Kostenlose Beratung anfordern
Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.
Eine Wärmepumpe für Einfamilienhäuser ist ein elektrisches Heizsystem mit 4-20 kW Leistung (abhängig von Gebäudedämmung: Neubau 4-8 kW, sanierter Altbau 8-12 kW, unsanierter Altbau 12-20 kW), das Außenluft (Luft-Wasser-WP, 80 % Marktanteil, JAZ 3,2-4,0), Erdwärme (Sole-Wasser-WP, JAZ 4,0-4,8) oder Grundwasser (Wasser-Wasser-WP, JAZ 4,5-5,2) als Energiequelle nutzt und über Inverter-Verdichter Kältemittel (R290 Propan bei 95 % aller Neugeräte 2025) komprimiert, um Vorlauftemperaturen 35-75 °C für Heizkörper oder Fußbodenheizung zu erreichen.
Der Stromverbrauch liegt bei 25-45 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (150 m² Einfamilienhaus sanierter Altbau mit 60 W/m² Heizlast = 9.000 W Design-Last, 18.000 kWh Jahres-Wärmebedarf, bei JAZ 3,5 entspricht 5.143 kWh Strom × 0,30 €/kWh = 1.543 €/Jahr reine Heizkosten), während Anschaffungskosten zwischen 14.000-58.000 € vor Förderung variieren (Luft-Wasser 14.000-25.000 €, Erdwärme 26.000-48.000 €, Grundwasser 33.000-58.000 €), aber durch BEG-Förderung KfW 458 mit bis zu 70 % Zuschuss (Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 20 % + Effizienzbonus 5 % + Einkommensbonus 30 % für Selbstnutzer <40k € Einkommen) auf 4.200-17.400 € Eigenanteil reduziert werden können.
Die kritischste Planungsentscheidung ist Dimensionierung: 60 % aller installierten Wärmepumpen sind falsch dimensioniert (zu groß = Takten, Effizienz sinkt JAZ -0,8 bis -1,2 Punkte entspricht 25-40 % Mehrkosten, oder zu klein = Heizstab läuft permanent bei Frost, COP 1,0 statt 3,5-4,5 entspricht 350 % Mehrkosten für diese Stunden), richtige Auslegung erfordert Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (Kosten Energieberater 800-1.500 €, aber spart 3.000-8.000 € Fehlinvestition über Lebensdauer).
Das Wichtigste in Kürze
Die Tabelle zeigt: Luft-Wasser ist günstigste Einstiegslösung (14-25k €), während Erdwärme +12-23k € Mehrkosten verursacht, aber über 20 Jahre Lebensdauer durch 300-400 €/Jahr niedrigere Betriebskosten 6.000-8.000 € zurückholt, amortisiert Mehrkosten nach 15-20 Jahren (Grenzfall wirtschaftlich!).
Wie wird eine Wärmepumpe richtig dimensioniert?
Die richtige Dimensionierung einer Wärmepumpe erfordert Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (normierte Methode berücksichtigt Gebäudehülle U-Werte, Fensterflächen, Auslegungstemperatur, Lüftungsverluste), kostet 800-1.500 € durch Energieberater, ist aber essentiell weil 60 % aller Wärmepumpen falsch dimensioniert sind (zu groß = Takten, zu klein = Heizstab läuft permanent).
Die Heizlast ist maximale Wärmeleistung in Watt (W) die benötigt wird, um bei kältestem Tag des Jahres (Auslegungstemperatur -12 bis -16 °C je nach Region) alle Räume auf Solltemperatur 20 °C zu halten.
Vereinfachte Formel (Faustformel, Genauigkeit ±20 %): Heizlast = Wohnfläche m² × spezifischer Wärmebedarf W/m².
Welche Heizlast hat mein Haus?
Die spezifische Heizlast variiert extrem nach Baujahr und Dämmstandard:
Neubau GEG/KfW-Effizienzhaus (ab 2020): 30-50 W/m² (U-Werte Außenwand 0,18-0,24 W/(m²·K), Fenster 0,9-1,1 W/(m²·K), Dach 0,14-0,20 W/(m²·K), luftdichte Gebäudehülle).
Beispiel 150 m² Neubau: 150 m² × 40 W/m² = 6.000 W = 6,0 kW Heizlast, empfohlene WP-Leistung 6-8 kW (inkl. Warmwasser-Reserve 0,75-1,00 kW für 3-4 Personen).
Sanierter Altbau (1970-2000 mit Dämmung 120-160 mm nachgerüstet): 50-80 W/m² (U-Werte Außenwand 0,35-0,50 W/(m²·K) nach WDVS, Fenster 1,1-1,3 W/(m²·K) 2-fach-Verglasung, Dach 0,20-0,30 W/(m²·K)).
Beispiel 150 m² sanierter Altbau: 150 m² × 65 W/m² = 9.750 W ≈ 10 kW, empfohlene WP 10-12 kW.
Unsanierter Altbau (1960-1990 ohne Dämmung): 80-120 W/m² (U-Werte Außenwand 1,0-1,8 W/(m²·K) Ziegelmauerwerk, Fenster 2,5-3,5 W/(m²·K) alte 2-fach oder Einfachverglasung, Dach 0,8-1,2 W/(m²·K) ungedämmt).
Beispiel 150 m² unsanierter Altbau: 150 m² × 100 W/m² = 15.000 W = 15 kW, empfohlene WP 15-18 kW oder Hybrid-System (WP 10-12 kW + Gas-Brennwert-Kessel Spitzenlast).
Passivhaus (<15 W/m²): 150 m² × 12 W/m² = 1.800 W, oft reichen 3-4 kW Luft-Luft-WP (Split-Klimageräte mit Heizfunktion) ohne wassergeführtes System.
Gebäudetyp | Spez. Heizlast | 150 m² Heizlast | WP-Leistung empfohlen | Vorlauf-Temp | JAZ erreichbar |
Passivhaus | 10-15 W/m² | 1,5-2,3 kW | 3-4 kW Luft-Luft | 28-35 °C | 4,5-5,5 |
Neubau GEG | 30-50 W/m² | 4,5-7,5 kW | 5-8 kW | 35-45 °C | 4,0-4,8 |
Saniert Altbau | 50-80 W/m² | 7,5-12 kW | 8-12 kW | 45-55 °C | 3,2-4,0 |
Unsaniert Altbau | 80-120 W/m² | 12-18 kW | 12-18 kW (oder Hybrid) | 55-70 °C | 2,6-3,4 |
Die Tabelle zeigt kritischen Zusammenhang: Höhere Heizlast erfordert höhere Vorlauftemperatur (um größere Heizkörper-Flächen zu kompensieren), senkt JAZ von 4,5 (Neubau 35 °C) auf 2,8 (Altbau 65 °C), entspricht 60 % Mehrkosten Strom!
Was passiert bei Über- oder Unterdimensionierung?
Überdimensionierung (z.B. 16 kW WP für 10 kW Heizlast-Haus) führt zu Takten: Wärmepumpe erreicht schnell Soll-Temperatur Vorlauf (z.B. 45 °C nach 12 Minuten), schaltet ab, Haus kühlt langsam ab (15 Minuten), WP startet erneut, 200-300 Zyklen/Tag statt optimal 30-60 Zyklen/Tag.
Folgen: Verdichter-Verschleiß (Lebensdauer sinkt von 18-20 Jahre auf 8-12 Jahre), ineffiziente Teillast-Phasen (COP sinkt von 4,5 auf 3,0 beim Start weil Verdichter kalt startet), JAZ real 2,8-3,2 statt beworbener 4,2, Mehrkosten 25-40 % (750-1.200 €/Jahr bei 3.000 € Referenz).
Konkrete Fehlplanung (real aus Forum): 14 kW Vaillant aroTHERM installiert in 120 m² Neubau KfW-55 (Heizlast real 4,8 kW).
WP läuft im Winter bei -5 °C Außentemperatur nur 18 Minuten pro Stunde (30 % Laufzeit), taktet 68× täglich, JAZ gemessen 2,9 statt Datenblatt 4,6 (-37 %!), Stromverbrauch 5.200 kWh/Jahr statt optimal 3.100 kWh bei richtig dimensionierter 6 kW WP, Mehrkosten 2.100 kWh × 0,30 €/kWh = 630 €/Jahr verschwendet.
Unterdimensionierung (z.B. 6 kW WP für 10 kW Heizlast) führt zu Heizstab-Dauerbetrieb bei Frost: WP liefert bei -10 °C Außentemperatur nur noch 4,5-5,0 kW (Leistung sinkt bei tiefen Temperaturen 15-25 %), Haus benötigt 10 kW, Differenz 5 kW wird von elektrischem Heizstab gedeckt (COP 1,0 = 100 % Strom wird zu 100 % Wärme, keine Effizienz-Multiplikation).
Folgen: An 20-40 Frosttagen/Jahr läuft Heizstab 6-12 Stunden/Tag = 120-480 Stunden, verbraucht 5 kW × 300 Stunden = 1.500 kWh zusätzlich bei COP 1,0, während richtig dimensionierte WP diese mit COP 3,0-3,5 erzeugen würde (nur 430-500 kWh Strom nötig), Mehrkosten 1.000-1.070 kWh × 0,30 €/kWh = 300-320 €/Jahr.
Optimale Dimensionierung: Heizlast +10-15 % Reserve für Warmwasser-Spitzen und Sicherheit, nicht mehr!
Beispiel: 10 kW Heizlast + 12 % Reserve = 11,2 kW → Wärmepumpe 11-12 kW bestellen (z.B. Viessmann Vitocal 250-A 13,4 kW modulierend 2,6-13,4 kW, läuft im Winter durchschnittlich 7-9 kW = 52-67 % Leistung = optimal).
Wie hoch ist der Stromverbrauch wirklich?
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe beträgt 25-45 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (große Spanne weil abhängig von JAZ, Dämmung, Heizverhalten), entspricht für 150 m² Einfamilienhaus 3.750-6.750 kWh Strom jährlich, bei 0,30 €/kWh Wärmepumpen-Tarif sind dies 1.125-2.025 €/Jahr reine Heizkosten (ohne Warmwasser).
Die genaue Berechnung: Stromverbrauch kWh = Wärmebedarf kWh / JAZ.
Beispiel-Haus 150 m² sanierter Altbau:
- Wärmebedarf Heizung: 65 W/m² × 150 m² × 1.800 Volllaststunden (Deutschland Durchschnitt) = 17.550 kWh/Jahr
- Warmwasser: 600 kWh pro Person × 3 Personen = 1.800 kWh/Jahr
- Gesamt-Wärmebedarf: 19.350 kWh/Jahr
Bei JAZ 3,5: Stromverbrauch = 19.350 / 3,5 = 5.529 kWh Strom/Jahr
Kosten: 5.529 kWh × 0,30 €/kWh = 1.659 €/Jahr
Vergleich Gas (Brennwert-Kessel Wirkungsgrad 0,92, Gaspreis 0,12 €/kWh 2025 inkl. CO2-Steuer): 19.350 kWh / 0,92 × 0,12 €/kWh = 2.524 €/Jahr - Gas ist 52 % teurer!
Warum schwankt der Verbrauch so stark?
Der Stromverbrauch variiert von 25 kWh/m² (Neubau, hohe JAZ 4,5) bis 45 kWh/m²/Jahr (Altbau, niedrige JAZ 2,8) aus fünf Gründen:
Faktor 1 - Gebäudedämmung (größter Einfluss 40-60 %): Neubau KfW-40 benötigt 30 W/m² = 4.500 W bei 150 m², Altbau unsaniert 100 W/m² = 15.000 W, Faktor 3,3× mehr Wärmebedarf → 3,3× mehr Strom bei gleicher JAZ.
Faktor 2 - JAZ/Effizienz (zweitgrößter Einfluss 20-35 %): Luft-Wasser JAZ 3,2 benötigt 5.672 kWh Strom für 18.150 kWh Wärme, Erdwärme JAZ 4,5 benötigt nur 4.033 kWh, Ersparnis 1.639 kWh = 29 % weniger, entspricht 492 €/Jahr bei 0,30 €/kWh.
Faktor 3 - Vorlauftemperatur (15-25 % Einfluss): Fußbodenheizung 35 °C erreicht JAZ 4,2, Heizkörper 55 °C erreicht JAZ 3,0, bei gleichem Wärmebedarf 18.000 kWh benötigt Heizkörper 6.000 kWh Strom versus Fußbodenheizung 4.286 kWh, Mehrkosten 1.714 kWh = 514 €/Jahr.
Faktor 4 - Hydraulischer Abgleich (5-15 % Einfluss): Ohne Abgleich haben entfernte Räume (Schlafzimmer Ende Rohrleitung) zu wenig Durchfluss, bleiben kalt (17-18 °C), Bewohner drehen Thermostat auf Maximum, System läuft ineffizient mit zu hoher Vorlauftemperatur 58 °C statt nötiger 48 °C, JAZ sinkt 3,5 auf 3,0, Mehrverbrauch 14 %.
Mit Abgleich (Kosten 500-1.500 €) jeder Heizkörper bekommt optimalen Durchfluss, Vorlauftemperatur sinkt 10 K (Kelvin), JAZ steigt 3,0 auf 3,5, Ersparnis 14 % × 5.000 kWh = 700 kWh = 210 €/Jahr, amortisiert Abgleich-Kosten in 2,4-7,1 Jahren.
Faktor 5 - Nutzerverhalten (5-12 % Einfluss): Konstante 20 °C Tag/Nacht ist effizienter als Nachtabsenkung 18 °C / Tagesanhebung 22 °C, weil Aufheizen am Morgen 3-4 Stunden bei Volllast läuft (COP niedrig 2,8-3,2), während konstant 20 °C nur geringe Teillast 30-60 % erfordert (COP hoch 4,0-4,5).
Empfehlung: Konstante Raumtemperatur 19-20 °C, nur bei Abwesenheit >3 Tage senken auf 16 °C (Frostschutz).
Szenario | Wärmebedarf | JAZ | Stromverbrauch | Kosten 0,30€/kWh | Verbrauch/m² |
Neubau KfW-40, FBH 35°C | 9.000 kWh | 4,5 | 2.000 kWh | 600 €/Jahr | 13 kWh/m² |
Neubau GEG, FBH 40°C | 12.000 kWh | 4,0 | 3.000 kWh | 900 €/Jahr | 20 kWh/m² |
Saniert, Heizkörper 50°C | 18.000 kWh | 3,5 | 5.143 kWh | 1.543 €/Jahr | 34 kWh/m² |
Altbau, Heizkörper 60°C | 24.000 kWh | 2,8 | 8.571 kWh | 2.571 €/Jahr | 57 kWh/m² |
Die Tabelle zeigt extremen Unterschied: Neubau KfW-40 verbraucht 13 kWh/m² (600 €/Jahr), Altbau unsaniert 57 kWh/m² (2.571 €/Jahr) - Faktor 4,3× höher! Dies erklärt warum "Wärmepumpe spart Geld" für Neubau stimmt, für Altbau oft enttäuscht.
Was kostet eine Wärmepumpe komplett?
Die Gesamtkosten einer Wärmepumpe für Einfamilienhäuser setzen sich aus sieben Komponenten zusammen und variieren 14.000-58.000 € vor Förderung:
Luft-Wasser-Wärmepumpe (Standard-Lösung, 80 % Marktanteil):
- Gerät Monoblock 8-12 kW (z.B. Viessmann Vitocal 250-A 10 kW): 12.000-16.000 €
- Installation + Fundament Außeneinheit (Beton 80×100 cm, Aufstellung, Rohrleitungen): 3.500-5.500 €
- Pufferspeicher 200-300 L (hydraulische Entkopplung, Spitzenlast-Reserve): 1.200-2.200 €
- Warmwasser-Speicher 250-300 L (falls nicht integriert): 1.500-2.500 €
- Hydraulischer Abgleich + Heizkreis-Optimierung: 800-1.500 €
- Elektrischer Anschluss 400 V (falls nicht vorhanden, Zähler, Leitungen): 800-1.500 €
- Demontage alte Heizung + Entsorgung Öltank (falls Öl): 1.000-3.000 €
- Gesamt: 20.800-32.200 € (Durchschnitt 26.500 €)
Erdwärme-Wärmepumpe (Sole-Wasser, 14 % Marktanteil):
- Gerät Sole-Wasser 8-12 kW (z.B. Stiebel Eltron WPE-I 10 HK): 14.000-19.000 €
- Erdwärmesonde 2× 80 m Bohrung (kritischster Kostenfaktor): 12.800-19.200 € (80-120 €/Meter × 160 Meter)
- Sole-Leitungen + Verteiler: 2.500-4.000 €
- Installation + Puffer + Warmwasser: 6.000-9.000 €
- Genehmigung Wasserbehörde + Geologisches Gutachten: 800-1.500 €
- Gesamt: 36.100-52.700 € (Durchschnitt 44.400 €, +17.900 € versus Luft-Wasser!)
Grundwasser-Wärmepumpe (Wasser-Wasser, 3 % Marktanteil):
- Modus 1: Gesperrt (Netzbetreiber-Sperre § 14a EnWG)
- Modus 2: Normal (Standard-Betrieb nach Heizkurve)
- Modus 3: Empfohlen (PV-Überschuss 2-4 kW, WP erhöht Vorlauf +3 K)
- Modus 4: Erzwungen (PV-Überschuss >4 kW, WP heizt maximal auf Obergrenze +5 K)
Pufferspeicher 200-500 L (thermischer Energiespeicher): Speichert Wärme die tagsüber bei PV-Überschuss erzeugt wird (500 L Wasser × 15 K Temperaturspreizung = 8,7 kWh thermisch speicherbar), nutzt nachts/abends wenn PV nichts liefert.
Größer ist besser aber teurer: 200 L Puffer 1.200-1.800 €, 300 L: 1.800-2.400 €, 500 L: 2.800-4.200 €.
PV-Anlage 8-15 kWp (optimal 10-12 kWp für EFH): Liefert März-Oktober 40-60 kWh/Tag (Durchschnitt 50 kWh), WP verbraucht 15-25 kWh/Tag (Übergangszeit März/Oktober), Überschuss lädt Speicher oder geht ins Netz (0,08 €/kWh Einspeisevergütung 2025).
Wie viel spart PV-Integration wirklich?
Vergleichsrechnung 150 m² Haus, 18.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,5:
Ohne PV (Status Quo):
- Stromverbrauch WP: 5.143 kWh/Jahr
- Kosten: 5.143 kWh × 0,30 €/kWh = 1.543 €/Jahr
Mit PV 12 kWp + Smart-Grid + 300 L Puffer:
- PV-Ertrag Süd-Dach 30° Neigung München: 12 kWp × 1.100 kWh/kWp = 13.200 kWh/Jahr
- WP-Eigenverbrauch aus PV: 5.143 kWh × 73 % = 3.754 kWh (dokumentierter Durchschnitt Fraunhofer)
- Rest-Strombezug Netz: 5.143 - 3.754 = 1.389 kWh × 0,30 €/kWh = 417 €
- PV-Überschuss ins Netz: 13.200 - 3.754 - 3.500 kWh Haushalt = 5.946 kWh × 0,08 €/kWh Einspeisevergütung = 476 € Einnahmen
- Netto-Stromkosten: 417 € - 476 € = -59 € (negativ! = Gewinn!) statt 1.543 €/Jahr ohne PV
- Ersparnis: 1.602 €/Jahr durch PV-Integration
Investitions-Vergleich:
- WP allein: 26.500 € - 55 % Förderung (14.575 €) = 11.925 € Eigenanteil
- WP + PV 12 kWp: 26.500 € + 14.400 € PV (1.200 €/kWp Durchschnitt 2025) = 40.900 € gesamt - Förderung kombiniert 55 % (22.495 €) = 18.405 € Eigenanteil (+6.480 € versus WP allein)
Amortisation PV-Mehrkosten: 6.480 € / 1.602 €/Jahr Mehrersparnis = 4,0 Jahre
Nach 4 Jahren ist PV amortisiert, danach 1.602 €/Jahr Ersparnis × 16 Jahre (20 Jahre Gesamt-Lebensdauer PV) = 25.632 € Gewinn über Lebensdauer!
Die Rechnung zeigt: PV-Integration ist wirtschaftlicher No-Brainer, macht Wärmepumpe erst richtig wirtschaftlich, ohne PV sind Betriebskosten 1.543 €/Jahr problematisch, mit PV quasi 0 € (sogar -59 € negativ = Stromverkauf-Überschuss).
Was kostet die Wärmepumpe im Altbau zusätzlich?
Altbau-Einfamilienhäuser (Baujahr vor 1980, unsaniert oder teilsaniert) verursachen Zusatzkosten 4.000-22.000 € durch drei Anpassungen:
Heizkörper-Vergrößerung (häufigste Zusatzkosten 3.000-8.000 €): Alte Heizkörper ausgelegt für 70/55/20 (Vorlauf 70 °C, Rücklauf 55 °C, Raum 20 °C) liefern bei WP-Temperaturen 50/40/20 nur 55-65 % ihrer Nennleistung.
Beispiel Typ-22-Heizkörper 60×120 cm: Nennleistung 2.100 W bei 70 °C, aber nur 1.155 W bei 50 °C (-45 %!).
Lösung: Typ-33-Heizkörper (doppelte Konvektionsrippen, gleiche Baugröße) liefert 1.680 W bei 50 °C, ausreichend für Raum 1.400 W Bedarf, Kosten 380-520 € pro Heizkörper.
Typisch müssen 40-60 % der Heizkörper getauscht werden (6-10 Stück in 150 m² Haus), Kosten 6× 450 € = 2.700 € (günstigste Variante) bis 10× 520 € = 5.200 € (alle kritischen Räume).
Alternative: Vorlauftemperatur erhöhen auf 60-65 °C (Hochtemperatur-WP mit R290 schaffen 70-75 °C), aber JAZ sinkt von 3,5 auf 2,8-3,0 (-20 % Effizienz), Mehrkosten Strom 400-600 €/Jahr, über 20 Jahre 8.000-12.000 € mehr als Heizkörper-Tausch 2.700-5.200 €, Heizkörper-Tausch wirtschaftlich besser!
Dämmung strategisch (optional, Kosten 8.000-35.000 €): Vollsanierung Altbau (WDVS Fassade 160 mm, Dach 240 mm, Kellerdecke 100 mm, alle Fenster 3-fach) kostet 60.000-120.000 € für 150 m² Haus, wirtschaftlich nicht darstellbar.
Stattdessen Teilsanierung strategisch fokussiert auf größte Schwachstellen:
- Dachboden-Dämmung 200 mm (günstigste Maßnahme): 25-35 €/m² × 150 m² Dachfläche = 3.750-5.250 €, reduziert Heizlast -15-20 %
- Kellerdecke-Dämmung 80-100 mm: 35-50 €/m² × 150 m² = 5.250-7.500 €, reduziert Heizlast -8-12 %
- Fenster nur schlechteste 40 % (Nordseite, Keller): 4-6 Fenster × 800-1.200 € = 3.200-7.200 €, reduziert Heizlast -8-10 %
Gesamt Teilsanierung: 12.200-20.000 €, reduziert Heizlast kombiniert -30-40 % (von 100 W/m² auf 60-70 W/m²), entspricht kleinere WP nötig (12 kW statt 16 kW, spart 3.000-4.000 € Gerätekosten), JAZ steigt 2,8 auf 3,3 (+18 % Effizienz), Betriebskosten sinken von 2.400 €/Jahr auf 1.500 €/Jahr, Ersparnis 900 €/Jahr, amortisiert Teilsanierung in 13,6-22,2 Jahren (Grenzfall wirtschaftlich).
Empfehlung Altbau: Dachboden-Dämmung + Kellerdecke (8.000-13.000 €, schnellste Amortisation 9-14 Jahre) machen, Fassade/Fenster weglassen wenn nicht sowieso sanierungsbedürftig (Putz-Schäden, undichte Fenster).
Rohrleitungs-Erneuerung (selten, Kosten 3.000-12.000 €): Altbau-Heizkreise oft einrohrig oder 2-Rohr-System mit DN 15-20 Rohrleitungen (zu klein für WP-Volumenströme 0,8-1,2 m³/h statt 0,4-0,6 m³/h Gaskessel).
Prüfung: Fachbetrieb misst Volumenstrom bei hydraulischem Abgleich, falls zu niedrig (<600 L/h bei 10 kW WP) müssen Steig-Stränge erneuert werden auf DN 25-32, Kosten 1.500-3.000 € pro Strang × 2-4 Stränge = 3.000-12.000 €.
Meistens nicht nötig: 70-80 % der Altbauten haben ausreichende Rohrleitungen (2-Rohr-System DN 20-25 funktioniert), nur bei sehr alten Häusern Baujahr <1960 oft Problem.
Zusatzkosten-Komponente | Erforderlich | Kosten | Vermeidbar durch |
Heizkörper 40-60 % | Ja (80 % Fälle) | 2.700-5.200 € | Hochtemperatur-WP (aber ineffizient) |
Hydraulischer Abgleich | Ja (100 % Fälle) | 800-1.500 € | Nie (essentiell!) |
Dachboden-Dämmung | Empfohlen | 3.750-5.250 € | Höhere Betriebskosten 300-500 €/Jahr |
Kellerdecke-Dämmung | Empfohlen | 5.250-7.500 € | Höhere Betriebskosten 200-350 €/Jahr |
Fassade WDVS | Optional | 25.000-45.000 € | Meist nicht wirtschaftlich |
Rohrleitungs-Erneuerung | Selten (20 %) | 3.000-12.000 € | Volumenstrom-Prüfung vorher |
Gesamt-Altbau-Zusatzkosten typisch: 7.250-14.450 € (Heizkörper + Abgleich + Dachboden + Kellerdecke), addiert zu WP-Basiskosten 26.500 € = 33.750-40.950 € Gesamtinvestition Altbau vor Förderung, nach 55 % Förderung 15.188-18.428 € Eigenanteil (höher als Neubau 11.925 €, aber darstellbar).
Fazit: Welche Wärmepumpe für welches Haus?
Die optimale Wärmepumpe folgt klarer Entscheidungslogik nach drei Kriterien: Gebäudetyp (Neubau/saniert/unsaniert), Budget nach Förderung (8.000-20.000 € Eigenanteil darstellbar?) und Garten-Verfügbarkeit (für Erdwärme-Kollektoren oder Bohrungen):
Neubau oder KfW-sanierter Altbau (30-50 W/m² Heizlast, Fußbodenheizung 35 °C Vorlauf): → Luft-Wasser-WP 5-8 kW (z.B. Vaillant aroTHERM plus 7 kW: COP 5,4, 15.500 € + Installation 7.000 € = 22.500 € gesamt, Förderung 55 % = 12.375 €, Eigenanteil 10.125 €) → JAZ 4,0-4,5 erreichbar, Betriebskosten 900-1.200 €/Jahr, amortisiert versus Gas in 8-12 Jahren → PV-Kombination 10-12 kWp dringend empfohlen (+12.000-14.400 €, aber Eigenverbrauch 70 %, Netto-Stromkosten sinken auf 200-400 €/Jahr, kombinierte Amortisation 8-10 Jahre)
Sanierter Altbau (50-80 W/m² Heizlast, Heizkörper 50-55 °C Vorlauf): → Luft-Wasser-WP 8-12 kW (z.B. Viessmann Vitocal 250-A 10 kW: COP 5,31 A7/W35, 14.500 € + Installation 8.500 € + Heizkörper 3.500 € = 26.500 € gesamt, Förderung 55 % = 14.575 €, Eigenanteil 11.925 €) → JAZ 3,2-3,8 erreichbar, Betriebskosten 1.400-1.800 €/Jahr, amortisiert versus Gas in 12-16 Jahren → Alternative Erdwärme nur wenn Bohrkosten <70 €/Meter (Gesamt <11.200 € für 160 m) oder Förderung 70 %, sonst unwirtschaftlich
Unsanierter Altbau (80-120 W/m² Heizlast, Heizkörper 60-70 °C Vorlauf): → Option A: Hybrid-System (Luft-Wasser-WP 10-12 kW + Gas-Brennwert-Kessel Spitzenlast, WP deckt 70-80 % Jahres-Wärmebedarf, Gas springt nur bei Frost <-5 °C an, Investition WP 26.500 € + Gas-Kessel behält 0 € = 26.500 € gesamt, Förderung 40 % Hybrid = 10.600 €, Eigenanteil 15.900 €, JAZ 3,0-3,5, Betriebskosten 1.600-2.000 €/Jahr Misch-Kosten Strom/Gas) → Option B: Teilsanierung + Luft-Wasser-WP (Dachboden + Kellerdecke 9.000-13.000 € + WP 26.500 € + Heizkörper 3.500 € = 39.000-43.000 € gesamt, senkt Heizlast auf 60-70 W/m², dann WP monovalent möglich, Förderung 55 % kombiniert = 21.450-23.650 €, Eigenanteil 17.550-19.350 €, JAZ 3,3-3,8, Betriebskosten 1.500-1.900 €/Jahr, aber höhere Investition)
Entscheidungs-Matrix:
Gebäudetyp | Heizlast | Empfehlung | Investition nach Förderung | Betriebskosten/Jahr | Amortisation |
Neubau/KfW | 30-50 W/m² | Luft-WP 5-8 kW + PV | 10.125-14.000 € | 200-500 € | 8-10 Jahre |
Saniert Altbau | 50-80 W/m² | Luft-WP 8-12 kW | 11.925-15.000 € | 1.400-1.800 € | 12-16 Jahre |
Unsaniert Option A | 80-120 W/m² | Hybrid WP+Gas | 15.900 € | 1.600-2.000 € | 14-18 Jahre |
Unsaniert Option B | 80-120 W/m² | Teilsanierung+WP | 17.550-19.350 € | 1.500-1.900 € | 16-20 Jahre |
Drei konkrete Handlungsempfehlungen:
- Für Neubau-Besitzer: Installiere Luft-Wasser-WP 5-8 kW (Vaillant aroTHERM plus oder Viessmann Vitocal 250-A, 22.500-26.500 €, nach 55-70 % Förderung 6.750-12.375 € Eigenanteil) kombiniert mit PV-Anlage 10-12 kWp (14.400 € zusätzlich), erreicht 70-80 % Eigenverbrauch (dokumentiert Fraunhofer ISE), senkt Stromkosten von 1.200-1.500 €/Jahr auf 200-500 €/Jahr, amortisiert Gesamt-System in 8-10 Jahren statt 14-18 Jahre WP allein, nach 20 Jahren 22.000-28.000 € gespart versus Gas + Netz-Strom.
- Für sanierte Altbau-Besitzer mit alter Öl/Gas-Heizung >20 Jahre und Einkommen <40k €: Handle jetzt 2025-2028 um Klimageschwindigkeitsbonus 20 % zu sichern (ab 2029 nur noch 17 %, ab 2031 nur 14 %, ab 2033 weg), beantrage 70 % Förderung (30 % Grund + 20 % Klima + 5 % Effizienz R290 + 30 % Einkommen - limitiert aber möglich wenn genau kalkuliert auf 30k € Kosten), installiere Luft-WP 8-12 kW + optimiere 40 % Heizkörper auf Typ-33 (Gesamt 26.500-29.000 €, nach 70 % Förderung nur 7.950-8.700 € Eigenanteil!), spare 800-1.200 €/Jahr versus Gas (CO2-Preis steigt 2026 auf 85 €/t = Gas +0,02 €/kWh teurer), amortisiert in 7-11 Jahren.
- Für unsanierten Altbau-Besitzer: Prüfe zuerst Teilsanierung Kosten-Nutzen (Dachboden 3.750-5.250 € + Kellerdecke 5.250-7.500 € = 9.000-12.750 €, senkt Heizlast -30 %, ermöglicht WP monovalent statt Hybrid, Förderung kombinierbar 55 % für beides zusammen), falls Teilsanierung >15.000 € oder nicht darstellbar wähle Hybrid-System (WP 10-12 kW deckt 70-80 % Jahr, Gas-Kessel behält für Spitzenlast <-5 °C an 15-25 Tagen/Jahr, Investition nur WP 26.500 € da Gas bleibt, Förderung 40 % Hybrid = 10.600 €, Eigenanteil 15.900 €, Betriebskosten 1.600-2.000 €/Jahr Misch-Kosten, amortisiert in 14-18 Jahren, aber vermeidet 40.000-60.000 € Vollsanierung).
Wärmepumpen sind 2025 technisch ausgereift, wirtschaftlich förderbar und für 85 % der Einfamilienhäuser geeignet - aber Dimensionierung und PV-Integration entscheiden über Erfolg oder Enttäuschung.
Welche Hersteller und Modelle sind empfehlenswert?
Der deutsche Wärmepumpen-Markt 2025 wird von fünf Technologie-Leadern dominiert, die jeweils spezifische Stärken aufweisen: Viessmann (Marktführer Deutschland 24 % Marktanteil), Vaillant (Premium-Segment, 18 %), Stiebel Eltron (Traditions-Hersteller, 14 %), Bosch Thermotechnik (12 %), Daikin (japanischer Weltmarktführer, 8 % Deutschland).
Die Unterschiede liegen nicht primär in JAZ-Werten (alle modernen R290-Geräte erreichen JAZ 3,8-4,5), sondern in Lautstärke, Modulations-Fähigkeit, Hydraulik-Komplexität und Service-Netz-Dichte.
Viessmann Vitocal 250-A und 252-A: Der Allrounder
Viessmann Vitocal 250-A (R290 Monoblock) ist Deutschlands meistverkaufte Wärmepumpe für Einfamilienhäuser 2024/2025.
Technische Daten Vitocal 251.A10 (10 kW Nenn-Heizleistung):
- Leistungsbereich modulierend: 2,6-13,4 kW (Modulation 19-100 %, sehr breit!)
- COP A7/W35: 5,31 (Spitzenwert Labor)
- JAZ-Prognose real: 4,0-4,3 (Monitoring-Daten VdZ)
- Vorlauftemperatur max: 70 °C bei -20 °C Außentemperatur (Hochtemperatur-tauglich Altbau)
- Schallleistung Nacht: 47 dB(A), Schalldruckpegel 3 m: 32 dB(A) (leise, aber nicht leiseste)
- Kältemittel: R290 (650 g Füllmenge, GWP 3)
- Abmessungen: 1.382 × 1.144 × 600 mm (relativ groß)
- Preis Gerät: 14.500-16.800 € (UVP, Fachbetrieb oft 12.000-14.000 €)
Besonderheit Hydro AutoControl: Patentierte Hydraulik erlaubt Betrieb ohne Pufferspeicher bei Fußbodenheizung (spart 1.200-1.800 € Pufferkosten + Platz), weil WP intern Volumenstrom-Schwankungen ausgleicht über 50-Liter-Integralspeicher + variable Pumpe.
Service-Netz: 1.200+ Fachbetriebe Deutschland, Ersatzteile 24-48h Lieferung, 5 Jahre Garantie Standard (optional 10 Jahre), höchste Verfügbarkeit aller Hersteller.
Fazit: Beste Wahl für durchschnittliche Einfamilienhäuser (Neubau + sanierter Altbau), breite Modulation vermeidet Takten, robustes Design, exzellentes Service-Netz, Preis-Leistung gut.
Vaillant aroTHERM plus: Der Flüsterer
Vaillant aroTHERM plus (VWL 125/6 A: 12 kW Nennleistung) ist leiseste Wärmepumpe Deutschland 2025 (dokumentiert Stiftung Warentest Sonderheft Wärmepumpen 2024).
Technische Daten VWL 125/6:
- Leistungsbereich: 3,3-12,2 kW (Modulation 27-100 %)
- COP A7/W35: 5,4 (höchster Wert am Markt!)
- JAZ-Prognose: 4,1-4,5
- Vorlauftemperatur max: 75 °C (höchste aller Luft-Wasser-WP, R290 nutzt dies voll aus)
- Schallleistung Nacht: 46 dB(A), Schalldruckpegel 3 m: 29 dB(A) (leiseste am Markt, vergleichbar Flüstern)
- Kältemittel: R290 (720 g)
- Abmessungen: 1.565 × 1.100 × 450 mm (schmaler als Viessmann, höher)
- Preis: 15.500-18.200 € (Premium-Preisklasse)
Besonderheit Sound Safe System: Drei Maßnahmen kombiniert reduzieren Schall: (1) Axialer Lüfter mit 7 Flügeln statt 5 (reduziert Wirbelgeräusche), (2) Doppelwandiges Gehäuse mit Akustikschaum-Dämmung 40 mm, (3) Soft-Start Verdichter (Inverter startet langsam statt abrupt).
Service-Netz: 900+ Fachbetriebe, etwas kleiner als Viessmann aber immer noch exzellent, 5 Jahre Garantie, Ersatzteile 24-72h.
Ideal für: Reihenhäuser, enge Bebauung, geräuschsensible Nachbarn (TA Lärm Grenzwerte 35 dB(A) nachts problemlos einzuhalten), rechtliche Sicherheit bei Schallschutz-Auflagen.
Nachteil: 1.000-1.500 € teurer als vergleichbare Viessmann, Höhe 1,56 m erfordert höheres Fundament (oft 30-40 cm über Boden wegen Überschwemmungsschutz).
Stiebel Eltron WPL-A: Der Robuste
Stiebel Eltron WPL 25 A/AC (10 kW Klasse, "A" = Air, "AC" = Air Cooling = aktive Kühlung integriert) ist robustester Aufbau (Metallgehäuse statt Kunststoff).
Technische Daten WPL 25 AC:
- Leistungsbereich: 3,5-10,8 kW
- COP A7/W35: 4,8
- JAZ-Prognose: 3,8-4,2
- Vorlauftemperatur max: 65 °C (etwas niedriger als Viessmann/Vaillant, für stark ungedämmte Altbauten grenzwertig)
- Schallleistung: 52 dB(A) (lauter als Premium-Konkurrenz, aber durch optional Schallschutzhaube -5 dB(A) möglich)
- Kältemittel: R290
- Preis: 11.500-14.000 € (günstiger als Viessmann/Vaillant)
Besonderheit Bauweise: Verzinktes Stahlblech-Gehäuse statt Kunststoff (höheres Gewicht 180 kg versus 140 kg Viessmann, aber vandalismusresistenter), integrierte Umwälzpumpe Hocheffizienz-Klasse A (Viessmann extern), Modbus-RTU Schnittstelle für Smart-Home (Viessmann nutzt proprietäres Vitoconnect).
Service-Netz: 650+ Fachbetriebe, etwas dünner als Top-2, aber Stiebel Eltron produziert seit 1924 in Holzminden Deutschland (kein chinesisches Auftragsprodukt), 5 Jahre Garantie, Ersatzteile-Verfügbarkeit 15+ Jahre garantiert.
Ideal für: Pragmatiker die auf Preis-Leistung und Langlebigkeit setzen, technisch versierte Selbst-Optimierer (offene Schnittstellen), Standorte ohne extreme Schallschutz-Anforderungen.
Bosch Compress 5800i/6800i AW: Der Designer
Bosch Compress 6800i AW (12 kW Klasse) kombiniert Premium-Design (Edelstahl-Optik Frontblende) mit solider Technik.
Kostenlose Beratung anfordern
Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.
Technische Daten Compress 12 OR-S:
- Leistungsbereich: 3,9-11,6 kW
- COP A7/W35: 4,8
- Vorlauftemperatur max: 75 °C
- Schallleistung Nacht: 43,8 dB(A) (sehr leise, zwischen Viessmann und Vaillant)
- Kältemittel: R290
- Abmessungen: 1.050 × 1.350 × 540 mm (kompakter als Viessmann/Vaillant)
- Preis: 14.000-16.500 €
Besonderheit Design: Einzige WP am Markt mit Edelstahl-Look (andere haben Kunststoff dunkelgrau/anthrazit), optional Sichtschutz-Lamellen integrierbar (zusätzlich 800-1.200 €), läuft ruhiger durch Schalldiffusor (Lüfter bläst durch Lamellen statt direkt).
Nachteil: Service-Netz nur 400-550 Fachbetriebe (Bosch Thermotechnik fusioniert 2023 aus Buderus + Junkers + Bosch, Netz-Konsolidierung läuft noch), Ersatzteile manchmal 5-7 Tage (länger als Viessmann/Vaillant).
Ideal für: Design-bewusste Bauherren (Architektenhäuser), Standorte wo WP sichtbar bleibt (Vorgarten), Kombination mit Bosch Smart-Home (HomeConnect-Integration).
Daikin Altherma 3 H HT: Der Preis-Brecher
Daikin Altherma 3 H HT (High Temperature, 16 kW Klasse) ist günstigste Premium-Option (japanischer Weltmarktführer Klimatechnik 24 % Weltmarktanteil).
Technische Daten EABH16D9W:
- Leistungsbereich: 6,0-16,0 kW
- COP A7/W35: 4,7
- Vorlauftemperatur max: 70 °C
- Schallleistung: 55 dB(A) (lauteste der Premium-Gruppe)
- Kältemittel: R32 (GWP 675, höher als R290 GWP 3, aber immer noch niedriger als R410A)
- Preis: 10.000-13.000 € (2.000-3.000 € günstiger als Viessmann bei gleicher Leistung!)
Nachteil: Service-Netz nur 280 Fachbetriebe Deutschland (sehr dünn!), Ersatzteile 7-14 Tage (aus Belgien/Niederlande), bei Defekt Winter kritisch (kein Vor-Ort-Service nächster Tag wie Viessmann).
Ideal für: Preisbewusste Käufer in Großstädten (dort Fachbetriebe vorhanden: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt), Eigenheim mit Backup-Heizung (Kamin, alter Gaskessel Notbetrieb), technisch versierte Selbst-Troubleshooter.
Hersteller Modell | COP A7/W35 | Schall 3m | Preis Gerät | Service-Netz | Empfehlung für |
Viessmann Vitocal 250-A | 5,31 | 32 dB(A) | 12-14k € | 1.200+ | Standard-Wahl (beste Balance) |
Vaillant aroTHERM plus | 5,4 | 29 dB(A) | 15-18k € | 900+ | Schallschutz-kritisch |
Stiebel Eltron WPL-A | 4,8 | 37 dB(A) | 11-14k € | 650+ | Preis-Leistung + Langlebigkeit |
Bosch Compress 6800i | 4,8 | 31 dB(A) | 14-17k € | 400-550 | Design-Fokus |
Daikin Altherma 3 H HT | 4,7 | 40 dB(A) | 10-13k € | 280 | Budget + Großstadt |
Die Tabelle zeigt: Viessmann und Vaillant dominieren durch Service-Netz-Dichte (zusammen 2.100 Fachbetriebe = 65 % aller WP-Installateure Deutschland), während Daikin über Preis punktet aber Service-Risiko birgt.
Wie laut ist eine Wärmepumpe und wie schützt man Nachbarn?
Die Lautstärke ist häufigster Konfliktgrund zwischen Nachbarn bei Wärmepumpen (37 % aller WP-bezogenen Nachbarschaftsstreitigkeiten 2023/2024 laut Rechtsschutzversicherung ARAG).
TA Lärm-Grenzwerte Deutschland (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm):
- Reines Wohngebiet: 35 dB(A) nachts (22-6 Uhr), 50 dB(A) tags
- Allgemeines Wohngebiet: 40 dB(A) nachts, 55 dB(A) tags
- Mischgebiet: 45 dB(A) nachts, 60 dB(A) tags
Die Tabelle zeigt: Kombination Standortwahl + Nachtmodus + Schwingungsdämpfer (Kosten nur 150-400 €) reduziert Schall 8-21 dB(A), ausreichend für 90 % aller Situationen, teure Schallschutzwand nur nötig bei extrem enger Bebauung (<3 m Nachbar-Abstand) + lauter WP (>50 dB(A) Schallleistung).
Was kostet Wartung und wie lange hält eine Wärmepumpe?
Die Lebensdauer moderner Wärmepumpen beträgt 18-22 Jahre (Verdichter, kritischstes Bauteil), während Umwälzpumpen, Elektronik, Sensoren oft 25-30 Jahre halten.
Zum Vergleich Gas-Brennwertkessel: 15-20 Jahre, Öl-Kessel: 20-25 Jahre, Pellet-Kessel: 18-22 Jahre → Wärmepumpe liegt im Mittelfeld bis oberen Bereich.
Wartungskosten sind niedriger als Gasheizung (200-400 €/Jahr WP versus 300-500 €/Jahr Gas), weil keine Abgasmessung durch Schornsteinfeger nötig (spart 80-150 €/Jahr), kein Brenner zu reinigen, keine Verbrennungsrückstände.
Jährliche Wartung Wärmepumpe
Intervall: 1× jährlich (Luft-Wasser), alle 2 Jahre (Erdwärme/Grundwasser, stabiler Betrieb).
Wartungsumfang Fachbetrieb (Dauer 1,5-2,5 Stunden):
- Kältekreis-Druckprüfung (Manometer, Soll 16-24 bar je nach Kältemittel/Typ)
- Sichtkontrolle Leckagen (Kältemittel-Leitungen, Kondensatwasser-Ablauf)
- Reinigung Verdampfer-Lamellen Außeneinheit (Luftfilter, Verschmutzung durch Pollen/Staub/Blätter reduziert Wirkungsgrad 5-12 %)
- Funktionstest Abtau-Zyklus (Wärmepumpe muss bei Frost Lamellen enteisen, wenn defekt: Vereisung permanent = Leistung -40 %)
- Prüfung Sole-Druck (nur Erdwärme, Soll 1,5-2,5 bar, Druckverlust deutet auf Leckage Erdsondenkreis)
- Kontrolle Pufferspeicher (Temperatur-Schichtung, Isolierung, Anoden-Zustand bei Warmwasser-Speicher)
- Software-Update Regelung (Hersteller liefern oft Effizienz-Updates, z.B. Viessmann 2024: 3-5 % JAZ-Verbesserung durch optimierte Abtau-Logik)
- Fehlerprotokoll auslesen (Regler speichert Störungen, frühzeitige Diagnose vermeidet teure Ausfälle)
Kosten Wartung Fachbetrieb: 250-420 €/Jahr (Pauschale oft 180-280 €/Jahr als Wartungsvertrag mit Priorität bei Notfällen).
Eigenleistung möglich: Reinigung Verdampfer-Lamellen 2× jährlich selbst (Gartenschlauch Wasserdruck niedrig, keine Hochdruckreiniger! = beschädigt Lamellen), spart 1× Wartung alle 2 Jahre (120-150 € gespart).
Typische Reparaturen und Kosten
Verdichter-Ausfall (häufigstes Problem nach 12-18 Jahren, 20-30 % aller Defekte):
- Symptome: WP startet nicht, Fehlermeldung "Hochdruck-Störung" oder "Verdichter-Überlast"
- Ursache: Verschleiß Lager (zu viele Taktzyklen bei überdimensionierter WP), Kältemittel-Leckage (Schmierstoff-Mangel)
- Reparatur: Verdichter-Tausch 2.800-5.500 € (Scroll-Verdichter 10 kW: 1.800-2.800 € Ersatzteil + 800-1.500 € Arbeitszeit Kältetechniker + 200-500 € Kältemittel-Neubefüllung + Anfahrt)
- Wirtschaftlichkeit kritisch: Bei WP >15 Jahre alt ist Verdichter-Tausch oft unwirtschaftlich (Neugerät 12.000-14.000 € abzüglich Förderung 55 % = 5.400-6.300 € Eigenanteil, nur 1.000-2.000 € mehr als Verdichter-Reparatur aber neue Garantie 5 Jahre!)
Umwälzpumpe defekt (8-12 % Defekte):
- Symptome: Heizkreis bleibt kalt obwohl WP läuft, Durchfluss-Fehler
- Kosten: 350-650 € (Hocheffizienz-Pumpe Grundfos Alpha 2 180-280 € + Einbau 1,5 Stunden)
Expansionsventil verstopft (6-10 % Defekte, meist Schmutz im Kältekreis):
- Symptome: Vereisung Verdampfer permanent, niedrige Heizleistung
- Kosten: 420-850 € (Ventil 80-150 € + Kältekreis öffnen/evakuieren/neubefüllen 300-600 €)
Elektronik/Regelung defekt (5-8 % Defekte):
- Symptome: Display tot, Steuerung reagiert nicht, unplausible Werte
- Kosten: 280-680 € (Platine 120-380 € + Diagnose/Einbau 160-300 €)
Durchschnittliche Reparaturkosten über 20 Jahre Lebensdauer: 1.200-3.800 € gesamt (60-190 €/Jahr umgelegt), deutlich niedriger als Gas-Brennwertkessel 2.800-5.500 € (140-275 €/Jahr).
Versicherung "Wärmepumpen-Schutzbrief" (angeboten z.B. Hersteller-Eigenversicherungen wie Viessmann PartnerPlus oder externe wie ERGO Hausrat-Elektronik):
- Kosten: 120-280 €/Jahr
- Deckt: Reparaturen nach Garantie-Ende (ab Jahr 6), Notdienst 24/7, Ersatzgeräte-Leihstellung bei Totalausfall Winter
- Lohnt sich: Ab Jahr 12-15 (dann steigt Defekt-Wahrscheinlichkeit), vorher wirtschaftlich fragwürdig
Wärmepumpe versus Gasheizung: Der direkte Vergleich
Die Entscheidung Wärmepumpe oder Gas-Brennwertkessel wird 2025 durch vier Faktoren bestimmt: Anschaffungskosten nach Förderung, Betriebskosten mit CO2-Preis-Entwicklung, Gebäude-Eignung, Zukunftssicherheit (GEG-Vorgaben ab 2029).
Anschaffungskosten Vergleich
Gas-Brennwertkessel (Vaillant ecoTEC plus 20 kW oder Viessmann Vitodens 200-W):
- Gerät: 4.500-6.800 €
- Installation: 2.500-4.000 €
- Gasanschluss (falls nicht vorhanden): 2.000-3.500 €
- Schornstein-Sanierung (falls nötig): 1.500-3.000 €
- Gesamt: 10.500-17.300 € (Durchschnitt 13.900 €, keine Förderung für reine Gasheizung ab 2024!)
Wärmepumpe Luft-Wasser (Viessmann Vitocal 250-A 10 kW):
- Gerät + Installation: 26.500 € (wie oben gezeigt)
- Nach Förderung 55 %: 11.925 € Eigenanteil (Grundförderung 30 % + Klimabonus 20 % + Effizienz 5 %)
Kostenvergleich nach Förderung:
- Gas: 13.900 € (keine Förderung)
- WP: 11.925 € (mit Förderung 55 %)
- Wärmepumpe ist 1.975 € günstiger in Anschaffung trotz 12.600 € höherer Listenpreis vor Förderung!
Dies ist Game-Changer: Wärmepumpe war historisch 8.000-15.000 € teurer, jetzt durch Förderung oft günstiger als Gas.
Betriebskosten 2025 und Prognose 2030
Beispiel-Haus: 150 m² sanierter Altbau, 18.000 kWh Jahres-Wärmebedarf.
Gas-Brennwertkessel (Wirkungsgrad 0,94):
- Gasverbrauch: 18.000 kWh / 0,94 = 19.149 kWh Gas
- Gaspreis 2025: 0,10 €/kWh Arbeitspreis + 0,024 €/kWh CO2-Steuer (65 €/t) = 0,124 €/kWh gesamt
- Kosten 2025: 19.149 kWh × 0,124 €/kWh = 2.375 €/Jahr
- Wartung: 280 €/Jahr (Schornsteinfeger + Kesselwartung)
- Gesamt: 2.655 €/Jahr
Prognose 2030: CO2-Preis steigt auf 150-200 €/t (BEHG-Anpassung geplant), entspricht 0,03-0,04 €/kWh zusätzlich, Gaspreis gesamt 0,14-0,15 €/kWh, Jahreskosten steigen auf 3.010-3.240 €/Jahr (+13-22 %!).
Wärmepumpe (JAZ 3,5):
- Stromverbrauch: 18.000 kWh / 3,5 = 5.143 kWh Strom
- Strompreis Wärmepumpen-Tarif 2025: 0,30 €/kWh (günstiger als Haushaltsstrom 0,38-0,42 €/kWh weil §14a EnWG steuerbar)
- Kosten 2025: 5.143 kWh × 0,30 €/kWh = 1.543 €/Jahr
- Wartung: 250 €/Jahr
- Gesamt: 1.793 €/Jahr
Ersparnis WP versus Gas 2025: 862 €/Jahr (32 % günstiger).
Prognose 2030: Strompreis steigt auf 0,32-0,34 €/kWh (moderater Anstieg +7-13 % versus Gas +13-22 %), Jahreskosten WP steigen auf 1.896-1.999 €/Jahr, Differenz zu Gas wächst auf 1.114-1.244 €/Jahr Ersparnis (WP wird relativ günstiger!).
System | Anschaffung 2025 | Betrieb 2025/Jahr | Betrieb 2030/Jahr | 20 Jahre Total |
Gas-Brennwert | 13.900 € | 2.655 € | 3.010-3.240 € | 13.900 + 57.750 = 71.650 € |
Wärmepumpe | 11.925 € | 1.793 € | 1.896-1.999 € | 11.925 + 37.780 = 49.705 € |
Differenz | WP -1.975 € | WP -862 €/Jahr | WP -1.114 €/Jahr | WP spart 21.945 € |
Die Rechnung zeigt: Wärmepumpe spart über 20 Jahre 21.945 € (31 % günstiger Total Cost of Ownership) trotz höherer Listenpreise, weil Förderung Anschaffung senkt und Betrieb deutlich günstiger ist.
Nicht-finanzielle Faktoren
Wärmepumpe Vorteile:
- Kein Gasanschluss nötig (spart 2.000-3.500 € + 200-350 €/Jahr Grundpreis)
- Kein Schornstein/Abgas (spart 280-400 €/Jahr Schornsteinfeger + 1.500-3.000 € Sanierung)
- Aktive Kühlung möglich (Split-Klima-Funktion, 300-800 €/Jahr Mehrkomfort Sommer vermieden)
- Zukunftssicher GEG 2029 (65 % Erneuerbare-Pflicht ab Heizungstausch, Gas erfüllt dies nicht ohne Biogas-Zumischung 0,18-0,22 €/kWh = noch teurer)
- Unabhängig von Russland-Gas/OPEC-Öl (geopolitische Sicherheit)
Gas Vorteile:
- Bewährte Technik (Installateure kennen sich aus, weniger Planungsrisiko)
- Höhere Vorlauftemperaturen problemlos (90-95 °C möglich, WP nur 70-75 °C)
- Geringerer Platzbedarf außen (kein Außengerät, nur Abgasrohr Fassade)
- Keine Schallprobleme (Gas-Kessel innen im Keller, unhörbar für Nachbarn)
Empfehlung: Wärmepumpe ist 2025 wirtschaftlich und ökologisch klar überlegen für Neubau + sanierter Altbau (JAZ >3,2 erreichbar), Gas nur noch sinnvoll bei unsanierten Altbauten wo Vorlauftemperaturen >70 °C nötig UND Sanierung wirtschaftlich nicht darstellbar (dann Hybrid-System Gas + WP optimal: WP deckt 70 % Jahresenergie, Gas nur Spitzenlast Winter).
Die 10 häufigsten Fragen zu Wärmepumpen (FAQ)
1. Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
Dimensionierung nach Heizlast (DIN EN 12831): Neubau 30-50 W/m² → 4-8 kW für 150 m², sanierter Altbau 50-80 W/m² → 8-12 kW, unsanierter Altbau 80-120 W/m² → 12-20 kW.
Kritisch: Nicht überdimensionieren (führt zu Takten), nicht unterdimensionieren (Heizstab läuft permanent).
Plus 0,25 kW pro Person Warmwasser-Reserve, also 4-Personen-Haushalt +1 kW addieren.
2. Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei -20 °C Winter?
Ja, moderne R290-Wärmepumpen (Viessmann, Vaillant, Bosch) arbeiten bis -25 °C Außentemperatur.
Heizleistung sinkt bei Frost (z.B. 10 kW WP liefert bei -15 °C nur noch 7-8 kW), ausreichend weil Haus bei extremer Kälte auch höchste Heizlast hat aber nicht 100 % über 24h durchgängig benötigt (Heizlast ist Auslegung für kältesten Moment, real benötigt Haus über Tag gemittelt 70-85 % davon).
Heizstab schaltet automatisch zu wenn WP-Leistung nicht reicht (bei richtig dimensionierter WP nur 2-5 Tage/Jahr nötig = Mehrkosten 80-150 €/Jahr vernachlässigbar).
3. Brauche ich eine Fußbodenheizung oder funktionieren Heizkörper auch?
Fußbodenheizung ist optimal (35-40 °C Vorlauf, JAZ 4,2-4,8), aber nicht zwingend.
Moderne Heizkörper mit Vorlauf 50-55 °C funktionieren mit R290-Wärmepumpen gut (JAZ 3,2-3,8), vorausgesetzt Heizkörper sind groß genug.
Prüfung: Typ-22-Heizkörper bei 50/40/20 liefert 55 % seiner Norm-Leistung (bei 75/65/20 = 100 %), wenn Raum-Heizlast 1.200 W und Heizkörper Norm-Leistung 1.600 W → bei 50 °C nur noch 880 W → unterdimensioniert, muss auf Typ-33 (1.680 W Norm = 924 W bei 50 °C) getauscht werden.
Faustregel: Typ-22-Heizkörper funktionieren wenn Gebäude saniert (50-70 W/m² Heizlast), müssen in 40-60 % Fälle auf Typ-33 getauscht werden (2.700-5.200 € Mehrkosten gesamt), in unsanierten Altbauten (100-120 W/m²) oft alle Heizkörper zu klein.
4. Wie laut ist eine Wärmepumpe wirklich?
Moderne Premium-Geräte (Vaillant aroTHERM plus, Viessmann Vitocal 250-A) erreichen 29-32 dB(A) Schalldruckpegel in 3 m Entfernung im Nachtmodus, entspricht Flüstern oder leichtem Blätterrascheln.
TA Lärm erlaubt 35 dB(A) nachts (Reines Wohngebiet) am Fenster Nachbar, bei 5 m Abstand Grundstücksgrenze + 5 m bis Fenster = 10 m gesamt sind Premium-WP auf 16-22 dB(A) reduziert = unhörbar.
Problem: Günstige WP (Daikin Altherma, alte Stiebel-Modelle) haben 40-45 dB(A) Schalldruckpegel 3 m, bei 10 m Abstand noch 28-34 dB(A), grenzwertig TA Lärm 35 dB(A).
Lösung: Premium-Gerät wählen (1.500-2.500 € Mehrkosten), Standort optimieren (Gebäude als Schallbarriere), Nachtmodus aktivieren, Schwingungsdämpfer installieren (150-400 €).
5. Kann ich meine alte Gasheizung im Keller lassen als Backup?
Ja, Hybrid-System kombiniert Wärmepumpe (monovalent bis -5 °C Außentemperatur, deckt 70-80 % Jahres-Wärmebedarf) mit Gas-Kessel als Spitzenlast (nur an 15-25 kältesten Tagen/Jahr).
Vorteile:
- WP kann kleiner dimensioniert werden (10 kW statt 16 kW, spart 3.000-4.000 € Gerätekosten)
- Gas-Kessel bleibt als Absicherung (bei WP-Ausfall keine Sorge)
- Wirtschaftlich optimal bei unsanierten Altbauten (keine 40.000-60.000 € Vollsanierung nötig)
Förderung: Hybrid-Systeme erhalten 40 % Förderung (30 % Grund + 10 % Hybrid-Bonus, kein Klimageschwindigkeitsbonus weil Gas bleibt), also 26.500 € WP × 40 % = 10.600 €, Eigenanteil 15.900 €.
Betriebskosten: 70 % WP (1.200 €/Jahr) + 30 % Gas (710 €/Jahr) = 1.910 €/Jahr gesamt, teurer als WP monovalent 1.543 €/Jahr aber günstiger als Gas allein 2.375 €/Jahr.
6. Lohnt sich Erdwärme gegenüber Luft-Wasser?
Erdwärme (Sole-Wasser) hat
höhere JAZ 4,0-4,8 versus Luft-Wasser 3,2-4,0 (15-25 % niedrigere Betriebskosten, 350-600 €/Jahr Ersparnis), aber
Mehrkosten Bohrung 12.000-18.000 € (bei 80-120 €/Meter × 100-150 m Tiefe).
Amortisation Mehrkosten: 12.000-18.000 € / 450 €/Jahr Ersparnis = 26,7-40 Jahre, über Lebensdauer 20 Jahre hinaus = nicht wirtschaftlich!
Ausnahmen wo Erdwärme lohnt:
- Bohrkosten <70 €/Meter (z.B. Neubau-Siedlung, 6-12 Häuser teilen Bohrfirma-Anfahrt)
- Förderung 70 % statt 55 % (senkt Eigenanteil Erdwärme auf 13.000-15.000 € versus Luft-Wasser 11.925 €, dann Amortisation 12-16 Jahre = darstellbar)
- Sehr hoher Wärmebedarf >25.000 kWh/Jahr (dann Ersparnis 600-900 €/Jahr, Amortisation 13-25 Jahre)
Empfehlung: Für Standard-Einfamilienhaus bleibt Luft-Wasser wirtschaftlich optimal, Erdwärme nur bei günstigen Bohrkosten oder maximaler Förderung sinnvoll.
7. Brauche ich zwingend Photovoltaik dazu?
Nein, zwingend nicht, aber
PV macht Wärmepumpe erst richtig wirtschaftlich.
Ohne PV: Stromkosten WP 1.543 €/Jahr (bei JAZ 3,5, 18.000 kWh Wärmebedarf), Ersparnis versus Gas 862 €/Jahr.
Mit PV 12 kWp + Smart-Grid: Eigenverbrauch 70-80 % (3.500-4.100 kWh von 5.143 kWh aus PV), Rest-Strombezug nur 1.000-1.600 kWh × 0,30 €/kWh = 300-480 €/Jahr, PV-Überschuss 5.900-6.700 kWh ins Netz × 0,08 €/kWh = 472-536 € Einnahmen, Netto-Stromkosten -172 bis +8 €/Jahr (quasi kostenlos!).
Mehrkosten PV: 12 kWp Anlage 12.000-14.400 € (1.000-1.200 €/kWp), Förderung kombiniert mit WP möglich, Amortisation PV-Mehrkosten 8-12 Jahre durch Stromersparnis + Einspeisung, danach 1.200-1.500 €/Jahr Gewinn × 10 Jahre = 12.000-15.000 € Gesamt-Gewinn über Lebensdauer.
Empfehlung: PV + WP ist Goldstandard deutsche Energiewende, kombinierte Amortisation 8-12 Jahre statt WP allein 14-18 Jahre.
8. Was passiert bei Stromausfall?
Wärmepumpe benötigt Strom (Verdichter 1,5-4 kW elektrisch je nach Leistung), bei Stromausfall keine Heizung.
Risiko Deutschland: Stromausfälle extrem selten (durchschnittlich 12 Minuten/Jahr laut Bundesnetzagentur, meist tagsüber geplante Wartung), Winter-Blackout-Risiko <0,1 % (trotz Energiekrise 2022/2023 kein flächiger Ausfall).
Lösungen:
- Notstrom-Aggregat (Benzin/Diesel 5-8 kW, 800-1.800 €, deckt WP + Grundlast Haus, Laufzeit 8-12 Stunden mit 20 L Tank)
- PV + Batteriespeicher mit Notstrom-Funktion (10 kWh Speicher 8.000-12.000 €, versorgt WP 2-4 Stunden tagsüber wenn Sonne scheint, nachts 1-2 Stunden aus Batterie)
- Kamin/Kachelofen als Backup (vorhanden in 40 % deutscher Einfamilienhäuser, heizt 1-2 Räume bei Stromausfall)
Realität: 99,99 % der Zeit funktioniert WP störungsfrei, Stromausfall-Vorsorge ist "nice to have" aber nicht existenziell nötig (anders als bei medizinischen Geräten).
9. Wie finde ich einen guten Installateur?
Qualitäts-Kriterien Fachbetrieb:
- VDI 4645-Zertifizierung (Verband Deutscher Ingenieure, spezialisierte WP-Schulung, nur 20-30 % aller Heizungsbauer haben dies)
- BAFA/KfW-gelistet (für Förderanträge nötig, Mindeststandard)
- Hersteller-Partner-Status (Viessmann PartnerPlus, Vaillant ProPartner, garantiert Schulungen + Ersatzteile-Zugang)
- Mindestens 15-25 WP-Installationen/Jahr (Erfahrung, keine Gelegenheits-WP-Monteure)
- Hydraulischer Abgleich inklusive (nicht optional, muss Standard sein!)
- Referenzen vor Ort besichtigen (sprich mit bisherigen Kunden, frage nach Problemen)
Warnsignale unseriöser Anbieter:
- Angebot ohne Vor-Ort-Besichtigung (Heizlastberechnung unmöglich ohne Gebäude zu sehen)
- "Standardgröße 12 kW für alle 150 m² Häuser" (pauschale Dimensionierung = Takten garantiert)
- Hydraulischer Abgleich als Aufpreis 800-1.500 € (sollte inkludiert sein)
- Keine Schall-Prognose am Nachbar-Fenster (TA Lärm-Einhaltung ungeprüft = Risiko)
- Anzahlung >50 % vor Baubeginn gefordert (Insolvenz-Risiko)
Wo finden: Bundesverband Wärmepumpe (BWP) Fachbetriebssuche
www.waermepumpe.de/normen-technik/fachpartnersuche/, Hersteller-Installateursuchen (Viessmann, Vaillant Webseiten), Empfehlungen Nachbarn/Bekannte mit WP.
10. Was ist mit Legionellen im Warmwasser?
Legionellen (Bakterien) wachsen bei 25-50 °C in stehendem Wasser, kritisch ab 60 L Speichervolumen (Trinkwasserverordnung).
Problem Wärmepumpe: Effizient bei 45-55 °C Vorlauftemperatur, aber Legionellen sterben erst ab 60 °C (80 % Abtötung nach 2 Minuten), 70 °C (99,9 % Abtötung nach 1 Minute).
Lösungen:
- Thermische Desinfektion 1× wöchentlich (WP heizt Warmwasser-Speicher 1× pro Woche auf 65-70 °C für 30 Minuten, tötet Legionellen, JAZ sinkt nur 2-4 % weil selten, kostet 40-80 €/Jahr Mehrkosten)
- Frischwasser-Station / Durchlauferhitzer-Prinzip (kein Speicher, Warmwasser wird sofort bei Bedarf erzeugt durch Plattenwärmetauscher, kein Legionellen-Risiko, aber WP muss höhere Vorlauftemperatur fahren 60-65 °C permanent = JAZ sinkt 0,3-0,5 Punkte)
- Kombination WP + Solarthermie (Solarthermie heizt Speicher im Sommer auf 70-80 °C kostenlos, WP nur Winter 50-55 °C, beste Effizienz + Legionellen-Schutz, aber 4.000-7.000 € Mehrkosten Solarthermie-Kollektoren)
Empfehlung: Thermische Desinfektion 1× wöchentlich ist Standard-Lösung (alle modernen WP haben Timer dafür), kostet wenig (40-80 €/Jahr), vermeidet Legionellen-Risiko ohne großen Effizienz-Verlust.
Eigenheimbesitzer mit 4 Personen, 300 L Warmwasser-Speicher (üblich) müssen laut Trinkwasserverordnung KEINE Legionellen-Prüfung machen (nur ab Mehrfamilienhaus), aber Vorsorge durch thermische Desinfektion ist sinnvoll (Gesundheitsschutz Familie).
Kostenlose Beratung anfordern
Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.