Finanzierung)
- Wohnhorizont >12 Jahre? (JA → Erdwärme lohnt, NEIN → Luft-WP ausreichend)
- PV-Anlage >12 kWp + Speicher vorhanden? (JA → beide Optionen OK, NEIN → Erdwärme bevorzugt)
Fazit: Erdwärmepumpe für wen?
Die Erdwärmepumpe ist Premium-Lösung mit höchster Effizienz JAZ 4,0-5,2 (25-35% besser als Luft-WP 3,0-3,8), niedrigste Betriebskosten 600-1.500 €/Jahr (30-40% unter Luft-WP 1.600-2.200 €/Jahr), lautlos (kein Außengerät), wartungsarm und langlebig (Sonde 50-80 Jahre), ideal für langfristige Immobilien-Besitzer mit Planungshorizont >15 Jahre.
Die drei Kern-Erkenntnisse für Entscheider:
- Flächenkollektor ist unterschätzte Sparoption (15.000-25.000 € Investition 30-40% günstiger als Erdsonde 28.000-45.000 €, nur 10-15% weniger effizient JAZ 3,8 versus 4,3, für Neubauten mit großem Grundstück >600 m² optimale Wahl, einfachste Genehmigung nur Anzeige, in Eigenleistung möglich 8.000-12.000 € Eigenanteil nach Förderung).
- Förderung bis 70% macht Erdwärme konkurrenzfähig (BEG KfW 458 kombiniert 4 Boni, Selbstnutzer <40k € Einkommen + alter Öl/Gas-Kessel erhalten Maximum-Förderung 21.000 € bei 30.000 € Investition, Eigenanteil Erdsonde nur 10.500-15.750 € nach Förderung, amortisiert durch 700-1.100 €/Jahr Betriebskosten-Ersparnis in 10-15 Jahren, danach Gewinn 10.000-20.000 € über Lebensdauer).
- Hybrid Erdwärme+Gas ist tote Sackgasse 2025 (neue BEG-Regelung fördert seit 01.01.2025 nur noch WP-Komponente, Gas-Kessel 0% Förderung, doppelte Wartungskosten WP + Gas, keine wirtschaftlichen Vorteile mehr gegenüber monovalenter Erdwärme-WP, besser reine Erdwärme-Lösung dimensionieren statt Hybrid als "Sicherheit").
Wer Neubau plant mit großem Grundstück sollte Flächenkollektor prüfen (40% Kostenersparnis versus Erdsonde, 95% der Effizienz, einfachste Genehmigung, in Eigenleistung 8.000-10.000 € Eigenanteil möglich), wer Bestandssanierung mit begrenztem Platz macht wählt Erdsonde (Standard-Lösung, bewährt, JAZ 4,0-4,8, 10.500-15.750 € Eigenanteil nach Förderung realistisch), wer maximale Effizienz sucht und Grundwasser verfügbar hat investiert in Grundwasser-WP (JAZ 4,5-5,2 höchste aller Systeme, 12.600-18.600 € Eigenanteil, aber Genehmigung 3-9 Monate Bearbeitungszeit einplanen).
Die Erdwärmepumpe ist langfristige Investition in Immobilien-Wert (Sonde hält 50-80 Jahre, mehrere WP-Geräte-Generationen nutzbar, steigert Verkaufswert dokumentiert 8.000-15.000 €), für Besitzer mit Wohnhorizont >12 Jahre und verfügbarer Liquidität 10.000-18.000 € Eigenanteil nach Förderung die wirtschaftlich und technisch beste Heizlösung 2025.
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